Jump to content

Drogen - Eltern?


Moonshadow
 Share

Recommended Posts

Moonshadow

Hallo!

 

Ich habe heute mein Praktikum in der Kinderklinik auf der Säuglingsstation begonnen und gleich meinen ersten Patienten bekommen: ein kleines Mädchen, 3 Wochen alt. Die Mutter hat während der Schwangerschaft in hohen Dosen Heroin gespritzt, hat sich mit Hepatitis C und Syphilis infiziert, ihre Vorsorgetermine nur unzureichend wahrgenommen. Der Vater ist ein Freier der Mutter, seine Identität ist nicht bekannt.

Wenige Stunden nach der Geburt wurden bei meiner Patientin die ersten Entzugssymptome deutlich: Zittern, schrilles Schreien, Krämpfe, offensichtlich Schmerzen. Ich habe noch kein Baby gesehen, das derart jämmerlich geschrien hat, auch keins der anderen Babys windet sich so und beruhigt sich einigermaßen nach Morphiumgabe wieder. Die Kleine ist sehr unruhig, schläft kaum, trinkt schlecht. Sie braucht sehr viel Aufmerksamkeit, viel Zuwendung, Streicheleinheiten, macht viel Arbeit.

Die Mutter bekam die Auflage, täglich unter Aufsicht Urin abzugeben. Dies tat sie nur sporadisch, in 2 Urinproben wurden Opiate festgestellt.

Was sollte - Eurer Meinung nach - mit Kind und Mutter geschehen?

 

Liebe Grüße,

 

Moonshadow

Link to comment
Share on other sites

Hallo Moonshadow,

 

das ist schwierig, weißt Du dieses kleine Wesen kann sich ja nicht wehren und wenn die Mutter nach der Geburt auch nur wieder sporadisch der Aufforderung nachkommt, kann sie meiner Meinung nach momentan nicht für das Kind sorgen. Es gibt ja Pflegefamilien die sich um Kinder nur eine begrenzte Zeit kümmern. In dieser Zeit würde man /müßte man der Mutter die Möglichkeit geben eine Therapie zu machen und auch das Kind zu sehen. In Gesprächen sollte man herausfinden wie überhaupt die Mutter zu ihrer Zukunft und vor allem die des Kindes steht. Sie hat es ja ausgetragen also nehme ich mal an, wollte sie es auch. Als allererstes sollte man mit ihr versuchen zu sprechen.

 

Es gibt auch Heime (allerdings halte ich das für ein Säugling nicht angebracht) die z.B. auch Alkoholikerkindern ein Zuhause geben und den Eltern die Auflage eine Therapie zu machen und beide ermöglichen ein besseres Leben führen zu können.

 

LG Sina

Link to comment
Share on other sites

Liebe Moonshadow,

 

ich bin kein Experte, möchte aber ganz vorsichtig folgendes vorschlagen:

 

Oft schaffen es süchtige Frauen, durch eine Schwangerschaft, von den Drogen loszukommen. Das es diese Frau nicht schaffte, ist kein gutes Zeichen.

 

Deswegen bin ich der Meinung, im Interesse des Kindes, diese Frau vor die Wahl zu stellen. Entweder sie schliesst eine Entziehungskur erfolgreich ab und bleibt clean, oder das Kind wird ihr entzogen.

 

Man muß der Frau aber auch helfen, z.B. nach dem Drogenentzug eine Arbeit und eine Wohnung zu finden etc.

 

Grüße Harry

Link to comment
Share on other sites

In dem Krankenhaus, in dem du dein Praktikum machst, müsste es eine/n SozialarbeiterIn geben, er/sie ist zuständig und kann ermitteln und vermitteln. Die Trennung von Mutter und Kind ist das letzte Mittel im Interesse des Kindeswohls. Das Baby ist doch erstmal gut aufgehoben, oder? Ausser der Unterbringung in einer Fremdpflegestelle oder Verwandtenpflege, ist auch noch eine SPFH (Sozialpädagogische Familienhilfe) möglich, bei der Mutter und Kind zuhause unterstützt werden. Die Bedürfnisse des Kindes, sollten erfüllt werden, im Moment ist dem so, und für die Zukunft braucht es sicher Hilfe, wie alle Kinder.

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...