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Glaube und Nichtglaube


Toni
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Eigentlich ist es doch nicht wichtig, ob ein Mensch an ein höheres Wesen glaubt oder nicht.

Seltsamer Weise bewegt aber gerade die Glaubensfrage die Gemüter, wie das eine andere Thematik nicht zu leisten im Stande ist.

Die Gottgläubigen, überzeugt von der Existenz Gottes und die Nichtgläubigen, überzeugt von der Nichtexistenz Gottes, schlagen und hauen mit ihren jeweiligen Argumenten auf sich ein, als ginge es um etwas sehr Wichtiges.

Beide Seiten legen aber eine Eigenschaft an den Tag, die man nicht übersehen soll.

Man ist auf beiden Seiten bemüht, soviel wie möglich Anhänger zu finden.

Die Kirche missioniert und der Atheist will mit Hilfe der Ratio aufklären und durchsucht Glaubensinhalte, um sich widersprechende Inhalte zu finden.

Weshalb also dieser Drang, seine Überzeugung an die Frau oder den Mann zu bringen?

Spielt nicht gerade der Atheist mit seinem aufklärerischen Verhalten dem Gläubigen in die Hand?

Sicherlich ist es so, dass Anhängerschaft Legitimation bedeutet, aber sollte man nicht doch zuerst den Sinn des selbstmotivierten Handelns hinterfragen?

Ein Gläubiger wird seinen Gott niemals beweisen können. Wäre er dazu in der Lage, wäre er ein Wissender und damit würde die Welt für ihn anders aussehen, die rosarote Brille wäre dann ab.

Ein Atheist, wird die Nichtexistenz eines Gottes niemals beweisen können. Könnte er das, dann wäre er in der Lage, die Frage nach dem allumfassenden Warum zu beantworten und somit wäre er ebenfalls ein Wissender.

Sowohl der Gottesbeweis als auch der Beweis der Nichtexistenz eines Gottes würde also zum allumfassenden Wissen führen!

Was aber noch lange bleiben wird, ist der Gedanke an: Wo kommen wir her und wo gehen wir hin?

Oder für den Atheisten: Wo kommen wir her?

Welch ein grandioser Unterschied in der Fragestellung!

Die einen beantworten sie prophetisch, die anderen stellen die Frage nach dem Wohin gar nicht!

Es sollen nun die Gläubigen nicht glauben, ohne sie wäre die Welt schlechter oder besser.

Es sollen nun die Atheisten nicht glauben, ohne sie wäre die Welt schlechte oder besser.

Was bleibt, ist der Streit und in diesem Streit scheint sich die Evolution bisher selber die Waage zu halten.

Woher nimmt der Gläubige das Recht, seine Glauben zu verbreiten, ohne dass er ihn beweisen kann?

Woher nimmt der Atheist das Recht, seine Gedanken zu verbreiten, ohne dass er die Frage nach dem Warum beantworten kann?

In beiden Fällen ist purer Egoismus am Werk.

Egoismus ist eine ureigene Eigenschaft der lebendigen Zellen, sonnst könnten sie nicht existieren.

Treibt also der Gegensatz den Geist oder treibt der Geist den Gegensatz.

Wer sehr viel weiß, der weiß noch lange nichts! Wer sehr viel zu glauben hat, der glaubt noch lange nicht!

Welt, du bist ein einziger Egoist!!

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>> Die Gottgläubigen, überzeugt von der Existenz Gottes und die Nichtgläubigen, überzeugt von der Nichtexistenz Gottes, schlagen und hauen mit ihren jeweiligen Argumenten auf sich ein, als ginge es um etwas sehr Wichtiges. << (Toni)

 

Es geht um etwas sehr Wichtiges!

 

Ein Blick in die Geschichte dürfte dies zur Genüge verdeutlichen.

 

(Nur nebenbei bemerkt: Beim vorliegenden Thread handelt es sich um ein typisches Thema für die Gladiatoren-Arena)                                                                                                                 catmilk.gif

 

 

(Geändert von Cano um 12:30 - 11.März.2001)

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Sehr weise. Ist das dein eigener Text oder zitierst du jemand?

 

Es stellt sich mir daraufhin einmal wieder die Frage nach meiner Motivation. Versuche auch ich, Anhänger zu rekrutieren? Ich will diese Frage nicht so leichthin abtun. Jeder von uns bemüht sich darum, dass seine Ansichten und Meinungen von andern als schlüssig und folgerichtig anerkannt werden, also um eine gewisse Selbstbestätigung. Das ist das Eine. Das andere ist die Frage, ob es mir wirklich egal sein darf, was andere denken.

 

Nehmen wir einmal an, mir sei es egal, weil es mich ja nichts anzugehen scheint. Ich lebe also meinen Unglauben schön still für mich allein und trage ihn nicht nach außen. Ok. Aber die Religiösen tun das nicht. Sie haben von ihrer Religion einen Missionsauftrag bekommen, den sie ausführen. Sie sind ferner davon überzeugt, dass ihre Auffassung, ihr Glaube und ihre Überzeugungen für jeden Menschen gelten müssen, weil sie ja die Wahrheit besitzen, die ihnen geoffenbart wurde. Sie werden also durch Mission ihre Anhängerschaft vervielfachen, da den Missionierten ein Gegenpol fehlt. Je mehr überzeugte Anhänger die Religion hat, über desto mehr Macht verfügt sich, ihre Ansichten und Überzeugungen gesellschaftlich durchzusetzen.

 

An dieser Stelle sehe ich mich beeinträchtigt. Und genau das ist der Grund, für mich gegenpolitisch tätig zu werden. Deshalb meine Homepage, deshalb mein Engagement in Foren wie diesem.

 

Liebe Grüße

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Zitat von Cano am 12:28 - 11.März.2001

>> Die Gottgläubigen, überzeugt von der Existenz Gottes und die Nichtgläubigen, überzeugt von der Nichtexistenz Gottes, schlagen und hauen mit ihren jeweiligen Argumenten auf sich ein, als ginge es um etwas sehr Wichtiges. << (Toni)

 

Es geht um etwas sehr Wichtiges!

 


 

Da scheinen die Meinungen auseinanderzugehen, Cano.

 

Ich habe hier um Forum kürzlich gelesen, dass die Frage ob Gott existiert oder nicht für den Glauben egal sein kann.

 

Wenn Du den Blick auf die Geschichte richtest, dann nehme ich an, Du denkst dabei an die Unterstützung von Machtstrukturen.

 

Die Begründung von Machstrukturen kann aber nicht der Grund dafür sein, dass z. B. in einem Internetforum der Glaube bzw. Nichtglaube so wichtig genommen wird, dass sich die Teilnehmer mit "Argumenten hauen" (Toni) um ihren Standpunkt zu verteidigen.

 

Viele Grüße

Heidi

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Oh man, da hat mich Ute bereits widerlegt. Es geht im Forum also doch um gesellschaftliche Einflussnahme bzw. den Aufbau bzw. die Verhinderung von Machtstrukturen.

 

Heidi

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Hallo Ute,

die Gedanken in meinem Eingangsbeitrag sind meine eigenen Gedanken!

Wenn ich jemanden zitiere, dann teile ich das mit.

Was ist also nun Philosophie, ist es das Zitieren aus Büchern? Quasi das Nachplappern von mehr oder weniger verstandenem Lesestoff oder sind es die eigenen Gedanken?

Gerade die Zerrissenheit eint die Welt, so auch in (Nicht-) Glaubensfragen.

Auch der Gläubige wird Angst davor haben, dass die Zahl der Atheisten überhand nimmt!

Was also sind deine wirklichen Motive, die Menschen vom Nichtglauben zu überzeugen? Ist es das Prahlen mit Wissen oder die Zurschaustellung des (vergänglichen) Intellekts?

Der Gläubige handelt übrigens nicht anders.

 

Zelle überlebe!!

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>> Ich habe hier um Forum kürzlich gelesen, dass die Frage ob Gott existiert oder nicht für den Glauben egal sein kann. << (Heidi)

 

Wenn es ausschließlich um die Frage ginge, Heidi,

 

ob Gott existiert oder nicht, wäre alles ja halb so wild. Wer die Existenz Gottes bejaht, begnügt sich damit jedoch nicht. Er gibt auch noch vor zu wissen, wie Gott ist und was Gott von den Menschen will. Und damit fängt das ganze Elend an.

 

Herzliche Grüße

Cano

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Zitat von Toni am 12:55 - 11.März.2001

Auch der Gläubige wird Angst davor haben, dass die Zahl der Atheisten überhand nimmt!


 

Hallo Toni,

 

wovor hat der Gläubige Angst?

 

Ist er besorgt um das vermeintliche Seelenwohl der Nichtchristen, seines scheint ja gesichert oder hat er Angst, das eine gesellschaftliche Verrohung eintritt?

 

Gruß Pedrino

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Lieber Toni,

 

danke für Deinen langen Beitrag,

 

"Eigentlich ist es doch nicht wichtig, ob ein Mensch an ein höheres Wesen glaubt oder nicht.

Seltsamer Weise bewegt aber gerade die Glaubensfrage die Gemüter, wie das eine andere Thematik nicht zu leisten im Stande ist. "

 

Du siehst richtig, daß diese Frage die Gemüter bewegt. Und Fragen, die die Gemüter bewegen, sind wichtig.

 

"Die Gottgläubigen, überzeugt von der Existenz Gottes und die Nichtgläubigen, überzeugt von der Nichtexistenz Gottes, schlagen und hauen mit ihren jeweiligen Argumenten auf sich ein, als ginge es um etwas sehr Wichtiges. "

 

Nun, ich denke auch, man sollte nicht mit Argumenten "auf sich einhauen", da gebe ich Dir vollkommen Recht. Aber bei der Frage nach Gott geht es schon um etwas wichtiges, aber dies ist nicht eine Sache, die sich mit Argumenten allein vermitteln ließe. Es hängt viel mit dem inneren Erleben zusammen, was nur begrenzt vermittelbar ist.

 

Gott kann man nicht allein mit dem Verstand erfassen, sondern das Herz ist da wichtig. Freilich heißt das nicht, daß man den Verstand an der Garderobe abgeben soll.

 

"Beide Seiten legen aber eine Eigenschaft an den Tag, die man nicht übersehen soll.

Man ist auf beiden Seiten bemüht, soviel wie möglich Anhänger zu finden. "

 

Nun, sicher, das Wort Gottes in der Welt zu verbreiten, ist eine Aufgabe.

 

"Die Kirche missioniert und der Atheist will mit Hilfe der Ratio aufklären und durchsucht Glaubensinhalte, um sich widersprechende Inhalte zu finden. "

 

Ja...

 

"Weshalb also dieser Drang, seine Überzeugung an die Frau oder den Mann zu bringen? "

 

Ich erzähle von Gott deshalb, weil mir die Menschen am Herz liegen, weil ich weiß, daß Gott jedem Menschen etwas zu sagen hat, und für jeden das Gute will.

 

"Spielt nicht gerade der Atheist mit seinem aufklärerischen Verhalten dem Gläubigen in die Hand?

Sicherlich ist es so, dass Anhängerschaft Legitimation bedeutet, aber sollte man nicht doch zuerst den Sinn des selbstmotivierten Handelns hinterfragen? "

 

Sicher sollte man den Sinn seines Handelns hinterfragen, da gebe ich Dir Recht. Wenn ich weiß, daß das Wort Gottes für jeden Menschen etwas Gutes sein kann, warum sollte ich es dann für mich behalten?

 

Wenn du ein gutes Restaurant kennst, empfiehlst Du es auch Deinen Freunden, oder?

 

"Ein Gläubiger wird seinen Gott niemals beweisen können. "

 

Das stimmt. Das versuche ich auch gar nicht. Mir geht es nicht um Beweise, sondern darum, daß jeder Gott erleben kann. Wie dieses Erleben dann konkret sein wird, weiß ich nicht, das mag bei jedem Menschen verschieden sein.

 

"Wäre er dazu in der Lage, wäre er ein Wissender und damit würde die Welt für ihn anders aussehen, die rosarote Brille wäre dann ab. "

 

Wenn man auf Gott vertraut, sieht die Welt tatsächlich ein bißchen anders aus. Das hat nichts mit "rosaroter Brille" zu tun. Ganz im Gegenteil, gerade als Christ hat man mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

 

"Ein Atheist, wird die Nichtexistenz eines Gottes niemals beweisen können. Könnte er das, dann wäre er in der Lage, die Frage nach dem allumfassenden Warum zu beantworten und somit wäre er ebenfalls ein Wissender. "

 

Unser menschliches Wissen wird immer begrenzt sein.

 

"Sowohl der Gottesbeweis als auch der Beweis der Nichtexistenz eines Gottes würde also zum allumfassenden Wissen führen! "

 

.. und das wird es wohl nicht geben.

 

"Was aber noch lange bleiben wird, ist der Gedanke an: Wo kommen wir her und wo gehen wir hin?

Oder für den Atheisten: Wo kommen wir her? "

 

Der Gedanke bleibt, richtig..

 

"Welch ein grandioser Unterschied in der Fragestellung!

Die einen beantworten sie prophetisch, die anderen stellen die Frage nach dem Wohin gar nicht!

Es sollen nun die Gläubigen nicht glauben, ohne sie wäre die Welt schlechter oder besser. "

 

Durch den Glauben ist mir erst klar geworden, was ich alles falsch gemacht habe. (Und ich mache immer noch viel falsch.) Ich gebe Dir Recht, kein Mensch sollte sich selbst für "besser" als ein andrer Mensch halten.

 

"Es sollen nun die Atheisten nicht glauben, ohne sie wäre die Welt schlechte oder besser.

Was bleibt, ist der Streit und in diesem Streit scheint sich die Evolution bisher selber die Waage zu halten.

Woher nimmt der Gläubige das Recht, seine Glauben zu verbreiten, ohne dass er ihn beweisen kann? "

 

Ich nehme mir das Recht daher, weil ich das Gute für meinen Nächsten will. Ob mir das gelingt, oder nicht gelingt, ist eine andre Frage. Ich bin ein fehlbarer Mensch wie jeder.

 

Gott will das Gute für jeden Menschen...

 

"Woher nimmt der Atheist das Recht, seine Gedanken zu verbreiten, ohne dass er die Frage nach dem Warum beantworten kann?

In beiden Fällen ist purer Egoismus am Werk. "

 

Das stimmt nicht so ganz. Ich denke nicht, daß ich aus Egoismus handle, wenn ich von Gott spreche. Und ich denke auch nicht, daß ein Atheist aus Egoismus von seinen Überlegungen berichtet.

 

"Egoismus ist eine ureigene Eigenschaft der lebendigen Zellen, sonnst könnten sie nicht existieren.

Treibt also der Gegensatz den Geist oder treibt der Geist den Gegensatz. "

 

Der Mensch ist in der Lage, seinen Egoismus zu überwinden, denke ich...

 

"Wer sehr viel weiß, der weiß noch lange nichts! Wer sehr viel zu glauben hat, der glaubt noch lange nicht!

Welt, du bist ein einziger Egoist!! "

 

Meine Sicht auf die Welt ist etwas weniger pessimistisch. Sicher, es gibt viel Egoismus. Aber mit Gottes Hilfe können wir unseren Egoismus überwinden.

 

optimistische Grüße

 

Olli

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Hallo pedrino du alter Schlumpf!!

 

Der „Gläubige“ hat viel Angst davor, Macht zu verlieren. Die gläubigen Schäfchen sehen ungläubig nach oben, denn ihre geistige Freiheit ist verbogen und aus dieser Verbogenheit wächst die Angst wie auf einem guten Acker, in dem sie vorher gepflanzt wurde!

Der Nichtgläubige, von seinem Wissen überzeugt, hat Angst davor, das sein Wissen widerlegt wird und so sitzen sie allen in einem Boot und rudern gemeinsam gegen Strom, der flussaufwärts fließt?

 

Welt, was kannst du blöd fragen? ;)

 

 

 

(Geändert von Toni um 13:21 - 11.März.2001)

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Zitat von Cano am 13:04 - 11.März.2001

>> Ich habe hier um Forum kürzlich gelesen, dass die Frage ob Gott existiert oder nicht für den Glauben egal sein kann. << (Heidi)

 

Wenn es ausschließlich um die Frage ginge, Heidi,

 

ob Gott existiert oder nicht, wäre alles ja halb so wild. Wer die Existenz Gottes bejaht, begnügt sich damit jedoch nicht. Er gibt auch noch vor zu wissen, wie Gott ist und was Gott von den Menschen will. Und damit fängt das ganze Elend an.

 

Herzliche Grüße

Cano


 

Können wir es ein wenig umformulieren?

 

'Wenn jemand die Existenz Gottes bejaht ohne sich damit zu begnügen und vorgibt zu wissen wie Gott ist und was er von den Menschen will - damit fängt das Elend an.'

 

Liebe Grüße

Heidi

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'Wenn jemand die Existenz Gottes bejaht ohne sich damit zu begnügen und vorgibt zu wissen wie Gott ist und was er von den Menschen will - damit fängt das Elend an.'

 

Damit kann ich mich identifizieren!

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Man kann die Existenz Gottes niemals bejahen, man kann nur daran glauben oder nicht daran glauben, damit gebe ich mich zufrieden.

Alles andere ist gelogen!!

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Oder allgemeiner formuliert:

Wenn jemand glaubt, die Wahrheit zu kennen

und zu wissen, was "man" nun tun soll/muss.

 

Andererseits:

Wenn keiner mehr einen Plan hat ...

wenn Anarchie als Vollendung der Eigenständigkeit gilt ...

Rat- und Machtlosigkeit?

 

Ich finde, dass die Diskussion darunter leidet, dass sie "negativ" ist. Negativ heißt, dass nur beschrieben wird, was NICHT sein soll.

 

Nicht einmal der Wert der Toleranz kann aus diesem Dilemma befreien, weil sie keinen Inhalt bietet.

 

(Geändert von Mecky um 13:57 - 11.März.2001)

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Mecky, wenn der Wert der Toleranz keinen Inhalt hat, dann wird spätesten hier das iterative Denkschema der Suchenden erkennbar. Glauben heißt nichts wissen!

Können Nichtwissende Werte vermitteln? Die Toleranz der Werte hat schon immer das Denken der Menschen geformt, auch wenn es im Kreise denkt!

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Hallo Toni,

 

den Hinweis darauf, daß Toleranz einen Inhalt haben sollte, finde ich gut.

 

Ich hab übrigens einen (ziemlich langen) Beitrag bezugnehmend auf Dein gutes Startposting dieses Threads geschrieben. Wenn Du Zeit und Lust hast zum Lesen, schau noch mal auf der ersten Seite dieses Threads nach.

 

viele Grüße

 

Olli

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Lieber Toni!

 

Zur Toleranz gehört die eigene Position. Diese bietet den eigentlichen Inhalt. Toleranz gebietet das Relativieren der eigenen Position, so dass Freiräume für andere Positionen entstehen. Insofern gilt für ALLE: Glaube / Überzeugung ist nicht Wissen.

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Zitat von Toni am 13:51 - 11.März.2001

Man kann die Existenz Gottes niemals bejahen, man kann nur daran glauben oder nicht daran glauben, damit gebe ich mich zufrieden.

Alles andere ist gelogen!!


 

Worin besteht der Unterschied zwischen "die Existenz Gottes bejahen" und "an die Existenz Gotes glauben"?

 

Mit einer einleuchtenden Erklärung gäbe ich mich zufrieden.

                                                                             catmilk.gif

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Olli, ich habe deine Antwort auf der erste Seite nicht übersehen. Aber, Glaube ist auch eine Angelegenheit der Auslegung. Obwohl gerade der christliche Glaube ein sehr weltlicher ist (Welcher Glaube ist das nicht?), kann er doch wenig bis fast nichts für Menschen tun, die sich in existenziellen (lebensbedrohenden) Schwierigkeiten (z. B. Krieg) befinden. Fast hat man den Eindruck, als ziele der Glaube und dessen Inhalte auf die Schwächen der Menschheit, um diese gefügig zu machen!

Konnte der Glaube an einen Gott bisher auch nur einen einzigen Krieg verhindern? Es  gab und gibt viele Glaubenskriege.  Daran muss man die Toleranz des Glaubens (des einzelnen Gläubigen) messen (Denn, wer wirklich von seinem Gott überzeugt ist, der zieht in keinen Krieg.) und nicht daran, wie gut es einigen wenigen geht! Wie gut hat also der Missionar gearbeitet? Brachte er es tatsächlich fertig, Menschen, denen er seinen Glauben nahebringen wollte, zum Kampf auf Leben und Tod zu motivieren? Ist es nun der Kämpfer oder der Märtyrer, der in den Schaufenstern des Glaubens zur Schau gestellt wird? Welchen Wert hat also nun die Toleranz des Glaubens. Es ist schon so, dass die rosarote Brille fest sitzt!

Gläubige verschiedener Religionen ziehen noch immer in den Krieg, um dem „wahren“ Glauben zum Sieg zu verhelfen. Der Glaube ist für mich deswegen etwas zu tiefst menschliches, eben nichts göttliches. Glaube soll legitimieren und wenn viele Glauben, dann ist die Legitimation am größten. Wer bestimmt die Inhalte der Werte, wenn nicht der Stärkere?

Ist sich der Missionar überhaupt seiner ihm aufgebürdeten, übermenschlichen Verantwortung bewusst? Kann er seinen Gott überhaupt vermitteln? Übersieht er auch nur ein Schäfchen auf diesem Planeten, dann landet dieses in der Verdammnis! Wie geht der christliche Missionar mit Andersgläubigen um? Achtet er sie, so ist er verloren. Achtet er sie nicht, so verrät er seine Werte! So oder so befindet sich der christliche Missionar auf den Schlachtfeldern des Glaubens, auch auf den inneren Schlachtfeldern, daran kann er nicht vorbei, sein Gott hat sie ihm selber bereitet! Wer setzt sich durch? Ist also der christliche Gott ein friedlicher Gott? Ist die Frohbotschaft wirklich eine frohe Botschaft?

Nichts kann so tief sinken wie ein Gedanke, auch wenn er keinen Grund findet!

Glauben heißt eben glauben und nichts anderes!

 

 

 

 

 

 

(Geändert von Toni um 15:20 - 11.März.2001)

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Cano, der Gläubige kann seinen Glauben bejahen, aber niemals seinen Gott.

Würde der Gläugige tatsächlich seine Gott zurecht bejahen können (Existenz wäre nachgewiesen!!), dann bräuchte er seinen Glauben nicht.

Jeder Gläubige, der nicht zugibt, dass er nur glaubt, der ist ein Lügner! Auch Gläubige müssen sich an der Wahrheit messen, ob sie wollen oder nicht!

Leuchtet es jetzt?

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Zitat von Mecky am 13:54 - 11.März.2001

 

Ich finde, dass die Diskussion darunter leidet, dass sie "negativ" ist. Negativ heißt, dass nur beschrieben wird, was NICHT sein soll.


 

Negativ ist eben immer viel einfacher, Mecky.

 

---

 

Ich gönne jedem seine persönlichen Wahrheiten. Allerdings kriege ich zur Not auch hysterische Schreianfälle, wenn mir jemand seine persönlichen Wahrheiten aufdrücken will und nicht dabei locker lassen kann. Dabei kommt es auf den Wahrheitsgehalt des Gesagten dann schon gar nicht mehr an.

 

Positiv ausgedrückt sollte jeder seine eigenen Wahrheiten finden können und dürfen. Sicherlich auch darstellen und diskutieren. Angenehm ist so eine Diskussion aber nur, wenn die Diskussionspartner es nicht darauf anlegen, den anderen zu Überzeugen sondern aus der Meinung des Anderen etwas zur eigenen Wahrheitsbildung herauszuholen. Wenn also nicht das Weitergeben der eigenen Meinung im Vordergrund gestellt wird.

 

Dass bei einem solchen Meinungsaustausch dann trotzdem ein Teil der eigenen Überzeugungen beim Diskussionspartner hängen bleibt, ist nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern sehr wahrscheinlich.  

 

Leider hat solch eine Diskussion nur in sehr kleinen Rahmen eine Erfolgsaussicht, so dass es nicht ausbleibt, dass Kirche, Staat und andere Organisationen weiterhin versuchen werden vorgefasste Meinungen einer breiten Masse aufzustülpen.

 

Liebe Grüße

Heidi

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Zitat von Toni am 15:13 - 11.März.2001

Cano, der Gläubige kann seinen Glauben bejahen, aber niemals seinen Gott.

Würde der Gläugige tatsächlich seine Gott zurecht bejahen können (Existenz wäre nachgewiesen!!), dann bräuchte er seinen Glauben nicht.

Jeder Gläubige, der nicht zugibt, dass er nur glaubt, der ist ein Lügner! Auch Gläubige müssen sich an der Wahrheit messen, ob sie wollen oder nicht!

Leuchtet es jetzt?

 


 

Wir sollten hier nichts vermischen, Toni.

 

Es ging um die Bejahung der Existenz Gottes. Wer an die Existenz Gottes glaubt, bejaht notwendigerweise auch die Existenz Gottes. Ob jemand die Existenz Gottes zu Recht bejaht, ist eine völlig andere Frage.

 

Wer nicht an die Existenz Gottes glaubt, verneint die Existenz Gottes. "Bejahen" und "daran glauben" bzw. die Negation davon ist im vorliegenden Zusammenhang jeweils identisch.

 

Ob Bejahung oder Verneinung der Existenz Gottes - in beiden Fällen wird geglaubt. Ausschließlich bezogen auf die Existenzfrage kann die eine Partei nicht mehr Recht für sich beanspruchen als die andere. Kritisch wird es erst, wenn es um die Ausgestaltung des Glaubens bzw. Nichtglaubens geht.

 

                                                         catmilk.gif

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Cano, es gibt also zwei Möglichkeiten einen Gott zu bejahen?!? Ein Mal zu Recht und ein Mal zu Unrecht.

Ich bitte dich um ein Erklärung.

Das was du in deinem letzte Beitrag geschrieben hast, bedeutet nichts anderes, als dass der Glaube eine unrechte Bejahung eines Gottes darstellt.

Jetzt haben wir den Salat!

Glauben heißt eben nichts wissen. Aber ein Christ müsste wissen, was Recht und Unrecht ist oder etwa nicht?? Oder lässt sich aus dem Glauben (Nichtwissen) das Recht und deswegen auch das Unrecht gar nicht ableiten?

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Zitat von Toni am 16:05 - 11.März.2001

Cano, es gibt also zwei Möglichkeiten einen Gott zu bejahen?!? Ein Mal zu Recht und ein Mal zu Unrecht.

Ich bitte dich um ein Erklärung.

Das was du in deinem letzte Beitrag geschrieben hast, bedeutet nichts anderes, als dass der Glaube eine unrechte Bejahung eines Gottes darstellt.

Jetzt haben wir den Salat!

Glauben heißt eben nichts wissen. Aber ein Christ müsste wissen, was Recht und Unrecht ist oder etwa nicht?? Oder lässt sich aus dem Glauben (Nichtwissen) das Recht und deswegen auch das Unrecht gar nicht ableiten?

 

Es gibt nur eine Möglichkeit, die Existenz Gottes zu bejahen, und nur eine Möglichkeit, sie zu verneinen. Ob das eine oder andere zu Recht geschieht, kann niemand beurteilen, weil niemand die Richtigkeit seiner Position beweisen kann. Der Glaube stellt daher keine unrechte Bejahung Gottes dar, der Nicht-Glaube keine unrechte Verneinung.

 

Glauben bedeutet in der Tat "nicht wissen". Wer nicht an die Existenz Gottes glaubt, weiß allerdings auch nicht. Auch beim Nicht-Glauben handelt es sich um Glauben.

 

Aus dem Glauben läßt sich individuell alles Mögliche ableiten. Generell läßt sich aus dem Glauben überhaupt nichts ableiten, weil ihm rechtlich gesehen keine Allgemeinverbindlichkeit zukommen kann.

 

                                                     catmilk.gif

 

 

 

(Geändert von Cano um 16:39 - 11.März.2001)

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Ein humanistisch gesinnter Mensch besucht die Gedenkstätte eines KZ's und empfindet Ekel und Abscheu. Er kann nur glauben, dass solche Barbarei, wie hier geschehen, verabscheuungswürdig ist. Es ist lediglich sein "Glaube". Und doch ist er das, was das Leben, die Moral und die Geschichte prägt.

 

Es geht nicht darum, "ob" wir glauben, sondern lediglich darum, "was" wir glauben.

 

Und aus diesem Glauben erwächst erst die Ethik, die Moral und die Geschichte.

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