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Empfehlenswerte Bibelausgaben


AndyWB
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Hallo,

 

ich danke es passt gut in diesen Bereich ("Das schwarze Brett für alle, die etwas suchen oder wissen wollen") wenn ich hier mal einige Bibelausgaben kurz vorstelle und zwar ganz neutral mit all ihren Vor - und Nachteilen.Gerade für interessierte oder jüngere Gläubige könnte dies eine sehr gute Orientierung sein, denn es ist ja nun nicht gerade einfach sich in der Flut der vielen neuen und alten Bibelübersetzungen zurecht zufinden, die seit 1545 erschienen sind.

 

Beginnen wir mit der Lutherbibel:

 

Diese Bibel ist die klassische Bibel im deutschsprachigen Raum und jeder sollte sie kennen. Luthers Übersetzung ist nicht immer so wortgetreu, wie es wünschenswert wäre, und sie hat gewisse Schwachpunkte,auch was die Verständlichkeit für den heutigen Leser betrifft. Aber im Ganzen ist sie als Klassiker der wortgetreuen Übersetzungen von großem Wert. Alle die die Lutherbibel lieben und schätzen, sollten die Ausgaben von 1545 und 1912 der Revision von 1956/1984 vorziehen - und zwar aufgrund der Beteiligung allzu liberaler Theologen an der Revisionsarbeit und der textkritischen Veränderungen sowohl im AT, als auch im Neuen Testament.

 

Die Schlachterbibel 2000:

 

Diese jüngste Revision der Schlachterbibel ist sehr gut für die verschiedenartigen Bedürfnisse bibeltreuer Gläubiger geeignet. Sie steht in der Wortgenauigkeit zwischen Luther 1912 und der unrevidierten Elberfelder, hat gegenüber diesen aber den Vorteil, daß sie auch für jüngere Gläubige gut verständlich ist. Sie kann dem Bibelstudium ebenso dienen, wie der persönlichen Andacht und ist frei von irgendwelchen bibel - oder textkritischen Einflüßen, weshalb sie auch in der Missionierung eine wertvolle Alternative zu den modernen Übertragungen ist.

 

 

Die Elberfelder Bibel (unrevidiert):

 

Die Elberfelder Bibel ist diejenige Bibelübersetzung, die dem Wortlaut der Originalsprache am Nächsten steht.Das schwächt gelegentlich ihre sprachliche Kraft und Verständlichkeit aber für das Bibelstudium ist sie dennoch sehr wertvoll. Im NT hat sie leider einige textkritische Einflüße und Veränderungen aufzuweisen. Besonders für das Alte Testament kann sie jodoch wertvollen Einblick in Feinheiten der wörtlichen Bedeutung geben, die in der Luther - oder Schlachterbibel nicht wiedergegeben werden.

 

Diese 3 sind in ihrer Gesamtheit so ziemlich uneingeschränkt zu empfehlen. Für einige andere will ich euch wenigstens einen kurzen Überblick geben:

 

Den Übersetzungsgrundsatz der wortgetreuen Übersetzungen mit dem vollständigem überliefertem Text erfüllen folgende Bibelübersetzungen:

 

- Luther 1545 und 1912

- Schlachter 2000

- Zürcher 1536 und 1913

- Das NT von H. Jantzen

 

Den Grundsatz der wortgetreuen Übersetzungen mit dem größtenteils überliefertem Text erfüllen diese Bibelübersetzungen:

 

- Unrevidierte Elberfelder

- Schlachter 1951

- Bengel NT

 

Immer noch wortgetreu aber mit weitgehendem oder vollständigem kritischem Nestle-Aland Text im Neuen Testament:

 

- Luther 1956 und 1984

- Zürcher 1931

- Revidierte Elberfelder 1985

- Neue Elberfelder Revision ( CSV 2002 )

 

Nicht mehr wortgetreu und frei übersetzt, mit weitgehendem oder vollständigem kritischem Nestle-Aland Text:

 

- Menge-Bibel

- Albrecht NT

- Luther 1972

- NEÜ 2003

 

Nicht mehr wortgetreue und allzu freie Übersetzungen mit fast vollständigem, kritischem Nestle-Aland Text und *nicht* empfehlenswert:

 

- Gute Nachricht Bibel

- Hoffnung für Alle

- Neues Leben

- Neue Genfer Übersetzung

- Bruns

 

Grüße,

Andreas.

Edited by Newbie0815
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Ein Beispiel von vielen, was in den modernen Übersetzungen aus Gottes Wort gemacht wird und warum vor allem die "Hoffnung für Alle-Bibel" (HFA) und die "Gute-Nachricht-Bibel" (GN) *nicht* empfehlenswert sind:

 

 

Sacharja 13,6 im Original in der Schlachterbibel 2000:

 

Und er wird zu ihm sagen: "Was sind das für Wunden in deinen Händen?" - Und er wird antworten: "Die hat man mir geschlagen im Hause meiner Lieben!"

 

---------------------------------------------------------

 

Sacharja 13,6 in der Hoffnung für Alle - Bibel:

 

Wenn jemand ihn fragt: "Woher kommen denn die Striemen auf deiner Brust?", dann wird er antworten: "Ich habe mich mit meinen Freunden geprügelt."

 

---------------------------------------------------------

 

Dem ganzen die Krone setzt aber die "Gute Nachricht Bibel" auf,

die sogar folgendes aus Sacharja 13,6 macht:

 

Und wenn man ihn auf die Striemen an seinem Leib hinweist, wird er sagen:

"Das ist von einer Schlägerei mit meinen Zechbrüdern!"

 

------------------------------------------------------------

 

Sacharja 13,6 ist ein gewichtiges und prophetische Wort, das zwischen den Aussagen von V 3-5 über die falschen Propheten in Israel in den Tagen vor der Wiederkunft des Messias einerseits und den unzweifelhaft auf den Messias selbst bezogenen Aussagen in V. 7 (zum Vergleich: Mt 26,32 und Mk 14,17).Nach der Originalübersetzung ist es zumindest möglich, den Bezug auf den durchbohrten Messias zu erkennen (zum Vergleich Sach 12, 10), der zumindest in der Wortwahl des Verses mit angelegt ist.

 

Dagegen ist die "Übersetzung" von HFA und GN so willkürlich und verfälschend, das kein messianischer Bezug mehr möglich ist, ja man kann hier durchaus von einer unterschwelligen Lästerung sprechen!

 

Diese Stelle zeigt in besonders abschreckender Weise, wie zersörerisch die

modernen "Übersetzer"in das heilige Gefüge der inspirierten Worte Gottes eingreifen.

 

Andreas.

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Sehr interessant scheint auch die "Possibility Thinkers Bible" zu sein, diese Bibelausgabe gibt es aber nur auf englisch.

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Die "modernen" Übersetzungen von Sacharja 13,6 sind ja wirklich dreist, fallen dir noch andere krasse Ausschweiffungen ein auf die man aufpassen sollte?

 

Grüsse

 

oli :blink:

Edited by oli
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Die "modernen" Übersetzungen von Sacharja 13,6 sind ja wirklich dreist, fallen dir noch andere krasse Ausschweiffungen ein auf die man aufpassen sollte?

 

Grüsse

 

oli.

Leider ja!

 

Ich sagte ja schon, diese Stelle war nur *ein* Beispiel, von sehr sehr vielen.

Alle kann ich unmöglich aufzählen, so vieles wie man am Urtext verändert und manchmal sogar verfälscht hat. Allerdings geht es mir nicht um besonders krasse Stellen, sondern um Aussagen, wo der *Sinn* des Originaltextes durch einige "harmlos" klingende Neuformulierungen entstellt oder gar grundsätzlich verändert wird.

 

----------------------------------------

 

Richter 19,2 - der Originaltext aus der Schlachterbibel 2000:

 

"Diese Nebenfrau aber beging Hurerei gegen ihn und lief von ihm fort in das Haus ihres Vaters, nach Bethlehem-Juda ...."

 

-----------------------------------------

 

Derselbe Vers in der "Hoffnung für Alle" Bibel -- *hoffnungslos* entstellt:

 

"Doch eines Tages war die Frau wütend über ihren Mann, und lief ihm weg.

Sie kehrte zurück zu ihrem Vater nach Bethlehem ...."

 

-----------------------------------------

 

*Schlechte Nachrichten* bezüglich der Textreue auch in der schon vom ersten Beispiel in unrühmlicher Erinnerung gebliebenen "Gute Nachricht"-Bibel:

 

"Weil sie sich über ihren Mann ärgerte, lief sie ihm weg und kehrte zu ihrem Vater nach Bethlehem zurück."

 

------------------------------------------

 

Im hebräischen Urtext steht ganz *eindeutig* ein Wort, das "Hurerei begehen* bedeuted, aber sowas wird heute in den modernen Bibelübersetzungen einfach frisiert, egal wie falsch die Aussage dadurch wird.

 

Es ist doch wohl von erheblicher Bedeutung, ob die Frau nun eine Sünde gegen Gott und ihren Mann begangen hatte, die nach dem Gesetz damals ihren Tod zur Folge gehabt hätte oder ob sie sich über ihren Mann "geärgert* hatte und ihm deshalb weglief! (Impliziert ja sogar noch unterschwellig, das er ihr etwas angetan hat, bzw. "Schuld" ist!)

 

Andreas.

Edited by Newbie0815
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Naja, Gottes Wort ist nicht so sakrosankt, wie viele meinen - man kann es durch Übersetzung immer noch verändern!

 

Man sollte aber nicht vergessen, dass Althebräisch eine tote Sprache ist, die heute niemand mehr spricht. Und von vielen Worten kann man tatsächlich nicht mehr genau sagen, was sie eigentlich bedeuten.

 

 

Nehmen wir mal Sacharja 13:6, dazu sagt die revidierte Elberfelder:

 

6 Sagt man aber zu ihm: Was sind das für Wunden zwischen deinen Händen[Aa], dann wird er sagen: <Sie entstanden,> als ich im Haus meiner Freunde geschlagen wurde.  A) o. auf deiner Brust

 

D. h. es ist nicht wirklich klar, ob es "Wunden an den Händen" oder "Striemen auf der Brust" heisst! Es handelt sich nämlich um eine Anspielung auf 1 Könige 18:28 (Elberfelder):

 

Da riefen sie mit lauter Stimme und ritzten sich, wie <es> bei ihnen Brauch <war>, mit Messern und mit Spießen, bis das Blut an ihnen herabfloß[Aa].  A) w. bis zum Blutvergießen an ihnen

 

Wieso ist nicht klar, ob es sich um die Brust oder die Hände handelt? Man sollte meinen, sowas sei eindeutig, aber im Original steht dort so etwas wie Wunden zwischen den Händen (oder Armen). Das wird deutlicher, wenn man es so liest wie in Zechariah 13:6 :: New King James Version (NKJV):

 

6 And one will say to him, "What are these wounds between your arms?'[1] Then he will answer, "Those with which I was wounded in the house of my friends.'

 

Footnotes

 

  1. 13:6 Or hands

 

"Wunde zwischen den Händen" oder "zwischen den Armen" ist da gemeint, und was befindet sich dort? Die Brust! Daher kann man es tatsächlich auch als "Wunden oder Striemen auf der Brust" lesen, besonder, wenn man es als Anspielung auf den Prophetenbrauch aus 1 Könige 18:28 liest.

 

Die Idee, daraus eine "messianische Weissagung Jesu" zu machen kann man ohnehin nur bekommen, wenn man es grob aus dem Kontext reisst. Wer es nicht glaubt, der lese das ganze Kapitel. Es handelt sich um eine Warnung vor falschen Propheten, wenn es sich auf Jesus bezieht, dann wird der dort als falscher Prophet bezeichnet. Nur wenn man den einzelnen Satz betrachtet (wie es viele Bibelfundamentalisten tun), dann kann man daraus eine Wiessagung über Jesus machen. So wurden im AT alle Stellen, die sich auf "Wunden", "Durchbohrung" etc. beziehen, als auf Jesus bezogene Prophetie missdeutet, auch eine Art, völlig willkürlich mit dem Text umzuspringen.

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Naja, Gottes Wort ist nicht so sakrosankt, wie viele meinen - man kann es durch Übersetzung immer noch verändern!

Man verändert es laufend durch "Übersetzung".

 

Selbst ein Machwerk, das "im Hause meiner Lieben" mit "Zechbrüdern" übersetzt findet noch "Rechtfertiger", wie man sieht....

 

 

Man sollte aber nicht vergessen, dass Althebräisch eine tote Sprache ist, die heute niemand mehr spricht. Und von vielen Worten kann man tatsächlich nicht mehr genau sagen, was sie eigentlich bedeuten.

 

Seltsam nur, das man das 2000 Jahre durchaus zuordnen könnte....

 

Und auch heute dürfte wohl ganz *unzweifelhaft* klar sein, das "Zechbrüder" NICHT dasselbe sind, wie "meiner Lieben".Sowas grenzt an Lästerei und kommt davon, wenn man Atheisten an den Übersetztungen mitwirken läßt, die sich einen Jux daraus machen und ihre Eitelkeit befriedigen, einem jeden Unsinn als "wissenschaftlich" zu verkaufen.

 

Andreas.

Edited by Newbie0815
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