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Christkönig


Kya
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Hallo, alle,

am Sonntag ist Christkönig. Mit etwas Glück werden wir in der Messe einmal im Jahr zwei Strophen von einem der schönen Wiederkehr-Lieder singen dürfen und damit wäre das Thema dann wieder für ein Jahr begraben. Denn daß Jesus tatsächlich irgendwannmal wiederkommen könnte, spielt doch keine allzugroße Rolle in unserer allsonntäglichen Liturgie, oder?

Advent heißt zwar Ankunft, aber da handelt es sich doch eigentlich eher um die rechtzeitige Ankunft der Weihnachtspäckchen.

Ich muß sagen, daß mich um diese Jahreszeit immer ein tiefer Neid auf unsere neuapostolischen Mitchristen packt, die das ganze Jahr über (mehr oder weniger) auf die Wiederkehr Jesu warten und hoffen.

Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr trotz Zusatzbelastung (Domchor-Jubiläum!) mal Christkönig zu FEIERN.

Wer feiert mit?

Kya

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Ich feiere es auch. Aber an die Wiederkehr wird doch in jeder Messe gedacht, oder? Mindestens im Hochgebet, wenn ich mich jetzt nicht ganz irre. Aber generell kommt die Eschatologie schon kurz (obwohl ja gerade die Offenbarung gelesen wird, an der man sich immer wieder aufrichten kann).

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Hallo, alle,

am Sonntag ist Christkönig. Mit etwas Glück werden wir in der Messe einmal im Jahr zwei Strophen von einem der schönen Wiederkehr-Lieder singen dürfen und damit wäre das Thema dann wieder für ein Jahr begraben. Denn daß Jesus tatsächlich irgendwannmal wiederkommen könnte, spielt doch keine allzugroße Rolle in unserer allsonntäglichen Liturgie, oder?

Advent heißt zwar Ankunft, aber da handelt es sich doch eigentlich eher um die rechtzeitige Ankunft der Weihnachtspäckchen.

Ich muß sagen, daß mich um diese Jahreszeit immer ein tiefer Neid auf unsere neuapostolischen Mitchristen packt, die das ganze Jahr über (mehr oder weniger) auf die Wiederkehr Jesu warten und hoffen.

Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr trotz Zusatzbelastung (Domchor-Jubiläum!) mal Christkönig zu FEIERN.

Wer feiert mit?

Kya

Hallo,

 

der Advent hat auch den eschatologischen Aspekt der zweiten Ankunft Christi.

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Nicht zu vergessen, unser Glaubensbekenntnis:

 

"... Er sitzt zur Rechten des Vaters

und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten;

seiner Herrschaft wird kein Ende sein ..."

 

:blink:

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Und wie schon bei Matthäus steht: " Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet." (Mt 24, 42-44)

Also Leute: Wir müssen wohl das ganze Jahr die Augen und unsere Herzen wachhalten, damit wir die Wiederkunft Christi nicht verpassen!

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Also Leute: Wir müssen wohl das ganze Jahr die Augen und unsere Herzen wachhalten, damit wir die Wiederkunft Christi nicht verpassen!

Sagt man nicht auch: Wo die Not am größten ist, ist Gott am nächsten?

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Also Leute: Wir müssen wohl das ganze Jahr die Augen und unsere Herzen wachhalten, damit wir die Wiederkunft Christi nicht verpassen!

Sagt man nicht auch: Wo die Not am größten ist, ist Gott am nächsten?

Wo die Not am größten ist, beachten die Menschen wieder die Nähe Gottes, die jedoch immer gleich ist. Leider missachten wir gerne die ständige Nähe Gottes, wenn es uns gut geht, weil wir dann nicht das Gefühl haben, ihrer zu bedürfen.

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Das hast du schön gesagt. So traurig es auch klingen mag - da steckt eine Menge Wahrheit drin. Aber die Tatsache, dass Gott uns immer unendlich nah ist - in guten wie in schweren Zeiten - ist leider nicht allen bewusst!

Provokant gesagt: Wozu brauchen wir denn auch einen Gott, wenn es uns gut geht? Hauptsache, er tröstet uns, wenn wir uns schlecht fühlen!

Edited by Gina
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Ich gehe nicht so schnell zur Eschatologie. Bei mir kommt erst einmal die Frage: Wer ist mein König?

 

Und König ist für mich zweigeteilt.

1. König heißt, dass er der Herr meines Lebens ist und er die Richtung vorgibt.

2. König heißt, dass er für mich sorgt.

 

Einen Hinweis finde ich im Evangelium vom gnadeflehenden Schächer. Jesus ist König, weil er mich annimmt und mir Zukunft schenkt, obwohl ich ein Sünder bin. Und ich anerkenne ihn als König in der Nachfolge: Indem ich bereit bin, andere anzunehmen und ihnen die Hoffnung zuzusprechen, die mir von ihm zugesprochen ist.

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Auch die Politikwissenschaft setzt sich mit dem Christkönigsthema intensiver auseinander.

 

In der politischen Theorie wird die an Menschenrechte gebundene und auf Verfahren gegründete Demokratie zumeist auf die klassische Antike (Demokratie, Republik) und die neuzeitliche Vertragstheorie (Souveränität, Menschenrechte, Verfassungsstaat) zurückgeführt.

 

Diese ideengeschichtliche Verortung übersieht jedoch, dass der Beitrag des jüdisch-christlichen Denkens und das Verhältnis von Kirche und politischer Herrschaft für die Herausbildung der konstitutionellen Demokratie unverzichtbare Merkmale zugefügt haben.

 

Ohne die gedankliche Voraussetzung der Gottebenbildlichkeit, welche ein radikales Postulat der Freiheit und Gleichheit verbürgt, ohne die religiöse Unterscheidung von Gut und Böse sowie der Gewissensverantwortung individuellen Handelns, hätte sich die Vorrangstellung des Individuums und das Prinzip der Menschenwürde nicht entfalten können.

 

Zudem ist die relative Trennung von Politik und Religion zentral, die theologisch besonders durch die christliche Eschatologie begründet ist und realhistorisch sich in der Konkurrenz von Papst und Kaiser bzw. Thron und Altar entwickelt hat.

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Christkönig: am wichtigsten scheint mir, dass Jesus der König unseres Herzens ist. Das Königtum Christi ist ja hier auf Erden kein Königtum der Macht, sondern des Dienens.

 

Die Gebote die Gott uns gibt sind m.E. nicht dazu da, uns das Leben schwer zu machen- sondern dass wir zum wahren Glück und zur wahren Freude gelangen. Wenn Gott uns daher anrät z.B. nicht zu lügen, nicht zu stehlen - dann will ER uns dadurch nicht wie ein Despot etwas aufzwingen und hat Freude daran, wenn das Geschöpf nach "Seiner Pfeife" tanzt, sondern Gott will uns zur wahren Freude führen.

 

Wenn wir daher durch das Halten der Gebote Gottes und indem wir Jesus sozusagen die Herrschaft über unser Leben überantworten IHM alles übergeben, gelangen wir durch diese Hingabe und Übergabe paradoxerweise zu jener Fülle des Lebens und der Freiheit, von der die hl. Schrift sagt: "Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben " und: "Zur Freiheit der Kinder Gottes" sind wir berufen.

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