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Islamunterricht an Schulen?


karolin

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Da der Nachbarthread immer mehr "ins Kraut schießt" erlaube ich mir, den letzen Beitrag von Noora zu quoten und einen neuen Thread zu öffnen:

 

quote:

 

Muslimische Szene? Gibt es die überhaupt?

 

Was mich - und mit mir wohl viele Konvertierte - betrifft:

 

ein solcher Islamunterricht in den Schulen hätte aus meiner Sicht nur Vorteile:

-auch von uns als Eltern kontrollierbar - wieviele Konvertierte verstehen genug Arabisch (oder auch Türkisch), um verstehen zu können, was unseren Kindern im Koranunterricht in den Moscheen vermittelt wird?

 

-der Lehrer, die Lehrerin kann folglich für uns Ansprechpartner sein, was der Imam oder zuständige Lehrer in der Moschee wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht ist. Wir wüßten als Eltern, daß derjenige als Lehrer dem Gesetz und dem Staat verpflichtet ist. Ebenso weiß man in der Schule, mit wem man es zu tun hat.

 

 

Doch um ein gleichwertiges Unterrichtsfach Religionsunterricht Islam daraus zu machen, müßten die Voraussetzungen für alle muslimischen Schüler gegeben sein, nicht nur in einer Schule, sondern in allen.

 

(Natürlich auch abhängig von den Schülerzahlen: ich kann kaum für meinen Sohn als einzigen Muslim seiner Klasse an seiner Schule Religionsunterricht fordern!)

 

Und die verschiedenen Glaubensrichtungen - mit Sunni und Shia ist es da nicht getan!

Allerdings wäre es in meinem Sinn, diese Unterschiede zwar in einem Islamunterricht zu thematisieren, aber das Gemeinsame - Koran und Sunna - zu betonen (die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der verschiedenen Glaubensrichtungen sind so unnötig wie ein Kropf, sie zu vertiefen dient nicht den Muslimen, nicht den Menschen - sondern lediglich denen, die sie oft schüren und den Nutzen davon haben). Hier wäre es sinnvoll, beiderseits bestehende Vorurteile durch Information und Wissensvermittlung abzubauen, nebenbei auch bei manchen Eltern.

 

Auch das scheint in Österreich zu funktionieren: es gibt z. B. in Wien eine islamische Grundschule, deren Leiter Shiit ist, die Schüler (und teilweise das Lehrerkollegium) gehören zum Teil der Sunna, zum Teil der Shia an.

 

Diesen Vorschlag von phlebas fände ich bedenkenswert:

 

http://www.mykath.de/index.php?showtopic=18496&st=50:

 

Dazu sollten wir einen islamischen Religionsunterricht einführen an allen öffentlichen Schulen. Der Religionsunterricht ist natürlich auf Deutsch. Die islamischen Religionslehrer werden auf deutschen Universitäten ausgebildet, in islamisch-theologischen Fakultäten. Diese islamisch-theologischen Studienzweige sind Bestandteile unseres Hochschulsystems, was meint, dass natürlich die Berufung auf Lehrstühle vom Staat vorgenommen wird. Und der natürlich ein Auge darauf hat, dass niemand berufen wird, der sich nicht zu unserer Gesellschaftsordnung bekennt. Ich würde sogar so weit gehen, dass der Staat die Gehälter der Imame an den Moscheen bezahlt - einzige Bedingung: die Imame müssen in Deutschland an den deutschen islamisch-theologischen Hochschulen studiert und ausgebildet worden sein. Mit solchen Methoden müsste man meines Erachtens die bedrohliche Varianten des Islam bekämpfen, nicht mit stumpfen Pauschalverurteilungen. Leider ist Europa (und Deutschland) hier sehr zögerlich. Natürlich ist mir klar, dass so etwas etliche Probleme aufwirft, nicht zuletzt rechtlicher Art. Dann sollte man sich halt entsprechende Möglichkeiten überlegen wie man diese löst oder durch andere Maßnahmen ausgleichen kann.

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Da der Nachbarthread immer mehr "ins Kraut schießt" erlaube ich mir, den letzen Beitrag von Noora zu quoten und einen neuen Thread zu öffnen:

 

quote:

 

Muslimische Szene? Gibt es die überhaupt?

 

Was mich - und mit mir wohl viele Konvertierte - betrifft:

 

ein solcher Islamunterricht in den Schulen hätte aus meiner Sicht nur Vorteile:

-auch von uns als Eltern kontrollierbar - wieviele Konvertierte verstehen genug Arabisch (oder auch Türkisch), um verstehen zu können, was unseren Kindern im Koranunterricht in den Moscheen vermittelt wird?

 

-der Lehrer, die Lehrerin kann folglich für uns Ansprechpartner sein, was der Imam oder zuständige Lehrer in der Moschee wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht ist. Wir wüßten als Eltern, daß derjenige als Lehrer dem Gesetz und dem Staat verpflichtet ist. Ebenso weiß man in der Schule, mit wem man es zu tun hat.

 

 

Doch um ein gleichwertiges Unterrichtsfach Religionsunterricht Islam daraus zu machen, müßten die Voraussetzungen für alle muslimischen Schüler gegeben sein, nicht nur in einer Schule, sondern in allen.

 

(Natürlich auch abhängig von den Schülerzahlen: ich kann kaum für meinen Sohn als einzigen Muslim seiner Klasse an seiner Schule Religionsunterricht fordern!)

 

Und die verschiedenen Glaubensrichtungen - mit Sunni und Shia ist es da nicht getan!

Allerdings wäre es in meinem Sinn, diese Unterschiede zwar in einem Islamunterricht zu thematisieren, aber das Gemeinsame - Koran und Sunna - zu betonen (die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der verschiedenen Glaubensrichtungen sind so unnötig wie ein Kropf, sie zu vertiefen dient nicht den Muslimen, nicht den Menschen - sondern lediglich denen, die sie oft schüren und den Nutzen davon haben). Hier wäre es sinnvoll, beiderseits bestehende Vorurteile durch Information und Wissensvermittlung abzubauen, nebenbei auch bei manchen Eltern.

 

Auch das scheint in Österreich zu funktionieren: es gibt z. B. in Wien eine islamische Grundschule, deren Leiter Shiit ist, die Schüler (und teilweise das Lehrerkollegium) gehören zum Teil der Sunna, zum Teil der Shia an.

 

Diesen Vorschlag von phlebas fände ich bedenkenswert:

 

http://www.mykath.de/index.php?showtopic=18496&st=50:

 

Dazu sollten wir einen islamischen Religionsunterricht einführen an allen öffentlichen Schulen. Der Religionsunterricht ist natürlich auf Deutsch. Die islamischen Religionslehrer werden auf deutschen Universitäten ausgebildet, in islamisch-theologischen Fakultäten. Diese islamisch-theologischen Studienzweige sind Bestandteile unseres Hochschulsystems, was meint, dass natürlich die Berufung auf Lehrstühle vom Staat vorgenommen wird. Und der natürlich ein Auge darauf hat, dass niemand berufen wird, der sich nicht zu unserer Gesellschaftsordnung bekennt. Ich würde sogar so weit gehen, dass der Staat die Gehälter der Imame an den Moscheen bezahlt - einzige Bedingung: die Imame müssen in Deutschland an den deutschen islamisch-theologischen Hochschulen studiert und ausgebildet worden sein. Mit solchen Methoden müsste man meines Erachtens die bedrohliche Varianten des Islam bekämpfen, nicht mit stumpfen Pauschalverurteilungen. Leider ist Europa (und Deutschland) hier sehr zögerlich. Natürlich ist mir klar, dass so etwas etliche Probleme aufwirft, nicht zuletzt rechtlicher Art. Dann sollte man sich halt entsprechende Möglichkeiten überlegen wie man diese löst oder durch andere Maßnahmen ausgleichen kann.

 

Ich bin zwar jüngst relativ rüde angegriffen worden, weil ich den österreichischen Umgang mit Muslimen als beispielhaft dargestellt habe......aber trotzdem noch einmal:

 

Was hier gefordert wird und auch was im Nachbarthread als Erlanger Modell so beispielhaft hingestellt wird, ist in Österreich seit etwa 25 Jahren verwirklicht.

 

Man kann das hier nachlesen.

Edited by wolfgang E.
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wieviele Konvertierte verstehen genug Arabisch (oder auch Türkisch), um verstehen zu können, was unseren Kindern im Koranunterricht in den Moscheen vermittelt wird?

 

-der Lehrer, die Lehrerin kann folglich für uns Ansprechpartner sein, was der Imam oder zuständige Lehrer in der Moschee wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht ist. Wir wüßten als Eltern, daß derjenige als Lehrer dem Gesetz und dem Staat verpflichtet ist. Ebenso weiß man in der Schule, mit wem man es zu tun hat.

 

Darin sehe ich ein großes Problem: Meiner Meinung nach müsste der Iman einer dt. Moschee dem deutschen ausreichend mächtig sein. Wer als Iman die Sprache nicht beherrscht, bleibt so lange an einer Moschee mit dt. sprechendem Iman, bis er selbst ausreichend deutsch spricht. Bzw. lernt die Sprache eben schon in seinem Heimatland. Der Unterricht und die Predigt sollten auf deutsch gehalten werden - so kann jeder nachvollziehen was gelehrt und gepredigt wird. Die Gebete können ja trotzdem in der "originalsprache" verrichtet werden.

 

Bei kath. Priestern, die aus dem Ausland kommen verhält sich das übrigends nicht anders.

 

Den Religionsunterricht gibt es ja zum Teil schon, aber eben als islamkundlichen Unterricht. Was mehr oder weniger daran liegt, daß sonst die muslim. Eltern sich weigern ihr Kind in einen Unterricht zu stecken, in dem womöglich die falsche muslimische Strömung gelehrt wird

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@wolfgang E.

 

Aus der von dir verlinkten Quelle:

 

eine Besonderheit, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gesetzlichen Anerkennungsstatus des Islam seit 1912 steht.

 

Daran fehlt es eben in Deutschland. Und daher die Notlösung, in Erlangen einen Verein zu gründen.

 

Karolin,

in meiner Gemeinde (und auch in anderen) ist es mittlerweile üblich, daß das Freitagsgebet in zwei Sprachen stattfindet. Das heißt, die Predigt (khutba) wird erst auf arabisch, dann auf Deutsch gehalten. Das Gebet auf arabisch, aber das ist erstens obligatorisch, zweitens ist der Inhalt auch den nicht des Arabischen mächtigen Gläubigen bekannt.

 

Ein Imam sollte die deutsche Sprache nicht nur beherrschen, er sollte sie auch als Predigt- und Unterrichtssprache einsetzen. Was nicht zuletzt den Kindern zugute käme.

 

 

Den Religionsunterricht gibt es ja zum Teil schon, aber eben als islamkundlichen Unterricht. Was mehr oder weniger daran liegt, daß sonst die muslim. Eltern sich weigern ihr Kind in einen Unterricht zu stecken, in dem womöglich die falsche muslimische Strömung gelehrt wird

 

Es muß nicht mal unbedingt die falsche muslimische Strömung sein.... der Araber behauptet, der Türke sei kein richtiger Muslim, der Türke sagt dasselbe vom Araber. Türkische Kinder lernen in der türkischen Moschee, arabische in der palästinensischen, marokkanischen etc. - und jede Nationalität übernimmt neben dem Wissen eine Unzahl von traditionellen Auslegungen, Ansichten, oft noch von Imamen oder Hodschas, die selbst keine oder eine nicht sehr intensive Ausbildung genossen haben und munter als Islam verkaufen, was Tradition ist...

 

Das ist nicht erstaunlich: der Imam ist im Grunde der, der das Gebet leitet, Vorbeter, mehr nicht. Es reicht also eine Grundkenntnis des Koran.

Heute und hier in Europa hat ein Imam mittelrweile andere Aufgaben. Dazu bedarf es aber der entsprechenden Ausbildung. Und die sollte für jeden, der Imam werden will, in etwa gleich sein. Und sollte überwiegend in Deutschland stattfinden, an deutschen Hochschulen.

 

Das fordert einiges vom Staat - aber auch Umdenken bei vielen Muslimen: wir können uns nicht selbst auf Dauer abgrenzen und darüber klagen, daß wir ausgegrenzt werden.

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@wolfgang E.

 

Aus der von dir verlinkten Quelle:

 

eine Besonderheit, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gesetzlichen Anerkennungsstatus des Islam seit 1912 steht.

 

Daran fehlt es eben in Deutschland.

 

Nein, daran fehlt es nicht. Vielmehr sind alle existierenden gesetzlichen Anerkennungsstati der anderen Religonsgemeinschaften zuviel.

Gilt sinngemäß auch für den Religionsunterricht.

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Hallo Noora,

 

ist die Predigt auf Deutsch dann die Übersetzung, oder eine Art zweite Predigt?

 

ps. Wie lange dauert denn im Schnitt so eine muslimische Predigt während des Gottesdienstes? (Sagt ihr Gottestienst?)

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Wieso sagst Du "Islamunterricht"? Alles was in diesem forum fuer oder gegen "Islamunterricht" gesagt wurde oder wird, laeuft eigentlich auf die Frage hinaus: "Religionsunterricht an oeffentlichen (staatlich) Schulen?" Entweder wir befuerworten den "Religionsunterricht" an oeffentlichen (staatlichen) Schulen, d.h. auch islamischen Religionsunterricht, oder wir erklaeren Religion zur "Privatangelegenheit" und dann hat auch katholischer Religionsunterricht in diesen Schulen nichts zu suchen!!

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@wolfgang E.

 

Aus der von dir verlinkten Quelle:

 

eine Besonderheit, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gesetzlichen Anerkennungsstatus des Islam seit 1912 steht.

 

Daran fehlt es eben in Deutschland.

 

Nein, daran fehlt es nicht. Vielmehr sind alle existierenden gesetzlichen Anerkennungsstati der anderen Religonsgemeinschaften zuviel.

Gilt sinngemäß auch für den Religionsunterricht.

Genau das ist der Denkfehler mancher Ungläubiger. Sehen sie Religion, sehen sie rot. Sehe ich Religion, sehe ich etwas kulturell Unvermeidliches. Religion ist unvermeidlich - auch Dawkins weisst ja darauf hin, dass sie der Evolution geschuldet ist. Man kann Evolution nicht verbieten. Man kann den Menschen das Glauben nicht verbieten. Nicht alle brauchen es, aber als geistige Verfasstheit ist es als Möglichkeit im Menschen angelegt. Als Möglichkeit die immer wieder ausbricht. Ein bisschen so wie in der Natur der Waldbrand. Vor Jahren meinte man in den USA in den Nationalparks Waldbrände verhüten zu müssen, also hat man jedes Aufflackern eines Waldbrandes sofort bekämpft und eingedämmt. Daraufhin sammelte sich eine solche Menge an trockenem Unterholz und dergleichen an, dass ihnen beispielsweise bei einem gewaltigen Feuer ein großer Teil des Yosemite-NP abbrannte. In der Folge hat man daraus gelernt und eigene Fire Management Pläne entwickelte. Management-Pläne wohlgemerkt, nicht mehr - wie früher - strikte Feuerbekämpfungspläne. Feuer ist in diesen Plänen fast so etwas wie eine Naturressource die "gemanaged" werden muss. Seither sind die Brände normalerweise in den Parks nicht mehr so groß und nicht mehr so verheerend.

 

So ähnlich sehe ich Religion in unserer Gesellschaft. Religion ist unvermeidlich. Sie bricht sozusagen immer wieder aus, man kann sie auf Dauer nicht unterdrücken, also muss man sie gesellschaftlich managen. Religion spricht (auch) stark emotionale Bedürfnisse an, sie ist mitunter zumindest potenziell zu gefährlich Woraus ich die Folgerung ableite, dass sie gesamtgesellschaftlich einfach zu wichtig ist, um sie allein den Religiösen zu überlassen. Es ist im Interesse der Gesellschaft die Religion in die Gesellschaft hereinzuholen, sie auf keinen Fall an den Rand zu drücken. Und darum ist Religionsunterricht an den Schulen aus Sicht der Gesellschaft (und auch aus dem Blickwinkel eines rationalen Unglaubens) vernünftig. Das dümmste, was wir machen könnten, wäre, die Religion an den Rand der Gesellschaft zu drücken, Kinder religiös in irgendwelchen Hinterzimmern von irgendwelchen Obskuranten und Fanatikern unterrichten zu lassen in einer Weise, die völlig an der Gesellschaft vorüberläuft. Wir können uns Parallelgesellschaften einfach nicht leisten. Und darum auch nicht, dass wir Religionen bzw. deren Anhänger an den Rand der Gesellschaft drücken.

 

Ärgerlich, dass immer noch so viele Atheisten hier fast reflexartig mit Beißinstinkten reagieren.

Edited by Phlebas
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Mal so am Rande, das da Ramadan finde ich eine sehr nette Geste von beiden Seiten.

 

Allen muslim. Mitlesern und Mitschreibern einen gesegneten Fastenmonat.

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Das dümmste, was wir machen könnten, wäre, die Religion an den Rand der Gesellschaft zu drücken, Kinder religiös in irgendwelchen Hinterzimmern von irgendwelchen Obskuranten und Fanatikern unterrichten zu lassen in einer Weise, die völlig an der Gesellschaft vorüberläuft. Wir können uns Parallelgesellschaften einfach nicht leisten. Und darum auch nicht, dass wir Religionen bzw. deren Anhänger an den Rand der Gesellschaft drücken.

 

Glaubst Du, dass unsere "gallischen" Nachbarn einen Fehler machen wenn sie Religion aus ihren oeffentlichen Schulen verbannen??

 

 

Quote repariert.

Edited by Elima
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Wieso sagst Du "Islamunterricht"? Alles was in diesem forum fuer oder gegen "Islamunterricht" gesagt wurde oder wird, laeuft eigentlich auf die Frage hinaus: "Religionsunterricht an oeffentlichen (staatlich) Schulen?" Entweder wir befuerworten den "Religionsunterricht" an oeffentlichen (staatlichen) Schulen, d.h. auch islamischen Religionsunterricht, oder wir erklaeren Religion zur "Privatangelegenheit" und dann hat auch katholischer Religionsunterricht in diesen Schulen nichts zu suchen!!

 

Nein, es läuft nicht auf diese Frage hinaus. Wenn du das thematisieren möchtest, mache doch bitte einen zweiten Thread auf. Ist bestimmt auch ein interessantes Thema, sofern sachlich diskutiert.

 

Was ich meinte läuft vielmehr darauf hinaus: Was ist das muslimische Korrelat zu dem christl. Religionsunterricht. Im Unterschied zu dem christlichen, gestaltet sich die Akteptanz unter den muslimischen Gläubigen ggü. muslim. Religionsunterricht weitaus schwieriger.

Noora hat dies bereits ansatzweise beschrieben.

Es geht nun darum - wie muß so ein Unterricht aussehen, um alle muslime unter einen Hut zu bringen.

 

Es wäre schon blödsinnig, eine Reliunterricht für röm.kath griech kat. luth. ev ref.ev zu machen, nur weil sich ein lutheraner weigert, sein Kind von einem reformierten unterrichten zu lassen.

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Das dümmste, was wir machen könnten, wäre, die Religion an den Rand der Gesellschaft zu drücken, Kinder religiös in irgendwelchen Hinterzimmern von irgendwelchen Obskuranten und Fanatikern unterrichten zu lassen in einer Weise, die völlig an der Gesellschaft vorüberläuft. Wir können uns Parallelgesellschaften einfach nicht leisten. Und darum auch nicht, dass wir Religionen bzw. deren Anhänger an den Rand der Gesellschaft drücken.

 

Glaubst Du, dass unsere "gallischen" Nachbarn einen Fehler machen wenn sie Religion aus ihren oeffentlichen Schulen verbannen??

Ja, das glaube ich. Vielleicht ist es in Hinblick auf das Christentum, das in Europa ja auf dem Rückzug ist, unproblematisch. Aber in Hinblick auf den Islam ist es eine Riesendummheit. Entweder nimmt der Staat Einfluß auf die religiöse Erziehung, oder irgendwelche Imame, wie etwa der Imam von Perugia, Mohammed Kohaila. Dessen Predigten wurden heimlich gefilmt. Da sagt er unter anderem: "Mit Ungläubigen wird es keine Kompromisse geben - sie werden getötet und Schluss." Und den Knaben in der Kinderlehrstunde - also dem Religionsunterricht - empfiehlt er: "Ihr dürft Euch nicht unterkriegen lassen in der Schule, bespuckt andersgläubige Kinder, schlagt sie, zeigt, wer der Stärkere ist ... schlag die anderen [Einfügung von mir: die andersgläuigen Kinder] bis sie bluten."

 

So etwas ist die Folge, wenn man Religion an den Rand der Gesellschaft drückt. Eine Dummheit. Sie muss nicht an den Rand, sondern mitten rein. Und religiöse Unterweisung darf auch nicht abseits der Gesellschaft erfolgen, in irgendwelchen Hinterhöfen, sondern an unseren Schulen, der Kontrolle durch unsere Gesellschaft unterstellt.

Edited by Phlebas
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Wieso sagst Du "Islamunterricht"? Alles was in diesem forum fuer oder gegen "Islamunterricht" gesagt wurde oder wird, laeuft eigentlich auf die Frage hinaus: "Religionsunterricht an oeffentlichen (staatlich) Schulen?" Entweder wir befuerworten den "Religionsunterricht" an oeffentlichen (staatlichen) Schulen, d.h. auch islamischen Religionsunterricht, oder wir erklaeren Religion zur "Privatangelegenheit" und dann hat auch katholischer Religionsunterricht in diesen Schulen nichts zu suchen!!

 

Nein, es läuft nicht auf diese Frage hinaus. Wenn du das thematisieren möchtest, mache doch bitte einen zweiten Thread auf. Ist bestimmt auch ein interessantes Thema, sofern sachlich diskutiert.

 

Was ich meinte läuft vielmehr darauf hinaus: Was ist das muslimische Korrelat zu dem christl. Religionsunterricht. Im Unterschied zu dem christlichen, gestaltet sich die Akteptanz unter den muslimischen Gläubigen ggü. muslim. Religionsunterricht weitaus schwieriger.

Noora hat dies bereits ansatzweise beschrieben.

Es geht nun darum - wie muß so ein Unterricht aussehen, um alle muslime unter einen Hut zu bringen.

 

Es wäre schon blödsinnig, eine Reliunterricht für röm.kath griech kat. luth. ev ref.ev zu machen, nur weil sich ein lutheraner weigert, sein Kind von einem reformierten unterrichten zu lassen.

 

Ich denke ja gar nicht dran einen zweiten Thread zu eroeffnen!! Ausserdem finde ich es absolut nicht bloedsinnig einen gemeinsamen (wenn denn ueberhaupt) Religionsunterricht fuer Angehoerige christlicher Religionen einzufuehren!

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Äh, ich weiß nicht worin der Grund besteht den Finger die ganze Zeit auf der Ausrufetaste zu belassen. Zweitens: liest du überhaupt was ich schreibe? Falls dies der Fall ist, muß ich dir erklären, daß ev. luth und ev. ref. in Dtl zusammen unterrichtet werden. Und ich bis jetzt mit keinem Satz einen interkonfessionellen Religionsunterricht von ev. und kath. angesprochen habe.

Ich habe irgendwie das Gefühl, du möchtest 4 Themen gleichzeitig diskutieren?

 

Grüße bis morgen; muß leider noch arbeiten.

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Mal so am Rande, das da Ramadan finde ich eine sehr nette Geste von beiden Seiten.

 

Allen muslim. Mitlesern und Mitschreibern einen gesegneten Fastenmonat.

 

Danke, Karolin! :angry:

 

(Auch für den Link - das freut mich....)

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Das dümmste, was wir machen könnten, wäre, die Religion an den Rand der Gesellschaft zu drücken, Kinder religiös in irgendwelchen Hinterzimmern von irgendwelchen Obskuranten und Fanatikern unterrichten zu lassen in einer Weise, die völlig an der Gesellschaft vorüberläuft. Wir können uns Parallelgesellschaften einfach nicht leisten. Und darum auch nicht, dass wir Religionen bzw. deren Anhänger an den Rand der Gesellschaft drücken.

 

Glaubst Du, dass unsere "gallischen" Nachbarn einen Fehler machen wenn sie Religion aus ihren oeffentlichen Schulen verbannen??

ja. allerdingd ist eine umkehr nach 200 jahren ziemlich strengen laizismus problematisch.

 

 

 

Quote repariert.

Edited by Elima
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Kirchenhistoriker

Das dümmste, was wir machen könnten, wäre, die Religion an den Rand der Gesellschaft zu drücken, Kinder religiös in irgendwelchen Hinterzimmern von irgendwelchen Obskuranten und Fanatikern unterrichten zu lassen in einer Weise, die völlig an der Gesellschaft vorüberläuft. Wir können uns Parallelgesellschaften einfach nicht leisten. Und darum auch nicht, dass wir Religionen bzw. deren Anhänger an den Rand der Gesellschaft drücken.

 

Glaubst Du, dass unsere "gallischen" Nachbarn einen Fehler machen wenn sie Religion aus ihren oeffentlichen Schulen verbannen??

ja. allerdingd ist eine umkehr nach 200 jahren ziemlich strengen laizismus problematisch.

 

 

 

Quote repariert.

 

Naja, strenggenommen eigentlich nur 100 Jahre. Aber, es stimmt, der Religionsunterricht muß in der Schule bleiben. Und auch der Islamunterricht sollte an der Schule eingerichtet werden. Dafür sprechen nicht nur taktische sondern auch grundsätzliche Erwägungen, etwa das Recht der muslimischen Familien auf eine schulische Erziehung in ihrer Religion.

Edited by Kirchenhistoriker
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Aber, es stimmt, der Religionsunterricht muß in der Schule bleiben. Und auch der Islamunterricht sollte an der Schule eingerichtet werden. Dafür sprechen nicht nur taktische sondern auch grundsätzliche Erwägungen, etwa das Recht der muslimischen Familien auf eine schulische Erziehung in ihrer Religion.

 

Das sehe ich auch so. Deshalb muß sich der Islam in greifbarer Form konstituieren. Die jüdischen Gemeinden fanden sich auch erst in der Weimarer Zeit in die Rechtsform der KdöR. Grüße, KAM

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Nein, daran fehlt es nicht. Vielmehr sind alle existierenden gesetzlichen Anerkennungsstati der anderen Religonsgemeinschaften zuviel.

Gilt sinngemäß auch für den Religionsunterricht.

Genau das ist der Denkfehler mancher Ungläubiger. Sehen sie Religion, sehen sie rot. Sehe ich Religion, sehe ich etwas kulturell Unvermeidliches.

Daß sich von Zeit zu Zeit Diktaturen bilden, scheint auch unvermeidlich. Wo bitte schön ist der Militärjuntaunterricht?

Haben wir Disko-, Kino- und Überweisungenausfüllen-Unterricht an den Schulen? Alles Dinge, die die Gesellschaft bewegt.

Man kann gerne Religionswissenschaft als Fach anbieten, in dem neutral über die einzelnen Götzenbilder informiert wird, aber konfessioneller Unterricht ist eine so lächerliche Farce wie Deutschunterricht, in der Rotkäppchen und der böse Wolf als historische Wahrheit verbreitet wird. Wer sowas will, so es privat machen und vor allem bezahlen.

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Nein, daran fehlt es nicht. Vielmehr sind alle existierenden gesetzlichen Anerkennungsstati der anderen Religonsgemeinschaften zuviel.

Gilt sinngemäß auch für den Religionsunterricht.

Genau das ist der Denkfehler mancher Ungläubiger. Sehen sie Religion, sehen sie rot. Sehe ich Religion, sehe ich etwas kulturell Unvermeidliches.

Daß sich von Zeit zu Zeit Diktaturen bilden, scheint auch unvermeidlich. Wo bitte schön ist der Militärjuntaunterricht?

Haben wir Disko-, Kino- und Überweisungenausfüllen-Unterricht an den Schulen? Alles Dinge, die die Gesellschaft bewegt.

Man kann gerne Religionswissenschaft als Fach anbieten, in dem neutral über die einzelnen Götzenbilder informiert wird, aber konfessioneller Unterricht ist eine so lächerliche Farce wie Deutschunterricht, in der Rotkäppchen und der böse Wolf als historische Wahrheit verbreitet wird. Wer sowas will, so es privat machen und vor allem bezahlen.

hast du deinen mykath-beitrag schon geleistet?

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Genau das ist der Denkfehler mancher Ungläubiger. Sehen sie Religion, sehen sie rot. Sehe ich Religion, sehe ich etwas kulturell Unvermeidliches. Religion ist unvermeidlich - auch Dawkins weisst ja darauf hin, dass sie der Evolution geschuldet ist.

 

Richtigstellung: Dawkins glaubt nicht, dass die Religion selbst durch die Evolution hervorgebracht wurde oder etwa dass es ein spezielles Gen für Religiösität gibt. Dawkins vermutet eher (und das betont er auch in dem jüngsten Spiegel-Interview), dass Religion eine Art Nebenprodukt von evolutionär vorteilhaften Merkmalen sein könnte. So z.B. ein Nebenprodukt der genetisch bedingten Neigung, auf die eigenen Eltern zu hören und sich nach elterlicher Fürsorge zu sehnen.

 

Außerdem ist es völlig idiotisch zu glauben, etwas sei gerechtfertigt oder unvermeidbar, nur weil es evolutionäre/biologische Gründe hat. Für die schäbigsten Eigenschaften der Menschheit (Xenophobie, Intoleranz, Gewalttätigkeit, Krieg, Unterdrückung...) lassen sich vermutlich gute evolutionsbiolgische Erklärungsansätze finden, womit noch überhaupt nicht gesagt ist, dass diese menschliche Eigenarten unvermeidbar und einfach hinzunehmen sind. Dasselbe gilt für die Religion.

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Das dümmste, was wir machen könnten, wäre, die Religion an den Rand der Gesellschaft zu drücken, Kinder religiös in irgendwelchen Hinterzimmern von irgendwelchen Obskuranten und Fanatikern unterrichten zu lassen in einer Weise, die völlig an der Gesellschaft vorüberläuft. Wir können uns Parallelgesellschaften einfach nicht leisten. Und darum auch nicht, dass wir Religionen bzw. deren Anhänger an den Rand der Gesellschaft drücken.

 

Andererseits kann es aber auch nicht sein, dass wir uns einer tendenziell gefährlichen und intoleranten Ideologie nur dadurch erwehren können, dass wir die Indoktrination mit dieser Lehre ganz einfach selbst übernehmen und selbst bezahlen :angry: Da muss es doch intelligentere Lösungen geben.

 

Wie wäre es denn, wenn wir anstelle der Einführung eines Islamunterrichtes den Religionsunterricht in der jetzigen Form komplett streichen, und an seine Stelle ein kritisches Pflichtfach namens "Religionskunde" setzen würden, in dem nicht die Glaubenslehre der jeweiligen Eltern-Religion als Wahrheit aufgetischt wird, sondern in dem über die unterschiedlichen Religionen und ihre Fragwürdigkeiten und Gefahren informiert und aufgeklärt wird. Wäre das nicht ein bessers Mittel gegen einen intoleranten Islam als ein abgemildeter, aber immer noch indoktrinierender Islamunterricht?

Edited by David
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So geht das in Österreich (bzw. Vorarlberg)

ich hoffe der islamische religionsuntericht wird von lehrern und wenn notfalls von lehrerinnen von diesen ohne kopftuch durchgeführt werden. lehrer sind vom ev. kopftuchverbot doch ausgenommen?

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