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1 kor 13,7


lonesome

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Wie ernst soll man diese Stelle in der Realität seiner gelebten Biographie nehmen?

1. Kor 13,7

Sie (die Liebe) erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

 

Also mir es das ein Leitsatz, dem ich zustimmen kann was das Ertragen, Hoffen und Standhalten angeht - was das glauben angeht bin ich mir doch noch uneins.

Edited by Flo77
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Einsteinchen

Alles erträgt sie, alles glaubt sie, alles hofft sie, alles duldet sie.

Das ist ein schöner und tiefgründiger Vers. Er wird erst da verständlich, wenn man ein Monster liebt, und für dieses Monster alles tut.

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Wie ernst soll man diese Stelle in der Realität seiner gelebten Biographie nehmen?

1. Kor 13,7

Sie (die Liebe) erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

 

Also mir es das ein Leitsatz, dem ich zustimmen kann was das Ertragen, Hoffen und Standhalten angeht - was das glauben angeht bin ich mir doch noch uneins.

Danke für die Antwort.

 

Aber: Dass etwas ein Leitsatz ist, ist ja das eine. Nur wie weit soll man in der Praxis dann gehen? Bis zum eigenen Tod ("Aufopferung"), was ja auch ein Tod auf Raten oder ein seelisches Dahinsiechen sein kann?!

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Justin Cognito

Im Deutschen ist Liebe ein sehr schlillernder Begriff. Im Griechischen steht Agape. Agape ist die positive Einstellung dem/der Nächsten gegenüber. Das Anerkennen dessen, dass er/sie Mensch ist wie ich selbst. Am ehesten lässt sie sich wohl mit Nächstenliebe übersetzen. Sie betrifft mein Verhältnis zu den Menschen im allgemeinen ...

 

Wir verstehen Liebe oft als emotinale Verbundenheit mit einer bestimmten Person. "Ich liebe dich, du bist für mich etwas, was andere nicht für mich sind." Die Griechen haben hier wohl Philia (Freundschaft) gesagt. Diese Form der Liebe ist notwendig exklusiv.

 

Nicht so die Agape - sie gilt allen Menschen gleich. Sagt dort ja, wo die Philia um ihrer selbst willen Nein sagen muss. Deswegen halte ich die Agape auch weniger für ein Gefühl einer bestimmten Person gegenüber als viel mehr für eine Einstellung gegenüber den Mitmenschen ..... die sich wie in 1 Kor. 13 beschreiben lässt ...

 

PS:

 

Das dritte griechische Wort, dass im Deutschen mit Liebe übersetzt werden kann ist Eros, die Sehnsucht nach dem Ganzwerden der getrennten Teile.

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lumieredeux

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf; sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf.

 

1 Korinther 13,4-8a

 

 

Und manchmal wird die Liebe überstrappaziert, so daß sie einem wirklich

leid tun kann, aber dann hilft nur noch Epheser 4:

 

 

Ertragt einander in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.

 

 

Epheser 4,2b-3

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was das glauben angeht bin ich mir doch noch uneins.

Süß! :blink:

Hömma Honey,

 

glaubt man der Liebe denn alles?

 

Darf man der Liebe überhaupt alles glauben?

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Er wird erst da verständlich, wenn man ein Monster liebt, und für dieses Monster alles tut.

:blink::D:lol:

:D

 

Bild´dir ja nicht zuviel darauf ein, du Monster, du! :P

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Wie ernst soll man diese Stelle in der Realität seiner gelebten Biographie nehmen?

Hallo Lonesome,

 

sehr "ernst" würde ich sagen :blink:.

 

Die Liebe "erträgt" alles, jeder Mensch gibt zu tragen, davon sind selbst Christen ja nicht ausgenommen. Wenn Du dich zum Beispiel über andere beschwerst, daß sie so "unerträglich" sind, dann bedenke, daß auch Du zu tragen gibst! Der Mensch in seiner Blindheit erträgt sich selbst nur allzuleicht. Wenn durch die Wiedergeburt die wahre Liebe Raum gewinnt, dann wird es anders. Dann trägt man an den eigenen Fehlern schwerer als an denen anderer. Die Liebe trägt alle Unliebenswürdigkeiten, Härten und Gebrechen. Die Last wird ihr nicht zu viel, sie schöpft immer wieder aus dem Urquell der Gottesliebe. Es ist damit nicht gesagt, daß die Liebe zu allem schweigt. Sie mahnt und weist zurecht, aber sie wird nicht verdrossen und wirft den andern nicht weg wie eine unerträgliche Last.

 

Sie glaubt alles. Sie hegt ein unbegrenztes Vertrauen, wenn sie gleich oft getäuscht und enttäuscht wird. Der kalte und selbstsüchtige Mensch bezeichnet sie darum als Dummheit und Naivität. Die Liebe wird vielleicht 90mal unter 100 Fällen mißbraucht und betrogen. Jedoch mitunter darf sie es erleben, daß ihr Vertrauen zum Ziel führt. Denn wenn irgend etwas einen Menschen heben und fördern kann, ist es das Vertrauen, das man in ihn setzt. Mißtrauen drückt ihn herunter und macht ihn erst recht trotzig: "Ich soll schlecht sein, nun, so will ich es auch sein!" Gottes unendliche Liebe kommt den Menschen immer wieder mit Vertrauen entgegen, trotz so vieler übler Erfahrungen von Undank und Verschmähung seiner Liebe. Der Apostel hat es dem Herrn Jesus nie vergessen, daß er ihn als treu und zuverlässig geachtet hat und ihn darum zu seinem Dienst berief, ihn, der zuvor ein Lästerer war (1. Tim. 1, 12). Er hat aber auch das Vertrauen, das Jesus in ihn setzte, glänzend gerechtfertigt.

 

Die Liebe hofft, wo scheinbar nichts zu hoffen ist, und hat so manchmal die hohe Freude, daß sie mit ihrer Hoffnung nicht zuschanden geworden ist.

 

Sie erduldet alles. Die Liebe unterzieht sich willig allen Plagen, die der Dienst an andern mit sich bringt. Der selbstsüchtige Mensch sieht es als als Dummheit an, sich ohne Not, um anderer willen, Mühen und Beschwerden aufzuerlegen.

 

 

"Liebe gebiert Leiden", hat jemand gesagt, und "durch Leiden wird die Liebe erprobt und gereinigt".

 

Die Liebe ist langmütig: damit begann der Apostel das Hohelied der Liebe. Sie erduldet alles. Damit kehrt der Schluß zum Anfang zurück. Bei Jesus finden wir alle in diesem Bild der Liebe angeführten Züge vollkommen ausgeprägt.

 

 

Daß ihr euch als Christen untereinander lieben sollt, brauchen wir euch nicht mehr zu sagen. Ihr wißt es, denn Gott selbst hat euch gezeigt, wie ihr einander lieben sollt. 10 Ihr beweist diese Liebe ja auch an euern Brüdern in ganz Mazedonien. Trotzdem, gebt euch damit nicht zufrieden; denn eure Liebe kann nie groß genug sein. (1. Thessalonicher 4,9&10) HfA.

 

 

gby

 

Bernd

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dr-esperanto

Also ist die Liebe Schwerstarbeit, harte Selbstdisziplin und Opfermut, nur darf man nicht verbittert dabei werden!

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Sie erduldet alles. Die Liebe unterzieht sich willig allen Plagen, die der Dienst an andern mit sich bringt.

Auch bis hin zur Selbstaufgabe?

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Volker_Biallass

Hallo lonesome :blink:

Sie erduldet alles. Die Liebe unterzieht sich willig allen Plagen, die der Dienst an andern mit sich bringt.

Auch bis hin zur Selbstaufgabe?

 

Wieso 'bis'? An dem Punkt beginnt sie erst sich aus der simplen Begehrlichkeit heraus zu schälen.

 

bcnu Volker

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Hallo lonesome :blink:
Sie erduldet alles. Die Liebe unterzieht sich willig allen Plagen, die der Dienst an andern mit sich bringt.

Auch bis hin zur Selbstaufgabe?

 

Wieso 'bis'? An dem Punkt beginnt sie erst sich aus der simplen Begehrlichkeit heraus zu schälen.

 

bcnu Volker

Problem dabei: Selbstaufgabe = psychischer Selbstmord in kleinen Raten

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Volker_Biallass

Hallo lonesome :blink:

Problem dabei: Selbstaufgabe = psychischer Selbstmord in kleinen Raten

 

Klar, das könnte dabei auch rumkommen. Drum ist Liebe ja auch nix für Weicheier, Warmduscher, Schattenparker, und 'HalloHerrKaiser'er :ph34r:

 

bcnu Volker

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Sie erduldet alles. Die Liebe unterzieht sich willig allen Plagen, die der Dienst an andern mit sich bringt.

Auch bis hin zur Selbstaufgabe?

Hallo Lonesome,

 

vielleicht hilft der Vers 3 aus dem Hohelied eine Antwort darauf zu finden:

 

 

1. Korinther 13,3 (ELB): Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne , aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.

 

 

Selbstaufopferung oder auch Selbstaufgabe bis zum Wahnsinn kennen Heiden und Mohammedaner auch; ist das gleichbedeutend mit Heiligung? Selbstaufgabe, wie der Buddhismus sie lehrt, verträgt sich mit lieblosem Herzen sehr gut; ja es ist sogar nur eine besondere Form der Ichsucht.

 

Es gibt auch in der Christenheit solche Menschen, die nicht genug tun können in der Übernahme von Lasten und Elend. Es sind häufig Christen, die meinen, sie müssen jede Trübsal suchen um alle Tage in "Furcht und Zittern" zu bleiben. Aber Paulus warnt uns eindringlich davor: wir können "unseren Leib" hingeben - und dennoch bringt es uns nichts.

 

Wenn du jemals deiner Gemeinde oder einem Hilfswerk wegen einer Verpflichtung etwas gegeben hast oder auf gesellschaftlichen Druck, aus Gesetzlichkeit, wegen einer Schuld - vielleicht auch, weil du auf dich aufmerksam machen wolltest oder einfach, um Steuern zu sparen, dann weißt du, was es heißt, ohne Liebe wohltätig zu sein. In unserer Gesellschaft kann man dieser Art des Gebens leicht zum Opfer fallen, weil die Nöte sehr vielseitig sind und die Spendensammler jedes nur denkbare Motiv für sich nutzen möchten. Dazu kommt, dass viele Glaubensrichtungen und falsche Religionen zum Spenden oder zu Bußübungen ermuntern, weil man dadurch vermeintlich Gottes Wohlwollen erreicht. Aber Gott interessiert sich mehr dafür, warum wir geben, als was wir geben.

 

 

Wir können uns "selbst aufgeben" in unserem Dienst an dem Nächsten und dennoch das "eigentliche" verpassen.

 

Wenn wir nicht in der Liebe Jesu die "eine Quelle" haben, aus der wir täglich immer wieder neu schöpfen können, kann all das fremde Elend uns verzagt und müde machen.

 

gby

 

Bernd

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