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Sprechen über den Glauben


Justin Cognito

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Justin Cognito

Glauben und über den Glauben sprechen sind natürlich zweierlei Paar Schuhe. Und Sätze über den Glauben sind natürlich in erster Linie einmal Sätze. Wenn Papst Johannes Paul II, du und ich das Glaubensbekenntnis sprechen, werden wir dieselben Worte gebrauchen. D.h. die Schallwellen werden ähnlich gelagert sein .... Soweit so gut. Doch ist der Satz als Satz höchstens dazu geeignet um festzustellen wer ihn spricht und wer nicht (um im schlechtesten, historisch aber durchaus verbürgten Fall dazu zu dienen zwischen Freund und Feind zu unterscheiden). Was ein solcher Satz meint, erschließt sich wohl erst im gläubigen Leben (Leben aus dem Glauben). Und über mein gläubiges Leben zu reden (respektive schreiben) ist wieder etwas anderes als der Glauben selbst. Ich habe es hier trotzdem versucht um soetwas wie "meine existentielle Interpretation" des Glaubensbekenntnis aufzuschreiben.

 

Ich mache jedoch in letzter Zeit oft die Beobachtung, dass solche existenziellen Interpretationen viele Menschen gar nicht interessieren, sie im Gegenteil mehr verunsichern als ihnen zu helfen. Für sie ist es wichtiger mit den bekannten Sätzen eine gewisse Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich sicher fühlen. Das wirft für mich wiederum die Frage auf, wieweit Reflexion und existentielle Interpretation des eigenen Glaubens notwendig sind. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es einerseits durchaus glücklichen und geglückten unreflektierten Glauben geben kann, auf der anderen Seite ein socher unreflektierter Glauben oft in Gefahr läuft einfach nur Abgrenzung und Gruppenidentät zu schaffen (wir die die Sätze sprechen und die anderen die sie nicht sprechen), im schlechtesten Fall auch Feindbilder.

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Glauben und über den Glauben sprechen sind natürlich zweierlei Paar Schuhe. Und Sätze über den Glauben sind natürlich in erster Linie einmal Sätze. Wenn Papst Johannes Paul II, du und ich das Glaubensbekenntnis sprechen, werden wir dieselben Worte gebrauchen. D.h. die Schallwellen werden ähnlich gelagert sein .... Soweit so gut. Doch ist der Satz als Satz höchstens dazu geeignet um festzustellen wer ihn spricht und wer nicht (um im schlechtesten, historisch aber durchaus verbürgten Fall dazu zu dienen zwischen Freund und Feind zu unterscheiden). Was ein solcher Satz meint, erschließt sich wohl erst im gläubigen Leben (Leben aus dem Glauben). Und über mein gläubiges Leben zu reden (respektive schreiben) ist wieder etwas anderes als der Glauben selbst. Ich habe es hier trotzdem versucht um soetwas wie "meine existentielle Interpretation" des Glaubensbekenntnis aufzuschreiben.

 

Ich mache jedoch in letzter Zeit oft die Beobachtung, dass solche existenziellen Interpretationen viele Menschen gar nicht interessieren, sie im Gegenteil mehr verunsichern als ihnen zu helfen. Für sie ist es wichtiger mit den bekannten Sätzen eine gewisse Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich sicher fühlen. Das wirft für mich wiederum die Frage auf, wieweit Reflexion und existentielle Interpretation des eigenen Glaubens notwendig sind. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es einerseits durchaus glücklichen und geglückten unreflektierten Glauben geben kann, auf der anderen Seite ein socher unreflektierter Glauben oft in Gefahr läuft einfach nur Abgrenzung und Gruppenidentät zu schaffen (wir die die Sätze sprechen und die anderen die sie nicht sprechen), im schlechtesten Fall auch Feindbilder.

Es gibt in Bezug auf den unreflektierten Glauben für mich in der Hauptsache zwei Gruppen von Leuten. Es gibt diejenigen, die sind Reflexion anhalten würde.

Es gibt aber auch die, die so tun, als würden sie reflektieren, tun es aber nicht.

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Worte ziehen an- Beispiele reissen mit. Der Ausspruch: Für viele sind lebendige Christen heute die einzige Bibel, die sie noch lesen.

 

Der Glaube wird glaub- würdig, wenn er gelebt wird. Wer Gott im Mund und den Teufel im Herzen hat- um es krass auszudrücken- wird sicherlich bei den Suchenden Ärgernis erregen. Zwar verwenden manche die

Lippenbekenntnisse oder das Sonntagschristentum auf unfaire Weise als

Ausrede, sich nicht zu Christus und zum Christentum zu bekehren- aber ein Mahatma Ghandi hat meines Wissens gesagt: ich würde Christ werden, wenn da nicht die Christen wären.

 

So weit es menschenmöglich ist, sollte der Glaube nicht nur auf den Lippen, sondern im Herzen sein und sich im täglichen Leben zeigen. Die gelebte Liebe spricht am lautesten über den Glauben, wenn diese Liebe aus der innigen Verbundenheit des Mensche mit Gott kommt.

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Lieber Kryztow!

 

so ähnliche Gedanken kommen mir manchmal auch. Wozu eigentlich dieser ganze Aufwand? Die Kirche strotzt nur so von Dogmen, Erklärungen, komplizierten Gedankengängen von Theologen. Doch nur eines ist wichtig. Und das ist mit all dem nicht zu erfassen.

 

Brauchen wir wirklich mehr, als den Willen, uns hinzugeben an Gott? Denn wo dieser Wille ist, da fehlt nichts mehr.

 

So weit meine romantischen Gedanken. Aber ruckzuck werde ich wieder aus ihnen herausgerissen. Dieser Wille ist nämlich weder etwas Statisches, was einfach und unveränderlich vorhanden wäre. Noch ist er etwas, was einfach so von selbst kommt.

 

Und dann hilft nichts: Dann muss man eben doch nachdenken und reflektieren, lesen, nachvollziehen, nachspüren.

 

Letztlich verbirgt sich hinter meinen romantischen Gedanken

a) Bequemlichkeit und

B) sogar eine Häresie. Eine Fehldeutung Gottes: Der Geist könne wirken und von Gott Vater künden, ohne die Konfrontation mit dem lebendigen Wort Gottes.

 

Gott spricht zu uns durch die Realität. Und das macht die Sache kompliziert. Ein Dialog zwischen dem Wirken des Geistes, der mir das Gespür schenkt für die Unterscheidung der Geister und dem Wort Gottes, das mich mit der Realität konfrontiert, kommt in Gang - und damit auch das Gehirn.

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Glauben und über den Glauben sprechen sind natürlich zweierlei Paar Schuhe.

Vor allem kommt es wohl darauf an Glaube zu leben. Das geschieht in erster Linie in der Familie. Daran erinnert der Papst in seiner Familienenzyklika:

 

Christliche Ehe und Familie bauen die Kirche auf: wird doch die menschliche Person in der Familie nicht nur gezeugt und durch die Erziehung allmählich in die menschliche Gemeinschaft eingeführt, sondern durch die Neugeburt in der Taufe und die Glaubenserziehung auch eingeführt in die Familie Gottes, die Kirche. (FC 15)

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Glauben und über den Glauben sprechen sind natürlich zweierlei Paar Schuhe.

Da kann ich erst mal nur zustimmen.

 

Aber warum ist das so?

Sind Glauben und das Reden über den Glauben grundsätzlich verschiedene Dinge?

Sind sie auf unterschiedlichen Ebenen beheimatet, auf der Gefühlsebene bzw. auf der Verstandesebene?

 

Und brauche ich beide Paar Stiefel?

Oder reicht mir das eine, nämlich der Glaube?

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Glauben und über den Glauben sprechen sind natürlich zweierlei Paar Schuhe.

Da kann ich erst mal nur zustimmen.

 

Aber warum ist das so?

Sind Glauben und das Reden über den Glauben grundsätzlich verschiedene Dinge?

Sind sie auf unterschiedlichen Ebenen beheimatet, auf der Gefühlsebene bzw. auf der Verstandesebene?

 

Und brauche ich beide Paar Stiefel?

Oder reicht mir das eine, nämlich der Glaube?

Sagen wir mal so:

 

Glauben liegt wohl auf der existenziellen Ebene. Genau das ist ja das Problem in der Kommunikation mit den Atheisten: Erklär mal Gottesbeziehung oder Gottserfahrung. Glauben kann man ohne je ein Wort darüber zu verlieren. Allerdings stellt sich natürlich die Frage, ob das Ganze dabei nicht sehr diffus bleibt.

Reden über den Glauben ist etwas ganz Anderes. Zum einen muss man dafür erst einmal ein sprachliches Werkzeug entwickeln, etwa Begriffe für das finden was man glaubt. Selbst wenn dieses Werkzeug schon vorgegeben ist, wie in der katholischen Dogmatik, muss man sich selbst dieses Werkzeug erst aneignen. Was ist ein Vater in Hinblick auf Gott, oder Dreifaltigkeit oder die Sohnschaft Jesu usw...

Und hier in dieser Aneignung beginnt das Problem: Nicht nur, dass die Begriffe wiederum ganz unterschiedloch gefüllt werden koennen (wobei jemand wie Raphael jetzt sagen würde, dass die Definition seitens des Lehramtes eindeutig genung sind, um jeden Zweifel auszuschließen), man muss sie zum einen erst einmal überhaupt aktiv verstehen (das ist etwas anderes als das übernehmen der Kindheitsdogmen) und dann auch noch für sich annehmen. Und hier sind wir am Pun kt der Sprachlosigkeit. Nicht nur, dass wir es nicht gewohnt sind, über existenzielle Dinge zu sprechen, wir wissen nicht (mehr), was die Begriffe, mit denen wir täglich umgehen wirklich (für uns) bedeuten. Wir haben den Begriff der Dreifaltigkeit etwa nicht mehr gefüllt. Das spüren wir. Und bevor ich anfange, mit diesem Begriff zu argumentieren und mein Diskussionspartner merkt, dass ich selbst kaum weiß, was dieser Begriff bedeutet, also das dünne Eis entlarvt, auf dem ich stehe, sage ich lieber nichts oder rede nur vage von meiner Gotteserfahrung, die sowieso kaum vermittelbar ist.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Glauben und über den Glauben sprechen sind natürlich zweierlei Paar Schuhe. Und Sätze über den Glauben sind natürlich in erster Linie einmal Sätze. Wenn Papst Johannes Paul II, du und ich das Glaubensbekenntnis sprechen, werden wir dieselben Worte gebrauchen. D.h. die Schallwellen werden ähnlich gelagert sein .... Soweit so gut. Doch ist der Satz als Satz höchstens dazu geeignet um festzustellen wer ihn spricht und wer nicht (um im schlechtesten, historisch aber durchaus verbürgten Fall dazu zu dienen zwischen Freund und Feind zu unterscheiden). Was ein solcher Satz meint, erschließt sich wohl erst im gläubigen Leben (Leben aus dem Glauben). Und über mein gläubiges Leben zu reden (respektive schreiben) ist wieder etwas anderes als der Glauben selbst. Ich habe es hier trotzdem versucht um soetwas wie "meine existentielle Interpretation" des Glaubensbekenntnis aufzuschreiben.

 

Ich mache jedoch in letzter Zeit oft die Beobachtung, dass solche existenziellen Interpretationen viele Menschen gar nicht interessieren, sie im Gegenteil mehr verunsichern als ihnen zu helfen. Für sie ist es wichtiger mit den bekannten Sätzen eine gewisse Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich sicher fühlen. Das wirft für mich wiederum die Frage auf, wieweit Reflexion und existentielle Interpretation des eigenen Glaubens notwendig sind. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es einerseits durchaus glücklichen und geglückten unreflektierten Glauben geben kann, auf der anderen Seite ein socher unreflektierter Glauben oft in Gefahr läuft einfach nur Abgrenzung und Gruppenidentät zu schaffen (wir die die Sätze sprechen und die anderen die sie nicht sprechen), im schlechtesten Fall auch Feindbilder.

Ich denke, dass ein Glaubensweg ein Wachstumsweg sein sollte.

Wir sollen zunehmen an Glauben, Hoffnung, Liebe.

Und alle diese Dinge sind ja (im Normalfall) nicht ein für allemal gegeben und wachsen dann von selbst, sondern im Gegenteil: sie verrinnen von selbst immer wieder, fast ohne dass man es bemerkt.

Das alles sind ja Ich-Aktivitäten: ich muss Glauben fassen, ich muss Hoffnung schöpfen, ich muss Liebe schenken.

Dazu brauchen wir Kraft und ich glaube, dass diese Kraft u.a. im Wissen wohnt und den Verstand braucht, damit sie bleiben kann.

Je bewusster ich mich erinnere an Erfahrungen des Begleitetseins, der Führung, und Sprache dafür gefunden habe, so dass ich es benennen und wieder herholen kann; je genauer ich weiß, wofür ich mich einsetze und wie überaus sinnvoll das ist; je genauer ich sehe, was da ist und was es braucht und was ich tun kann - je tiefer ich also erkannt habe, wie das Ziel ausschaut, dem ich zugewandt bin und wie sich mein Weg zu dem Ziel verhält, desto mehr Zugang habe ich zu der Kraft, die in mir liegt.

 

Das religiöse Wissen, das uns in Form von Bildern und mystischen Erfahrungen geschenkt wird, ist ja auch Information. Über uns Menschen, über die Beschaffenheit der Welt, über "den Geist". Und es ist dazu bestimmt, nicht "jenseits der Sprache" zu bleiben, sondern sagbar zu werden. Wenn wir ihm hoffnungsvoll zuhören, formt es aus sich selbst erstaunlich neue Worte für das Unsägliche in unseren Verstand ein. Es wartet darauf, dass wir es als "Wort auf dem Weg" verstehen und dass unser "Herz" zu denken anfängt und uns der Glaube wirklich zur Quelle wird, aus der wir als erwachsene Menschen ganz konkret Hilfe für unser Leben schöpfen können.

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Das religiöse Wissen, das uns in Form von Bildern und mystischen Erfahrungen geschenkt wird, ist ja auch Information.

Das religiöse Wissen, das Gott in sich Familie ist, wie der Papst sagt, und die mystische Berufung zur Liebe in Kirche und Familie ist eine Information, die wir immer deutlich wahrnehmen müssen.

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Glauben liegt wohl auf der existenziellen Ebene. Genau das ist ja das Problem in der Kommunikation mit den Atheisten: Erklär mal Gottesbeziehung oder Gottserfahrung. Glauben kann man ohne je ein Wort darüber zu verlieren. Allerdings stellt sich natürlich die Frage, ob das Ganze dabei nicht sehr diffus bleibt.

Lieber Matthias,

 

dieser Gedanke kam mir auch: Glauben ohne darüber zu reden, geht das?

Zunächst einmal sicher ja.

Aber geht es auf Dauer?

Lässt sich etwas so existenzielles bewahren und erleben, ohne es je in Worte zu fassen?

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Justin Cognito

Mir fällt ein Paralellbeispiel ein, das aber (wie alle Beispiele) leider etwas hinkt: Man braucht wohl nicht zu sagen dass man sich verliebt hat, um sich zu verlieben. Man tut es einfach. Irgendwann sagt man das dann auch und bekennt seine Liebe (wie man auch seinen Glauben bekennt). Das gehört dazu - bei der Liebe - wie beim Glauben. Hier spielt sich alles auf einer existentiellen Ebene ab. Später muss sich das existentielle Bekenntnis im Leben bewähren und es gesellen sich aus der Erfahrung zum einfachen Satz "Ich liebe dich" "Ich glaube an Gott" zahlreiche andere Sätze hinzu (zB.: Ich mag deinen Humor, Ich verstehe deine Sorgen, Ich möchte mit dir meine Zukunft verbringen bzw Gott hat sich in Jesus Christus geoffenbart, er begegnet uns immer noch in den Sakramenten etc etc). Andere Sätze sagt man vielleicht auch einfach so, weil sie als Schablonen irgendwo im Gedächtniss festsitzen und situationsgerecht abgerufen werden ohne dass man sich dabei viel denken würde. Sätze vielleicht die man aus Filmen und Büchern kennt oder die man immer schon in der Kirche gehört hat.

 

Und irgendwann ergibt sich dann die Situation wo die Frage auftaucht: "Du sagst du verstehst mich - aber was meinst du damit? Was magst du an ihrem Humor? Liebst du mich eigentlich? Was meinst du mit Dreifaltigkeit? Glaubst du dass du in der Kommunion wirklich Jesus begegnest? etc. Und schon haben wir keine existentielle Ebene mehr .... sondern Reflexion.

 

Und da gibt es dann auch wieder mehrere Möglichkeiten und Holzwege:

 

Manche sagen Reflexion brauch ich nicht. Liebst du mich/sie/ihn oder nicht? Glaubst du an die kirchlichen Lehraussagen ja oder nein? Bei Übereinstimmung der Antwort mit der eigenen Antwort ist es wunderbar, wir gehören zusammen. Alles andere ist eben nichts. Aus einer existentiellen Erfahrung ist auf der Ebene des Satzes einfach ein Unterscheidungskriterium geworden. Das sieht man auch im Forum oft. Die Frage ist nicht was eine lehramtliche Aussage meint (auch für das eigene Leben), hauptsache man stimmt ihr zu oder man lehnt sie ab und kann damit erfolgreich eingekastelt werden. Und im eigenen Kastl kann es ja durchaus gemütlich sein.

 

Die andere Möglichkeit ist auf der Meta Ebene so lange herumzureden bis der andere überhaupt nichts mehr versteht. Liebst du mich jetzt oder nicht? oder Glaubst du jetzt an die Auferstehung deiner Großmutter? "Ist die Antwort dann "Also Shakespear hat einmal über die Liebe gesagt dass , ...." "Im Denzinger steht dass ...." etc, wird bald klar dass solche Fragen auf einer rein theoretischen Ebene nicht gelöst werden können, bzw ihre Beantwortung wohl vielen Menschen nichts sagen würde.

 

Was ist also die Lösung? Ich weiß es nicht aber die Verbindung zwischen existentieller Ebene und Meta Ebene ist wohl die Reflexionsebene (die natürlich ebenfalls eine Meta Ebene ist). Aber in der Reflexion wird die eigene existentielle Erfahrung in den Blick genommen. Wie habe ich selbst die Liebe erlebt und wie die Begegnung mit Christus in der Kommunion. Hier kommt dann Theorie und existentielles Leben zueinander. Aber insgesamt ist diese Ebene natürlich nur um den Preis von Erfarung und Nachdenken über diese Erfahrung zu haben. Es hilft weder das Wiederholen von Sätzen noch ihre bloß theoretische Erklärung.

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Das habe ich zwar schon in einem anderen Thread geschrieben, aber da es zum Thema passt ...

 

Papst Gregor der Große schrieb in seiner "Magna Moralia" "... wenn der Verstand Dinge zu begreifen versucht, die jenseits seiner Kräfte liegen, dann verliert er auch das Begriffene". Das bezieht er auf Gott.  Weiters führt der  Heilige aus: "fast alles über Gott gesagte ist wertlos, ganz einfach deswegen, weil man es hat sagen können".

 

Manchmal denke ich mir, wir haben nicht das Problem, dass über Gott zu wenig gesagt würde; manchmal denke ich, wir haben das Problem, dass wir über Gott zu viel zu sagen haben. Ich stelle mir das so vor: ich doziere über Gott, seine Eigenschaften, die Dreifaltigkeit, die Unbefleckte Empfängnis ... Du da hinten, lieber Gott! Passt Du schon wieder nicht auf? Na, da musst Du dann heute zur Strafe eine Stunde nachsitzen! Wo kämen wir denn da hin, wenn Gott nicht aufpasst, was ich über ihn gescheites zu sagen habe?

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Manchmal denke ich mir, wir haben nicht das Problem, dass über Gott zu wenig gesagt würde; manchmal denke ich, wir haben das Problem, dass wir über Gott zu viel zu sagen haben. Ich stelle mir das so vor: ich doziere über Gott, seine Eigenschaften, die Dreifaltigkeit, die Unbefleckte Empfängnis ... Du da hinten, lieber Gott! Passt Du schon wieder nicht auf? Na, da musst Du dann heute zur Strafe eine Stunde nachsitzen! Wo kämen wir denn da hin, wenn Gott nicht aufpasst, was ich über ihn gescheites zu sagen habe?

Wo, lieber Erich, hast Du hier im Thread einen Ansatz gesehen, dass jemand zu viel über Gott doziert und dabei Ihn auch noch gleichzeitig die Schulbank drücken lässt?

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Manchmal denke ich mir, wir haben nicht das Problem, dass über Gott zu wenig gesagt würde; manchmal denke ich, wir haben das Problem, dass wir über Gott zu viel zu sagen haben. Ich stelle mir das so vor: ich doziere über Gott, seine Eigenschaften, die Dreifaltigkeit, die Unbefleckte Empfängnis ... Du da hinten, lieber Gott! Passt Du schon wieder nicht auf? Na, da musst Du dann heute zur Strafe eine Stunde nachsitzen! Wo kämen wir denn da hin, wenn Gott nicht aufpasst, was ich über ihn gescheites zu sagen habe?

Wo, lieber Erich, hast Du hier im Thread einen Ansatz gesehen, dass jemand zu viel über Gott doziert und dabei Ihn auch noch gleichzeitig die Schulbank drücken lässt?

Ich habe das eigentlich nicht speziell auf diesen Thread bezogen.

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Glauben liegt wohl auf der existenziellen Ebene. Genau das ist ja das Problem in der Kommunikation mit den Atheisten: Erklär mal Gottesbeziehung oder Gottserfahrung. Glauben kann man ohne je ein Wort darüber zu verlieren. Allerdings stellt sich natürlich die Frage, ob das Ganze dabei nicht sehr diffus bleibt.

Lieber Matthias,

 

dieser Gedanke kam mir auch: Glauben ohne darüber zu reden, geht das?

Zunächst einmal sicher ja.

Aber geht es auf Dauer?

Lässt sich etwas so existenzielles bewahren und erleben, ohne es je in Worte zu fassen?

Also, familientheologisch wird Glaube nicht nur in Worte gefasst, sondern ist selbst das Wort, das sich hineinspricht in die Welt. Es ist nicht nur das Wort des Vaters, das er durch seinen Sohn in die Welt schickt, sondern auch die gläubige Antwort darauf der Brüder und Schwestern im Herrn.

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Glauben liegt wohl auf der existenziellen Ebene. Genau das ist ja das Problem in der Kommunikation mit den Atheisten: Erklär mal Gottesbeziehung oder Gottserfahrung. Glauben kann man ohne je ein Wort darüber zu verlieren. Allerdings stellt sich natürlich die Frage, ob das Ganze dabei nicht sehr diffus bleibt.

Lieber Matthias,

 

dieser Gedanke kam mir auch: Glauben ohne darüber zu reden, geht das?

Zunächst einmal sicher ja.

Aber geht es auf Dauer?

Lässt sich etwas so existenzielles bewahren und erleben, ohne es je in Worte zu fassen?

Hallo Gabriele,

 

man kann sehr wohl selber glauben, ohne darüber ein Wort zu verlieren. Ich denke hier an so etwas wie den Zen-Buddhismus, der kaum Worte verliert.

Allerdings ist unsere Religion auf Verkündigung angelegt, denn es handelt sich um eine Wortreligion (leider mit zuvielen Worten).

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Hallo Gabriele,

 

man kann sehr wohl selber glauben, ohne darüber ein Wort zu verlieren. Ich denke hier an so etwas wie den Zen-Buddhismus, der kaum Worte verliert.

Allerdings ist unsere Religion auf Verkündigung angelegt, denn es handelt sich um eine Wortreligion (leider mit zuvielen Worten).

 

Viele Grüße,

 

Matthias

Lieber Matthias,

 

wenn unsere Religion auf Verkündigung angelegt ist, wie Du sagst, müssen wir dann nicht schleunigst lernen, unseren Glauben in Worte zu fassen und weitersagen? (Ich meine jetzt diejenigen, die das nicht so toll können wie Du. :blink: )

 

Oder gibt es dann erst Recht zu viele Worte?

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Hallo Gabriele,

 

man kann sehr wohl selber glauben, ohne darüber ein Wort zu verlieren. Ich denke hier an so etwas wie den Zen-Buddhismus, der kaum Worte verliert.

Allerdings ist unsere Religion auf Verkündigung angelegt, denn es handelt sich um eine Wortreligion (leider mit zuvielen Worten).

 

Viele Grüße,

 

Matthias

Lieber Matthias,

 

wenn unsere Religion auf Verkündigung angelegt ist, wie Du sagst, müssen wir dann nicht schleunigst lernen, unseren Glauben in Worte zu fassen und weitersagen? (Ich meine jetzt diejenigen, die das nicht so toll können wie Du. :blink: )

 

Oder gibt es dann erst Recht zu viele Worte?

 

Liebe Grüße, Gabriele

Hallo Gabriele,

 

ja, das müssen wir schon lernen, weil dieser Glaube ohne Worte wohl eher etwas sehr Persönlich-Meditatives ist.

Aber diese Lernen ist etwas nicht ganz Leichtes und auch nichts Ungefährliches. Ich möchte das mal mit etwas Alltäglichem vergleichen: Wenn man für etwas eine Lösung sucht und über die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert, dann mag einem etwas klar werden, aber die Lösung bleibt unkonkret. Ich finde es dann wichtig, dass man die angedachte Lösung aufschreibt und in Worte fasst. Dann erst merkt man, ob diese Lösung auch wirklich funktioniert. Wenn ich lernen soll, meinen Glauben in eigene Worte zu fassen, dann wird mir bewusst, was ich wirklich glaube. Dann muss ich das auch vor mir selber formulieren können. Unschärfen werden ausgeleuchtet. Glaube ich dann hinterher wirklich noch das, was ich meinte zu glauben?

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Hallo Gabriele,

 

ja, das müssen wir schon lernen, weil dieser Glaube ohne Worte wohl eher etwas sehr Persönlich-Meditatives ist.

Lieber Matthias,

 

und wie können wir das lernen? Wer bringt es uns bei?

Oder mit Blick auf die Zukunft: Bringst Du das Deinen Kindern bei? Wie?

 

Aber diese Lernen ist etwas nicht ganz Leichtes und auch nichts Ungefährliches. ....

Wenn ich lernen soll, meinen Glauben in eigene Worte zu fassen, dann wird mir bewusst, was ich wirklich glaube. Dann muss ich das auch vor mir selber formulieren können. Unschärfen werden ausgeleuchtet. Glaube ich dann hinterher wirklich noch das, was ich meinte zu glauben?

Für mich selber ist mir da nicht bange, dass Unschärfen ausgeleuchtet werden. Mir scheint, ich kann viel gewinnen durch ein solches Vorgehen.

Aber ich sehe, dass es Angst machen kann und als gefährlich angesehen wird.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Liebe Gabriele

 

Hallo Gabriele,

 

ja, das müssen wir schon lernen, weil dieser Glaube ohne Worte wohl eher etwas sehr Persönlich-Meditatives ist.

Lieber Matthias,

 

und wie können wir das lernen? Wer bringt es uns bei?

Oder mit Blick auf die Zukunft: Bringst Du das Deinen Kindern bei? Wie?

Ich denke, man kann es nur dadurch lernen, in dem man auch wirklich spricht, etwa in Gesprächskreisen. Was glaube ich denn von Gott? Man kann ja versuchen, das den anderen darzulegen, so dass diese verstehen, was ich selbst glaube. Und das könnte man an dem spiegeln, was die Kirche über Gott sagt.

Zum Thema Kinder: Ich glaube, das geht nur, wenn man über den Glauben spricht und diskutiert, sie dazu bringt, über ihren Glauben nachzudenken.

 

 

Aber diese Lernen ist etwas nicht ganz Leichtes und auch nichts Ungefährliches. ....

Wenn ich lernen soll, meinen Glauben in eigene Worte zu fassen, dann wird mir bewusst, was ich wirklich glaube. Dann muss ich das auch vor mir selber formulieren können. Unschärfen werden ausgeleuchtet. Glaube ich dann hinterher wirklich noch das, was ich meinte zu glauben?

Für mich selber ist mir da nicht bange, dass Unschärfen ausgeleuchtet werden. Mir scheint, ich kann viel gewinnen durch ein solches Vorgehen.

Aber ich sehe, dass es Angst machen kann und als gefährlich angesehen wird.

 

Letztlich bedeutet das, das man eine gewisse Offenheit haben muss. Vielleicht auch den Mut, in Kauf zu nehmen, etwas Anderes als die Kirche zu glauben.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Ich denke man muss in der heutigen Gesellschaft extirem vorsichtig sein, wie man über den Glauben spricht, denn leider ist es nun mal so dass viele Mensche eine ablehnende Haltung gegenüber der Kirche haben.

 

Ich denke man sollte, wenn man über den Glauben spricht, nicht die Atmosphäre aufkommen lassen dass man einen unbedingt überzeugen will, und darüber hinaus auch eine allgemeine, "lockere" und nicht Kirchensprache wählen. Was bringt der Glaube für mich? Wie oft und wie genau hat er mich durch schwierige Situationen geführt?

 

Ich bin fest davon überzeugt dass der Wille nach Glaube da ist, man muss ihn nur in verständliche Worte packen. Jeder Mensch leider, hat Probleme und ist von Zeit zu Zeit unglücklich, man muss denke ich versuchen den Menschen klar zu machen dass ein besseres Leben durch den Glauben möglich ist, und dass auch anhand "praxisnaher" Beispiele direkt (!) aus dem leben.

 

Grüsse

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