Wunibald Geschrieben 9. Dezember 2025 Melden Geschrieben 9. Dezember 2025 Der Richter und sein Henker wurde des öfteren verfilmt, ebenso wie der Verdacht bzw. Es geschah am hellichten Tag. Da weiß Wikipedia von sechs Verfilmungen und sieben Theateradaptionen. 1 Zitieren
Alfons Geschrieben 9. Dezember 2025 Melden Geschrieben 9. Dezember 2025 Vermutlich wäre dieses Posting auch in einen Thread zu theologischen Streitfragen gut aufgehoben, ich poste es aber mal hier. In dem Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" von Frank Witzel befindet sich der Ich-Erzähler auf Seite 408 in einem Kloster-Internat und erörtert mit einem Postulanten, also einem eventuell künftigen Klosterbruder, theologische Fragen. Zum Beispiel diese, Zitat: Zitat "Schwieriger ist es, die Frage zu lösen, ob sich der Leib des Herrn in der konsekrierten Hostie mit oder ohne Vorhaut verkörpert." Er kommt übrigens zu dem Schluß: mit. Denn "Die Beschneidung war Symbol seiner Menschwerdung, seine Unversehrtheit ist Zeichen seiner Göttlichkeit." Außerdem geht es auf der gleichen Seite noch um Hadschi Halef Omar (Karl May), Norwegian Wood (Beatles) und die Frage, wie viele Wundmale Jesus durch seine Dornenkrone hatte. Antwort: "Drei auf der Stirn und neun am Hinterkopf". Das "manisch-depressiv" steht nicht ohne Grund im Romantitel. 1 Zitieren
Spadafora Geschrieben 10. Dezember 2025 Melden Geschrieben 10. Dezember 2025 vor 9 Stunden schrieb Alfons: Vermutlich wäre dieses Posting auch in einen Thread zu theologischen Streitfragen gut aufgehoben, ich poste es aber mal hier. In dem Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" von Frank Witzel befindet sich der Ich-Erzähler auf Seite 408 in einem Kloster-Internat und erörtert mit einem Postulanten, also einem eventuell künftigen Klosterbruder, theologische Fragen. Zum Beispiel diese, Zitat: Er kommt übrigens zu dem Schluß: mit. Denn "Die Beschneidung war Symbol seiner Menschwerdung, seine Unversehrtheit ist Zeichen seiner Göttlichkeit." Außerdem geht es auf der gleichen Seite noch um Hadschi Halef Omar (Karl May), Norwegian Wood (Beatles) und die Frage, wie viele Wundmale Jesus durch seine Dornenkrone hatte. Antwort: "Drei auf der Stirn und neun am Hinterkopf". Das "manisch-depressiv" steht nicht ohne Grund im Romantitel. dieser Roman ist furchtbar selten so etwas langweiliges gelesen Zitieren
Alfons Geschrieben 10. Dezember 2025 Melden Geschrieben 10. Dezember 2025 Vorhin habe ich die Zeit-Sonderausgabe "Die 100 besten Bücher des Jahres" durchgeblättert. Habe festgestellt, dass ich exakt zwei der 100 gelesen habe. Daraufhin beschlossen, die anderen 98 nicht zu lesen. Zitieren
Alfons Geschrieben 18. Dezember 2025 Melden Geschrieben 18. Dezember 2025 "Europäische Erziehung", der erste Roman des französischen Autors Romain Gary (1914 - 1980), ist kürzlich in einer Neuübersetzung erschienen. Aus dem Anlass habe ich vorhin geschaut, was ich von Gary im Regal stehen habe. Zwei Romane, tatsächlich. Mein Bücherzimmer ist doch immer für eine Überraschung gut. Auf dem einen Buch (Lady L., 1962 bei dtv erschienen) steht hinten drauf: "Romain Gary wurde als Sohn eines französischen Diplomaten 1914 in Mailand geboren". Auf dem anderen (Gedächtnis mit Flügeln, 1989 beim Aufbau-Verlag, also DDR) steht "Romain Gary (Roman Kasev), 1914 in Litauen geboren". Selbstredend stimmt die DDR-Version. Zitieren
Alfons Geschrieben 1. Januar Melden Geschrieben 1. Januar Georges Simenon, vor allem bekannt als Krimi-Autor, hat in seiner Jugend unter diversen Pseudonymen geschrieben. Massenproduktion. Einige dieser Geschichten wurden vor ein paar Jahren ins Deutsche übersetzt; mein Buchhändler schenkte mir zu Weihnachten "Das Rätsel der Maria Galanda - Vier Fälle für Kommissar G7". Ich möchte vom Lesen abraten. Der typische Simenon-Sound deutet sich erst an, die Handlung ist nicht immer logisch, vor allem stört aber, dass die Texte schluderig übersetzt sind. So, Häkchen dran, ab ins Regal damit. Zitieren
Flo77 Geschrieben 1. Januar Melden Geschrieben 1. Januar vor 1 Stunde schrieb Alfons: So, Häkchen dran, ab ins Regal damit. Warum Regal und nicht blaue Tonne? Zitieren
Alfons Geschrieben 1. Januar Melden Geschrieben 1. Januar vor 5 Minuten schrieb Flo77: Warum Regal und nicht blaue Tonne? 🥴 Bücher wegwerfen? Um Himmelswillen! So schundig kann ein Buch kaum sein, dass ich es nicht zumindest in einem öffentlichen Bücherschrank aussetze. Selbst bei einem Werk wie "Das verborgene Matriarchat im Alten Testament" (es liegt gerade hier auf meinem Schreibtisch) tue ich mich schwer. Und da steht nun wirklich - naja, sagen wir mal Seltsames drin. Das Hohelied sei ein uraltes matriarchales Kultlied, von bösen Männer textlich verstümmelt, Jahwe sei der Stier seiner Mutter, und bevor es männliche Gottheiten gab, war da nur die Urkraft, und die war weiblich. So diese Richtung. Also falls das jemand haben möchte ... Der angesprochene frühe Simenon kommt selbstverfreilich ins Simenon-Regal. 1 Zitieren
Einsteinchen Geschrieben 1. Januar Melden Geschrieben 1. Januar Ich werfe auch keine Bücher weg. Bei Simenon könnte man ja studieren, inwiefern die Übersetzung schlecht ist, wenn man die Originale und verschiedene Übersetzungen hat... Zitieren
Domingo Geschrieben 1. Januar Melden Geschrieben 1. Januar (bearbeitet) vor 5 Stunden schrieb Alfons: Also falls das jemand haben möchte ... Du hast mich (fast) neugierig gemacht. Vielleicht, wenn wir uns zum nächsten Mal treffen...? bearbeitet 1. Januar von Domingo Zitieren
Alfons Geschrieben 1. Januar Melden Geschrieben 1. Januar vor 22 Minuten schrieb Domingo: Du hast mich (fast) neugierig gemacht. Vielleicht, wenn wir uns zum nächsten Mal treffen...? Gute Idee. Ich lege es auf den Gerettet-Stapel. Zitieren
Flo77 Geschrieben 4. Januar Melden Geschrieben 4. Januar (bearbeitet) Eigentlich übersetze ich gerade mit Hilfe der KI das Evangelium der Armen in der Bilby-Zusammenstellung, aber ich bin jetzt doch über Theophilus von Antiochia gestolpert und seine Apologie "ad Autolycum" Darin ist eine der schönsten Abrechnungen mit römisch-griechischer Mythologie, die ich kenen: https://bkv.unifr.ch/de/works/cpg-1107/versions/an-autolykus-bkv/divisions/11 bearbeitet 4. Januar von Flo77 Zitieren
Alfons Geschrieben 16. Januar Melden Geschrieben 16. Januar Ich lese gerade Beschlüsse des Stadtrats von Colmar aus dem 14. Jahrhundert. "Der rat hat erkant, das man keinen ußburger me empfohen sol, er gebe denne e 3 guldin und 18 Straßburger. Und ein pfaffe, ein edelman oder ein Jude welre da burger werden will, der sol geben 5 guldin und 18 Strassburger. Actum sabbato post beati Barnabe apostoli anno LVV primo." (Pfahlbürger werden ist teuer) Sehr schön auch: "Der rat hat erkant, wer nachtes gat nach dem glögkelin ane liecht, er sie edel oder unedel, pfaffe oder leye, der sol bessern achte tage für die stat und mag die abkouften mit eim pfunt d. Und vellet die besserung der stette und dar zu dem schultheissen und dem meister 10 s." (Wehe, jemand wird nachts ohne Licht erwischt - gilt auch für den Herrn Pfarrer) Sittlichkeit war natürlich auch ein Thema im Stadtrat, 1364: Der rat hat erkant, das kein varende tochter keinen riffian noch lieben man haben sol in der gassen, und sol ouch keiner nachtes by ir ligen. Weler das breche, da bessert er einen monat von der stat, und mag den abkouffen, und 1 lib. d., und die tochter ouch 1 lib. also dicke es geschieht. (Fahrende Tochter klingt viel schöner als Wanderhure, aber wie genau übersetze ich "riffian"?) Zitieren
Flo77 Geschrieben 16. Januar Melden Geschrieben 16. Januar vor 3 Minuten schrieb Alfons: Ich lese gerade Beschlüsse des Stadtrats von Colmar aus dem 14. Jahrhundert. "Der rat hat erkant, das man keinen ußburger me empfohen sol, er gebe denne e 3 guldin und 18 Straßburger. Und ein pfaffe, ein edelman oder ein Jude welre da burger werden will, der sol geben 5 guldin und 18 Strassburger. Actum sabbato post beati Barnabe apostoli anno LVV primo." (Pfahlbürger werden ist teuer) Sehr schön auch: "Der rat hat erkant, wer nachtes gat nach dem glögkelin ane liecht, er sie edel oder unedel, pfaffe oder leye, der sol bessern achte tage für die stat und mag die abkouften mit eim pfunt d. Und vellet die besserung der stette und dar zu dem schultheissen und dem meister 10 s." (Wehe, jemand wird nachts ohne Licht erwischt - gilt auch für den Herrn Pfarrer) Sittlichkeit war natürlich auch ein Thema im Stadtrat, 1364: Der rat hat erkant, das kein varende tochter keinen riffian noch lieben man haben sol in der gassen, und sol ouch keiner nachtes by ir ligen. Weler das breche, da bessert er einen monat von der stat, und mag den abkouffen, und 1 lib. d., und die tochter ouch 1 lib. also dicke es geschieht. (Fahrende Tochter klingt viel schöner als Wanderhure, aber wie genau übersetze ich "riffian"?) Was wären 3 Gulden 18 Straßburger in heutigem Geld? Und wieso werden Strafen in Pfund Pfennigen angegeben? Soll der "riffian" das Gegenteil vom "lieben man" sein? Und musste der "liebe man" auch der Dame ihren Service bezahlen? Zitieren
Alfons Geschrieben 16. Januar Melden Geschrieben 16. Januar vor 22 Minuten schrieb Flo77: Was wären 3 Gulden 18 Straßburger in heutigem Geld? Bei den Gulden handelte es sich wahrscheinlich um die damals gängigen "Florentiner" - 3,5 Gramm fast reines Gold. Wobei der damalige Goldwert mit dem heutigen hohen Goldpreis (1 Gramm etwa 120 Euro) nicht zu vergleichen ist. Mit "Straßburger" sind wahrscheinlich die "Strassburger Lilienpfennige" gemeint, Silbermünzen mit 0,5 Gramm Gewicht. Deren Realwert weiß man ungefähr, weil Pilgern im 14. Jahrhundert empfohlen wurde, pro Tag 4 Pfennige einzuplanen. Wie das Pfund Pfennige zu rechnen ist, weiß ich nicht - jedenfalls ist es, wie aus dem Ratsbeschluss ersichtlich, der Gegenwert für acht Tage Arbeit im Dienst der Stadt. Den Riffian, und was ihn vom "liben man" unterschied, wüsste ich auch gern. Zitieren
Werner001 Geschrieben 16. Januar Melden Geschrieben 16. Januar Ein Pfund entspricht 240 Pfennigen, sagt der Wiki-Eintrag über den Pfennig Werner Zitieren
Flo77 Geschrieben 17. Januar Melden Geschrieben 17. Januar vor einer Stunde schrieb Werner001: Ein Pfund entspricht 240 Pfennigen, sagt der Wiki-Eintrag über den Pfennig Werner Das ist klar. Und 1 Pfund sind 2 Mark oder 20 Schillinge zu je 60 Pfenning. Nur welches Pfund im Elsass des 14. Jahrhunderts benutzt wurde, oder ob für Münzen immer noch das Karlpfund galt, ist wohl nur mit erweitertem Französisch herauszufinden. Zitieren
Wunibald Geschrieben 17. Januar Melden Geschrieben 17. Januar vor 21 Stunden schrieb Alfons: Bei den Gulden handelte es sich wahrscheinlich um die damals gängigen "Florentiner" - 3,5 Gramm fast reines Gold. Wobei der damalige Goldwert mit dem heutigen hohen Goldpreis (1 Gramm etwa 120 Euro) nicht zu vergleichen ist. Mit "Straßburger" sind wahrscheinlich die "Strassburger Lilienpfennige" gemeint, Silbermünzen mit 0,5 Gramm Gewicht. Deren Realwert weiß man ungefähr, weil Pilgern im 14. Jahrhundert empfohlen wurde, pro Tag 4 Pfennige einzuplanen. Wie das Pfund Pfennige zu rechnen ist, weiß ich nicht - jedenfalls ist es, wie aus dem Ratsbeschluss ersichtlich, der Gegenwert für acht Tage Arbeit im Dienst der Stadt. Den Riffian, und was ihn vom "liben man" unterschied, wüsste ich auch gern. Der Riffian bzw. Ruffian ist zwar einerseits der Hurenjäger, aber auch das Gegenteil, nämlich der Lotterbube, der Hurenführer, der Kuppler. den gibt es schon im Spreng, Allgemeines deutesches Glossarium und dann ausführlich bei Grimm: ruffian, m. hurenjäger, kuppler, lotterbube, im älteren nhd. gebräuchlich, ebenso mhd. (s. Lexer 2, 533. mhd. wb. 2, 1, 701b). es ist das italien. ruffiano, franz. ruffien, engl. ruffian. Diez 4, 278. von diesem worte ausgehend sind im nd., der neigung dieser sprache gemäsz, fremdes sprachgut umzuformen und weiter zu bilden, ruffeln kuppeln, ruffen fornicari, ruffer leno geschaffen worden. eine andere ansicht führt das ital. ruffiano auf nd. ruffeln, ruffen zurück. ten Doorkaat Koolman 3, 62b: es wird ein ruffian, zu einem stattlichen poeten. Butschky Pathmos 505. in verschiedenen umformungen: rffianer, lecker und buben. Keisersberg synodalpredigt 5b; Crobilus war ein riffener, hensseliner und hrnfürer. S. Franck sprichw. 2, 131b; zwen rifianerbuben, deren dann Paris ain grosze anzall hat. Zimm. chron. 1, 393, 13; nachtlauren, hren, bben, kuppler, /Bd. 14, Sp. 1409/ rifiäner. Fischart groszm. 12 neudruck. s. Schm. 2, 68. Schöpf 568. Schmid 433. Vilmar 312. 1 Zitieren
Werner001 Geschrieben 18. Januar Melden Geschrieben 18. Januar Am 17.1.2026 um 01:11 schrieb Flo77: Das ist klar. Und 1 Pfund sind 2 Mark oder 20 Schillinge zu je 60 Pfenning. Nur welches Pfund im Elsass des 14. Jahrhunderts benutzt wurde, oder ob für Münzen immer noch das Karlpfund galt, ist wohl nur mit erweitertem Französisch herauszufinden. Wieso Französisch? Die Franzosen kamen da doch erst viel später hin. Und wirklich französisch wurde es erst nach der französischen Revolution. Werner Zitieren
Flo77 Geschrieben 18. Januar Melden Geschrieben 18. Januar (bearbeitet) vor 18 Minuten schrieb Werner001: Wieso Französisch? Die Franzosen kamen da doch erst viel später hin. Und wirklich französisch wurde es erst nach der französischen Revolution. Ich habe auf Deutsch keine einzige vernünftige Angabe über historische Maße und Gewichte im Elsass vor 1795 gefunden. Ich würde hoffen, daß es da ergiebigere französische Quellen gibt. Aber da reichen meine Sprachkenntnisse nicht für aus. bearbeitet 18. Januar von Flo77 Zitieren
gouvernante Geschrieben 19. Januar Melden Geschrieben 19. Januar Am 18.1.2026 um 11:01 schrieb Flo77: Aber da reichen meine Sprachkenntnisse nicht für aus. Wenn Du verlinkbare Quellen hast, am Französisch sollte es nicht scheitern. Zitieren
Flo77 Geschrieben 19. Januar Melden Geschrieben 19. Januar vor 1 Minute schrieb gouvernante: Wenn Du verlinkbare Quellen hast, am Französisch sollte es nicht scheitern. Ich hab ja noch nicht mal die passenden Suchbegriffe 🤣 Zitieren
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