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Wie entstehen kirchliche Feste?


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Geschrieben
Am 21.6.2019 um 22:40 schrieb nannyogg57:

Kirchliche Feste entstehen, weil ein Bedürfnis besteht, dieses Fest zu feiern. Der ursprünglichste Feiertag ist der Sonntag, der ist sogar biblisch. Andere Feste im Jahreskreis kannte man lange nicht.

 

Das erste Fest im Jahreskreis war Ostern, das sich 150 n.Chr. in den Quellen das erste Mal nachweisen lässt, hier aber schon als etabliertes Fest genannt wird. Sie fand als Ganznachtsfeier statt.

 

Das nächste Fest war dann Weihnachten 329 der 6. Januar im Osten, 354 der 25. Dezember im Westen. Anlass dürften die christologischen Debatten gewesen sein, die damals die Christen beschäftigten.

 

Nebenher scheint es ein, meist ortsgebundenes Gedenken für Verstorbene, speziell Märtyrer, gegeben haben, deren an ihrem jährlichen Todestages gedacht wurde. Daraus haben sich die Namenstage entwickelt.

 

Ende des 4. Jahrhunderts begann dann auch die Entfaltung des Osterfestes in Palmsonntag, Gründonnerstag usw. Man wollte praktisch die letzten Tage Jesu in Jerusalem nachfeiern. 

 

Das Fronleichnamsfest ist die liturgische Antwort auf das IV. Laterankonzil, das 1215 die Tabernakelfrömmigkeit förderte und eben auch die Schaufrömmigkeit. Damals war so eine Nonne mit Vision ein ziemlich überzeugender Impuls, man bemerkt aber auch, dass die kirchlichen Autoritäten gefragt waren.

 

Nicht alle kirchlichen Feste haben also im Hintergrund eine so fromme Legende, manchmal wird sie einfach auch nachgereicht, so die Legende, Maria hätte dem heiligen Dominikus den ersten Rosenkranz übergeben.

 

Was ganz schlecht funktioniert, das sind Feste, die ohne wirkliches Bedürfnis bei den Christenmenschen von oben her diktiert werden: Mir fällt da der Barmherzigkeitssonntag ein, der Sonntag nach Ostern.

 

Zwischen dem, was von oben gewollt wird, und dem, was sich tatsächlich durchsetzt, klafft schon eine Lücke: Zum Beispiel gab es im Mittelalter sehr wohl Initiativen und auch Vorschriften von oben, es sollten nicht mehr so viele Messen gelesen werden. Aber die sind verpufft, weil die Menschen eben damals glaubten, je mehr Messen sie für ihre Verstorbenen lesen ließen, desto schneller kämen diese aus dem Fegefeuer.

Der erste Sonntag nach Ostern ist bei uns weiterhin der weiße Sonntag, nicht der Barmherzigkeitstag

Geschrieben
Am 24.6.2019 um 23:24 schrieb Julius:

Dieses Haupt Johannes des Täufers ist aus Holz. Seit 1963 wird es in der Klosterkirche Münsterlingen aufbewahrt und wird da - bedingt durch die Klimaerwärmung - wohl auch noch eine Weile aufbewahrt werden. Ansonsten wurde es seit 1573 bei jeder Seegfrörne (Bodensee so zugefroren, dass er zu Fuß überquert werden kann) in einer feierlichen Prozession über das Eis zum gegenüberliegenden Ufer getragen und blieb dort bis zur nächsten Seegfrörne, dann wechselte er wieder zum anderen Ufer. Hier haben ihn - 1963 - die Schweizer aus Münsterlingen im deutschen Hagnau ab- und zurückgeholt.
Wer wann warum damit angefangen hat? Nix genaues weiss man nicht.

btw. : 1963 war ich mit dabei, als das Haupt des Johannes nach Münsterlingen gebracht wurde. Die Prozession quer über den zugefrorenen Bodensee war ein Erlebnis. Die Rückgabe des Hauptes nach Hagnau werde ich wohl nicht mehr erleben.

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