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Synodaler Weg - schon versperrt?


Jan_Duever

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vor 3 Minuten schrieb Guppy:

 

Frank sprach von "Paaren, die sich lieben".

 

Ich wollte nur wissen, was er darunter versteht und ob bzw. warum er "Liebe" auf zwei Personen beschränkt.

 

Meine Mutter und ich sind z.B. zwei Personen und wir lieben uns. Gelten wir in Franks Sinne als "Paar, dass sich liebt" und gesegnet werden sollte?

natürlich warum nicht den diese Art von Segen gab es immer schon im Rituale Romanum

bearbeitet von Spadafora
etwas vergessen
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vor 6 Minuten schrieb Guppy:

 

Also gibt es gar nicht die eine römisch-katholische Kirche, sondern es gibt viele, viele "Ortskirchen" und jede Ortskirche ist für sich eine eigene Kirche mit eigener Lehre?

Jede Ortskirche ist katholische Kirche. Unsere Bistümer sind keine Filialen Roms, auch wenn einige das gerne glauben würden.

 

Und von Bistum zu Bistum gab es schon immer Unterschiede.

 

vor 6 Minuten schrieb Guppy:

Also kann eine Ortkirche auch eine eigene Liturgie entwickeln und feiern? Oder ein eigenes Credo? Sakramente abschaffen oder neue einführen?

Nun, Rom hat mit der Professio fidei bereits ein neues Credo erfunden, das ich als Katholik ablehnen muss. Ebenso das Credo des Gottesvolkes, daß P6 verkündet hat, aber zumindest in der deutschen Übersetzung einige Passagen enthält, deren Katholizität eher zweifelhaft ist. Beide spielen allerdings außerhalb des apostolischen Elfenbeinturms defacto keine Rolle.

 

Was die Liturgie angeht ist die Idee der uniformen Messe keine 500 Jahre alt. Ball flachhalten und entspannen.

 

vor 6 Minuten schrieb Guppy:

Und wenn in dem Heimatbistum nach ein paar Jahren der Bischof verstirbt und dann kommt ein neuer Bischof, der lehrt, die Kirche habe keine Vollmacht Frauen zu weihen und dann alle "Weihen" von Frauen annulliert und für nicht existent erklärt? Wäre doch dann auch möglich.

Es wäre auch möglich, daß seit 400 Jahren die Kathedra Petri vakant ist oder morgen ein Blitz den Petersdom einäschert.

 

Wie wäre es, sich erstmal um die Probleme von heute zu kümmern und weniger an über-übermorgen zu denken.

 

Insofern fände ich eine Reform des Bischofswahlrechts sehr viel wichtiger als diesen Hickhack um Priesterinnen und Segnungen von Lebensgemeinschaften...

 

(Ich hatte es schon erwähnt: ich bin weder für Priesterinnen noch für die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare...)

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vor 11 Minuten schrieb Guppy:

Und wenn in dem Heimatbistum nach ein paar Jahren der Bischof verstirbt und dann kommt ein neuer Bischof, der lehrt, die Kirche habe keine Vollmacht Frauen zu weihen und dann alle "Weihen" von Frauen annulliert und für nicht existent erklärt? Wäre doch dann auch möglich.

Auf weltkirchlicher Ebene geht genau das. Was sagst du dazu?

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vor 45 Minuten schrieb Spadafora:

natürlich warum nicht den diese Art von Segen gab es immer schon im Rituale Romanum

 

Warum dann dieses ganze Theater, wenn es schon immer möglich ist, dass ein Priester Menschen segnet, die sich lieben?

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vor 6 Minuten schrieb Guppy:

 

Warum dann dieses ganze Theater, wenn es schon immer möglich ist, dass ein Priester Menschen segnet, die sich lieben?

Weil diese Segensformulare entweder für Eheleute gelten oder für Eltern und Kinder oder für Freunde in einem geistlichen Bund. Die Idee, eine Lebenspartnerschaft sexueller Natur außerhalb der Ehe zu segnen ist von diesen Formularen bisher nicht abgedeckt (auch, wenn es bei der Adelphopoiesis eine ziemliche Grauzone gab, weswegen das Ritual abgeschafft wurde...)

bearbeitet von Flo77
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vor 1 Stunde schrieb Flo77:

Von der fehlenden Begründung und unzureichenden Argumentation mal ganz abgesehen: kann es sein, daß die Kirche einen Lehrbruch begangen hat als sie in die Entweltlichung strebte?

 

 

Bei den  beiden genannten Punkten, Frauenordination und Segnung homosexueller Partnerschaften, wird ja nun gerade nicht mit "Entweltlichung" argumentiert. 

 

Die Begründung, die es sehr wohl gibt, geht bei der Frauenordination auf den Stifterwillen Christi und bei der Segnung homosexueller Partnerschaften auf die Schöpfungsordnung zurück. Daraus zieht die Kirche den Schluss, dass er ihr für das eine wie das andere die Vollmacht nicht gegeben ist. 

 

Entweltlichung ist ein wichtiges Anliegen, sehe ich in diesem Kontext aber nicht als einschlägig an.

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vor 7 Minuten schrieb Studiosus:

 

Bei den  beiden genannten Punkten, Frauenordination und Segnung homosexueller Partnerschaften, wird ja nun gerade nicht mit "Entweltlichung" argumentiert. 

 

Die Begründung, die es sehr wohl gibt, geht bei der Frauenordination auf den Stifterwillen Christi und bei der Segnung homosexueller Partnerschaften auf die Schöpfungsordnung zurück. Daraus zieht die Kirche den Schluss, dass er ihr für das eine wie das andere die Vollmacht nicht gegeben ist. 

 

Entweltlichung ist ein wichtiges Anliegen, sehe ich in diesem Kontext aber nicht als einschlägig an.

Du selbst hast doch das Beispiel hier geliefert: die Sicht auf den Menschen wird zur Glaubensfrage erhoben und von der menschlichen Realität entkoppelt und die Konsequenzen werden rein transzendent begründet und nicht in der Welt verankert.

 

Du weiß, was ich lesen will aber was weder Du noch die Kirche in einem Kompendium herausrücken.

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vor 2 Stunden schrieb Aristippos:
vor 2 Stunden schrieb Frank:

Bei der Frauenordination bin ich mir da nicht so sicher. Aber bei anderen Fragen wie dem Zölibat z. B. oder der Segnung für Paare die sich Lieben: Ja warum das nicht den Bistümer überlassen?

Und wenn der Priester dann umzieht (z.B. weil seine Frau vom Arbeitgeber versetzt wird), ist er plötzlich kein Priester mehr?

Priester bleibt er, ob der dann zuständige Bischof den Priester inkardiniert steht auf dem anderen Blatt. 

Aber die Frage ist sowieso Kappes, mit Verlaub. 

Mit dem verheirateten ständigen Diakon haben wir bereits verheiratete Kleriker. Und ich bin mir sicher das es da Regeln gibt die die deine Frage beantworten. Ich kenne diese Regeln nicht,  da müsste man @Chrysologus fragen. Diese Regeln könnte man auf Priester ebenso anwenden. 

 

vor 3 Stunden schrieb Guppy:
vor 14 Stunden schrieb phyllis:

Darum meine Antwort dass es durchaus Dinge gibt die nicht direkt zur Lehre gehören und die durchaus regional entschieden werden können und sollten.

 

Und wer genau entscheidet dann, was genau "nicht direkt zur Lehre" gehört und regional entschieden werden kann? Das ist doch dann auch willkürlich. Warum nur die "Frauenweihe" regional entscheiden, nicht aber die Liturgieform oder andere Dinge?

 

Der Papst könnte hingehen und sagen: "Liebe Bischöfe, ihr dürft Frauen zu Priestern weihen, ob ihr das macht überlasse ich euch."

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vor 16 Minuten schrieb Flo77:

Du weiß, was ich lesen will aber was weder Du noch die Kirche in einem Kompendium herausrücken.

 

Vielleicht erwartest Du zu viel oder Falsches? Das Christentum hat gewissermaßen ab Stunde Null, neben weltimmanenten Elementen wie der Armenpflege und Gemeinschaft, auch eine starke transzendente Volte. Kurzum: Nicht alles, was die Botschaft der Kirche ausmacht, kann auch unmittelbar in weltliche Kategorien übertragen werden. 

 

Im Thread zum Judentum habe ich gelesen, was ich für richtig halte, dass diese Religion sehr diesseitsorientiert ist. Hier geht es weniger um den Blick auf die Eschata, sondern eher um eine Art von Existenzbewältigung im Lichte Gottes. Das ist natürlich etwas verkürzt, aber so habe ich diesen Beitrag verstanden. Der jüdische Blick auf die Religion geht wenig über das hiesige Leben hinaus. Dort sind die Fragen: Wie gehe ich mit Krankheit, Krieg, Elend, Hunger, zwischenmenschlichen Beziehungen etc. um. Diese innerweltlichen Phänome werden entsprechend der religiösen Tradition gedeutet. Was nach den paar Jahrzehnten kommt, die der Mensch lebt, steht nicht unbedingt im Vordergrund. 

 

Das ist nun im Christentum - ich beschränke das nicht auf den Katholizismus - anders. Hier ist das Leben im Diesseits vor allem auch ein großes Präludium für das, auf was Christen hoffen: Die Ewigkeit im Angesicht Gottes. Deshalb wird Vieles, was mit den Begriffen Sünde oder Heil assoziiert wird, fundamental aus dieser eschatologisches Perspektive her konstruiert. Und das führt zu einer gewissen Diskrepanz zwischen dem, was der Mensch in seiner irdischen Existenz vielleicht für angenehm oder heilsam empfindet, und dem, was ihm mit Blick auf das ewige Ziel nützlich ist und frommt. 

 

Diesen Graben sehe ich so im Judentum nicht. Das ist deutlich unmittelbarer, vielleicht auch lebensnaher. 

bearbeitet von Studiosus
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Gerade eben schrieb Studiosus:

 

Vielleicht erwartest Du zu viel oder Falsches?

Eine argumentativ nachvollziehbare Anthropologie ist etwas "Falsches" oder ein "Zuviel" zu erwarten?

 

Ist halt merkwürdig, daß über den Christus Bibliotheken verfügbar sind, aber nicht über den Menschen...

 

Gerade eben schrieb Studiosus:

Das ist nun im Christentum - ich beschränke das nicht auf den Katholizismus - anders. Hier ist das Leben im Diesseits vor allem auch ein großes Präludium für das, auf was Christen hoffen: Die Ewigkeit im Angesicht Gottes. Deshalb wird vieles, was mit den Begriffen Sünde oder Heil assoziiert wird, fundamental aus dieser eschatologisches Perspektive her konstruiert. 

Tja, das eine entbindet uns nicht vom anderen. Zumal die Eschata schon seit längerem auf sich warten lässt.

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vor 18 Minuten schrieb Studiosus:

Die Begründung, die es sehr wohl gibt, geht bei (…) der Segnung homosexueller Partnerschaften auf die Schöpfungsordnung zurück.

Das wandelt sich ja auch nach Lust und Laune. Mal ist es Levitikus, mal Sodom, mal das gesunde Volksempfinden, der verblichene Ex-Papst Ratzinger bemühte gern das „natürliche Sittengesetz“, was immer das auch sein mag. Derzeit hip ist Genesis 1 und 2, wo Gott zwar zum zölibatären Leben ganz klar sagt „es ist nicht gut“, Homosexualität jedoch nicht einmal indirekt angesprochen wird.

Lange Rede, kurzer Sinn, die professionellen Glaubenserfinder haben keinen blassen Schimmer, wie sie die Ablehnung der Homosexualität halbwegs vernünftig nachvollziehbar begründen können, weshalb sie immer wieder neue „Begründungen“ an den Haaren herbeizerren müssen, bis sie irgendwann selbst deren Unsinn einsehen und sich andere ausdenken.

 

Wer diesen Quatsch ernst nimmt, ist selbst schuld 

 

Werner

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vor 23 Minuten schrieb Frank:

 

Der Papst könnte hingehen und sagen: "Liebe Bischöfe, ihr dürft Frauen zu Priestern weihen, ob ihr das macht überlasse ich euch."

 

Das stimmt zwar und würde dem Subsidiaritätsprinzip (und der Eigenrechtlichkeit der Partikularkirche) entsprechen, aber das wird nicht passieren, solange die Frage unentschieden ist, ob Frauen das Sakrament des ordo gespendet werden kann oder nicht. Nicht, ob man das nur darf oder nicht, sondern ob man es kann. [Im Dienst der Diskussion stelle ich den Umstand zurück, dass diese Frage, zumindest in römischer Perspektive, als entschieden gilt] 

 

Und diese Frage wird nicht dadurch geklärt, dass eine Teilkirche - mit Erlaubnis oder ohne - einfach anfängt, das zu praktizierten. Die Zulassung der Frauenordination ist eine Materie, die Glauben und Disziplin der Gesamtkirche betrifft. Und solche Gegenstände sind Petrusdienst oder Generalkonzil zur Entscheidung überlassen. [Wobei schon die Entscheidung, ob die Frauenordination auf die Tagesordnung eines zukünftigen Konzils gesetzt werden könnte, wiederum maßgeblich von der Frage nach der Offenheit des Sachverhalts abhängt]

 

Ich würde sogar sagen, dass es auch im Interesse der Frauen ist, die sich für eine potenzielle Weihe entscheiden würden, eine gesamtkirchliche Klärung abzuwarten. Nicht dass durch einen Schnellschuss die ersten Bischöfe die Hände auflegen und hinterher fällt dem Papst ein "Ups, geht ja gar nicht". Und auch das Interesse der Gläubigen nach validen Sakramenten ist in dieses Szenario einzubeziehen. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 24 Minuten schrieb Frank:
vor 3 Stunden schrieb Aristippos:

Und wenn der Priester dann umzieht (z.B. weil seine Frau vom Arbeitgeber versetzt wird), ist er plötzlich kein Priester mehr?

Priester bleibt er, ob der dann zuständige Bischof den Priester inkardiniert steht auf dem anderen Blatt. 

Aber die Frage ist sowieso Kappes, mit Verlaub. 

Mit dem verheirateten ständigen Diakon haben wir bereits verheiratete Kleriker. Und ich bin mir sicher das es da Regeln gibt die die deine Frage beantworten. Ich kenne diese Regeln nicht,  da müsste man @Chrysologus fragen. Diese Regeln könnte man auf Priester ebenso anwenden. 

Warum so kompliziert?

Ein verheirateter Pfarrer selbst kann seinen Arbeitgeber wechseln, wird 'nachgeweiht' und dann als (verheirateter!) RK-Priester eingesetzt.

Und wenn die Frau versetzt wird, dann stehen erst mal die ganz normalen Paarprobleme an: Kündigt der Mann und zieht mir der Frau? Kündigt die Frau und bleibt beim Mann? Kündigt keiner und sie führen in Zukunft eine Fernbeziehung? (In Anbetracht der Tatsache, daß Priester gerade Sonntags arbeiten müssen nicht ganz unproblematisch)...

Bei Kirchens als Arbeitgeber hat man es da doch vergleichsweise gut: Ein weltweit dichtes Filialnetz und genug soziale Kompetzen, auch ein Versetzungsopfer vernünftig beruflich unterzubringen (im Zweifelsfall scheitert es eher an sprachlichen Hürden: Die Frau wird für fünf Jahre in die Konzernzentrale nach Japan versetzt und die sind rum, bevor deren geweihter Mann genug Japanisch gelernt hat um dort sinnvoll in der Seelsorge zu arbeiten...)

 

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vor 2 Stunden schrieb Guppy:

Also kann eine Ortkirche auch eine eigene Liturgie entwickeln und feiern? Oder ein eigenes Credo? Sakramente abschaffen oder neue einführen?

Natürlich!

Es ist noch gar nicht sooo lange her, daß jedes Bistum seine eigenen Messformulare hatte. Überreste davon dürften sich heute noch im Partikularrecht finden lassen.

Das Credo ist gesetzt (alle beide 😉 ), aber z.B. entsprechende Lieder dürften sich auch im spezifischen Bistumsanhang finden.

Und die Siebenzahl der Sakramente hat sich auch über eine seeeehr lange Zeit entwickelt, ist also auch nicht 'gottgegeben' (und dem Vernehmen nach gibt es in Köln drei weitere Sakramente: Den Blasiussegen, das Aschenkreuz und die Tant' im Kloster).

 

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vor 2 Minuten schrieb Moriz:

im Zweifelsfall scheitert es eher an sprachlichen Hürden: Die Frau wird für fünf Jahre in die Konzernzentrale nach Japan versetzt und die sind rum, bevor deren geweihter Mann genug Japanisch gelernt hat um dort sinnvoll in der Seelsorge zu arbeiten...

Es reicht doch, wenn er die Predigt on lateinische Buchstaben transkribiert bekommt, damit er er sie vorlesen kann. Den Rest kann er ja auf lateinisch machen (vielleicht gibt es auch ein transkribiertes Messbuch?)

 

Omo yo anata to tomoni ora remasu

 

Kein Problem, auch wenn nihongo wa muzukashi desu

 

Werner

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Ich glaube hier liegt ein Denkfehler zugrunde: Die Ehe ist ein Weihehindernis, kein Weihenichtigkeitsgrund. Um es konkret zu machen: Erlaubterweise darf ein verheirateter Kandidat in der lateinischen Kirche - vorbehaltlich der Ausnahmen - nicht zum (transitionalen) Diakon respektive Priester geweiht werden. Es ist eine Frage der Erlaubtheit, nicht Gültigkeit. Dass, bei Vorliegen eines Dispens, verheiratete Männer problemlos gültig geweiht werden können, wird durch die Praxis des Apostolischen Stuhls, konvertierte Pastoren der protestantischen Kirchen vom Weihehindernis der Ehe großzügig zu dispensieren, ja hinreichend bewiesen. 

 

Wie das konkret aussehen würde, würde ein Kandidat etwa über seine Ehe täuschen und sich weihen lassen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich würde das zu einer Irregularität ad excercendum ministerii führen, also zur Unfähigkeit, das Amt legitimerweise auszuführen zu dürfen. Auf die Weihe als Faktum dürfte das keine Auswirkungen haben. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 1 Minute schrieb Moriz:

Natürlich!

Es ist noch gar nicht sooo lange her, daß jedes Bistum seine eigenen Messformulare hatte. Überreste davon dürften sich heute noch im Partikularrecht finden lassen.

Das Credo ist gesetzt (alle beide 😉 ), aber z.B. entsprechende Lieder dürften sich auch im spezifischen Bistumsanhang finden.

Und die Siebenzahl der Sakramente hat sich auch über eine seeeehr lange Zeit entwickelt, ist also auch nicht 'gottgegeben' (und dem Vernehmen nach gibt es in Köln drei weitere Sakramente: Den Blasiussegen, das Aschenkreuz und die Tant' im Kloster).

 

der verrückte Pius IX unterdrückte brutal die Eigenriten bis ins 19 Jhd. gab es keine uniforme Liturgie wenn auch im Latein der Canon Missae  fast überall gleich war
was heute Konservative als ewig  gültig sehen ist der Modernismus des 19. Jhd 

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vor 1 Minute schrieb Studiosus:

Dass, bei Vorliegen eines Dispens, verheiratete Männer problemlos gültig geweiht werden können, wird durch die Praxis des Apostolischen Stuhls, konvertierte Pastoren der protestantischen Kirchen vom Weihehindernis der Ehe großzügig zu dispensieren, ja hinreichend bewiesen. 

Das beweist darüber hinaus ja auch noch, dass, entgegen anderslautenden Beteuerungen, Rom evangelische Pfarrer halt doch nicht nur als einfache Laien ansieht

 

Werner

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vor 3 Minuten schrieb Studiosus:

Ich glaube hier liegt ein Denkfehler zugrunde: Die Ehe ist ein Weihehindernis, kein Weihenichtigkeitsgrund. Um es konkret zu machen: Erlaubterweise darf ein verheirateter Kandidat in der lateinischen Kirche - vorbehaltlich der Ausnahmen - nicht zum (transitionalen) Diakon respektive Priester geweiht werden. Es ist eine Frage der Erlaubtheit, nicht Gültigkeit. Dass, bei Vorliegen eines Dispens, verheiratete Männer problemlos gültig geweiht werden können, wird durch die Praxis des Apostolischen Stuhls, konvertierte Pastoren der protestantischen Kirchen vom Weihehindernis der Ehe großzügig zu dispensieren, ja hinreichend bewiesen. 

Aber umgekehrt ist die Weihe soweit ich weiß ein Ehehindernis. Insofern ist die heutige altkatholische und anglikanische Praxis eher grenzwertig (wobei ich nicht weiß, ob das bei Konvertiten Niederschlag findet).

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vor 1 Stunde schrieb Guppy:

 

Warum dann dieses ganze Theater, wenn es schon immer möglich ist, dass ein Priester Menschen segnet, die sich lieben?

ich meinte es gibt einen Segen für Mutter und Kindern

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Gerade eben schrieb Werner001:

Das beweist darüber hinaus ja auch noch, dass, entgegen anderslautenden Beteuerungen, Rom evangelische Pfarrer halt doch nicht nur als einfache Laien ansieht

 

Werner

 

Inwiefern beweist es das? 

 

Dass evangelische Pastoren in den Augen der katholischen Kirche Laien sind, wird durch den Umstand, dass sie bei Konfessionswechsel geweiht werden müssen, erhellt. Vorher haben sie "nichts". Wie es kein "halbschwanger" gibt, gibt es keine Dreiviertel-Weihe. Die Ordination in den evangelischen Kirchen ist auch nicht äquivalent zum Weihesakrament.

 

Was allerdings stimmt: Die Amtsträger der getrennten Kirchen ist Rom sehr erpicht, im Falle einer Konversion in den eigenen Klerus aufzunehmen. Daher die Erleichterungen, die es eigenen Kandidaten nicht gewährt. Das dürfte allerdings weniger mit einer impliziten Anerkennung ihrer Ordination zu tun haben, sondern eher mit der Hoffnung, so besser proselytisieren zu können. Vereinfacht scheint mir da der Gedanke dahinter zu stehen, dass wenn Protestanten sehen, dass einer ihrer Amtsträger katholischer Priester wird, dann denken: "Ei gugge mol, der Pfarrer Mayer ist jetzt bei die Römer. Dann können die so schlecht nicht sein". 

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vor 12 Minuten schrieb Flo77:

Aber umgekehrt ist die Weihe soweit ich weiß ein Ehehindernis. Insofern ist die heutige altkatholische und anglikanische Praxis eher grenzwertig (wobei ich nicht weiß, ob das bei Konvertiten Niederschlag findet).

 

Genau, das stimmt. Aber auch hier gilt: Ein laiisierter Priester - Laiisierung bedeutet zunächst einmal nicht "Entweihung", sondern "nur" Befreiung von den aus der Weihe erwachsenden Rechten und Pflichten (so auch des Zölibats) - kann gültig kirchlich heiraten. Ein nicht-laiisierter Priester kann gültig jedoch keine kirchliche Ehe schließen. 

 

Insofern kann man konstatieren, dass die sakramentale Weihe (die unauslöschlich ist) nicht absolut das Eingehen einer kanonisch gültigen Ehe verhindert. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 2 Minuten schrieb Flo77:

Insofern ist die heutige altkatholische und anglikanische Praxis eher grenzwertig

Wieso das denn? Was außer „hammer noch nie so gemacht“ könnte es als Argument da noch geben?

Selbst Paulus hatte nichts dagegen (1. Kor 9, 5)

 

Werner

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vor 3 Minuten schrieb Studiosus:

 

Dass evangelische Pastoren in den Augen der katholischen Kirche Laien sind, wird durch den Umstand, dass sie bei Konfessionswechsel geweiht werden müssen, erhellt. Vorher haben sie "nichts".

Und warum werden dann nur evangelische Pfarrer verheiratet zu Priestern geweiht und andere Konvertierte nicht?

 

Werner

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Gerade eben schrieb Studiosus:

 

Genau, das stimmt. Aber auch hier gilt: Ein laiisierter Priester - Laiisierung bedeutet zunächst einmal nicht "Entweihung", sondern "nur" Befreiung von den aus der Weihe entwachsenden Rechte und Pflichten (so des Zölibats) - kann gültig kirchlich heiraten. 

Was dann die Frage aufwirft, ob ein laiisierter Priester, der dann heiratet nochmal in den Klerus aufgenommen werden kann, aber das dürfte ein so spezieller Fall sein, daß man ihn sinnvoller Weise nur über die Einzelfallentscheidung klären kann.

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