Jump to content

Nur noch eine Woche bis zur Heiligsprechung


Petrus
 Share

Recommended Posts

"Bis jetzt hat das Organisationskomitee die Teilnahmebestätigung von ungefähr 230.000 Gläubigen aus 84 Ländern erhalten. Davon sind 40% Jugendliche, die auf Campingplätzen, Schulen, Pfarreien, usw. in und ausserhalb von Rom untergebracht werden."

 

Quelle

 

Ist das die allgemeine Anziehungskraft von religiösen Großveranstaltungen - also so eine Art "Taizé-Effekt"?

 

Oder ist das die Anziehungskraft des Opus Dei?

 

Oder kommen zu Heiligsprechungen immer so viele Leute nach Rom?

Link to comment
Share on other sites

Hallo Petrus!

 

Entschuldige das etwas unqualifizierte Posting, aber....

 

OPUS DEI ???  *grusel* men_ani.gif *grusel*

 

mtoto

 

PS: Solche kirchlichen Ableger machen mich immer sehr traurig, denn in meinen Augen verkünden sie mehr eine Drohbotschaft, denn die Frohe Botschaft.

Link to comment
Share on other sites

Hallo!

 

Ich habe mal ein Buch über Opus Dei gelesen.

Bin auch nicht gerade begeistert von dieser, wie es heißt, "Geheimorganisation" der kath. Kirche.

Weiß aber nicht, ob das stimmt, was ein gewisser Michael Walsh in seinem Buch "Die geheime Welt des Opus Dei" geschrieben hat. Wer weiß mehr darüber?

 

Mensi

Link to comment
Share on other sites


Zitat von mensi am 10:43 - 30.September.2002

Weiß aber nicht, ob das stimmt, was ein gewisser Michael Walsh in seinem Buch "Die geheime Welt des Opus Dei" geschrieben hat. Wer weiß mehr darüber?

Hallo mensi,

 

Das Buch kenne ich nicht - eine einigermaßen sachliche Information scheint es unter Relinfo zu geben - inklusive einer Ergänzung/Korrektur der dortigen  Darstellung durch Opus Dei selbst.

 

Was mir aufgefallen ist: Bei Opus Dei scheint es eine sehr strikte Trennung zwischen Männern und Frauen zu geben - der Architekt der US-Niederlassung von Opus Dei beschreibt als Vorgaben des Auftraggebers  u.a.:

 

- separate Eingänge für Männer und Frauen von verschiedenen Straßen aus

 

- separate Parkplätze für Männer und Frauen

 

- Optische und akustische Trennung der Bereiche für Männer und Frauen innerhalb des Gebäudes.

 

Quelle

 

Liebe Grüße, Peter.

Link to comment
Share on other sites

Franciscus non papa

mir ist bei dieser heiligsprechung ausgesprochen unwohl.

 

auch wenn ich unterstelle, dass da viel guter wille im spiel ist, so sind dinge wie: kultivierung des leids, selbstgeisselung, bussgürtel in meinen augen doch irrwege. eine wenigstens latent antdemokratische gesinnung gibt zusätzlich zu denken.

 

es scheint, dass das opus dei ein rückfall in finstere teile des mittelalters ist, wobei das mittelalter ja im allgemeinen gar nicht so finster war :-)

 

 

jedenfalls ein seltsamer neuer heiliger - und ein mir wenig sympathischer. aber ich hab damit kein problem, dass er heilig sein soll, gott hat erbarmen auch mit den irregeleiteten :-)

 

 

gruß

 

f-jo

Link to comment
Share on other sites

Interessant finde ich den Gedanken von Michael Lehner (Autor des Buchs 'Eine Jugend im Opus Dei'):

 

"Die Kirche wertet das Opus Dei immer mehr auf - die Heiligsprechung im Herbst ist hier wohl der vorläufige Schlussstein. Obwohl das Vorgehen des Heiligen Stuhls häufig kritisiert wurde, scheint mir doch auch eine Strategie dahinter zu stecken: Die Kirche nimmt das Opus Dei nach und nach in die Pflicht und zwingt es damit zu Veränderungen. Dies ist ein in der Kirchengeschichte häufig zu beobachtendes Phänomen: Der Weg von einer jungen, radikalen Gemeinschaft hin zu einer etablierten Institution."

 

Interview

 

Rezension 1

 

Rezension 2

Link to comment
Share on other sites

Es gab am Samstag einen sehr interessanten Bericht zur Heiligsprechung und zum Opus Dei im TV (hr3).

 

Es ist absolut unüblich, dass das Heiligsprechungsverfahren mit einer solchen Geschwindigkeit gelaufen ist. Noch dazu gab es vor allem Unterlagen die von Mitgliedern des Opus Dei zusammengestellt wurden. Bei anderen Verfahren wurde immer wieder die Notwendigkeit von "objektiveren" Quellen betont - hier nicht.

 

Trotz aller Versuche der Berichterstatter Details über das Opus Dei, seine Strukturen und seine Mitglieder zu erhalten, wurde deutlich, dass das Opus Dei erschreckend stark kontrollieren kann, was nach aussen dringen darf und was nicht.

 

Ein bitterer Nachgeschmack bleibt stets wenn man sich mit dieser Gruppierung befasst...

Link to comment
Share on other sites


Zitat von mtoto am 10:03 - 30.September.2002

OPUS DEI ???
 *grusel*
men_ani.gif
*grusel*

Hallo mtoto,

 

wovor gruselt's Dich denn?

 

Daß es da Menschen gibt, die sich Nagelketten um's Bein binden und sich selbst auspeitschen?

 

Da geht's, könnte ich mir vorstellen, in der SM-Szene manchmal vielleicht heftiger zu.

 

Liebe Grüße, Peter.

Link to comment
Share on other sites

Zu empfehlen: Der ´Fall´ Opus Dei von Vittorio Messori

 

00175739.GIF

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Erich am 19:14 - 30.September.2002

Zu empfehlen:
Der ´Fall´ Opus Dei von Vittorio Messori

Hallo Erich,

 

was steht da so drin in dem Buch?

Link to comment
Share on other sites

Hallo Petrus

 

Ich habe es ja schon im PS- Satz angedeutet, das was ich bis jetzt über das O.D. gehört habe, war für mich sehr erschreckend.

So Dinge wie Selbstkasteiungen, Zwangsbeichten, absolute Leibfeindlichkeit, "kleben am Gesetz". Nichts, aber auch gar nichts positives oder lebensbejahendes.

Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht, Askese, Eingeständnis von Schuld, Einhalten gewisser Regeln halte ich auch für sinnvoll und auch für notwendig, aber auf einer anderen Basis.

 

Liebe Grüße mtoto

Link to comment
Share on other sites

Liebe kath.de - Gemeinde,

 

ich empfehle allen heftigen Kritikern des Opus Dei:

Dominique Le Tourneau: Das Opus Dei, Stein am Rhein, 1988

in dem ein Mitglied über den Sinn des Werks schreibt

 

und allen ebenso glühenden Verteidigern

 

Klaus Steigleder: Das Opus Dei, eine Innenansicht, München 1996

in dem ein ehemaliges Mitglied sich kritisch mit dem Opus Dei auseinandersetzt und seinen Weg ins Opus Dei und wieder hinaus beschreibt.

 

Mir scheint, nachdem ich beide Bücher gelesen habe, folgendes der Fall zu sein:

 

Ziel des Opus Dei ist die "Heiligung des Alltags"; die Mitglieder sollen in ihrem Leben Zeugnis ablegen. Das war - als Laienapostolat - in Spanien zur Zeit der Gründung des Opus Dei revolutionär und wird heute wohl nicht abgelehnt, aber zu wenig beobachtet.

 

Die Spiritualität des Opus Dei ist sehr stark auf nachweisbare Beispiele von Frömmigkeit - täglichen Messbesuch, täglichen Rosenkranz u.a. - ausgerichtet und besitzt eine hohe Verbindlichkeit für die Mitglieder. Mein Kommentar: Letzteres ist für viele Menschen sicher sinnvoll, doch besteht die Gefahr einer reinen Pflichterfüllung.

 

Männer- und Frauenabteilungen sind strikt getrennt (vgl. Beitrag von Petrus). Der Kontakt zwischen Männern und Frauen innerhalb des Opus Dei ist unerwünscht, zumindest unter Numerariern, die eine Art Zölibatsgelübde geschworen haben.

Mein Kommentar: Sicher ist es in zölibatär lebenden Gemeinschaften sinnvoll, Männer und Frauen in bestimmten Bereichen zu trennen. Die Praxis des Opus Dei scheint mir aber sehr übertrieben und ein Relikt aus sehr sexualfeindlichen Zeiten zu sein.

 

Bußübungen wie die Geißel oder der Bußgürtel sind nicht Pflicht, werden aber nachdrücklich empfohlen.

Mein Kommentar: Ich persönlich sehe in solchen Übungen keinen Sinn, man mag aber geteilter Meinung sein.

 

Es gibt vermutlich einige Geheimlehren, u.a. auch einen geheimen Katechismus für Mitglieder

Mein Kommentar: Dies sollte dringend überprüft werden. Wenn dem so ist, muss es abgestellt werden. Geheimlehren sind Kennzeichen von Sekten und haben in einer katholischen Organisation nichts zu suchen.

 

Dass Josemaría Escriva von seiner Sache überzeugt war und sie auch konsequent gelebt hat, ist sicher. Andererseits sind fragliche Entwicklungen im Opus Dei und auch die sehr diktatorische Einstellung des Gründers

Dinge, die am Sinn dieser schnellen Heiligsprechung zweifeln lassen.

Aber gut, niemand ist zur Verehrung bestimmter Heiliger verpflichtet und ich habe keine Probleme damit, anzunehmen, dass Msgr. Escriva im Himmel ist.

 

Gruß

Martin

Link to comment
Share on other sites

Hallo,

ich habe letztens im Radio eine sehr interessante Diskussion über das Opus Dei gehört - in der sowohl Befürworter als auch Gegner zu Wort kamen.

Interessantester Punkt war die Frage nach der Geheimniskrämerei des Opus Dei.

Auf der einen Seite stand der Vorwurf, dass das Opus Dei sowohl seine Tätigkeit in Kirche, Staat, Gesellschaft und Wirtschaft als auch seine finanzielle Struktur über das im kirchlichen Rahmen Übliche hinaus verschleiert. Die Befürworter haben das natürlich heruntergespielt.

Für mich ist überhaupt nicht klar,

1. Welchen Einfluss das Opus Dei in der Kirche wirklich hat

2. Wer diese Organisation in der Kirche wirklich fördert

 

Viele Grüße,

 

Matthias

Link to comment
Share on other sites

>>was steht da so drin in dem Buch? <<

 

eine neutrale Abhandlung über Opus-Dei ohne Polemik, übliche Hetzte  und Vorverurteilung, Eine gut recherchierte Arbeit des Journalisten Messori.

 

Ich hab es einst aus der Bücherei bezogen.

 

Gruß

Erich

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Erich am 10:58 - 1.Oktober.2002

>>was steht da so drin in dem Buch? <<

 

eine neutrale Abhandlung über Opus-Dei...

... die von Opus Dei selbst auf dessen Website empfohlen wird. Also unter Kategorie "Selbstdarstellung" einzuordnen.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Mat am 10:05 - 1.Oktober.2002

Für mich ist überhaupt nicht klar,

1. Welchen Einfluss das Opus Dei in der Kirche wirklich hat

Im Vatikan, Spanien und Südamerika wahrscheinlich ziemlich viel Einfluß.


2. Wer diese Organisation in der Kirche wirklich fördert

Beim neuen Bischof von Regensburg kann man  wahrscheinlich davon ausgehen; er beteiligt sich regelmäßig an Tagungen der Opus-Dei-Universität (im Publikationsverzeichnis einfach nach "Pamplona" suchen).

Link to comment
Share on other sites

>> Also unter Kategorie "Selbstdarstellung" einzuordnen.<<

 

Was lernen wir daraus:

 

Ist ein Bericht neutral oder positiv gegenüber dem Ous Dei => dann ist das eine Selbstdarstellung

 

Wird Hass und Geifer ausgeschüttet => so ist das eine unabhängige, neutrale Berichterstattung.

 

Halelujah, preiset den Zeitgeist

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Erich am 13:53 - 1.Oktober.2002

 

Was lernen wir daraus:

 

Ist ein Bericht neutral

 

Neutral, lieber Erich, ist für jeden was anderes...

Link to comment
Share on other sites


Was lernen wir daraus:

 

Ist ein Bericht neutral oder positiv gegenüber dem Ous Dei => dann ist das eine Selbstdarstellung

 

Wird Hass und Geifer ausgeschüttet => so ist das eine unabhängige, neutrale Berichterstattung.

 

Halelujah, preiset den Zeitgeist

 

Hallo Erich,

Ich halte den Hinweis von Petrus für aufschlussreich. Durch den Hinweis auf dieses Buch auf der Web-Seite von Opus Dei kann man davon ausgehen, dass das Opus Dei das Bild, das in diesem Buch gezeichnet ist, befürwortet.  Ob der Autor vom Opus Dei beeinflusst wurde oder nicht, ist dabei unerheblich.

Ob das jetzt als Selbstdarstellung zu betrachten ist, weiß ich nicht, jedenfalls ist es pro Opus Dei. Das sollte man wissen, wenn man dieses Buch liest - genauso wie man bei Büchern anderer Tendenz das Gegenteil wissen sollte.

Insgesamt zeigen Deine und Petrus' Äußerungen, dass das Opus Dei eine extremistische Organisation ist, über die man nicht neutral berichten kann. Man ist entweder dafür oder dagegen.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

Link to comment
Share on other sites

Folgende Punkte aus der Buchbesprechung - Michael Lehner - Eine Jugend im Opus Dei, halte ich für sehr bedenklich:

 

Die Nichteinbeziehung der Eltern in die Entscheidung für den Beitritt (S. 39).

 

Die Freiheit zum Austritt zu betonen (S. 37), aber in der Praxis dem Austritt die größten Schwierigkeiten - einschließlich persönlicher Verleumdung (S. 38) und Verachtung (S. 144) - in den Weg zu legen. Es wird dabei auf den Ausspruch des Gründers verwiesen: "Ich kenne keinen, der das Werk verlassen hat und anschließend wieder glücklich geworden ist." (S. 61) Man solle doch die Berufung nicht einfach wegwerfen, der Weg zum Heil sei durch einen solchen Schritt "stark gefährdet"! (S. 141). Nach der Trennung fällt man in ein tiefes Loch, mit einem Schlag brechen persönliche Kontakte ab (S. 100).

 

Der pflichtgemäßen Vernachlässigung der eigenen Familie (S. 119) steht nach wie vor der Personenkult um den Gründer ("Vater&quot gegenüber, dessen leibliche Verwandte ebenfalls gebührend zu verehren und als "Großeltern" und "Tante" anzusprechen sind (S. 79), sowie um dessen Nachfolger . Es drängt sich hier eine Assoziation mit der "Wahren Familie" des Sun Myung Mun oder der "Familie" des David Berg auf. Knicks und Ringkuß waren für den Gründer und seine Nachfolger obligatorisch, das regelmäßige Ansehen von Videos mit diesen ebenfalls (S. 83).

 

Grüße

Klemens

Link to comment
Share on other sites

Franciscus non papa


Zitat von Oestemer am 16:51 - 1.Oktober.2002


danke! in diesem Text ist auch einiges konkret (mit Nennung von Personen) über die Einflußmöglichketien von Opus Dei (Du, Mat, hattest danach gefragt) geschrieben.

 

(Geändert von Petrus um 20:18 - 1.Oktober.2002)

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...