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Theologie-Studium auf Lehramt


Flo123

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Hallo ihr,

 

in wenigen Wochen werde ich mein Abi machen, danach werde ich meinen Zivi-Dienst am Goethe-Institut verbringen und anschließend studieren. Ich würde gerne auf gymnasiales Lehramt studieren, in den Fächern Deutsch und kath. Religionslehre. Ich würde gerne in Bayern bleiben.

 

Was Deutsch angeht, so wurden mir die Unis Bamberg und Eichstätt ans Herz gelegt. Ich habe allerdings keinen Schimmer, wie es mit katholischer Theologie steht. Kann mir vielleicht jemand von eigenen oder fremden Erfahrungen an einer der beiden Unis berichten?

 

Außerdem bereitet es mir Bauchschmerzen, dass man Altgriechisch beherrschen muss. Das werde ich vollkommen neu lernen müssen. Ich besitze ein kleines Latinum. Muss ich im Studium dann noch einen Schein für diese Sprache machen oder hat sich das mit meinem Latinum erledigt?

 

Es würde mir sehr helfen und mich ernsthaft freuen, wenn ihr mir etwas helfen könntet!

 

Schöne Grüße aus Würzburg

 

florian

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Außerdem bereitet es mir Bauchschmerzen, dass man Altgriechisch beherrschen muss.

Hallo Florian,

 

ich selbst habe nur ein Intensiv-Griechisch-Kurs gemacht.

Habe von morgens bis abends gelernt, habe mich voll drauf konzentriert.

Nach dem Aufstehen Griechisch.

Dann auf der Uni Griechisch.

Nach dem Mittagessen die Hausaufgaben.

Danach wieder Grammatik.

Ununterbrochen lernte ich Griechisch.

Auch am Abend.

Und dann, als ich schlafen gegangen bin, dann habe ich auf Griechisch geträumt!

 

So schnell wie ich das alles gelernt habe,

so schnell war das wieder vergessen,

das meiste jedenfalls.

 

Grüße, Carlos

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Außerdem bereitet es mir Bauchschmerzen, dass man Altgriechisch beherrschen muss.

Hallo Florian,

 

ich selbst habe nur ein Intensiv-Griechisch-Kurs gemacht.

Habe von morgens bis abends gelernt, habe mich voll drauf konzentriert.

Nach dem Aufstehen Griechisch.

Dann auf der Uni Griechisch.

Nach dem Mittagessen die Hausaufgaben.

Danach wieder Grammatik.

Ununterbrochen lernte ich Griechisch.

Auch am Abend.

Und dann, als ich schlafen gegangen bin, dann habe ich auf Griechisch geträumt!

 

So schnell wie ich das alles gelernt habe,

so schnell war das wieder vergessen,

das meiste jedenfalls.

 

Grüße, Carlos

Wenn ich Dich nicht kennen würde, dann würde ich mir jetzt einen bösen Kommentar nicht verkneifen. :blink:

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Meinst du du hast es noch während des Studiums (falls ja: hat es dir geschadet?) oder danach vergessen? War es schwer zu lernen? Und was ist mit Latein? Reicht das kleine Latinum? Muss man es oft anwenden? :blink:

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Ich habe auch an der Uni Griechisch und Hebräisch nachgelernt - letzteres aber aus Interesse.

In der Tat sind die Unikurse ziemlich arbeitsintensiv - bei uns waren es damals etwa 3 Stunden am Tag, die man rechnen musste - Ferien inclusive. Bin halt 5 Semester lang nie ohne Vokabelkarten und Grammatik aus dem Haus (Italienisch kam für Französisch auch noch dazu). Zu schaffen war es aber. Da das so gut wie alle betrifft, ist der restliche Studienplan nicht so voll.

Ich würde mal die Anforderungen der Unis vergleichen - die können ganz schön voneinander abweichen. Da kann es auch sinnvoll sein, dass Bundesland zu wechseln. Ich war damals so dumm, die hohen Sprachanforderungen von NRW zu erfüllen und dann nach BAWÜ zu gehen, wo es deutlich weniger gewesen wären.

In Freiburg reichte das Kleine Latinum, wenn ich mich nicht irre.

Hier gibt es auch solche Vorkurse, in denen man die Sprachen in relativ kurzer Zeit (2 Semester) machen kann, wie in einem Internat.

 

Laura

bearbeitet von laura
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Meinst du du hast es noch während des Studiums (falls ja: hat es dir geschadet?) oder danach vergessen? War es schwer zu lernen? Und was ist mit Latein? Reicht das kleine Latinum? Muss man es oft anwenden? :blink:

Neulich erst habe ich gehört, dass "kleines" und "großes" Latinum abgeschafft sind - es gibt nur noch "ja" oder "nein".

 

Griechisch ist ein Muss - und Stress. Je nach Uni sind die Anforderungen allerdings verschieden - es kann sich lohnen, sich bei verschiedenen Unis die Studienordnung zu holen und zu vergleichen.

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Bei uns an der Uni war das Griechisch allerdings auf Koine-Griechisch beschränkt. Das war das Allgemein-Griechisch zur Zeitenwende, also auch die Sprache in der das NT und alte Kirchliche Dokumente geschrieben wurden, etwa vergleichbar mit dem heutigen internationalen Englisch. Damit kann man auch keinen Shakespeare übersetzen - ähnlich würde ich an Homer scheitern ..... Aber fürs NT reicht es und es ist aufwendig genug zu lernen - allerdings auch sehr spannend! Man hat auch relativ schnell Erfolgserlebnisse, da zum Beispiel das Markusevangelium großteils sehr einfach zu übersetzen ist - schwieriger ist es vor allem bei den Paulusbriefen und weiten Teilen des Johannesevangeliums.

 

Latein hatte ich in der Schule, dürfte an der theologischen Fakultät allerdings ebenfalls leichter zu lernen sein, da die christliche lateinische Literatur (bis zu kirchlichen Dokumenten der Gegenwart) in relativ einfach gehaltenem Latein (im Vergleich zu den Klassikern) geschrieben ist.

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bei uns war griechisch semesterbegleitend, drei wochenstunden und nicht so anstregend. die intensivkurse würde ich nicht empfehlen. im übrigen sind satzbau und grammatik des griechischen dem latein sehr ähnlich. und anwenden muß man weder latein noch griechisch während des studiums in unmenschlicher weise... so war es zumindest bei mir (dipl.theol.) und sicher erst recht nicht im lehramtsstudium!

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Als ich noch jung und dumm war (heute bin ich alt und bloed), habe ich mal mit dem Gedanken gespielt, in Bonn Byzantinische und Mittelalterliche Geschichte zu studieren.

 

Das Latein haette ich zur Not noch ueberleben koennen.

 

Das Griechisch waere furchtbar gewesen. Die haben mich gleich gewarnt: Die ersten zwei oder drei Jahre geht mindestens die Haelfte der Zeit auf Griechisch drauf. Vor allem da man als Byzantinist sowohl klassisches Griechisch, als auch das sog. Rhomaeische Griechisch (die Sprache des mittleren und spaeten Reiches, die viel Latein und moderne Einlagen enthaelt) lernen muss, und auch den Stil, der sich alle paar hundert Jahre aendert, kennen muss.

 

Damit verglichen muss das Griechisch fuer den Theologie-Studenten ziemlich harmlos sein. Andererseits hoere ich, dass Aramaeisch und Hebraeisch auch furchtbar schwer zu lernen sind. Das gilt nicht nur fuer Christliche Theologie-Studenten, sondern auch fuer Leute, die an Juedischer Mystik und Kabbala interessiert sind (das Buch Zohar ist angeblich in einem ganz fiesen und schwerverstaendlichen Dielekt von Aramaeisch). Da hilft angeblich sogar die Kenntnis des modernen Hebraeisch kaum weiter.

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auf meiner hochschule war folgende regel:

 

man mußt ein latinum haben. wer nur das latinum mitbringt oder auch nicht, muß griechisch machen (neutestamentliches griechisch) und einen einführungskurs in hebräisch - ohne prüfung, nur ein teilnahmeschein. wer schon mit graecum und latinum kommt, darf das komplette hebraicum mit prüfung machen. es wird alles halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird. hebräisch ist blöd, aber man kommt durch.

zumal gerade beim lehramtsstudium die verhältnisse sicher nochmal einfacher sind als beim diplom! verunsichert mir doch den armen kerl nicht so!

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Jetzt möchte ich doch noch was zur Ehrenrettung der alten Sprachen schreiben - das, was bisher geschrieben wurde klingt so, als wäre das alles nur Horror!

--> Mir haben die alten Sprachen viel Spaß gemacht. Ich habe zusätzlich zum staatlichen Graecum (Platon!!) noch ein evangelisches Hebraicum (wir waren die ersten Katholiken, die das jemals gemacht haben!) gemacht.

--> Für die Exegese sind die Sprachen wirklich sehr sinnvoll. Ich habe meine Examensarbeit in AT geschrieben und da habe ich es wirklich gebraucht.

--> Auch heute noch schaue ich gelegentlich für die Unterrichtsvorbereitung im Urtext nach ...

Und das alles trotz Lehramtsstudium...

 

Laura

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hebräisch ist blöd,

Sag das den Israelis.

bearbeitet von ManPower
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Hallo Flo,

 

die Regel in Bayern generell ist folgende: Wer Theologie für Lehramt Gymnasium studieren will, braucht das Latinum und das Graecum (hier allerdings NT-Griechisch;die Anforderungen sind niedriger als für das Graecum der Altphilologen). Für Lehramt Realschule braucht man weder das Eine noch das andere. Es gibt keinen juristischen Unterschied zwischen großem und kleinem Latinum (d.h.wenn in deinem Abiturzeugnis steht "beinhaltet das Latinum" genügt dies). Was griechisch betrifft, empfehle ich dir, dich die ersten beiden Semester darauf zu konzentrieren. Es kostet Zeit, aber dann hast du's hinter dir.

 

Zum Studium: Im Allgemeinen hat die Uni Bamberg den Ruf, liberaler zu sein als die Uni Eichstätt. Ich habe zwar einige Semester in Eichstätt studiert, da aber viele Professoren, die ich damals genossen habe, inzwischen emeritiert sind, traue ich mir kein Urteil zu,

 

Gruß

Martin

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Außerdem bereitet es mir Bauchschmerzen, dass man Altgriechisch beherrschen muss.

Hallo Florian,

 

ich selbst habe nur ein Intensiv-Griechisch-Kurs gemacht.

Habe von morgens bis abends gelernt, habe mich voll drauf konzentriert.

Nach dem Aufstehen Griechisch.

Dann auf der Uni Griechisch.

Nach dem Mittagessen die Hausaufgaben.

Danach wieder Grammatik.

Ununterbrochen lernte ich Griechisch.

Auch am Abend.

Und dann, als ich schlafen gegangen bin, dann habe ich auf Griechisch geträumt!

 

So schnell wie ich das alles gelernt habe,

so schnell war das wieder vergessen,

das meiste jedenfalls.

 

Grüße, Carlos

So ähnlich war das bei mir mit dem Latinum. Schnell mal gelernt, schnell wieder vergessen. Ich brauchte es im weiteren Studium nicht mehr. Ich dachte aber bisher, dass man im Theologiestudium Bibeltexte im Original lesen und besprechen muss. Da sollte doch durch die Praxis was hängen bleiben.

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Es geht wohl weniger darum, exakt im Original lesen zu können, als ein Verständnis für den Aufbau und die Regeln, die Eigenheiten der Sprache zu bekommen. Es gibt sehr gute, wortnahe Übersetzungen. Und wem das nicht reicht, der kann mit einer Interlinear-Übersetzung arbeiten.

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Es kommt halt auch so ein wenig drauf an, wo ich mich im Studium spezialisieren will. Die notwendigen Kenntnisse (Sprachprüfung und Exegeseschein) sind in der Regel wirklich gut machbar und bringen einen nicht um. Wenn ich mich auf Exegese spezialisieren will (AT ist einfach nur super interessant), darf es schon ein bißchen mehr sein ...

Aber es gibt ja auch noch andere theologische Fächer ....

 

Laura

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Peppermint Patty

Hi Flo!

 

Hier mal was aus evangelischer Sicht (ev. Religion) aus Tübingen:

 

Habe letztes Semester versucht, Griechisch anzufangen, es aber erstmal vertagt. Wir müssen das Graecum machen und, wer das noch nicht hat, eben Latinum. Hebräisch gibt's für den, dem das noch nicht reicht in abgespeckter Form für die Lehrämtler.

 

Bei den Katholiken gibt's auch Griechisch des NT, kann sein, daß die in TÜ kein Graecum voraussetzen (was ja auch eigentlich nicht ganz einsichtig ist, da man fürs Bibellesen eben kein klassisches Griechisch braucht).

 

Griechisch ist bei uns auf zwei Semester verteilt, davon bekommt man 1 als studienverlängernd gutgeschrieben. Es waren 3 Doppelstunden in der Woche und in jeder ist ein komplettes Kapitel aus dem Lehrbuch durchgezogen worden, das macht schon einiges an Lernarbeit, aber Spaß macht's schon auch. Ich hatte bloß noch ein Proseminar und einen Sprachkurs in Englisch gleichzeitig, und das war dann definitiv zuviel. Man sollte sich also wirklich sehr gut überlegen, ob und wieviel man noch nebenher macht. Vorlesung oder Übung, die einen interessiert, zum Ausgleich zum Griechisch ist sicherlich nicht schlecht, denn nur Griechisch zu machen, ist mir persönlich ein bißchen zu einseitig. (Daher nehme ich im Moment auch von der Idee, das Ganze per Intensivkurs in die Semesterferien zu legen, Abstand). Man sollte halt regelmäßig dranbleiben von Anfang an, sonst kommt man leider wirklich nicht mehr hinterher.

 

Meine Freundin hat Griechisch sehr stark im Examen gebraucht, da hat sie dann nochmal ganz schön gepaukt dafür, sie hat sich aber auch in NT prüfen lassen. Ansonsten kommt es sicher auch auf die Dozenten an, wie stark die Fremdsprachenkenntnisse in den einzelnen Veranstaltungen angwendet werden müssen.

 

Aber ich denke auch: machbar ist das auf jeden Fall. Bevor ich meinen Kopf im Sand vergrabe, denke ich immer daran, wie schön es ist, später mal unterrichten zu können, und schaue mich in meinen Seminaren um (max. 10-20% Cracks, zu denen man ja im Laufe des Studiums immer noch aufschließen kann, breites Mittelfeld aber auch Leute, die da nicht so sehr gut aufgehoben sind), und dann fange ich an zu lernen anstatt mir den Kopf zu zerbrechen.

 

Grüße

Patty

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