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Speisevorschriften


Justin Cognito

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Justin Cognito

Außer an den beiden strengen Fasttagen am Aschermittwoch und Karfreitag gibt es bei uns eigentlich keine Speisevorschriften - oder hab ich da was vergessen? Damit scheinen wir eine der wenigen Religionsgemeinschaften zu sein, die in diesem Punkt ihren Gläubigen ziemlich freie Hand lassen.

Dass das nicht immer so war sehen wir in der Kirchengeschichte, von der Apostelgeschichte angefangen (wo gerade die Speisevorschriften ein Punkt waren von dem auch für Heidenchristen nicht abgegangen wurde). Klar kann man sagen, das Freitagsgebot gibt es nocht - und ich würde ja auch nicht abstreiten das Verzicht eine wichtige Kategorie in unserem Glauben ist. Aber Verzicht ist das eine - Speisevorschriften das andere. Die beiden Apsekte ergänzen einander, lassen sich aber wohl nicht so ohne weiters gegeneinander ausspielen. Ist es wirklich egal was wir essen und wie wir essen?

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Gute Frage

 

ich konnte bisher ehrlich gesagt auch nicht herausfinden bzw. habe mich nie ernsthaft gefragt, was die 40 tägige Fastenzeit für uns Katholiken soll, wenn uns die Kirche nicht mal konsequent lehrt, was wir da zu tun haben?

Auf diesem Weg würde ich hiermit gerne erfahren, wie wir uns während dieser 40 Tage zu vehalten haben. Wann dürfen wir essen/trinken und wann nicht? Wie darf man seine Freizeit gestalten (Partys, Discos ec.)?

 

gruß

 

PS: Freitags esse ich nie Fleisch (nur selten, wenn ich es mal vergessen sollte)

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ich konnte bisher ehrlich gesagt auch nicht herausfinden bzw. habe mich nie ernsthaft gefragt, was die 40 tägige Fastenzeit für uns Katholiken soll, wenn uns die Kirche nicht mal konsequent lehrt, was wir da zu tun haben?

Auf diesem Weg würde ich hiermit gerne erfahren, wie wir uns während dieser 40 Tage zu vehalten haben.

Unter Umständen bekommst Du es am Aschermittwoch bei der Auflegung der Asche gesagt:

 

"Kehr um und glaube an das Evangelium."

 

Daher legt Dir die Kirche auch sehr nahe, in der österlichen Bußzeit zu beichten, falls Du nicht in der glücklichen Lage sein solltest, es nicht nötig zu haben, weil Du keine schweren Sünden begangen hast.

 

Was Du ißt oder nicht ißt, ist ziemlich irrelevant, es sei denn, Du selbst kannst dem Verzicht, den Du auf Dich nimmst, einen Sinn geben - z.B. freier zu werden von unguten Gewohnheiten, oder Dir der Liebe und Güte Gottes, die sich in seinen Gaben zeigt, mehr bewußt zu werden. Oder vielleicht kannst Du mit dem Begriff des "Opferbringens" noch etwas anfangen. Verzicht um irgendwelcher Vorschriften willen wäre Kokolores.

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Ist es wirklich egal was wir essen und wie wir essen?

Egal sollte es einem eigentlich nie sein - mir fehlt da auch die Konsequenz.

 

Aber zur Fastenzeit:

 

So wie ich es gelernt habe heißt "Fasten" die Beschränkung auf eine sättigende Mahlzeit und max. zwei kleine Imbisse verbunden mit Werken der Frömmigkeit, Nächstenliebe oder der Selbstdiziplin.

 

Die Freitage sind Abstinenztage, d.h. man verzichtet an diesem Tag auf Fleischspeisen - aber nicht jeder Abstinenztag ist ein Fastentag.

 

Die einzigen Tage, an denen Abstinenz und Fasten grundsätzlich zusammenfallen sind Aschermittwoch und Karfreitag (warum nicht Heiligabend würde mich auch mal interessieren).

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Also ich schränke mich in der Fastenzeit massiv ein:

 

Höchstens:

 

Ein GV

zwei warme Mahlzeiten und

drei Bier am Tag

 

Ausserdem gibt es am Freitag entweder kein Fleisch oder keine Fleischeslust.

 

Auf diese Art und Weise nehme ich in der Fastenzeit immer 3-4 Kilo ab. Fragt mich nicht, was ich sonst mache :blink:

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Gute Frage

 

ich konnte bisher ehrlich gesagt auch nicht herausfinden bzw. habe mich nie ernsthaft gefragt, was die 40 tägige Fastenzeit für uns Katholiken soll, wenn uns die Kirche nicht mal konsequent lehrt, was wir da zu tun haben?

Auf diesem Weg würde ich hiermit gerne erfahren, wie wir uns während dieser 40 Tage zu vehalten haben. Wann dürfen wir essen/trinken und wann nicht? Wie darf man seine Freizeit gestalten (Partys, Discos ec.)?

 

gruß

 

PS: Freitags esse ich nie Fleisch (nur selten, wenn ich es mal vergessen sollte)

Hier kannst du einiges nachlesen. Kurz und einfach zusammengefasst.

 

 

40 Tage vor Ostern

 

40 Tage dauert die Fastenzeit. Sie beginnt deshalb am Aschermittwoch, weil die Sonntage nicht zur Fastenzeit gezählt werden, wohl aber die Kartage einschließlich des Karsamstags. 40 Tage ist eine biblische Zahl, die von Jesus, aber auch von Moses und Elias berichtet wird. Matthäus berichtet: "Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte ........... http://www.kath.de/Kirchenjahr/fastenzeit.php

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Justin Cognito

Mir geht es in dem Thread weniger um Fasten - das ja unbestritten sinnvoll , und unterschiedlich gestaltbar ist. Sondern um Speisevorschriften im strengen Sinn. Wie etwa in den Jakobusklauseln:

 

19 Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden;

20 man weise sie nur an, Verunreinigung durch Götzen(opferfleisch) und Unzucht zu meiden und weder Ersticktes noch Blut zu essen.

21 Denn Mose hat seit ältesten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.

 

Apg 15,19-21

 

Während wir zB in Fragen der Sexualität eine Vielzahl von Vorschriften finden, gibt es zu der Frage was wir essen kaum Vorgaben. Bedeutet das, dass es egal ist - oder liegt es an uns hier eine gewisse Esskultur zu entwickeln?

 

Während Juden und Muslime zB das Blut der geschlachteten Tiere verschütten um damit zu zeigen dass sie das Tier nicht ganz verzwecken wollen, sondern es auch noch einen Eigenwert (und Würde) hat (neben hygenischen Gründen) - sind kirchlicherseits meines Wissens zB noch nie Überlegungen aufgestellt worden ob wir Fleisch aus Massentierhaltung und Tierindustrie essen dürfen. Wobei es mir in diesem Thread nicht darum geht der Kirche Säumgikeit vorzuwerfen, sondern gemeinsam zu versuchen über dieses Thema nachzudenken.

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Es stimmt nicht ganz, dass es im Christentum keine Speisevorschriften gäbe, wenngleich sich diese nicht gegen eine spezielle Speise richten. Mehr noch, Verstöße gegen diese Speisevorschriften werden als Todsünde bezeichnet. Ich spreche von der Völlerei, dem maßlosen und hemmungslosen Genuss, der sich eben dadurch auszeichnet, keine anderen Grenzen mehr anzuerkennen als jene des eigenen Bauchs:

Laß von Epikur dir sagen:

Satter Bauch schafft Wohlbehagen.

Ja, mein Gott soll mir der Bauch sein

und die Gurgel will es auch sein,

dessen Tempel meine Küche

voller leckrer Wohlgerüche. - Carmina Burana

 

In Hinblick auf die einzelne Speise gilt, was Jesus im Markusevangelium sagt:

 

Er antwortete ihnen: " Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden." Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein. -

Mk 7,18-19

Edited by altersuender
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