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Katholische Identität


Justin Cognito

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Justin Cognito

Im Linz Threat bin ich auf eine sehr grundsätzliche Frage gestoßen. Ist es für mein Kirchenbild wichtiger, dass zwischen den einzelnen Gläubigen eine größtmögliche Übereinstimmung in Fragen des Glaubens, der Sitten, der Lebens- und Ausdrucksweisen besteht oder ist es wichtiger das möglichst viele Menschen die ihr Leben in und als katholische Kirche leben wollen in dieser Kirche ihren Platz finden?

 

Es gibt zwischen den beiden Extrempolen (die so wahrscheinlich niemand vertritt) eine breite Spanne von Möglichkeiten, wobei mir das Lehramt hier eigentlich eine eher klare Position zu haben scheint. Da wer katholisch getauft ist, auch immer katholisch bleibt, kann der Kirche eigentlich nur daran gelegen sein möglichst viele Katholikinnen und Katholiken auch aktiv in das kirchliche Leben einzubinden. Ich denke dass der sehr sparsame Gebrauch von Exkommunikationen (eigentlich ein probates Mittel zur Identitätssicherung) vor diesem Hintergrund schlüssig zu verstehen ist. Denn ein Ausschluss von den Sakramenten hätte ja für den weiterhin zum Sakramentenempfang verpflichteten Katholiken verheerende Folgen.

 

Ich persönlich denke, dass wer sich durch die Bande des Glaubensbekenntnisses, der Sakramente und der kirchlichen Leitung mit der Gemeinschaft der katholischen Kirche verbunden fühlt, sich dieser Gemeinsacht auch sicher sein soll, wenn ihn oder sie Zweifel plagen, die Wege verworrener erscheinen und das eigene Scheitern an manchen Ansprüchen offensichtlich wird. Ich bin jedenfalls froh katholisch sein zu dürfen, obwohl ich bin wie ich bin. Und ich bin auch froh im wirklichen Leben noch niemand Katholischen begegnet zu sein, der mir den Kirchenaustritt nahegelegt hat.

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Ich denke, dass der Teufel hier im Detail steckt.

Wenn man nämlich genau nachfragt, was Übereinstimmung mit Glaubensbekenntnis, Sakramenten und Kirchenleitung bedeutet, dann kann man beliebig weit differenzieren. Und eine klar definierte Grenze zu finden, bis zu der hin man hier nachfragen soll, halte ich für unmöglich.

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Im Linz Threat bin ich auf eine sehr grundsätzliche Frage gestoßen. Ist es für mein Kirchenbild wichtiger, dass zwischen den einzelnen Gläubigen eine größtmögliche Übereinstimmung in Fragen des Glaubens, der Sitten, der Lebens- und Ausdrucksweisen besteht oder ist es wichtiger das möglichst viele Menschen die ihr Leben in und als katholische Kirche leben wollen in dieser Kirche ihren Platz finden?

Beides. Das sind ja keine Gegensätze. Allerdings muss man dazu erst einmal die möglichst vielen Gläubigen ansprechen wollen (und Gemeinsamkeiten finden wollen).

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Justin Cognito
Ich denke, dass der Teufel hier im Detail steckt.

Wenn man nämlich genau nachfragt, was Übereinstimmung mit Glaubensbekenntnis, Sakramenten und Kirchenleitung bedeutet, dann kann man beliebig weit differenzieren. Und eine klar definierte Grenze zu finden, bis zu der hin man hier nachfragen soll, halte ich für unmöglich.

Ich denke mir, dass deshalb das Paradigma mit dem ich an den konkreten Fall herangehe umso entscheidender ist. Ist es mir im Zweifel wichtiger möglichst viele Menschen (die sich selbst mit der Kirche grundsätzlich verbunden sehen) als Brüder und Schwestern im Glauben zu behandeln oder dass die Brüder und Schwestern im Glauben möglichst die gleichen Einstellungen, Überzeugungen, Handlungsweisen etc. teilen, die ich auch teile.

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Justin Cognito

Irgendwie denke ich mir, dass es bei den Beziehungen unter uns Gläubigen auch irgendwie, wie bei einer Ehe ist. Es braucht viel Vertrauen, viel Toleranz, viel Liebe und ein großes Gottvertrauen um nicht den Hut drauf zu hauen oder zu sagen: "Dann geh halt einfach". Beides ist nämlich schon manchmal verlockend.

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Ich denke, dass der Teufel hier im Detail steckt.

Wenn man nämlich genau nachfragt, was Übereinstimmung mit Glaubensbekenntnis, Sakramenten und Kirchenleitung bedeutet, dann kann man beliebig weit differenzieren. Und eine klar definierte Grenze zu finden, bis zu der hin man hier nachfragen soll, halte ich für unmöglich.

Ich denke mir, dass deshalb das Paradigma mit dem ich an den konkreten Fall herangehe umso entscheidender ist. Ist es mir im Zweifel wichtiger möglichst viele Menschen (die sich selbst mit der Kirche grundsätzlich verbunden sehen) als Brüder und Schwestern im Glauben zu behandeln oder dass die Brüder und Schwestern im Glauben möglichst die gleichen Einstellungen, Überzeugungen, Handlungsweisen etc. teilen, die ich auch teile.

Das Problem kommt sehr einfach zustande: Du malst das Bild einer uniformen Masse als ein Extrem, das des "Wir lieben uns doch alle" als anderes. Soweit ich weiß, ging es aber immer nur um Einheit in den notwendigsten Dingen wie Leitung und Sakramente. Wer diese Einheit nicht bewahren will, weil sich sein pseudoalternativer Geist gegen angebliche Begrenzungen wehrt, der schließt sich selbst aus.

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Wer diese Einheit nicht bewahren will, weil sich sein pseudoalternativer Geist gegen angebliche Begrenzungen wehrt, der schließt sich selbst aus.

Wenn sich derjenige selbst ausschließt, warum glauben dann einige, dass man da nachhelfen müsse?

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Wer diese Einheit nicht bewahren will, weil sich sein pseudoalternativer Geist gegen angebliche Begrenzungen wehrt, der schließt sich selbst aus.

Wenn sich derjenige selbst ausschließt, warum glauben dann einige, dass man da nachhelfen müsse?

Zwischen wirklichem und geglaubten Nachhelfen ist ein Unterschied.

 

 

Wenn sich manche eine Standortbestimmung erlauben, ist das für manche ja schon Exkommunikation.

 

Jesus selbst rät zur Eindeutigkeit: Dein Ja sei ein Ja- dein Nein sei ein Nein.

 

Sich z.B. Katholik nenne, aber weder die Lehre der Kirche noch die Worte der Evangelien anzunehmen wäre fadenscheinig. Wenn sich auch jemand den Mantel eines Mönchs umhängt ist er noch lange keiner.

 

Auch wenn sich jemand Katholik nennt, aber bewußt Wesentliches im Katholischen Glaluben nicht akzeptiert (Gottheit Jesu, Maria Immaculata, päpstl. Lehr und Hirtenamt, Gegenwart Jesu im Allerheiligsten) so trägt er nur einen Mantel - und das ist ein Mangel. Wenn man darauf nicht hinweisen darf, weil das schon "hochmütige Verurteilung wäre" dann vergessen wir offenbar dass wir die Pflicht haben, dem anderen auch ein Wort der correctio fraternitas zu schenken.

 

Auch wenn die sogenannte autoritäre V Erziehung dazu führte, dass man keine Autoritäten mehr akzeptiert, auch wenn es (wie der Psychiater Dr.Manfred Lütz sagt, die "Vaterkrise" gibt) - es wäre jeder gut beraten der auf Gottes Gebote achtet und auf die Stimme der Kirche hört.

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Wer diese Einheit nicht bewahren will, weil sich sein pseudoalternativer Geist gegen angebliche Begrenzungen wehrt, der schließt sich selbst aus.

Wenn sich derjenige selbst ausschließt, warum glauben dann einige, dass man da nachhelfen müsse?

Wer will denn nachhelfen?

Edited by soames
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Ich denke, dass der Teufel hier im Detail steckt.

Wenn man nämlich genau nachfragt, was Übereinstimmung mit Glaubensbekenntnis, Sakramenten und Kirchenleitung bedeutet, dann kann man beliebig weit differenzieren. Und eine klar definierte Grenze zu finden, bis zu der hin man hier nachfragen soll, halte ich für unmöglich.

Ich denke mir, dass deshalb das Paradigma mit dem ich an den konkreten Fall herangehe umso entscheidender ist. Ist es mir im Zweifel wichtiger möglichst viele Menschen (die sich selbst mit der Kirche grundsätzlich verbunden sehen) als Brüder und Schwestern im Glauben zu behandeln oder dass die Brüder und Schwestern im Glauben möglichst die gleichen Einstellungen, Überzeugungen, Handlungsweisen etc. teilen, die ich auch teile.

Das Problem kommt sehr einfach zustande: Du malst das Bild einer uniformen Masse als ein Extrem, das des "Wir lieben uns doch alle" als anderes. Soweit ich weiß, ging es aber immer nur um Einheit in den notwendigsten Dingen wie Leitung und Sakramente. Wer diese Einheit nicht bewahren will, weil sich sein pseudoalternativer Geist gegen angebliche Begrenzungen wehrt, der schließt sich selbst aus.

so seh ich das auch .

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