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Lieber reich und glücklich...


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Hier die bisherigen Beiträge:

 

Martin:

 

Das Geheimnis

 

Ich machte mich auf die Suche nach der Quelle des Glücks: Ich stelle mir einen glücklichen Menschen vor, der arm ist und schaue mir sein Leben genau an. Ich unterhalte mich mit ihm und versuche zu ergründen, was diesen Menschen glücklich macht ...

Ich denke an einen fröhlichen Menschen mit schwacher Gesundheit ... mit körperlichen Schmerzen ... und komme auch mit ihm ins Gespräch, um herauszufinden, was ihn glücklich macht ...

Ich mache es ebenso mit einem glücklichen Menschen, der sein Ansehen verloren hat ...

 

Ich gehe in ein Gefängnis ... und bin erstaunt, sogar hier einen glücklichen Menschen zu finden ... Ich frage ihn, wie er dazu kommt ...

Dann beobachte ich unglückliche Leute, die frei sind und wohlhabend ... einflußreich ... angesehen ...

Ich spreche mit ihnen - und höre mir bei der Unterhaltung ihre Klagen aufmerksam an ...

 

Gestern hatte ich Gelegenheit, mich zu freuen, und habe es nicht einmal bemerkt. Jetzt erst sehe ich sie ...

Es ist unvorstellbar, daß jemand dankbar und unglücklich sein könnte. Ich danke dem Herrn für alles, was gestern geschehen ist ... und achte darauf, welche Wirkung das auf mich hat.

Und in den Dingen, die ich unangenehm oder lästig nenne, suche ich das Gute, das ich durch sie bekomme ... die Samenkörner, die Wachstum in sich bergen ... und finde Grund, auch für sie dankbar zu sein ...

Endlich sehe ich mich selber von Stunde zu Stunde durch den heutigen Tag gehen in Dank- und Glück ...

 

 

Anthony de Mello

 

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Ute:

 

Lieber reich und glücklich als arm und unglücklich!

 

Nee, also, das ist sowas von einseitig, Martin!

 

Ich kenne arme unglückliche Menschen und auch wohlhabende (reich ist

Definitionssache) glückliche.

 

Wenn de Mello nur die anderen sucht, dann findet er auch nur die.

 

Und?

 

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Olli

 

Liebe ute,

 

"Es ist unvorstellbar, daß jemand dankbar und unglücklich sein könnte. Ich danke dem Herrn für alles, was gestern geschehen ist ... und achte darauf, welche Wirkung das auf mich hat. " (ich zitiere hier mal de Mello)

 

Ich denke, viel vom Glück liegt darin, ob man dankbar für das ist, was man hat oder erlebt hat...

 

viele liebe Grüße

 

Olli

 

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Ute:

 

Lieber Olli,

 

ich sehe den Zusammenhang mit dem, was ich schrieb, nicht.

 

Ich bezog mich auf die Mellosche Kombination von arm+glücklich gegen reich+unglücklich.

 

Mit Dankbarkeit hat das nichts zu tun. Das setzt ja auch eine Person voraus, der man dankbar sein könnte.

 

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Steffen:

 

Wichtig ist auch, daß man Dankbarkeit nicht einfach als Reaktion auf eine Wirklichkeit versteht, sondern als selbst wirklichkeitsschaffende Grundhaltung. So muß man auch dankbar sein, wo man normalerweise schwer dankbar sein kann, und man sieht, daß eben diese Dankbarkeit dazu führt, die Situation, in der die Dankbarkeit normalerweise schwer fällt, wirklich positiv zu erleben. Dankbarkeit gestaltet so Wirklichkeit und reflektiert sie nicht bloß.

 

Steffen

 

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Martin:

 

Zitat von Ute am 22:04 - 1.Mai.2001

Lieber reich und glücklich als arm und unglücklich!

 

Nee, also, das ist sowas von einseitig, Martin!

 

Ich kenne arme unglückliche Menschen und auch wohlhabende (reich ist Definitionssache) glückliche.

 

Wenn de Mello nur die anderen sucht, dann findet er auch nur die.

 

Und?

 

::

Liebe Ute,

 

so ist es nicht gemeint. De Mello stellt fest, daß es glückliche Meschen dort zu finden gibt, wo man sie nicht vermuten würde und unglückliche dort, wo sie dem gängenigen Bild nach nicht sein sollten. Aus dem, was die unerwartet glücklichen und die unerwartet unglücklichen sagen zieht er seine Konklusion. Die Einstellung zum Leben erscheinen wichtiger als die Lebensumstände - Dankbarkeit für das was ist erscheint ein nicht unerheblicher Aspekt zu sein.

 

Nicht mehr und auch nciht weniger sagt De Mello.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Danke, Explorer, für die Auskoppelung. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil wir ja mal ausgemacht hatten, in diesem und dem Lyrik-Thread nicht zu diskutieren. Allerdings hatte ich meine Anmerkung schon abgeschickt, als ich merkte, in welchem Thread ich mich befand.

 

Lieber Martin,

 

ich habe den Text noch einmal sorgfältig nachgelesen und muss dir Recht geben. de Mello sieht tatsächlich den engen Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und Glück. Trotzdem muss ich ihm Einseitigkeit vorwerfen, denn zumindest dieser Textausschnitt zeigt ein Klischee (arm, aber glücklich, reich, aber unglücklich). Ich habe nichts gefunden, was darauf hindeutet, dass es sich um Ausnahmen handele.

 

Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass es keinen inneren Zusammenhang zwischen Grad der Wohlhabenheit und Glück gibt.

 

Glück ist in erster Linie eine Sache der inneren Einstellung, nicht der äußeren Umstände, so weit schließe ich mich de Mello an. Mit dem Begriff "Dankbarkeit" habe ich einige Schwierigkeiten wegen eines passenden Objektes, auf die eine solche sich richtet.

 

Liebe Grüße

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"Dankbarkeit"

 

lässt mich immer an ältere, etwas aufgetakelte Damen denken, denen ein leises, leicht fiepsiges

 

"Dass ich das noch erleben darf...."

 

über die Lippen kommt.

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Dankbarkeit erinnert mich jetzt ganz spontan an mein Gefühl, als am Dienstag Bayern gewonnen hat!

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