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Hans Küng nennt Politik des Vatikan ein Fiasko.


Udalricus

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Die Symbolik des vatikanischen Zeremoniells ist überzeitlich. Dazu gehört, daß sie in gewisser Weise in jeder Zeit wie ein Anachronismus wirkt. Das muß so sein.
Wenn man mal davon absieht, daß geade die Bekleidung ja mal hochmodern war - wenn auch vor fast 1500 Jahren...
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Wieso sollte Ratzinger in einem Anzug weniger "wirken"?
Du meinst, so wie hier!
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Nein, ich verstehe das trotzdem nicht. Ich verlange gewiss nicht, wie manche atheistischen Kritiker, der Papst soll den Vatikan verkaufen und fürderhin in Hundehütten leben.

 

Aber wieso zur Autorität und Amtsgewalt eines Pontifex (in meinen Augen) alberne Kleidchen gehören, und wieso man nicht im Jahre 2009 endlich einmal mit dieser Kleiderordnung zumindest bisweilen brechen kann, erschließt sich mir nicht. Wieso sollte Ratzinger in einem Anzug weniger "wirken"?

 

Weil die Leute das magische Gedöns bei der Kleidung brauchen?

 

Das wäre mal ein Papst, der sagt, er pfeife auf dieses ganze Etikettengeschwurbel. Aber das kann Ratzinger nicht, dafür hat er weder Sinn noch Mut noch Chuzpe.

 

Komm mal nach London, dann zeige ich Dir, warum das so ist. Wie beim State Opening of Parliament.

 

Der Papst könnte das alles ändern, wenn er wollte. Seine Stellung in der Kirche bringt das mit sich. Aber er ist klug genug, das nicht zu tun. Er würde damit das Urteil seiner Zeit und seine persönliche Einschätzung absolut setzen. Die Symbolik des vatikanischen Zeremoniells ist überzeitlich. Dazu gehört, daß sie in gewisser Weise in jeder Zeit wie ein Anachronismus wirkt. Das muß so sein.

Man hat da einiges geändert, von dem wir in unserer Jugend geglaubt hätten, das dürfe man nicht: Abschaffung der Papstkrönung (und damit leider auch des so sinnbildlichenträchtigen "sancte Pater, sic transit gloria mundi") und der sedis gestatoria, um nur zwei Dinge zu nennen.

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Komm mal nach London, dann zeige ich Dir, warum das so ist. Wie beim State Opening of Parliament.

 

Ach, hör auf. Hast du mal die Roben eures "Supreme Courts" gesehen? Ohne Perücken? Eine Schande.

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Komm mal nach London, dann zeige ich Dir, warum das so ist. Wie beim State Opening of Parliament.

 

Ach, hör auf. Hast du mal die Roben eures "Supreme Courts" gesehen? Ohne Perücken? Eine Schande.

Immer noch besser als die Karnevalsschneider-Produkte die unser BVerfG trägt.

 

Ausgerechnet Florenz - als ob es keine deutschen Richterroben gegeben hätte...

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Ausgerechnet Florenz - als ob es keine deutschen Richterroben gegeben hätte...

 

Die deutsche Richterrobe ist nunmal einfach schwarz. Freilich ist es schade, dass man außerhalb des BVerfG das Barett nicht mehr nutzt ...

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Komm mal nach London, dann zeige ich Dir, warum das so ist. Wie beim State Opening of Parliament.

 

Der Papst könnte das alles ändern, wenn er wollte. Seine Stellung in der Kirche bringt das mit sich. Aber er ist klug genug, das nicht zu tun. Er würde damit das Urteil seiner Zeit und seine persönliche Einschätzung absolut setzen. Die Symbolik des vatikanischen Zeremoniells ist überzeitlich. Dazu gehört, daß sie in gewisser Weise in jeder Zeit wie ein Anachronismus wirkt. Das muß so sein.

 

Ja, beim State Opening weiß man aber auch letztlich, dass das eine große Karnevalsveranstaltung ist. Großbritannien ist zwar formal eine Monarchie, aber die Machtbefugnisse der Queen sind minimal.

 

Im Vatikan hingegen repäsentiert die Kleidung eben auch ganz klar die monarchengleiche Machtstellung. Der Papst ist Alleinherrscher der Kirche - das Kardinals- und Bischofskollegium hat lediglich beratende Funktion.

 

Ich vertrete eine andere Sicht von Kirche, auch wenn ich nicht mehr gläubig bin: Das Vorbild Jesu, der sich mit den Menschen gemein gemacht hat, zu einem der ihren geworden ist, wiegt in meinen Augen mehr als Pomp and Circumstance eines abgehobenen, volksfernen und erstarrten Amtsklerikervereins.

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Ja, beim State Opening weiß man aber auch letztlich, dass das eine große Karnevalsveranstaltung ist. Großbritannien ist zwar formal eine Monarchie, aber die Machtbefugnisse der Queen sind minimal.

 

Beim State Opening geht es aber nicht nur um die Queen (und sie hat enorme reserved powers). Gerade zB das Lesen des Select Vestry Bills (den anderen habe ich vergessen) ist ein Zeichen der Selbstbehauptung der britischen Demokratie auch gegen die Krone.

bearbeitet von Clown
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Ja, beim State Opening weiß man aber auch letztlich, dass das eine große Karnevalsveranstaltung ist. Großbritannien ist zwar formal eine Monarchie, aber die Machtbefugnisse der Queen sind minimal.

 

Beim State Opening geht es aber nicht nur um die Queen. Und sie hat enorme reserved powers.

 

Aha - welche denn?

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Ausgerechnet Florenz - als ob es keine deutschen Richterroben gegeben hätte...
Die deutsche Richterrobe ist nunmal einfach schwarz.
Ja und?

 

Willst du mir erzählen, daß das glänzende Rot den Beschlüssen einen Hauch mehr Gewicht verleiht als ein ordentliches Schwarz (wohlmöglich an einem Gewand, daß der Träger auch allein anziehen kann...)?

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Ja und?

 

Willst du mir erzählen, daß das glänzende Rot den Beschlüssen einen Hauch mehr Gewicht verleiht als ein ordentliches Schwarz (wohlmöglich an einem Gewand, daß der Träger auch allein anziehen kann...)?

 

Man kann eine Robe sehr wohl alleine anziehen. Und natürlich ist es wurscht, ob rot oder schwarz.

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nicht uneitle selbstbespiegelnde Bücher herauszubringen.

 

Non sequitur.

 

Ich halte diese Bücher weder für eitel noch für selbstbespiegelnd. Im Gegenteil.

 

Gehe ich recht in der Annahme, daß einige der "Jubelperser" hier im Forum doch deutlich lieber Herrn Küng als Papst sähen?

Nein denn Küng wäre nicht mehr Küng gewesen, er hätte Selbstverleugnung betreiben müssen um je für ein Kardinalsamt in Frage zu kommen.

Ich hätte viel lieber den Kardinal Martini gesehen. Aber besser als Ratzinger wären wahrscheinlich viele gewesen aber die hatten nicht wie er Gelegenheit als Predigten getarnte Wahlreden zu halten.

währe es Martini geworden hätten wir wieder einen Papst mit Parkinson

und du glaubst echt die eine Predigt hat den ausschlag gegeben?

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nicht uneitle selbstbespiegelnde Bücher herauszubringen.

 

Non sequitur.

 

Ich halte diese Bücher weder für eitel noch für selbstbespiegelnd. Im Gegenteil.

 

Gehe ich recht in der Annahme, daß einige der "Jubelperser" hier im Forum doch deutlich lieber Herrn Küng als Papst sähen?

Nein denn Küng wäre nicht mehr Küng gewesen, er hätte Selbstverleugnung betreiben müssen um je für ein Kardinalsamt in Frage zu kommen.

Ich hätte viel lieber den Kardinal Martini gesehen. Aber besser als Ratzinger wären wahrscheinlich viele gewesen aber die hatten nicht wie er Gelegenheit als Predigten getarnte Wahlreden zu halten.

währe es Martini geworden hätten wir wieder einen Papst mit Parkinson

und du glaubst echt die eine Predigt hat den ausschlag gegeben?

 

Es geht nicht um die Frage, ob die Predigt was bewirkt hat, sondern dass er sich unumwunden beworben hat. Das passt eben nicht so ganz zu dem Bild des bescheidenen Dieners und zeigt eher den Karrieristen.

 

Ansonsten geht es nicht um einen gesunden, sondern um einen guten Papst.

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Aha - welche denn?

 

Sie kann den Premierminister ernennen und entlassen oder entscheiden, gar keinen Premierminister zu haben. Sie kann das Parlament auflösen. Sie kann sich weigern, das Parlament aufzulösen. Sie kann jedem durch das Parlament verabschiedete Gesetz den Royal Assent verweigern und so dessen Entstehen verhindern.

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Franciscus non papa

eine einzige wahlrede - ups, natürlich predigt - war es ja nun nicht gerade.

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Aha - welche denn?

 

Sie kann den Premierminister ernennen und entlassen oder entscheiden, gar keinen Premierminister zu haben. Sie kann das Parlament auflösen. Sie kann sich weigern, das Parlament aufzulösen. Sie kann jedem durch das Parlament verabschiedete Gesetz den Royal Assent verweigern und so dessen Entstehen verhindern.

 

 

Und wie oft ist das in den letzten Jahrhunderten vorgekommen, dass diese Rechte vom König oder der Königin in Anspruch genommen wurden?

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Ja, beim State Opening weiß man aber auch letztlich, dass das eine große Karnevalsveranstaltung ist. Großbritannien ist zwar formal eine Monarchie, aber die Machtbefugnisse der Queen sind minimal.

 

Nein, das ist ganz falsch.

 

Auch wenn Briten selbstironisch sind und eine humorvolle Distanz zu ihren eigenen Traditionen wahren, wirken diese Symbole und man hält an ihnen fest, weil sie etwas vom Wesen dieses Staates und seiner Verfassung ausdrücken. Die Rolle der Königin mag im politischen Tagesgeschäft minimal sein, für das Selbstverständnis dieses Gemeinwesens hingegen ist sie ungeheuer wichtig. Dazu gehören symbolische Akte wie das State Opening und auch die Amtsinsignien und die Kostümierung...

 

Großbritannien ist nicht nur "formal" eine Monarchie, es ist eine Monarchie durch und durch.

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Aha - welche denn?

 

Sie kann den Premierminister ernennen und entlassen oder entscheiden, gar keinen Premierminister zu haben. Sie kann das Parlament auflösen. Sie kann sich weigern, das Parlament aufzulösen. Sie kann jedem durch das Parlament verabschiedete Gesetz den Royal Assent verweigern und so dessen Entstehen verhindern.

 

 

Und wie oft ist das in den letzten Jahrhunderten vorgekommen, dass diese Rechte vom König oder der Königin in Anspruch genommen wurden?

 

So in der Größenordnung, in der der Papst die Unfehlbarkeit beansprucht hat.

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Und wie oft ist das in den letzten Jahrhunderten vorgekommen, dass diese Rechte vom König oder der Königin in Anspruch genommen wurden?

 

1999 hat die Queen der ersten Lesung eines Gesetzentwurfs (Military Action against Iraq (Parliamentary Approval) Bill) von Labour-backbenchers, der vorsah, dass das Parlament ueber Armeeeinsaetze zu entscheiden haette, den Royal Assent (der in diesem fruehen Stadium notwendig war, weil es um ein Vorrecht der Krone ging), auf Anraten Ihrer Regierung verweigert.

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währe es Martini geworden hätten wir wieder einen Papst mit Parkinson

und du glaubst echt die eine Predigt hat den ausschlag gegeben?

Und was hatten wir mit JPII über mehrere Jahre hinweg? Schllimmer kann es eh nicht mehr kommen!

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nicht uneitle selbstbespiegelnde Bücher herauszubringen.

 

Non sequitur.

 

Ich halte diese Bücher weder für eitel noch für selbstbespiegelnd. Im Gegenteil.

 

Gehe ich recht in der Annahme, daß einige der "Jubelperser" hier im Forum doch deutlich lieber Herrn Küng als Papst sähen?

Nein denn Küng wäre nicht mehr Küng gewesen, er hätte Selbstverleugnung betreiben müssen um je für ein Kardinalsamt in Frage zu kommen.

Ich hätte viel lieber den Kardinal Martini gesehen. Aber besser als Ratzinger wären wahrscheinlich viele gewesen aber die hatten nicht wie er Gelegenheit als Predigten getarnte Wahlreden zu halten.

währe es Martini geworden hätten wir wieder einen Papst mit Parkinson

und du glaubst echt die eine Predigt hat den ausschlag gegeben?

rassist!

 

war eine Predigt? Nee, es war ein Horroszenario, was er malte: enweder mit mir (ecclesia regnans) oder gegen mich (dieses scheussliches Konzil und die Folgen).

jetzt habe wir weder noch ..... wir habe einen papst, der selbstgefällig die Schuh- und Kleidungsmode vorantreibt.

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jetzt habe wir weder noch ..... wir habe einen papst, der selbstgefällig die Schuh- und Kleidungsmode vorantreibt.

 

War das nicht der Vorige, der diese Schuhe mit den Löchern in der Sohle trug? Ich hab mir welche gekauft, mein Glaube ist nicht so stark, bei Regen sind die Löcher auch von unten nach oben durchlässig.

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nicht uneitle selbstbespiegelnde Bücher herauszubringen.

 

Non sequitur.

 

Ich halte diese Bücher weder für eitel noch für selbstbespiegelnd. Im Gegenteil.

 

Gehe ich recht in der Annahme, daß einige der "Jubelperser" hier im Forum doch deutlich lieber Herrn Küng als Papst sähen?

Nein denn Küng wäre nicht mehr Küng gewesen, er hätte Selbstverleugnung betreiben müssen um je für ein Kardinalsamt in Frage zu kommen.

Ich hätte viel lieber den Kardinal Martini gesehen. Aber besser als Ratzinger wären wahrscheinlich viele gewesen aber die hatten nicht wie er Gelegenheit als Predigten getarnte Wahlreden zu halten.

währe es Martini geworden hätten wir wieder einen Papst mit Parkinson

und du glaubst echt die eine Predigt hat den ausschlag gegeben?

rassist!

 

war eine Predigt? Nee, es war ein Horroszenario, was er malte: enweder mit mir (ecclesia regnans) oder gegen mich (dieses scheussliches Konzil und die Folgen).

jetzt habe wir weder noch ..... wir habe einen papst, der selbstgefällig die Schuh- und Kleidungsmode vorantreibt.

wieso rassist?

was war an der Predigt den so schlimm ?und wer hier hat sie eigentlich außer mir gelesen?

es ist nirgendst von einem "scheußlichen Konzil" die rede

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