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Eugen Drewermann


Sam_Naseweiss

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Franciscus non papa

es könnte ja sein, dass man antwort bei einem auf fragen sucht, der doch selbst an diesem entscheidenden punkt nur fragen hat, nur am suchen ist.

 

das schliesst ja nicht aus, dass man von diesem suchenden und fragenden auch was lernen kann. und vor allem ehrt es ihn, den suchenden und fragenden. viele fragen eben nicht, suchen eben nicht...

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Ich finde es zumindest sehr interessant, bei der Suche nach Gott nicht von dem Inhalt einer tradierten Gottesvorstellung auszugehen, sondern von dem Bewußtsein, in dem sich diese Vorstellung gebildet hat. Also zu fragen "Warum stellen wir uns Gott so vor?" und nicht "Entspricht unsere Gottesvorstellung der Wirklichkeit?"

 

Ich meine, dass es bei Drewermann häufig um derartige Fragen geht. Es geht daher möglicherweise an seinen Inhalten vorbei, wenn man ihn auf ein bestimmtes Gottesbild festzunageln versucht.

bearbeitet von Squire
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Die Gretchenfrage lautet hier möglicherweise: "Ist Gott ein Geist oder nur ein Produkt unserer Geistes?"

Warum soll das eine Gretchenfrage sein?

Ein Atheist kann der Ansicht sein, daß Gott nur ein Produkt des Geistes ist. Ein Katholik kann das nicht.

Wenn ein Katholik sagen könnte, daß Gott nur ein Produkt unseres Geistes ist, dann müßte es im Katholizismus noch eine Untergruppe geben, die das nicht sagen kann, sonst könnte ich mich gar nicht mehr als katholisch bezeichnen.

Ich kann mit einem Atheist der Ansicht sein, daß Nächstenliebe eine wichtige Sache ist aber deswegen ist ein Atheist eben nicht auch zusätzlich noch ein Christ.

Sollte Gott Geist sein und man sagt, Gott sei das Erste, das Ungeschaffene, dann ist Gott nur und ausschließlich Produkt des Geistes.

Die Behauptung, Gott sei nur Produkt des menschlichen Geistes, löst sich dahingehend auf, Gott sei Produkt des Geistes, Gott sei Produkt seiner selbst.

 

Es wird ja überhaupt nichts anderes behauptet, nichts anderes, um es zu beweisen vorgegeben: Gott ist Geist. Das ist sozusagen die Hypothese, die es gilt bewiesen zu werden und bewiesen ist sie schon, wenn bedeutet wird, der Geist des Menschen bringt Gott hervor und außer diesem könne Gott nichts anderes hervorbringen, denn wenn etwas anderes als Geist Gott hervorbringen könnte, dann wäre der Geist ja nicht das Erste und nicht das Eine.

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So weit ich ihn verstehe, geht er ganz klar von der Existenz einer schöpferischen Kraft außerhalb von uns Menschen aus.
Es nützlich zwischen schöpfen und erschaffen zu unterscheiden. Man schöpft aus vorhandenem, aber man erschafft stets aus nichts.

Z. B. die Evolutionstheorie erschöpft sich selbst nur im Akt der Schöpfung, aber nicht dort, wo erschaffen wird. Die Evolutionstheorie nimmt sozusagen die Erde, wie es in Genesis heißt und schöpft den Menschen, aber sie beschäftigt sich nicht mit dem Erschaffen, als nicht mit dem Übergang von Nichts ins Sein.

 

Wenn man genau hinschaut, dann unterscheidet Genesis drei Stufen. Zuerst wird aus Nichts die Materie geschaffen, dann aus der Materie das Leben geschöpft und schließlich ein Garten bepflanzt.

 

Die erste Stufe, das Erschaffen, das ist nur Gott vorbehalten und bisher gibt es keine naturwissenschaftliche Disziplin, die auch nur im Ansatz versucht, hier tätig zu werden.

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Bis jetzt hat sich erst einmal Isidor disqualifiziert, weil das, was er behauptet, da nicht steht. Drewermann schreibt (und jeder der lesen kann, kann das lesen), dass die Dinge selber zufällig und vergänglich sind. Hinter den Dingen (wenn man sie sich wegdenkt) steht Gott (und den Teil hat uns Isidor weggelassen).

"Nichts muß sein, nichts ist notwendig" schreibt Drewermann. Das ist die Kurzformel des Nihilismus!

 

Wie man weiter oben nachlsen kann, schrieb Drewermann: Wenn man sich einmal alles wegdenkt, was es heute gibt, dann, über dem Abgrund der Nichtnotwendigkeit und des Nichtseins, wird man die Gottheit berühren.

Der Text, auf den Du hinweist, steht erst nach der drewermann'schen Behauptung von der "radikalen Zufälligkeit der Dinge" und enthält selber eine weitere Behauptung.

Die weitere Behauptung, die Drewermann nun aufstellt, lautet: Gott könne erst über einen "Abgrund der Nichtnotwendigkeit und des Nichtseins" berührt werden.

 

Eine Behauptung soll die andere Behauptung stützen. Dabei wird jedoch nur eine These an die andere gereiht ..........

Die Zufälligkeit der Dinge lässt sich von zwei Seiten betrachten. Einmal von außen und einmal von innen. Von innen bedeutet, von den Dingen selbst aus und von außen, von der Seite des Schöpfers aus.

 

Von innen aus, sind die Dinge rein zufällig. Ihr Sein ist ihnen nur zugefallen, denn sie sind nicht aus sich selbst, sondern sie sind aus Gott.

 

Von außer aber, also von Gott aus, sind die Dinge notwendig, nicht mehr zufällig, denn Gott hat sie zu einem bestimmten Zweck gemacht und wenn Gott etwas zu einem bestimmten Zweck macht, dann ist es göttlicher also wahrer Zweck.

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und mit dieser Aussage schließt Drewermann Gott als Schöpfer dieser Welt aus:
Es ist möglich, sogar diese Welt zu lieben von Gott her. Nur das Umgekehrte scheint nicht länger mehr möglich: einen liebenden Gott als Ursprung einer darwinistisch gedeuteten Welt zu erkennen.

http://www.kirchen.ch/pressespiegel/nzz/0253.htm

"Ausschließen" ist zu viel gesagt, das tut er nicht. Er sagt "scheint nicht möglich", und mir scheint, damit hat er recht. Die theologische Frage, was "Schöpfer" in einer darwinistsichen Welt bedeutet, muss neu gestellt und beantwortet werden. Die klassische Antwort führt zu einem "Intelligent Design" und damit zu einem Widerspruch zu Biologie. (Ich denke da an jenen Schönborn Beitrag, der jüngst solche Wellen geschlagen hat).

 

Fazit: Mir scheint eher, dass Drewermann hier auf eine Lücke in unserem Gottesbild hingewiesen hat.

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und mit dieser Aussage schließt Drewermann Gott als Schöpfer dieser Welt aus:
Es ist möglich, sogar diese Welt zu lieben von Gott her. Nur das Umgekehrte scheint nicht länger mehr möglich: einen liebenden Gott als Ursprung einer darwinistisch gedeuteten Welt zu erkennen.

http://www.kirchen.ch/pressespiegel/nzz/0253.htm

"Ausschließen" ist zu viel gesagt, das tut er nicht. Er sagt "scheint nicht möglich", und mir scheint, damit hat er recht. Die theologische Frage, was "Schöpfer" in einer darwinistsichen Welt bedeutet, muss neu gestellt und beantwortet werden. Die klassische Antwort führt zu einem "Intelligent Design" und damit zu einem Widerspruch zu Biologie. (Ich denke da an jenen Schönborn Beitrag, der jüngst solche Wellen geschlagen hat).

 

Fazit: Mir scheint eher, dass Drewermann hier auf eine Lücke in unserem Gottesbild hingewiesen hat.

Wenn ich mir vorstelle, daß ich vor Gericht stehe und ins Kreuzverhör genommen werde und mich der Staatsanwalt fragt: "Glauben sie, daß Gott die Welt geschaffen hat?"

Dann kann ich mit einem "Ja" antworten.

 

Mir scheint Drewermann antwortet da immer mit einem "Jein" und man muß nun schauen, wo das "Ja" und wo das "Nein" liegt.

Drewermann stimmt im Grunde der Kritik aller Atheisten zu und glaubt dann einen Punkt gefunden zu haben, der von den Wissenschaften nicht mehr berührt werden kann - wo ein Gott dann sein kann ohne die Erkenntnisse seiner Schöpfungen fürchten zu müssen.

 

Drewermann nennt 3 Gründe, weswegen wir an Gott glauben:

Nummer 1:

Deshalb, nicht um die Natur zu erklären, sondern um als Menschen der Natur standzuhalten, setzen wir religiös ein absolutes Subjekt voraus, das die Subjekthaftigkeit unseres Daseins wie ein «Vater» ermöglicht und trägt.

Nummer 2:

Deshalb, nicht um unsere Überlegenheit gegenüber der Natur ideologisch weiter zu rechtfertigen, sondern um ein haltgebendes Gegenüber für die Haltlosigkeit unserer Existenz zu finden, stellen wir uns religiös eine absolute Freiheit vor, die wie ein «Hirte» den Weg unseres Lebens begleitet und leitet, ohne uns unsere Verantwortung zu nehmen.

Nummer 3:

Wir Menschen aber wissen um die Unvermeidbarkeit von Irrtum und Misslingen; wir können nur leben, wenn wir uns als entscheidenden Massstab unseres Daseins einen «Richter» vorstellen, der nicht hinrichtet, sondern aufrichtet.

 

Im Grunde sind das nur pragmatische Gründe für den Glauben an Gott: "Standhalten", "Haltgebend", "Aufrichtend". Das sind Funktionen des Glaubens, die erklären warum es nützlich ist zu glauben.

Wir glauben deswegen an Gott, weil dieser Glaube für uns Vorteile hat.

 

Letztendlich glauben wir daher an Gott, weil wir an Gott glauben wollen.

Und dem Naturalisten können wir dann sagen: Ja du hast in allem recht aber wir glauben einfach an Gott und es mag sogar gut sein, daß wir deswegen an Gott glauben, weil dies für das Überleben der Art förderlich ist.

 

http://www.kirchen.ch/pressespiegel/nzz/0253.htm

bearbeitet von Sam_Naseweiss
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Drewermann stimmt im Grunde der Kritik aller Atheisten zu und glaubt dann einen Punkt gefunden zu haben, der von den Wissenschaften nicht mehr berührt werden kann - wo ein Gott dann sein kann ohne die Erkenntnisse seiner Schöpfungen fürchten zu müssen.
Ich verstehe das anders.

Nie und nimmer fürchtet dieser Gott, dass seine Geschöpfe erkennen.

Das Fragen und Erkennen ist Aufgabe des Menschen seit er den "paradiesischen Zustand" des fraglosen Akzeptierens der Wirklichkeit hinter sich gelassen hat.

Drewermann exerziert mit seinem ganzen Leben vor, dass dieses Fragen und Suchen höchst notwendig ist. Und er sucht auch nicht die Lücken oder den Punkt, an dem man noch von Gott reden kann, ohne die Naturwissenschaften fürchten zu müssen.

 

Ich tu mir ein bisschen schwer, es zu formulieren, aber wenn du sagst, "Drewermann nennt 3 Gründe, weswegen wir an Gott glauben" und diese Gründe dann pragmatisch nennst, habe ich das Gefühl, dass du haarscharf an dem vorbeigehst, was er eigentlich sagen will. So klingt es wie eine Mischung aus Feuerbach und Freud und Marx und anderen, die auf verschiedenste Weise die Bedürftigkeit des Menschen als das Argument für die Konstruktion eines Gottes ausgemacht und verantwortlich gemacht haben.

 

So verstehe ich Drewermann aber nicht. Sondern: Menschsein und religiös Sein hängen bei ihm im tiefsten Grund und notwendig zusammen - um "Menschsein" mit allem was dazu gehört (die Erfahrung einzigartiger individueller Subjektivität, von Freiheit und von unvermeidbarem Misslingen und Irren,....) begründen zu können, braucht es die Religion und den Glauben, der dazu befähigt, die Angst und das Ausgesetztsein zu überwinden und den Menschen zum Menschen werden zu lassen.

Wie "Gott" und Mensch" zusammenhängt, bleibt im Dunkel - aber es ist diese Beziehung, von der her sich Menschsein begründet und die es möglich macht, die Welt zu lieben.

bearbeitet von Ennasus
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(...)

So verstehe ich Drewermann aber nicht. Sondern: Menschsein und religiös Sein hängen bei ihm im tiefsten Grund und notwendig zusammen - um "Menschsein" mit allem was dazu gehört (die Erfahrung einzigartiger individueller Subjektivität, von Freiheit und von unvermeidbarem Misslingen und Irren,....) begründen zu können, braucht es die Religion und den Glauben, der dazu befähigt, die Angst und das Ausgesetztsein zu überwinden und den Menschen zum Menschen werden zu lassen.

Wie "Gott" und Mensch" zusammenhängt, bleibt im Dunkel - aber es ist diese Beziehung, von der her sich Menschsein begründet und die es möglich macht, die Welt zu lieben.

Man kann also nur Mensch sein und die Natur lieben, wenn man an Gott glaubt?

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........

 

Im Grunde sind das nur pragmatische Gründe für den Glauben an Gott: "Standhalten", "Haltgebend", "Aufrichtend". Das sind Funktionen des Glaubens, die erklären warum es nützlich ist zu glauben.

Wir glauben deswegen an Gott, weil dieser Glaube für uns Vorteile hat.

 

Letztendlich glauben wir daher an Gott, weil wir an Gott glauben wollen.

Und dem Naturalisten können wir dann sagen: Ja du hast in allem recht aber wir glauben einfach an Gott und es mag sogar gut sein, daß wir deswegen an Gott glauben, weil dies für das Überleben der Art förderlich ist.

 

http://www.kirchen.ch/pressespiegel/nzz/0253.htm

nein, im lichte seines satzes

"Drei gute Gründe gibt es, die uns in Wahrheit dahin bestimmen, an einen persönlichen Gott zu glauben. "

liest es sich anders. "bestimmen" heißt nicht nützlich und willkürlich sondern dem menschen immanent, manchmal verborgen, verschüttet auch, aber immer vorhanden, abseits jeden pragmatismus.

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(...)

So verstehe ich Drewermann aber nicht. Sondern: Menschsein und religiös Sein hängen bei ihm im tiefsten Grund und notwendig zusammen - um "Menschsein" mit allem was dazu gehört (die Erfahrung einzigartiger individueller Subjektivität, von Freiheit und von unvermeidbarem Misslingen und Irren,....) begründen zu können, braucht es die Religion und den Glauben, der dazu befähigt, die Angst und das Ausgesetztsein zu überwinden und den Menschen zum Menschen werden zu lassen.

Wie "Gott" und Mensch" zusammenhängt, bleibt im Dunkel - aber es ist diese Beziehung, von der her sich Menschsein begründet und die es möglich macht, die Welt zu lieben.

Man kann also nur Mensch sein und die Natur lieben, wenn man an Gott glaubt?

vielleicht, aber es muß sich nicht in einem glaubensbekenntnis ausdrücken.

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(...)

So verstehe ich Drewermann aber nicht. Sondern: Menschsein und religiös Sein hängen bei ihm im tiefsten Grund und notwendig zusammen - um "Menschsein" mit allem was dazu gehört (die Erfahrung einzigartiger individueller Subjektivität, von Freiheit und von unvermeidbarem Misslingen und Irren,....) begründen zu können, braucht es die Religion und den Glauben, der dazu befähigt, die Angst und das Ausgesetztsein zu überwinden und den Menschen zum Menschen werden zu lassen.

Wie "Gott" und Mensch" zusammenhängt, bleibt im Dunkel - aber es ist diese Beziehung, von der her sich Menschsein begründet und die es möglich macht, die Welt zu lieben.

Man kann also nur Mensch sein und die Natur lieben, wenn man an Gott glaubt?

vielleicht, aber es muß sich nicht in einem glaubensbekenntnis ausdrücken.

Zumindest nicht in einem mit explizit religiösem Vokabular.

Das kann sich vermutlich sogar sehr atheistisch anhören.

 

Es geht (wenn ich ihn richtig verstehe) bei "glauben" auch bei Drewermann immer um die Haltung, aus der einer lebt. Um das Ernstnehmen und "Lieben" des einzelnen Menschen bzw der Schöpfung, um eine Freiheit, die nicht willkürlich, sondern verantwortet gelebt wird, um Vorwärtsgehen trotz Angst und Verzweiflung und scheinbarer Sinnlosigkeit.

 

In einem solchen Tun wird der Mensch erst zum Menschen bzw berühren sich Gott und Mensch - unabhängig davon, ob das so benannt wird oder nicht.

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Ich versuche für mich an diesem Punkt eine Orientierung:

 

1. Dass Drewermann an einen persönlichen Gott glaubt, geht aus dem Zitat von Gerlinde klar hervor.

 

2. Die Frage nach dem Schöpfergott beantwortet sich Drewermann offenbar nicht aus der "Gesamtschöpfung"

Man wird nicht verstehen warum es die Welt gibt; der Schöpfungsvorgang selbst bleibt in undurchdringlichen „Nebel“ gehüllt.

sondern er leitet Gottes "Schöpferhand" sehr stark aus dem Menschen ab

Einerseits ist der Mensch nichts als Staub, ein rotes Gebilde (Adam) aus roter Erde (Adamah); nichts ist an ihm an Würde und Größe – ein Gefüge aus Kohlenwasserstoffen, hervorgebracht in der Zeit und zurücknehmbar mit der Zeit, das ist alles was sich über ihn sagen lässt solange man ihn rein empirisch betrachtet. Und doch trägt dieses Wesen der Nichtigkeit und Vergänglichkeit Gottes Atem in sich; und doch ist die Form dieser Staubgeburt hervorgegangen aus den unsichtbaren Schöpferhänden Gottes, der dem an sich Amorphen die Schönheit seiner Gestalt und den Mut zum Dasein verliehen hat.
(Hervorhebungen von mir).

 

Drewermann hat ein sehr komplexes stark ineinandergreifendes Denkgebäude errichtet. Ich sehe die grosse Gefahr einer Verfälschung, wenn man ihn mit Kurzzitaten aus dem Internet quasi "dingfest zu machen" versucht.

 

Wenn Sam zudem schreibt

Wenn ich mir vorstelle, daß ich vor Gericht stehe und ins Kreuzverhör genommen werde und mich der Staatsanwalt fragt: "Glauben sie, daß Gott die Welt geschaffen hat?"

Dann kann ich mit einem "Ja" antworten.

erschrecke ich immer aufs Neue vor so viel Eindeutigkeit. Ich würde diese Frage so eindeutig beantworten können, wenn man mich nach Gott als Ursprung aller Dinge fragte, während ich angesichts der Evolutionstheorie beim Wörtchen "geschaffen" zögerlich stottern müßte.

Diese Ja erinnert mich zu stark an die eindimensionale Denkweise des KKK und ich weiß aus vielen Vorträgen Drewermanns, die teils direkt teils auf Tonband gehört habe, wie fremd, ja supsekt ihm solche Ja/Nein Logik ist.

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Hallo Ihr Lieben!

 

Ich halte mich zunächst an das Wort Gottes:

 

Es steht ja in 1. Johannes 4, 1 geschrieben, ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. 2Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; 3und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, daß er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. 4Kinder, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist. 5Sie sind von der Welt; darum reden sie, wie die Welt redet, und die Welt hört sie. 6Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.

 

 

 

Diese Bibelstelle trifft auf Dreweman zu, es ist schon frapierend wie sich das Wort erfüllt wird, zum einen schwingt er sich zu einen Propheten der Neuzeit auf, seine Rede ist wie ein Altes her schon seit der Zeit der Aufklärung bekannt gewesen, Lasal und co melden sich aus den Grabt, also nichts neues. Schon deswegen ist es eine glatte Zeiterschwendung mit so was sich ausseinander zu setzten der JESUS liebt.

 

Jesus Christus ist im Fleisch gekommen. Ist doch die erste Prüfung wo man doch erkennt welches Geistes Kind der Prophet eigentlich ist. Einer der die Wahrheit vertritt, der muß bekennen, das Jesus Gott in Menschengestalt ist, einer der eben es nicht tut, in ihn ist der Geist des Antichristen.

 

 

Herzliche Grüsse, Blume :sword:

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Schon deswegen ist es eine glatte Zeiterschwendung mit so was sich ausseinander zu setzten der JESUS liebt.

Warum tust Du es dann, noch dazu mit einem so sinnlosen Beitrag.

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....Zumindest nicht in einem mit explizit religiösem Vokabular.

Das kann sich vermutlich sogar sehr atheistisch anhören.

 

Es geht (wenn ich ihn richtig verstehe) bei "glauben" auch bei Drewermann immer um die Haltung, aus der einer lebt. Um das Ernstnehmen und "Lieben" des einzelnen Menschen bzw der Schöpfung, um eine Freiheit, die nicht willkürlich, sondern verantwortet gelebt wird, um Vorwärtsgehen trotz Angst und Verzweiflung und scheinbarer Sinnlosigkeit.

 

In einem solchen Tun wird der Mensch erst zum Menschen bzw berühren sich Gott und Mensch - unabhängig davon, ob das so benannt wird oder nicht.

das sprechen oder auch nur im gedanken sprechen scheint ein großes problem zu sein. manchen fehlt vielleicht der mut in eigener weise über gott zu denken oder zu sprechen. wenn sich gläubige schon aus prinzipiellen erwägungen nicht von der lateinischen messe trennen können, wie soltten sie die verantwortung für eine eigene sprache übernehmen.

 

hier steht aber die zukunft des christlichen glaubens auf dem spiel. tradierte religiöse sprache ist für viele nur worthülsen.

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Wenn ich mir vorstelle, daß ich vor Gericht stehe und ins Kreuzverhör genommen werde und mich der Staatsanwalt fragt: "Glauben sie, daß Gott die Welt geschaffen hat?"

Dann kann ich mit einem "Ja" antworten.

Schön. Ich nicht. Weil ich nämlich im Zeitalter der Evolution nicht weiß, was damit genau gemeint ist "die Welt geschaffen". Und damit wäre das "ja" ein reines Lippenbekenntnis. Das ist, was ich aus dem verlinkten Beitrag gelernt habe, und der Punkt scheint mir stimmig.

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Ich kenn übrigens aus diversen Büchern einen Ausspruch Jesu, wo Jesus sagt, daß Gott die Welt nicht erschaffen hat. Das einzige, was er erschaffen hat, ist unsere Person (Personen). Alles übrige ist das Werk dieser Personen.

bearbeitet von Einsteinchen
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Dann wäre Gott in gewisser Hinsicht also Schöpfer der Welt und in gewisser Hinsicht nicht?

Ist es nun so, daß die Welt schon immer existiert hat oder von alleine entstanden ist oder hat Gott zwar die Welt geschaffen, indem er vielleicht irgendwelche einfachen Prinzipien geschaffen hat, aus denen sich die Welt dann autonom entwickelte?

Wobei dann noch zu fragen wäre, ob er die Welt so geschaffen hat, daß sie einen Rahmen besaß, innerhalb dem sie sich autonom entwickelt oder ob es einen solchen Rahmen nicht gibt?

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Ich kenn übrigens aus diversen Büchern einen Ausspruch Jesu, wo Jesus sagt, daß Gott die Welt nicht erschaffen hat. Das einzige, was er erschaffen hat, ist unsere Person (Personen). Alles übrige ist das Werk dieser Personen.

Ich kenne einen solchen Ausspruch nicht.

Vielleicht aus einem apokryphen Evangelium?

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Ich kenn übrigens aus diversen Büchern einen Ausspruch Jesu, wo Jesus sagt, daß Gott die Welt nicht erschaffen hat. Das einzige, was er erschaffen hat, ist unsere Person (Personen). Alles übrige ist das Werk dieser Personen.

Ich kenne einen solchen Ausspruch nicht.

Vielleicht aus einem apokryphen Evangelium?

 

Es wird in "Ein Kurs in Wundern" ausgesprochen, daß das Universum eine Fehlschöpfung des Sohnes ist, wobei wir alle irgendwie der Sohn sind. Und wenn wir diese Wahnidee überwinden, die wir geschaffen haben, weil wir uns vor Gott verstecken, sind wir wieder ganz bei Gott.

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Ich kenn übrigens aus diversen Büchern einen Ausspruch Jesu, wo Jesus sagt, daß Gott die Welt nicht erschaffen hat. Das einzige, was er erschaffen hat, ist unsere Person (Personen). Alles übrige ist das Werk dieser Personen.

Ich kenne einen solchen Ausspruch nicht.

Vielleicht aus einem apokryphen Evangelium?

 

Es wird in "Ein Kurs in Wundern" ausgesprochen, daß das Universum eine Fehlschöpfung des Sohnes ist, wobei wir alle irgendwie der Sohn sind. Und wenn wir diese Wahnidee überwinden, die wir geschaffen haben, weil wir uns vor Gott verstecken, sind wir wieder ganz bei Gott.

Meinst du das hier:

Schucman begann nach eigenen Angaben eine innere Stimme zu „hören“, die ihr in den folgenden sieben Jahren die drei Bände von Ein Kurs in Wundern übermittelte. Schucman schrieb in Kurzschrift mit und las die Aufzeichnungen am nächsten Tag Thetford vor, der sie auf der Schreibmaschine tippte. Thetford ermutigte und unterstützte Schucman maßgeblich während des siebenjährigen Prozesses der Niederschrift.

http://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Schucman

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Ja, genau.

Dabei handelt es sich um eine Privatoffenbarung wie die von Lorber etc..

Ich glaube nicht, daß sie hier relevant ist.

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Ich lese hier ein bisschen mit und habe rein zufällig gerade heute einen Artikel in der FAZ auf Seite N 3 gelesen, der eventuell hilfreich sein könnte. Titel: "Das Ende des Sagbaren - Wittgenstein über das Paradox des christlichen Glaubens".

 

Ich hoffe, ich liege nicht falsch damit: Mir scheint, Drewermann ist da von dem Dreiergespann Wittgenstein, Kierkegaard und Barth beeinflusst bzw. hegt ähnliche Überlegungen.

 

Ich versuche es in Kernsätzen zu veranschaulichen (fette Hervorhebungen von mir):

 

Über Wittgenstein: "Die einzig sinnvollen Sätze, seien Sätze, die sich auf Sachverhalte beziehen, also Sätze der Naturwissenschaft. Gott jedoch offenbare sich nicht in der Welt. Und wovon man nicht sprechen könne, da müsse man schweigen."

 

Für Kierkegaard liege im Glauben ein Paradox, nämlich "dasjenige, auf das sich der Gläubige bezieht: der Mensch gewordene Gott. Dieses Zeitlichwerden des Ewigen ist zunächst Gnadenakt: die Überwindung der Kluft zwischen Gott und Mensch. genau diese Überwindung des Unüberwindbaren ist aber eine Zumutung für den Verstand. Das absolute Paradox wird zum Ärgernis. Und da sich von diesem ärgerlichen Paradox nicht sinnvoll reden lässt, ist das Christentum auf indirekte Mitteilung angewiesen. [...] Christsein fängt da an, wo das Sagbare aufhört. [...] Erst im Glauben [...] wird das Ärgernis des Paradoxes überwunden."

 

Wieder Wittgenstein, jetzt direkt zitiert: "Es ist durch das Wort 'glauben' in der Religion furchtbar viel Unheil angerichtet worden. Alle die verzwickten Gedanken über das 'Paradox', die ewige Bedeutung einer historischen tatsache u. dergl. Sagst Du aber statt 'Glaube an Christus': 'Liebe zu Christus', so verschwindet das Paradox, d.i., die Reizung des Verstandes."

 

Glaube könne sich nur zeigen, "Eine religiöse Frage ist entweder eine Lebensfrage oder sie ist (leeres) Geschwätz."

 

Über Karl Barth: "Auch Karl Barth betont mit Kierkegaard den 'unendlich qualitativen Unterschied' zwischen Gott und Welt und die sich daraus ergebende Unmöglichkeit, von Gott zu reden."

 

Es geht um die grundsätzliche Unmöglichkeit einer ontologischen Erkenntnis Gottes.

 

Kann es sein, dass Drewermanns Reden über den Glauben und Gott aus ganz ähnlichen Gründen mehr von Beziehungen handelt als von ontologischen Wesensbestimmungen?

 

So verstehe ich sein "Gott ist das Subjekt, das nie zum Objekt wird." Uns so beunruhigt mich auch nicht dies: "Das Gehirn bringt Gott hervor in dem Glauben, dass es von einem Gott hervorgebracht wurde, der es gut meint mit uns." Weil dies nicht Gott negiert, sondern den Gedanken, wir könnten erfassen, wer oder was das ist.

bearbeitet von Kirisiyana
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