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Julius

[UMT: Julius] Von Holzwegen und Stolpersteinen

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Julius
Am 1.3.2018 um 17:45 schrieb Alfons:

Man hat sie dort absichtlich verhungern lassen.

 

Ja, "E-Kost" (steht für Entzugs-Kost) war eine "Erfindung" von Valentin Faltlhauser, seit 1929 Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren. Mit dem „Hungerkosterlaß“ vom 30.11.1942 an die Leiter der bayerischen Heil- und Pflegeanstalten tat sich das bayerische Innenministerium mit einem "Sonderweg" in der (mehr oder weniger verdeckten) Fortsetzung der "Aktion T4" hervor, die nach den Protesten des Münsteraner Bischofs von Galen offiiziell eingestellt worden war. Im Unterschied zur "Aktion T4" wurden nun die Patiententötungen in bayerischer Selbstverantwortung fortgesetzt, die Selektion der zu tötenden Patienten lag jetzt in den Händen der Anstaltsdirektoren. Insbesondere betroffen waren davon ca. 3000 Patienten (ich finde die Quelle für diese Zahl jetzt gerade nicht mehr wieder), die im Rahmen der sog. "Aktion Brandt" aus nördlicheren Bundesländern nach Bayern verlegt worden waren. "Die Sterblichkeitsrate stieg" nach Einführen der Hungerkost "in Kaufbeuren um 300%, in Irsee um 43 %. Die vergleichsweise niedrigere Rate in Irsee ist auf das Engagement von Schwestern und Pflegern zurückzuführen, die aus ethischen Gründen die Anweisungen nicht umsetzten." (Quelle: Historie des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren).
Den Morden in Kaufbeuren-Irsee wurde durch das Kriegsende noch kein Ende gesetzt: "Ende April besetzten amerikanische Truppen Kaufbeuren, griffen aber noch nicht in die Vorgänge der Anstalt ein. Erst am 1. Juli 1945 gelangten die Gerüchte über die Kindestötungen bis zur militärischen Dienststelle durch, woraufhin drei Soldaten und ein Fotograf in die Anstalt eindrangen und das Töten beendeten."

 

 

bearbeitet von Julius

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Julius

Gewitter - Sturm - und jetzt heftiger Regen: Heute abend hat Sukkot, das Laubhüttenfest, begonnen.

In der jungen jüdischen Gemeinde in Rottweil wurde schon vor Tagen eifrig und unter der Anleitung des aus Heidelberg angereisten Interim-Rabbiners an der Succah gebaut. Rechtzeitig ist sie fertig geworden, hoffentlich hält sie dem gerade losgebrochenen Unwetter stand.

 

Gelegenheit, um an die Succah aus Baisingen zu erinnern (vermutlich gehörte sie der Familie des jüdischen Metzgers von Baisingen). Nach Jahrzehnten, in denen sie einem Imker als Unterstand für seine Bienenvölker und dann als Hühner- und Entenstall gedient hatte (und deswegen erhalten geblieben ist), wurde sie sorgsam von einer Spezialfirma für die Sanierung von altem Holz restauriert und wird nun alljährlich zu Sukkot in der Synagoge zu Baisingen (heute ein Ortsteil von Rottenburg) ausgestellt.

 

 

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Julius

Die Baisinger Sukkah steht zur Zeit als Leihgabe und denkmalgeschütztes, bewegliches Kulturerbe in der Sonderausstellung "Jüdisches Leben im ländlichen Baden-Württemberg"  (sie dauert noch bis zum 4. November) des Freilichtmuseums Beuren (in der Nähe von Nürtingen gelegen).

 

(Die Ausstellung ist Teil eines Gemeinschaftsprojekts der sieben baden-württembergischen Freilichtmuseen  „Anders.Anders?- Ausgrenzung und Integration auf dem Land“)

 

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Julius

Bissingen an der Teck ist eine Gemeinde mit (heute) knapp dreieinhalbtausend Einwohnern im Landkreis Esslingen. Alt-württembergisch, daher seit der Reformation rein protestantisch, haben sich in Bissingen auch nach 1803 nie jüdische Familien niedergelassen - Wilhelm Weißburger kam als Knecht nach Bissingen.

Über das Schicksal von Wilhelm Weißburger, der als getaufter und konfirmierter evangelischer Christ in Bissingen lebte, wird jedoch in Kürze im Rahmen der Veranstaltungen zur Sonderausstellung im Freilichtmuseum Beuren berichtet. Er war als junger Mann aus Kochendorf, heute ein Ortsteil von Bad Friedrichshall im Landkreis Heilbronn, nach Bissingen zugezogen, einem nicht-württembergischen Flecken, dessen Herrschaften des öfteren wechselten, und in dem seit dem 16.Jahrhundert nachweislich Juden lebten.

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Der Neugierige

Das vermittelt einen fast schon paradiesischen Eindruck.

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gouvernante
vor 12 Minuten schrieb Der Neugierige:

Das vermittelt einen fast schon paradiesischen Eindruck.

Ich halte das in kleinen Nachbarschaften, wo sich Menschen kennen und schätzen, für nicht unmöglich. Skalierbar ist es vermutlich nicht.

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elad
vor 10 Stunden schrieb gouvernante:

Ich halte das in kleinen Nachbarschaften, wo sich Menschen kennen und schätzen, für nicht unmöglich. Skalierbar ist es vermutlich nicht.

vor ca. 2 wochen habe ich ein langes radiointerview mit arabischen israelis gehoert, die ihre situation kommentiert haben.

unter dem strich: die arabische gesellschaft macht eine beschleunigte "israelisation" durch, die jungen sind nicht mehr bereit sich der gesellschaftlichen konrolle der grossfamilien zu unterwerfen. in tel aviv und umgebung leben angeblich bereits ueber 160000 arabische jugendliche mit uni-abschluss, die in israelischen firmen arbeiten. jeder 3 einwohner von nazrareth-elit (neben nazareth) ist heute araber, der nazareth verlassen hat. je gemischter desto besser. dann merkt jede seite, dass die andere seite ganz aehnliche probleme hat

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elad
vor 10 Stunden schrieb Der Neugierige:

Das vermittelt einen fast schon paradiesischen Eindruck.

wir leben wirklich in einem kleinen paradies.

unser nachbardoerfchen, mit dem wir demnachst 50 jahre gemeinsame verwaltung feiern, macht's seit jahrhunderten vor: christen aller richtungen, moslems, drusen, tscherkessen, 2 bahaji-familien, alle leben seit jahrhunderten  in frieden miteinander.

bis die ersten wohnungen in unserem staedtchen gebaut wurden, leben wir neueinwanderer ca. 3 jahre in zelten. ich kann mich nicht an ein einziges schlechtes wort, an streit mit unseren nachbarn erinnern. im gegenteil. im winter 1950-1951, als unsere zelte unter wasser stenden, haben viele familien, egal welchen glaubens, einwanderer zeitweise bei sich aufgenommen. wir kinder wurden im keller des leinen kloesterchens einquartiert. ich kann mich bis heute an die "shabatt-Schokoladen-kekse" der nonnen erinnern.

als bei uns die ersten viertel geplant wurden, wurde das nachbardoerfchen in die planung einbezogen. die dortigen haeuser standen monatelang auf pfaehlen, waehrend die wasser- und stromleitungen verlegt wurden.

 

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Alfons

Heute Mittag habe ich - sozusagen als Ersatz-Demnig - einen Stolperstein verlegt, der an einen von den Nazis im KZ-Lager Sandbostel ermordeten Gewerkschafter erinnert. Den ursprünglich verlegten Gedenkstein hatten Bauarbeiter bei der Erneuerung des Bürgersteigs weggeworfen. :wacko:

 

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Alfons

Happy Chanukah!
Freunde aus Israel haben mir heute diesen Film geschickt, ich habe ihn dann auch im Internet gefunden.
Ich möchte das mit euch teilen.

 

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Julius
vor einer Stunde schrieb Alfons:

Happy Chanukah!
Freunde aus Israel haben mir heute diesen Film geschickt, ich habe ihn dann auch im Internet gefunden.
Ich möchte das mit euch teilen.

 

 

Danke. Den Film kannte ich noch nicht. Und für alle jene, die sich schwer tun, die Geschichte in Englisch zu verstehen, noch eine kurze deutsche Zusammenfassung.

 

bearbeitet von Julius

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