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Synodaler Weg - schon versperrt?


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Geschrieben
vor 51 Minuten schrieb iskander:

Unserer Meinung nach sind die Menschen unserer Zeit durchaus imstande, die Vernunftgemäßheit dieser Lehre zu erfassen.

… und nach Meinung der SED hat die Partei immer Recht.

So gibt es viele Meinungen, die aber nicht immer etwas mit der Realität zu tun haben.

Es gibt allerdings viele Meinungsträger, die ihre Meinung für die Realität halten

 

Werner

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Flo77:

Es geht weniger um die Frage, ob man hier jemanden konvertieren kann, sondern um die zur Schau gestellte Herablassung.

 

Für Dich ist ein "ist mir egal" eine Herablassung. Für mich es es bloß ein "ist mir egal".

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb iskander:

Nein. Nach kath. Lehre ist die kath. Sexualmoral rational einsichtig, auch ohne Glaube - das ist kath. Tradition, kath. Lehre, und so sagen es unter anderem übrigens sowohl Persona humana wie auch Humane vitae. In letzterer heißt es unter anderem (12): "Unserer Meinung nach sind die Menschen unserer Zeit durchaus imstande, die Vernunftgemäßheit dieser Lehre zu erfassen."

 

"Vernunftgemäßheit" bedeutet aber nicht "zwingend nachvollziehbar". Art. 12 bezieht sich auf die Aussage, daß Sex und prinzipielle Offenheit auf Nachkommenschaft zusammengehören - angesichts aller anderen belebten Natur wäre es doch hirnrissig zu behaupten, das sei nicht vernunftgemäß.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 59 Minuten schrieb rorro:

Art. 12 bezieht sich auf die Aussage, daß Sex und prinzipielle Offenheit auf Nachkommenschaft zusammengehören - angesichts aller anderen belebten Natur wäre es doch hirnrissig zu behaupten, das sei nicht vernunftgemäß.

 

Du verwechselst hier einen faktisch gegebenen natürlichen Zusammenhang mit einer zwingenden und universal gültigen moralischen Norm. Genauso gut könnte man argumentieren, dass das Essen und die Nahrungsaufnahme des Körpers angesichts aller belebter Natur "zusammengehören", und dass man deswegen einem Menschen nie den Magen auspumpen dürfe, egal, was die Umstände sind. Dazu merkt selbst Germain Grisez, einer der beiden Autoren des Minderheiten-Votums, das Humane vitae maßgeblich beeinflusste, an: 

 

"Stellen Sie sich einen Menschen vor, der zum Genuss einige Speisen und Getränke mit dem Mund aufnimmt, obwohl der Magen aus medizinischen Gründen ständig ausgepumpt wird, so dass nichts verdaut wird. Die eigentliche Nahrung wird intravenös verabreicht. Würde ein Moralist etwas dagegen haben, wenn eine solche Handlung medizinisch unbedenklich erscheint und einen schwerkranken Patienten tröstet?"

(Übers. von mir)

 

Wenn verhindert wird, dass ein biologischer Vorgang seine natürliche Funktion erfüllt, betrachten wir dies normalerweise eben nicht eo ipso als ein Übel – oder selbst wenn doch, dann gewiss als ein relativ kleines, das mit positiven Gütern verrechnet werden kann, insbesondere mit dem Wohl des Menschen. Niemand identifiziert normalerweise eine biologische Funktion direkt und in jedem Einzelfall mit dem Willen Gottes, egal wie "natürlich" oder "universal" sie auch sein mag.

 

Der Papst verlangt nun jedoch, dass jeder einzelne sexuelle Akt immer offen für das Leben sein soll - und zwar selbst dann, wenn es nach allem menschlichen Ermessen absolut nicht sinnvoll ist, dass ein Kind entsteht. (Und dass es solche Situationen geben kann, erkennt ja auch die Kirche selbst an - sonst würde die weder Enthaltsamkeit noch NFP jemals zur Geburtenkontrolle erlauben.)

 

Was ist daran vernünftig?

 

Und er verlangt selbst dort, wo eine definitive Unfruchtbarkeit vorliegt (z.B. entfernter Uterus), dass jeder einzelne Akt noch immer "fruchtbar" sein muss - die Benutzung eines Kondoms um beispielsweise aus medizinischen Zwecken das Sperma zu untersuchen, wäre verboten. Es darf höchstens ein durchlöchertes Kondom verwendet werden, damit Sperma in die Scheide gelangt. (Und ein allmächtiger Gott könnte z.B. einen Uterus samt Eierstöcken wiederherstellen - aber er könnte auch ein Kondom selbst durchlöchern).

 

Was ist daran vernünftig?

 

Nochmals: Die Kirche sagt, dass immer dann, wenn Menschen Sex haben, auch (hypothetisch) ein Kind entstehen können muss - selbst wenn es anerkanntermaßen absolut nicht wünschenswert und sogar unmöglich ist, dass da ein Kind entsteht. 

 

Wo sonst im Bereich der Ethik - und sei es der kath. Ethik - gibt es solche paradoxen Konstruktionen, außer eben bei der Sexuallehre?

bearbeitet von iskander

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