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Geschrieben
Am 18.3.2026 um 11:43 schrieb SteRo:

Wortlaut: Papst Leo bei seiner Generalaudienz

...

Weiter oben heißt es zum übernatürlichen Glaubenssinn:

Die Lehrkommission des Konzils präzisierte, dass dieser sensus fidei „wie eine Fähigkeit der ganzen Kirche ist, dank derer sie in ihrem Glauben die überlieferte Offenbarung erkennt, in Glaubensfragen zwischen Wahrem und Falschem unterscheidet und gleichzeitig tiefer in sie eindringt und sie vollständiger im Leben anwendet“ (vgl. Acta Synodalia, III/1, 199). Der Glaubenssinn gehört also den einzelnen Glaubenden nicht aus eigenem Recht, sondern als Glieder des Volkes Gottes in seiner Gesamtheit.

Der Glaubenssinn ist also eine kollektive übernatürliche Fähigkeit und kann nicht von Einzelnen für sich beansprucht werden!

Interessant auch, dass das Kollektiv in seinem Glauben die überlieferte Offenbarung erkennt. Was natürlich die Frage aufwirft, wie ein Kollektiv "Kirche" einen Glauben haben kann, wenn Glaube immer nur im einzelnen Mitglied des Kollektivs bestimmbar ist. Offenbar ist also der autorisiert niedergeschriebene Glaube gemeint. Dann aber ist es unmöglich im autorisiert niedergeschriebenen Glauben nicht die "überlieferte Offenbarung" zu erkennen, weil das eine das andere ist.

 

Was mir hier fehlt ... ja ich erkenne in der expliziten Formulierung der "Fähigkeit der ganzen Kirche ist, dank derer sie in ihrem Glauben die überlieferte Offenbarung erkennt" sogar einen Mangel dieser Formulierung. Warum? Weil lediglich "die überlieferte Offenbarung" zu erkennen ist nicht gleichbedeutend ist mit "die Offenbarung Gottes" zu erkennen. Es muss also ein kognitives Vermögen geben, welches in der überlieferten Offenbarung (der Tradition) tatsächlich auch Gottes Offenbarung erkennen kann, weil nur Gott alleine nicht irren kann, weil Er allwissend ist. Ich unterstelle hier, dass dies implizit auch so gemeint ist, weil ja der Glaubenssinn "übernatürlich" genannt wird. Andernfalls wäre die Konsequenz die Bestätigung des  protestantischen Vorurteils, dass sich die Katholiken bloß danach richten, was die Lehrautorität sagt, welche sich zwischen Gott und die Gläubigen schiebe.

 

Geschrieben

Wortlaut: Leo XIV. beim Angelus am 22. März

 

Auf dem Weg durch die Fastenzeit ist dies ein Zeichen, das vom Sieg Christi über den Tod und vom Geschenk des ewigen Lebens spricht, ... Jesus sagt heute auch zu uns, wie zu Marta, der Schwester des Lazarus: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben« (Joh 11,25-26).

Seine Gnade erleuchtet diese Welt, die ständig auf der Suche nach Neuem und nach Veränderung zu sein scheint, selbst wenn dies bedeutet, wichtige Dinge – Zeit, Energie, Werte, Zuneigung – zu opfern, als ob Ruhm, materieller Besitz, Vergnügungen und flüchtige Beziehungen unser Herz erfüllen oder uns unsterblich machen könnten.

Bedauerlicherweise ist da wieder diese stereotype Gegensatz: hie ewiges Leben. da "Ruhm, materieller Besitz, Vergnügungen und flüchtige Beziehungen" ... aber wer von denen, die nach "materieller Besitz, Vergnügungen und flüchtige Beziehungen" streben, will dadurch ewiges Leben oder Unsterblichkeit erlangen? Ich denke, keiner. Erfüllung in diesem Leben, ok, das mag was anderes sein. 

 

Dies ist ein Zeichen für das Verlangen nach Unendlichkeit, das jeder von uns in sich trägt, dessen Erfüllung jedoch nicht dem Vergänglichen anvertraut werden kann.

Trägt wirklich jeder ein Verlangen nach Unendlichkeit in sich? So wie hier geschrieben, müsste es sich ja um ein Verlangen nach Unendlichkeit des eigenen Selbst handeln. Also ich glaub nicht, dass es das trifft.

 

Nichts Endliches kann unseren inneren Durst stillen, denn wir sind auf Gott hin geschaffen, und wir finden keinen Frieden, solange wir nicht in ihm ruhen (vgl. Confessiones, I, 1.1).

Ein unbestimmter innerer Durst, der an der Begrenztheit allen Kreatürlichen leidet ... das scheint mir schon zutreffender. Egal, was man erwirbt, egal, was man Kreatürliches liebt ... immer diese Begrenztheit, diese "Schattenseiten", dieses letztendliche Nicht-Genügen oder Nichtentsprechen mit den eigenen idealisierenden Erwartungen und immer läuft irgendwas schief. Aber - und das muss man ehrlicherweise auch berücksichtigen - dieser Durst lässt sich vielleicht auch überwinden, und alle Erwartungen ablegen, wenn man zB den Buddhisten glauben will. Und da muss man sich dann schon ins Zeug hängen, um die Vorzüge des christlichen Glaubens glaubwürdig vertreten und die Falschheit des anderen Glaubens darlegen zu können. Ich würde sagen, es ist einfach eine Illusion zu glauben, dass sich die menschliche Natur (bzw Aspekte davon) überwinden lässt und dass das noch aus eigener Kraft (aus der Kraft dieser Natur also) funktionieren können sollte, ist fast schon lachhaft.

 

Die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus lädt uns also dazu ein, auf dieses tiefe Bedürfnis zu hören und mit der Kraft des Heiligen Geistes unsere Herzen von Gewohnheiten, Bedingtheiten und Denkweisen zu befreien, die uns wie Felsbrocken im Grab des Egoismus, des Materialismus, der Gewalt und der Oberflächlichkeit einschließen. An diesen Orten gibt es kein Leben, sondern nur Verwirrung, Unzufriedenheit und Einsamkeit.

Bezugnehmend auf das eben Gesagte, stellen sich bei "Gewohnheiten, Bedingtheiten und Denkweisen" die Fragen: 1. Gehören diese zur Natur des Menschen? Dann wenn ja, würde tatsächlich ein Wunder benötigt werden, um uns davon zu befreien. 2. Können wir uns aus eigener Kraft ("buddhistisch") davon befreien?

ad Frage 1: nein, denn es handelt sich nicht um substantielle, sondern um akzidentielle Eigenschaften.

ad Frage 2: das wird überhaupt nicht impliziert, denn es heißt ja "mit der Kraft des Heiligen Geistes". Aber könnten wir es ggf. aus eigener Kraft, da es sich ja nur um akzidentielle Eigenschaften handel? Ich denke für den Augenblick ja, aber ohne Gott, ohne den heiligen Geist, wäre man ja dann doch wieder auf sich selbst zurückgeworfen und man würde sich also im Kreise drehen (bzw. Sisyphos)

 

Geschrieben
vor 19 Stunden schrieb SteRo:

Wortlaut: Leo XIV. beim Angelus am 22. März

 

Dies ist ein Zeichen für das Verlangen nach Unendlichkeit, das jeder von uns in sich trägt, dessen Erfüllung jedoch nicht dem Vergänglichen anvertraut werden kann. ...

Nichts Endliches kann unseren inneren Durst stillen, denn wir sind auf Gott hin geschaffen, und wir finden keinen Frieden, solange wir nicht in ihm ruhen

Die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus lädt uns also dazu ein, auf dieses tiefe Bedürfnis zu hören und mit der Kraft des Heiligen Geistes unsere Herzen von Gewohnheiten, Bedingtheiten und Denkweisen zu befreien, die uns wie Felsbrocken im Grab des Egoismus, des Materialismus, der Gewalt und der Oberflächlichkeit einschließen. An diesen Orten gibt es kein Leben, sondern nur Verwirrung, Unzufriedenheit und Einsamkeit.

...

 

 

"Gewohnheiten, Bedingtheiten und Denkweisen"

"Gewohnheiten" sind Zustände wie sie Thomas beschreibt, "Bedingtheiten" ist hier eigentlich der Oberbegriff für alle üblen Einflüsse, äußere und innere (die wiederum Gewohnheiten und Denkweisen sind). Da die äußeren jedoch immer von unserer Auffassung/Bewertung abhängen, lassen sich diese auch auf die inneren Einflüsse zurückführen.

So kann man diese drei Begriffe also sehr gut zusammenfassen mit "Kognition", welche Wahrnehmung, Auffassung, Empfindung, Gefühl, Affekt, Schlussfolgerung etc etc umfasst.

 

Aber dass dieser "Durst", diese substantielle Eigenschaft der menschlichen Natur, mit ein "Verlangen nach Unendlichkeit" hinreichend beschrieben wäre, erscheint mir zweifelhaft.

Tatsächlich ist dieser "Durst" doch das Wollen des Vollkommenen und dass dieses Vollkommene Dauer/Permanenz habe. Die Menschen wollen doch die vollkommene Liebe erleben und dass diese ewig dauere. Tatsächlich stellen sie fest, dass nach dem Strohfeuer der Alltag kommt und man sogar noch an menschlichen Beziehungen mühsam "arbeiten" muss. Bringt man an einem Tag eine nahezuvollkommen Leistung, ist das nächste Scheitern schon vorgezeichnet. Und alles, was vollkommen erscheint, erscheint bei genauerem Hinsehen noch steigerungsfähig, verbesserungsfähig.

Dennoch, dieser "Durst" ist auch der Motor für Fortschritt in Wissenschaft und Technik, ist die Quelle der Schöpfungskraft des Menschen, denn als nach dem Bilde Gottes geschaffen, kann der Mensch auch Schöpfer sein (wenn er auch nichts aus nichts schaffen kann wie Gott es kann).

 

Lediglich unsere üble Kognition kann uns also "im Grab des Egoismus, des Materialismus, der Gewalt und der Oberflächlichkeit einschließen" und uns damit von vornherein nicht nur begrenzen und Vervollkommnung verhindern, sondern uns im Übel wie in einem Grab einsperren. Wobei ich nicht von einem "Grab des Egoismus" sprechen würde, sondern von einem 'Grab des Egozentrismus' dem die unbegrenzte Weite des Theozentrismus gegenübersteht. Denn wenn das Allerhöchste Gut, das Raum und Zeit Jenseitige, das ohne Anfang und ohne Ende, im "Zentrum" der eigenen Kognition steht (und nicht "ich", "mir", "mein"), dann muss sich diese Kognition notwendigerweise ebenso weiten und die Dimension dieses Weit-Werdens ist notwendigerweise ohne Begrenzung. Und da der Mensch gar nicht anders kann als das Allerhöchste Gut (das Vollkommenste unter allen Vollkommenheiten) zu lieben, wächst notwendigerweise auch diese Liebe immer weiter, weil sich der Geliebte durch keine noch so große Liebe eingrenzen lässt, ist Er doch jenseits von Raum und Zeit und ohne Anfang und ohne Ende.

 

Geschrieben (bearbeitet)

Generalaudienz am 25.3.2026: Die Katechese im Wortlaut

 

Das Konzil lehrt, dass die hierarchische Struktur kein menschliches Konstrukt ist, das der inneren Organisation der Kirche als gesellschaftlichem Körper dient (vgl. LG, 8), sondern eine göttliche Einrichtung,

Am 18.3.2026 um 11:43 schrieb SteRo:

Wortlaut: Papst Leo bei seiner Generalaudienz

...

Aus dieser Einheit, die das kirchliche Lehramt bewahrt, ...

Das kirchliche Lehramt spricht also für "alle Bischöfe bis zu den letzten gläubigen Laien" und macht also den übernatürlichen Glaubenssinn [des gesamten Glaubensvolkes] kund! Das Reich Gottes, sofern es als (noch unvollkommen) etabliert in menschlich-kreatürlichen Strukturen des Diesseits angenommen wird, ist also streng hierarchisch - im absolutistischen Sinne - "von Gott gegeben" organisiert. 

 

 

das „dienende oder hierarchische Priestertum“, das sich „wesentlich und nicht nur dem Grad nach“ vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheidet,

 

Mit dem Adjektiv „hierarchisch“ will das Konzil daher den heiligen Ursprung ... aufzeigen.

 

In dieser Optik sei das Amt, das in der Kirche den Geweihten anvertraut werde, ein Dienst. Unausgesprochen hieß das: Es geht beim Priester- und Bischofsamt, und bei der Hierarchie überhaupt, nicht um Macht. („Hierarchische Struktur der Kirche ist kein menschliches Konstrukt“)

 

Dass es bei den priesterlichen Ämtern um Dienen und nicht um Macht gehe wird allerdings in der Praxis ebensowenig valide bestimmbar sein wie es auch nicht valide bestimmbar ist, ob angesichts einer derartigen Organisation als "göttlichen Einrichtung" (von Gott gegeben) die Gläubigen (bloß) tun und glauben "was die Kirche sagt" oder ob sie tun und glauben, was Gott offenbart hat. Denn die, die sagen und präsentieren, was Gott offenbart hat, haben ja aufgrund "göttlicher Einrichtung" das Sagen. Eine Divergenz zwischen Gottes Offenbarung und dem Sagen des amtlichen Priestertums anzunehmen käme einem Zweifel an der göttlichen Verfassung der Kirche gleich.

Meine oben geäußertes Bedenken ...

Am 21.3.2026 um 12:24 schrieb SteRo:

 

Was mir hier fehlt ... ja ich erkenne in der expliziten Formulierung der "Fähigkeit der ganzen Kirche ist, dank derer sie in ihrem Glauben die überlieferte Offenbarung erkennt" sogar einen Mangel dieser Formulierung. Warum? Weil lediglich "die überlieferte Offenbarung" zu erkennen ist nicht gleichbedeutend ist mit "die Offenbarung Gottes" zu erkennen. Es muss also ein kognitives Vermögen geben, welches in der überlieferten Offenbarung (der Tradition) tatsächlich auch Gottes Offenbarung erkennen kann, weil nur Gott alleine nicht irren kann, weil Er allwissend ist. Ich unterstelle hier, dass dies implizit auch so gemeint ist, weil ja der Glaubenssinn "übernatürlich" genannt wird. Andernfalls wäre die Konsequenz die Bestätigung des  protestantischen Vorurteils, dass sich die Katholiken bloß danach richten, was die Lehrautorität sagt, welche sich zwischen Gott und die Gläubigen schiebe.

 

... entbehrt also aus der Selbstsicht des Kirchenamtes jeglicher Grundlage, wonach das Wort des amtlichen Priestertums tatsächlich nur das Wort Gottes sein kann.

 

 

 

bearbeitet von SteRo
Geschrieben

Ich finde es wirklich faszinierend, wenn der idealisierenden spekulativen Vernunft die Beschreibung tatsächlicher Existenz überlassen wird.

Geschrieben
vor 28 Minuten schrieb SteRo:

Das Konzil lehrt, dass die hierarchische Struktur kein menschliches Konstrukt ist, das der inneren Organisation der Kirche als gesellschaftlichem Körper dient (vgl. LG, 8), sondern eine göttliche Einrichtung

Und das hat man denen 1964 noch abgenommen?

Geschrieben

Dazu (nicht zum Brief des Papstes) sondern zur Einsetzung als solcher ein Bild.

Geschrieben (bearbeitet)

Mich erinnert ja diese Selbstdarstellung der Kirche aus der Perspektive des Kirchenamtes sehr an die Selbstdarstellung des Mose in seinen Büchern. Wie Mose alles, aber wirklich alles, das er in seiner Personalunion von Exekutive, Legislative und Judikative seinen Leuten erzählt (und befohlen) hat, implizit damit begründet hat, dass all dies Gott selbst zu ihm gesprochen habe bzw ihm aufgetragen habe, seinen Leuten zu sagen, so stellt das Kirchenamt die hierarchische Struktur der Kirche und die damit verbunden Funktionen innerhalb der Kirche als gottgewollt und also unfehlbar dar.

In beiden Fällen haben wir eine Selbstermächtigung bzw Selbstrechtfertigung unter Berufung auf Gott gegenüber einem Kollektiv, das in Realität sehr schwer zu bändigen ist und zur Anarchie neigt.

In beiden Fällen käme wohl ein "Nach reiflicher Überlegung will ich [wollen wir] euch Folgendes mitteilen ..." nicht wirklich überzeugend an bei den Aufsässigen und Streitlustigen, denn überlegen kann ja jeder und kommt dabei aber u.U. zu anderen Ergebnissen. Aber wenn's von der Autorität Gott kommt, wer wollte da offen widersprechen oder gar Aufruhr initiieren?

 

Derweil beruht beides, die beanspruchte Autorität des Einzelnen Mose als auch die beanspruchte Autorität des Kirchenamtes auf den Naturgesetzlichkeiten, welche bei der Führung von Kollektiven wirken und welche deshalb mit der Erschaffung der Welt miterschaffen wurden. Auch der Widerstand oder Aufruhr von Individuen gegen die Naturgesetzlichkeiten, welche die Führung von Kollektiven bewirken, beruht auf geschaffenen Naturgesetzlichkeiten. Das Problem ist nun die Einsicht der natürlichen Vernunft in die Notwendigkeit der Führung von Kollektiven zu einem bestimmten Zweck, eine Einsicht welche vorrangig vom freien Willen Einzelner abhängt. Diese Einsicht lässt sich nicht erzwingen. Wohl kann man aber versuchen die Uneinsichtigen durch Berufung auf Gott von offenem Aufruhr abzuhalten. Auch letzteres beruht auf den Naturgesetzlichkeiten, die die Führung eines "Gottesvolkes" oder einer Glaubensgemeinschaft erst ermöglichen. Aber: Ist die Einsicht in die Notwendigkeit einer hierarchischen Führung erst vorhanden, dann ist das Argument "gottgewollt" oder "Der HERR hat's gesagt" verzichtbar und tut nichts zur Sache. Da die natürliche Vernunft aber zu dieser Einsicht gelangen kann, ist die Hierarchie auch ein natürliches ("menschliches") Konstrukt - selbst dann, wenn man postuliert, dass die natürliche Vernunft ohne die übernatürlich mitwirkende Gnade nicht zu dieser Einsicht gelangen könne.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben
vor 17 Stunden schrieb rorro:

 

Manche Katholiken regen sich schon darüber auf. Dabei ist das ein Brief normalster Höflichkeit, der keinerlei theologische Anerkennungen der Weiheämter oder ähnliches enthält. 

 

Sturm im Wasserglas.

Was vermutlich kaum jemandem auffällt: die Weihe war am 25.03., das Schreiben ist auf den 20.03. datiert, mit der üblichen Nennung des Tagesheiligen.

Und das ist am 20.03. der heilige Cuthbert von Lindisfarne, den außerhalb Englands wahrscheinlich kaum einer kennt, der in der englischen Kirche (auch der anglikanischen) aber  eine ziemliche Verehrung genießt.

Und er ist bekannt dafür, als ursprünglich starker Anhänger der iroschottischen Kirche sich schließlich dem Beschluss der Synode von Whitby gebeugt und der lateinischen Kirche angeschlossen zu haben.

 

Werner

Geschrieben

„Die Leere nicht mit materiellen Dingen füllen“

 

Papst Leo XIV. hat junge Menschen im Fürstentum Monaco dazu aufgerufen, die innere Leere „nicht mit materiellen und vergänglichen Dingen zu füllen – auch nicht mit der virtuellen Zustimmung Tausender von likes“.

 

Schade dass die Überschrift mal wieder irreführend verkürzt auf "materielle Dinge", obgleich darunter steht "materiellen und vergängliche Dingen". Denn vergängliche Dinge sind eben nicht nur materieller sondern eben auch geistiger Natur. Und so müsste in der Überschrift - wenn man denn schon verkürzen will auf eines - eigentlich stehen "Die Leere nicht mit vergänglichen Dingen füllen“. Dies läuft daraus hinaus, dass man die Leere mit Unvergänglichem füllen kann.

Aber was gibt es an Unvergänglichem? Die Seele - was aber keinen Sinn macht, weil die Leere ja in der Seele ist. Gott - wie aber kann Gott die Leere der Seele füllen und damit vertreiben? Vielleicht indem man zunächst erkennt, dass Gott selbst für uns notwendigerweise notionale Leere (ein Schweigen des begrifflichen Denkens) ist und dass die Hypostase, die "Vater" genannt wird, selbst Leere, weil ursprungslos, ist. Aber das hilft nicht wirklich weiter, weil die Leere von der im Titel die Rede ist, ja keine notionale oder ontologische Leere ist, sondern ein konditionierter Affekt, eine emotionale Leere also und diese deshalb selbst notwendigerweise vergänglich ist. Man muss also gar nichts tun, weil vergeht, was vergänglich ist.

 

Und während man also nichts tut, könnte hilfreich sein, zu erkennen, dass die ursprunglose ontologische Leere "des Vaters" ja nie alleine war, sondern immer schon das Wort (den "Sohn") an seiner Seite hatte und mit ihm, wie es mit ihm, immer schon in Liebe (dem "heiligen Geist"), verbunden war. Und der, der sich emotional leer fühlt, der ist nach dem Bilde dieser Dreifaltigkeit geschaffen, welche unvergänglich ist, trägt also das Heilmittel gegen seine Leere bereits in sich. Dieses Erkennen setzt aber notwengerweise Nichtstun voraus, weil jegliches Tun bloß wieder Vergängliches hervorbringt, das den Blick auf die eigene Dreifaltigkeit vernebelt. Am Grunde des Nichtstuns lässt sich ganz deutlich diese ontologische Leere ausmachen, die simultan mit etwas aus ihr, der Leere, ist, ein etwas, welches Liebe zu sich selbst hervorbringt und Liebe zu ihm, der Quelle des etwas.

 

 

 

Geschrieben (bearbeitet)

Persönliches Treffen ab einer halben Million Euro - Privataudienz gegen Geld: Spaniens Bischöfe sammeln für Papstbesuch

 

Wenn der Papst reist, ist das für seine Gastgeber mit hohen Kosten verbunden. In Spanien soll es daher ein exklusives Fundraising-Programm geben: Wer viel zahlt, soll sich exklusive Treffen mit Leo XIV. kaufen können.

 

Der Papstbesuch in Spanien soll mit Spenden finanziert werden – und besonders generösen Spendern werden anscheinend exklusive Begegnungen mit Papst Leo XIV. zugesichert. Das geht aus Unterlagen der Spanischen Bischofskonferenz hervor, die dem Online-Magazin "Crux Now" vorliegen.

 

Money makes the world go round

bearbeitet von SteRo
Geschrieben (bearbeitet)

Chrisammesse: Die Predigt im Wortlaut

 

Die Sendung der Christen ist dieselbe wie die Sendung Jesu, nicht eine andere.

Da sollte man jetzt wissen, was er unter "Sendung" versteht.

 

»Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch« (Joh 20,21).

Wenn das Losschicken als solches das Wesen der "Sendung" ist, dann fällt darunter auch, wenn ich jemanden zum Einkaufen schicke. Wenn aber "Sendung" beinhaltet, sowohl das Losschicken als auch den Zweck und das Ziel des Losschickens, dann kann die Aussage "Die Sendung der Christen ist dieselbe wie die Sendung Jesu, nicht eine andere." nicht wahr sein.

 

An ihr [Anm.: der "Sendung"] hat ein jeder gemäß seiner Berufung und in einem ganz persönlichen Gehorsam gegenüber der Stimme des Heiligen Geistes Anteil, ...

Da stecken jetzt 3 individualisierende Faktoren drin: 1. Berufung (die niemals gleich ist bei allen Menschen) und 2. der ganz persönliche Gehorsam und 3. die Stimme des Heiligen Geistes (die vermutlich nicht gleich sein wird bei allen Menschen). Ich vermute jedoch, dass der Leo glaubt zu wissen, was der Heiligen Geist den Menschen eingibt, vermutlich glaubt er "allen das gleiche (von welchem ich Kenntnis habe)" und dass er (als "unfehlbar") das auch sicher wissen würde (siehe seine Katechese zu LG).

 

... niemals jedoch ohne die anderen, niemals darf es zur Vernachlässigung oder zum Zerbrechen der Gemeinschaft kommen!

Das muss sich aber die römisch-katholische Glaubensgemeinschaft hinter die Ohren schreiben! Es sei denn es ist hier nur von dieser die Rede, was ein Zerbrechen bereits etablieren würde.

 

Als Bischöfe und Priester, die wir nun unsere Gelübde erneuern, stehen wir im Dienst eines missionarischen Volkes. Wir sind zusammen mit allen Getauften der Leib Christi, gesalbt von seinem Geist der Freiheit und des Trostes, der Prophetie und der Einheit.

"eines missionarischen Volkes" und "Leib Christi" ... das muss sich nicht auf die römisch-katholische Glaubensgemeinschaft beziehen, denn die Bischöfe und Priester können sich durchaus überkonfessionall in den Dienst aller Christen stellen, so lange sie da keine grenzverletztenden Ansprüche ableiten. Aber dem Leo war ja bereits wichtig (s.o.), dass es um Dienen nicht um Macht gehe.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben

Wortlaut: Predigt von Papst Leo XIV. bei der Messe In Coena Domini

 

Diese Worte von Papst Benedikt XVI. stellen hellsichtig fest, dass wir stets versucht sind, einen Gott zu suchen, der „uns dient“, der uns zum Sieg verhilft, der nützlich ist wie Geld und Macht. Wir verstehen hingegen nicht, dass Gott uns wirklich dient, ja, und zwar durch die selbstlose und demütige Geste der Fußwaschung.

 

Das isr wirklich faszinierend: Das Dogma von den zwei Naturen "in" einer göttlichen Person erlaubt es uns tatsächlich so zu reden ... vom vermeintlich dienenden Gott, der Füße wäscht. Derweil ist es die Menschennatur, ohne die dieses dienende Füßewaschen gar nicht möglich wäre, denn die Gottesnatur will tatsächlich und soll auch gerechterweise von Menschen "bedient", verehrt und geliebt werden.

Geschrieben

Franziskus hatte Brauch an Laien vollzogen - Papst Leo XIV. wäscht zwölf Priestern die Füße

 

Papst Leo XIV. hat am Gründonnerstag Priestern die Füße gewaschen. Er kehrt damit zu einer früheren Form des Brauchs zurück. Sein Vorgänger Franziskus hatte diesen an Migranten und Strafgefangenen vollzogen.

 

Vielleicht ein weiteres Zeichen des restaurativen Charakters der Amtszeit Leos? Passt zu seiner LG Katechese.

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