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Sinus-Milieustudie U27


Tom007

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Hallo zusammen,

das Thema meiner Zwischenprüfung ist die Sinus-Milieustudie U27. Es gibt dazu viel Literatur, die sich mit den einzelnen Milieus auseinandersetzen und den Begriff Milieu und dessen Entstehung erläutern, jedoch läßt sich kaum etwas zur Rezeption dieser Studie finden.

Gibt es bei euch in der Gemeinde oder im Umfeld irgendwelche konkreten Reaktionen auf diese Studie.

Mir erscheint die Einteilung der einzelnen Milieu sehr nachvollziehbar, jedoch finde ich es sehr schwierig aus dieser Studie Handlungsmöglichkeiten zu erschließen bzw. abzuleiten.

Wie geht es euch dabei, welche Erfahrungen habt ihr mit der Studie gemacht?

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Hallo zusammen,

das Thema meiner Zwischenprüfung ist die Sinus-Milieustudie U27. Es gibt dazu viel Literatur, die sich mit den einzelnen Milieus auseinandersetzen und den Begriff Milieu und dessen Entstehung erläutern, jedoch läßt sich kaum etwas zur Rezeption dieser Studie finden.

Gibt es bei euch in der Gemeinde oder im Umfeld irgendwelche konkreten Reaktionen auf diese Studie.

Mir erscheint die Einteilung der einzelnen Milieu sehr nachvollziehbar, jedoch finde ich es sehr schwierig aus dieser Studie Handlungsmöglichkeiten zu erschließen bzw. abzuleiten.

Wie geht es euch dabei, welche Erfahrungen habt ihr mit der Studie gemacht?

Ich kenne viele Menschen, mich eingeschlossen, die die Milieus sehr nachvollziehbar finden, zunächst begeistert sind. Leider stehen wir alle bisher so da wie du: Was tun damit? Sorry, dass ich nichts anderes berichten kann.
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Was tun damit?
Kontaktpunkte sichtbarmachen? Ein Missionskonzept entwickeln? Die christliche Botschaft in die jeweilige Millieusprache übersetzen (lassen)?
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Was tun damit?
Kontaktpunkte sichtbarmachen? Ein Missionskonzept entwickeln? Die christliche Botschaft in die jeweilige Millieusprache übersetzen (lassen)?

 

Schon, Ideen sind da, aber die zündende fehlt noch...
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Es gibt ein Buch über die Rezeption der ursprünglichen Studie, das meiner Erinnerung nach auch ein paar Beispiele zu U27 einschließt. "Hinaus ins Weite - Gehversuche einer milieusensiblen Kirche". Herausgeber sind Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz und Hans-Georg Hunstig.

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Hallo zusammen,

das Thema meiner Zwischenprüfung ist die Sinus-Milieustudie U27. Es gibt dazu viel Literatur, die sich mit den einzelnen Milieus auseinandersetzen und den Begriff Milieu und dessen Entstehung erläutern, jedoch läßt sich kaum etwas zur Rezeption dieser Studie finden.

Gibt es bei euch in der Gemeinde oder im Umfeld irgendwelche konkreten Reaktionen auf diese Studie.

Mir erscheint die Einteilung der einzelnen Milieu sehr nachvollziehbar, jedoch finde ich es sehr schwierig aus dieser Studie Handlungsmöglichkeiten zu erschließen bzw. abzuleiten.

Wie geht es euch dabei, welche Erfahrungen habt ihr mit der Studie gemacht?

 

das ist ja das Problem, die Rezeption wird von den Ordinariaten kaum gefördert. Die Pfarrer haben keine Lust Neues und Schwieriges anzugehen, sind im Zweifelsfall sowieso überlastet mit der Betreuung ihrer vertrauten 2-3 Milieus, die noch in der Pfarrgemeinde aktiven sind typischerweise aus diesen Milieus und haben keine Veranlassung für die anderen 6-7 Milieus etwas zu tun, diejenigen, die was tun könnten und wollten, sind lange aus der Gemeinde ausgewandert oder vertrieben worden, da beißt sich die Katze dann wieder in den Schwanz

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Ich habe das Gefühl, dass unsere Ortskirche zunehmend die Tendenz zeigt viel von ihrer integrativen Kraft - die sie zumindest hier in Österreich jenseits aller Milieus zweifellos hatte - zu verlieren und anfängt sich selbst, sozusagen als eigenes Milieu, zu genügen. Als Anzeichen dafür würde ich ein deutlich konfliktfreudiges Auftreten vieler Katholikinnen und Katholiken sehen, das ich mit der Tatsache in Verbindung bringe, dass sich die Zugehörigkeit zu einem Milieu immer zuerst durch die Abgrenzung von anderen Milieus ausdrückt. Wobei man umgekehrt natürlich der Kirche dafür nicht allein verantwortlich machen darf, denn was als Milieu verstanden wird, hängt ja auch ganz wesentlich von der Zuschreibung von Außen ab.

bearbeitet von Justin Cognito
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...denn was als Milieu verstanden wird, hängt ja auch ganz wesentlich von der Zuschreibung von Außen ab.

Hallo Justin,

ich bin mir nicht ganz sicher, ob du und gouvernante bzw. kurvenal56 vielleicht aneinander vorbeireden.

Das Marktforschungs-Institut Sinus-Sociovision hat Menschen unter die Lupe genommen, die sich in ihrer Lebensauffassung und Lebensweise ähneln.

Ich schätze, dass die dabei verwendeten "Einteilungen" hier mit "Milieus" gemeint sind.

 

Und vor diesem Hintergrund sehe ich zwischen

Die Pfarrer haben keine Lust Neues und Schwieriges anzugehen, sind im Zweifelsfall sowieso überlastet mit der Betreuung ihrer vertrauten 2-3 Milieus, die noch in der Pfarrgemeinde aktiven sind typischerweise aus diesen Milieus und haben keine Veranlassung für die anderen 6-7 Milieus etwas zu tun
und
... die Tendenz ... viel von ihrer integrativen Kraft - die sie zumindest hier in Österreich jenseits aller Milieus zweifellos hatte - zu verlieren und anfängt sich selbst, sozusagen als eigenes Milieu, zu genügen.
die Brisanz...
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Wir haben vor 2 Jahren die Sinus-Studie (allerdings nicht die Jugendstudie) im Kirchengemeinderat sehr genau unter die Lupe genommen. Auch bei uns auf dem Dorf sind die meisten dieser Milieus vertreten. Es war für uns aber schwierig, geeignete Angebote für die verschiedenen Milieus zu benennen - vor allen Dingen für die, denen wir selbst nicht angehören.

 

Bei Taufen und in der Firmvorbereitung erreichen wir fast alle Milieus (bis auf die DDR-Nostalgiker). Interessant ist aber, dass sich die Gruppe derjenigen, die nach der Sakramentenspendung aus dem kirchlichen Leben verschwinden, sehr gut bestimmten Milieus zuordnen lässt. Da passen die klassischen Angebote der Kirchengemeinde also nicht zu den Bedürfnissen der jeweiligen Milieuangehörigen.

 

Hier mal ein paar Gedanken zu einigen Milieus im Bezug auf die Gemeinde- und Jugendarbeit:

 

Traditionelle nehmen sehr stark an klassischen - besonders auch regelmäßigen - Angeboten teil. Sie leiten über Jahre Jugendgruppen, kommen zu den Gottesdiensten und sind Mitglied in der Verbandsarbeit.

 

Bürgerliche sind ebenfalls stark engagiert, legen ihre Schwerpunkte aber stärker auf einzelne Ereignisse wie die 72-Stunden-Aktion, Taizé-Fahrten und Kinderfreizeiten. Das liegt häufig auch daran, dass sie durch vielfaches Engagement in Vereinen, Schüleraustausch, Politik und so weiter nur wenig Zeit für regelmäßige Termine haben.

 

Hedonisten nutzen Kirche - wenn überhaupt - als Abgrenzung zu den eigenen (nichtreligiösen) Eltern. Sie sind aber kaum für Angebote offen, bei denen es klare Vorgaben durch die Jugendleiter oder die Gemeindeleitung gibt. Das Einordnen in eine Gruppe fällt ihnen oft schwer. Problematisch für die Kirche ist, dass sie statistisch das größte Milleu unter den Jugendlichen ausmachen aber mit am schlechtesten zu erreichen sind.

 

Postmaterielle und Moderne Performer sind die Suchenden unter den Jugendlichen. Sie sind grundsätzlich für viele Angebote offen, legen sich aber nur ungern fest, bis sie sich sicher sind, dass das Angebot auch wirklich auf sie passt. Die Kirchengemeinde und das Dekanat müssen also eine Vielzahl von Einzelangeboten aufbieten, um Mitglieder dieser Gruppe überhaupt im Einzelfall erreicht werden. Da Gemeinden sehr auf eine längerfristige Bindung ihrer Mitglieder (besonders als Ehrenamtliche) aus sind, ist der Frustfaktor für die Organisatoren solcher Angebote oft recht hoch.

Konsum-Materialisten finden sich besonders im unteren sozialen Bevölkerungsspektrum bei schlecht integrierten Migranten und Familien mit längerer Erwerbslosigkeit der Eltern. Obwohl - oder gerade weil - sie nur wenig Geld zur Verfügung haben, definieren sie sich stark über Konsumgüter wie MP3-Player, Spielekonsolen und Markenmode. Einen Blick für Bildung, Kultur und Solidarität haben sie oft nicht. Zur Kirche haben sie ein zwiespätiges Verhältnis. Sie nehmen sehr selbstverständlich an Weihnachtsgottesdiensten, Taufe, Erstkommunion und oft auch Firmung teil, lassen sich aber nur sehr schlecht durch andere Angebote ansprechen. Spirituelle Angebote oder soziales Engagement geht ihnen scheinbar völlig ab.

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Interessant fand ich das, weil es eigentlich der Sinus-Milieu-Studie widerspricht, die Religiösität und Gemeinschaftssinn eigentlich auf ganz andere Milieus verortet hatte.

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Interessant fand ich das, weil es eigentlich der Sinus-Milieu-Studie widerspricht, die Religiösität und Gemeinschaftssinn eigentlich auf ganz andere Milieus verortet hatte.

 

 

Ich glaube, es sind unterschiedliche Ebenen. Eigensinn und Gemeinsinn verbinden sich nicht mit bestimmten Milieus. Es gibt in jedem Milieu eigensinnige und am Gemeinsinn orientierte Menschen.

 

Und persönlich kann ich nur sagen, dass der Befund auf mich zutrifft. Ich glaube nicht, dass ich mich im selben Maße für die Kirche einsetzen würde, wenn katholisch-sein gesellschaftlicher Mainstream wäre. (Ich wäre vermutlich trotzdem Christ, aber ich würde eher denken "lass die anderen mal machen" und meine Energien auf umstrittene Felder der geistigen Auseinandersetzung richten).

 

Zur Milieustudie: die wurde in unserer Gemeinde besprochen; es kamen aber keine Handlungsansätze dabei heraus. Die kirchliche Botschaft in eine bestimmte Kultur zu übersetzen, das macht man nicht im Handumdrehen; schon gar nicht wenn man selber nicht zu dieser Kultur gehört. Nicht umsonst haben die Missionare früher ja Familie und Heimatkultur vollständig verlassen und versucht, in die Kultur des Missionsgebietes einzutauchen.

 

Was es wohl braucht, ist eine neue Generation von Heiligen, von Menschen aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus, die vom Christentum nicht nur reden, sondern es überzeugend leben. Wir können ja mal eine diesbezügliche Stellenanzeige aufgeben ;)

bearbeitet von Franziskaner
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Wir haben uns die Sinusstudie für die ganze Gesellschaft im PGR gegeben. Handlungskonzepte haben sich daraus nicht ergeben, aber als Augenöffner war sie zumindest für mich persönlich wichtig. Die Kirche verändert sich weg von der Ortskirche zur Milieukirche. Dass hier soziologische Gesetze greifen und nicht der Geist Gottes, der die Böcke von den Schafen trennt, ist bei unseren Bischöfen noch nicht einmal ansatzweise angekommen, geschweige denn beim Papst. Und unsere braven Leute im PGR sollen das besser machen?

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Liebe Christen,

 

 

 

Allen Menschen die sich in diese so üble Welt geworfen sehen, stellt sich die Urfrage:

 

"Wie soll ich mich verhalten damit mein Leben gelingt."

 

Die Sinus-Studie hat Gemeinsamkeiten in den Verhaltensantworten die sich die Menschen geben, gefunden und bezeichnet sie als "Milieus".

 

Diese Verhaltensantworten sind allesamt zum Scheitern verurteilt.

 

Denn es gibt nur e i n e gültige und wahre Antwort auf die Frage. "Wie soll ich mich verhalten" : die Antwort die JESUS CHRISTUS in den Evangelien gegeben hat.

Mönche und Nonnen haben sich entweltlicht um sich so verhalten zu können wie es JESUS geboten hat.

 

 

Die Aufgabe die der HEILIGE GEIST GOTTES der Kirche gibt, ist es, die Verhaltensantwort JESU CHRISTI den Menschen so zu formulieren daß sie verständlich wird und in der Welt gelebt werden kann.

 

Kirchenlaien sind damit überfordert.

Da müssen, soll es was Vernünftiges werden, schon die Denker der Kirche, die Jesuiten ran.

 

Zuvor müssen sich Jesuiten, Kleriker, Kirchenlaien und Christen ihre Gehirne vom HEILIGEN GEIST GOTTES ausmisten, lüften und mit neuen Gedanken ausstatten lassen.

 

Voraussetzung ist der Wille sich vom HEILIGEN GEIST GOTTES was sagen zu lassen.

Und bis dahin werden, so scheints, noch viele Jahre vergehen.

 

 

 

Gruß

josef

bearbeitet von josef
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Wir haben uns die Sinusstudie für die ganze Gesellschaft im PGR gegeben. Handlungskonzepte haben sich daraus nicht ergeben, aber als Augenöffner war sie zumindest für mich persönlich wichtig. Die Kirche verändert sich weg von der Ortskirche zur Milieukirche. Dass hier soziologische Gesetze greifen und nicht der Geist Gottes, der die Böcke von den Schafen trennt, ist bei unseren Bischöfen noch nicht einmal ansatzweise angekommen, geschweige denn beim Papst. Und unsere braven Leute im PGR sollen das besser machen?

 

Interessanter Gedanke, Ortskirche - Weltkirche.

 

Das Problem wird schon seit Jahrhunderten nicht mehr wahrgenommen. Als im Zeitalter der Reformation die neue Welt entdeckt wurde, wurde diese besiedelt, nicht missioniert. Menschen aus Ortskirchen fanden sich dort zusammen und gründeten neue Gemeinden entlang von Konfessionen. Apostolisch wäre es gewesen, ein Apostel (wie Bonifazius) hätte Gemeinden gegründet. Aber genau dieses ist nicht geschehen. Diese neue Welt hat ein völlig neues Gemeindekonzept entwickelt. Ist nur bisher niemandem aufgefallen...

 

Oder, anders gefragt: Welcher Apostel hat die Gemeinde von New York gegründet? War das apostolischer oder synodaler Vorgang?

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Nur mal ins Blaue gedacht:

 

Kann es sein, daß der europäische Konservatismus, die Weigerung der eher traditionell orientierten Katholiken sich ihren Bischöfen unterzuordnen, die Zentrierung selbiger Kreise auf den Papst, die Machtbestrebungen eine Parallelgesellschaft aufzubauen mit dieser Verlagerung der Religiösität in die Welt der Individualisten zu tun hat?

 

Ist die innere Auflösung der Gemeinden ebenfalls eine Folge davon?

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Wir haben uns die Sinusstudie für die ganze Gesellschaft im PGR gegeben. Handlungskonzepte haben sich daraus nicht ergeben, aber als Augenöffner war sie zumindest für mich persönlich wichtig. Die Kirche verändert sich weg von der Ortskirche zur Milieukirche. Dass hier soziologische Gesetze greifen und nicht der Geist Gottes, der die Böcke von den Schafen trennt, ist bei unseren Bischöfen noch nicht einmal ansatzweise angekommen, geschweige denn beim Papst. Und unsere braven Leute im PGR sollen das besser machen?

 

Interessanter Gedanke, Ortskirche - Weltkirche.

 

Das Problem wird schon seit Jahrhunderten nicht mehr wahrgenommen. Als im Zeitalter der Reformation die neue Welt entdeckt wurde, wurde diese besiedelt, nicht missioniert. Menschen aus Ortskirchen fanden sich dort zusammen und gründeten neue Gemeinden entlang von Konfessionen. Apostolisch wäre es gewesen, ein Apostel (wie Bonifazius) hätte Gemeinden gegründet. Aber genau dieses ist nicht geschehen. Diese neue Welt hat ein völlig neues Gemeindekonzept entwickelt. Ist nur bisher niemandem aufgefallen...

 

Oder, anders gefragt: Welcher Apostel hat die Gemeinde von New York gegründet? War das apostolischer oder synodaler Vorgang?

 

Der Bischof von N.Y., zumindest in meinem Kirchenghetto.

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Hallo!

 

Kann es sein, dass die Sozialforscher "Glauben" nicht richtig verstehen?

Kann es sein, dass sie als Mittel zur Absonderung deuten, was in Wirklichkeit der Grund der Absonderung ist?

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Hallo!

 

Kann es sein, dass die Sozialforscher "Glauben" nicht richtig verstehen?

Kann es sein, dass sie als Mittel zur Absonderung deuten, was in Wirklichkeit der Grund der Absonderung ist?

Hallo :)

 

Der Unterschied wird den Sinus-Forscher egal sein. Und wer weiß, für wie viele Leute der Glauben ein Mittel der Absonderung ist. Zur Identitätsklärung oder für die Gruppenzugehörigkeit.

 

Mich würde mal interessieren, wie häufig bei den Untersuchten ein Gruppenwechsel vorkommt, sei's durch einen Schicksalschlag, einen neuen Partner, berufliche Veränderungen oder positive Ereignisse wie Baby oder Lottogewinn. Wie schnell wird aus einem DDR-Nostalgiker ein Bürgerlicher oder umgekehrt?

bearbeitet von lara
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Hallo!

 

Kann es sein, dass die Sozialforscher "Glauben" nicht richtig verstehen?

Kann es sein, dass sie als Mittel zur Absonderung deuten, was in Wirklichkeit der Grund der Absonderung ist?

 

Die können nicht in die Herzen der Menschen sehen, diese Forscher. Also fragen sie nach dem Bekenntnis und bei den Erwachsenen kam raus: Die Kirchen haben in zwei von elf Milieus Rückhalt: Tradis und Postmoderne (Ich spare mir das "nur noch": Ich hege schon länger den Verdacht, dass das früher so ähnlich war, nur nicht so offenkundig). Interessant war auch, wie die einzelnen Milieus die Rolle der Kirchen sehen, bzw. der Seelsorger: Zwischen Kumpel, Sozialarbeiter und Ritualleiter war so alles dabei. Und unsere Kirchenlandschaft verändert sich hin zu Milieukirchen: RKK für die Tradis, FEG für die Postmodernen und Jesusfreaks für die Hedonisten (oder so).

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Die können nicht in die Herzen der Menschen sehen, diese Forscher. [...]

 

... Und ich hatte noch hinzufügen wollen, dass ich mich auf die zweite, die von Flo verlinkte, Studie beziehe.

 

Ich finde, er hat recht: Was, wenn etwa die modernen Performer stärker als bisher bekannt nach dem Glauben fragen (weil sie ihn sich zulegen wollen wie ein schickes Smartphone?)?

bearbeitet von Claudia-Jutta
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Hallo!

 

Kann es sein, dass die Sozialforscher "Glauben" nicht richtig verstehen?

Kann es sein, dass sie als Mittel zur Absonderung deuten, was in Wirklichkeit der Grund der Absonderung ist?

 

Die können nicht in die Herzen der Menschen sehen, diese Forscher. Also fragen sie nach dem Bekenntnis und bei den Erwachsenen kam raus: Die Kirchen haben in zwei von elf Milieus Rückhalt: Tradis und Postmoderne (Ich spare mir das "nur noch": Ich hege schon länger den Verdacht, dass das früher so ähnlich war, nur nicht so offenkundig). Interessant war auch, wie die einzelnen Milieus die Rolle der Kirchen sehen, bzw. der Seelsorger: Zwischen Kumpel, Sozialarbeiter und Ritualleiter war so alles dabei. Und unsere Kirchenlandschaft verändert sich hin zu Milieukirchen: RKK für die Tradis, FEG für die Postmodernen und Jesusfreaks für die Hedonisten (oder so).

 

 

Wobei man klar sehen muss, dass die Postmoderne kulturgeschichtlich bereits ein alter Hut ist: entstanden in den 70ern, mit großer Wirksamkeit in der Kulturszene in den 80ern, gesellschaftlichen Gestaltungserfolg in den 90ern. Schon die letzten 10 Jahre waren viel mehr von der Auseinandersetzung mit der Globalisierung bestimmt als von der Postmodernen Idee der Dekonstruktion der Weltanschauungen.

 

Und ich habe den Eindruck, dass die engagierten unter den jungen Leuten mit großer Ernsthaftigkeit inhaltliche Konzepte diskutieren (zu allem Möglichen: Politik, Ökologie, Musik, Vegetarismus, Religion), und dass da die Frage nach einem guten Leben, nach einer richtungsweisenden Wahrheit eine ziemlich große Rolle spielt.

 

Eine Kirche, die sich bemüht, dem Postmodernen Milieu hinterherzulaufen, könnte (mal wieder) ziemlich spät dran sein. Wie das der Kirche halt so geht. (Eigentlich ist es ein Wunder, dass die Kirche nach wie vor existiert.)

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Hallo!

 

Kann es sein, dass die Sozialforscher "Glauben" nicht richtig verstehen?

Kann es sein, dass sie als Mittel zur Absonderung deuten, was in Wirklichkeit der Grund der Absonderung ist?

 

Die können nicht in die Herzen der Menschen sehen, diese Forscher. Also fragen sie nach dem Bekenntnis und bei den Erwachsenen kam raus: Die Kirchen haben in zwei von elf Milieus Rückhalt: Tradis und Postmoderne (Ich spare mir das "nur noch": Ich hege schon länger den Verdacht, dass das früher so ähnlich war, nur nicht so offenkundig). Interessant war auch, wie die einzelnen Milieus die Rolle der Kirchen sehen, bzw. der Seelsorger: Zwischen Kumpel, Sozialarbeiter und Ritualleiter war so alles dabei. Und unsere Kirchenlandschaft verändert sich hin zu Milieukirchen: RKK für die Tradis, FEG für die Postmodernen und Jesusfreaks für die Hedonisten (oder so).

 

Flo hat in einem anderen Zusammenhang einen interessanten Beitrag geschrieben. Und dann stell Dir vor, die unterschiedlichen Riten wären es einfach unterschiedliche Formen christlichen Glauben auszudrücken. Und jede Form hätte ihren Platz, ihren Sinn, ihren Wert. Es gäbe kein besser, kein richtiger, sondern nur ein anders.

 

Wäre es nicht wunderbar? Man könnte sich gegenseitig besuchen und voneinander lernen.

 

So wunderbar wie es für mich war, wenn wir mit meinen Eltern im Urlaub in Griechenland in Patras den Gottesdienst besuchten. Es gab zwar eine rk Kirche, keine Ahnung welchem Heiligen sie geweiht war, ging auf die Gründung irgendwelcher Kreuzfahrer zurück, aber den meine ich nicht. Die Gemeinde von Patras, die Gottesdienste die mir in Erinnerung geblieben sind, waren die orthodoxen Taufen in der Andreas Kirche. Das war das Highlight des Sonntags. Nicht der Pflichtbesuch in der Messe, sondern Besuch der Gemeinde in Patras, apostolisch verwurzeln wie keine andere Gemeinde, die ich in meinem Leben erlebt haben. Das gönnten wir uns jeden Sonntag als Kür: Das hat mein Kirchenbild für immer geprägt. Und jegliche Berührungsängste mit anderen Konfessionen völlig unmöglich gemacht.

 

Wovor hast Du Angst?

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