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Ich bin wie Jesus!


Mecky
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Unter der Fragestellung

"Mit welcher historischen Person teilst Du Deinen Geist?"

habe ich einen Test gemacht:

http://de.what-character-are-you.com/d/de/1711/result/10365.html

 

Das Resultat:

"Du hast die spirituelle Hingabe von Jesus"

 

Na klasse!

Wie Jesus sei ich eine mitfühlende Seele. Und ich kann jesuslike andere Menschen inspirieren und zum zum Positiven führen.

 

Endlich mal ein Test, der mich versteht.

 

Andererseits habe ich gestern in der Gründonnerstagspredigt meine Erstkommunionkinder gefragt, ob sie wirklich Jesus in sich haben wollen, wenn sie zur Kommunion gehen. Jenen Jesus, der voll im Vertrauen auf seinen himmlischen Vater alles riskiert und alles verliert und zum Schluss am Kreuz landet. Zwei haben sich übrigens gemeldet: Ja, genau das wollen sie.

 

Ich bin mir da bei mir selbst nicht so sicher. Trotz des Testergebnisses (in dem übrigens von Gott oder Gottesglaube nicht die Rede ist)halte ich mich nicht für ganz so glaubensstark, wie es Jesus damals war.

 

Auf welche Personen kommt Ihr, wenn Ihr den Test macht?

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Jeanne d´Arc

 

Die Zuverlässigkeit des Tests scheint ausbaufähig. :wacko:

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Auch Jesus *michEdithsEinschätzunganschließ*

 

@Mecky: Ich hätte die Frage anders gestellt. "Wollt ihr wirklich, daß Jesus euch in die Arme nimmt, jener Jesus mit dem ihr - egal was ihr riskiert und egal wie aussichtslos es am Ende auch ausgeht - niemals von der heilenden Kraft Gottes getrennt sein werdet?"

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Nein, ich sag's nicht! :lol::D:unsure::wub::lol:

Da stimmt was nicht! ich hab' das jetzt zweimal durchgeklickt mit, weil ich mit

dem ersten Ergebnis: Kleopatra

nicht einverstanden war.

Zweiter Versuch, mit nach bestem Wissen und Gewissen denselben Antworten:

Jesus.

 

So ein Quatsch! :lol:

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Kleopatra. Vermutlich werde ich jetzt aus dem Forum verbannt- fällt ja doch aus dem Rahmen...

 

Zweiter Versuch mit einer geänderten Antwort: auch Jesus.

Edited by mn1217
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Von der Symbolik der Kommunion ist es näherliegend, dass Jesus in uns einkehrt, als dass er uns (von außen) in die Arme nimmt.

Von der Bedeutung Jesu her ist natürlich beides sinnvoll - sowohl Einkehr, wie auch Umarmung.

 

Die Zielrichtung war: Werdet, was Ihr empfangt. Werdet Leib Christi, werdet Brot des Lebens, werdet Kelch des Heiles. Nehmt in der Kommunion nicht einfach nur ein Stückchen Brot in Euch auf, sondern Jesus. Lasst Euch von seinem Gottvertrauen und seiner Liebe anfüllen. Immer wieder, bis ihr ihm in punkto Glaube, Liebe und Hoffnung immer ähnlicher werdet.

 

Und in diesem Zusammenhang die Frage, wer das denn wirklich will.

Wer will denn wirklich wie Jesus ein solches Vertrauen in Gott, dass er das Kreuz riskiert?

Wäre es nicht besser, ohne dieses Gottvertrauen glücklich und unversehrt die angenehmen Möglichkeiten dieser Welt zu genießen. Lieber einen Augenblick feige, als ein Leben lang tot? Lieber vor dem Elend, der Hoffnungslosigkeit anderer wegschauen (weil man da sowieso nichts machen kann), als von Gott Rettung zu erhoffen, bis man selbst rettungslos am Kreuze hängt?

 

Welcher Lebensstil ist der richtige?

Und welchen Lebensstil wollen wir uns leisten?

 

Die beiden Kinder, die sich jetzt schon für den Lebensstil Jesu stark genug gefühlt haben ... na, denen beiden traue ich das zu. Denen traue ich sowieso alles zu :). Wie sieht es bei anderen aus?

 

Hätte Jeanne D'Arc den Test gemacht, wäre bei ihr womöglich auch "Jesus" herausgekommen. Sie hat sich - parallel zu Jesus - zum schmerzhaften Tod entschieden. Nicht ganz freiwillig (die Alternative wäre ein Leben im Kerker gewesen), aber vermutlich auch im Vertrauen auf Gott, der sie nach der Qual des Scheiterhaufens ins ewige Paradies des Himmels aufnimmt.

 

Im Sinne meiner Predigt wären Jesus und Jeanne fast austauschbar: Ein ähnliches Vertrauen auf Gott.

Und eine der dringlichsten Forderungen, die Jeanne in ihrer Haft stellte, war: In eine kirchliche Haft zu kommen und die Sakramente zu empfangen. Das war ihr wichtiger, als Hafterleichterungen anderer Art. Ich glaube: Bei aller Wirrnis ihrer Entscheidungen und allem Kriegsgerassel ihrer Lebensgeschichte und bei aller (moralisch höchst fragwürdigen) militärischen Radikalität ihres Lebenswandels ... die Gute Jeanne war tatsächlich von etwas erfüllt, was sie mit Jesus verbindet und sie (zumindest in Aspekten) Jesus ähnlich gemacht hat.

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Kleopatra ist natürlich indiskutabel. Zumindest nach dem, was ich über sie weiß. Es sei denn für Alice Schwarzer. Da würde es ganz gut passen.

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Ich bin erst mal überrascht, dass so oft Jesus und eine Heilige als Ergebnis in den Test eingebaut wurden.

So ein Test soll doch bei den Leuten gut ankommen.

Jeder Testteilnehmer soll doch das Gefühl haben, was Gutes und Großes und Bedeutendes zu sein ... damit er mehr Klicks bringt und auch andere Tests derselben Hersteller erzeugt.

 

Die Hersteller waren offensichtlich der Meinung, dass man eine große Zahl von Menschen damit beeindrucken (oder zumindest belustigen) kann, dass man ihnen den Geist Jesu oder einer Heiligen andichtet.

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Sei zufrieden, Uhu!

Stell Dir mal vor, es wäre "Angela Merkel" oder "Silvio Berlusconi" herausgekommen. Und es geht noch weitaus schlimmer.

Jeanne ist natürlich nicht das Optimum. Aber es kann nun mal nicht jeder Jesus sein. *Zungerausstreck*

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Ich habe gerade einmal Folgendes gemacht:

Bis zum Ergebnis durchklicken. Dann auf dem Browser "zurück" geklickt. Dann stur immer auf "ich bevorzuge die Gegenwart" geklickt.

 

Wechselweise bin ich Jesus, Jeanne d'Arc, Kleopatra oder Charles Darwin. Wohl nach dem Zufallsgenerator.

 

Schade.

 

Ich wäre so gerne Jesus. Oder vielleicht lieber doch nicht. Wohl nach dem Zufallsgenerator.

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Long John Silver

Von der Symbolik der Kommunion ist es näherliegend, dass Jesus in uns einkehrt, als dass er uns (von außen) in die Arme nimmt.

Von der Bedeutung Jesu her ist natürlich beides sinnvoll - sowohl Einkehr, wie auch Umarmung.

 

Die Zielrichtung war: Werdet, was Ihr empfangt. Werdet Leib Christi, werdet Brot des Lebens, werdet Kelch des Heiles. Nehmt in der Kommunion nicht einfach nur ein Stückchen Brot in Euch auf, sondern Jesus. Lasst Euch von seinem Gottvertrauen und seiner Liebe anfüllen. Immer wieder, bis ihr ihm in punkto Glaube, Liebe und Hoffnung immer ähnlicher werdet.

 

Und in diesem Zusammenhang die Frage, wer das denn wirklich will.

Wer will denn wirklich wie Jesus ein solches Vertrauen in Gott, dass er das Kreuz riskiert?

Wäre es nicht besser, ohne dieses Gottvertrauen glücklich und unversehrt die angenehmen Möglichkeiten dieser Welt zu genießen. Lieber einen Augenblick feige, als ein Leben lang tot? Lieber vor dem Elend, der Hoffnungslosigkeit anderer wegschauen (weil man da sowieso nichts machen kann), als von Gott Rettung zu erhoffen, bis man selbst rettungslos am Kreuze hängt?

 

Welcher Lebensstil ist der richtige?

Und welchen Lebensstil wollen wir uns leisten?

 

Die beiden Kinder, die sich jetzt schon für den Lebensstil Jesu stark genug gefühlt haben ... na, denen beiden traue ich das zu. Denen traue ich sowieso alles zu :). Wie sieht es bei anderen aus?

 

Hätte Jeanne D'Arc den Test gemacht, wäre bei ihr womöglich auch "Jesus" herausgekommen. Sie hat sich - parallel zu Jesus - zum schmerzhaften Tod entschieden. Nicht ganz freiwillig (die Alternative wäre ein Leben im Kerker gewesen), aber vermutlich auch im Vertrauen auf Gott, der sie nach der Qual des Scheiterhaufens ins ewige Paradies des Himmels aufnimmt.

 

Im Sinne meiner Predigt wären Jesus und Jeanne fast austauschbar: Ein ähnliches Vertrauen auf Gott.

Und eine der dringlichsten Forderungen, die Jeanne in ihrer Haft stellte, war: In eine kirchliche Haft zu kommen und die Sakramente zu empfangen. Das war ihr wichtiger, als Hafterleichterungen anderer Art. Ich glaube: Bei aller Wirrnis ihrer Entscheidungen und allem Kriegsgerassel ihrer Lebensgeschichte und bei aller (moralisch höchst fragwürdigen) militärischen Radikalität ihres Lebenswandels ... die Gute Jeanne war tatsächlich von etwas erfüllt, was sie mit Jesus verbindet und sie (zumindest in Aspekten) Jesus ähnlich gemacht hat.

 

Ich finde deine Formulierung uebergriffig. Der Gedanke, dass ich jemand sozusagen "mir einverleibe" mit der Hostie, faende ich als Kind erschreckend.

 

(Als Erwachsener auch).

 

Das "in den Arm nehmen" gefaellt mir dagegen. Da gibt es eben auch noch die Autonomie "Ich will aber nicht in den Arm genommen werden, hau ab!"

 

Wenn du jemand verschluckst hast, bleibt dir nur noch, dich uebergeben, falls du ihn loswerden willst.

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Du brauchst einfach nur nicht zur Kommunion zu gehen. Schon hast Du das Problem gelöst.

Jesus gar nicht erst aufnehmen erspart Dir, Dich hinterher übergeben zu müssen.

 

Es gibt aber Leute, die das anders sehen. Die gehen gerne zur Kommunion. Die wollen Jesus in sich tragen, die wollen sich von ihm prägen und aufbauen lassen. Manche wollen wie Jesus ihr Leben aus dem jesuanischen Vertrauen auf Gott und aus der jesusgeprägten Liebe leben.

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Dass Jesus (und seine Gegenwart in uns) erschreckend sein kann, war übrigens (wie oben bereits geschrieben) ein wesentlicher Inhalt meiner Predigt.

Unfair fände ich vielmehr, wenn ich die Kinder nicht vorwarnen würde. Wenn ich ihnen ein nicht-erschreckendes "liebes Jesulein"-Bild suggerieren würde: Ohne Opferbereitschaft, ohne Opferkonsequenz, ohne wirkliche Lebensübergabe an den Vater, ohne den Preis zu benennen, den Glaube und Liebe fordern können.

 

Wer den Preis nicht zahlen will, soll es eben lassen.

Wer aber den Lebensstil Jesu trotzdem (oder sogar gerade wegen dieser konsequenzhaltigen Gradlinigkeit und des nicht-billigen Vertrauens) bevorzugt, der soll auch die Möglichkeit haben, sich von innen heraus stärken zu lassen. So ist das nun mal mit einer Beziehung: Man muss die Übergriffigkeit nicht nur ertragen, sondern sogar wünschen (So man die Beziehung wünscht). Beim Liebesleben soll das ja auch so sein: Zungenkuss und Penetration sind Übergriffe. Und in vielen Fällen werden solche Übergriffe nicht nur ertragen, sondern bilden das Ziel.

Edited by Mecky
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Long John Silver

Du brauchst einfach nur nicht zur Kommunion zu gehen. Schon hast Du das Problem gelöst.

Jesus gar nicht erst aufnehmen erspart Dir, Dich hinterher übergeben zu müssen.

 

Es gibt aber Leute, die das anders sehen. Die gehen gerne zur Kommunion. Die wollen Jesus in sich tragen, die wollen sich von ihm prägen und aufbauen lassen. Manche wollen wie Jesus ihr Leben aus dem jesuanischen Vertrauen auf Gott und aus der jesusgeprägten Liebe leben.

 

Ach, Mecky.

 

Das hat jetzt mit "zur Kommunion" gehen nichts zu tun, sondern mit eigenen Vorstellungen, die man anderen anbietet. Das ist sicher gut gemeint, aber ich finde es einfach fuer Kinder spirituell eine ganze Ecke zu hoch. Diese ganze Sache muss doch erst in ihnen wachsen und was sie als Erwachsene dann daraus machen, wer weiss.

 

Ich denke, dass das auch ganz falsche Vorstellungen erzeugen kann, je nachdem wie viel Phantasie ein Kind hat.

 

Ausserdem - wie fuehlen sich die, die das weder spueren noch erreichen? Und eine Menge Katholiken erreicht dieses "Ziel" trotz grossen Glaubens nicht, da bin ich mir sicher. Da ist einfach die Latte so hoch gehaengt, dass man wahrscheinlich geradewegs drunter durch rennt.

 

Autonomie ist aber auch ein Begriff, der im Glauben Platz haben muss. Es gibt durchaus auch eine Art, Jesus "von aussen" aufzunehmen, vielleicht intellektueller, weniger verinnerlicht, rationaler. Und in dem Fall dann auch ein "Das ist mir zu nahe, selbst wenn es Gott ist oder Jesus." Ich wuerde es schon gut finden, Kindern beizubringen, dass man Jesus auch "ablehnen" kann, dass er einem nicht geheuer ist, dass man ihn nicht versteht oder dass das ganze einem erdrueckt. Man muss sich nicht lieben lassen muessen, nur weil es jemand so will oder sagt oder einem anbietet. Da waere der Weg der Entwicklung dahin, dass man das irgendwann zulassen kann oder moechte, und wenn nicht, wird es fuer Jesus auch in Ordnung sein. Was willst du, dass ich dir tue? ist schliesslich einer eindeutige Aussage zur Autonomie des anderen.

 

Ob jemand gern zur Kommunion geht, hat auch mit meiner Gedanken nichts zu tun. Das wollte ich nicht in Frage stellen oder bezweifeln.

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Franciscus non papa

Charles Darwin?????

 

na gut!

 

zu Mecky: halte das durch, allzuviel wird heute den Kinderlein eh religiös nicht zugemutet. Letztes Jahr - Fest Kreuzerhöhung, kam nach dem Gottesdienst ein Mann zu mir und erklärte mir, so einen schrecklichen Gottesdienst hätte er schon lange nicht mehr erlebt, ständig diese Rede vom Kreuz, das kann man Kinder doch nicht zumuten. Man dürfe sich nicht wundern, wenn die dann nicht mehr in die Kirche kommen wollen. Gottesdienst solle doch Spaß machen!

 

Nein - ich sage nicht, was ich davon halte,

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Das Dulden oder sogar Wünschen von Übergriffen ist

1. Vertrauenssache / Vertrautheit und

2. Eine Frage der Sehnsucht und des Willens. Also des Wunsches, seine Grenzen überschreiten zu lassen.

 

Wo käme ich hin, wenn meine Freunde nicht bereit wären, immer wieder "Grenzüberschreitungen" zu wagen?

Grenzüberschreitungen - also:

Kritik üben

Peinlichkeiten wahrnehmen und dann auch noch mir gegenüber aussprechen

Mir auf die Schulter klopfen, manchmal sogar ironisch.

 

Ich habe eine Mesnerin, die ist darin mein persönlicher Favorit im Thema Grenzüberschreitung und Übergriffe.

Ich komme zu einer Beerdigung in die Sakristei und habe ein Liedblatt dabei, das sie im Pfarrhaus versehentlich liegen ließ. Und - wutsch - habe ich vor den Augen des Bestattungsunternehmers, des Organisten, und der Ministranten ein Küsschen auf der Backe. Ohne mich wehren zu können. Ohne Nachfrage, ob mir das peinlich ist.

Ich habe einen Firmgottesdienst, und der Mesnerin geht es nicht schnell genug voran. Und - wutsch - bekomme ich vor den Augen des hochwürdigsten Weihbischofs einen Klaps. Auf den Hintern! Ohne Nachfrage an den Bischof, ob ihm nicht gleich die Augen aus dem Kopf fallen. Ohne Nachfrage, auf welche Gedanken er bei dieser Vertraulichkeit kommt.

Und selbiges macht sie (in abgeschwächter Form allerdings) auch mit fremden Aushilfspriestern im Sommer. Und sogar der Weihbischof hat einen Knuffer auf den Oberarm abbekommen.

 

Und ich sage Euch: Wenn ich diesen Dienstort irgendwann einmal verlasse, wird mir diese Mesnerin fehlen. Und bisher hat sich bei mir noch nicht ein einziger Würdenträger und auch kein einziger Ministrant über ihre "Übergriffigkeit" beschwert. Im Gegenteil: Wir alle genießen das überschäumende und sehr menschenfreundliche Temperament dieser Mesnerin.

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Long John Silver

Das ist sehr schoen, Mecky.

Bloss hat es so gut wie keinen Zusammenhang mit dem was ich schrieb.

 

Ist auch nicht schlimm. Ist sowieso kein Thema fuer die Katakombe.

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Charles Darwin?????

 

na gut!

 

zu Mecky: halte das durch, allzuviel wird heute den Kinderlein eh religiös nicht zugemutet. Letztes Jahr - Fest Kreuzerhöhung, kam nach dem Gottesdienst ein Mann zu mir und erklärte mir, so einen schrecklichen Gottesdienst hätte er schon lange nicht mehr erlebt, ständig diese Rede vom Kreuz, das kann man Kinder doch nicht zumuten. Man dürfe sich nicht wundern, wenn die dann nicht mehr in die Kirche kommen wollen. Gottesdienst solle doch Spaß machen!

 

Nein - ich sage nicht, was ich davon halte,

Ich vermute mal: Eine Mischung aus Angst und Projektion.

 

Es gibt leider Menschen, die sind mit dem Kreuz und Leben Jesu so saumäßig lieblos konfrontiert worden, so moralisierend und fordernd und zugleich so wenig faszinierend und so wenig durch Glaubwürdigkeit abgedeckt, dass sie sich den Ekel geholt haben.

 

Wenn so ein Mensch meine Predigt mitbekommt, kann das durchaus sein, dass er die menschliche Wärme meiner Worte, in der die Kinder schwelgen, gar nicht mitbekommt. Und dann wird nur noch sein alter Schlüsselreiz "Kreuz, Kreuz, Leid, Tod, Moralisieren, Verurteilung" ausgelöst - und er bekommt das große Kotzen. Wenn man dann mit so jemandem eingehend spricht, dann gehen einem ganze Christbäume auf, sobald er von seiner Lebens- und Kirchengeschichte erzählt. Manche KÖNNEN gar nichts anderes mehr wahrnehmen, als nur einen holzschnittartigen Schwarz-Weiß-Abdruck: Entweder der Pfarrer predigt von kuschliger Liebe und dem lieben Jesulein. Oder er betreibt die alte Moraltour mit Angsterweckung und Druck. Eine andere Alternative scheint sich nicht zu bieten.

 

Aus solchen Gesprächen ging ich schon oft reichlich frustriert heraus. Bis ich mir irgendwann klar gemacht habe: Es hat keinen Sinn, mit solchen Menschen zu diskutieren. In solchen Gesprächen geht es nicht um Diskussion oder Rechtfertigung meines Umgangs mit der Predigt. Sondern hier geht es allein um Trost. Um ein Annehmen der verkorksten Lebens- und Kirchengeschichte dieser verletzten Person. So jemand muss erst wieder einen Zipfel Vertrauen bekommen. Und dann ... dann ... dann erst kann er wieder Lust bekommen auf die Herausforderungen, auf den INNEREN Wunsch zur Opferbereitschaft (eben nicht von außen befohlen).

 

Das Glücklichste, was bei einem solchen Gespräch (nach dem Gottesdienst, vor der Kirche) passieren kann, ist:

Die Horde der vermeintlich verängstigten Kinder strömt aus der Kirche und himmelt den Pfarrer an.

 

Gestern nach dem Gründonnerstagsgottesdienst hat eines der Kinder auf die Frage, ob der Gottesdienst (90 Minuten) ihm zu lang gewesen sei, geantwortet, dass der Gottesdienst nach seinem Geschmack auch doppelt so lange hätte dauern können. (Er saß neben seiner 9-jährigen Geliebten aus seiner Klasse. Händchenhaltend!) Der Vater hat mich vielsagend angegrinst. So verschieden können die Wahrnehmungen sein.

Übrigens: Er und seine Freundin waren diejenigen, die sich einen Jesus-Lebenswandel zutrauen.

 

Bei dem einen kommt das alles als "der alte, katholische Druck mit Leid, Kreuz und Opfer" rüber.

Bei anderen als faszinierende Option für die eigene Lebensführung.

Und mir persönlich ist nach dieser Rückmeldung des 9-jährigen Kindes einfach nur das Herz aufgegangen.

Edited by Mecky
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Long John Silver

Nun ja, ich kann damit nicht gemeint sein, und ich habe auf solche recht extremen Beispiele von verkorkstem Zugang zum Glauben gar nicht abgehoben.

 

Wenn ich mich erinnere, wie ich mit neun Jahren war, nahm ich die Aussagen anderer sehr konkret und auch buchstaeblich. Da haette es gut sein koennen, das ich mich sehr gegraemt haette, wenn dann hinterher das Tolle nicht eingetroffen waere, was ich mit einem Versprechen verband. Es ist auch immer die Gefahr, dass man in der Pubertaet gerade an solchen Versprechungen den Glauben misst und ihn verliert oder er irgendwo verdunstet, mangels realer Erfahrung oder auch durch Missverstaendnisse ueber die erfolgten Aussagen von Erwachsenen, wie auch immer.

 

Da werden in gewisser Weise Masstaebe gesetzt, die oft auch mit sich bringen, dass Glaube scheitert und sogar scheitern muss.

Da fand ich Flos Formulierung besser. Schutz suchen, Waerme und Geborgenheit, eine fuehrende Hand - aber man darf es auch ablehnen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass Jesus darueber sauer waere oder Gott sich nicht geliebt fuehlte.

Edited by Long John Silver
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