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Philosophie hinter dem Jenseitsglauben


Platona

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Diese gesamte Philosophie, die hinter diesem Jenseitsglauben steckt, ist doch nicht haltbar.

 

1. Jesus wollte das Reich Gottes hier auf Erden errichten und dabei schwebte ihm kein Gottesstaat vor Augen, sondern der Friede in jeder einzelnen Menschenseele. Darin wurde er schon von seinen Zeitgenossen nicht verstanden, weder von seinen Anhängern, noch von seinen Feinden. Aber man braucht doch nur mal die Bergpredigt zu lesen, um das nachvollziehen zu können.

 

2. Nachdem dann erst einmal das Denken vom Gottesstaat im christlichen Gedankengut festgesetzt war, konnte man das auch instrumentalisieren. Jeder Blinde konnte sehen, daß das Leben auf der Erde mühsam und beschwerlich war, daß es arm und reich gab. Es war ein billiges Mittel der Herrschenden, die Untertanen ruhig zu halten, indem man sie auf den Himmel verwies, wo dann endlich dieses Gottesreich anbrechen würde.

 

3. Flugs wurde dann von der Kirche, weil es ja so schön heißt "nulla salus sine ecclesia" ein Reglement aufgestellt, wie man sich zu verhalten hat, damit man die Fahrkarte für den Himmel bekommt. So hielt man sich die mit Mühsal behafteten Massen ruhig und arbeitswillig.

 

Nur ganz wenige Menschen waren im Mittelalter in der Lage, dieses System zu durchbrechen. Einer davon war Franz von Assisi, der für sich herausbekommen hat, wieviel Freiheit in der Bedürfnislosigkeit liegt. Für sich selbst und auch seine ersten Anhänger lag der Himmel wirklich in der lebenden Seele des Menschen.

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Und das aus der Tastatur einer Historikerin - Aua!

 

1. Jesus wollte das Reich Gottes hier auf Erden errichten...

 

Falsch. Allerdings hast Du richtig erkannt, daß die Bergpredigt in Gleichnissen das Reich Gottes beschreibt. Jesus sagt aber, daß dieses Reich nicht "von dieser Welt" ist. Das schließt nicht aus, daß Menschen, die in ihrem Handeln Jesus nachfolgen, dieses reich Gottes schon in dieser Welt sichtbar machen können. Allerdings führt das nicht zur Errichtung des Reiches Gottes in dieser Welt, sondern zum Kreuz.

 

Es war ein billiges Mittel der Herrschenden, die Untertanen ruhig zu halten, indem man sie auf den Himmel verwies, wo dann endlich dieses Gottesreich anbrechen würde.

 

Jaja - der olle Marx und das Opium für das Volk. *gähn*

 

Der Glaube an die Auferstehung ist sehr viel älter als die Kirche als Institution, und noch viel älter als die Kirche, die an der weltlichen Herrschaft beteiligt war.

 

3. Flugs wurde dann von der Kirche, weil es ja so schön heißt "nulla salus sine ecclesia" ein Reglement aufgestellt, wie man sich zu verhalten hat, damit man die Fahrkarte für den Himmel bekommt.

 

Blödsinn. Von flugs kann keine Rede sein. Den "Fahrplan" gab es, wenn überhaupt, im ausgehenden Mittelalter. Er führt zur Reformation, die ihre Wirkung auch innerhalb der katholischen Kirche entfaltete.

 

Ich will meinetwegen in jeden Himmel kommen, mit Ausnahme dem Christenhimmel.

 

Wieviel Verachtung gegenüber seinen christlichen Mitmenschen muß man eigentlich mitbringen, um einen solchen Satz schreiben zu können? Und wenn wir so unerträglich sind: warum bist Du hier?

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Diese gesamte Philosophie, die hinter diesem Jenseitsglauben steckt, ist doch nicht haltbar.

 

1. Jesus wollte das Reich Gottes hier auf Erden errichten und dabei schwebte ihm kein Gottesstaat vor Augen, sondern der Friede in jeder einzelnen Menschenseele. Darin wurde er schon von seinen Zeitgenossen nicht verstanden, weder von seinen Anhängern, noch von seinen Feinden. Aber man braucht doch nur mal die Bergpredigt zu lesen, um das nachvollziehen zu können.

 

2. Nachdem dann erst einmal das Denken vom Gottesstaat im christlichen Gedankengut festgesetzt war, konnte man das auch instrumentalisieren. Jeder Blinde konnte sehen, daß das Leben auf der Erde mühsam und beschwerlich war, daß es arm und reich gab. Es war ein billiges Mittel der Herrschenden, die Untertanen ruhig zu halten, indem man sie auf den Himmel verwies, wo dann endlich dieses Gottesreich anbrechen würde.

 

3. Flugs wurde dann von der Kirche, weil es ja so schön heißt "nulla salus sine ecclesia" ein Reglement aufgestellt, wie man sich zu verhalten hat, damit man die Fahrkarte für den Himmel bekommt. So hielt man sich die mit Mühsal behafteten Massen ruhig und arbeitswillig.

 

Nur ganz wenige Menschen waren im Mittelalter in der Lage, dieses System zu durchbrechen. Einer davon war Franz von Assisi, der für sich herausbekommen hat, wieviel Freiheit in der Bedürfnislosigkeit liegt. Für sich selbst und auch seine ersten Anhänger lag der Himmel wirklich in der lebenden Seele des Menschen.

Naja, Jesus ging davon aus, dass die Gottesherrschaft im Himmel schon voll besteht ("Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf Erden!"), während sie hier auf der Erde erst senfsamenhaft (durch Jesu Geburt!) begonnen hat. Er wollte, dass die Kirche die Gottesherrschaft/das Reich Gottes auf die ganze Welt verbreitet.

Aber es stimmt natürlich, dass Christus kein Gottesstaat vor Augen schwebte, sehr richtig erkannt: es geht darum, dass Gott in unseren Herzen herrscht (obwohl das dann natürlich auch Auswirkungen auf die Gesellschaft hat!).

Jesus wollte eine Vereinigung von Himmel und Erde: "Dein Wille herrsche im Himmel und genauso auch auf der Erde (wo jetzt noch der Satan herrscht)".

Jesus hat auch oft vom Himmelreich gesprochen, wenn er das Reich Gottes meinte, es war also nicht nur irdisch. Außerdem gibt es ja auch die vielen Stellen, wo er sagt, man solle alles Mögliche versuchen, um in den Himmel zu kommen.

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Diese gesamte Philosophie, die hinter diesem Jenseitsglauben steckt, ist doch nicht haltbar.

 

1. Jesus wollte das Reich Gottes hier auf Erden errichten und dabei schwebte ihm kein Gottesstaat vor Augen, sondern der Friede in jeder einzelnen Menschenseele. Darin wurde er schon von seinen Zeitgenossen nicht verstanden, weder von seinen Anhängern, noch von seinen Feinden. Aber man braucht doch nur mal die Bergpredigt zu lesen, um das nachvollziehen zu können.

Jesus wollte den Frieden in jeder Menschenseele - daran besteht kein Zweifel, und zwar einen Frieden, den die Welt nicht kennt. Das Reich Gottes ist nicht regional zu verstehen, sondern bricht im Herzen der Menschen an. Insofern soll es, wie dr-esperanto schon sagte, in uns beginnend auf die Erde übergreifen.

 

Stimmen wir soweit überein?

 

Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass es kein Jenseits gibt, und die Bergpredigt gibt das meiner Meinung nach auch nicht her (habe sie extra noch einmal durchgelesen). Auf welche Stellen beziehst Du Dich da, die dem "Jenseitsglauben" widersprechen?

 

Und wie verstehst Du dann Stellen wie:

 

Mt 12,32: "Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt." (Womit gesagt wird, dass es auch im Jenseits eine Sündenvergebung gibt.)

 

1 Kor 15,29 "Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten taufen zu lassen?" (Womit sie eine Eingliederung in die heilbringende Kirche bewirken, d.h. durch eine Tat im Diesseits eine Wirkung im Jenseits erzielen wollten.)

 

Dort geht es weiter mit:

 

1 Kor 15,35-44: "Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben? Was für eine törichte Frage! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt. Und was du säst, hat noch nicht die Gestalt, die entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes ... So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen."

 

Ein überirdischer Leib für das Himmelreich auf Erden? Das passt irgendwie nicht. Ohne Jenseitsbezug ist eine Auferstehung nicht denkbar.

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