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Was muss ein RKK-Mitglied jetzt eigentlich glauben?


Wiebke
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In diesem Forum und anderswo sind oft von Katholiken Distanzierungen von der offiziellen römischen Lehrmeinung zu lesen und zu hören.

 

Ich bin ja durchaus mit Ex-Kanzler Schröder einer Meinung, der da gesagt haben soll, kein halbwegs normal denkender Mensch könne mit 100% des Programms der Partei übereinstimmen, der er angehört.

 

Das mag ich auch für eine Kirche gelten lassen.

 

Aber auch in einer Partei gibt es eine Grenze, wo man dann gehen muss (oder eben gegangen wird), wenn man mit gewissen Kerninhalten nicht einverstanden ist.

 

Wo ist diese Grenze in der RKK (bleiben wir bei den Laien)?

 

Juristisch vorgeschädigt, wie ich eben bin, schau ich dann halt in die entsprechenden Codices, und da lese ich in can. 212 § 1 CIC (sowie fast wortgleich in can. 15 § 1 CCEO): "Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen."

 

Da bin ich dann auch nicht schlauer. Was ist es, das "die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen"? Wie erkenne ich das?

 

Sind es nur die "Dogmen" oder auch anderes, und wenn ja was?

 

Wenn es nur die "Dogmen" sind, was ist dann insbesondere der Status des KKK? Letzterer soll ja nun für Ex-Anglikaner "der authentische Ausdruck des katholischen Glaubens, der von den Gliedern des Ordinariates bekannt wird", sein. Das kann ich nur so lesen, dass man nicht legitimerweise Mitglied des Personalordinariates sein kann, wenn das, was man glaubt, nicht das ist, was authentisch im KKK dargelegt ist.

 

Also, ist er jetzt verbindlich oder nicht?

 

Wie steht es insbesondere mit den Millionen, die in puncto Sexualmoral im "inneren Schisma" leben? "Dürfen" die das jetzt, oder lässt man es halt nur "durchgehen"?

 

Und schließlich, gibt es abgesehen von can. 212 CIC/15 CCEO noch andere "Gehorsamspflichten", die es einem RKK-Laien verbieten, bestimmte Positionen einzunehmen (bzw. bestimmten Amtsträgern erlauben, es ihnen zu verbieten)?

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Ich denke noch nach, wie man so eine komplexe Frage ordentlich beantworten kann.

Mit einem persönlichem Statement ist Dir da wahrscheinlich ja nicht geholfen.

Die Frage ist ja eher "juristisch" aufgemacht ;)

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Nun, man muss dabei erstmal zwei Ebenen trennen: forum externum und forum internum.

 

Forum internum ist relativ einfach: Es gibt einen Pool von lehramtlichen, verbindlichen Aussagen über Gott, die Welt, etc. den dem Gläuben zur Verinnerlichung zur Verfügung steht (ich schätze die Hälfte der beantworteten Fragen tauchen im Leben eines Normalkatholiken nie auf). Bei Aussagen, die nicht geglaubt werden (können) ist der Gläubige gehalten nach der tieferen Wahrheit zu suchen, muss letztlich aber seine Grenzen vor seinem Gewissen akzeptieren. Im Handeln spielt ohnehin das Gewissen die primäre Rolle.

 

Das Forum externum ist mMn schwieriger: verboten sind eigentlich nur zwei Dinge: falsche Predigt und falsches Handeln. Will heißen, in einer Lehrposition (Pfarrer, Katechet, Lehrer) soll nichts bezeugt werden, was den Dogmen wiederspricht und es darf nicht gegen die ausdrückliche Anweisung des Bischofs gehandelt werden.

 

So ist z.B. die Anwendung künstlicher Verhütungsmittel eine Frage für's Forum internum (kann man das mit seinem Gewissen vereinbaren).

Erstkommunikanten zu erzählen, daß wir nur ein Gedächtnismahl feiern wäre dagegen schon ein öffentliches Problem.

Ein anderes Beispiel wäre die Verwendung einer vom Bischof verbotenen Form der Kommunionspendung (z. B. die in manchen ev. Gemeinden üblichen Minikelche bzw. Pinneken).

 

Das innere Schisma ist immer eine Sache, die der Einzelne mit sich ausmachen muss. Die Kirche und ihre Ordnung greifen eigentlich erst ein, wenn daraus ein öffentliches Problem wird.

 

Was den KKK angeht: Uridee von Katechismen war es, dem Katecheten einen Stichwortkatalog an die Hand zu geben anhand dessen er eine strukturierte Katechese vornehmen konnte. Das das ganze dann zu Büchern wurde, die man auswendig lernen musste (was mit dem Echo im Herzen nur noch wenig zu tun hatte) ist eine bedauerliche Fehlentwicklung. Nach Trient wurde die Lehre der katholischen Kirche im Catechismus Romanus zusammengefasst anhand dessen die Priester und Bischöfe studierten, die später eigene Katechismen entwickelten.

Warum diese Tradition des Ortskatechismus vor ca. 30 Jahren eingeschlafen ist, weiß ich nicht.

Der KKK jedenfalls hat für sich selbst nicht den Anspruch ein Lehrbuch für die Gläubigen zu sein, sondern sollte als Richtschnur für die Erstellung von Ortskatechismen dienen, und im Zweifelsfall als Korrektiv wirken.

Als solches ist er allerdings nie rezipiert worden (zumindest nicht im deutschen Sprachraum). Nicht nur, daß die Bischöfe ihre Lehrverantwortung hier nicht wahrgenommen haben ist der KKK keine Sammlung konkreter Dogmen sondern eher ein Extrakt der Theologie JPII's. Er wird dadurch schon seinem eigenen Anspruch nicht gerecht, für den eigentlich jedes einzelne Dogma hätte aufgeführt und in heutige Sprache übersetzt werden müssen.

 

Was die reintegrierten Anglikaner angeht, so wurde dem KKK sein ursprünglicher Auftrag wiedergegeben. Auch für diese Gemeinschaft gilt dann, daß die öffentliche Lehre die der katholischen Kirche sein muss und keine Sonderlehren mehr beinhalten darf (daß Problem mit der unterschiedlichen Sakramentstheologie wird dabei natürlich geflissentlich ignoriert...)

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Aber auch in einer Partei gibt es eine Grenze, wo man dann gehen muss (oder eben gegangen wird), wenn man mit gewissen Kerninhalten nicht einverstanden ist.

 

Das erzähl mal denen, die angeblich unendlich unter der Knute der katholischen Kirche und des momentanen Papstes leiden, allerdings keine Konsequenzen ziehen, z.B. in das Haus der Protestanten oder Budhisten ziehen, weil das wohl nicht zu einer angemessenen Streitkultur gehört. Sie verbleiben tapfer in der Höhle des Löwen und versuchen nicht gefressen zu werden. Das Mitleid solchen Christen gegenüber sollte sich in Grenzen halten. Zumindest bei mir ist das der Fall.

 

MfG

Stanley

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OneAndOnlySon
Das erzähl mal denen, die angeblich unendlich unter der Knute der katholischen Kirche und des momentanen Papstes leiden, allerdings keine Konsequenzen ziehen, z.B. in das Haus der Protestanten oder Budhisten ziehen, weil das wohl nicht zu einer angemessenen Streitkultur gehört. Sie verbleiben tapfer in der Höhle des Löwen und versuchen nicht gefressen zu werden. Das Mitleid solchen Christen gegenüber sollte sich in Grenzen halten. Zumindest bei mir ist das der Fall.

 

MfG

Stanley

Wenn du die Kirche mit einer Partei gleichsetzt, musst du das wohl so sehen. Dass Wiebke den Kirche-Partei-Vergleich startet ist ja nicht verwunderlich. Von einem Katholiken erwartete ich bislang aber schon, dass er weiß, dass Kirche mehr ist als ein Verein von Gesinnungsgenossen.

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Aber auch in einer Partei gibt es eine Grenze, wo man dann gehen muss (oder eben gegangen wird), wenn man mit gewissen Kerninhalten nicht einverstanden ist.

 

Das erzähl mal denen, die angeblich unendlich unter der Knute der katholischen Kirche und des momentanen Papstes leiden, allerdings keine Konsequenzen ziehen, z.B. in das Haus der Protestanten oder Budhisten ziehen, weil das wohl nicht zu einer angemessenen Streitkultur gehört. Sie verbleiben tapfer in der Höhle des Löwen und versuchen nicht gefressen zu werden. Das Mitleid solchen Christen gegenüber sollte sich in Grenzen halten. Zumindest bei mir ist das der Fall.

 

MfG

Stanley

Könntest Du Dich vielleicht soweit beherrschen, hier nicht den x-ten Polemik-Thread aufzumachen?

Wiebke hat eine sehr sachliche und klare Frage gestellt, auf die sie eine Antwort verdient, und nicht den üblichen Hickhack. ;)

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Aber auch in einer Partei gibt es eine Grenze, wo man dann gehen muss (oder eben gegangen wird), wenn man mit gewissen Kerninhalten nicht einverstanden ist.

 

Das erzähl mal denen, die angeblich unendlich unter der Knute der katholischen Kirche und des momentanen Papstes leiden, allerdings keine Konsequenzen ziehen, z.B. in das Haus der Protestanten oder Budhisten ziehen, weil das wohl nicht zu einer angemessenen Streitkultur gehört. Sie verbleiben tapfer in der Höhle des Löwen und versuchen nicht gefressen zu werden. Das Mitleid solchen Christen gegenüber sollte sich in Grenzen halten. Zumindest bei mir ist das der Fall.

 

MfG

Stanley

Könntest Du Dich vielleicht soweit beherrschen, hier nicht den x-ten Polemik-Thread aufzumachen?

Wiebke hat eine sehr sachliche und klare Frage gestellt, auf die sie eine Antwort verdient, und nicht den üblichen Hickhack. ;)

Mein Mitleid hält sich ja auch durchaus in Grenzen, aber Hickhack sehe ich doch bitte lieber in der Gladiatoren-Arena. Hier geht's in der Tat ums Kapieren.

 

Es muss nicht unbedingt "juristisch" sein (ist halt meine Vorschädigung), aber mehr als persönliches Statement sollte es schon sein, ja. Weniger juristisch formuliert: Wo ist die Grenze dessen, wo ein Laie auch einem Bischof oder Papst sagen kann, "OK das sehe ich anders, aber ich bin auch katholisch", ohne dass der Würdenträger legitimerweise erwidern kann, hier werde der Boden des katholischen Glaubens verlassen.

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Juristisch vorgeschädigt, wie ich eben bin, schau ich dann halt in die entsprechenden Codices, und da lese ich in can. 212 § 1 CIC (sowie fast wortgleich in can. 15 § 1 CCEO): "Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen."

 

Das haben sie schlau formuliert, die geistlichen Hirten.

Dieser schöne Satz sagt eine Menge aus:

 

- wir sind die Hirten, ihr sein blöde Schafe

- wir sind Stellvertreter Christi, ihr dummes Volk

- wir sind Lehrer, ihr dumme Schüler

- wir befehlen, ihr gehorcht

- aber wenn was schief geht, und ihr am jünsten Tag zur Rechenschaft gezogen werden sollt, dann seht selbst zu, wie ihr da mit dem Bewusstsein eurer eigenen Verantwortung raus kommt, wir werden jede Verantwortung abstreiten.

 

Werner

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Aber auch in einer Partei gibt es eine Grenze, wo man dann gehen muss (oder eben gegangen wird), wenn man mit gewissen Kerninhalten nicht einverstanden ist.

 

Das erzähl mal denen, die angeblich unendlich unter der Knute der katholischen Kirche und des momentanen Papstes leiden, allerdings keine Konsequenzen ziehen, z.B. in das Haus der Protestanten oder Budhisten ziehen, weil das wohl nicht zu einer angemessenen Streitkultur gehört. Sie verbleiben tapfer in der Höhle des Löwen und versuchen nicht gefressen zu werden. Das Mitleid solchen Christen gegenüber sollte sich in Grenzen halten. Zumindest bei mir ist das der Fall.

 

MfG

Stanley

Könntest Du Dich vielleicht soweit beherrschen, hier nicht den x-ten Polemik-Thread aufzumachen?

Wiebke hat eine sehr sachliche und klare Frage gestellt, auf die sie eine Antwort verdient, und nicht den üblichen Hickhack. ;)

Mein Mitleid hält sich ja auch durchaus in Grenzen, aber Hickhack sehe ich doch bitte lieber in der Gladiatoren-Arena. Hier geht's in der Tat ums Kapieren.

 

Es muss nicht unbedingt "juristisch" sein (ist halt meine Vorschädigung), aber mehr als persönliches Statement sollte es schon sein, ja. Weniger juristisch formuliert: Wo ist die Grenze dessen, wo ein Laie auch einem Bischof oder Papst sagen kann, "OK das sehe ich anders, aber ich bin auch katholisch", ohne dass der Würdenträger legitimerweise erwidern kann, hier werde der Boden des katholischen Glaubens verlassen.

 

Wenn ich zu meinem Bischof sage, also ich glaub nicht mehr so recht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, möchte aber noch gerne katholisch bleiben, habe ich entweder einen an der Klatsche, oder vom Glauben nix begriffen. Dann muss der Bischof mich aufklären, was an mir noch katholische wäre, in diesem Fall nichts mehr. Wenn ich auf Teufelkommheraus künstlich verhüte und mein Verhalten als katholisch bezeichne gilt ähnliches.

 

MfG

Stanley

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Juristisch vorgeschädigt, wie ich eben bin, schau ich dann halt in die entsprechenden Codices, und da lese ich in can. 212 § 1 CIC (sowie fast wortgleich in can. 15 § 1 CCEO): "Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen."

 

Das haben sie schlau formuliert, die geistlichen Hirten.

Dieser schöne Satz sagt eine Menge aus:

 

- wir sind die Hirten, ihr sein blöde Schafe

- wir sind Stellvertreter Christi, ihr dummes Volk

- wir sind Lehrer, ihr dumme Schüler

- wir befehlen, ihr gehorcht

- aber wenn was schief geht, und ihr am jünsten Tag zur Rechenschaft gezogen werden sollt, dann seht selbst zu, wie ihr da mit dem Bewusstsein eurer eigenen Verantwortung raus kommt, wir werden jede Verantwortung abstreiten.

 

Werner

 

Und mich bezeichnet Edith als Polemiker. LOL

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Wenn ich zu meinem Bischof sage, also ich glaub nicht mehr so recht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, möchte aber noch gerne katholisch bleiben, habe ich entweder einen an der Klatsche, oder vom Glauben nix begriffen. Dann muss der Bischof mich aufklären, was an mir noch katholische wäre, in diesem Fall nichts mehr. Wenn ich auf Teufelkommheraus künstlich verhüte und mein Verhalten als katholisch bezeichne gilt ähnliches.

 

MfG

Stanley

Damit würde der gute Bischof aber auf die Kirchensteuereinnahmen verzichten müssen.....

 

Werner

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Wenn ich zu meinem Bischof sage, also ich glaub nicht mehr so recht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, möchte aber noch gerne katholisch bleiben, habe ich entweder einen an der Klatsche, oder vom Glauben nix begriffen. Dann muss der Bischof mich aufklären, was an mir noch katholische wäre, in diesem Fall nichts mehr. Wenn ich auf Teufelkommheraus künstlich verhüte und mein Verhalten als katholisch bezeichne gilt ähnliches.

 

MfG

Stanley

Damit würde der gute Bischof aber auf die Kirchensteuereinnahmen verzichten müssen.....

 

Werner

 

Na und? Geld ist nicht alles. Schmiergeld ist sogar schädlich.

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Juristisch vorgeschädigt, wie ich eben bin, schau ich dann halt in die entsprechenden Codices, und da lese ich in can. 212 § 1 CIC (sowie fast wortgleich in can. 15 § 1 CCEO): "Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen."

 

Das haben sie schlau formuliert, die geistlichen Hirten.

Dieser schöne Satz sagt eine Menge aus:

 

- wir sind die Hirten, ihr sein blöde Schafe

- wir sind Stellvertreter Christi, ihr dummes Volk

- wir sind Lehrer, ihr dumme Schüler

- wir befehlen, ihr gehorcht

- aber wenn was schief geht, und ihr am jünsten Tag zur Rechenschaft gezogen werden sollt, dann seht selbst zu, wie ihr da mit dem Bewusstsein eurer eigenen Verantwortung raus kommt, wir werden jede Verantwortung abstreiten.

 

Werner

 

Und mich bezeichnet Edith als Polemiker. LOL

Naja, ich polemisiere wenigstens über das Thema....

 

Aber ich kann es auch ganz unpolemisch ausdrücken.

Was soll uns der zitierte Satz eigentlich sagen: Wir sollen gehorchen, haben aber eine eigene Verantwortung, von der uns das Gehorchen nicht entbindet.

Dann bleibt aaber von den Aussagen der geistlichen Hirten niccht mehr als wohlgemeinte Vorschläge, die man wohlwollend in Erwägung ziehen kann, mehr aber auch nicht. Und damit sind wir bei der Frage dieses threads gelandet.

 

Werner

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Wenn ich zu meinem Bischof sage, also ich glaub nicht mehr so recht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, möchte aber noch gerne katholisch bleiben, habe ich entweder einen an der Klatsche, oder vom Glauben nix begriffen. Dann muss der Bischof mich aufklären, was an mir noch katholische wäre, in diesem Fall nichts mehr. Wenn ich auf Teufelkommheraus künstlich verhüte und mein Verhalten als katholisch bezeichne gilt ähnliches.

 

MfG

Stanley

Ich könnte mir halt vorstellen, dass das mit der Auferstehung zum Kernbereich gehört und das mit dem Präser nicht. Sozusagen Verstoß gegen das Parteiprogramm aber doch nicht gegen die Satzung. Dazu hätte ich gerne Erläuterungen.

 

Damit würde der gute Bischof aber auf die Kirchensteuereinnahmen verzichten müssen.....

 

Werner

Wieso? Exkommunikation bewirkt keinen Ausschluss aus der KdöR nach staatlichem Recht.

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Damit würde der gute Bischof aber auf die Kirchensteuereinnahmen verzichten müssen.....

 

Werner

Wieso? Exkommunikation bewirkt keinen Ausschluss aus der KdöR nach staatlichem Recht.

Na, warum sollte jemand in der KdöR bleiben und zahlen, wenn man ihm sagt, dass er nicht dazugehört?

 

Werner

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Juristisch vorgeschädigt, wie ich eben bin, schau ich dann halt in die entsprechenden Codices, und da lese ich in can. 212 § 1 CIC (sowie fast wortgleich in can. 15 § 1 CCEO): "Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen."

 

Das haben sie schlau formuliert, die geistlichen Hirten.

Dieser schöne Satz sagt eine Menge aus:

 

- wir sind die Hirten, ihr sein blöde Schafe

- wir sind Stellvertreter Christi, ihr dummes Volk

- wir sind Lehrer, ihr dumme Schüler

- wir befehlen, ihr gehorcht

- aber wenn was schief geht, und ihr am jünsten Tag zur Rechenschaft gezogen werden sollt, dann seht selbst zu, wie ihr da mit dem Bewusstsein eurer eigenen Verantwortung raus kommt, wir werden jede Verantwortung abstreiten.

 

Werner

 

Und mich bezeichnet Edith als Polemiker. LOL

Naja, ich polemisiere wenigstens über das Thema....

 

Aber ich kann es auch ganz unpolemisch ausdrücken.

Was soll uns der zitierte Satz eigentlich sagen: Wir sollen gehorchen, haben aber eine eigene Verantwortung, von der uns das Gehorchen nicht entbindet.

Dann bleibt aaber von den Aussagen der geistlichen Hirten niccht mehr als wohlgemeinte Vorschläge, die man wohlwollend in Erwägung ziehen kann, mehr aber auch nicht. Und damit sind wir bei der Frage dieses threads gelandet.

 

Werner

 

Das ist Unsinn. Es geht hier nicht um wohlgemeinte Ratschläge, sondern darum, was katholisch ist und was nicht.

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Damit würde der gute Bischof aber auf die Kirchensteuereinnahmen verzichten müssen.....

 

Werner

Wieso? Exkommunikation bewirkt keinen Ausschluss aus der KdöR nach staatlichem Recht.

Na, warum sollte jemand in der KdöR bleiben und zahlen, wenn man ihm sagt, dass er nicht dazugehört?

 

Werner

Eigentlich weiß ich das auch nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass bei vielen, die trotz offensichtlicher Abweichung von der kirchlichen Lehre jetzt nicht austreten, auch ein mehr oder weniger offizieller Anschiss vom Bischof keinen Unterschied mehr machen würde. So nach dem Motto: Ich werd dem Kerl doch nicht auch noch Recht geben und das beim Amtsgericht/Standesamt unterschreiben.

 

Aber wie dem auch sei (und solange es nicht passiert, können wir eh nicht wissen, ob ich Recht habe), es wäre nett, zu meiner Frage zurückzukommen.

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Ich könnte mir halt vorstellen, dass das mit der Auferstehung zum Kernbereich gehört und das mit dem Präser nicht. Sozusagen Verstoß gegen das Parteiprogramm aber doch nicht gegen die Satzung. Dazu hätte ich gerne Erläuterungen.

 

Ganz einfach. Die Kirche gibts nur im Ganzen. Da ist kein Sonderangebot oder verkaufsoffene Tage. Ich kann nicht sagen, ich glaube an die Kirche weil sie mir lehrt dass Jesus auferstanden ist und derselben Kirche den Gehorsam im Glauben verweigern, weil ich Präser so angenehm finde. Das haut nicht hin.

 

MfG

Stanley

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Ich könnte mir halt vorstellen, dass das mit der Auferstehung zum Kernbereich gehört und das mit dem Präser nicht. Sozusagen Verstoß gegen das Parteiprogramm aber doch nicht gegen die Satzung. Dazu hätte ich gerne Erläuterungen.
Es gibt eine sog. Hierarchie der Wahrheiten - Details müsste ich raussuchen.

 

Auferstehung und Präservativ sind ohnehin nicht zu vergleichen, da es sich beim ersten um Glaubensgut handelt beim zweiten aber um ein Handeln im privaten Bereicht. Die Auferstehung ist sozusagen das Konstitutiv für die Kirche, die Verwendung des Präservativs stellt höchstens eine pers. Sünde des Benutzers dar. Sünder zu sein macht einen aber noch nicht zum Häretiker.

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Ich weiß nicht ob's hilft, aber in alten Katechismen findet man häufig die Erklärung

 

Glauben heißt nicht annehmen/vermuten sondern Gott glauben, was er offenbart hat (durch die Schrift und in der Tradition). D. h. der Gläubige ist eingeladen sich diesen Glaubensquellen zu öffnen und einen aktiven Glaubensakt zu setzen, daß er dieses Paket ganz oder teilweise für sich annimmt.

 

Himmel wie drückt man sowas in heutigem Deutsch aus???

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Franciscus non papa
bin ich ohne jede marienfrömmigkeit r.k.?

 

 

aber sicher, wieso sollte das zum kern des glaubensgutes gehören?

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bin ich ohne jede marienfrömmigkeit r.k.?
Was nennst Du Marienfrömmigkeit?

 

Die katholische Kirche kennt 5 Aussagen über Maria, die du als gewiss annehmen (akzeptieren) darfst und die dir helfen sollen göttliche und menschliche Seite Christi intensiver kennenzulernen.

 

Was Du daraus machst, ist Dein Bier.

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Ich könnte mir halt vorstellen, dass das mit der Auferstehung zum Kernbereich gehört und das mit dem Präser nicht. Sozusagen Verstoß gegen das Parteiprogramm aber doch nicht gegen die Satzung. Dazu hätte ich gerne Erläuterungen.

Der Kern ist das Credo. Daneben gibt es noch einige dogmatisierte Aussagen.

Bei all dem muss man aber letztlich immer im Auge behalten, was sie nun tatsächlich aussagen sollen.

Auf die "Hierarchie der Wahrheiten" wurde auch schon hingewiesen. (Vom Verfassungsgesetz abwärts....)

Was Marienfrömmigkeit wieder damit zu tun hat....

Das ist ein reines Verwirrspiel hier. ;)

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Sünder zu sein macht einen aber noch nicht zum Häretiker.

Aber vielleicht doch, eine Sünde zu begehen in der Überzeugung, dass es keine Sünde ist?

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