Flo77 Geschrieben vor 21 Stunden Melden Geschrieben vor 21 Stunden vor 20 Stunden schrieb rorro: Woher weißt du, daß mein Leben ohne Glauben nicht viel leichter wäre? Kommt auf die Persönlichkeitsstruktur an. Allerdings - und vielleicht ist auch das wieder ein jahrhundertealtes Missverständnis - zeichnet sich der echte Glaube ja dadurch aus, daß die Heilsbotschaft soweit internalisiert wurde, daß sie alles andere aufwiegt. Gibt es anderswo auch noch extremer, so darf zum Beispiel auf mormonischen Beerdigungen konsequenterweise nicht getrauert werden, da ein trauriges Gesicht angesichts des Todes zeigen würde, daß man nicht fest genug an das nächste Leben glaubt. (Ich habe ja mal vorgeschlagen auf Beerdigungen den Trauerkranz analog zum Brautstrauß zu werfen, aber die Idee wurde merkwürdigerweise abgelehnt, obwohl der kirchliche Beerdigungsritus das Gebet für den Nächstversterbenden ja tatsächlich enthält.) Für den, der "richtig" glaubt, stellen sich viele Fragen tatsächlich nicht. Für jeden mit dem Hauch eines Zweifels ist diese Erwartungshaltung allerdings schwer verdaulich. Zitieren
Higgs Boson Geschrieben vor 21 Stunden Melden Geschrieben vor 21 Stunden vor 4 Minuten schrieb Flo77: (Ich habe ja mal vorgeschlagen auf Beerdigungen den Trauerkranz analog zum Brautstrauß zu werfen, aber die Idee wurde merkwürdigerweise abgelehnt, obwohl der kirchliche Beerdigungsritus das Gebet für den Nächstversterbenden ja tatsächlich enthält.) Das funktioniert nicht. Meine Töchter haben beide schon Brautsträuße gefangen und sind immer noch nicht verheiratet. Aber ich habe einen Enkelhund, ich will nicht undankbar sein... Zitieren
Flo77 Geschrieben vor 20 Stunden Melden Geschrieben vor 20 Stunden (bearbeitet) vor 28 Minuten schrieb Higgs Boson: Das funktioniert nicht. Meine Töchter haben beide schon Brautsträuße gefangen und sind immer noch nicht verheiratet. Aber ich habe einen Enkelhund, ich will nicht undankbar sein... Man muss mit dem Kranz natürlich richtig zielen und er sollte einen Kern aus Gußeisen haben. bearbeitet vor 20 Stunden von Flo77 1 Zitieren
Merkur Geschrieben vor 20 Stunden Melden Geschrieben vor 20 Stunden vor 2 Stunden schrieb Aleachim: Ich hab grad dreimal angesetzt, um zu beschreiben, warum ich diese Formulierung problematisch finde. Nicht nur du. Ich wundere mich, wie oft sich Menschen mithilfe der Religion das Leben schwer machen. Kaum eine andere Kulturleistung hat derart gravierende Nebenwirkungen. Zitieren
Aleachim Geschrieben vor 20 Stunden Melden Geschrieben vor 20 Stunden vor 12 Minuten schrieb Merkur: Nicht nur du. Ich wundere mich, wie oft sich Menschen mithilfe der Religion das Leben schwer machen. Kaum eine andere Kulturleistung hat derart gravierende Nebenwirkungen. Na ja, das seltsame ist ja, dass ich eher nicht denke, dass @rorro einer ist, "der sich mithilfe der Religion das Leben schwer macht". Ich denke, er ist jemand mit Verantwortungsgefühl, dem nicht einfach alles egal ist. Warum sein Glaube dafür als Begründung herhalten muss, leuchtet mir nicht ganz ein. Ich bezweifle, dass sein Verantwortungsgefühl einfach weg wäre, wenn er nicht mehr glauben würde... Zitieren
Flo77 Geschrieben vor 20 Stunden Melden Geschrieben vor 20 Stunden (bearbeitet) vor 17 Minuten schrieb Merkur: Nicht nur du. Ich wundere mich, wie oft sich Menschen mithilfe der Religion das Leben schwer machen. Kaum eine andere Kulturleistung hat derart gravierende Nebenwirkungen. Naja - das ist ja auch eigentlich der Urzweck von Religion. Sie soll das Leben schwer machen. Nicht um den Menschen das Leben zu vermiesen, sondern damit diejenigen, die "drin" sind beweisen können wie ernst sie es meinen um sich klar vom "draußen" abzugrenzen. Im Englischen werden Religionen, die besonders hohe Hürden anlegen "high demand"-Religionen genannt. Dazu gehören wie Neu-Religionen wie die Zeugen Jehovas oder die Mormonen aber auch ältere wie das Orthodoxe Judentum (das in diesem Zusammenhang wirklich Maßstäbe setzt) aber auch der konservative Islam und nicht zuletzt das römisch-katholische Christentum, das zwar in der Praxis ziemlich verkommen ist, aber in der Theorie seinen Gläubigen einiges abverlangt. Je größer die Opfer sind, die jemand bereit ist für seine Gruppe zu erbringen, umso höher die Reputation, umso höher der Druck auf die Mitgläubigen es demjenigen gleichzutun, umso schärfer die Abgrenzung nach außen. bearbeitet vor 20 Stunden von Flo77 Zitieren
rorro Geschrieben vor 19 Stunden Melden Geschrieben vor 19 Stunden Der Nutzen, das potentielle Wohlempfinden oder andere Annehmlichkeiten sind sekundär. Wenn ich überzeugt bin, daß der Glaube wahr ist, spielt alles andere keine große Rolle. Ich will in der Wahrheit leben. Zitieren
Merkur Geschrieben vor 19 Stunden Melden Geschrieben vor 19 Stunden vor 14 Minuten schrieb Flo77: Naja - das ist ja auch eigentlich der Urzweck von Religion. ... Das sehe ich völlig anders. Für mich sind diese Schwierigkeiten eine Art Kontrollverlust. Den Urzweck der Religionen sehe ich in Eigenschaften wie Sinnstiftung, Umgang mit Leid und Tod, Gemeinschaft, Identität, kulturelles Leben, geistige Herausforderungen, spirituelle Erfahrung usw. Wer sich von seiner Religion drangsalieren läßt (oder wegen ihr andere drangsaliert) hat mMn etwas falsch gemacht. Wenn man an einer Religion nicht mehr reifen kann, wird es Zeit, sich von ihr zu trennen. 1 2 Zitieren
SteRo Geschrieben vor 4 Stunden Melden Geschrieben vor 4 Stunden (bearbeitet) vor 15 Stunden schrieb Merkur: Den Urzweck der Religionen sehe ich in Eigenschaften wie Sinnstiftung, Umgang mit Leid und Tod, Gemeinschaft, Identität, kulturelles Leben, geistige Herausforderungen, spirituelle Erfahrung usw. Wer sich von seiner Religion drangsalieren läßt (oder wegen ihr andere drangsaliert) hat mMn etwas falsch gemacht. Wenn man an einer Religion nicht mehr reifen kann, wird es Zeit, sich von ihr zu trennen. Das ist schon wieder so ein Gerede über "Religionen", welches vermuten lässt, dass der so Sprechende gar keinen Glauben hat. Denn wer mit Glauben redet derart vergleichend und verallgemeinernd über "Religionen", die dadurch austauschbar erscheinen? Das ist nur aus der Distanz möglich. Wenn man seinen eigenen Glauben dagegen gar nicht als "Religion" betrachtet und das Wort "Religion" nur für die falschen Glaubensarten reserviert, dann kann man auch als Rechtgläubiger so sprechen. bearbeitet vor 4 Stunden von SteRo Zitieren
SteRo Geschrieben vor 4 Stunden Melden Geschrieben vor 4 Stunden Am 18.3.2026 um 20:40 schrieb rorro: Woher weißt du, daß mein Leben ohne Glauben nicht viel leichter wäre? vor 18 Stunden schrieb Aleachim: Ich hoffe, du meinst das nicht so wie es klingt... Ich hab grad dreimal angesetzt, um zu beschreiben, warum ich diese Formulierung problematisch finde. Ich kriegs nicht so hin, wie ich möchte. Und ich will dir auch nichts unterstellen. Ich glaube, ich versuche lieber, aus meiner persönlichen Sicht zu sagen, wie es für mich stimmig ist. Und ich hoffe dabei, dass du es auch ein wenig in der Art meinst. Vielleicht kann ich es an einem Beispiel verdeutlichen. Ich hab in meinem Bekanntenkreis jemanden, der macht sich's nicht leicht. Der denkt viel nach, über das was er tut, über das, was man besser machen könnte (in vielen verschiedenen Bereichen). Ein ganz sympathischer Mensch, der wenigstens ein klein wenig dazu beitragen möchte, die Welt zu verbessern. Und der trifft in seinem Alltag immer wieder auf Menschen, die eher gleichgültig sind, die sich um die meisten Sachen keinen großen Kopf machen und halt so ihr Leben leben. In mir hat er einen Gesprächspartner, der in vielen Fällen seine Anliegen teilt oder zumindest nachvollziehen kann. Jemanden, der nicht gleichgültig ist. Und einmal meinte er zu mir, dass es für unsereins doch eigentlich viel leichter wäre, auch so gleichgültig in den Tag hineinzuleben, wie manch andere. So nach dem Motto "Warum tun wir uns das eigentlich an?" Mich hat das irritiert. Und ich hab ihn gefragt, ob er denn tatsächlich lieber so gleichgültig wäre. Ich kann mich nicht mehr ganz genau an seine Antwort erinnern. Es war vermutlich in der Richtung, dass er eigentlich nicht so gleichgültig sein will wie "die", aber wenn er sieht, wie leicht für "die" vieles ist, wünscht er sich das insgeheim doch manchmal ein wenig. Diese Leichtigkeit. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Ein "leichteres Leben" ohne Glauben. Ich vermute, dass ich ohne meinen Glauben, noch genauso das innere Bedürfnis hätte, mich einzusetzen für andere, oder für bestimmte Werte einzutreten. Auch dann, wenn es mich was kostet. (Ich bin da wirklich nicht der Vertreter eines einfachen "Wohlfühlglaubens". Aber das, was ich auf dem Fundament meines Glaubens tue, entspringt zutiefst meinem Inneren. Das ist nichts, was ich ablgegen könnte, wenn ich nicht mehr an Gott glauben würde. Das wäre Selbstverleugnung. Im Gegenteil, würde ich sagen, der Glaube gibt mir erst wirklich die Kraft dazu, solche Herausforderungen anzunehmen. Ohne den Glauben, wäre es nicht leichter, sondern eher noch schwerer... Ich weiß nicht, ob das jetzt einigermaßen verständlich war. Ich möchte einfach nicht, dass dieser Satz so stehen bleibt... Alles (psychologisch) sehr interessant, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass es dem christlichen Glauben wesensfremd ist, davon ein leichtes Leben zu erwarten. Zitieren
Merkur Geschrieben vor 3 Stunden Melden Geschrieben vor 3 Stunden vor 12 Minuten schrieb SteRo: ... Denn wer mit Glauben redet derart vergleichend und verallgemeinernd über "Religionen", die dadurch austauschbar erscheinen? ... Diese Art von Sondersprache erschwert nur unnötig die Kommunikation. Selbst der Papst würde z.B. das Christentum und den Islam als Religionen bezeichnen. Zitieren
SteRo Geschrieben vor 3 Stunden Melden Geschrieben vor 3 Stunden (bearbeitet) vor 13 Minuten schrieb Merkur: Diese Art von Sondersprache erschwert nur unnötig die Kommunikation. Selbst der Papst würde z.B. das Christentum und den Islam als Religionen bezeichnen. Ich selbst teile diese Konvention. sonst wäre das Studium so mancher Literatur äußerst anstrengend. Aber dann gilt, was ich zuvor gesagt habe: "Das ist schon wieder so ein Gerede über "Religionen", welches vermuten lässt, dass der so Sprechende gar keinen Glauben hat." Dies kannst du nur dadurch entkräften, dass du mir eine Stelle nennst, wo der Papst so redet wie du es tust: vor 16 Stunden schrieb Merkur: Den Urzweck der Religionen sehe ich in Eigenschaften wie Sinnstiftung, Umgang mit Leid und Tod, Gemeinschaft, Identität, kulturelles Leben, geistige Herausforderungen, spirituelle Erfahrung usw. Wer sich von seiner Religion drangsalieren läßt (oder wegen ihr andere drangsaliert) hat mMn etwas falsch gemacht. Wenn man an einer Religion nicht mehr reifen kann, wird es Zeit, sich von ihr zu trennen. Man stelle sich vor der Leo würde sagen: "Der Urzweck der christlichen Religion ist Sinnstiftung, Umgang mit Leid und Tod, Gemeinschaft, Identität, kulturelles Leben, geistige Herausforderungen, spirituelle Erfahrung usw. Wer sich von unserer Religion drangsalieren läßt (oder wegen ihr andere drangsaliert) hat mMn etwas falsch gemacht. Wenn man an unserer Religion nicht mehr reifen kann, wird es Zeit, sich von ihr zu trennen." Von Leuten, die aus der Kirche austreten, weil sie keinen Glauben mehr haben oder nie einen gehabt haben, ist dagegen leicht vorstellbar, dass sie so daherreden. bearbeitet vor 3 Stunden von SteRo Zitieren
Merkur Geschrieben vor 3 Stunden Melden Geschrieben vor 3 Stunden vor 12 Minuten schrieb SteRo: "Das ist schon wieder so ein Gerede über "Religionen", welches vermuten lässt, dass der so Sprechende gar keinen Glauben hat." Soll das bedeuten, dass man als Gläubiger bestimmte Sachen nicht sagen darf, unabhängig von ihrer Wahrheit und Richtigkeit? Zitieren
SteRo Geschrieben vor 3 Stunden Melden Geschrieben vor 3 Stunden vor 2 Minuten schrieb Merkur: Soll das bedeuten, dass man als Gläubiger bestimmte Sachen nicht sagen darf, unabhängig von ihrer Wahrheit und Richtigkeit? Jetzt sind wie wieder beim Gerede um "dürfen" und "verboten" ... so redet auch kein Rechtgläubiger. Zitieren
Merkur Geschrieben vor 3 Stunden Melden Geschrieben vor 3 Stunden Gerade eben schrieb SteRo: Jetzt sind wie wieder beim Gerede um "dürfen" und "verboten" ... so redet auch kein Rechtgläubiger. Gibt es eine Art Sprachkurs für Rechtgläubige? Zitieren
SteRo Geschrieben vor 3 Stunden Melden Geschrieben vor 3 Stunden Gerade eben schrieb Merkur: Gibt es eine Art Sprachkurs für Rechtgläubige? Schau, du musst doch nicht drumrumreden. Du hast deine Sicht bzgl. aller Religionen (inkl. der christlichen) ausgedrückt. Und ich habe daraufhin geschrieben: vor 41 Minuten schrieb SteRo: Das ist schon wieder so ein Gerede über "Religionen", welches vermuten lässt, dass der so Sprechende gar keinen Glauben hat. Denn wer mit Glauben redet derart vergleichend und verallgemeinernd über "Religionen", die dadurch austauschbar erscheinen? Das ist nur aus der Distanz möglich. Damit ist doch schon alles gesagt. Es sei denn, du würdest noch etwas zum christlichen Glauben sagen wollen, das diesen von deiner Beschreibung aller Religionen unterscheidet. Zitieren
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