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Ist es liberal, nicht an Wunder zu glauben?


Katharina
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G.K. Chesterton schreibt in seinem Werk "Orthodoxie" :

 

"Als erstes das Beispiel, das sich besonders aufdrängt: die Wunder. Aus irgendeinem erstaunlichen Grund hält sich die fixe Idee, es sei liberaler, nicht an Wunder zu glauben. Warum, kann ich mir nicht vorstellen, es kann mir auch niemand sagen.

Aus irgendeinem unfaßbaren Grund versteht man unter dem "liberalen" Geistlichen immer denjenigen, der die Zahl der Wunder wenigstens zu verkleinern sucht; nie meint man damit denjenigen, der diese Zahl vergrößern möchte. Immer ist es jemand, der sich die Freiheit nimmt, nicht zu glauben, daß Christus Seinem Grab entstiegen ist; nie ist es einer, der sich die Freiheit nimmt zu glauben, daß seine Tante ihrem Grab entstiegen ist. Nicht selten entsteht Unruhe in einer Gemeinde, weil der Pfarrer nicht einräumen mag, daß Petrus auf dem Wasser wandelte; doch wie selten ensteht Unruhe, weil der Geistliche sagt, sein Vater sei auf dem Serpentine gewandelt? Und das nicht etwa, weil (wie der wendige Antiklerikale sofort entgegnen würde) man Wunder nicht aus Erfahrung glauben kann. Nicht etwa, weil keine Wunder geschehen, wie Matthew Arnold das Dogma treuherzig nachbetet.

 

Dem Vernehmen nach geschieht in der heutigen Zeit mehr Übernatürliches, als man noch vor achtzig Jahren für möglich gehalten hätte. Wissenschaftler glauben leichter als früher an solche Wunderdinge: In der modernen Psychologie werden pausenlos die erstaunlichsten, ja schrecklichsten Wundertaten enthüllt, die Seele und Geist vollbracht haben sollen.

Geschehnisse, die zumindest die alte Wissenschaft unverblümt als bloße Mirakel verworfen hätte, werden von der neuen Wissenschaft stündlich als neue Tatsache behauptet.

 

Die einzige Lehre, die noch heute so altmodisch ist, daß sie Wunder verwirft, ist die Neue Theologie.

Aber der Vorsatz, sich die "Freiheit" zur Ablehnung von Wundern zu nehmen, hat eigentlich nichts mit einer Beweisführung für oder gegen sie zu tun. Er ist ein lebloses, phrasenhaftes Vorurteil, das ursprünglich nicht aus der Freiheit des Denkens, sondern aus dem Dogma des Materialismus lebte.

 

Der Mensch des 19.Jahrhunderts zweifelte an der Auferstehung nicht etwa deshalb, weil sein liberales Christentum ihm diesen Zweifel gestattete.

Er tat es, weil sein übertrieben strenger Materialismus ihm nicht gestattete, daran zu glauben.

 

Tennyson hat, als typischer Vertreter des 19.Jahrhunderts, eine der spontanen Wahrheiten seiner Zeitgenosssen ausgesprochen, als er sagte, in ihrem redlichen Zweifel stecke ein fester Glaube. So ist es.

Dieser Satz enthält eine abgrundtiefe, ja grauenvolle Wahrheit. In ihrem Zweifel an göttlichen Wundern steckte der Glaube an ein unverrückbares und gottloses Schicksal; der echte und aufrichtige Glaube an den unveränderlichen Gang des Kosmos. Die Zweifel des Agnostikers waren nichts anderes als die Dogmen des Monisten.

 

Von der empirischen Nachweisbarkeit des Übernatürlichen will ich weiter unten handeln. Hier geht es nur um den einen, klar umrissenen Punkt: Da sich die liberale Freiheitsidee in der Debatte über Wunder auf beiden Seiten finden läßt, ist sie offenkundig auf Seiten der Wunder. Reform oder Fortschritt, im einzig zulässigen Sinn, heißt nichts anderes als die allmähliche Beherrschung der Materie durch den Geist. Ein Wunder ist nichts anderes als die plötzliche Beherrschung der Materie durch den Geist.

...

 

Die katholische Kirche war überzeugt, daß Mensch und Gott ihre je besondere geistige Freiheit besitzen.

Der Calvinismus hat dem Menschen die Freiheit genommen, sie Gott aber gelassen.

Der wissenschaftliche Materialismus bindet selbst dem Schöpfer die Hände; er legt Gott in Fesseln, wie die Apokalypse den Teufel in Fesseln legte. Im ganzen Universum läßt er nichts Freies übrig. Und diejenigen, die diesen Prozeß noch befördern, nennt man die "liberalen Theologen".

Dieses Beispiel ist, wie schon gesagt, noch das harmloseste und augenfälligste. Die Behauptung, Zweifel an Wundern hätten etwas mit Liberalität oder Reform zu tun, widerstreitet (im Wortsinn) der Wahrheit.

Kann einer nicht an Wunder glauben, so hat sich die Sache schnell erledigt; er ist zwar nicht besonders liberal gesonnen, aber ein höchst ehrenwerter und konsequenter Mensch, was doch weitaus besser ist.

Kann einer jedoch an Wunder glauben, so ist er von beiden der Liberalere; denn Wunder bedeuten nicht bloß innere Freiheit, sondern auch die Herrschaft des Innern über die Tyrannei der äußeren Bdeingungen...."

 

Katharina

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Was ist eigentlich ein Wunder?

 

Ist das ein bisher noch unbekanntes Naturgesetz, das uns bisher schlichtweg noch nicht bekannt ist?

Ist es ein Phänomen entlang einer neuen, geistigen Wissenschaft?

Wo ist die Grenze zur Magie und zur Zauberei?

 

Oder ist es eine bequeme Methode, sich an der Wirklichkeit herumzumogeln?

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>> Ist es liberal, nicht an Wunder zu glauben? <<

 

Dieser selten dummen Frage möchte ich eine weitere zugesellen:

 

Ist es liberal, nicht in die Hose zu machen?

 

Es ist geradezu auffallend, daß die zum Katholizismus Konvertierten besonders anfällig für geistige Aussetzer sind.

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hallo,  

 

liberal ist alles, was keinen echten glauben hat, der dieser hat ein fundament und das ist jesus christus.

und was die wunder angeht, die gibt und gab es zu allen zeiten. man muss schon blind sein , um sie nicht zur kenntnis zu nehmen.  es gab wunderheilungen beim pfarrer von ars, bei pater pio, der ja selber ein wunder war als 50 jahre stigmatierter und vieles mehr. in italien gibts noch eine lehrerin, die , obwohl sie keine pupillen hat , doch sieht. sie wurde sehend durch eine gebet des pater pio.  genug ärzte haben das bezeugt.

liberale lehnen alles übernatürliche ab, weil sich in ihrem eigenen leben da nichts abspielt.  das grösste wunder ist , wenn eine mensch durch gott sein leben ändert und die gnade der umkehr erfährt. wer  die nicht hat, der kann auch mit andern wundern nichts anfangen, weil er selber keine lebensänderung erfahren hat durch jesus christus, folglich existieren sie für ihn nicht und er sucht andere erklärungen.  dass der mensch, seinen inneren schweindehund nicht bekämpfen will und im sumpfe weiter leben will, ist der eigentliche grund für die ablehnung alles göttlichen. das war schon bei den pharisäern so und die haben schon immer viel nachwuchs gehabt bis zur heutigen zeit. da sitzen sie eben auf den gutbezahlten lehrstühlen grossteils und finden geneug dumme, die ihre schriften nachbeten. ein echter christ aber erfährt die wahrheiten der bibel in sich selber, da braucht er gar nicht mehr an vorgaben der kirche oder von sonst jemand glauben, der glaube ist ihm eine INNERE  erfahrung und wirklichkeit geworden und die deckt sich weitgehend aber mit den aussagen der kirche.  wer diese erfahrung aber nicht hat, der bleibt blind und ein  blindenleiter für alle zeit. hier im forum treten ja genug solche blinden blindenleiter auf, von denen es heisst, dass sie selber mit andern in die grube fallen. hoffentlichkeit merken sie das eines tages noch rechtzeitig, bevor sie der ewigkeit entgehen gehen und dem gericht gottes.

gruss werner

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>Ist es liberal, nicht in die Hose zu machen?<(Cano)

 

So dumm finde ich die Frage gar nicht. Stell Dir doch mal vor, alles sabbernde und einnässende Männer, die von ihren Frauen "herumgeführt" werden. Da würden Wunder geschehen.

 

sexuelle Gewaltdelikte an Frauen und Kindern 0%

 

heute noch ein Kriegsschauplatz, morgen schon ein Obstgarten?

 

die Krieger Gottes in Windeln gepackt(Rassell statt AK47)

 

eine völlig neue Kultur(ein Evolutionssprung)

 

was fällt euch noch ein?

 

Nichts ist erotischer als Erfolg, spricht das Tier.

 

Torsten(der alles für seinen Gott tun würde, wenn er nur die Freiheit dazu hätte)

 

liebe Gott mit all deinen Kräften und deine nächste wie dich selbst

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Zitat von Cano am 10:30 - 16.April.2001

>> Ist es liberal, nicht an Wunder zu glauben? <<

 

Dieser selten dummen Frage möchte ich eine weitere zugesellen:

 

Ist es liberal, nicht in die Hose zu machen?

 

Es ist geradezu auffallend, daß die zum Katholizismus Konvertierten besonders anfällig für geistige Aussetzer sind.


 

Na, lieber Cano, da sind die Niveau-Schwalben aber wieder tief geflogen!

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>da sind die Niveau-Schwalben aber wieder tief geflogen!<

 

Was ist Niveau?

 

Sich in einem gewissen Rahmen zu streiten, oder ... ?

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Also, ich habe bewußtermaßen nichts zu Katharinas Thread geschrieben, weil es mir etwas zu mühselig wäre, die ganzen Mißverständnisse zum Thema Liberalität auszuräumen. Aber Deine Frage ist wohl wirklich unter aller Kritik.

 

>Es ist geradezu auffallend, daß die zum Katholizismus Konvertierten besonders anfällig für geistige Aussetzer sind.<

 

Also: Ich bin Liberaler, seit ich denken kann (übrigens auch in parteipolitischer Hinsicht). Ich bin in einer atheistischen Familie aufgewachsen und erst seit meinem 28. Lebensjahr katholisch getauft.

 

Ein bißchen weniger Verallgemeinerung wäre schon nett.

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