Jump to content

Warum benutzen A&A den Begriff "christlich" so oft


Lissie

Recommended Posts

Es ärgert mich immer wieder: Da wird von vielen A&A die christliche Religion in ihren Wurzeln, in ihrer Ethik, in ihrem Geschmack und was weiß ich noch alles, ziemlich deutlich abgelehnt und dann kommt in manchen gewissen Situationen, wenn Christen sich (in meinen Augen) ganz authentisch und echt "christlich" verhalten, der Vorwurf: "Christlich ist das jetzt aber nicht!" (Zuletzt Stefan hier, aber das ist nicht das erstemal).

 

 

Ist zwar jetzt nicht so besonders wichtig, dieses Thema, aber es wundert mich ca dreimal pro Jahr und ich dachte, jetzt ist es endlich mal Zeit, das anszusprechen. :blink:

Link to comment
Share on other sites

Es ärgert mich immer wieder: Da wird von vielen A&A die christliche Religion in ihren Wurzeln, in ihrer Ethik, in ihrem Geschmack und was weiß ich noch alles, ziemlich deutlich abgelehnt und dann kommt in manchen gewissen Situationen, wenn Christen sich (in meinen Augen) ganz authentisch und echt "christlich" verhalten, der Vorwurf: "Christlich ist das jetzt aber nicht!" (Zuletzt Stefan hier, aber das ist nicht das erstemal).

 

 

Ist zwar jetzt nicht so besonders wichtig, dieses Thema, aber es wundert mich ca dreimal pro Jahr und ich dachte, jetzt ist es endlich mal Zeit, das anszusprechen. :blink:

Und ich dachte, die Ironie wäre deutlich genug gewesen. :P

Link to comment
Share on other sites

Intuitiv in diesem Fall ja, dann war es halt ein schlechtes Beispiel, aber das Prinzip kommt immer wieder mal.

Das ist eigentlich eine gängige rhetorische Formel. Man packt sein Gegenüber an seinen eigenen Ansprüchen, obwohl man sie selber nicht teilt. So mokieren sich ja auch intolerante Menschen, wenn man ihnen die Toleranz verweigert.

Link to comment
Share on other sites

Guest Claudia

Also echt, mir rutscht das *Gott sei Dank* auch öfter raus als ich will...

 

Vielleicht isses einfach das sich-sprachlich-auf-den-Gesprächspartner einlassen...?

Link to comment
Share on other sites

Wie sagte doch die Stadtführerin (pardon Stadtbilderklärerin) anno 1973 in Moskau: wir glauben nicht mehr an Gott, Gott sei Dank. (Redewendung gelernt in der DDR, ich habe sie danach gefragt)

 

Also ich sage "Gott sei Dank" nur dann, wenn ich es wirklich so meine. Ein bisschen Kontrolle über die eigene Sprache sollte schon sein. Und wenn nicht, dann nicht das Umfeld verantwortlich machen.

 

Elisabeth

Edited by Elima
Link to comment
Share on other sites

Guest Claudia

Du sagst auch zu Gott *Vater*, weil er wie ein Vater ist? Und der Glaube ist ein *Geschenk*, weil man dafür nichts tun muß? Und Gott ist in allem liebend, was er tut?

 

Also weißte, ein wenig im Griff sollte man seinen Sprachgebrauch schon haben...:blink:

Link to comment
Share on other sites

<< ..und dann kommt in manchen gewissen Situationen, wenn Christen sich (in meinen Augen) ganz authentisch und echt "christlich" verhalten, der Vorwurf: "Christlich ist das jetzt aber nicht!" >>

 

d.h. daß "christlich" für viele doch immer noch ein sehr eindeutiger begriff ist. immer angestrebt, nie erreicht.

Link to comment
Share on other sites

Das ist eigentlich eine gängige rhetorische Formel. Man packt sein Gegenüber an seinen eigenen Ansprüchen, obwohl man sie selber nicht teilt. So mokieren sich ja auch intolerante Menschen, wenn man ihnen die Toleranz verweigert.

Genau so kann ich das auch unterschreiben.

 

Übrigens ist der Begriff "christlich" bei mir gar nicht negativ belegt. Nur das was manche Menschen daraus machen.

Link to comment
Share on other sites

<<Wie ist das mit *sozialistisch*?>>

 

das reich gottes auf erden.

- wohlfahrt für alle

- förderung der individualität

- geistige freiheit

 

und das alles schon auf dem weg dorthin

Link to comment
Share on other sites

Wie ist das mit *sozialistisch*?
....Nur das was manche Menschen daraus machen.

Aus "sozialistisch" kann man nichts machen. Netter und interessanter theoretischer Ansatz, aber praktisch nicht durchführbar.

Link to comment
Share on other sites

Weißte, Claudia, du behauptest in Form einer von mir als rhetorisch interpretierten Frage Dinge von mir, die du nicht weißt (und auch nicht wissen kannst) .

Außerdem wäre es immer noch ein Unterschied (o.k. für mich wenigstens), ob jemand Begriffe/Bilder auf Grund seiner Überzeugung verwendet oder bloß, weil er unüberlegt daherredet.

Ich reg mich beispielsweise auch auf, wenn jemand (heute noch) sagt, dass ich in die DDR fahre, bloß weil ich ein paar Tage in bei Freunden in Dresden plane.

 

Elisabeth

Edited by Elima
Link to comment
Share on other sites

Der kleine Unterschied ist das Wort, das Fleisch geworden ist (Joh 1,14).

Leider ist Fleisch nicht lange haltbar.

Link to comment
Share on other sites

Guest Claudia
Weißte, Claudia, du behauptest in Form einer von mir als rhetorisch interpretierten Frage Dinge von mir, die du nicht weißt (und auch nicht wissen kannst).

Stimmt, Elisabeth, ich kann mich nur auf Glaubensaussagen anderer beziehen bzw auf allgemeine Glaubenssätze, und wenn Du Aussagen bzw Termini wie *Gott-Vater* oder *Glaubensgeschenk* oder *Gott ist die Liebe* nicht selbst vertrittst, hab ich einfach ins Blaue reingeschossen.

Außerdem wäre es immer noch ein Unterschied (o.k. für mich wenigstens), ob jemand Begriffe/Bilder auf Grund seiner Überzeugung verwendet oder bloß, weil er unüberlegt daherredet.

Stimmt auch, es IST ein Unterschied.

Was mich immer leicht aufregt, ist, wenn derjenige die Begriffe ausgehend von ALLEIN seiner Erfahrung, seinem Leben benutzt und dabei den Rest der Welt völlig zu vergessen scheint... bspw. wenn er Gott als behütenden Vater erlebt hat, aber die anderen Menschen vergißt, bei denen Gott bei jeden Jugendamt schwere Probleme als Vater hätte... das find ich zu kurzsichtig und egozentrisch gesehen.

 

Was das *in die DDR fahren* betrifft... naja... ich reg mich auf der anderen Seite genauso auf, wenn mir ein 20jähriger erklärt, Chemnitz habe schon immer Chemnitz geheißen und nicht etwa *Karl-Marx-Stadt*...

Link to comment
Share on other sites

Hallo, Claudia,

 

Da sind wir uns also dann weitgehend einig.

Keiner ist selbst der Maßstab aller Dinge ob in oder außerhalb eines religiösen Bereiches und darf deswegen sich und seine Erfahrungen nicht verabsolutieren.

 

Elisabeth

Link to comment
Share on other sites

Das ist eigentlich eine gängige rhetorische Formel. Man packt sein Gegenüber an seinen eigenen Ansprüchen, obwohl man sie selber nicht teilt. So mokieren sich ja auch intolerante Menschen, wenn man ihnen die Toleranz verweigert.

Genau so kann ich das auch unterschreiben.

 

Übrigens ist der Begriff "christlich" bei mir gar nicht negativ belegt. Nur das was manche Menschen daraus machen.

Das ganze Christentum ist menschengemacht.

 

Aber diese Lesart verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht. Bei mir ist es genau umgekehrt: Ich sehe, daß manche Menschen aus dem Material, das die christliche Kultur bietet, etwas zu machen schaffen, das bei dem Material wirklich beachtenswert ist.

 

Aber die Einteilung christlich=tugendhaft und ethisch anspruchsvoll, unchristlich=inhuman und herzlos verstehe ich überhaupt nicht.

 

Was Gert z.B. in den GG passiert ist, erachte ich durchaus als typisch und ganz originär christlich.

Link to comment
Share on other sites

Der kleine Unterschied ist das Wort, das Fleisch geworden ist (Joh 1,14).

Leider ist Fleisch nicht lange haltbar.

Es wird ja täglich neu.

Link to comment
Share on other sites

Was das *in die DDR fahren* betrifft... naja... ich reg mich auf der anderen Seite genauso auf, wenn mir ein 20jähriger erklärt, Chemnitz habe schon immer Chemnitz geheißen und nicht etwa *Karl-Marx-Stadt*...

Chemnitz hieß ja auch schon immer Chemnitz. Karl-Marx-Stadt war ja nur eine vorübergehende Umbenennung, weil das auf einer sozialistischen Landkarte einfach besser aussieht.

Link to comment
Share on other sites

.....und für "meine" Dresdner hieß die Stadt längst wieder Chemnitz, ehe ein Großteil meiner westdeutschen Umgebung registriert hatte, dass die Bezeichnung Karl-Marx-Stadt passe war.

 

Elisabeth

Link to comment
Share on other sites

Es ärgert mich immer wieder: Da wird von vielen A&A die christliche Religion in ihren Wurzeln, in ihrer Ethik, in ihrem Geschmack und was weiß ich noch alles, ziemlich deutlich abgelehnt und dann kommt in manchen gewissen Situationen, wenn Christen sich (in meinen Augen) ganz authentisch und echt "christlich" verhalten, der Vorwurf: "Christlich ist das jetzt aber nicht!" (Zuletzt Stefan hier, aber das ist nicht das erstemal).

Ich benutze das meist als rhetorische Frage, wenn jemand sehr beleidigend wird oder eine ungeheuerliche Moral aufstellt - dann frage ich: "Hältst Du das für besonders christlich?" oder ich ironisiere das "Aha, die christliche Nächstenliebe ...".

 

Das mache ich aber nicht bei Leuten, die ihre eigenen christlichen Moralansprüche auch zu erfüllen suchen. Für die anderen (sehr wenigen) sehr unnetten Christen ist das eine Warnung: Vorsichtig, ich könnte Dich sonst an Deinen eigenen Ansprüchen messen, und das willst Du doch nicht, oder?

 

Es ist halt unangenehmer, wenn man an der Moral gemessen wird, die man selbst vertritt, wenn man sie gerade verfehlt.

 

Es stimmt schon, in unserem Land gilt christliches Verhalten als moralisch besonders hochstehend, das wird oft synonym gebraucht. Und weil es so gängig ist, kommt man natürlich auch in Versuchung, auf diesem gängigen Klischee herumzureiten, ohne sich dabei etwas "Böses" zu denken, manchmal, ohne überhaupt etwas dabei zu denken.

Link to comment
Share on other sites

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Guest
Reply to this topic...

×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

  Only 75 emoji are allowed.

×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

×
×
  • Create New...