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Gibt es ein Leben nach dem Tod?


Wanderin

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La vida no es lo que uno vivió, sino lo que uno recuerda y cómo lo recuerda para contarla (Cien años de soledad - Gabriel García Márquez) - Das Leben ist nicht, was man gelebt hat, sondern woran man sich erinnert und wie man sich erinnert es zu erzaehlen. Das ist magischer Realismus.

Tut das nicht jeder - wenn auch vielleicht nicht so gekonnt? ;)

 

Hä? Versteh ich nicht... Was tut jeder? In den Satz kommt doch gar kein tun vor, das ist doch nur eine bestimmte Sicht auf das Leben. Oder versteh ich das jetzt irgendwie ganz falsch?

Ich habe mich wohl unklar ausgedrückt. Unser Leben ist das, woran wir uns erinnern. Jeder von uns "aktualisiert" nachträglich seine Erinnerungen, um sie mit dem eigenen Selbstmodell verträglich zu halten. Zum Teil ist das übrigens ein Prozeß, der uns gar nicht bewußt ist. Jedes sich erinnern ist immer auch ein verändern.

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Ich habe mich wohl unklar ausgedrückt.

Danke fürs genauere Erläutern. :) Jetzt muss ich aber nochmal fragen...

 

Unser Leben ist das, woran wir uns erinnern.

Das wundert mich jetzt doch ein bisschen, dass du das so siehst. :unsure: Was ist mit den Dingen, die in unserem Leben passiert sind, an die wir uns aber nicht erinnern? Zählst du das dann nicht zum "Leben"? Wenn nicht wozu dann? Definierst du Leben so, dass Leben nicht das ist, was tatsächlich passiert, sondern nur das, woran wir uns erinnern?

 

Jeder von uns "aktualisiert" nachträglich seine Erinnerungen, um sie mit dem eigenen Selbstmodell verträglich zu halten. Zum Teil ist das übrigens ein Prozeß, der uns gar nicht bewußt ist. Jedes sich erinnern ist immer auch ein verändern.

Hm. Ob man seine Erinnerungen deshalb aktualisiert, um sie "mit dem eigenen Selbstmodell verträglich zu halten", da bin ich mir nicht ganz sicher.... Hast du vielleicht ein Beispiel, wie du das meinst? Dass jedes sich erinnern auch ein verändern ist, ist natürlich klar.

 

PS: Vielleicht kriegen wir ja die Kurve vom Leben als das, an was wir uns erinnern, zum "ewigen Leben", damit wir nicht ganz OT sind. :blush:

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Ich habe mich wohl unklar ausgedrückt.

Danke fürs genauere Erläutern. :) Jetzt muss ich aber nochmal fragen...

Nur zu!

Unser Leben ist das, woran wir uns erinnern.

Das wundert mich jetzt doch ein bisschen, dass du das so siehst. :unsure: Was ist mit den Dingen, die in unserem Leben passiert sind, an die wir uns aber nicht erinnern? Zählst du das dann nicht zum "Leben"? Wenn nicht wozu dann? Definierst du Leben so, dass Leben nicht das ist, was tatsächlich passiert, sondern nur das, woran wir uns erinnern?

Wieder eine schlampige Formulierung meinerseits. Unsere Vorstellung von unserem Leben ist das, woran wir uns erinnern, und das ist nicht das, was wirklich passiert ist. Diese Vorstellung ist nicht einfach eine statische, geschönte und vereinfachte Version der Wirklichkeit, sondern etwas, was sich dynamisch mit unserem Ich verändert. Schön kann man das an Fotos aus der eigenen Vergangenheit zeigen, bei denen mit der Zeit der Inhalt des Fotos die eigene Erinnerung ergänzt oder sogar ersetzt, sodaß man sich am Ende an das Bild auf dem Foto erinnert, nicht an die Begebenheit selbst. Funktioniert übrigens auch mit Fotos von vollkommen fiktiven Ereignissen.

 

Jeder von uns "aktualisiert" nachträglich seine Erinnerungen, um sie mit dem eigenen Selbstmodell verträglich zu halten. Zum Teil ist das übrigens ein Prozeß, der uns gar nicht bewußt ist. Jedes sich erinnern ist immer auch ein verändern.

Hm. Ob man seine Erinnerungen deshalb aktualisiert, um sie "mit dem eigenen Selbstmodell verträglich zu halten", da bin ich mir nicht ganz sicher.... Hast du vielleicht ein Beispiel, wie du das meinst? Dass jedes sich erinnern auch ein verändern ist, ist natürlich klar.

Ich meine, daß es bei Quarks & Co. (3. Prog. WDR) mal eine Sendung darüber gab. Wir machen in unserem Leben Erfahrungen (vor allem unbewußt), und ihnen entsprechend handeln wir. Manche unserer früheren Handlungen passen dann auf einmal nicht mehr. Was auch kein Wunder ist, denn ein stabiles Ich gibt es nicht. Das, was wir als Ich empfinden, ist realiter ein Entwicklungsprozeß und ich habe mit dem Ich von mir als Kind kaum etwas gemein, außer eben der Tatsache, daß ich mich aus ihm entwickelt habe. Da wir aber emotional darauf angelegt sind, ein konsistentes Selbstmodell zu haben, erzeugt unser Unterbewußtsein die Illusion eines stabilen Ichs, und dazu braucht es gewisse "Harmonisierungen" dieser Entwicklung. Man kann versuchen, dagegen anzugehen, zB durch ein pinibles Tagebuch, aber ob man dadurch ein glücklicherer Mensch wird? :D

 

PS: Vielleicht kriegen wir ja die Kurve vom Leben als das, an was wir uns erinnern, zum "ewigen Leben", damit wir nicht ganz OT sind. :blush:

Nun, wenn wir schon im Laufe unseres Lebens nicht dieselben bleiben, eher ein Abfolge verschiedener Ichs sind, es also schon im Leben nichts unveränderliches gibt, woher soll dann ein "ewiges" Leben kommen?

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