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Tradition und Lehramt


Udalricus

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Franciscus non papa

ja, nur weiss ich halt grade nicht wo es genau steht...

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ich erinnere, daß irgendwo steht, 200 Jahre, kann das aber auf der Stelle nicht verifizieren.

 

Bei uns im Ort hieß es immer, alles, was zum dritten Mal stattgefunden habe, sei nun Tradition... :D

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ich erinnere, daß irgendwo steht, 200 Jahre, kann das aber auf der Stelle nicht verifizieren.

Trient, der Eigenritus der Kartäuser? (Eigenriten, die zumindest 200 Jahre alt sind können bleiben?)

Ja, bei Riten gilt das so. Es gibt aber auch allgemeines Gewohnheitsrecht im CIC (cann. 23-28), und dort gilt für gewöhnlich 30 Jahre als Gewohnheit. Für über 100-jähriges Gewohnheitsrecht gilt sogar, dass es durch ein Gesetz nur dann abgeschafft wird, wenn dies ausdrücklich erwähnt wird (can. 28). bearbeitet von Udalricus
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Auf jeden Fall zu kurz, um eine echte "Tradition" zu bilden.

Was für ein Zeit-Minimum gibt es, damit etwas "echte Tradition" genannt werden darf?

So aus dem Bauch heraus, würde ich sagen, eine menschliche Generation, also etwa 30 Jahre.

Gibt es nicht irgendwo im Kirchenrecht einen Passus, daß Dinge, die seit 30 Jahren laufen (Tradition) auch weiterlaufen dürfen, wenn sie anderen Regelungen widersprechen? (Chryso?)

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Auf jeden Fall zu kurz, um eine echte "Tradition" zu bilden.

Was für ein Zeit-Minimum gibt es, damit etwas "echte Tradition" genannt werden darf?

So aus dem Bauch heraus, würde ich sagen, eine menschliche Generation, also etwa 30 Jahre.

Gibt es nicht irgendwo im Kirchenrecht einen Passus, daß Dinge, die seit 30 Jahren laufen (Tradition) auch weiterlaufen dürfen, wenn sie anderen Regelungen widersprechen? (Chryso?)

 

Meiner Erinnerung nach galt die Regelung mit den 30 Jahren im alten CIC (also bis 1983) nur für Dinge, die sich "praeter legem" eingenistet hatten, also nix mit "widersprechen". Es kann aber sein, dass das 1983 anders geregelt wurde. ich habe aber gerade keine Zeit, das nachzuprüfen.

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ja, nur weiss ich halt grade nicht wo es genau steht...

Bulle "Quo Primum" (Pius V. 1570)

 

Deutscher Text auf der Website der Piusse :D

bearbeitet von Edith1
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Franciscus non papa

smile, klar, die Piusse sind ja Spezialisten in Sachen Tradition.

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smile, klar, die Piusse sind ja Spezialisten in Sachen Tradition.

Also, ich habe ja zuerst beim Institut für Musikwissenschaften der Uni Wien gesucht; die erzählten mir auch viel Kluges, aber hiezu nur "dass", nicht "wo".

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Meiner Erinnerung nach galt die Regelung mit den 30 Jahren im alten CIC (also bis 1983) nur für Dinge, die sich "praeter legem" eingenistet hatten, also nix mit "widersprechen". Es kann aber sein, dass das 1983 anders geregelt wurde. ich habe aber gerade keine Zeit, das nachzuprüfen.

Bitteschön:

 

Can. 23 — Nur die durch eine Gemeinschaft von Gläubigen eingeführte Gewohnheit, die vom Gesetzgeber genehmigt worden ist, hat die Kraft eines Gesetzes, nach Maßgabe der folgenden Canones.

 

Can. 24 — § 1. Keine Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes erlangen, die dem göttlichen Recht zuwiderläuft.

 

§ 2. Eine widergesetzliche oder außergesetzliche Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes nur erlangen, wenn sie vernünftig ist; eine Gewohnheit aber, die im Recht ausdrücklich verworfen wird, ist nicht vernünftig.

 

Can. 25 — Keine Gewohnheit erlangt die Kraft eines Gesetzes, wenn sie nicht von einer wenigstens passiv gesetzesfähigen Gemeinschaft mit der Absicht, Recht einzuführen, geübt wurde.

 

Can. 26 — Falls sie nicht von dem zuständigen Gesetzgeber besonders gebilligt wurde, erlangt eine dem geltenden kanonischen Recht widersprechende oder eine außergesetzliche Gewohnheit nur dann die Kraft eines Gesetzes, wenn sie rechtmäßig dreißig ununterbrochene und volle Jahre hindurch geübt wurde; gegen ein kanonisches Gesetz aber, das eine Klausel enthält, die zukünftige Gewohnheiten verbietet, kann allein eine hundertjährige oder unvordenkliche Gewohnheit Geltung erlangen.

 

Can. 27 — Die Gewohnheit ist die beste Auslegerin der Gesetze.

 

Can. 28 — Unbeschadet der Vorschrift des can. 5 wird ein widergesetzliches oder ein außergesetzliches Gewohnheitsrecht durch ein entgegengesetztes Gewohnheitsrecht oder Gesetz widerrufen; jedoch widerruft, falls das Gesetz dies nicht ausdrücklich erwähnt, ein Gesetz nicht hundertjähriges oder unvordenkliches Gewohnheitsrecht und ein allgemeines Gesetz kein partikulares Gewohnheitsrecht.

Quelle

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Meiner Erinnerung nach galt die Regelung mit den 30 Jahren im alten CIC (also bis 1983) nur für Dinge, die sich "praeter legem" eingenistet hatten, also nix mit "widersprechen". Es kann aber sein, dass das 1983 anders geregelt wurde. ich habe aber gerade keine Zeit, das nachzuprüfen.

Bitteschön:

 

Can. 23 — Nur die durch eine Gemeinschaft von Gläubigen eingeführte Gewohnheit, die vom Gesetzgeber genehmigt worden ist, hat die Kraft eines Gesetzes, nach Maßgabe der folgenden Canones.

 

Can. 24 — § 1. Keine Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes erlangen, die dem göttlichen Recht zuwiderläuft.

 

§ 2. Eine widergesetzliche oder außergesetzliche Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes nur erlangen, wenn sie vernünftig ist; eine Gewohnheit aber, die im Recht ausdrücklich verworfen wird, ist nicht vernünftig.

 

Can. 25 — Keine Gewohnheit erlangt die Kraft eines Gesetzes, wenn sie nicht von einer wenigstens passiv gesetzesfähigen Gemeinschaft mit der Absicht, Recht einzuführen, geübt wurde.

 

Can. 26 — Falls sie nicht von dem zuständigen Gesetzgeber besonders gebilligt wurde, erlangt eine dem geltenden kanonischen Recht widersprechende oder eine außergesetzliche Gewohnheit nur dann die Kraft eines Gesetzes, wenn sie rechtmäßig dreißig ununterbrochene und volle Jahre hindurch geübt wurde; gegen ein kanonisches Gesetz aber, das eine Klausel enthält, die zukünftige Gewohnheiten verbietet, kann allein eine hundertjährige oder unvordenkliche Gewohnheit Geltung erlangen.

 

Can. 27 — Die Gewohnheit ist die beste Auslegerin der Gesetze.

 

Can. 28 — Unbeschadet der Vorschrift des can. 5 wird ein widergesetzliches oder ein außergesetzliches Gewohnheitsrecht durch ein entgegengesetztes Gewohnheitsrecht oder Gesetz widerrufen; jedoch widerruft, falls das Gesetz dies nicht ausdrücklich erwähnt, ein Gesetz nicht hundertjähriges oder unvordenkliches Gewohnheitsrecht und ein allgemeines Gesetz kein partikulares Gewohnheitsrecht.

Quelle

Can. 24 §2 ist klasse. Der hat sicher die Schilder inspiriert, die man manchmal in Kneipen sieht:

§1: Der Wirt hat immer recht.

§2: Sollte der Wirt einmal unrecht haben, tritt sofort §1 in Kraft

 

Werner

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Lieber Werner,

 

 

 

 

...

Can. 24 — § 1. Keine Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes erlangen, die dem göttlichen Recht zuwiderläuft.

 

§ 2. Eine widergesetzliche oder außergesetzliche Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes nur erlangen, wenn sie vernünftig ist; eine Gewohnheit aber, die im Recht ausdrücklich verworfen wird, ist nicht vernünftig.

...

Can. 24 §2 ist klasse. Der hat sicher die Schilder inspiriert, die man manchmal in Kneipen sieht:

§1: Der Wirt hat immer recht.

§2: Sollte der Wirt einmal unrecht haben, tritt sofort §1 in Kraft

Übersieh' bitte nicht, daß GOTT der Wirt ist.

Und daß GOTT, weil er gut ist, zurecht immer recht hat.

 

 

 

Gruß

josef

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Lieber Werner,

 

 

 

 

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Can. 24 — § 1. Keine Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes erlangen, die dem göttlichen Recht zuwiderläuft.

 

§ 2. Eine widergesetzliche oder außergesetzliche Gewohnheit kann die Kraft eines Gesetzes nur erlangen, wenn sie vernünftig ist; eine Gewohnheit aber, die im Recht ausdrücklich verworfen wird, ist nicht vernünftig.

...

Can. 24 §2 ist klasse. Der hat sicher die Schilder inspiriert, die man manchmal in Kneipen sieht:

§1: Der Wirt hat immer recht.

§2: Sollte der Wirt einmal unrecht haben, tritt sofort §1 in Kraft

Übersieh' bitte nicht, daß GOTT der Wirt ist.

Und daß GOTT, weil er gut ist, zurecht immer recht hat.

 

 

 

Gruß

josef

Hör doch mal bitte mit deinen immer gleichen Schallplatten auf. Es geht hier nicht um Gott oder deinen Heiligen Geist, sondern um kanonisches Recht.

 

Werner

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Lieber Werner,

 

 

 

 

 

Can. 24 §2 ist klasse. Der hat sicher die Schilder inspiriert, die man manchmal in Kneipen sieht:

§1: Der Wirt hat immer recht.

§2: Sollte der Wirt einmal unrecht haben, tritt sofort §1 in Kraft

Übersieh' bitte nicht, daß GOTT der Wirt ist.

Und daß GOTT, weil er gut ist, zurecht immer recht hat.

Hör doch mal bitte mit deinen immer gleichen Schallplatten auf. Es geht hier nicht um Gott oder deinen Heiligen Geist, sondern um kanonisches Recht.

Entweder entspricht das Kanonische Recht voll und ganz dem Willen des HEILIGEN GEISTES GOTTES, oder es ist für die Mülltonne.

 

 

 

 

 

Gruß

josef

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Manchmal sollte man sich nicht am Heiligen Geist orientieren, sondern an Peter Struck. :ninja:

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Manchmal drängt sich der Eindruck auf, das "sola scriptura" wird insgeheim auch in katholischen Kreisen für eine grundsätzliche Wahrheit gehalten.

Die Bibel ist immerhin ein dickes Buch, auf das man pochen kann, wenn die Luft um die Tradition zu dünn wird. Ich habe meistens den Eindruck gewonnen, dass Katholiken etwas erblassen, wenn Protestanten eben dies tun: auf "sola scriptura" pochen.

 

Wenn die Protestanten auf ein dickes Buch pochen, pochen wir auf Hunderte von Büchern - von den Briefen des Heiligen Bischofs und Märtyrers Ignatius bis zu den Predigten des Heiligen Erzbischofs Ioann von Shanghai.

Und dann öffnen wir diese Bücher, damit sie endlich verstehen, was in ihrem Buch wirklich gemeint ist.

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Wie viele Uralt-Threads denn noch?

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In der Katholischen Kirche ist die Tradition halt sehr wichtig.

 

Werner

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In der Katholischen Kirche ist die Tradition halt sehr wichtig.

 

Werner

Und bei uns Orthodoxen noch viel wichtiger.

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In der Katholischen Kirche ist die Tradition halt sehr wichtig.

 

Werner

Und bei uns Orthodoxen noch viel wichtiger.

 

Euer Traditionsbegriff ist ein wenig anders. Stichwort Orthopraxie

 

Werner

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Es ist schon seltsam. Kaum oute ich mich irgendwo als Orthodoxer, treffe ich einen "Experten", der meine Religion besser kennt als ich selbst.

Geht das eigentlich den Angehörigen anderer religiöser Minderheiten auch so?

 

Sicher ist unser Traditionsbegriff ein wenig anders. Aber das liegt vor allem daran, dass wir die Kirche als ganze als den Träger und Bewahrer der Tradition betrachten und nicht nur ihre "Amtsträger".

Trotzdem sollten die westlichen Konfessionen und wir nicht vergessen, dass uns acht Jahrhunderte gemeinsame Tradition verbinden und dass wir nur dann wieder zueinander finden können, wenn wir die gemeinsam studieren und dann auch leben.

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Dass ich deine Religion besser kenne als du, möchte ich nicht behaupten, aber ein wenig kenne ich sie, und dass euer Traditionsbegriff anders ist als der katholische, das weiß ich zufällig.

Ihr betrachtet die "Kirche als ganze als den Träger und Bewahrer der Tradition" sagst du, ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: ihr betrachtet euch als die Kirche. Hier im Westen neigt man dazu, von "der Kirche" zu sprechen, und dabei sich selbst nicht zu meinen, obwohl man ja eigentlich auch dazugehört.

Das ist ein wesentlicher Unterschied in der Sichtweise, der sich durch vieles zieht.

 

Werner

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Ich hätte es nicht besser formulieren können.

Es wäre interessant, einmal nach den Ursachen für diese Haltung vieler westlicher Christen (die ich in meinen 20 Jahren als Protestant selbstverständlich auch hatte) zu forschen. Wann und warum hat das angefangen?

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Hier im Westen neigt man dazu, von "der Kirche" zu sprechen, und dabei sich selbst nicht zu meinen, obwohl man ja eigentlich auch dazugehört.

Wie meinst Du das? Wen meint man denn im Westen Deiner Meinung nach konkret, wenn man von "der Kirche" spricht? Und wen meint man nicht?

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