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duesi

Fremdenfeindlichkeit aus christlicher Sicht

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mn1217
vor 21 Minuten schrieb Werner001:

Du hattest gesagt, keiner würde das fordern. Ich habe darauf hingewiesen, dass direkt der Nachbarthread sich um diese Forderung dreht.

Natürlich darfst du lesen, was du willst. Aber wenn du Behauptungen aufstellst, musst du danmit rechnen, dass sie falsifiziert werden.

 

Werner

Ja klar.  Die etwas weniger hungrige und genervte Variante heißt : Leider hatte ich die Gelegenheit, das dort verlinkte Dokument zu lesen,  noch nicht. Und obwohl ich es runtergeladen hatte, ist verschwunden.  Seufz.

So ganz doof ist das ja nicht, wenigstens  ertrinkt keiner.  Aber zweischneidig ist es schon.

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mn1217
vor 24 Minuten schrieb Werner001:

Sagt wer?

(Damit ich ihm auf die Finger klopfen kann)

 

Werner

Nach Schokolade formuliere ich um in: ihr wart zu schnell...😉

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Ennasus
vor 4 Stunden schrieb Shubashi:

 

Das sind für mich dann v.a. Regeln und Gesetze, die mich gegen mein Gewissen daran hindern würden, mich dem anderen, auch dem "Fremden" zuzuwenden.

 

Auf der anderen Seite sollte aber dem, der das nicht tun will oder kann, keine besondere gesetzliche Bürde auferlegt werden.


Unser ganzes System besteht doch darin, dass auch mit Hilfe von gesetzlichen Regelungen versucht wird, zu verhindern, dass Menschen in Armut leben müssen und keine Teilhabe an dieser Gesellschaft haben? Wenn wir gesetzliche Regelungen dazu, mit der die, die dazu in der Lage sind, verpflichtet werden, mit zu diesem Sozialstaat beizutragen, aufgeben, werden wir über kurz oder lang mit den Folgen leben müssen. 

Ich weiß zuwenig, wie das in Deutschland ist, in Österreich ist es jedenfalls so, dass die sogenannte Bedarfsorientierte Mindestsicherung, die der Armutsbekämpfung dienen und Teilhabe ermöglichen hätte sollen, nun deutlich gekürzt wird, vor allem in Richtung Asylwerber, aber auch in Richtung Mehrkindfamilien. Auf dieser Seite wird die Entwicklung zusammengefasst. In Richtung Asylwerber ist das mehrfach absurd: Es besteht ja keine legale Möglichkeit, zu arbeiten und für sein Einkommen selbst zu sorgen. Deutschkurse werden gestrichen, gleichzeitig sind Sprachkenntnisse Bedingung dafür, dass man zumindest soviel Geld bekommt, dass man menschenwürdig leben kann. Das einzige Ziel solcher Maßnahmen kann dann wohl sein, dass Integration nicht gelingen soll. (Gleichzeitig wird im Ausland händeringend nach Menschen gesucht, die bereit sind in Mangelberufen zu arbeiten.)

Als wirklich zynisch und als Missbrauch des Christentums empfinde ich es, wenn ein Bundeskanzler Worte umdefiniert und aus der Kürzung von Geldern für Kinder oder andere, die gleichzeitig keine Chance bekommen, unabhängig zu werden, ein "christlich-soziales" Handeln macht: " "Unsere Reform der Mindestsicherung ist christlich-sozial. Sie ist eine Reform, die den Menschen stark macht und ihn nicht in Abhängigkeit hält."

Wer Kritik äußert, stellt die Rechtsstaatlichkeit in Frage - schließlich sind das dann ja Gesetze, über die man sich nicht stellen darf.
Und gleichzeitig wird das Gespräch mit Andersdenkenden verweigert. Die Regierungsmannschaft verlässt geschlossen das Parlament, wenn unangenehme Fragen gestellt werden, Einladungen zu Gesprächen in Zeitungen werden abgelehnt mit dem Hinweis, dass die, die diese Zeitung lesen, sowieso nicht zu den Wählern der jeweiligen Partei gehören.

Für mich heißt das, dass es nicht mehr genügt, mich privat "den Fremden zuzuwenden".

Edited by Ennasus
Link nachgereicht

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rorro

Was meinst Du mit "genügt"? Genügt nicht für wen oder was?

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Ennasus
vor 2 Minuten schrieb Werner001:

Nun komm bitte nicht, wie an dieser Stelle fast schon zwangsläufig zu erwarten ist, mit "aber warum soll ich nun auch noch meine Kerze ausmachen". Sollst du ja gar nicht. Du sollst nur nicht glauben, dass du damit die Welt erleuchtest.


Ach doch, ich erlaube mir das jetzt: Für mich ist so etwas Licht für die Welt.

Ich glaube, wir denken gleichzeitig zu groß und zu klein.
Kein einzelner kann die ganze Welt retten. Aber jeder kann Augenblick für Augenblick versuchen, so zu handeln, dass er dem neben ihm zum Nächsten wird.
Umgekehrt: Kein Land kann als eine isolierte Insel der Seligen bestehen bleiben. Politik m u s s über die Nationalgrenzen hinausdenken und wissen, dass ihre Verantwortung nicht an den Nationalgrenzen endet. Unsere Welt ist viel zu klein geworden für ein solches Denken.  

 

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Ennasus
vor 6 Minuten schrieb rorro:

Was meinst Du mit "genügt"? Genügt nicht für wen oder was?


Du legst doch sonst viel Wert auf genaues Lesen?
FÜR MICH genügt es nicht mehr, das zu tun.

Ergänzung: Ich bin nicht allein, die nicht mehr still schlucken will, was da passiert, sondern hörbar und sichtbar Widerstand leisten will. In Vorarlberg finden seit Ende November regelmäßig Demonstrationen statt.

Edited by Ennasus

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rorro

Stimmt, da war ich ungenau. Entschuldige. Aber dennoch: genügt für was? Und ab wann genügt "es"? Wenn Du bspw. sagst, Du empfindest Dich als Staatsbürgerin gefordert, weil Dein Land sich nicht in Deinem Sinne bewegt und ein rein privates Engagement für Dich da unzureichend erscheint, dann wäre das ja eine Antwort. So in etwa?

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Ennasus
vor 3 Minuten schrieb rorro:

Stimmt, da war ich ungenau. Entschuldige. Aber dennoch: genügt für was? Und ab wann genügt "es"? Wenn Du bspw. sagst, Du empfindest Dich als Staatsbürgerin gefordert, weil Dein Land sich nicht in Deinem Sinne bewegt und ein rein privates Engagement für Dich da unzureichend erscheint, dann wäre das ja eine Antwort. So in etwa?


Ja, so in etwa.
Ich habe das lange so verstanden und es kommt meinem Naturell auch deutlich mehr entgegen, dass mein Engagement für geflohene Menschen meine Privatsache ist.
Aber je mehr sich die Gesetze so veränderten, dass man in diesem Einsatz immer mehr mit Ohmacht und Unrecht konfrontiert wurde, umso klarer wurde, dass jedes Engagement in diesem Zusammenhang notgedrungen auch ein politisches sein muss und ist. Man kann sich nicht schweigend und im Verborgenen gegen Gesetze einsetzen, die Unmenschlichkeit zu Recht machen. Und es ging nicht nur mir so, es sind Sonntag für Sonntag um die 1000 Menschen, die gegen diese Entwicklung einstehen. Ich kenne einige davon, die meisten von ihnen haben eine ähnliche Entwicklung durchgemacht.
 

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rorro
vor 29 Minuten schrieb Ennasus:

Unser ganzes System besteht doch darin, dass auch mit Hilfe von gesetzlichen Regelungen versucht wird, zu verhindern, dass Menschen in Armut leben müssen und keine Teilhabe an dieser Gesellschaft haben? Wenn wir gesetzliche Regelungen dazu, mit der die, die dazu in der Lage sind, verpflichtet werden, mit zu diesem Sozialstaat beizutragen, aufgeben, werden wir über kurz oder lang mit den Folgen leben müssen. 

 

Du meinst sicher relative Armut (die prozentual zunimmt, wenn die "selbstversorgende" Anteil der Bevölkerung wohlhabender wird, was die Absurdität der Berechnung zeigt). Prinzipiell gebe ich Dir natürlich Recht - doch ist es eben die Frage, ob diese fremdfinanzierte Teilhabe so sein soll, daß der intrinsische Druck hin zu Eigenverantwortung stark oder schwach sein soll.

 

Zitat

Ich weiß zuwenig, wie das in Deutschland ist, in Österreich ist es jedenfalls so, dass die sogenannte Bedarfsorientierte Mindestsicherung, die der Armutsbekämpfung dienen und Teilhabe ermöglichen hätte sollen, nun deutlich gekürzt wird, vor allem in Richtung Asylwerber, aber auch in Richtung Mehrkindfamilien. Auf dieser Seite wird die Entwicklung zusammengefasst. In Richtung Asylwerber ist das mehrfach absurd: Es besteht ja keine legale Möglichkeit, zu arbeiten und für sein Einkommen selbst zu sorgen. Deutschkurse werden gestrichen, gleichzeitig sind Sprachkenntnisse Bedingung dafür, dass man zumindest soviel Geld bekommt, dass man menschenwürdig leben kann. Das einzige Ziel solcher Maßnahmen kann dann wohl sein, dass Integration nicht gelingen soll. (Gleichzeitig wird im Ausland händeringend nach Menschen gesucht, die bereit sind in Mangelberufen zu arbeiten.)

 

Das durchschaubare Ziel ist, daß Asylsuchende schnell weiterziehen.

 

Zitat

Als wirklich zynisch und als Missbrauch des Christentums empfinde ich es, wenn ein Bundeskanzler Worte umdefiniert und aus der Kürzung von Geldern für Kinder oder andere, die gleichzeitig keine Chance bekommen, unabhängig zu werden, ein "christlich-soziales" Handeln macht: " "Unsere Reform der Mindestsicherung ist christlich-sozial. Sie ist eine Reform, die den Menschen stark macht und ihn nicht in Abhängigkeit hält."

 

Wer bekommt warum keine Chance und keine Chance von wem?

 

Zitat

Wer Kritik äußert, stellt die Rechtsstaatlichkeit in Frage - schließlich sind das dann ja Gesetze, über die man sich nicht stellen darf.
Und gleichzeitig wird das Gespräch mit Andersdenkenden verweigert. Die Regierungsmannschaft verlässt geschlossen das Parlament, wenn unangenehme Fragen gestellt werden, Einladungen zu Gesprächen in Zeitungen werden abgelehnt mit dem Hinweis, dass die, die diese Zeitung lesen, sowieso nicht zu den Wählern der jeweiligen Partei gehören.

 

Das habe Rechte und Linke gemein - die Stigmatisierung der Andersdenkenden. Oder anders gesagt: Schubladen auf und rein.

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Ennasus
vor 1 Minute schrieb rorro:

Das habe Rechte und Linke gemein - die Stigmatisierung der Andersdenkenden. Oder anders gesagt: Schubladen auf und rein.


Es geht schon längst nicht mehr um Rechts oder Links. Es geht auch nicht darum, Feindbilder zu schaffen.
Bei diesen Demos stehen und sprechen Vertreter aller Parteien (auch der Regierungsparteien!), der Kirche, der Industrie,...
Die Bitte um Gespräch wird immer wieder geäußert - Regierungsvertreter werden eingeladen zu sprechen und kommen nicht, der Caritasdirektor wäre der Gesprächspartner des Herrrn von der FPÖ gewesen, der das nicht notwendig gefunden hat usw.

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Ennasus
vor 6 Minuten schrieb rorro:

Wer bekommt warum keine Chance und keine Chance von wem?


Das steht da, aber gern noch einmal: Es ist zynisch, jemandem jegliche Chance auf eine Arbeit zu verweigern, ihn zum jahrelangen NIchtstun zu verdonnern und dann zu sagen: Wir streichen ihm das Geld. Das macht ihn stark und selbständig. Wie denn? Da bliebe ihm nur die Illegalität.

Was aus meiner Sicht noch erschreckend hinzukommt und sehr ungute Assoziationen weckt: Wer um Mindestsicherung ansucht, muss in Zukunft angeben, woher seine Eltern kommen.

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Ennasus
vor 23 Minuten schrieb rorro:

 

Du meinst sicher relative Armut (die prozentual zunimmt, wenn die "selbstversorgende" Anteil der Bevölkerung wohlhabender wird, was die Absurdität der Berechnung zeigt). Prinzipiell gebe ich Dir natürlich Recht - doch ist es eben die Frage, ob diese fremdfinanzierte Teilhabe so sein soll, daß der intrinsische Druck hin zu Eigenverantwortung stark oder schwach sein soll.


Wie willst du einer Familie mit 3 Kindern, die auf die Mindestsicherung angewiesen ist, klar machen, dass nur 43 Euro monatlich für das 3. Kind gut für sie sind, weil das den intrinsischen Druck zur Eigenverantwortung erhöht? 43 Euro!

 

Edited by Ennasus
noch ein Link nachgereicht :)

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duesi

@Ennasus: Das sind schon sehr krasse Missstände, die du beschreibst. Ich glaube, bei solchen Missständen in Deutschland würde ich mich auch als Christ verpflichtet fühlen, mich politisch eindeutig zu positionieren. In Deutschland sind mir bisher nur Fälle davon bekannt geworden, wo Asylsuchende übermäßig gut weggekommen sind. Dass zum Beispiel arbeitende deutsche Staatsbürger Probleme haben, eine Wohnung zu finden und ins Obdachlosenheim ziehen müssen, während Asylsuchende in wenigen Monaten zu einer Wohnung kommen (ist ein realer Fall aus meiner Bekanntschaft). Doch um mich hier politisch zu positionieren, müsste ich Lösungsideen haben. Und es ist nun mal nicht böse Absicht der Politiker, dass für Asylsuchende Wohnungskontingente freigegeben werden, während die arbeitende Bevölkerung sich auf dem stark umkämpften Wohnungsmarkt beweisen muss.

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kam
vor 5 Minuten schrieb Ennasus:


Wie willst du einer Familie mit 3 Kindern, die auf die Mindestsicherung angewiesen ist, klar machen, dass nur 43 Euro monatlich für das 3. Kind gut für sie sind, weil das den intrinsischen Druck zur Eigenverantwortung erhöht? 43 Euro!

Ob sie das gut finden, ist egal. Auf die objektive Wirkung kommt es an. Die unwürdigste Existenzform ist (auch nach katholischer Soziallehre) die dauernde Abhängigkeit von Staatsknete. 

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Ennasus
vor 1 Minute schrieb kam:

Ob sie das gut finden, ist egal. Auf die objektive Wirkung kommt es an. Die unwürdigste Existenzform ist (auch nach katholischer Soziallehre) die dauernde Abhängigkeit von Staatsknete. 


Mensch kam, hast du gelesen?
Es geht um Kinder! Um Familien mit Kindern, die  - aus war für Gründen auch immer - genau das nicht schaffen.

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kam
Gerade eben schrieb Ennasus:


Mensch kam, hast du gelesen?
Es geht um Kinder! Um Familien mit Kindern, die  - aus war für Gründen auch immer - genau das nicht schaffen.

Oder es anders bequemer finden. Die 43 Euro sind ja ein Teil des Gesamteinkommens, das dann durch fünf geteilt werden muß. Wir haben selbst drei Kinder, die Kosten für den Haushalt steigen nicht proportional mit der Personenzahl an. Aus dem Artikel geht leider nicht hervor, wie hoch das Gesamteinkommen der Beispielsfamilie ist, das finde ich nicht seriös.

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rorro
vor 15 Minuten schrieb Ennasus:


Wie willst du einer Familie mit 3 Kindern, die auf die Mindestsicherung angewiesen ist, klar machen, dass nur 43 Euro monatlich für das 3. Kind gut für sie sind, weil das den intrinsischen Druck zur Eigenverantwortung erhöht? 43 Euro!

 

Wie hoch ist denn bei Euch die Mindestsicherung?

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Shubashi

Was die sozialstaatliche Versorgung in Österreich angeht, kenne ich mich nicht aus.

Tatsache ist allerdings, dass der Zuwanderungsboom vor einigen Jahren für den Sozialstaat nun mal ein gigantischer Brocken ist: für Deutschland hat das ZEW im Auftrag der Grünen bis zu 400 Mrd EUR innerhalb der nächsten 20 Jahre berechnet, diese Tendenz ist nur umkehrbar, wenn ein Großteil der Zuwanderer in gutbezahlte Tätigkeiten aufsteigen kann.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-04/fluechtlinge-arbeitsmarkt-integration-kosten-studie-zew

 

Deswegen ist es ja sowichtig, zu erkennen, dass umfangreiche Zuwanderung in moderne Industriestaaten ein sehr komplexer Vorgang ist, der mit individueller Caritas nur am Rande zu tun hat - in der Regel ist er ohne einen umfassenden gesellschaftlichen Diskussionsprozess mit großen politischen Verwerfungen verbunden.

 

 

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Flo77

Es gab Zeiten, da hat das Elend der Kinder keine Sau interessiert. Und diese Zeiten sind gerademal 140 Jahre her. Was hat man denn während der industriellen Revolution oder der Weimar(an)er Republik für Mehrkindfamilien getan?

 

Wenn man Glück hatte war der Schulbesuch kostenlos und es gab eine - durch Spenden organisierte - Schulspeisung, weil es den Leuten erwiesenermaßen elend ging.

 

Heute sind sich Lehrer nicht zu schade für Kinder, die schon nur noch Pfennigsbeträge für ein Mittagessen in der Schule zahlen müssten um Sponsoren zu werben, weil die 22€ (lass es 35 sein) jeden Monat nicht beim Schulcaterer hinterlegt werden. Irgendwo muss der Nannyismusdrang einiger Zeitgenossen und Zeitgenössinnen doch mal ein Ende finden.

 

Ich will sicherlich nicht zurück zu den Regelungen des Bismarckschen Sozialstaats, aber manche unserer Regelungen finde ich mit "kurios" noch sehr nett umschrieben. Die Vergütung von Kinderärzten wäre da nur ein Beispiel. Im nachhinein erscheint mit auch die böse, böse Praxisgebühr nicht mehr als Werk des Teufels. Im Gegenteil denke ich, das der Eigenanteil im Grunde viel zu gering bemessen war. Was könnten Ämter, Krankenkassen und Praxen da nicht alles an Rabattmodellen zur Förderung gesunder Lebensweisen entwickeln.

 

Das grundsätzliche Problem der Familienförderung in Deutschland liegt meiner Meinung nach zum einen im Gießkannenprinzip das Familienmodelle und Milieus pampert, bei denen man eher aus Abbau denn auf Betonierung aus sein sollte.

Solange in Deutschland munter lustig Kindergeld in steigender Höhe bezahlt wird lachen sich doch die Erdogananhängerinnen ins Fäustchen und kommen der 5-Kind-Forderung des Pseudosultans mit Freuden nach. Ich habe nichts gegen Kinder, aber die Kinder aus diesem Milieu werden nicht zu Deutschen erzogen sondern zu Türken. Warum sollten wir dafür Geld in die Hand nehmen?

Ich bin auf der Suche nach einem von mir vertretbaren Steuermodell welches sowohl die Themen Grundsicherung, Rente und Steuern in einem abdeckt bei der "negativen Einkommensteuer" gelandet. Eigentlich ein tolles System aber ich würde einiges darauf verwette, daß es in Deutschland nur sehr schwer möglich sein würde, die Gemeinschaft der Steuerpflichtigen und -berechtigten von Asylbewerbern und Zuwanderern ins Sozialsystem ohne Bleibeperspektive oder gar eine Aufstiegsperspektive abzugrenzen. Damit wäre das Problem der Alimentierung problematischer Bezieherkreise also nur verlagert, aber nicht gelöst.

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Xamanoth
vor einer Stunde schrieb Ennasus:


Unser ganzes System besteht doch darin, dass auch mit Hilfe von gesetzlichen Regelungen versucht wird, zu verhindern, dass Menschen in Armut leben müssen und keine Teilhabe an dieser Gesellschaft haben? Wenn wir gesetzliche Regelungen dazu, mit der die, die dazu in der Lage sind, verpflichtet werden, mit zu diesem Sozialstaat beizutragen, aufgeben, werden wir über kurz oder lang mit den Folgen leben müssen. 

Ich weiß zuwenig, wie das in Deutschland ist, in Österreich ist es jedenfalls so, dass die sogenannte Bedarfsorientierte Mindestsicherung, die der Armutsbekämpfung dienen und Teilhabe ermöglichen hätte sollen, nun deutlich gekürzt wird, vor allem in Richtung Asylwerber, aber auch in Richtung Mehrkindfamilien. Auf dieser Seite wird die Entwicklung zusammengefasst. In Richtung Asylwerber ist das mehrfach absurd: Es besteht ja keine legale Möglichkeit, zu arbeiten und für sein Einkommen selbst zu sorgen. Deutschkurse werden gestrichen, gleichzeitig sind Sprachkenntnisse Bedingung dafür, dass man zumindest soviel Geld bekommt, dass man menschenwürdig leben kann. Das einzige Ziel solcher Maßnahmen kann dann wohl sein, dass Integration nicht gelingen soll. (Gleichzeitig wird im Ausland händeringend nach Menschen gesucht, die bereit sind in Mangelberufen zu arbeiten.)

Als wirklich zynisch und als Missbrauch des Christentums empfinde ich es, wenn ein Bundeskanzler Worte umdefiniert und aus der Kürzung von Geldern für Kinder oder andere, die gleichzeitig keine Chance bekommen, unabhängig zu werden, ein "christlich-soziales" Handeln macht: " "Unsere Reform der Mindestsicherung ist christlich-sozial. Sie ist eine Reform, die den Menschen stark macht und ihn nicht in Abhängigkeit hält."

Wer Kritik äußert, stellt die Rechtsstaatlichkeit in Frage - schließlich sind das dann ja Gesetze, über die man sich nicht stellen darf.
Und gleichzeitig wird das Gespräch mit Andersdenkenden verweigert. Die Regierungsmannschaft verlässt geschlossen das Parlament, wenn unangenehme Fragen gestellt werden, Einladungen zu Gesprächen in Zeitungen werden abgelehnt mit dem Hinweis, dass die, die diese Zeitung lesen, sowieso nicht zu den Wählern der jeweiligen Partei gehören.

Für mich heißt das, dass es nicht mehr genügt, mich privat "den Fremden zuzuwenden".

Ich kenne die österreichischen Verhältnisse nicht aber ausgehend von deiner Tatsachenschilderung erscheinen mir sowohl deine Empörung als auch dein Engagement berechtigt wie symphatisch.  

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Flo77
vor 28 Minuten schrieb duesi:

 nicht böse Absicht der Politiker, dass für Asylsuchende Wohnungskontingente freigegeben werden, während die arbeitende Bevölkerung sich auf dem stark umkämpften Wohnungsmarkt beweisen muss.

Da melde ich vorsorglich schonmal Zweifel an.

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Xamanoth
vor 29 Minuten schrieb kam:

Ob sie das gut finden, ist egal. Auf die objektive Wirkung kommt es an. Die unwürdigste Existenzform ist (auch nach katholischer Soziallehre) die dauernde Abhängigkeit von Staatsknete. 

Quatsch. 

In Zeiten fortschreitender Digitalisierung und atomisierung des Arbeitsmarketes gilt das nicht mehr. Würdig - und das scheint mir momentan das primäre politische Ziel - eäre die Abschaffung eines rigiden Sanktions- und Kontrollsystems.

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Xamanoth
vor 2 Minuten schrieb Flo77:

Da melde ich vorsorglich schonmal Zweifel an.

Du meldest Zweifel daran an dass die Politik keine bösen Absichten verfolgt?

 

Schwachsinn.

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mn1217
vor 26 Minuten schrieb Flo77:

Es gab Zeiten, da hat das Elend der Kinder keine Sau interessiert. Und diese Zeiten sind gerademal 140 Jahre her. Was hat man denn während der industriellen Revolution oder der Weimar(an)er Republik für Mehrkindfamilien getan?

 

Wenn man Glück hatte war der Schulbesuch kostenlos und es gab eine - durch Spenden organisierte - Schulspeisung, weil es den Leuten erwiesenermaßen elend ging.

 

Heute sind sich Lehrer nicht zu schade für Kinder, die schon nur noch Pfennigsbeträge für ein Mittagessen in der Schule zahlen müssten um Sponsoren zu werben, weil die 22€ (lass es 35 sein) jeden Monat nicht beim Schulcaterer hinterlegt werden. Irgendwo muss der Nannyismusdrang einiger Zeitgenossen und Zeitgenössinnen doch mal ein Ende finden.

 

Ich will sicherlich nicht zurück zu den Regelungen des Bismarckschen Sozialstaats, aber manche unserer Regelungen finde ich mit "kurios" noch sehr nett umschrieben. Die Vergütung von Kinderärzten wäre da nur ein Beispiel. Im nachhinein erscheint mit auch die böse, böse Praxisgebühr nicht mehr als Werk des Teufels. Im Gegenteil denke ich, das der Eigenanteil im Grunde viel zu gering bemessen war. Was könnten Ämter, Krankenkassen und Praxen da nicht alles an Rabattmodellen zur Förderung gesunder Lebensweisen entwickeln.

 

Das grundsätzliche Problem der Familienförderung in Deutschland liegt meiner Meinung nach zum einen im Gießkannenprinzip das Familienmodelle und Milieus pampert, bei denen man eher aus Abbau denn auf Betonierung aus sein sollte.

Solange in Deutschland munter lustig Kindergeld in steigender Höhe bezahlt wird lachen sich doch die Erdogananhängerinnen ins Fäustchen und kommen der 5-Kind-Forderung des Pseudosultans mit Freuden nach. Ich habe nichts gegen Kinder, aber die Kinder aus diesem Milieu werden nicht zu Deutschen erzogen sondern zu Türken. Warum sollten wir dafür Geld in die Hand nehmen?

Ich bin auf der Suche nach einem von mir vertretbaren Steuermodell welches sowohl die Themen Grundsicherung, Rente und Steuern in einem abdeckt bei der "negativen Einkommensteuer" gelandet. Eigentlich ein tolles System aber ich würde einiges darauf verwette, daß es in Deutschland nur sehr schwer möglich sein würde, die Gemeinschaft der Steuerpflichtigen und -berechtigten von Asylbewerbern und Zuwanderern ins Sozialsystem ohne Bleibeperspektive oder gar eine Aufstiegsperspektive abzugrenzen. Damit wäre das Problem der Alimentierung problematischer Bezieherkreise also nur verlagert, aber nicht gelöst.

Also alles wie vorher 140 Jahren?

 

Die Praxisgebühr hat sich übrigens einfach nicht rentiert. Der bürokratische Kosten war viel höher als die Einnahmen durch die 10 €. 

 

Es gibt auch schon viele Rabattmodelle zur Förderung gesunder Lebensweise. Da ist nichts alles sinnvoll, aber vieles schon.

 

 

Das war jetzt offtopic.

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mn1217
vor 32 Minuten schrieb Xamanoth:

Ich kenne die österreichischen Verhältnisse nicht aber ausgehend von deiner Tatsachenschilderung erscheinen mir sowohl deine Empörung als auch dein Engagement berechtigt wie symphatisch.  

Das werden wir, wenn die politische Entwicklung so weitergeht, auch alles hier haben. Und bestimmt findet sich auch noch ein Politiker, der sich so jung und hübsch vorkommt wie Kurz.

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