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Genforschung / Bischofskonferenz


Thofrock
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Zwar sind bereits einige themennahe Diskussionen zum Thema vorhanden, allerdings sind diese bereits aufgrund der hohen Beitragszahl recht unübersichtlich.

Mich würde interessieren wie die Teilnehmer darüber denken daß die Vorgaben der Bischofskonferenz dazu beitragen daß die Heilung von schweren Erkrankungen und die Rettung von Leben wieder besseren Wissens verhindert wird. Eine ähnliche Einstellung übrigens wie auch zur Frage der Organspenden.

Formulierungen wie "menschliches Ersatzteillager" sind geradzu menschenverachtend und auf wirken bedürftige Menschen fatal. Kann man da wirklich drüber stehen, diesen Menschen ihre einzige Chance nehmen ?  

 

Gruß Thofrock

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Zitat von Thofrock am 17:56 - 17.März.2001


 

Hallo Thofrock

 

Wichtiger scheint mir die Frage zu sein, welche praktizierten Reaktionen die Beschlüsse der Bischofskonferenz beim "gläubigen Volk" hervorrufen.

 

Hierzu hätte ich gerne von unseren kompetenten Forumsmitgliedern eine kompetente Auskunft.

 

Vielen Dank im Voraus.

 

Gruß Pedrino

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Hallo und Friede und Heil!

 

Als Kathole und Medizinstudent, der später in die Geriatrie gehen will, werde ich nicht nur theoretisch wie die meisten hier, sondern sehr praktisch mit den Folgen der Gentherapie, Forschungsergebnissen aus getöteten Ungeborenen etc. zu tun haben. Dabei stellt sich ganz einfach die Frage, ob das Mittel den Zweck heiligt. Da ja die Bischöfe bekanntermaßen (ich übrigens auch) der Meinung sind, dass bereits das "Menschsein" (ein vollkommen unwissenschaftlicher Begriff) mit der Verschmelzung beginnt, ist auch die Folge daraus klar. Forschung und Handeln zum Wohl der Patienten ja, aber nicht auf Kosten von Menschenleben.

Die genaue Meinung der dt. Bischöfe (mit den Evangelen) zur Organspende steht im 2. Band des Katechismus (unter http://www.dbk.de ), ein kleiner Auszug hier:

 

 Die christlichen Kirchen sehen insgesamt in der Organspende eine Möglichkeit, über den Tod hinaus Nächstenliebe zu praktizieren, treten aber zugleich für eine sorgfältige Prüfung der Organverpflanzung im Einzelfall ein (vgl. "Gott ist ein Freund des Lebens. Herausforderungen und Aufgaben beim Schutz des Lebens", Gemeinsame Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, VI, 4: Organverpflanzung).

 

Also ich sehe da nichts Verengtes.

 

 

(Geändert von Ralf um 20:17 - 17.März.2001)

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hier stellt sich erst mal die frage welcher mensch denn nun bedürftiger ist. der kranke, dem geholfen werden soll, indem sich ein anderer für ihn opfert oder der sich opfernde, dem damit das leben verwehrt wird. würdest du dich evtl schlachten und ausnehmen lassen um einem kranken das leben zu  verlängern?

gruss werner

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Zitat von werner am 21:25 - 17.März.2001

indem sich ein anderer für ihn opfert oder der sich opfernde, dem damit das leben verwehrt wird.

 

Na, Werner,

 

ich meine, du verdrehst den Sachverhalt etwas.

 

Es läßt sich niemand töten, um andere seine Organe zu "spenden", auch wird dem Spender das Leben nicht verwehrt, weil das Leben, aus welchen Gründen auch immer, unumkehrbar beendet ist.

 

Gruß Pedrino

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Hallo Thofrock,

 

Aus deinem Beitrag wird überhaupt nicht klar, auf welche Art von Erkrankungen du dich beziehst, die durch die Gentechnik geheilt werden sollen..........

 

 

So wie ich die Lage zur Zeit betrachte sieht es folgendermaßen aus:

 

- Gentherapie an Körperzellen wird von der Bischofskonferenz toleriert.

 

Die Versuche mit Gentherapie irgendwelche Karankheiten zu heilen laufen schon seit über 10 Jahren, sehr viel konkrete, erfolgversprechende Ergebnisse gibt es noch nicht......

 

Was die anderen Möglichkeiten der Gentechnik gibt...so müsstest du doch Erklären, auf welche konkrete Vorgehensweise der Biotechnologie du dich beziehst und welche Krankheitsbekämpfung du meinst......

 

Für mich sieht es so aus:

 

1. ) Reproduktives Klonen, also ein geklonter Embryo in die Gebärmutter einbringen und zur Geburt sich entwickeln lassen.

 

Nach der Dolly Methode bräuchte man hierfür ca 300 befruchtete Eizellen..und ca 40 bis 50 Leihmütter damit ein Klon geboren werden kann.....

 

( Lesenswert hierzu das große Interview mit dem Wisssenschaftler, der Dolly geklont hat in der Zeit von letztem Donnerstag )

 

Welchen Zweck sollte es haben, einen solchen Klon gebären zu lassen....???  

 

Welche Krankheiten sollen konkret geheilt werden....?

 

 

2 ) Therapeutisches Klonen, oder besser: Klonen von Embryonen für die Grundlagenforschung....

 

Bisher sieht es wolh so aus, das es sich um allerste Anfänge der Grundlagenforschung handelt.....Wer in diesem Stadium igrendwelche Versprechen auf Heilungsmöglichkeiten und Krankheitsbekämpfung macht, handelt in hohem Maße verantwortungslos.....Denn im jetzigen Stadium kann wirklich noch kein einziger Forscher darüber Auskunft geben, ob man durch das Züchten von Stammzellen und das Entwickeln von spezifizierten Zellen igrend wann einmal ( vielleicht in 20 oder 30 Jahren ) irgend eine Krankheit Heilen kann..... Es ist vollkommen verantwortungslos, wenn man oberflächlich von irgendwelchen Heilungschancen spricht, obwohl noch kein einziges reales Ergebnis vorliegt und den jetzigen Patienten Hoffung macht.....

 

Nochmals: Im MOment handelt es sich um reine Grundlagenforschung, bei der überhaupt erst erforscht wird, ob sich aus Stammzellen eben Zellen gewinnen lassen, die in einer bestimmten Richtung spezialisiert sind.....

 

Eine denkbare Alternative ist es doch zunächst die Grundlagenforschung an adulten Stammzellen durchzuführen, um die Entwicklung zu erforschen.....

 

Diesen Weg haben meines Wissens die deutschen Bischöfe nicht verworfen......

 

Jedenfalls sollte man im jetzigen Stadium nicht von Heilungsmöglichkeiten sprechen, da es einfch noch ünberhaupt nicht klar ist, ob dies ein möglicher Weg ist......

 

Aber Grundlagen-Forschung an adulten Stammzellen kann man tolerieren.....

 

Mozart

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Zu Werner kurz folgendes:

Wer im Zusammenhang einer Diskussion über Organspende Begriffe wie "ausschlachten" verwendt dokumentiert sehr schön daß Du von dem Thema nichts verstehst. Solltest Du selbst oder ein naher Angehöriger eines Tages eine Organspende benötigen würde sich das schlagartig ändern.

Ein Schlag ins Gesicht aller Menschen auf den Wartelisten stehen (Herzpatienten versterben inzwischen zu fast 70 % weil sie bei der Zuteilung nicht rechtzeitig Hilfe bekommen)

Aber wen das kaltläßt...

 

Zu Ralf:

Dieser Beitrag ist angenehm sachlich. Aber das Thema Organspende hatte ich nur als Beispiel gewählt. Auch hier waren die Kirchen anfangs völlig dagegen. Da ihr Einfluß in der Gesellschaft aber in den letzten Jahren stark nachgelassen hat konnte ihr Veto die Entwicklung nicht aufhalten. Die Meinung wurde langsam angepasst.

Bei der Genforschung wird es ähnlich sein. Auch hier ist die Entwicklung nicht aufzuhalten, zumal man im Ausland schon mehr begriffen hat. Da Du vom Fach bist wirst Du beurteilen können wie sehr die Forschung an Embryonenstammzellen die Heilung vieler Menschen beschleunigen oder überhaupt möglich machen würde.

 

Gruß Thofrock

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hallo thofrock,

 

du weisst wohl nicht, dass organtransplatation eine menge auch medizinischer probleme aufwirft. ich würde gerne mal über die pathogenese da erstmal sprechen, aber daran ist hier niemand interessiert. also dann transplantation. das fremde gewebe wird da meist abgestossen und das muss durch dauernde medikation verhindert werden. die folge ist, dass die patienten infektanfällig werden und daran sterben können. ausserdem bekommen sie durch die reduzierung des abwehrsytems vermehrt krebs. bei sklerosebedingten herzpatienten erfolgt eine neusklerosierung innerhalb kurzer zeit.

die menschen sollten sich mal überlegen wie karnkheiten möglichst zu vermeiden sind und daran arbeiten und nicht nur weitgehend an den symptomen zu kurieren. aber die medizin ist mit eines der grössten geschäfte. deswegen macht man lieber 100 transplatationsforschungen als 1 forchung über die vermeidung oder echte heilung, wo es noch möglich ist.

gruss werner

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werner hat mit seiner ausführung nicht nur vernunft, sondern auch menschlichkeit bewiesen (echte vernunft führt zur menschlichkeit!) die ewigen widersacherargumente von menschen wie pedrino dienen der unvernunft und entbehren jeder christlichen grundlage. der organhandel kommt nicht von ungefähr und das ausschlachten von ungeborenen kindern, die in dieser welt offensichtliche nur sehr wenige anwälte haben, schreien um rache zum himmel. der teufel versteht es doch immer wieder pseudogründe aalglatt vorzuschieben, um das leben zu schänden, schwer zu beleidigen, zu verletzen, zu verhöhnen und zu vernichten. typen wie pedrino rate ich nur eines: steig auf aus deinem erbärmlichen grab, daß du zum festsaal erklärst (festsaal der lüge)!

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Hallo Thofrock (erinnert mich an die Band Torfrock )!

 

Erst mal zum Thema Organspende (ich hoffe mal, Du trägst so wie Du argumentierst auch einen Ausweis): die Abstoßung ist in der Tat ein großes Problem, nach wie vor, und eigentlich durch die nötige medikamentöse Immunsuppression (Schwächung des Immunsystems) der größte Risikofaktor. Doch es geht, das beweisen viele Fälle täglich.

Allerdings gibt es zum "therapeutischen Klonen" große Unterschiede: der Mensch in Dtl. muss einen Ausweis bei sich tragen (sonst werden Verwandte gefragt, die in seinem Namen sprechen, nicht in ihrem eigenen!), oder aber kann wie in Österreich durch eine Bescheinigung (da ist jeder erst mal potenziell Spender, auch Urlauber dort!) seine Ablehnung kundtun. Interessanterweise sind über 80% der dt. Bevölkerung Befürworter der Organspende, aber unter 5% tragen einen Ausweis (auf diesem kann man auch seine Ablehnung vermerken!).

Ein "Geklonter" dagegen hat keinerlei Mitsprache bei der Entscheidung über sein Leben, und ich bin mir ziemlich sicher, dass bereits unser Grundgesetz schreibt (wo finde ich das im Netz?), dass an niemandem gegen seinen Willen geforscht werden dürfe (geschweige denn töten) - ein wichtiger Aspekt in der Alzheimer-Forschung an Kranken. Wer nicht mehr oder noch nie einwilligungsfähig ist/war, an dem darf man nicht einfach "weil er ja nix dagegen sagt" Hand anlegen.

 

Die "Änderung" der Kirche zu Organspenden hat mit einer geänderten Ansicht zum "Ort" der Persönlichkeit zu tun (angeblich ausschließlich im Hirn). Die Organspende verbietet quasi die ganzheitliche Sicht des Menschen, da sonst ja jemand etwas von sich, also seiner Person als Seele, nicht nur seines Körpers, spenden würde. Im Grunde genommen folgt diese Argumentation der alten Trennung von Seele-Leib (nach Descartes), die wir uns doch sonst in vielen Bereichen der Medizin wegwünschen (und viele Patienten zu Alternativen bringt). Und diese Trennung wurde halt seltsamerweise in älteren Kirchenmeinungen verurteilt. Denn immer ging und geht es um die leibliche Auferstehung der Toten, die man aber jetzt nicht mehr so stark am eigenen Körper materialistisch sieht (siehe Paulus und der verklärte Leib).

In musl. Ländern beispielsweise gibt es sowas wie Organspende kaum. Auch Anatomie lernen die Leute entweder nur aus Büchern oder aber irgendein Toter wird von der Straße aufgelesen (ist wirklich so!). Dort ist die Unversehrtheit des Toten bei der Bestattung sehr wichtig.

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Hallo,

 

ich warte eigentlich immer noch auf einen Beitrag von Thofrock, in dem er etwas genauer präzisiert, was er genau an der Stellungnahme der katholischen Bischofskonferenz kritisiert.....

 

in welchem Punkte er anderer Meinung ist.....

 

Des weiteren vermisse ich bei allen, die sich so euphorisch für den Einsatz des "therapeutischen Klonens" aussprechen, dass sie mal konkreter angeben, an welchen Krankheitsbekämpfung sie denken.......?

 

So weit mein aktueller Wissenstand reicht sieht es im Moment so aus:

 

Es ist vollkommen unklar, ob sich aus Stammzellen spezifizierte Körper oder Organzellen überhaupt züchten lassen.....und wenn ja, dann ist es vollkommen unklar, ob auf diese Weise eine Krankheitsbekämpfung einmal möglich sein wird....

 

Es ist auch noch überhaupt nich klar, ob der weg der embyonalen Stammzellen etwas verspricht oder die Forschung an adulten Stammzellen.....

 

Man sollte doch in aller Ruhe einmal die Ergebnisse und Fortschritte in der Erkenntnis der Grundlagenforschung abwarten....bevor man Schnellschüsse produziert und von irgendwelche Heilungsmöglichkeiten spricht, die in der Realität noch nirgendwo vorhanden sind.....

 

Bis irgendwelche neue Erkenntnisse in der Grundlagenfoschung vorliegen kann man ohne weiteres an dem relativ strengen deutschen Embyonenschutzgesetz festhalten, das ja sogar den Import von Stammzellen zwecks Grundlagenforschung erlaubt....also für die Wissenschaftler kein Grund zum Jammern....

 

Gruß

 

Mozart

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Da ich hier dauernd rausfliege werde ich auf die Beiträge einzeln antworten.

 

Zu "Zeit" Stellung zu nehmen lohnt sich nicht. Man sollte nicht über Vernunft und Menschlichkeit sinnieren wenn man einen solch grotesken Blödsinn von sich gibt. Offenbar ist der Teilnehmer inzwischen ja gesperrt, wozu man nur gratulieren kann.

 

Zu Werner:

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich selbst werde eines Tages auf eine Herztransplantation angewiesen sein. Vor 9 Jahren (ich war 27) bekanm ich eine schwere Kardiomyopathie die sich aufgrund der späten Diagnose als unheilbar herausstellte. Meine Lebensqualität ging den Bach runter, Job, Familienplanung, Hobbys - alles im Eimer.

Da hat man viel Zeit zum Nachdenken und Verbittert sein. In dieser Zeit kam mir auch mein Glauben abhanden, eine logische Folge der Geschehnisse. Seiddem versuche ich meine Mitmenschen von den Gefahren organisierter Religion zu überzeugen.

Meinungen zur Organspende wie deine sind für mich ein Todesurteil auf Raten. Evt. könnte die Kunstherzforschung in vielen Jahren Hilfe schaffen, aber es ist sehr fraglich ob ich noch genug Zeit habe.

Nachsorge, statistische Daten und Erfolgspotential (bei allen Risiken) entnimmst du am besten der Page vom Herzzentrum Bd. Oeynhausen. Sehr ausführlich und verständlich erklärt dort. Die Frage der Organspende von den Nachsorgeproblemen abhängig zu machen ist ein schwaches Argument.

Sorry das ich mitunter etwas heftig formuliere, aber bei diesem Thema bin ich als Betroffener eben sehr emotional dabei. Bitte nicht persönlich nehmen.

 

Gruß Thofrock    

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Zu Ralf:

Ein sehr angenehmer Beitrag auf den ich sehr gern antworte.

Einen Ausweiß habe ich natürlich, jedoch sind meine Organe wohl nicht mehr verwendbar. Die Problematik der wenigen ausgewiesenen Spender führe ich auch auf kirchliche Einflüsse zurück. Werner ist ein Beispiel dafür daß noch sehr viele Menschen Organspende aus ethischen Gründen ablehnen. Vor allem in katholischen Regionen bleibt da einiges hängen. Bis zur Offensive von Horst Seehofer (erstaunlich daß ausgerechnet ein CSU-Mann alle Anstrengungen unternahm um zu helfen, aufzuklären) war es ja kaum möglich die Ausweise überhaupt zu bekommen. Daß seit dem die Anzahl der Spenderorgane weiter abnimmt (im Eurotransplantabkommen liegt Deitschland am Ende) ist beschämend.

 

Die Embryonenforschung sehe ich sehr pragmatisch. Für mich stellt ein zu Forschungszwecken gezüchteter Embryo kein menschliches Leben dar. Ich akteptiere aber wenn andere da ein Problem mit haben, so sie es schlüssig begründen können.

Im Ausland laufen die Forschungen ohnehin schon und auch bei uns werden die Bedenken im Laufe der Zeit aufweichen.

Das Islam-Beispiel ist übrigens schön für meine Vorbehalte gegen organisierte Religionen. Dort war es früher sogar eine Todsünde Menschen aufzuschneiden was dazu führte das ein entzündeter Blinddarm unabwendbar zum Tode führte. Auch hier siegt die Vernunft langsam über religiöse Lehren.

 

Gruß Thofrock

 

(Torfrock kenne ich auch noch...

 

Übrigens wollte ich zu Werner noch ergänzen daß ich absolut unverschuldet an diese Erkarankung geraten bin, dessen Ursache nie gefunden wurde. Ich hatte sehr gesund gelebt, nie Tabak, kaum Alkohol und absoluter Feind von Drogen etc.)

   

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Zu Mozart:

Natürlich kann zu Beginn oder im Verlauf wissenschaftlicher Arbeiten nicht den Output voraussagen. Was dabei herauskommt muß man natürlich abwarten. Einige Zeit vor der ersten Herztransplantation anno 1968 hat auch niemand geglaubt das sowas möglich ist. Seiddem sind unglaubliche Fortschritte gemacht worden. Nächstes Jhr geht das erste künstliche voll impantierbare Herzunterstützungssystem in Serie. Vor zehn Jahren war das Utopie.

Laßt die Forscher doch in Ruhe arbeiten, schafft nur die Rahmenbedingungen damit der Erfolg schnellstmöglich eintritt. Im Bereich Parkinson, MS, Stoffwechselerkrankungen überhaupt sind die Chancen wirklich gut.

 

Am Veto der Bischofskonferenz stört mich vor allem daß man hier die mögliche Heilung von Menschen wegwirft. Eiskalt werden wahrscheinliche Chancen Tausender kaputtgemacht. Und wenn sich diese Menschen in ihrem Leiden dann das Leben nehmen wollen weil sie keine Chance mehr haben ist da wieder falsch. Weil das Leben ja heilig ist. Ganz schön zynisch.

Gruß Thofrock

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hallo thofrock,

 

nun ist organspende wie wir wissen nicht dasselbe wie klonen , wirft aber auch probleme auf. das weisst du sicher auch. wann ist jemand wirklich tot usw. usw .

klonen und auschlachten ist ja nochmals etwas anderes.

übrigens sterben müssen wir alle früher oder später und eine noch so perfekte medizin kann das nie verhindern. ich glaube aber, dass auch die medizin ethische grenzen hat, nämlich da, wo man anderes leben beeinträchtigt oder gar tötet.  

nochmals: die medizin will nur an den fesseln der pharmaindustrie hängen und denkt ein dreck nach über verhütung und echte heilung. wieviel allergien könnte man heilen oder vermeiden , wieviel herzkrankhieten usw. heuet wird das mukosaimmunsystem systematisch von den ärzten geschädigt (erlebe gerade wieder so einen fall) , was zu rezdiven und abwehrschwächen und am ende zu chronischen krankheiten führt, die nicht mehr geheilt werden können. alles ein gutes geschäft , nicht wahr?

ich habe gerade eine dokumentation vorliegen von deustchen ärztekammern, die belegen, dass vor allem bei kindern in den letzten 10 jahren der antibiotikaverbrauch ca. verdoppelt wurde. da ist auch belegt, dass diese selbst of da eingesetzt wurden, wo gar keine bakteriellen infektionen vorlagen.

mehr sage ich dazu nicht.

gruss werner

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Lieber Thofrock,

 

du schreibst, dass es bis vor kurzen kaum möglich war, Organspenderausweise zu bekommen (? hab ich das richtig so verstanden?)

 

Hinweis: Man braucht keinen offiziellen Ausweis. Es genügt eine unterschriebene Willenserklärung, die man bei sich führt, aus der hervorgeht, dass man im Falle seines Ablebens seine Organe zur Verfügung stellt. So einen Schrieb kann sich jeder Mensch selbst ausstellen. Die von offizieller Seite verteilten Vordrucke dienen nur dazu, eventuelle Unklarheiten zu vermeiden. Sie sind nicht verbindlich vorgeschrieben.

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Zu Ute:

Ich meinte die Situation Anfang der 90er bevor Horst Seehofer die Organspende publik machte. Zu der Zeit mußte man 5 Apotheken ablaufen um so´n Teil zu bekommen.

 

Zu Werner:

Natürlich ist da viel Geschäftemacherei im Spiel. Das die Pharma und Medi/Biotech-Unternehmen Geld verdienen wollen ist klar. Aber ist die katholische Kirche da eine Ausnahme ? Wohl kaum. Das ist der profitabelste Konzern weltweit. Da kommen Pfizer, Merck, Bayer, Finck u.s.w. zusammen nicht hin.

 

Gruß Frank  

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Hallo Thofrock!

 

Erst mal wünsche ich Dir, dass Du einen geeigneten Spender finden wirst. Da Du ja noch relativ jung für eine Transplantation bist (36 Jahre, oder?), wäre natürlich ein jüngeres Herz (Unfallopfer) besser. Nur mal so nebenbei, weißt Du, ob es eine dilatative oder hypertrophe Kardiomyopathie ist (reine Medizinerneugier, sorry)?

 

Wenn Du Dir den Wortlaut der dt. Bischöfe bei http://www.dbk.de mal genau anschaust, kannst Du ja Deine Kritik nochmal etwas verfeinern. Im Moment scheint es mir, dass Du eher eine frühere Ansicht verurteilst.

 

Dass Du einem Embryo keine Mensch-Sein-Qualität zuschreibst, ist natürlich Dein volles Recht (wenn auch naturwissenschaftlich nicht haltbar, lediglich anthropologisch kulturell, aber das spielt ja mit rein bei vielen). Nur musst Du eben auch anderen, in dem Fall den Bischöfen und anderen Christen das Recht lassen, das anders zu sehen.

Das Leben ist übrigens aus christl. Sicht insofern heilig, als das es ein Geschenk ist und angenommen werden muss (aus christl. Sicht wie gesagt). Den Beschenker beleidigt man ja auch sonst ungern. Wer ein Gecshenk nicht will, kann es ja weiterschenken. Aber er darf nicht frei darüber verfügen, und gegeneinander aufrechnen lassen sie sich nicht, da alle einzigartig sind.

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hallo thofrock,

 

auch die kirche braucht geld, kommt immer nur drauf an für was man das verwendet. die konzerne schaden uns aber nicht so wenig, zwar nicht immer aber oft genug.

deine herzsache hängt ja auch mit einem geschwächten abwehrsystem zusammen und evtl. noch zusätzlich mit einer möglichen herdbelastung. das reduzierte abwehrsystem hat entscheidenden einfluss auf den stoffwechsel und keiner soll sagen, dass soclhe herzerkrankungen nichts mit dem stoffwechsel zu tun haben. der heutige weg der medizin ist wieitgehend der die symptome zu kurieren. das geht auf dauer nicht gut , sondern schürt sogar die chronische krankheit. iatrogene krankheiten nennet man das dann. viele sprechen und schreiben darüber, ändern aber tut sich nichts entscheidendes, obwohl es alternativen gibt!!!!!!!!!!!

 

gruss werner

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Zitat von Ralf am 14:40 - 20.März.2001

Hallo Thofrock!

 

Erst mal wünsche ich Dir, dass Du einen geeigneten Spender finden wirst. Da Du ja noch relativ jung für eine Transplantation bist (36 Jahre, oder?), wäre natürlich ein jüngeres Herz (Unfallopfer) besser. Nur mal so nebenbei, weißt Du, ob es eine dilatative oder hypertrophe Kardiomyopathie ist (reine Medizinerneugier, sorry)?

 

Wenn Du Dir den Wortlaut der dt. Bischöfe bei
mal genau anschaust, kannst Du ja Deine Kritik nochmal etwas verfeinern. Im Moment scheint es mir, dass Du eher eine frühere Ansicht verurteilst.

 

Dass Du einem Embryo keine Mensch-Sein-Qualität zuschreibst, ist natürlich Dein volles Recht (wenn auch naturwissenschaftlich nicht haltbar, lediglich anthropologisch kulturell, aber das spielt ja mit rein bei vielen). Nur musst Du eben auch anderen, in dem Fall den Bischöfen und anderen Christen das Recht lassen, das anders zu sehen.

Das Leben ist übrigens aus christl. Sicht insofern heilig, als das es ein Geschenk ist und angenommen werden muss (aus christl. Sicht wie gesagt). Den Beschenker beleidigt man ja auch sonst ungern. Wer ein Gecshenk nicht will, kann es ja weiterschenken. Aber er darf nicht frei darüber verfügen, und gegeneinander aufrechnen lassen sie sich nicht, da alle einzigartig sind.


 

Ein Beitrag, der zu einer besseren Diskussionskultur in diesem Forum einiges beisteuert. Thofrock, Dir wünsche ich eine etwas weniger verbissene Einstellung zur Religion im allgemeinen, denke auch dass Deine Motivation hier zu posten nicht ausschliesslich die ist, über das Christentum herzufallen. Im übrigen schliesse ich mich dem Votum der Bischöfe voll an, nicht nur weil ich Christ aus Überzeugung bin.

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Hallo werner!

 

Eine Bitte: mach keine Ferndiagnosen, stellt nicht nur mir (nehme ich mal an) die Nackenahaare auf.

 

Hallo Habenus!

 

Danke schön.

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hallo ralf,

 

ferndiagnosen mache ich nicht, sind nur andeutungen. ansonsten habe ich hier einige prinzipien angedeutet,die man in keinem medizinstudium erfährt.

 

gruss werner

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Hallo Ralf und HAbeNUs

Also die Geschichte ist dilatativ mit AV Block 3 und Linksschenkelblock. Mit dem Spenderorgan wäre das wohl ein Sechser im Lotto. Inzwischen werden jährlich in D kaum mehr als 400 OP´s durchgeführt. Die Wartelisten werden im länger.

Durch den Einsatz von Kunstherzunterstützungsysstemen (das Produkt von Mediport wird wohl nächstes Jahr serienreif) wird die Warteliste dann wohl noch länger weil die Patienten länger auf die Zuteilung warten dürfen.

 

Ansonsten sind wir gar nicht soweit entfernt. Daß man andere Meinungen zur Embryonenfoschung respektieren muß hatte ich ja schon eingeräumt. Mich stört nur eben daß die Kirchenobersten hier immer geschlossen eine Vorgabe anbieten die dann für alle anderen gelten soll. Daß ein Bischof mal aus der Reihe tanzt kommt ja eigentlich nur alle paar Jahre vor. Häufig sind diese Vorgaben dann so daneben daß selbst die gläübigsten Christen sich abwenden (Sexualität vor der Ehe, Verhütung, etc...) Da wäre einiges zu reformieren.

 

Zu HAbeNUs

Über das Christentum herfallen ist wirklich nicht meine Absicht. Ich hätte es nur gern etwas verändert und wundere mich zunehmens das viele Christen so kritiklos jeden Blödsinn mitmachen. Dabei kann man gerade hier im Forum viele Menschen antreffen die mich hoffen lassen. Bei anderen scheint allerdings jede Hilfe zwecklos. Aber die werden ja dann gesperrt.

 

Viele Grüße von Thofrock

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Hallo Thofrock!

 

In dem FAZ-Artikel beleuchtet Spaemann dieses Thema hervorragend, er kann das weitaus besser als ich.

 

Übrigens sind die Bischöfe hier einstimmig vorgegangen. Wer meint, dass Bischöfe ihm/ihr selbst nichts zu sagen hätten (ich bin mein eigener Bischof/Papst), der kann das natürlich, nur ist er dann nicht mehr katholisch, höchstens auf dem Papier.

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