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Zwangs-Gentest


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Nach dem Sexualmord an der 12jährigen Ulrike aus Eberswalde haben sich Politiker von CDU und CSU dafür ausgesprochen, die genetischen Dateien aller in Deutschland lebenden Männer beim BKA zu erfassen.

"Nur wenn der Täter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit rechnen muss, identifiziert zu werden, wird dies helfen, solche Schrecklichen Verbrechen künftig zu verhindern" sagte der rechtspolitische Sprecher der CSU im Bundestag.

 

Frage: Kann es sich die politik erlauben, alle Männer als potentielle Sexstraftäter einzustufen? Auch wenn damit ein gutes Ziel verfolgt wird...

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Mir fällt in diesem Zusammenhang ein, daß in den USA mit der Erlangung einer drivers licence (die wiederum als eigenetlicher Personalausweis beinahe unerläßlich ist) immer Fingerabdrücke abgenommen werden.

 

Ein komisches Gefühl war das zunächst schon -  man fühlt sich ein wenig wie ein Verbrecher, aber da es schließlich für ALLE galt, fand ichs ok.

 

Bei Gentests stellt sich die Horrorfrage, ob sich nicht womöglich Krankenkassen Zugriff auf polizeiliche Daten verschaffen könnten.

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Zitat von EXPLORER am 14:24 - 12.März.2001

Frage: Kann es sich die politik erlauben, alle Männer als potentielle Sexstraftäter einzustufen? Auch wenn damit ein gutes Ziel verfolgt wird...


 

Hallo EXPLORER,

 

wenn durch diesen, für alle Männer gültigen Gentest, nur ein einziges Sexualverbrechen verhindert wird, hätte sich dieses Gesetz schon gelohnt.

 

Ein sichereres Abschreckungsmittel wird es kaum geben. Die Strafandrohung reicht, wie die Erfahrung lehrt, alleine nicht aus.

 

Bedauerlicherweise wird dieser Vorschlag von der Bundesjustizministerin, vermutlich aus aus parteipolitischen Gründen, abgelehnt.

 

Wie es eben in der Politik so ist, müssen erst noch mehr Sexualverbrechen stattfinden, damit die Einsicht wächst, dass ein Gentest die Sexualverbrechen reduzieren wird.

 

Gruß Pedrino

 

(Geändert von pedrino um 15:44 - 12.März.2001)

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Zitat von pedrino am 15:42 - 12.März.2001
Wie es eben in der Politik so ist, müssen erst noch mehr Sexualverbrechen stattfinden, damit die Einsicht wächst, dass ein Gentest die Sexualverbrechen reduzieren wird.


 

Sind mittlerweile nicht schon genug kleine Mädchen ermordet worden?

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Zitat von EXPLORER am 15:45 - 12.März.2001

 

Sind mittlerweile nicht schon genug kleine Mädchen ermordet worden?

 

Hallo EXPLORER,

 

eine berechtigte Frage an den Gesetzgeber.

 

Gruß Pedrino

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eine berechtigte Frage an den Gesetzgeber...

 

...die allerdings immer noch ignoriert wird!

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Ich stimme Euch zu, dass ein solcher flächendeckender Gentest massiv zur Aufklärung und wahrscheinlich auch zur Verhinderung von Kindervergewaltigung und -morden beitragen kann. Das ist gut.

 

Aber die Medaille hat noch eine weitere Seite.

 

Der mögliche Missbrauch persönlicher Daten durch eventuell sich etablierende totalitäre Systeme. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr für politische Freiheit. Stellt Euch vor, in der Weimarer Republik hätte man eine solche Möglichkeit aus kriminalpolitischen Erwägungen genutzt. Die Daten hätten auch dem NS-Regime vorgelegen.

 

Aus diesem Grund bin ich eher dagegen.

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Hallo Leute,

 

Angst vor einem flächendeckenden Gentest habe ich nur wenig, aber jeder Kriminologe wird mir bestätigen, daß die Abschreckung, gerade bei Sexualstarftaten kaum funktioniert.

 

Wenn Ihr wirksam, solche Straftaten verhindern wollt, dann erzieht eure Kinder nicht sexualfeindlich !

 

Es gibt über den wohl berühmtesten deutschen Sexualstraftäter : Jürgen Bartsch eine sehr interessante Fernsehdokumentation. Außerdem sogar noch ein Buch : Jürgen Bartsch: Opfer und Täter. Das Selbstbildnis eines Kindermörders in Briefen. von Paul Moor

 

Hier kann man sehr schön sehen, was christliche Erziehung anrichten kann !

 

Grüße Harry

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Also Harry,

 

 

man kann aber wirklich nicht alles auf "christliche Erziehung" zurückführen. Ich glaube da spielen erheblich mehr Faktoren eine Rolle als die Wertevermittlung des Elternhauses.  Ich glaube da auch sehr stark an die Veranlagung.  Und die wird sich in einem freigeistigen Elternhaus vielleicht genauso durchsetzen wie in einem puritanischen.

 

Daß Sexualneurosen, die einem u.U. ein christliches Elternhaus verpassen kann,  zu Ausnahmedeformierungen beitragen können, sehe ich aber auch.

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Liebe Lissie,

 

meiner Ansicht nach ist wahres Christentum nicht sexualfeindlich. Gott hat den Menschen als Mann und Frau, somit als sexuelle Wesen geschaffen.

 

Leider ist im Laufe der Zeit nachträglich viel sexualfeindliches in das Christentum gekommen (Ursprung dieser Tendenzen war glaube ich der griechische Raum, aber ich miuß mich da nochmal informieren) wobei vieles der ursprünglichen Botschaft nicht entpricht.

 

Viele dieser Tendenzen sieht man heute noch in der vatikanischen Sexualmoral.  

 

In der evangelischen Kirche hat man dagegen erkannt, daß viele dieser Tendenzen (wie z. B. das Zwangszölibat (bitte zu unterscheiden von Zölibat allgemein)) nicht der urprünglichen Botschaft entsprechen.

 

Mir ist z. B. keine Bibelstelle bekannt, in der Jesus den Zwangszölibat für Priester fodert. Wo Jesus aber klar Stellung bezieht, ist die eheliche Treue.  Forderung nach ehelicher Treue ist jedoch keine Sexualfeindlichkeit m. E.

 

viele Grüße

 

Olli

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Zitat von harry am 21:39 - 12.März.2001

Hallo Leute,

 

Angst vor einem flächendeckenden Gentest habe ich nur wenig, aber jeder Kriminologe wird mir bestätigen, daß die Abschreckung, gerade bei Sexualstarftaten kaum funktioniert.

 

Wenn Ihr wirksam, solche Straftaten verhindern wollt, dann erzieht eure Kinder nicht sexualfeindlich !

 

Es gibt über den wohl berühmtesten deutschen Sexualstraftäter : Jürgen Bartsch eine sehr interessante Fernsehdokumentation. Außerdem sogar noch ein Buch :
Jürgen Bartsch: Opfer und Täter. Das Selbstbildnis eines Kindermörders in Briefen. von Paul Moor

 

Hier kann man sehr schön sehen, was christliche Erziehung anrichten kann !

 

Grüße Harry


 

Lieber Harry,

 

Ich bin, gelinde gesagt, ein wenig entsetzt über Deinen beitrag. Wie kannst Du nur andeuten, daß christliche Erziehung einen zum Sexualstraftäter macht? Eine dominante das Individuum unterdrückende Erziehung unter dem Vorwand, christlich zu sein, kann alle möglichen Schäden verursachen, ist aber nicht im Sinne christlich. Eine christliche Erziehung erzieht vor allem zur Nächstenliebe, niemals aber dazu, ein Verbrechen zu verüben. Natürlich kann Unterdrückung und Qual eines Kindes dazu führen, die vermittelten Werte zu hassen und auszubrechen und größten Schaden zuzufügen. Nun gibt es aber Millionen von Menschen mit einer schrecklichen Kindheit, und nicht alle entwickeln sich (Gott sei Dank) zum Sexualstraftäter oder zum Mörder.

 

Du hast Recht: Eine nicht-sexualfeindliche Erziehung macht einen eher zu einem selbstbewußten Menschen, und selbstbewußte Menschen werden seltener Opfer eines Verbrechens, aber auch nicht immer.

 

Und Abschreckung hilft da meistens auch nicht. Die Leute sind hochpathologisch, richtig krank. Die haben sich selbst nicht unter Kontrolle, sind eigentlich ganz normale nette Menschen, eher die zurückgezogenen Außenseiter, aber weit davon entfernt, als Brutalo aufzufallen - und leiden unter einem sich aufstauenden Druck, der unter Streß und Enttäuschung und Zurückweisung immer größer wird, bis er sich verselbständigt. Dann klicken die Leute aus, vergewaltigen und morden, und dann ist erst mal wieder Ruhe - bis sich der Druck wieder aufbaut. Im Laufe der Zeit werden die Phasen zwischen den Sexuatstraftaten immer kürzer und die Schwelle immer geringer. Sollten diese Täter gefasst werden, landen die nach § 63 (psychisch kranker Straftäter) in der forensischen Psychiatrie.

 

Natürlich gibt es auch "normale" Vergewaltiger, denen ihr Verbrechen eindeutig als Verbrechen bewußt ist und die es trotzdem tun. Die landen dann für eine mickrige Strafe im Knast, wenn denn überhaupt.

 

Ich bin auf jeden Fall eine Befürworterin des allgemeinen Gentests. Jedes Mal, wenn man die Nachrichten ansieht, ist ein Kind verschwunden, wird tot aus dem Wald ausgegraben, oder ein Forensiker ist aus der Klinik ausgebrochen. Und wenn dieser Gentest nur hilft, ein Sexualverbrechen zu verhindern, weil man einen Täter rechtzeitig geschnappt hat, dann ist dieser Test eine unbezahlbare Güte, denn er rettet einem Menschen das Leben.

 

Ich war vor 4 Jahren Opfer eines Sexualverbrechens, und ich leide heute noch darunter. Ich war damals 19 Jahre alt, und ich habe begriffen, was passiert ist, und ich habe es überlebt. Ein Kind begreift in der Regel nicht, was passiert, und überlebt meistens nicht. Dieses Kind zu schützen ist das wichtigste, was wir tun können.

 

Gott schütze uns alle,

 

Moonshadow

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Dies wäre ein weiterer Schritt in die totalitäre Überwachung "freier" Bundesbürger...allerdings überzeugend und exakt getimet in die Öffentlichkeit gebracht. Wohl kaum Widerstand zu erwarten. Also packend wir`s an...Orsen Wells 1984 wartet.

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Stellt Euch vor, in der Weimarer Republik hätte man eine solche Möglichkeit aus kriminalpolitischen Erwägungen genutzt. Die Daten hätten auch dem NS-Regime vorgelegen.

 

Liebe Ute

habe ich genau so gesehen.

Aber: Wenn ein solches Regime heute an die Macht käme, würden die genetischen Fingerabdrücke sowiso genommen. Es wäre also nichts gewonnen.

Daher: obwohl ich dieGefahr von Mißbrauch durch Krankenkassen sehe - hier wären Barrieren einzubauen: Eher dafür

 

Freundliche Grüße

Patrick

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Lieber KlausKG!

 

"1984" ist von George Orwell und richtet eine Kritik an das kommunistische und nationalsozialistische Regime.

 

Bei einer Genkartierung geht es nicht um "Überwachung", denn niemand kennt das Genom und niemand kennt Gene, die z.B. die Veranlagung zum kriminellen Leben kodieren (falls es solche Gene überhaupt gibt).

Ich kann Deine Bedenken verstehen, daß diese Informationen in die falschen Hände geraten und falsche Schlußfolgerungen daraus gezogen werden könnten. Aber was kann wichtiger sein, als die Verhütung eines Verbrechens oder eine schnellere Aufklärung eines solchen, damit nicht noch mehr geschieht als unbedingt unvermeidbar?

 

Liebe Grüße,

 

Moonshadow

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Alte Erfahrungstatsache: Was sich zum Missbrauchtwerden eignet, das wird früher oder später auch missbraucht werden. Ich bin gegen den totalen Überwachungsstaat.

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Ute: >Alte Erfahrungstatsache: Was sich zum Missbrauchtwerden eignet, das wird früher oder später auch missbraucht werden. <

 

Ebenfalls alte Erfahrungstatsache: Was sich zu einer "Problemlösung" eignet, das wird früher oder später auch gemacht werden. Ich zweifle nicht eine Sekunde daran, daß Dinge wie therapeutisches Klonen, PID, usw. sich in der Zukunft als gängige Praktiken durchsetzen werden.

 

Vermutlich wird es auch zum "genetischen  Ausweis" eines jeden Individuums kommen. Vielleicht sollte man sich eher Gedanken darüber machen, wie man den Missbrauch am effektivsten vermeiden kann.

 

Patrick>Aber: Wenn ein solches Regime heute an die Macht käme, würden die genetischen Fingerabdrücke sowiso genommen. <

 

Seh ich auch so. Und abgesehen davon: WENN ein totalitäres Regime kommen sollte, stehen diesem dank moderner Kommunikationstechnik ohnehin unvorstellbar mehr Informationen zur Verfügung, als im vorigen Jahrtausend. Man denke nur an die Spuren, die wir alle im Net hinterlassen!

 

>Ich bin gegen den totalen Überwachungsstaat.<

 

Ich ja auch, aber wo wir doch eh schon in einem Überwachungsstaat leben - warum dann nicht auch mal die Überwachungsmethoden zum Schutz der unschuldigsten Staatsbürger überhaupt einsetzen????

 

Immer noch ratlos, aber inzwischen auch eher dafür!

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Hallo!

 

Für mich liegt die Problematik darin, WAS letztendlich mit diesen genetischen Informationen gemacht werden KANN. (Diesbezüglich bin ich Utes vorangegangener Meinung) Wenn garantiert wäre, daß diese Genkarten AUSSCHLIEßLICH zur Aufklärung schwerer Verbrechen verwendet werden würden, wäre ich die letzte, die dagegen wäre - dann aber nur, wenn sowohl Männer als auch Frauen in diese Kartei aufgenommen werden, das finde ich im Rahmen einer Gleichberechtigung nur fair und es ist nicht auszuschließen, daß auch Frauen zumindest potentielle Schwerverbrecher sind.

 

In der ganzen Diskussion stellt sich aber auch die Frage: In wieweit kann die Erstellung einer Genkartei derart grausame Straftaten wie jetzt passiert überhaupt VERHINDERN?

Klappt in so einer Situation der abschreckende Moment überhaupt?

Ich bin der Ansicht, daß ein Mensch, wenn er so eine grausame Tat begeht, "durchknallt", er nicht mehr Herr seiner Kontrollen ist und keinen Funken von Verstand darauf verwendet, daß er in einer Genkartei vorhanden ist und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gefunden wird.

Die Aufklärungsraten sind heute schon ziemlich hoch bei Verbrechen mit tödlichem Ausgang, das hat den Täter von Eberswalde auch nicht abgehalten.

Leider fürchte ich daher: Erst nachher kommt die Angst.

 

So long

Sylle

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Leider sind die Täter, die in letzter Zeit gefaßt werden, der Polizei bis dato nicht bekannt gewesen bzw. nur mit Kleindelikten aufgefallen, so auch bei dem Mörder in Niedersachsen vor ein paar Jahren als die Diskussion um die Genkartei zum ersten Mal aufkam.

 

Der klassische Serial killer findet man eher hinterm großen Teich...

 

Sylle

 

P.S: Komm endlich arbeiten!

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Kurze Zwischenfrage an die Mediziner und Naturwissenschaftler hier ( Moonshadow??)

 

Welche Informationen wären denn überhaupt in dem hier diskutierten Gentest verfügbar? Könnte man aus dem Ergebnis des Tests ALLE bereits bekannten Gene, die dieser Mensch trägt ablesen? Oder kann man einen Gentest auch so "limitieren", daß keine unnötigen und ungewollten Informationen darin enthalten sind und er nur und ausschließlich Aussagen über die Identität des getesteten Individuums machen läßt?

 

Olli,  zu Deinem Beitrag  von gestern komme ich erst heute abend!

 

 

Grüße

 

 

Lissie

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>Der klassische Serial killer findet man eher hinterm großen Teich...

<

 

Irrtum! Prozentual hat wenn ich mich recht erinnere England die meisten serial killers.  

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Also, ich wäre nicht bereit, unter solchen Umständen wie die CDU will, einen Gentest von mir machen zu lassen. - Ich ließe es vielleicht machen, wenn Frauen auch dazu verpflichtet würden; aber nur Männer, das sehe ich nicht ein... Vor dem Gesetz sind alle gleich! Daß Frauen immer mehr Rechte haben bei gleichzeitig weniger Pflichten (siehe auch Wehrdienst), halte ich schlicht für ungerecht.

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Thomas Obermeier

Gute Frage-leichte Antwort!!

 

Laut Art.!" GG darf das Persönlichkeitsrecht nicht verlezt

werden, deshalb ist eine Einführung des Gentests juristisch

völlig unmöglich.

 

Eine gute Idee wär´s,aber sollten dann alle, auch Frauen, zum Gentest müssen!

 

Ciao,

 

Dr. jur. Thomas Obermeier

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Mei, habt Ihr ein Tempo drauf, da komme ich mit meinen Zeitfenstern fürs Netz kaum mit ;-).

 


Der mögliche Missbrauch persönlicher Daten durch eventuell sich etablierende totalitäre Systeme. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr für politische Freiheit. Stellt Euch vor, in der Weimarer Republik hätte man eine solche Möglichkeit aus kriminalpolitischen Erwägungen genutzt. Die Daten hätten auch dem NS-Regime vorgelegen.

 

Aus diesem Grund bin ich eher dagegen

 

Es kommt ja nicht so oft vor, aber ich bin ganz Utes Meinung. Die verordnete Selbstorganisation der Juden im Dritten Reich - an sich harmlos aussehend - lieferte den Nazis komplette Deportationslisten. Ohne diese Selbstorganisation hätten die Nazis viel mehr Arbeit bei der Suche zugebracht und mancher hätte überleben können.

 

Die Möglichkeiten zum Mißbrauch genetischer Daten kennen wir doch noch gar nicht. Die Krankenkassen sind für mich da wirklich nicht das größte denkbare Übel. Ich bin an sich nicht überaus ängstlich und auch kein Datenschutzfetischist, meine aber doch, daß eventuelle totalitäre Regimes ihr schmutziges Handwerk nicht durch vorauseilenden Gehorsam erleichtert bekommen sollten ;-).

 

Das Argument, daß ein gerettetes Leben vieles rechtfertigt, wiegt natürlich schwer. Wie aber schon gesagt wurde, ist die abschreckende Wirkung keineswegs sicher und wir wissen nicht, wieviele Menschenleben, z.B. durch genetische Selektion, in der Folge in Gefahr sind. Ich bleibe aber trotzdem ratlos und kann nicht sicher sagen, ob ich persönlich mich an einem Reihentest beteiligen würde.

 

Die Forderung nach einer Ausweitung solcher Tests auf Frauen ist natürlich bei gleichzeitiger Begrenzung der Auswertung auf Sexualdelikte irgendwie albern.

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>>Die Forderung nach einer Ausweitung solcher Tests auf Frauen ist natürlich bei gleichzeitiger Begrenzung der Auswertung auf Sexualdelikte irgendwie albern. <<

 

Das sehe ich nicht ganz so:

Wenn eine solche Kartei erstellt werden würde, müßten ihre Informationen bei schweren Delikten immer herangezogen werden.

Eine Gendatei nur für Sexualverbrecher zu erstellen ist den Aufwand nicht wert.

Wenn auch zu einem geringeren Prozentsatz begehen auch Frauen schwere Straftaten, was eine Aufnahme in die Genkartei ebenso verlangt.

 

Gruß

Sylle

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