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Gewisse Glaubenskrise


Naviro

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Hallo liebe Leute,

 

seit einiger Zeit befinde ich mich in einer gewissen Glaubenskrise; nicht in dem Sinne, daß ich an Gott zweifeln würde, das tue ich gewiß nicht. Ich glaube an Gott, an Jesus Christus, den Heiligen Geist, das Evangelium, und auch an die Katholische Kirche, aber hier wird es schon kritischer...denn zwar bin ich überzeugt davon, daß die Katholische Kirche die eine heilige und apostolische Kirche ist, und versuche ihren Lehren so weit es meine Kräfte zulassen zu folgen, aber in einem bestimmten Punkte vermag ich der katholischen Lehre nicht mehr in der Weise Folgschaft zu leisten wie es an und für sich angebracht wäre, und der Punkt ist die Marienverehrung.

 

Ich bete nämlich sehr oft den Rosenkranz. Dies tue ich - so glaube ich - halbwegs ausdauernd, und innerlich aufmerksam. Vor einiger Zeit las ich das Buch " Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers ", in welchem vom Jesusgebet berichtet wird ( " Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner. " ), und ich begann mich zu fragen, weshalb ich die Mutter Gottes um Beistand und Hilfe bitten solle, wenn ich doch genauso gut Gott anrufen kann. Was spricht eigentlich dafür, 50 Ave Maria zu beten, dabei bloß fünf Vater Unser, obgleich dies doch das Gebet des Herrn ist?

 

Ich möchte nicht missverstanden werden; diese Frage ist für mich von äußerster Wichtigkeit, da ich sehr gerne bete, und mich auch mühe, sehr oft zu beten. Wie rechtfertigt sich die außerordentliche Stellung des Rosenkranzgebets in der katholischen Kirche?

 

Ich habe auch überlegt, anstatt der Ave Maria das Fatimagebet zu sprechen ( " O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, / bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, / führe alle Seelen in den Himmel, / besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen. " ), da ich dieses sehr schön finde; aber dann dachte ich mir wiederum, daß mein subjektives Schönheitsempfinden keinerlei Rechtfertigung für eine Umänderung des Rosenkranzgebets sein kann, und es folglich theologisch zu rechtfertigen sein müßte....hier bitte ich um Hilfe; ist es in Ordnung mithilfe des Rosenkranzes andere Gebete abzuzählen, oder befinde ich mich am Beginn einer großen Häresie?

 

Edit :

 

Für alle, die sich an mich noch erinnern, ich habe hier zu schreiben aufgehört, weil ich - wie ich nachträglich fand - zu sehr Politik mit Religion vermischt habe.

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(...)

Ich möchte nicht missverstanden werden; diese Frage ist für mich von äußerster Wichtigkeit, da ich sehr gerne bete, und mich auch mühe, sehr oft zu beten. Wie rechtfertigt sich die außerordentliche Stellung des Rosenkranzgebets in der katholischen Kirche?

(...)

Ich greife den einen Punkt heraus, auf den es mir anzukommen scheint.

Das Rosenkranzgebet hat keinerlei herausragende Stellung in der katholischen Kirche. Es ist lediglich das populärste "Privatgebet". Üblicherweise wird es gebetet, wenn eine Gruppe Gläubiger ohne Priester zum Beten zusammenkommt, beispielsweise vor einer Sonntagsmesse oder vor einem Begräbnis oder bei einer Statio im Rahmen einer Wallfahrt oder dergleichen. Im Rahmen quasi "offizieller" liturgischer Feiern kommt es nicht vor, noch nicht mal in der Maiandacht. Höchstens im Oktober, dem "Rosenkranzmonat".

 

Nebenbei: Es besteht zwar aus der bekannten Aneinanderreihung von Ave Marias, Kern und Mittelpunkt des Gebets sind aber die "Geheimnisse", die nach dem Namen "Jesus" eingefügt werden. Und das sind eben allesamt "Jesus-Geheimsisse".

So gesehen, kann man es schon mit dem Jesusgebet der Ostkirchen gleichsetzen, das schließlich auch keinen offiziellen Charakter hat.

 

In deinem persönlichen Gebetsleben bist du völlig frei, zu wählen, womit du dich anfreunden kannst, und zu lassen, was dir gegen den Strich geht. Wenn du mit der Gemeinde beten willst, musst du dich halt dem anschließen, was du vorfindest.

Es ist aber nicht verboten, nach Gleichgesinnten Ausschau zu halten und sich mit denen zu einer neuen Gruppe zusammenzutun.

Probier's mal mit dem Stundengebet!

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Vor einiger Zeit las ich das Buch " Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers ", in welchem vom Jesusgebet berichtet wird ( " Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner. " ),

 

Eine OT-Frage: ist das jenes Buch, von dem in Fanny und Zoe von J. D. Salinger berichtet wird?

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Ich möchte nicht missverstanden werden; diese Frage ist für mich von äußerster Wichtigkeit, da ich sehr gerne bete, und mich auch mühe, sehr oft zu beten. Wie rechtfertigt sich die außerordentliche Stellung des Rosenkranzgebets in der katholischen Kirche?

Lieber Naviro,

 

ich habe auch so meine Schwierigkeiten mit der Marienverehrung. Natürlich soll sie in Ehren gehalten werden, aber was Du sagst, ist auch nach katholischer Lehre vollkommen richtig: Du kannst zu Jesus Christus direkt beten. Oder zum Vater. Oder zum Heiligen Geist. Du MUSST nicht Maria oder irgendeinen anderen Heiligen um Hilfe bitten.

 

Die besondere Stellung Marias in der Kirche liegt glaube ich psychologisch begründet. Vielen Menschen ist sie eine helfende Bezugsperson, sie ist wie eine Mutter, sie symbolisiert gewissermaßen die Kirche selbst und und und... - ich respektiere das, auch wenn mir persönlich Maria keine so besondere Bezugsperson ist.

 

Ich habe auch überlegt, anstatt der Ave Maria das Fatimagebet zu sprechen ( " O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, / bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, / führe alle Seelen in den Himmel, / besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen. " ), da ich dieses sehr schön finde; aber dann dachte ich mir wiederum, daß mein subjektives Schönheitsempfinden keinerlei Rechtfertigung für eine Umänderung des Rosenkranzgebets sein kann, und es folglich theologisch zu rechtfertigen sein müßte....hier bitte ich um Hilfe; ist es in Ordnung mithilfe des Rosenkranzes andere Gebete abzuzählen, oder befinde ich mich am Beginn einer großen Häresie?

Der Rosenkranz ist nur ein Ding mit der Funktion, Dich beim Gebet zu unterstützen. Du MUSST nicht das Ave Maria damit beten, jedes andere Gebet ist genauso geeignet. Zum Beispiel das, das Du hier geschrieben hast. Oder ganz eigene, die aus Deinem Kopf kommen.

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Vor einiger Zeit las ich das Buch " Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers ", in welchem vom Jesusgebet berichtet wird ( " Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner. " ),

 

Eine OT-Frage: ist das jenes Buch, von dem in Fanny und Zoe von J. D. Salinger berichtet wird?

Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, Die vollständige Ausgabe, Verlag Herder spektrum, Freiburg-Basel-Wien, ISBN 3-451-04947-3

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und ich begann mich zu fragen, weshalb ich die Mutter Gottes um Beistand und Hilfe bitten solle, wenn ich doch genauso gut Gott anrufen kann.
Gott ist ein Gott der Liebe. Die Liebe teilt, teilt mit und schenkt anderen Verantwortung. So verstehe ich es, dass Gott auch Engel, die Gottesmutter Maria, die Heiligen erschaffen hat, um sie an seinem Liebeswerk der Schöpfung und Erlösung Anteil nehmen zu lassen. Daher bin ich prinzipiell der Ansicht, dass wir keine Sonder- Heiligen, Sonder- Engel oder eine Sonder- Muttergottes haben, sondern dass Gott es ist, der durch Maria wirkt. Wir sollten die Gottesmutter Maria nicht getrennt von Gott sehen. Und ich denke dass es eine Verständnishilfe für die Zuwendung an Gott durch Maria sein könnte, dass Gott uns Maria als Helferin, Trösterin, geistliche Mutter geschenkt hat.

 

. Wie rechtfertigt sich die außerordentliche Stellung des Rosenkranzgebets in der katholischen Kirche?
Zuerst möchte ich betonen, dass beim Gebet unsere Liebe und unsere Hingabe entscheidend sind. Einem Gebet mehr Wert zubilligen als einem anderen birgt die Gefahr des Aberglaubens in sich. Privat ist es sicher erlaubt, z.B. auch das Rosenkranzgebet zu erweitern. Für mich ist es zu.B. eine Hillfe das Rosenkranzgebet meditativ zu beten, indem ich bei den einzelnen Geheimnssen verschiedene Betrachtungsgedanken einfüge. (z.B. Statt "der für uns mit Dornen gekrönt worden ist" den Gedanken: O Jesus, dein heiligstes Haupt wurde mit Dornen gekrönt, um unseren Hochmut zu sühnen. Schenke uns die Gnade wahrer Demut"). Als Gemeinschaftsgebet sollte man sich allerdings an die Rosenkranzgebete halten, wie sie uns überliefert sind.
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du :)

 

ich halte es so wie du...

 

maria verehre ich aber jesus ist bei mir an erster stelle :angry:

 

also du bist damit nicht alleine...lebe deinen glauben mit gutem gewissen

 

in göttlicher verbindung :D

 

mimare ;)

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Vor einiger Zeit las ich das Buch " Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers ", in welchem vom Jesusgebet berichtet wird ( " Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner. " ),

 

Eine OT-Frage: ist das jenes Buch, von dem in Fanny und Zoe von J. D. Salinger berichtet wird?

Ich habe mal nachgeschaut, und es stimmt : http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/40/woche6.htm .

 

Allerdings bin ich mir in bezug auf das Jesusgebet, das ja ein Herzensgebet sein soll, etwas unsicher, weil ich vermute, es richtig zu erlernen, erfordert eine gewisse Form geistlicher Führung; da ich niemanden kenne, der mir das Jesusgebet anständig beibringen könnte, lasse ich es.

 

An alle, die sich um eine Antwort bemüht haben :

 

Vielen Dank.

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da ich niemanden kenne, der mir das Jesusgebet anständig beibringen könnte, lasse ich es.

 

Meinst du nicht, daß er es dir beibringen würde, wenn du es versuchst? Manchmal liegt es an unserer Furchtsamkeit, wenn wir Gottes Antwort nicht hören. Grüße, KAM

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Vor einiger Zeit las ich das Buch " Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers ", in welchem vom Jesusgebet berichtet wird ( " Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner. " ),

 

Eine OT-Frage: ist das jenes Buch, von dem in Fanny und Zoe von J. D. Salinger berichtet wird?

Ich habe mal nachgeschaut, und es stimmt : http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/40/woche6.htm .

 

Dankeschön.

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Hallo,

 

ich habe nochmals eine Frage, weil ich alleine nicht so recht voran komme.

 

Im Katechismus steht folgendes zu dem Punkt " Fürbittgebet " :

 

' Die Fürbitte ist ein Bittgebet, das uns dem Beten Jesu gleichförmig macht. Er ist der einzige Fürsprecher beim Vater für alle Menschen, vor allem für die Sünder. (...) '

 

Das deckt sich ja mit dem, das in der Schrift steht :

 

' Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. ' -- 1.Timotheus 2, 5-6

 

Trotzdem beten wir im Ave Maria :

 

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder,

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

 

Ich weiß wohl, daß in der Schrift auch steht :

 

" Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. " -- Lukas 1, 48

 

Aber das Seligpreisen unterscheidet sich nach meinem Dafürhalten schon von einem ' Bitte-für-mich '; ich bin in diesem Punkte wirklich weiterhin noch sehr unsicher, weiß aber auch nicht, an wen ich mich wenden soll, denn auch innerhalb der Kirche gibt es ja große Unterschiede in bezug auf die Marienverehrung.

 

Allerdings - damit man mich nicht falsch versteht, ich glaube nicht, daß es grundsätzlich falsch ist, ein Ave Maria zu beten, oder ähnliches -- ganz gewiß nicht. Ich denke, die außerordentliche Wirkungskraft speziell des Rosenkranzgebetes steht außer Frage, und befindet sich fernab jedweder Diskussion, wie auch die große Bedeutung Marias unzweifelhaft ist, und es ist wirklich auch keineswegs davon auszugehen, daß Gott die Kirche dermaßen irren ließe, wie es der Fall wäre, sollte die Marienverehrung gänzlich inkorrekt sein; ich glaube aber auch, daß Gott sehr barmherzig ist, und dem armen Mütterchen vom Lande wohl kaum zu lasten legen wird, sollte es in gewisser Weise irren, einem anderen aber, der ganz andere Möglichkeiten hatte, vielleicht schon...insofern ist es - so denke ich - unsere Pflicht, daß wir uns wohlwollend kritisch mit Glaubensinhalten auseinander setzen, schließlich müssen wir uns irgend wann einmal dafür rechtfertigen.

 

Darum hoffe ich auf eure Unterstützung.

Edited by Naviro
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Mariamante
Hallo,

ich habe nochmals eine Frage, weil ich alleine nicht so recht voran komme.

 

Aber das Seligpreisen unterscheidet sich nach meinem Dafürhalten schon von einem ' Bitte-für-mich '; ich bin in diesem Punkte wirklich weiterhin noch sehr unsicher, weiß aber auch nicht, an wen ich mich wenden soll, denn auch innerhalb der Kirche gibt es ja große Unterschiede in bezug auf die Marienverehrung.

In der Bibel steht auch das dir sicher bekannte Wort: "Viel vermag das Gebet des Gerechten". Da mit dem irdischen Hinscheiden nicht "alles aus" ist, sondern das Leben bei Gott erst so richtig beginnt- warum sollte das Gebet der "Gerechten" nicht weiter möglich und erlaubt sein?
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(...) In der Bibel steht auch das dir sicher bekannte Wort: "Viel vermag das Gebet des Gerechten". Da mit dem irdischen Hinscheiden nicht "alles aus" ist, sondern das Leben bei Gott erst so richtig beginnt- warum sollte das Gebet der "Gerechten" nicht weiter möglich und erlaubt sein?
Vielen Dank für deine Antwort.

 

An diese Stelle im Brief des Jakobus habe ich gar nicht gedacht, und diese Stelle begründet das ' Bitte für uns Sünder ' durchaus. Du hast - denke ich - recht mit deiner Frage, weshalb das Gebet für andere nach dem irdischen Ableben nicht möglich sein solle; es gibt keinen Grund dafür.

 

Soweit ich aber weiß, ist die Marienverehrung, speziell in der Form, in welcher wir sie heute kennen, eher jüngeren Ursprungs ( ich glaube auch oder vermag mich nicht von der Vermutung freizumachen, daß die Marienverehrung in der heutigen Art und Weise vielleicht eher eine psychologische denn eine religiöse Grundlage hat ); mich würde deshalb die Entstehung der Marienverehrung interessieren. Könnte mir vielleicht jemand Bücher hierzu empfehlen?

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Mariamante
Soweit ich aber weiß, ist die Marienverehrung, speziell in der Form, in welcher wir sie heute kennen, eher jüngeren Ursprungs ( ich glaube auch oder vermag mich nicht von der Vermutung freizumachen, daß die Marienverehrung in der heutigen Art und Weise vielleicht eher eine psychologische denn eine religiöse Grundlage hat ); mich würde deshalb die Entstehung der Marienverehrung interessieren. Könnte mir vielleicht jemand Bücher hierzu empfehlen?
Manche Mariengebete sind sehr alt ("Unter deinen Schutz und Schirm"...z.B:), manche aus dem 4. Jahrhundert. In Marialis Cultus kannst Du einiges über die Marienverehrung nachlesen.Mir ist menschlich durchaus verständlich dass die Mutter des göttlichen Erlösers von Anfang an besonders verehrt wurde. Wenn Gott in seiner Weisheit und Liebe aus Maria der Jungfrau Mensch werden sollte sehe ich die Schlußfolgerung "durch Maria zu Jesus, zu Gott" zu gelangen als verständlich. Edited by Mariamante
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Trotzdem beten wir im Ave Maria :

 

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder,

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

 

 

Hallo Naviro,

 

und die Antwort Marias auf diese "Gebetsbitte" wird IMMER nur diese EINE sein:

 

was ER euch sagt, das tut! (Joh 2,5)

 

 

Jede Verehrung Marias und jede Bitte um Fürsprache findet ihr Zentrum IN Christus.

 

Maria kann nur diese eine Richtung vorgeben und sie tut wie alle anderen Heiligen auch, nichts anderes! Jede Marien- und auch Heiligenverehrung ist daher christozentrisch ausgerichtet.

 

Ist sie es nicht, so haben wir uns verlaufen und sollten umkehren..

 

 

gby

 

Bernd

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Hi,

 

vielleicht hilft Dir ja das Schreiben Johannes Pauls II über den Rosenkranz weiter:

 

http://www.vatican.va/holy_father/john_pau...-mariae_ge.html

 

und hier die Enzyklika über die Gottesmutter:

 

http://stjosef.at/dokumente/redemptoris_mater.htm

 

hier vor allem der dritte Teil über die Mittlerschaft Mariens. Hier wählt der Papst genau Deine Position zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen:

"DRITTER TEIL:

MÜTTERLICHE VERMITTLUNG

 

38. Die Kirche weiß und lehrt mit dem hl. Paulus, daß nur einer unser Mittler ist: »Einer ist Gott, einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle« (1 Tim 2, 5-6). »Marias mütterliche Aufgabe gegenüber den Menschen verdunkelt oder mindert diese einzige Mittlerschaft Christi in keiner Weise, sondern zeigt ihre Wirkkraft« (94): Sie ist Mittlerschaft in Christus.""

 

Von dort erklärt er weiter das Geheimnis der mütterlichen Vermittlung, über verschiedene Bibelstellen und Konzilien. Die Enzyklika ist ingesamt ohnehin lesenswert.

 

Mir hatte beides in einer ähnlichen Situation sehr geholfen :angry:

 

 

 

Wenn Dir das auch nicht hilft, würde ich im Moment die Mariengebete einfach weglassen, zumal bei Dir momentan wahrscheinlich ohnehin keine Früchte tragen wird. Lieber mal das Magnificat kaufen oder langsam Vater unser beten (1 Stunde für ein Vater unser nehme ich mir gern)

Edited by Steffen
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Nochmals eine Frage : Wenn die Marienverehrung die Bedeutung haben sollte, die sie heute hat, wieso hat Jesus Christus sie dann nicht ausdrücklich erwähnt bzw. gutgeheißen, wieso haben es die Apostel nicht getan?

Edited by Naviro
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Nochmals eine Frage : Wenn die Marienverehrung die Bedeutung haben sollte, die sie heute hat, wieso hat Jesus Christus sie dann nicht ausdrücklich erwähnt bzw. gutgeheißen, wieso haben es die Apostel nicht getan?

Bevor ich auf diese konkrete Frage eingehe, möchte ich ein paar grundsätzliche Gedanken zur Marienverehrung von mir geben:

Als Katholiken sollen wir alles tun, um Maria einen gebührenden Platz in Liturgie und Spiritualität zu geben, ohne dabei auch nur den Anschein zu erwecken, sie wäre so etwas wie ein Göttin für uns. Manche liturgischen Texte sprechen leider missverständlich vom "Beten zu Maria", korrekt dagegen ist der Katechismus, wo vom "Beten mit Maria" die Rede ist. (KKK 2679, 2682)

In manchen Köpfen, Texten und Gebeten erscheint uns ein Klischee von Maria als "Vorzimmerdame des lieben Gottes", so als ob wir uns nicht direkt an Gott wenden können, sondern Mittler(innen) bräuchten. Das ist weder sinnvoll noch katholisch. Maria sowie alle Heiligen sollen unser Gebet begleiten, ebenso wie die Mitchristen auf Erden, sind aber keine Vermittler, denn der ist Christus allein. (1 Tim 2,5) Freilich dürfen wir darauf vertrauen, dass Maria die Gläubigen wie bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2) liebevoll zu Jesus führt.

Wer Maria nicht verehrt, handelt gegen das Evangelium und ist undankbar, denn Maria selbst prophezeit: "Von nun preisen mich selig alle Geschlechter! (Lk 1,48)" Die Verehrung Marias ist daher ein unaufgebbarer Teil des christlichen Glaubens. Wir dürfen und sollen ihr dankbar sein, dass sie Ja zum Plan Gottes gesagt hat, und diese Dankbarkeit auch freudig durch Gebete und verschiedene liturgische Formen zum Ausdruck bringen.

 

Was deine Frage betrifft, muss man ja bedenken, dass Maria zur Zeit der Abfassung der meisten Schriften des NT bzw. ihrer Urtexte noch am Leben war. Es ist wohl verständlich, dass eine Verehrung, wie wir sie heute verstehen, erst allmählich nach ihrer Aufnahme in den Himmel einsetzen konnte.

Darüber hinaus wird aber schon deutlich, dass sie in der Urkirche große Achtung genoss, sonst wäre sie nicht extra bei der Pfingstgeschichte (Apg 2) erwähnt.

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mich würde deshalb die Entstehung der Marienverehrung interessieren. Könnte mir vielleicht jemand Bücher hierzu empfehlen?

Ohne es jetzt nachgeschlagen zu haben: Ich nehme an, dass im LThK und in der TRE ausführliche Artikel zur Marienverehrung stehen und auch weiterführende Literatur angegeben ist.

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Ich danke euch weiterhin für eure Hilfe, und möchte nochmals, speziell bezugnehmend auf Udalricus' Beitrag, betonen daß es mir nicht darum geht, entgegen der klaren Aufforderung der Bibel gegen eine Marienverehrung zu wettern; das wäre absolut dümmlich. Mir geht es darum, Maria ' zu finden ', und ihr den Platz einzuräumen, der ihr zusteht. Das ist mein aufrichtiges Anliegen.

 

Vermutlich werde ich in Zukunft weiter Fragen zu diesem Thema stellen, und hoffe auf eine sich fortsetzende Mitarbeit derjenigen, die mir helfen können, und helfen wollen.

 

Eine erste weitere Frage bezieht sich auf die vermeintliche Erscheinung der heiligen Maria in Guadalupe. Dort soll sie Juan Diego unter anderem folgendes gesagt haben : '(...) Ich werde dich für alle Mühe und Arbeit belohnen, die du für mich auf dich genommen hast. (...) ' ; unabhängig davon, daß ich finde, daß die Maria der Marienerscheinungen oftmals etwas selbstbezogen ist, frage ich mich, ob Maria das überhaupt kann, den Juan Diego für sein Tun belohnen, oder ob diese Aufgabe nicht doch eher Gott zukommt?

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Mariamante
Nochmals eine Frage : Wenn die Marienverehrung die Bedeutung haben sollte, die sie heute hat, wieso hat Jesus Christus sie dann nicht ausdrücklich erwähnt bzw. gutgeheißen, wieso haben es die Apostel nicht getan?
Dir ist sicher klar, dass die Verehrung, die wir heute gegenüber Jesu pflegen (z.B. Anbetung, Andachten etc.) damals auch nicht üblich war. Auch hier hat sich einiges weiter- entwickelt. Warum sollte das nicht auch in Bezug auf Marienverehrung so sein? Die Kirche ist keine Mumie, sondern der "Leib Christi", eine lebendige Kirche.
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wolfgang E.
Die Kirche ist keine Mumie,.......

Da wäre ich mir nach den neuesten Entwicklungen nicht mehr so sicher.....man gibt sich redliche Mühe diesen Status (wieder) herzustellen. Der lateinische anfang ist schon gemacht.

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Mariamante

Die Kirche ist keine Mumie,.......

Da wäre ich mir nach den neuesten Entwicklungen nicht mehr so sicher.....man gibt sich redliche Mühe diesen Status (wieder) herzustellen. Der lateinische anfang ist schon gemacht.

Wegen der lat. Messzulassung ein solches Weltuntergangsgeschrei zu erheben (um es übertrieben auszudrücken) halte ich für Hysterie.
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Ich habe auch überlegt, anstatt der Ave Maria das Fatimagebet zu sprechen ( " O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, / bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, / führe alle Seelen in den Himmel, / besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen. " )
also, wir beten das nicht statt dessen, sondern zum Abschluß oder danach.
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