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Frohe Botschaft <> "schmückendes Beiwerk"


Flo77
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Hallo Zusammen,

 

vielleicht kommen wir hier ja mal auf einen Nenner (man soll die Hoffnung ja niemals aufgeben)

 

In den "Taufbünden" hatten wir folgende Diskussion:

Lieber Stephanus, mutig, mutig ... wenns denn nicht allzu verhalten und leise geschieht
Aber auch nicht zu laut, denn schließlich sagt schon der Katechismus:
Im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen wir eine heilige Kirche (?Credo ... Ecelesiam"), sagen aber nicht, daß wir an die Kirche glauben, damit wir nicht Gott und seine Werke miteinander verwechseln
:blink: Werner
In dem Lied gehts ja eh nicht um den "Glauben an die Kirche" oder gar in weiterer Folge - man weiß ja nie, was so mancher sich zusammenreimt - um die "Anbetung der Kirche", nein, es geht um die Befolgung ihrer Lehren ...
Womit wir eigentlich wieder hier wären ...

Und die Frage, was ist Evangelium und was schmückendes Beiwerk.

Ja, das ist eine Frage, die sich viele stellen. Vermagst Du denn zu beurteilen, ob etwas lediglich "schmückendes Beiwerk" ist?
Wo steht denn, daß schmückendes Beiwerk weg muß? Montierst Du etwa die Kotflügel vom Auto? Wenn irgendwo Schmuck Berechtigung hat, dann beim Wort Gottes.
Wenn sie den Blick auf das Wesentliche verstellen - ja!
Mir ist zwar nicht ganz klar, worauf sich Dein "ja" bezieht, aber ich glaube schon zu verstehen, wie Du es meinst (oder nicht?).

Natürlich gibt es auch ein Verdecken des Wesentlichen, aber Schmuck ist nicht per se störend. Es kann nämlich genau das Gegenteil bewirken: Das Wesentliche in besonderer Weise hervorheben, sozusagen akzentuieren.

Was aber an der "Befolgung der Lehren der Kirche" schmückendes Beiwerk ist, verstehe ich nicht. Sind den die Gläubigen nicht als Volk Gottes die Kirche? Hat denn Christus nicht den Aposteln den Auftrag erteilt, die Botschaft zu verkünden? Und berichtet nicht Paulus bereits von Gemeindeordnung, Ämtern, Gehorsam und Dienst?

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Flo,

auf welchen Nenner willst du eigentlich kommen?

 

Steht nun das Evangelium im Vordergrund deiner Frage (Titel) oder geht es um die Frage der Kirchenstatuten?

 

LG,

Pruu :blink:

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Zunächst zu Accredas Frage ob ich mir die Unterscheidung zwischen Beiwerk und Evangelium zutraue.

 

Für's erste finde ich diese Frage recht einfach zu beantworten:

 

Klaro - wir haben vier Evangelien. Da steht alles drin, was wir an Offenbarung brauchen.

 

Alles weitere ist nur noch Interpretation.

 

Und jede Interpretation muss es sich gefallen lassen, daß man sie an dem "zu-interpretierenden" mißt, ob es eine Überinterpretation ist oder vielleicht sogar nicht weit genug geht.

 

Die Kritik an der Interpretation halte ich für sinnvoll und notwendig, sie beeinträchtigt jedoch in keiner Weise den Wahrheitsgehalt des Originals.

 

Aber, und da sehe ich die große Gefahr, es kann nicht sein, daß die Interpretation einen höheren Stellenwert einnimmt als das Original.

 

Sicher verdient es das Wort Gottes einen würdigen Rahmen zu erhalten - aber darf dieser Rahmen aufdringlicher sein, als das Bild selbst?

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Flo,

auf welchen Nenner willst du eigentlich kommen?

 

Steht nun das Evangelium im Vordergrund deiner Frage (Titel) oder geht es um die Frage der Kirchenstatuten?

 

LG,

Pruu :blink:

Mir geht es darum, daß viele Menschen vom Evangelium gar nicht mehr erreicht werden, weil sich drumherum ein Wust von Traditionen, Statuten etc. gebildet haben und ich mich immer wieder wundere, daß diesem Drumherum mehr Raum in Diskussionen und im Leben eingeräumt wird denn dem Evangelium selbst.

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Mir geht es darum, daß viele Menschen vom Evangelium gar nicht mehr erreicht werden, weil sich drumherum ein Wust von Traditionen, Statuten etc. gebildet haben und ich mich immer wieder wundere, daß diesem Drumherum mehr Raum in Diskussionen und im Leben eingeräumt wird denn dem Evangelium selbst.

:blink:

 

Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

 

(...sagte der Fuchs zum kleinen Prinzen aus allerorts bekannten Werk...)

 

Sich von der Frohbotschaft erreichen zu lassen, ist eine subjektive Erfahrung und in wie weit sich jeder hineinwagt, bleibt ebenfalls dem Einzelnen überlassen.

 

Jemanden, der viel Zeit für das Evangelium hergibt, wie es der kleine Prinz für seine Rose tut, der wird schnell das Drumherum übergehen, weil er oder sie erkennt, dass es nicht von Bedeutung ist.

 

LG,

Pruu :P

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Erreicht das Evangelium die Menschen wirklich nicht mehr, weil ihnen der Blick verstellt wird - oder weil sie selbst nicht den Blick auf das Evangelium richten, oder weil zig Leute ihre ganz persönliche Meinung (oftmals im Sinne persönlicher Offenbarung und mit extrem einseitigem Blick) in Medien bekannt geben, so dass man sich wie in einem Dschungel der Schriftinterpretation vorkommt?

 

Wir würden deutlich weiter kommen, wenn wir darauf vertrauen würden, dass der Heilige Geist in Seiner Kirche wirkt und diese aktiv leitet - auch wenn einzelne Mitglieder derselben kein gutes Zeugnis ablegen.

 

Eine unglaublich wichtige Rolle nimmt dabei die Tradition ein. Um einen typischen Satz der Orthodoxen Kirche zu verwenden: Die Bibel ist der schriftliche Teil der Tradition, daneben gibt es einen nicht weniger wichtigen Teil, der mündlich, in Ritualen oder in Statuten weiter gegeben wurde. Man sollte sich davor hüten, diese beiden Arten der Tradition (Schrift und Nicht-Schrift) gegeneinander auszuspielen. Wer etwa Paulus liest, stellt fest, dass er in seinen Briefen Traditionen beschreibt, die sich 20-30 Jahre nach Jesu Christi hiesigem Leben in den Gemeinden schon verfestigt hatten.

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Erreicht das Evangelium die Menschen wirklich nicht mehr, weil ihnen der Blick verstellt wird - oder weil sie selbst nicht den Blick auf das Evangelium richten, oder weil zig Leute ihre ganz persönliche Meinung (oftmals im Sinne persönlicher Offenbarung und mit extrem einseitigem Blick) in Medien bekannt geben, so dass man sich wie in einem Dschungel der Schriftinterpretation vorkommt?

 

Wir würden deutlich weiter kommen, wenn wir darauf vertrauen würden, dass der Heilige Geist in Seiner Kirche wirkt und diese aktiv leitet - auch wenn einzelne Mitglieder derselben kein gutes Zeugnis ablegen.

 

Eine unglaublich wichtige Rolle nimmt dabei die Tradition ein. Um einen typischen Satz der Orthodoxen Kirche zu verwenden: Die Bibel ist der schriftliche Teil der Tradition, daneben gibt es einen nicht weniger wichtigen Teil, der mündlich, in Ritualen oder in Statuten weiter gegeben wurde. Man sollte sich davor hüten, diese beiden Arten der Tradition (Schrift und Nicht-Schrift) gegeneinander auszuspielen. Wer etwa Paulus liest, stellt fest, dass er in seinen Briefen Traditionen beschreibt, die sich 20-30 Jahre nach Jesu Christi hiesigem Leben in den Gemeinden schon verfestigt hatten.

Wenn man vor einem Panzer steht, der einen abschreckt, versucht man dann noch zu ergründen, was dahinter steckt?

 

Ich kann mir nur nicht vorstellen, daß sich der hl. Geist ein starres, nahezu unbewegliches Korsett als Ideal erkoren hat. Soweit ich weiß weht der Geist immer noch wo er will.

 

Und bei Paulus wird eines klar: die frühen Gemeinden haben die frohe Botschaft zu ihrer Zeit und in ihrer Lebenswirklichkeit in Traditionen gegossen - wieso sollten sie sich nicht mehr ändern dürfen?

 

Daß die mündliche Tradition einen hohen Stellenwert haben muß, sehe ich auch so.

 

Nur bin ich auch der Meinung, daß der "Sitz im Leben" immer wieder neu definiert werden sollte und sich die Tradition nicht zu einem unveränderlichen Monolithen verfestigen darf, der einen Panzer um die Heilsbotschaft (ich meine nicht die Schrift sondern die Kernaussagen) bildet ohne den niemand diese Botschaft erlangen kann.

 

Sollte nicht eher die Botschaft der Träger sein, aus dem sich die Tradition immer wieder neu generiert und sie entsprechend lebendig sein läßt?

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Daß die mündliche Tradition einen hohen Stellenwert haben muß, sehe ich auch so.

 

Nur bin ich auch der Meinung, daß der "Sitz im Leben" immer wieder neu definiert werden sollte und sich die Tradition nicht zu einem unveränderlichen Monolithen verfestigen darf, der einen Panzer um die Heilsbotschaft (ich meine nicht die Schrift sondern die Kernaussagen) bildet ohne den niemand diese Botschaft erlangen kann.

 

Sollte nicht eher die Botschaft der Träger sein, aus dem sich die Tradition immer wieder neu generiert und sie entsprechend lebendig sein läßt?

Lieber Flo,

 

was meinst Du damit, den "Sitz im Leben" neu zu definieren?

Was meinst Du überhaupt mit "Sitz im Leben"???

 

Auch ist mir nicht klar, was Du meinst mit einer Tradition, die sich neu generiert?

 

Fragend, Gabriele

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was meinst Du damit, den "Sitz im Leben" neu zu definieren?

Was meinst Du überhaupt mit "Sitz im Leben"???

 

Auch ist mir nicht klar, was Du meinst mit einer Tradition, die sich neu generiert?

 

Fragend, Gabriele

Hallo Gabriele,

 

"Sitz im Leben" = Übersetzung der Offenbarung in das reale Leben. "Was heißt DAS für mich in diesem Augenblick"

 

"sich neu generierende Tradition! = lebendige Tradition; Traditionen, die nicht um ihrer selbst Willen gepflegt werden, sondern sich an den Bedürfnissen der Traditionspflegenden orientieren.

 

Klarer?

 

Liebe Grüße

 

Flo

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Hallo Gabriele,

 

"Sitz im Leben" = Übersetzung der Offenbarung in das reale Leben. "Was heißt DAS für mich in diesem Augenblick"

 

"sich neu generierende Tradition! = lebendige Tradition; Traditionen, die nicht um ihrer selbst Willen gepflegt werden, sondern sich an den Bedürfnissen der Traditionspflegenden orientieren.

 

Klarer?

 

Liebe Grüße

 

Flo

Ja, klarer.

 

Nur stellt sich mir jetzt die Frage, was Du unter

- Tradition,

- lebendiger Tradition und

- Tradition, die sich an den Bedürfnissen der Traditionspflegenden orientiert :P

verstehst.

 

Ich will Dich nicht ärgern mit meinen Fragen :blink:

mir ist nur wirklich nicht klar, wo die Grenze verläuft zwischen Tradition und "Wir-tun-das-was-uns-gut-tut" bzw. ein Ablehnen der Tradition.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Nur stellt sich mir jetzt die Frage, was Du unter

- Tradition,

- lebendiger Tradition und

- Tradition, die sich an den Bedürfnissen der Traditionspflegenden orientiert  :P

verstehst.

Tradition = mündliche/schriftliche Auslegung der Offenbarung (in unserem konkreten Fall: KEK, KKK, die div. Enzykliken, Liturgie, etc.)

 

lebendige ~ = Traditionen werden nicht um jeden Preis aufrecherhalten, wenn klar ist, daß diejenigen, die in ihnen leben, nur noch einen sehr begrenzten Zugang dazu haben. Sie paßt sich immer wieder der aktuellen Lebenswirklichkeit an. Sie konzentriert sich auf das wesentliche und verliert sich nicht in endlosen Detailfragen. Trägt in sich die Möglichkeit zur Veränderung.

 

=> bedürfnisorientierte ~ = holt den einzelnen da ab wo er steht, nicht umgekehrt. Sie erlaubt es, dem Einzelnen die Kernaussagen besser zu verarbeiten.

 

Ich will Dich nicht ärgern mit meinen Fragen  :blink:

mir ist nur wirklich nicht klar, wo die Grenze verläuft zwischen Tradition und "Wir-tun-das-was-uns-gut-tut" bzw. ein Ablehnen der Tradition.

Wieso ärgern???

 

Aber zu Deiner Frage ein unpassendes Beispiel: bei uns, bei meinen Eltern, Schwiegereltern und Schwiegergroßeltern gibt es JEDES Jahr am hl. Abend Kartoffelsalat und Würstchen.

 

Das ist überlieferte Tradition = sichtbares Zeichen des hl. Abends wenn man so will.

 

Lebendig wird es in dem Moment, in dem es vielleicht zusätzlich noch Lachs oder Kasseler gibt. Die Tradition paßt sich dem Geschmack derer, die es essen sollen an.

 

Bedürfnisorientiert wäre es in dem Moment, in dem z.B. das Fastengebot des hl. Abends stärker betont werden soll: die Würstchen und der Fisch verschwinden. Ggf. gibt es stattdessen Graubrot.

 

Die Tradition muss aber in dem Moment abgelehnt werden, in dem man den hl. Abend nicht mehr am Kartoffelsalat "festmachen" kann sondern man die tiefere Symbolik eher mit einem Reisauflauf oder etwas anderem findet und DANN aber gezwungen ist (mit dem Vermerk es sei ja Tradition) TROTZDEM Kartoffelsalat essen zu müssen.

 

Ich gebe zu, daß Beispiel hinkt (wie jedes Beispiel) also bitte nicht zu ernst nehmen :P

 

Viele Grüße

 

FLo

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Gabriele? 4587.gif

Ja?

 

Was haste denn da wieder ausgebuddelt? :blink:

 

Tradition und hl. Abend- Speisekarte. Hm.

 

Einige Fragen:

 

lebendige ~ = Traditionen werden nicht um jeden Preis aufrecherhalten, wenn klar ist, daß diejenigen, die in ihnen leben, nur noch einen sehr begrenzten Zugang dazu haben.

Wenn der Zugang nur noch sehr begrenzt ist, muß dann die Tradition gekippt werden? Oder verändert werden?

Oder wäre es nicht auch eine Idee, mal nachzuschauen, warum der Zugang begrenzt vorhanden ist, wie der Zugang neu eröffnet werden könnte?

 

(Jetzt bin ich zu müde zum Weiterschreiben. Morgen ist auch noch ein Tag.)

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Ich zitiere mich mal selbst: Man sollte Tradition - die Überlieferung der Kirche, von der Urkirche bis heute - nicht verwechseln mit Traditionalismus - dem Festhalten an jeweils überkommenen und übernommenen, den Vorstellungen einer bestimmten Zeit entsprechenden Formen. Da gilt es sehr sauber zu unterscheiden.

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Ich zitiere mich mal selbst: Man sollte Tradition - die Überlieferung der Kirche, von der Urkirche bis heute - nicht verwechseln mit Traditionalismus - dem Festhalten an jeweils überkommenen und übernommenen, den Vorstellungen einer bestimmten Zeit entsprechenden Formen. Da gilt es sehr sauber zu unterscheiden.

Und wie will man dazwischen unterscheiden? Für mich sieht das (in diesem Fall) gleich aus.

 

Traditon ist, wenn man etwas macht, wie es immer gemacht wurde, weil es sich bewährt hat. Man könnte es besser machen, wenn man etwas Besseres fände.

 

Traditionalismus ist, wenn man es so macht, weil es schon immer so gemacht wurde. Man kann es nicht besser machen, weil man damit die Tradition verlassen würde.

 

In diesem Sinne finde ich die Kirche traditionalistisch. Ab und zu ändert man zwar etwas an der Tradition - aber man beteuert im Wesentlichen, man habe nichts geändert. Sie ändert an den Traditionen, gibt es aber nicht zu, daher ist sie nach außen hin traditionalistisch. Sie ist es auch deswegen, weil ihre Tradition in den Details völlig willkürlich ist - das einzige, was sich bewährt, ist eben, dass man sich auf diese Tradition berufen kann, dass sie ein Gefühl von Sicherheit gibt, wo eigentlich Willkür herrscht. Ihre Tradition erschöpft sich in äußeren Riten.

 

Wenn die Bewährung aber mehr mit der Form zu tun hat als mit dem Inhalt, dann kann man mit Recht von Traditionalismus reden.

 

In der Eucharistie redet man von Realpräsenz und tut so, als ob dies himmelweit vom symbolisch-evangelischen Verständnis wäre. Aber es ist weder äußerlich unterscheidbar, noch innerlich, es ist bloße Interpretation, d. h. ein von außen herangetragenes Verständnis. Ach, was ist man stolz darauf, die Bibel nicht mehr als Beschreibung der Realität zu sehen, sondern sie symbolisch zu interpretieren. Auf die Idee, dass dies auch für die Tradition gelten könnte, ist man in den Kreisen der Hierarchie noch nicht gekommen - so scheint es. Die Laien haben dafür in der Regel genausoviel Verständnis wie ich auch - nämlich gar kein Verständnis. Wer das nicht glaubt, der befrage mal ein paar Laien oder versucht, ihnen den Unterschied zu erklären. Nicht viele Katholiken werden begreifen, dass es da einen wichtigen Unterschied gibt. Es ist nämlich bloß Traditionalismus. Den Unterschied zwischen dem Symbolischen und dem Realen würde nä,lich niemand bemerken können, wenn es ihn denn gäbe.

 

Diese Lehre müsste man ziehen: Wenn es für uns keinen Unterschied macht, dann ist es auch sinnfrei, einen hineininterpretieren zu wollen. Diese Interpretation ist nicht mehr als - schmückendes Beiwerk.

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Und wie will man dazwischen unterscheiden? Für mich sieht das (in diesem Fall) gleich aus.

Nicht für den Gläubigen :blink:

 

Für mich sind die einzelnen Teile der mündlichen Tradition unterschiedlich gewichtet.

 

Das von Dir herangezogene Beispiel Eucharistie ist mMn in diesem Falle unbrauchbar, weil die Leugnung des eucharistischen Geheimnisses denjenigen automatisch vom röm.-katholischen Glauben ausschließt - das wäre dann auch der Punkt, wo ich sagen würde: wechseln ist angesagt.

 

Alles was mit den Sakramenten zu tun hat ist nach meinem Verständnis in der Tat unverfügbar - es ist auch nicht Teil der Tradition die ich meine.

 

ABER und das ist die Frage, die mir hier immer noch nicht beantwortet wurde: hat die Ablehnung lehramtlicher Aussagen dieselbe Konsequenz, wie die Leugnung der Sakramente?

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Was ich übrigens noch gefunden habe, was mich ziemlich irritiert hat (ja es ist immer gut Bücher von ganz vorne zu lesen ...):

 

24 Wegen seiner Zielsetzung kann dieser Katechismus nicht selbst jene Anpassungen in der Darlegung und den katechetischen Methoden Vornehmen, welche die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen der Adressaten erfordern. Diese unerläßlichen Anpassungen sind Aufgabe entsprechender Katechismen, und vor allem der für den Unterricht der Gläubigen Verantwortlichen:

 

,,Wer das Amt des Lehrens ausübt, soll , allen alles werden‘ (1 Kor 9,22), um alle für Christus zu gewinnen ... er soll nicht glauben, daß die seiner Sorge anvertrauten Menschen alle von der gleichen Art sind, so daß er sie alle in der gleichen Art nach einem festgelegten und sicheren Schema unterweisen und zu wahrer Frömmigkeit heranbilden könnte. Vielmehr sind die einen ,wie neugeborene Kinder‘ (1 Petr 2,2); andere beginnen in Christus zu wachsen; manche dagegen sind schon gereiften Alters ... Die zu diesem Amt Berufenen müssen verstehen, daß es notwendig ist, bei der Weitergabe der Glaubensmysterien und der Gebote des Lebens die Lehre der Denkart und Auffassungskraft der Zuhörer anzupassen" (Catech. R., Vorwort 11).

 

Vor allem - die Liebe

 

25 Zum Schluß dieser Einführung ist an den pastoralen Grundsatz zu erinnern, den der Römische Katechismus so ausdrückt:

 

,,Die ganze Belehrung und Unterweisung muß auf die Liebe ausgerichtet sein, die kein Ende hat. Mag man also etwas vorlegen, was zu glauben, zu erhoffen oder zu tun ist immer ist dabei vor allem die Liebe zu unserem Herrn zu empfehlen, damit jeder einsieht, daß alle Werke vollkommener christlicher Tugend einzig und allein in der Liebe entspringen und auf kein anderes Ziel gerichtet werden können als auf die Liebe" (Vorwort 10).

Quelle
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Ich zitiere mich mal selbst: Man sollte Tradition - die Überlieferung der Kirche, von der Urkirche bis heute - nicht verwechseln mit Traditionalismus - dem Festhalten an jeweils überkommenen und übernommenen, den Vorstellungen einer bestimmten Zeit entsprechenden Formen. Da gilt es sehr sauber zu unterscheiden.

Und wie will man dazwischen unterscheiden? Für mich sieht das (in diesem Fall) gleich aus. Traditon ist, wenn man etwas macht, wie es immer gemacht wurde, weil es sich bewährt hat. Man könnte es besser machen, wenn man etwas Besseres fände.

Das gilt nur, wenn man nicht zwischen Form und Inhalt unterscheiden kann (oder will). Tradition heißt hier nicht, etwas machen, wie es immer gemacht wurde, sondern bezeichnet die Überlieferung, Übermittlung, Weitergabe des Glaubens von der Urkirche bis heute. Hier geht es um ewige Glaubenswahrheiten, nicht um ihre zeitgebundenen Ausdrucksformen. Traditionalismus ist eine Verwechslung von Form und Inhalt.

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Ich zitiere mich mal selbst: Man sollte Tradition - die Überlieferung der Kirche, von der Urkirche bis heute - nicht verwechseln mit Traditionalismus - dem Festhalten an jeweils überkommenen und übernommenen, den Vorstellungen einer bestimmten Zeit entsprechenden Formen. Da gilt es sehr sauber zu unterscheiden.

Und wie will man dazwischen unterscheiden? Für mich sieht das (in diesem Fall) gleich aus. Traditon ist, wenn man etwas macht, wie es immer gemacht wurde, weil es sich bewährt hat. Man könnte es besser machen, wenn man etwas Besseres fände.

Das gilt nur, wenn man nicht zwischen Form und Inhalt unterscheiden kann (oder will). Tradition heißt hier nicht, etwas machen, wie es immer gemacht wurde, sondern bezeichnet die Überlieferung, Übermittlung, Weitergabe des Glaubens von der Urkirche bis heute. Hier geht es um ewige Glaubenswahrheiten, nicht um ihre zeitgebundenen Ausdrucksformen. Traditionalismus ist eine Verwechslung von Form und Inhalt.

Wikipedia hilft weiter:

 

Tradition meint in der Regel die Überlieferung des Wissens, der Fähigkeiten sowie der Sitten und Gebräuche einer Kultur oder einer Gruppe.

 

Traditionalismus bezeichnet im weiteren Sinne eine Haltung, die bewusst und erklärtermaßen an Tradition festhält. Traditionalismus gilt deshalb als eine konservative Grundhaltung.

 

Tradition und Traditionalismus sind demnach nicht einfach ein unreflektiertes "etwas machen, wie es immer gemacht wurde", sondern durchaus ein durchdachter Vorgang.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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dr-esperanto

Die meisten Traditionellen sind wohl so, weil es ihnen von ihrer Befindlichkeit bzw. ihrem Charakter her so besser gefällt. Auch ästhetische Gesichtspunkte spielen eine Rolle.

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Hallo Martin,

 

was mich an diesem Vorwort irritiert hat waren zwei Sachen:

 

24 Wegen seiner Zielsetzung kann dieser Katechismus nicht selbst jene Anpassungen in der Darlegung und den katechetischen Methoden Vornehmen, welche die Unterschiede in den Kulturen, Lebensphasen, im geistlichen Leben, in den gesellschaftlichen und kirchlichen Situationen der Adressaten erfordern Diese unerläßlichen Anpassungen sind Aufgabe entsprechender Katechismen, und vor allem der für den Unterricht der Gläubigen Verantwortlichen
Mir sagt das, daß ein irischer Katechismus andere Schwerpunkte setzen kann als der deutsche KEK und der wieder andere als der indische.

 

Für mich klingt das sehr nach Beliebigkeit, auch wenn die Kulturkatechismen doch eigentlich römische Lehre vermitteln sollen.

 

Zumal der deutsche KEK seiner Aufgabe nicht gerecht wird - ich finde ihn eher hinderlich wenn es darum geht anderen unseren Glauben zu erklären.

 

Jemand, der z.B. versucht das Gebot "du sollst nicht beim Manne liegen" (das so kein Teil des Dekaloges ist - soweit ich weiß) meiner "Denkart und Auffassungskraft anzupassen" wird ein Problem haben.

 

,,Die ganze Belehrung und Unterweisung muß auf die Liebe ausgerichtet sein, die kein Ende hat. Mag man also etwas vorlegen, was zu glauben, zu erhoffen oder zu tun ist immer ist dabei vor allem die Liebe zu unserem Herrn zu empfehlen, damit jeder einsieht, daß alle Werke vollkommener christlicher Tugend einzig und allein in der Liebe entspringen und auf kein anderes Ziel gerichtet werden können als auf die Liebe"
Damit ist doch eigentlich alles gesagt - vor allem aber auch hintenrum, daß Verhalten gegen dieses Werk nicht christlicher Tugend entspricht und schon mal gar nicht aus Liebe geschehen kann.
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Aber um bei der Textkritik zu bleiben (und nachdem der Thread in den es eigentlich gehört bereits geschlossen wurde):

 

Allerdings haben die urchristlichen Verkündiger auch sittliche Vorstellungen und Ausdrucksformen aus der Gesellschaft aufgenommen, wenn sie mit der Botschaft Jesu vereinbar waren. Manches davon ist durch zeitgeschichtliche Wertungen bedingt, die keine absolute Gültigkeit beanspruchen können. Die soziale Stellung der Frauen, der Kinder, der Sklaven, die Gestaltung des Ehe- und Familienlebens setzen die damaligen gesellschaftlichen Strukturen voraus, eine noch patriarchalische Ordnung, die heute mit Recht, in Übereinstimmung mit der Botschaft Jesu, überholt ist.

 

Nennt mich Nervensäge, aber wenn dieser schlaue Satz in einem Standardwerk schon verankert ist wäre es nicht auch angebracht ihn auch mal anzuwenden?

Edited by Flo77
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Nennt mich Nervensäge, aber wenn dieser schlaue Satz in einem Standardwerk schon verankert ist wäre es nicht auch angebracht ihn auch mal anzuwenden?

*unterschreib*

 

Und: Der Satz zeigt doch auch, dass sich erst die Verhältnisse ändern und dann die Lehre!

 

Ciao - Inge

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Nennt mich Nervensäge, aber wenn dieser schlaue Satz in einem Standardwerk schon verankert ist wäre es nicht auch angebracht ihn auch mal anzuwenden?

*unterschreib*

 

Und: Der Satz zeigt doch auch, dass sich erst die Verhältnisse ändern und dann die Lehre!

 

Ciao - Inge

Also zum einen bin ja schon der Meinung, die Verhältnisse haben sich gegenüber 1914 schon gewaltig geändert.

 

Und zusätzlich möchte ich noch eines anmerken:

 

Die Schwierigkeiten in der Auslegung und Anwendung der sittlichen Forderungen Jesu haben sich seitdem vielfach vermehrt und erweitert. Sie verlangen eine ständige Besinnung und immer neue Antworten. Um in der heutigen komplexen Lebenswelt sittliche Orientierungen zu finden, muß die vom Glauben geleitete Vernunft das jeweilig Geforderte und der Intention Jesu Entsprechende zu erkunden und zu bestimmen versuchen. Dazu ist die ganze Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden aufgerufen.
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