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Katholiken fordern Neuanfang von der Kirche


Jan_Duever

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Anstatt am Lebenstil oder den Überzeugungen der jeweils mißliebigen Gruppe der noch verbliebenen Gläubigen herumzukritteln könnte man auch versuchen, attraktivere Angebote zu machen, Kulturveranstaltungen etwa. Die anglikanische Gemeinde St-Martin-in-the-Fields scheint damit recht erfolgreich zu sein.

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vor 5 Stunden schrieb Mistah Kurtz:

Das es weltweit Probleme in der Struktur gibt, ist nicht zu leugnen. Und ich persönlich bin auch für tiefgreifende Reformen, etwa für die Übernahme der Regelungen der Orthodoxie bzgl. des Pflichtzölibats. Aber nicht als Zugeständnis an den vielzitierten Zeitgeist, sondern weil imo die profaneren Gründe für den Pflichtzölibat längst obsolet sind und weil ich dessen Last für die Mehrheit der Priester als untragbar erachte. Da ist der Zugang der orthodoxen Kirchen sehr viel humaner und imo auch näher an der Gründungszeit des Christentums. 

 Die Frage wäre nur die, ob man einen Zölibat für  die höheren Leitungsfunktionen tragend begründen kann, oder ob diese Trennung nicht ungewünschte Nebeneffekte hätte. Aber in der Sache stimme ich dem zu, weil ich derzeit keine andere Begründung als die Beharrung sehe.

vor 5 Stunden schrieb Mistah Kurtz:

Nichts desto trotz zeigt Deine Aufzählung, etwa dass die Kirche in Lateinamerika erheblich an die Pfingstler verliert und selbst hier in Deutschland die Freikirchen wachsen - die ja nicht gerade für einen liberalen Zugang zum Glauben stehen - dass ein kirchlicher Liberalismus dieses Ausbluten nicht stoppt. sondern eher noch ankurbelt. Daher halte ich das Andocken an den aktuellen Protestantismus (ich sage aktuell, weil ein Martin Luther alles andere als liberal war und "seine" Reformation, die in Wahrheit auch nicht liberal war, nicht wiedererkennen würde), dass also ein Andocken an den aktuellen Protestantismus die Probleme nicht löst und statt dessen nur neue Probleme hinzu addiert. 

Zunächst einmal sehe ich das Andocken an den aktuellen Protestantismus nicht - das wird von gewissen Kreisen immer gerne behauptet, ohne dass es auch nur eine Spur eines Beleges gegeben hätte. So wichtig war und ist für die Weltkirche die deutsche Situation nicht, dass man jemals Reformen an Lehre und Praxis der nordelbischen Landeskirche ausgerichtet hätte. 

Umgekehrt glaube ich auch nicht, dass der Zulauf zu den Pfingstlern etwas mit Liberalität vs. Rigidität zu tun hätte, ansonsten müßten die sogenannten Traditionalisten boomen, was sie offensichtlich nicht tun. 

Die Schiene liberal vs. streng scheint mir als Erklärung nicht zu taugen und daher auch nicht geeignet zu sein, einen Lösungsweg zu suchen.

vor 5 Stunden schrieb Mistah Kurtz:

Wenn eine Reform etwas bringen soll, muss sie bei der Substanz beginnen. Und das sind die Inhalte. Aber nicht, um quasi mehr Stimmprozente (also Kirchgänger) zu generieren. Es müsste mehr so etwas sein wie ein "Back 2 The Roots". Ich habe oft genug mit meiner Schwägerin, die in Österreich als Pastoralassistentin tätig ist, über den Missstand diskutiert, dass in den Kirchen viel über Moral und Gesellschaft geredet wird, was man tun oder nicht tun soll, aber überraschend wenig über das, woran Christen bzw. Katholiken eigentlich glauben. Es gibt Berichte über Umfragen, in denen Jugendliche befragt werden zu bestimmten Namen und Ereignissen in der jüngeren deutschen Geschichte mit sehr ernüchternden Ergebnissen. Ich bin überzeugt, dass die Mehrzahl der deutschen Katholiken bei einer Umfrage über ihren Glauben vergleichbar abschnitten. Damit fällt der Glaube von der Überzeugung auf ein bloßes Gefühl zurück: man ist katholisch, so lange man sich dabei wohl fühlt. Ist es nicht mehr kuschelig im katholischen Nest, verlässt man es eben und sucht sich ein anderes. Und da liegt imo der Kern des Problems, ungeachtet der dennoch notwendigen Reformen an der Struktur. Die Struktur als solches ist von vergleichsweise geringer Bedeutung, gewachsen nach den Bedürfnissen der jeweiligen Zeit. Und wie die Schlange sich häutet und abwirft, was ihr nicht mehr passt, so muss die Kirche abwerfen, was nunmehr nicht Hilfe, sondern Last ist zur Erfüllung ihres Zwecks. 

Im Moment diskutieren wir praktisch nur über die Struktur, und das seid 30 Jahren und mehr. Wie Pastoral aussehen kann, wurde (und wird) kirchenamtlich fast nur in Gestalt der Frage diskutiert, was denn nun dem Priester alleine vorbehalten sein  sollte oder muss, so als wäre die relevanteste Frage des kirchlichen Lebens die Dienststellenbeschreibung des Pfarrers. Warum es diesen aber geben solle, dazu wurde von keiner Seite ernsthaft etwas gefragt. Und nun erleben wir Strukturprozesse, die die Priester und deren Distribution in das Zentrum der Aufmerksamkeit stellen.

Daneben hat man in der Tat die Frage nach den zentralen Inhalten des Glaubens  gründlich aus dem Blick verloren: Weder haben wir im Moment eine kommunikationsfähige Antwort, was denn "glauben" bedeutet, noch können wir halbwegs verbindlich die Sakramente erklären, und zwar so, dass sie als sinnvolle Antworten auf die Fragen der Menschen heute aufscheinen und nicht als philosophische Glasperlenspiele daherkommen. 

 

Insofern muss ich meine Skepsis über den Sinn einer deutschen Synode erheblich revidieren: Wenn sie sich angesichts der aktuellen Krise der Frage zuwenden täte, wie denn kirchliches Leben aussehen soll (und dazu gehört auch eine Klärung der Frage, was wir unter Amt verstehen und wie das ausgeübt werden soll und wie ein sakramental getragenes Miteinander in der Kirche aussehen kann und soll) - aber ich sehe im Moment keine Perspektive, dass die Bischofskonferenz hier auch nur zuzuhören bereit wäre.

 

Ich erinnere mich an ein Treffen in Bamberg zum Dialogprozess - da wurde furchtbar viel gesagt, was die Leute sich alles so wünschen im kirchlichen Leben - und die Antwort des Bischofs war stets dieselbe, das stünde doch schon alles im Pastoralkonzept. An kam bei den Leuten die Aussage "Ist mir egal, was ihr meint und wollt." - ohne zu bemerken, dass offenbar das Konzept schlicht bedrucktes Papier ist, das im Bistum keinen kümmert. 

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vor 42 Minuten schrieb Merkur:

Anstatt am Lebenstil oder den Überzeugungen der jeweils mißliebigen Gruppe der noch verbliebenen Gläubigen herumzukritteln könnte man auch versuchen, attraktivere Angebote zu machen, Kulturveranstaltungen etwa. Die anglikanische Gemeinde St-Martin-in-the-Fields scheint damit recht erfolgreich zu sein.

 

In meinen Augen der komplett falsche Weg. Die Menschen sollen zur Kirche kommen des Wortes Gottes und der Sakramente willen, nicht weil dort die Philharmonie aufspielt oder es Bingo gibt. Sicher sind solche kulturellen Angebote beliebt und die Kirche, das Kirchengebäude, ist voll. Mehr Glaubende hat man deshalb aber nicht. Im Übrigen schätzten auch viele Intellektuelle und Künstler die alte Form der Liturgie; die hat man im zeitgenössischen Katholizismus auch verloren. Kulturell bietet der neue Ritus ja nicht viel.

 

Die Kirche sollte hier ihrer Sendung treu bleiben. Wenn Christentum und Kirche nur noch als historische Kulisse, als Staffage, gefragt sind, dann steht es um beide sehr schlecht.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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Und was die groß angelegten Dialogprozesse angeht: Man ist hier versucht, Goethe zu zitieren: Der Worte sind genug gewechselt, Laßt mich auch endlich Taten sehen! 

 

Christentum lebt vom Machen: Weniger parlieren, mehr tun. Das Rezept ist seit 2000 Jahren dasselbe und es kann funktionieren: Das Evangelium verkünden und den überlieferten Glauben bewahren. Ein altes Mütterchen, eine vetula, die werktags in der Kirche betet oder eine Kerze vor einem Bildstock entzündet, hat für den Fortbestand der Kirche mehr getan als hundert quasselnde Synodalen in diesen unsäglichen Kirchenparlamenten.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 5 Minuten schrieb Studiosus:

 

In meinen Augen der komplett falsche Weg. Die Menschen sollen zur Kirche kommen des Wortes Gottes und der Sakramente willen, nicht weil es dort die Philharmonie aufspielt oder es Bingo gibt. Sicher sind solche kulturellen Angebote beliebt und die Kirche, das Kirchengebäude, ist voll. Mehr Glaubende hat man deshalb aber nicht.

Man könnte auf diese Weise aber wieder Zugang zu den Menschen gewinnen. Sie müssen ja beim Verlassen der Kirche nicht gleich den Katechismus auswendig gelernt haben.

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vor 4 Minuten schrieb Studiosus:

Und was die groß angelegten Dialogprozesse angeht: Man ist hier versucht, Goethe zu zitieren: Der Worte sind genug gewechselt, Laßt mich auch endlich Taten sehen! 

 

Christentum lebt vom Machen: Weniger parlieren, mehr tun. Das Rezept ist seit 2000 Jahren dasselbe und es kann funktionieren: Das Evangelium verkünden und den überlieferten Glauben bewahren. Ein altes Mütterchen, eine vetula, die werktags in der Kirche betet oder eine Kerze vor einem Bildstock entzündet, hat für den Fortbestand der Kirche mehr getan als hundert quasselnde Synodalen in diesen unsäglichen Kirchenparlamenten.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Fällt aktive Wohltätigkeit (etwas besseres als dieses alte Wort fällt mir nicht ein) nicht auch unter gelebtes Christentum, wobei ich nicht irgendwelche abstrakten politischen Forderungen meine, sondern wirkliches soziales Handeln?

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vor 9 Minuten schrieb Xamanoth:

Fällt aktive Wohltätigkeit (etwas besseres als dieses alte Wort fällt mir nicht ein) nicht auch unter gelebtes Christentum, wobei ich nicht irgendwelche abstrakten politischen Forderungen meine, sondern wirkliches soziales Handeln?

 

Ja, freilich. Sie ist sogar ein Grundvollzug von Kirche: diakonia.

 

Allerdings will alles seine rechte Ordnung haben. Die christliche Caritas entspringt als Frucht dem Glauben und hängt nicht luftleer im Raume. Caritas Christi urget nos. Die Liebe Christi drängt uns. Wenn ich von der Liebe Christi nichts weiß, dann drängt mich auch nichts. Dann bin ich wohltätig, weil man das eben so macht oder ich ethisch dahinter stehe.  Das ist löblich, aber das ist dann kein kirchlicher Selbstvollzug, sowie das THW kein kirchlicher Selbstvollzug ist.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 8 Minuten schrieb Studiosus:

Ein altes Mütterchen, eine vetula, die werktags in der Kirche betet oder eine Kerze vor einem Bildstock entzündet,

Nur haben wir die auch nicht mehr. Und für den außerordentlichen Ritus interessiert die sich nicht die Bohne.

 

vor 11 Minuten schrieb Studiosus:

Das Evangelium verkünden und den überlieferten Glauben bewahren.

Platter kann man es nicht sagen, eine leere Phrase, wohlklingend, aber wirkungsfrei, und bestens geeignet, alles nieder zu machen, was dir nicht gefällt. 

 

vor 15 Minuten schrieb Studiosus:

quasselnde Synodalen

Synodalität ist ein Wesenselement der Kirche - und wem die Kirche lieb und heilig ist, der schreibt anders darüber. 

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vor 1 Minute schrieb OneAndOnlySon:

Was ist daran zu beanstanden?

Das er sehr deutlich ausdrückt, Studiosus würde die Kirche nicht wertschätzen?

Nach manchens Wertmaßstäben ist das ein "persönlicher Angriff".

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vor 5 Minuten schrieb Xamanoth:

Das er sehr deutlich ausdrückt, Studiosus würde die Kirche nicht wertschätzen?

Nach manchens Wertmaßstäben ist das ein "persönlicher Angriff".

Du wirfst ihm vor, Studiosus nicht genug wertzuschätzen und Chrysologus wirft Studiosus das gleiche vor. Noch einer und ihr könnt nen Kreis bilden. 😘

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vor 18 Minuten schrieb Xamanoth:

Das er sehr deutlich ausdrückt, Studiosus würde die Kirche nicht wertschätzen?

Nach manchens Wertmaßstäben ist das ein "persönlicher Angriff".

Nur nach mein Erfarung schreit meist der Dieb "hallten den Dieb"

Bevor man auf ein zeigt, sollt man sich fragen op man das nicht jetze nicht auch?

bearbeitet von LeoUrsa
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vor 11 Stunden schrieb Chrysologus:

Platter kann man es nicht sagen, eine leere Phrase, wohlklingend, aber wirkungsfrei, und bestens geeignet, alles nieder zu machen, was dir nicht gefällt. 

 

Also ich habe nichts gegen Synoden und so, aber wenn Evangelium verkünden und dern überlieferten Glauben bewahren, was letztlich die Existenzberechtigung der Kirche darstellt, für Dich nichtssagend ist,  eine "leere Phrase" - wozu ist für Dich dann die Kirche da? Warum kein e.V.? Oder eine Partei mit alle paar Jahre neuem Grundsatzprogramm je nach gesellschaftlicher Entwicklung und ein bisschen, nicht zu viel, "Kernprofil"?

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vor 17 Stunden schrieb Studiosus:

Müller und die Tagespost waren am schnellsten: 

 

Anschlag auf die Einheit

 

Ein sehr guter Beitrag. Der Schlusssatz bringt jedoch die Misere besser auf den Punkt als es lange Zitate vermögen:

 

 

 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

die Position von Em Müller ist legitim nur sollte man bedenken daß seit Wort kaum Gewicht hat wie jenes des Pesionierten 1 Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Ottavianis von 1968-1979 

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vor 16 Stunden schrieb Werner001:

"Gebote Gottes" und "unfehlbare Lehre der Kirche" ist, was die Menschen glauben.

Und was die Menschen glauben, ändert sich.

Und wie schnell das gehen kann, dafür war Irland ein Beispiel.

 

Werner

Die Frage ist doch wird eine Kirche die an Dingen festhält an die niemand mehr glaubt oder besser gesagt eine verschwindende Minderheit auf die Gesellschaft eine Wirkung haben die Frage kann verneint werden.
Es wird darauf ankommen wer setzt sich durch jene die aus der Kirche eine unbedeutende Organisation machen werden  die als schrulliges Relikt aus der Vergangenheit wahrgenommen werden wird  oder jene die eine teilhabe der Kirche an der Gesellschaft wollen
beides ist Legitim aber nur eines wird sich durchsetzen 

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vor 2 Stunden schrieb rorro:

Also ich habe nichts gegen Synoden und so, aber wenn Evangelium verkünden und dern überlieferten Glauben bewahren, was letztlich die Existenzberechtigung der Kirche darstellt, für Dich nichtssagend ist,  eine "leere Phrase" - wozu ist für Dich dann die Kirche da?

Man kann auch die wertvollsten Aussagen zu hohlen Phrasen machen, mit dem Ziel, den anderen zu diskreditieren  - denn man kann diesen Satz eigentlich überall anbringen:

  • X gibt der Tagespost Interviews - sollte er nicht besser das Evangelium verkünden und den Glauben bewahren?
  • Y setzt sich für den außerordentlichen Ritus ein - sollte sie nicht besser das Evangelium verkünden und den Glauben bewahren?
  • Z organisiert den Ausflug der Erstkommunionkinder  - sollte er nicht besser das Evangelium verkünden und den Glauben bewahren?

  • M studiert Theologie  - sollte er nicht besser das Evangelium verkünden und den Glauben bewahren?

  • N ist Arzt - sollte er nicht besser das Evangelium verkünden und den Glauben bewahren?

Und so verwendet ist es eine hohle Phrase. 

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vor 14 Stunden schrieb Studiosus:

Und was die groß angelegten Dialogprozesse angeht: Man ist hier versucht, Goethe zu zitieren: Der Worte sind genug gewechselt, Laßt mich auch endlich Taten sehen! 

 

Christentum lebt vom Machen: Weniger parlieren, mehr tun. Das Rezept ist seit 2000 Jahren dasselbe und es kann funktionieren: Das Evangelium verkünden und den überlieferten Glauben bewahren. Ein altes Mütterchen, eine vetula, die werktags in der Kirche betet oder eine Kerze vor einem Bildstock entzündet, hat für den Fortbestand der Kirche mehr getan als hundert quasselnde Synodalen in diesen unsäglichen Kirchenparlamenten.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

sollte das stimmen gibt es solche Omas offenbar nicht mehr den es geht in atemberaubendem Tempo bergab
oder das ganze ist frömmeldes Geschwätz um sich die Sache schön zu reden 

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Long John Silver
vor 15 Stunden schrieb Chrysologus:

 

Umgekehrt glaube ich auch nicht, dass der Zulauf zu den Pfingstlern etwas mit Liberalität vs. Rigidität zu tun hätte, ansonsten müßten die sogenannten Traditionalisten boomen, was sie offensichtlich nicht tun. 

Die Schiene liberal vs. streng scheint mir als Erklärung nicht zu taugen und daher auch nicht geeignet zu sein, einen Lösungsweg zu suchen.

Im Moment diskutieren wir praktisch nur über die Struktur, und das seid 30 Jahren und mehr. Wie Pastoral aussehen kann, wurde (und wird) kirchenamtlich fast nur in Gestalt der Frage diskutiert, was denn nun dem Priester alleine vorbehalten sein  sollte oder muss, so als wäre die relevanteste Frage des kirchlichen Lebens die Dienststellenbeschreibung des Pfarrers. Warum es diesen aber geben solle, dazu wurde von keiner Seite ernsthaft etwas gefragt. Und nun erleben wir Strukturprozesse, die die Priester und deren Distribution in das Zentrum der Aufmerksamkeit stellen.

Daneben hat man in der Tat die Frage nach den zentralen Inhalten des Glaubens  gründlich aus dem Blick verloren: Weder haben wir im Moment eine kommunikationsfähige Antwort, was denn "glauben" bedeutet, noch können wir halbwegs verbindlich die Sakramente erklären, und zwar so, dass sie als sinnvolle Antworten auf die Fragen der Menschen heute aufscheinen und nicht als philosophische Glasperlenspiele daherkommen. 

 

 

 

 

 

Das ist aber nicht allein das Problem der Oberen, diese Unwissenheit bzw. Unfaehigkeit ist tief verankert auch bei einer grossen Menge an  Laien. Da gibt sich wohl das eine und andere "Lager" nicht viel heraus.

 

Und ich befuerchte, sie bleibt, egal, was herum reformiert werden  wuerde. Das ist, als ob man einem Gebaeude einen neuen Anstrich verpasst, aber nicht die Kernsubstanz saniert. Das ist dann ganz nett ud man haette einige Angriffsflaechen abgeschmirgelt, die sich mit dem Zeitgeist reiben,  aber wie man den Menschen die Wichtigkeit des Christentums  fuer ihre eigenes Leben und die Welt vermittelt, wird man immer noch nicht besser wissen oder koennen. 

 

Die Kirche ist  nicht einmal imstande, ihre eigenen Mitglieder so fuers Christstein zu zu motivieren, dass die grosse Menge nach der Erstkommunion oder einschlaegigen Festen wieder in den Gottesdienst kommt.  Frueher brauchte es diese Motivation nicht, da gab es einen gesellschaftlichen Automatismus. Dieser faellt immer mehr weg. Die Kirchen (beide) hinken dieser neuen Lage hinterher. Sie verhalten sich, als sei alles wie frueher. Da ist laengst nicht verstanden, das es einer Evangelisation der eigenen Mitglieder bedarf und dass von dieser schamhaften oeffentlichen Attiduede Abstand genommen werden sollte, die Werte des Christentums und die Botschaft von Jesus lieber nicht radikal und eindeutig zu verkuenden. Innen wird  im eigenen Saft und der eigenen "Problematik" geschmoert, nach aussen wird laviert, um sich keine Angriffsflaechen zu bilden in der Auseinandersetzung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Angeboten. 

 

Ein genuin katholisches Problem ist das sicher nicht,  Man sieht jedoch das Problem auch hier im Forum. Hier gibt es Lager,  Fronten,Verbissenheit, Gruppendenken,  je nachdem, um welches Thema es im christlichen Bereich geht.  Da ist die Frage, ob Homosexuelle gesegnet werden sollen dringender als die Frage, wie den eigenen Leuten und den Leuten ausserhalb die Sakramente erklaert und naeher bringen kann.  Eine grosse Menge Leute sind weitgehenst  spirituelle Analphabeten, was die Inhalte ihres eigenen Glaubens  betrifft. Viele  draussen haben die Begruendungen laengst vergessen,  viele drinnen denken nicht wirklich darueber nach. 

 

Ein radikaler Aufbruch waere sicher fuer alle Konfessionen noetig, das nicht nur am Rand bemerkt. Was die rkK angeht - wenn dieser "Neuanfang" sich lediglich auf bestimmte zeitgeistige Themen beschraenkt und alles andere genauso weitergeht wie bisher, vergisst man den ganzen grossen Rest. Dann schmort sie halt mit verheirateten Priester im eigenen Saft und die Leute treten weiterhin aus, weil sie in der ueberwiegenden Menge aus ganz anderen Gruenden austreten. 

 

 

 

 

 

 

bearbeitet von Long John Silver
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vor 12 Minuten schrieb Spadafora:

sollte das stimmen gibt es solche Omas offenbar nicht mehr den es geht in atemberaubendem Tempo bergab

 

Die gibt es schon noch, zumindest in unserer Gegend. Es sind die alten Frauen, die man öfter mal auch werktags in der Kirche sieht. Aber, seien wir ehrlich,  diese alten Frauen und ihr Glaube finden doch häufig nicht mehr Beachtung als das Mobiliar in der Kirche. 

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vor 15 Minuten schrieb Long John Silver:

Was die rkK angeht - wenn dieser "Neuanfang" sich lediglich auf bestimmte zeitgeistige Themen beschraenkt und alles andere genauso weitergeht wie bisher, vergisst man den ganzen grossen Rest. Dann schmort sie halt mit verheirateten Priester im eigenen Saft und die Leute treten weiterhin aus, weil sie in der ueberwiegenden Menge aus ganz anderen Gruenden austreten. 

 

 

Genau so ist es. Sieht man in Deutschland sehr schön an der Lage der protestantischen Kirche. Das nimmt teilweise absurde Dimensionen an. Ich erinnere mich, wie vor einigen Jahren ein protestantischer Kirchenvertreter sich sinngemäß bitter darüber beklagte, dass nach jedem Skandal in der katholischen Kirche protestantische Gläubige aus der evangelischen Kirche austreten. Da weht der Sturm in einem fremden Wald, doch die Blätter fallen von jenen Bäumen, die in einem anderen Wald stehen, einen Wald, der nicht vom Wind zersaust wird. Das sagt einiges darüber aus, wie wenig verankert die Blätter sind. Da reicht selbst der Sturm, der andernorts weht, um sie von den Bäumen zu pflücken.

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vor einer Stunde schrieb Long John Silver:

 

Das ist aber nicht allein das Problem der Oberen, diese Unwissenheit bzw. Unfaehigkeit ist tief verankert auch bei einer grossen Menge an  Laien. Da gibt sich wohl das eine und andere "Lager" nicht viel heraus.

 

Und ich befuerchte, sie bleibt, egal, was herum reformiert werden  wuerde. Das ist, als ob man einem Gebaeude einen neuen Anstrich verpasst, aber nicht die Kernsubstanz saniert. Das ist dann ganz nett ud man haette einige Angriffsflaechen abgeschmirgelt, die sich mit dem Zeitgeist reiben,  aber wie man den Menschen die Wichtigkeit des Christentums  fuer ihre eigenes Leben und die Welt vermittelt, wird man immer noch nicht besser wissen oder koennen. 

 

Die Kirche ist  nicht einmal imstande, ihre eigenen Mitglieder so fuers Christstein zu zu motivieren, dass die grosse Menge nach der Erstkommunion oder einschlaegigen Festen wieder in den Gottesdienst kommt.  Frueher brauchte es diese Motivation nicht, da gab es einen gesellschaftlichen Automatismus. Dieser faellt immer mehr weg. Die Kirchen (beide) hinken dieser neuen Lage hinterher. Sie verhalten sich, als sei alles wie frueher. Da ist laengst nicht verstanden, das es einer Evangelisation der eigenen Mitglieder bedarf und dass von dieser schamhaften oeffentlichen Attiduede Abstand genommen werden sollte, die Werte des Christentums und die Botschaft von Jesus lieber nicht radikal und eindeutig zu verkuenden. Innen wird  im eigenen Saft und der eigenen "Problematik" geschmoert, nach aussen wird laviert, um sich keine Angriffsflaechen zu bilden in der Auseinandersetzung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Angeboten. 

 

Ein genuin katholisches Problem ist das sicher nicht,  Man sieht jedoch das Problem auch hier im Forum. Hier gibt es Lager,  Fronten,Verbissenheit, Gruppendenken,  je nachdem, um welches Thema es im christlichen Bereich geht.  Da ist die Frage, ob Homosexuelle gesegnet werden sollen dringender als die Frage, wie den eigenen Leuten und den Leuten ausserhalb die Sakramente erklaert und naeher bringen kann.  Eine grosse Menge Leute sind weitgehenst  spirituelle Analphabeten, was die Inhalte ihres eigenen Glaubens  betrifft. Viele  draussen haben die Begruendungen laengst vergessen,  viele drinnen denken nicht wirklich darueber nach. 

 

Ein radikaler Aufbruch waere sicher fuer alle Konfessionen noetig, das nicht nur am Rand bemerkt. Was die rkK angeht - wenn dieser "Neuanfang" sich lediglich auf bestimmte zeitgeistige Themen beschraenkt und alles andere genauso weitergeht wie bisher, vergisst man den ganzen grossen Rest. Dann schmort sie halt mit verheirateten Priester im eigenen Saft und die Leute treten weiterhin aus, weil sie in der ueberwiegenden Menge aus ganz anderen Gruenden austreten. 

 

Ich habe es selbst schon mehrfach in der Familie erlebt. Da wurde mal wieder ein katholisches Dokument als Sau durch das Mediendorf gerieben (ich erinnere mich noch gut an DOMINUS IESUS) und ich wurde damals von engen Angehörigen (katholisch) gefragt: was, die Evangelen keine Kirche?????? Spinnen die????? Was steht denn da drin - sag mal schnell!!!!!

 

Als ich dann einfach sagte: ist kein dickes Buch, ich drucke es Dir aus - lies es doch bitte selbst, damit ich nichts falsch wiedergebe: natürlich keine Lust.

 

Selbst Spiegel Online gibt am Ende der Artikel Kurzzusammenfassungen, weil offenbar die Leute keinen Bock mehr auf Lektüre jenseits von 10 Zeilen haben.

 

Sorry, wer dann ständig verarscht wird, soll sich nicht wundern. Wer dann nichts versteht, der kann allein sehr wohl was dafür. Sollen wir jetzt alle liturgischen Gebete in "Leichter Sprache" verfassen?

 

Und außerdem: es kann ja auch einfach sein, daß die Inhalte verstanden und einfach rundheraus abgelehnt werden. Das ist auch jedes Menschen gutes Recht.

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vor einer Stunde schrieb Long John Silver:

 

Das ist aber nicht allein das Problem der Oberen, diese Unwissenheit bzw. Unfaehigkeit ist tief verankert auch bei einer grossen Menge an  Laien. Da gibt sich wohl das eine und andere "Lager" nicht viel heraus.

 

Und ich befuerchte, sie bleibt, egal, was herum reformiert werden  wuerde. Das ist, als ob man einem Gebaeude einen neuen Anstrich verpasst, aber nicht die Kernsubstanz saniert. Das ist dann ganz nett ud man haette einige Angriffsflaechen abgeschmirgelt, die sich mit dem Zeitgeist reiben,  aber wie man den Menschen die Wichtigkeit des Christentums  fuer ihre eigenes Leben und die Welt vermittelt, wird man immer noch nicht besser wissen oder koennen. 

 

Die Kirche ist  nicht einmal imstande, ihre eigenen Mitglieder so fuers Christstein zu zu motivieren, dass die grosse Menge nach der Erstkommunion oder einschlaegigen Festen wieder in den Gottesdienst kommt.  Frueher brauchte es diese Motivation nicht, da gab es einen gesellschaftlichen Automatismus. Dieser faellt immer mehr weg. Die Kirchen (beide) hinken dieser neuen Lage hinterher. Sie verhalten sich, als sei alles wie frueher. Da ist laengst nicht verstanden, das es einer Evangelisation der eigenen Mitglieder bedarf und dass von dieser schamhaften oeffentlichen Attiduede Abstand genommen werden sollte, die Werte des Christentums und die Botschaft von Jesus lieber nicht radikal und eindeutig zu verkuenden. Innen wird  im eigenen Saft und der eigenen "Problematik" geschmoert, nach aussen wird laviert, um sich keine Angriffsflaechen zu bilden in der Auseinandersetzung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Angeboten. 

 

Ein genuin katholisches Problem ist das sicher nicht,  Man sieht jedoch das Problem auch hier im Forum. Hier gibt es Lager,  Fronten,Verbissenheit, Gruppendenken,  je nachdem, um welches Thema es im christlichen Bereich geht.  Da ist die Frage, ob Homosexuelle gesegnet werden sollen dringender als die Frage, wie den eigenen Leuten und den Leuten ausserhalb die Sakramente erklaert und naeher bringen kann.  Eine grosse Menge Leute sind weitgehenst  spirituelle Analphabeten, was die Inhalte ihres eigenen Glaubens  betrifft. Viele  draussen haben die Begruendungen laengst vergessen,  viele drinnen denken nicht wirklich darueber nach. 

 

Ein radikaler Aufbruch waere sicher fuer alle Konfessionen noetig, das nicht nur am Rand bemerkt. Was die rkK angeht - wenn dieser "Neuanfang" sich lediglich auf bestimmte zeitgeistige Themen beschraenkt und alles andere genauso weitergeht wie bisher, vergisst man den ganzen grossen Rest. Dann schmort sie halt mit verheirateten Priester im eigenen Saft und die Leute treten weiterhin aus, weil sie in der ueberwiegenden Menge aus ganz anderen Gruenden austreten. 

 

 

 

 

 

 

Ein Wort zu den Pfingstlern da gibt es einen Aspekt Freikirchen sind viel familiärer  da werden alte Behinderte ect zum Gottesdienst abgeholt nach dem Gottesdienst gibt es Sonntags meistens ein Essen Hauskreise unter der Woche Mütter und Jugendgruppen man fühlt sich gut aufgehoben  ein kl. Beispiel eine alte Dame die sich Jahrzehnte lang für die tridentinische Messe einsetzte begann plötzlich die Pfingstgemeinde zu besuchen  warum
sie sagte es mir sehr treffend am Telefon denen ist es nicht egal ob ich zur Messe kommen kann  ich glaube auch das trägt viel zum Wachstum der Pfingstler bei auch daß meistens die Gemeinen kleiner sind und jeder kennt jeden 

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vor 57 Minuten schrieb Mistah Kurtz:

 

Die gibt es schon noch, zumindest in unserer Gegend. Es sind die alten Frauen, die man öfter mal auch werktags in der Kirche sieht. Aber, seien wir ehrlich,  diese alten Frauen und ihr Glaube finden doch häufig nicht mehr Beachtung als das Mobiliar in der Kirche. 

klar weil sie immer da waren

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1 hour ago, Spadafora said:

Ein Wort zu den Pfingstlern da gibt es einen Aspekt Freikirchen sind viel familiärer  da werden alte Behinderte ect zum Gottesdienst abgeholt nach dem Gottesdienst gibt es Sonntags meistens ein Essen Hauskreise unter der Woche Mütter und Jugendgruppen man fühlt sich gut aufgehoben  ein kl. Beispiel eine alte Dame die sich Jahrzehnte lang für die tridentinische Messe einsetzte begann plötzlich die Pfingstgemeinde zu besuchen  warum
sie sagte es mir sehr treffend am Telefon denen ist es nicht egal ob ich zur Messe kommen kann  ich glaube auch das trägt viel zum Wachstum der Pfingstler bei auch daß meistens die Gemeinen kleiner sind und jeder kennt jeden 

Tja, das hätte sie aber wissen müssen, dass es bei der tridentinischen Messe egal ist, ob jemand dabei ist. Anscheinend hat sie sich nicht genug damit befasst.

 

Werner

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