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Katholizismus, Wahrheit oder Meinung


St.Bernard

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Im Priesterseminar vertrat ich einmal die These, Gott könnte böse sein, wenn er nur wollte, und wir dürfen glücklich sein, dass er sich dazu nicht entschließt. Ein Mitbruder überführte mich dann mit Hilfe des Denzinger der Häresie des "Nominalismus" und ich musste in seinem Zimmer offiziell diesem Irrglauben abschwören.

 

Wobei ich schlimmer als jede Häresie die Arroganz finde, mit der die Kirche ernsthaft behauptet, sie könne solche Dinge definitiv und abssolut sicher wissen.

 

Werner

Ich habe immer mehr den Eindruck, dein Kirchen-Ideal entspricht dem, was ich weiter oben schon skizziert habe: Ein offenes Forum für religiösen Gedankenaustausch. War das der Wille Jesu?

liebe deinen nächsten wie dich selbst. es geht auch ganz gut ohne tausende punkte und paragraphen des cic und kkk.

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Vermutlich gibt es keinen einzigen Gläubigen, dessen persönlicher Glaube nicht gegen irgendein "Dogma" verstößt.

....

Kein Mensch kann die ganzen "Dogmen" auswendig wissen, und vor allem ist es ja völlig unmöglich, zu sagen "aha, so ist das also, dann glaub ich das jetzt mal."

Da hast du recht, auch ich wurde schon der Häresie überführt: Im Priesterseminar vertrat ich einmal die These, Gott könnte böse sein, wenn er nur wollte, und wir dürfen glücklich sein, dass er sich dazu nicht entschließt. Ein Mitbruder überführte mich dann mit Hilfe des Denzinger der Häresie des "Nominalismus" und ich musste in seinem Zimmer offiziell diesem Irrglauben abschwören.

 

Insofern ist es schon gut, dass es Dogmen gibt und wir dürfen dankbar dafür sein, auch wenn wir uns immer wieder schwer mit ihnen tun.

Bringst du es denn tatsächlich fertig, nicht nur "abzuschwören", sondern von einem Moment auf den anderen das Gegenteil von dem zu glauben (!), was du bisher geglaubt hast?

 

Werner

In dem Fall schon, ob das immer gelingt, wage ich nicht zu behaupten.

In dem Fall schon, weil das nicht Bestandteil deines Glaubens im echten Sinn war.

Du hattest eine Hypothese, jemand hat die Hypothese widerlegt, du hast gesagt "ach so, ja dann..." und der Fall war erledigt.

Etwas, was echt Bestandteil dienes Glaubens ist, kannst du nicht einfach so umkehren.

Wenn morgen die Kirche käme und würde von dir verlangen, zu glauben, dass Jesus nicht von den Toten auferstanden sei, würdest du das nicht können.

 

Werner

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Im Priesterseminar vertrat ich einmal die These, Gott könnte böse sein, wenn er nur wollte, und wir dürfen glücklich sein, dass er sich dazu nicht entschließt. Ein Mitbruder überführte mich dann mit Hilfe des Denzinger der Häresie des "Nominalismus" und ich musste in seinem Zimmer offiziell diesem Irrglauben abschwören.

 

Wobei ich schlimmer als jede Häresie die Arroganz finde, mit der die Kirche ernsthaft behauptet, sie könne solche Dinge definitiv und abssolut sicher wissen.

 

Werner

Ich habe immer mehr den Eindruck, dein Kirchen-Ideal entspricht dem, was ich weiter oben schon skizziert habe: Ein offenes Forum für religiösen Gedankenaustausch. War das der Wille Jesu?

Nein. Ich würde mir diesbezüglich etwas mehr Orthodoxie wünschen.

Dort scheut man sich (zu Recht) solche Aussagen in dieser Weise zu treffen.

Man sagt dort nicht "wir wissen dass es so ist und wer das nicht glaubt ist ein Ketzer"

Man sagt stattdessen "wir glauben dass es so ist, und wer unseren Glauben nicht teilt, gehört nicht zu uns"

 

Bemerkst du den feinen Unterschied?

 

Werner

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liebe deinen nächsten wie dich selbst. es geht auch ganz gut ohne tausende punkte und paragraphen des cic und kkk.
Ob das ganz gut geht, weiß ich nicht, ich finde das mitunter ganz schön schwierig - aber als "Programm" reicht es für das ganze Leben :lol:
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Vermutlich gibt es keinen einzigen Gläubigen, dessen persönlicher Glaube nicht gegen irgendein "Dogma" verstößt.

....

Kein Mensch kann die ganzen "Dogmen" auswendig wissen, und vor allem ist es ja völlig unmöglich, zu sagen "aha, so ist das also, dann glaub ich das jetzt mal."

Da hast du recht, auch ich wurde schon der Häresie überführt: Im Priesterseminar vertrat ich einmal die These, Gott könnte böse sein, wenn er nur wollte, und wir dürfen glücklich sein, dass er sich dazu nicht entschließt. Ein Mitbruder überführte mich dann mit Hilfe des Denzinger der Häresie des "Nominalismus" und ich musste in seinem Zimmer offiziell diesem Irrglauben abschwören.

 

Insofern ist es schon gut, dass es Dogmen gibt und wir dürfen dankbar dafür sein, auch wenn wir uns immer wieder schwer mit ihnen tun.

Bringst du es denn tatsächlich fertig, nicht nur "abzuschwören", sondern von einem Moment auf den anderen das Gegenteil von dem zu glauben (!), was du bisher geglaubt hast?

 

Werner

In dem Fall schon, ob das immer gelingt, wage ich nicht zu behaupten.

In dem Fall schon, weil das nicht Bestandteil deines Glaubens im echten Sinn war.

Du hattest eine Hypothese, jemand hat die Hypothese widerlegt, du hast gesagt "ach so, ja dann..." und der Fall war erledigt.

Etwas, was echt Bestandteil dienes Glaubens ist, kannst du nicht einfach so umkehren.

Wenn morgen die Kirche käme und würde von dir verlangen, zu glauben, dass Jesus nicht von den Toten auferstanden sei, würdest du das nicht können.

 

Werner

Da hast du schon recht, aber solche Glaubenskonflikte kann die Kirche einem nicht ersparen. Die Alternative wäre wiederum die "offene Plattform für religiösen Gedankenaustausch".
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Nein. Ich würde mir diesbezüglich etwas mehr Orthodoxie wünschen.

Dort scheut man sich (zu Recht) solche Aussagen in dieser Weise zu treffen.

Man sagt dort nicht "wir wissen dass es so ist und wer das nicht glaubt ist ein Ketzer"

Man sagt stattdessen "wir glauben dass es so ist, und wer unseren Glauben nicht teilt, gehört nicht zu uns"

 

Bemerkst du den feinen Unterschied?

Nein. Denn das Schicksal des Betreffenden ist aus orthodoxer Sicht noch härter: Er kann nicht in das Reich Gottes gelangen. Wir sind da - inzwischen - toleranter geworden.
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liebe deinen nächsten wie dich selbst. es geht auch ganz gut ohne tausende punkte und paragraphen des cic und kkk.
Ob das ganz gut geht, weiß ich nicht, ich finde das mitunter ganz schön schwierig - aber als "Programm" reicht es für das ganze Leben :lol:

... aber nicht als einzige Ausgangsbasis einer kirchlichen Gemeinschaft.
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Nein. Ich würde mir diesbezüglich etwas mehr Orthodoxie wünschen.

Dort scheut man sich (zu Recht) solche Aussagen in dieser Weise zu treffen.

Man sagt dort nicht "wir wissen dass es so ist und wer das nicht glaubt ist ein Ketzer"

Man sagt stattdessen "wir glauben dass es so ist, und wer unseren Glauben nicht teilt, gehört nicht zu uns"

 

Bemerkst du den feinen Unterschied?

Nein. Denn das Schicksal des Betreffenden ist aus orthodoxer Sicht noch härter: Er kann nicht in das Reich Gottes gelangen. Wir sind da - inzwischen - toleranter geworden.
? Soweit ich weiß wird der Ausgeschlossene außerhalb der Kirche sich selbst und Gott überlassen. Die Orthodoxie trifft keine Aussagen darüber, wo derjenige nach seinem Ableben landet.
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Nein. Ich würde mir diesbezüglich etwas mehr Orthodoxie wünschen.

Dort scheut man sich (zu Recht) solche Aussagen in dieser Weise zu treffen.

Man sagt dort nicht "wir wissen dass es so ist und wer das nicht glaubt ist ein Ketzer"

Man sagt stattdessen "wir glauben dass es so ist, und wer unseren Glauben nicht teilt, gehört nicht zu uns"

 

Bemerkst du den feinen Unterschied?

Nein. Denn das Schicksal des Betreffenden ist aus orthodoxer Sicht noch härter: Er kann nicht in das Reich Gottes gelangen. Wir sind da - inzwischen - toleranter geworden.
? Soweit ich weiß wird der Ausgeschlossene außerhalb der Kirche sich selbst und Gott überlassen. Die Orthodoxie trifft keine Aussagen darüber, wo derjenige nach seinem Ableben landet.

Das haben aber viele Katholiken von Orthodoxen schon anders gehört.
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Im Priesterseminar vertrat ich einmal die These, Gott könnte böse sein, wenn er nur wollte, und wir dürfen glücklich sein, dass er sich dazu nicht entschließt. Ein Mitbruder überführte mich dann mit Hilfe des Denzinger der Häresie des "Nominalismus" und ich musste in seinem Zimmer offiziell diesem Irrglauben abschwören.

 

Wobei ich schlimmer als jede Häresie die Arroganz finde, mit der die Kirche ernsthaft behauptet, sie könne solche Dinge definitiv und abssolut sicher wissen.

 

Werner

Ich habe immer mehr den Eindruck, dein Kirchen-Ideal entspricht dem, was ich weiter oben schon skizziert habe: Ein offenes Forum für religiösen Gedankenaustausch. War das der Wille Jesu?

liebe deinen nächsten wie dich selbst. es geht auch ganz gut ohne tausende punkte und paragraphen des cic und kkk.

Jesus sagte doch auch, dass man Gott lieben solle?

 

Matt 22,

335Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: 36Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? 37Jesus aber sprach zu ihm: "Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte." 38Dies ist das vornehmste und größte Gebot. 39Das andere aber ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 40In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

bearbeitet von lara
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Nein. Ich würde mir diesbezüglich etwas mehr Orthodoxie wünschen.

Dort scheut man sich (zu Recht) solche Aussagen in dieser Weise zu treffen.

Man sagt dort nicht "wir wissen dass es so ist und wer das nicht glaubt ist ein Ketzer"

Man sagt stattdessen "wir glauben dass es so ist, und wer unseren Glauben nicht teilt, gehört nicht zu uns"

 

Bemerkst du den feinen Unterschied?

Nein. Denn das Schicksal des Betreffenden ist aus orthodoxer Sicht noch härter: Er kann nicht in das Reich Gottes gelangen. Wir sind da - inzwischen - toleranter geworden.
? Soweit ich weiß wird der Ausgeschlossene außerhalb der Kirche sich selbst und Gott überlassen. Die Orthodoxie trifft keine Aussagen darüber, wo derjenige nach seinem Ableben landet.

Das haben aber viele Katholiken von Orthodoxen schon anders gehört.

Und auch schon umgekehrt, aber das ist ja nicht das Thema.

Merkst du tatsächlich keinen Unterschied zwischen "wir wissen dass es so ist, und wer das nicht als Tatsache glaubt ist ein Ketzer" und "wir glauben dass es so ist und wer diesen Glauben nicht teilt ist ein Ketzer"

 

Zu behaupten man wisse etwas, was man unmöglich wissen kann, halte ich für Hybris.

Dagegen ist es legitim, zu sagen, man glaube etwas, und wer dazugehören will, solle diesen Glauben teilen.

 

Werner

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Merkst du tatsächlich keinen Unterschied zwischen "wir wissen dass es so ist, und wer das nicht als Tatsache glaubt ist ein Ketzer" und "wir glauben dass es so ist und wer diesen Glauben nicht teilt ist ein Ketzer"

 

Zu behaupten man wisse etwas, was man unmöglich wissen kann, halte ich für Hybris.

Dagegen ist es legitim, zu sagen, man glaube etwas, und wer dazugehören will, solle diesen Glauben teilen.

Der Unterschied ist mir sehr wohl bewusst, allerdings stellt die Kirche schon klar, dass ihre Glaubensaussagen keine "Fakten" sind. Zum anderen kann für einen Gläubigen der Glaubensinhalt sicherer sein als bewiesene Wissenschaft.
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Dieser Thread startete so vielversprechend und mündete wieder rasch in einer meiner Meinung nach kleinkrämerischen Diskussion ("Wer kennt die meisten Dogmen?"). Ich bin mir ziemlich sicher, dass die allermeisten Katholiken - wenn überhaupt - drei Dogmen aufzuzählen vermögen (Unbefleckte Empfängnis, Unfehlbarkeit, Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel); die Diskussion, die gerade jetzt hier wieder stattfindet, gehört inhaltlich für mich in die Ecke skurrilen Expertenwissens, mit dem man vor Jahrzehnten einmal Champion bei Wim Thoelke werden konnte.

 

Die interessantere Frage, die dieser Thread stellt, ist m. M. n., wie die katholische Kirche es schafft, geistige Heimat für eine Riesenbandbreite von Katholiken zu sein: Vom 'Fundamentalisten', der die Forderung stellt, die Bibel wortwörtlich zu nehmen und nicht nur der eingängigen Melodie wegen bei "Fest soll mein Taufbund" die Worte "ich will die Kirche hören ... und folgsam ihren Lehren" mitsingt, bis zum Ultraliberalen, der einfach selbständig zu denken vorgibt.

 

Was verbindet diese Menschen, was ist der (kleinste?) gemeinsame Nenner? Ist es beispielsweise das Glaubensbekenntnis (in dem keines der üblichen Streitthemen von HV, HS, Zölibat etc. expressis verbis vorkommt)? Aber wo wäre dann das urkatholische, sprechen doch die Christen der evangelischen Kirchen bis auf zwei Worte den selben Text.

 

Hallo Benedetto,

 

danke für diesen Beitrag.

 

Ich möchte beim Thema "Dogmen" ansetzen. Dogmen sind formalisierte, kirchenrechtlich definierte, Aussagen über den Glauben und in dieser Form spezialisierte Glaubensaussagen. Davon zu unterscheiden ist der Begriff Dogma, der im ursprünglichen und heute in der systematischen Theologie gebrauchten Sinnen 'Glauben' bedeutet.

Dogma umfasst die Gesamtheit dessen, was die Kirche glaubt. Und das sind nicht nur lehramtliche Definitionen, Bibelstelle und Katechismen. Es ist ein abstrakter Begriff für den Glauben der Kirche, der, wo nötig, formuliert ist und wo nicht notwendig, nicht formuliert ist.

Unter dieser Idee steht ja auch die Definiton des Unfehlbarkeitsdogmas. Der Papst formuliert einen bestimmte Aspekt aus dem Dogma.

 

Das Dogma ist also etwas, was die Kirche besitzt, was aber nur teilweise ausformuliert ist. Und genau dieses Dogma ist das Urkatholische, nach dem Du suchst.

Es gibt einige Formulierungen aus diesem Dogma die verbindend und verbindlich katholisch sind, wie beispielsweise das Glaubensbekenntnis, der Glaube an die Auferstehung Jesu, die Definition der Eucharistie. In diesen Punkten kann man definitiv sagen, dass sie zum Katholisch-Sein dazu gehören. Diese Punkte sind auch nicht verhandelbar.

 

Alle anderen Definition des Dogmas sind aus meiner Sicht grundsätzlich änderbar.Und darum dereht sich ja auch die Diskussion.

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Vermutlich gibt es keinen einzigen Gläubigen, dessen persönlicher Glaube nicht gegen irgendein "Dogma" verstößt.

....

Kein Mensch kann die ganzen "Dogmen" auswendig wissen, und vor allem ist es ja völlig unmöglich, zu sagen "aha, so ist das also, dann glaub ich das jetzt mal."

Da hast du recht, auch ich wurde schon der Häresie überführt: Im Priesterseminar vertrat ich einmal die These, Gott könnte böse sein, wenn er nur wollte, und wir dürfen glücklich sein, dass er sich dazu nicht entschließt. Ein Mitbruder überführte mich dann mit Hilfe des Denzinger der Häresie des "Nominalismus" und ich musste in seinem Zimmer offiziell diesem Irrglauben abschwören.

 

Insofern ist es schon gut, dass es Dogmen gibt und wir dürfen dankbar dafür sein, auch wenn wir uns immer wieder schwer mit ihnen tun.

Bringst du es denn tatsächlich fertig, nicht nur "abzuschwören", sondern von einem Moment auf den anderen das Gegenteil von dem zu glauben (!), was du bisher geglaubt hast?

 

Werner

In dem Fall schon, ob das immer gelingt, wage ich nicht zu behaupten.

In dem Fall schon, weil das nicht Bestandteil deines Glaubens im echten Sinn war.

Du hattest eine Hypothese, jemand hat die Hypothese widerlegt, du hast gesagt "ach so, ja dann..." und der Fall war erledigt.

Etwas, was echt Bestandteil dienes Glaubens ist, kannst du nicht einfach so umkehren.

Wenn morgen die Kirche käme und würde von dir verlangen, zu glauben, dass Jesus nicht von den Toten auferstanden sei, würdest du das nicht können.

 

Werner

Da hast du schon recht, aber solche Glaubenskonflikte kann die Kirche einem nicht ersparen. Die Alternative wäre wiederum die "offene Plattform für religiösen Gedankenaustausch".

wer kann als handelnder, als aktiv handelnder, etwas nicht ersparen? dieses handeln geht von menschen in der kirche aus, von irrenden, sündigen menschen wie ich. was haben sie mir voraus?

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Im Priesterseminar vertrat ich einmal die These, Gott könnte böse sein, wenn er nur wollte, und wir dürfen glücklich sein, dass er sich dazu nicht entschließt. Ein Mitbruder überführte mich dann mit Hilfe des Denzinger der Häresie des "Nominalismus" und ich musste in seinem Zimmer offiziell diesem Irrglauben abschwören.

 

Wobei ich schlimmer als jede Häresie die Arroganz finde, mit der die Kirche ernsthaft behauptet, sie könne solche Dinge definitiv und abssolut sicher wissen.

 

Werner

Ich habe immer mehr den Eindruck, dein Kirchen-Ideal entspricht dem, was ich weiter oben schon skizziert habe: Ein offenes Forum für religiösen Gedankenaustausch. War das der Wille Jesu?

liebe deinen nächsten wie dich selbst. es geht auch ganz gut ohne tausende punkte und paragraphen des cic und kkk.

Jesus sagte doch auch, dass man Gott lieben solle?

 

Matt 22,

335Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: 36Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? 37Jesus aber sprach zu ihm: "Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte." 38Dies ist das vornehmste und größte Gebot. 39Das andere aber ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 40In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

aber wohl nicht durch gesetzesbefolgung des cic und des kkk. :lol:

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das kannst nur du wissen. :lol: aber eine projektion ist vermeidbar wenn in der kommunikation jeder nur von sich spricht= "ich"-sprache. ein christliches zeugnis von sich selbst entgeht damit dieser gefahr.

Der Christ sollte ein solcher sein, weil sich sein Sein um Christus dreht, nicht um sich selbst. Daher halte ich es für wichtiger von Christus zu sprechen und nicht von sich. Wenn Paulu sagt: "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" sehen wir auch, dass es nicht um das Ich geht oder von sich zu sprechen.

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Merkst du tatsächlich keinen Unterschied zwischen "wir wissen dass es so ist, und wer das nicht als Tatsache glaubt ist ein Ketzer" und "wir glauben dass es so ist und wer diesen Glauben nicht teilt ist ein Ketzer"

 

Zu behaupten man wisse etwas, was man unmöglich wissen kann, halte ich für Hybris.

Dagegen ist es legitim, zu sagen, man glaube etwas, und wer dazugehören will, solle diesen Glauben teilen.

Der Unterschied ist mir sehr wohl bewusst, allerdings stellt die Kirche schon klar, dass ihre Glaubensaussagen keine "Fakten" sind. Zum anderen kann für einen Gläubigen der Glaubensinhalt sicherer sein als bewiesene Wissenschaft.

gott mit dem verstand sicher erkannt-heißt doch wohl als faktum erkannt.

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Jesus sagte doch auch, dass man Gott lieben solle?

 

Matt 22,

335Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: 36Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? 37Jesus aber sprach zu ihm: "Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte." 38Dies ist das vornehmste und größte Gebot. 39Das andere aber ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 40In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

 

Danke liebe Lara, das wird gerne "übersehen". Wenn die Kirche von Gott eingesetzt und ein Geschenk der göttlichen Liebe ist, sollten wir sogar die Kirche lieben. Manche sehen in Wegweisern ein Hindernis - viele, die ans Ziel gelangen, den Weg nicht recht kennen, sind für die Wegweiser dankbar. Gott setzt auch durch die Kirche solche Wegweiser. Manche ärgern sich darüber- andere sind dafür dankbar.

bearbeitet von Mariamante
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wer kann als handelnder, als aktiv handelnder, etwas nicht ersparen? dieses handeln geht von menschen in der kirche aus, von irrenden, sündigen menschen wie ich. was haben sie mir voraus?
Die Kirche könnte den Menschen vordergründig Glaubenskonflikte ersparen, indem sie sagt: "Glaubt, was ihr wollt! Es ist alles gut und hat alles Platz in der Kirche!" Ob das ihre Aufgabe ist, wage ich allerdings schwer zu bezweifeln.
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Das Dogma ist also etwas, was die Kirche besitzt, was aber nur teilweise ausformuliert ist. Und genau dieses Dogma ist das Urkatholische, nach dem Du suchst.

Es gibt einige Formulierungen aus diesem Dogma die verbindend und verbindlich katholisch sind, wie beispielsweise das Glaubensbekenntnis, der Glaube an die Auferstehung Jesu, die Definition der Eucharistie. In diesen Punkten kann man definitiv sagen, dass sie zum Katholisch-Sein dazu gehören. Diese Punkte sind auch nicht verhandelbar.

 

Alle anderen Definition des Dogmas sind aus meiner Sicht grundsätzlich änderbar.Und darum dereht sich ja auch die Diskussion.

Gehört zum Katholisch- sein nicht auch der marianische Aspekt? Die marianischen Dogmen sind doch auch nicht "verhandelbar".

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Merkst du tatsächlich keinen Unterschied zwischen "wir wissen dass es so ist, und wer das nicht als Tatsache glaubt ist ein Ketzer" und "wir glauben dass es so ist und wer diesen Glauben nicht teilt ist ein Ketzer"

 

Zu behaupten man wisse etwas, was man unmöglich wissen kann, halte ich für Hybris.

Dagegen ist es legitim, zu sagen, man glaube etwas, und wer dazugehören will, solle diesen Glauben teilen.

Der Unterschied ist mir sehr wohl bewusst, allerdings stellt die Kirche schon klar, dass ihre Glaubensaussagen keine "Fakten" sind. Zum anderen kann für einen Gläubigen der Glaubensinhalt sicherer sein als bewiesene Wissenschaft.

Gewissheit ist nichts im Vergleich zum Glauben.

 

Wenn ich weiß, dass es Gott gibt, ist das Leben nach Gottes Regeln ein Ausdruck von Vernunft

Wenn ich "nur" glaube, dass es Gott gibt, ist es ein Zeichen von Glaube und Vertrauen in diesen Gott.

 

Werner

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Gewissheit ist nichts im Vergleich zum Glauben.

 

Wenn ich weiß, dass es Gott gibt, ist das Leben nach Gottes Regeln ein Ausdruck von Vernunft

Wenn ich "nur" glaube, dass es Gott gibt, ist es ein Zeichen von Glaube und Vertrauen in diesen Gott.

Aber auch der Glaube kann eine Form von innerer Gewissheit sein.
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Zu diesem Thread passend habe ich beim Erledigen meiner HÜ in Bibelgriechisch (Ergänzungsprüfung) den Satz übersetzt:

 

"Ich fliehe vor den Worten der Sünder aber ich höre auf die Worte Gottes." :lol::lol:

bearbeitet von wolfgang E.
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Hallo,

 

der Einfachheit halber, möchte ich, das Thema Zweifel, allgemein beantworten und nicht auf jede Antwort einzeln eingehen.

 

 

Die Schöpfungsgeschichte erzählt:

15 Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte. 16 Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, 17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben. 18 Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. 19 Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen. 20 Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht. 21 Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. 22 Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu. 23 Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen, denn vom Mann ist sie genommen. 24 Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch. 25 Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.

 

1 Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? 2 Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; 3 nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben. 4 Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. 5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse. 6 Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.

 

Gott gibt ein klares und eindeutiges Gebot, der Teufel, tritt als, Verwirrer, Faktenverdreher und Verleumnder auf in dem er sagt, "Gott hat nicht gesagt" und versetzt Eva so in Zweifel, über das eindeutige Gebot Gottes. Zum einen streut der Teufel Zweifel in unser Herz und gleichzeitig den Wunsch, selbst klug zu sein und zu beurteilen was gut und was böse ist. Das selbe passiert hier im Forum, zuerst zweifelt man am Wort Gottes und dann möchte man selbst beurteilen was Gut und was Böse ist.

 

Nicht umsonst Antwortet Jesus dem Versucher, mit der Schrift:

 

1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. 2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger. 3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. 4 Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. 5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel 6 und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. 7 Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. 8 Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht 9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. 10 Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. 11 Darauf ließ der Teufel von ihm ab und es kamen Engel und dienten ihm.

 

Letztendlich führt Zweifel nur zur Spaltung der Gemeinde:

 

10 Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung. 11 Es wurde mir nämlich, meine Brüder, von den Leuten der Chloë berichtet, dass es Zank und Streit unter euch gibt. 12 Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus. 13 Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden? 14 Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, außer Krispus und Gaius

 

Die Bibel vordert uns auf, einmütig zu sein und die gleichen Glauben zu teilen:

 

Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung.

 

Was ich hier um Forum und allgemein in der Kirche sehe ist die Zerstörung der Gemeinde (Gemeinschaft) durch das Überhöhen der eigenen Meinung, was letztendlich zu Streit und Hader führt, was wohl nicht im Sinne, der viel zitierten, Liebe zu sich selbst und zum nächsten ist. Letztlich sehe ich hier kaum Argumentation die Biblich oder Kirchlich gestützt wäre, es ist eben nur die zur Schau stellung der eigenen Meinung ohne christliche Grundlage. Was die Bibel, als werk des Teufels und des Fleisches sieht:

 

20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, 21 Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und Ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. 22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. 24 Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. 25 Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen. 26 Wir wollen nicht prahlen, nicht miteinander streiten und einander nichts nachtragen.

 

Die Früchte des Geistes können nicht zum tragen kommen, wenn wir uns der Wurzel des Glaubens entledigen. EIne Kirche eine Taufe, also Einheit und Eintracht, kann es nur geben, wenn wir unsere eigene Meinung und unsere eigenen Bedürfnisse, der Bibel und der Kirche und damit der Gemeinde unterordnen. Alles andere ist, eine anhäfung von streitenden Splittergruppen und keine Kirche.

 

Viel mehr habe ich dazu eigentlich nicht mehr zu sagen.

 

Grüße

St.Bernard

bearbeitet von St.Bernard
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