Flo77 Geschrieben vor 2 Stunden Melden Geschrieben vor 2 Stunden (bearbeitet) Am 2.3.2021 um 10:30 schrieb Chrysologus: Der Satz ist aber als Kernsatz der negativen Theologie (Platon, Philon, Clemens von Alexandrien, Origenes, Augistinus, Eckhard) auch nicht aufgebbar, um Gott einfacher begreifbar zu machen - das Gott im letzten unbegreifbar ist, dass ihn niemand je gesehen hat, dass ihn kein Mensch sehen kann, das gehört zur verantworteten theologische Aussage der Menschwerdung, der Personalität und der Zuwendung Gottes zum Menschen immer dazu. Sonst denke ich Gott zu anthropomorph - und genau das ist er eben dann wieder doch nicht. Ich stimme ja zu, daß Gott nicht gedacht werden kann, was es teilweise schwierig macht, ihn als Gegenüber wahrzunehmen (was allerdings weder Adam noch Kain noch Noach, noch Moses noch sonst einen der Propheten gehindert hat) und ihn auch weitgehend einer Beschreibung entzieht. Nun kann man darüber streiten, ob der Gott Abrahams und Moses' schon so abstrakt verstanden wurden, wie im späten Hellenismus, aber die Frage, die sich mir als allererstes stellt, ist wie Philon auf die Idee kam, daß Gott nicht unmittelbar mit seiner Schöpfung agiert, sondern nur durch vermittelnde (wahlweise gezeugt oder geschaffen) Kräfte. Ich bin bei Cornthwaite auf die These gestoßen, daß Philon die Septuaginta aufgrund einer grammatikalischen Besonderheit, nämlich dem Fehlen des definitiven Artikels, bei der Übersetzung der verschiedenen Gottesnamen so interpretiert haben könnte, daß mal vom Vater, mal vom Logos (bzw. von Logoi) die Rede gewesen sei. ó theos wäre demnach als der Vater, theos als der logos zu verstehen. Eines der Attribute, die dem logos zugewiesen werden, wird formuliert als "durch ihn ist alles geschaffen", was in Philons Kontext, daß der Vater nicht unmittelbar sondern immer nur mittelbar durch den logos handelt ja durchaus logisch wäre. Jenseits der mentalen Verrenkungen, die ich jetzt anstellen müsste, um den logos in eine sinnvolle Beziehung zum Vater zu setzen und die Frage zu klären, wieso der logos mit der materiellen Welt interagieren kann, der Vater aber nicht - die Frage nach der immateriellen Welt in der ursprünglichen jüdischen Kosmologie mal außen vor gelassen - gehe ich in völliger Naivität natürlich in die Genesis und erwarte als Handelnden den theos ohne Artikel. Liest sich aber irgendwie anders: καὶ εἶπεν ὁ θεός Γενηθήτω φῶς. καὶ ἐγένετο φῶς. καὶ εἶδεν ὁ θεὸς τὸ φῶς ὅτι καλόν. καὶ διεχώρισεν ὁ θεὸς ἀνὰ μέσον τοῦ φωτὸς καὶ ἀνὰ μέσον τοῦ σκότους. καὶ ἐκάλεσεν ὁ θεὸς τὸ φῶς ἡμέραν καὶ τὸ σκότος ἐκάλεσεν νύκτα. καὶ ἐγένετο ἑσπέρα καὶ ἐγένετο πρωί, ἡμέρα μία. Ich weiß, ich weiß - das muss man sich den logos halt einfach dazu denken oder "daß der Logos das Medium ist, wird dadurch ausgedrückt, das Gott das Wort "ausspricht"", aber sorry, das steht da einfach nicht. Und erst recht steht es nicht im Hebräischen... bearbeitet vor 2 Stunden von Flo77 Zitieren
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