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Domingo

Existiert "gender identity" wirklich?

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Domingo

Guten Morgen (es duerfte in D jetzt Morgen sein), long time no seeūüôā

 

Als ich vor kurzem wieder ein wenig im Forum herumlas, stiess ich auf den Thread ueber das "gender" Gottes (https://www.mykath.de/topic/35389-gott-ist-jetzt-auch-gegendert/). Das erinnerte mich an eine Frage, die ich mir schon eine Weile stelle. Ich habe hier in Nordamerika mehrmals im Rahmen von Versuchen, uns ahnungslosen Ottonormalverbrauchern das Transsexuellenproblem nahezubringen, die Behauptung mitbekommen, falls wir selber tief in uns hineinschauten, dann wuessten wir schon, ob wir Maennchen oder Weibchen seien. Dazu kann ich aber nur sagen, dass ich gar nichts Derartiges weiss. Ich habe in mir (egal wie "tief") keinerlei Gefuehl, maennlichen Geschlechts zu sein, welches von meiner koerperlichen Verfasstheit unabhaengig waere. Mit anderen Worten, ich nehme meinen Koerper als maennlich wahr, daher betrachte ich mich selbst als Mann. Die Behauptung, ich koennte einen weiblichen Koerper haben und dennoch wissen, dass ich maennlich bin, weil ich "tief im Inneren es einfach weiss", ist fuer mich voellig sinnfrei und (vom Gefuehl her) unverstaendlich.

 

Natuerlich ist jeder Mensch anders, so gebe ich nat. problemlos zu, dass es sicher Leute gibt, die dieses tiefe Gefuehl haben; mir ist dieses aber voellig fremd, doch die Transaktivisten scheinen eine solche Behauptung nicht gelten lassen zu wollen. So wuerde es mich interessierren, wie es die Anderen sehen: Habt Ihr dieses Gefuehl? Wieviel Menschen gibt es Eurer Meinugn nach, die es haben?

 

Gruss,

 

Domingo

Edited by Domingo

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Alfons
vor 3 Stunden schrieb Domingo:

long time no see

 

Wie schön, von Dir zu hören bzw. zu lesen!
F√ľhl Dich gedr√ľckt! (so von Mann zu Mann)
 

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Marcellinus
vor 3 Stunden schrieb Domingo:

Guten Morgen (es duerfte in D jetzt Morgen sein), long time no seeūüôā

 

Guten Morgen und Hallo! Schön von dir zu hören. (Inhaltliche Antwort dauert länger, aber kommt) :D

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laura

Ich fand eine Erfahrung von Freunden von mir total interessant: Sie haben ihre beiden Kindern (ein M√§dchen, ein Junge) als Kleinkinder weitestgehend gleich erzogen und ihnen auch √§hnliche Spielzeuge geschenkt. Als der Junge 3 war, war vor dem Haus eine Baustelle. Er hing den ganzen Tag am Fenster und fand das super spannend, das ein Jahr √§ltere M√§dchen interessierte sich nicht f√ľr Bagger, spielte weiter mit den Puppen.

Es gab wirklich keine Prägung in der Erziehung.

F√ľr mich hei√üt es, dass es wirklich spezifisch M√§nnliches gibt, ebenso wie es spezifisch Weibliches gibt. Auch unabh√§ngig von der Erziehung.

 

Bei Transsexuellen scheint nun das Problem zu sein, dass das k√∂rperliche Geschlecht mit dieser inneren Gewissheit nicht √ľbereinstimmt. Dass also jemand k√∂rperlich ein M√§dchen ist und sich aber als Junge f√ľhlt.

Und da wird es dann schwierig. Kann ich z.B. ein Mädchen zwingen, Röcke zu tragen? Was passiert mit dem Mädchen, das partout bei der Erstkommmunion eine Hose tragen will?

Der große Verdienst der Genderforschung ist es, diese mögliche Diskrepanz aufzudecken und zu thematisieren. Damit kann man den betroffenen Menschen wirklich helfen.

Edited by laura

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ultramontanist
vor 3 Stunden schrieb Domingo:

 Ich habe in mir (egal wie "tief") keinerlei Gefuehl, maennlichen Geschlechts zu sein, welches von meiner koerperlichen Verfasstheit unabhaengig waere.

So gehts mir auch.

Aber ich habe ganz stark das Gef√ľhl auf Frauen zu stehen.

Bin also ein hetero Mann, oder eine Lesbe. Das ist sicher.

 

Ich bin daf√ľr,dass Kinder auf B√§ume klettern d√ľrfen, oder mit Puppen spielen. Was sie eben lieber wollen.

Es gibt eben keine von göttlicher Weisheit erstellte Liste was typisch männlich und was typisch weiblich ist.

 

Ich bef√ľrchte aber Transmenschen haben soeine Liste, und wollen zur√ľck zum Rollenbild der 50er Jahre.

Damit sind Transmenschen potentiell :evil:reaktionär

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laura
Gerade eben schrieb ultramontanist:

Es gibt eben keine von göttlicher Weisheit erstellte Liste was typisch männlich und was typisch weiblich ist.

 

Ich bef√ľrchte aber Transmenschen haben soeine Liste, und wollen zur√ľck zum Rollenbild der 50er Jahre.

Damit sind Transmenschen potentiell :evil:reaktionär

Aber es gibt ganz klare gesellschaftliche Rollenbilder.

 

Typisches Beispiel: Ein Mädchen bekommt ein Kommunionkleid - notfalls gegen ihren Willen. Andere Möglichkeiten gibt es nicht (es sei denn die Gemeinde hat einheitliche Gewänder).

Die Frau heiratet bei der kirchlichen Hochzeit im wei√üen Kleid. Alles andere ist un√ľblich.

 

Und leider ist das Rollenbild der 50er Jahre immer noch sehr präsent. Wer leistet denn in Deutschland den Groteil der Erziehungsarbeit?

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Studiosus

Es ist ein weiter Weg von der Phrase tota mulier in utero zur feministischen Philosophie und Gendertheorie bei Beauvoir und Butler. 

 

Wenn die kirchliche Meinung hierzu interessiert, dann sei neben dem Weltkatechismus (der an der Binarität der Geschlechter festhält und Geschlechtsidentität als Übereinstimmung von leiblichen, seelischen und moralischen Anlagen versteht, vgl. KKK 2331-2335) auf das Schreiben der Glaubenskongregation "Über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt" aus dem Jahre 2004 als Einstieg verwiesen. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

Edited by Studiosus

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helmut
vor 2 Stunden schrieb Studiosus:

.....Geschlechtsidentität als Übereinstimmung von leiblichen, seelischen und moralischen Anlagen.....

was soll ich machen als seelisch¬† gestandener mann mit einer weiblichen moral und k√ľmmerlicher m√§nnlicher physis?

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Moriz
vor 6 Stunden schrieb Domingo:

. Dazu kann ich aber nur sagen, dass ich gar nichts Derartiges weiss. Ich habe in mir (egal wie "tief") keinerlei Gefuehl, maennlichen Geschlechts zu sein, welches von meiner koerperlichen Verfasstheit unabhaengig waere.

Ein interessanter Gedanke! Ich bin zuallererst mal ich und dann lange Garnichts. Und dann kommen Eigenschaften, die mehr oder weniger einem Geschlecht zugeordnet werden. K√∂rperlich m√§nnlich, mein Interesse f√ľr Naturwissenschaften und Technik teile ich auch mit deutlich mehr M√§nnern als Frauen - aber einen Rock h√§tte ich als Kind irgendwie gerne mal getragen.

 

vor 2 Stunden schrieb ultramontanist:

Aber ich habe ganz stark das Gef√ľhl auf Frauen zu stehen.

Bin also ein hetero Mann, oder eine Lesbe. Das ist sicher.

Geht mir genauso!

 

vor 2 Stunden schrieb laura:

Als der Junge 3 war, war vor dem Haus eine Baustelle. Er hing den ganzen Tag am Fenster und fand das super spannend,

Vor meiner Kantine ist gerade eine Baustelle. Rate mal, wo ich bevorzugt sitze :D

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ultramontanist
vor 3 Stunden schrieb laura:

Und leider ist das Rollenbild der 50er Jahre immer noch sehr präsent. Wer leistet denn in Deutschland den Groteil der Erziehungsarbeit?

 

ja , es gibt noch altmodische Reste davon.

und neu Widerbelebungen. (Rosawahn)

 

und die ultramodernen Transen sind eine der Speerspitzen der Widergeburt.

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laura
vor 47 Minuten schrieb Moriz:

Vor meiner Kantine ist gerade eine Baustelle. Rate mal, wo ich bevorzugt sitze :D

 

Eben. Ich f√§nde offen gestanden den Blick auf die K√ľche echt spannender als die Baustelle.

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ultramontanist
vor 3 Stunden schrieb laura:

Ich fand eine Erfahrung von Freunden von mir total interessant: Sie haben ihre beiden Kindern (ein M√§dchen, ein Junge) als Kleinkinder weitestgehend gleich erzogen und ihnen auch √§hnliche Spielzeuge geschenkt. Als der Junge 3 war, war vor dem Haus eine Baustelle. Er hing den ganzen Tag am Fenster und fand das super spannend, das ein Jahr √§ltere M√§dchen interessierte sich nicht f√ľr Bagger, spielte weiter mit den Puppen.

Es gab wirklich keine Prägung in der Erziehung.

F√ľr mich hei√üt es, dass es wirklich spezifisch M√§nnliches gibt, ebenso wie es spezifisch Weibliches gibt. Auch unabh√§ngig von der Erziehung.

Mag ja sein, dass sich Jungs auch bei "neutraler" Erziehung √∂fter f√ľr Bagger und Waffen interessieren als M√§dchen.

Wichtig ist sie nicht wegen ihrer Genitalien in eine Rolle zu zwingen.

Eine Baggerfahrerin ist genauso weiblich wie die Kosmetikerin.

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Mat
vor 6 Stunden schrieb Domingo:

Guten Morgen (es duerfte in D jetzt Morgen sein), long time no seeūüôā

 

Als ich vor kurzem wieder ein wenig im Forum herumlas, stiess ich auf den Thread ueber das "gender" Gottes (https://www.mykath.de/topic/35389-gott-ist-jetzt-auch-gegendert/). Das erinnerte mich an eine Frage, die ich mir schon eine Weile stelle. Ich habe hier in Nordamerika mehrmals im Rahmen von Versuchen, uns ahnungslosen Ottonormalverbrauchern das Transsexuellenproblem nahezubringen, die Behauptung mitbekommen, falls wir selber tief in uns hineinschauten, dann wuessten wir schon, ob wir Maennchen oder Weibchen seien. Dazu kann ich aber nur sagen, dass ich gar nichts Derartiges weiss. Ich habe in mir (egal wie "tief") keinerlei Gefuehl, maennlichen Geschlechts zu sein, welches von meiner koerperlichen Verfasstheit unabhaengig waere. Mit anderen Worten, ich nehme meinen Koerper als maennlich wahr, daher betrachte ich mich selbst als Mann. Die Behauptung, ich koennte einen weiblichen Koerper haben und dennoch wissen, dass ich maennlich bin, weil ich "tief im Inneren es einfach weiss", ist fuer mich voellig sinnfrei und (vom Gefuehl her) unverstaendlich.

 

Natuerlich ist jeder Mensch anders, so gebe ich nat. problemlos zu, dass es sicher Leute gibt, die dieses tiefe Gefuehl haben; mir ist dieses aber voellig fremd, doch die Transaktivisten scheinen eine solche Behauptung nicht gelten lassen zu wollen. So wuerde es mich interessierren, wie es die Anderen sehen: Habt Ihr dieses Gefuehl? Wieviel Menschen gibt es Eurer Meinugn nach, die es haben?

 

Gruss,

 

Domingo

 

Soweit ich wei√ü, unterscheidet man in der Psychologie zwischen dem k√∂rperlichen, dem hormonellen und dem psychologischen Geschlecht. Der weitaus h√§ufigste Fall (um die 90%) scheint zu sein, dass diese drei Gr√∂√üen (ich m√∂chte nicht von Ebenen sprechen, weil die Zusammenh√§nge zwischen ihnen wohl noch nicht befriedigend gekl√§rt ist), √ľbereinstimmen: y-Chromosom, m√§nnliches Hormoncocktail, m√§nnliches Bewusstsein.

Bei Homosexuellen scheint es sowohl auf der genetischen als auch der hormonellen Ebene Unterschiede zu den Heterosexuellen zu geben.

 

Du hast aber nach dem Gef√ľhl gefragt? Na ja, woran w√ľrde ich erkennen, ob ich mich stark, schwach oder durchschnittlich als Mann f√ľhle? Keine Ahnung - jedenfalls hinreichend, zumindest was meine sexuelle Orientierung betrifft.

 

Hinzu kommt noch, dass man zwischen der sexuellen Auspr√§gung und den Geschlechterstereotypen unterscheiden muss. Beispielsweise w√§re ein solches Stereotyp, dass sich der Mann, weil aggressiver, sich um den Lebensunterhalt k√ľmmern soll, eine Frau, weil sozialer und zugewandter, aber um die Kindererziehung. Ich vermute, dass die von Dir zitierte Antwort auch in diese Richtung gehen kann: ein Mann f√ľhlt sich f√ľr seine m√§nnliche Rolle und eine Frau f√ľr ihre weibliche Rolle gem√§√ü des geltenden Geschlechterstereotyps¬†bestens geeignet.

 

Aber wäre eine Familie, in der sich die Eltern sowohl die Kindererziehung als auch den Verdienst des Lebensunterhaltes teilt, geschlechtlich unorientiert? Wäre die Frau weniger weiblich und der Mann weniger männlich? Sicherlich nicht. 

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laura
vor 9 Minuten schrieb ultramontanist:

Mag ja sein, dass sich Jungs auch bei "neutraler" Erziehung √∂fter f√ľr Bagger und Waffen interessieren als M√§dchen.

Wichtig ist sie nicht wegen ihrer Genitalien in eine Rolle zu zwingen.

Eine Baggerfahrerin ist genauso weiblich wie die Kosmetikerin.

Völlig deiner Meinung.

 

Und eine Erstkommunionhose ist f√ľr Lisa genauso ok wie ein Erstkommunionkleid.

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Moriz
vor 37 Minuten schrieb laura:

 

Eben. Ich f√§nde offen gestanden den Blick auf die K√ľche echt spannender als die Baustelle.

 

Es gibt durch die offene T√ľr einen Blick auf die Sp√ľlk√ľche... Und ob die Gro√ük√ľche wirklich so interessant w√§re wei√ü ich auch nicht. Ich vermute, da√ü die da keine ungeahnten Wunder vollbringen wenn sie Zentnerweise Kartoffeln kochen.

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ultramontanist
vor einer Stunde schrieb Werner001:

Ihr vermischt da ein paar Dinge. Das eine sind die Rollenbilder. Es gibt M√§nner die gerne High Heels und Kleider tragen, aber deswegen nicht unbedingt eine Frau sein wollen (und nat√ľrlich anders herum auch), und es gibt Menschen, die sich dem anderen Geschlecht zugeh√∂rig f√ľhlen, ganz unabh√§ngig vom damit verbundenen Rollenbild.

 

Das geht nicht, wie kann ich mich einem Gender¬† zugeh√∂rig f√ľhlen ohne ein Rollenbild zu haben???

 

wenn ich behaupte ich bin yxc , dann muss ich sagen was yxc bedeutet. Wenn ich das nicht mache ist die Aussage bedeutungslos und unsinnig.

Edited by ultramontanist

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Flo77
vor 6 Stunden schrieb laura:

Aber es gibt ganz klare gesellschaftliche Rollenbilder.

 

Typisches Beispiel: Ein Mädchen bekommt ein Kommunionkleid - notfalls gegen ihren Willen. Andere Möglichkeiten gibt es nicht (es sei denn die Gemeinde hat einheitliche Gewänder).

Die Frau heiratet bei der kirchlichen Hochzeit im wei√üen Kleid. Alles andere ist un√ľblich.

 

Und leider ist das Rollenbild der 50er Jahre immer noch sehr präsent. Wer leistet denn in Deutschland den Groteil der Erziehungsarbeit?

Nun, das wei√üe Brautkleid ist gerademal 100 Jahre alt. Wer das f√ľr das Ma√ü aller Dinge h√§lt, dem ist nicht mehr zu helfen. Das Kommunionkleid meiner Tochter war nicht reinwei√ü sondern mit farbigen Akzenten versehen (meine S√∂hne trugen auch keine wei√üen Hemden). Ich find's ja immer seltsam, wenn in einer Kultur wie Japan oder Indien die Br√§ute wei√üe Kleider in westlichem Stil tragen obwohl wei√ü dort die Farbe der Trauer ist. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Bei der Frage nach der Hose zur EK habe ich auch schon M√§dchen im wei√üen Anzug gesehen. Die Schuhfrage st√∂√üt mir - allerdings vornehmlich bei den Jungs - sehr viel √ľbler auf.

 

Meine Tochter proportioniert sich pubert√§tsbedingt gerade ausgesprochen weiblich in einem Boticelli-m√§√üigen Sinne, w√§hrend ihre Br√ľder eher nach Thor, Mars, Ares oder Herakles kommen. Nun haben meine Kinder immer die Wahl gehabt, weil bei uns Jungen- und M√§dchenspielzeug in gleicher Weise f√ľr alle zug√§nglich war und es auch von uns keine besonderen Vorgaben gab und gibt womit sie sich im ihrer Freizeit besch√§ftigen sollen. aber die Frage ob sie nun Junge oder M√§dchen w√§ren, hat sich meinen Kindern soweit ich das √ľberblicken kann nie gestellt.

 

Mir stellt sich allerdings auch schon die Grundfrage nicht. Hat's 'nen Zipfel ist's ein Junge, hat's keinen ist's ein Mädchen und wer wen liebt mag der liebe Herrgott bestimmen. Wie es da zu "Verwirrung" auch was das eigene Sein angeht kommen kann, erschließt sich mir nicht.

 

Ebenso, wie es sich mir nicht erschließt, was an geschlechtseindeutiger Mode so ein Problem sein soll. Männer tragen im Geschäftsleben eben Herrenmode und Frauen Damenmode. Privat kann doch eh jeder anziehen was er will.

 

Wobei ich zugebe, da√ü ich Experimente wie Faltenr√∂ckchen f√ľr die Jungs im Kindergarten nicht mitgemacht h√§tte. Kilt ja, Spitzensaum nein. Meine Schw√§gerin ist da bei ihrem Spr√∂ssling angeblich etwas kulanter.

 

Kleidung ist in der Tat Ausdruck der Identit√§t und bei allem Verst√§ndnis f√ľr den Wunsch Grenzen √ľberschreiten zu wollen oder sich durch eine Verkleidung in eine andere Identit√§t hineinversetzen zu wollen, so stellt sich mir bei jemandem, der seine biologisch gegebene und im Grunde unver√§nderliche Identit√§t grunds√§tzlich nicht durch geschlechtseindeutige Kleidung ausdr√ľcken will schon die Frage nach dem warum. Au√üer einer grunds√§tzlichen Kr√§nkung durch die Erkenntnis die Natur nicht ver√§ndern zu k√∂nnen f√§llt mir nicht so wahnsinnig viel dazu ein.

Was tut man mit dieser Denke beim FKK nachdem es dort keine andere Chance gibt als das "Kleid" zu zeigen, das einem der Allmächtige mitgegeben hat und vorallem das Geschlecht zu bekennen mit dem man geboren wurde? Sich den Zipfel nach hinten zwischen die Beine kleben in der Hoffnung es fällt nicht auf?

(Ich bin eh der Meinung wir sollten mehr Haut zeigen und uns mehr auf unser nat√ľrliches Sein einlassen, als unsere immer pr√ľder werdende achso liberale Gesellschaft es im Moment zul√§sst. Es ist schon markant, da√ü die Frage der Zeit nicht mehr lautet: Wieviel Haut darf ich zeigen? sondern: Womit darf ich sie bedecken?

 

Was die Rollenbilder angeht, so glaube ich, da√ü sie f√ľr Kinder wie f√ľr Erwachsene, ja f√ľr eine Gesellschaft insgesamt eine Grundnotwendigkeit sind. Ich verstehe diese Rollenbilder allerdings nicht als Schablonen sondern im weitesten Sinne als Archetypen die helfen in eine Funktionalit√§t bzw. Identit√§t hineinzuwachsen ohne das Rad jedesmal neu erfinden und ausdiskutieren zu m√ľssen. Allerdings - und da stimme ich Laura zu - sind in den letzten zwei Jahrzehnten Hier eine Verschiebungen passiert f√ľr die ich noch keine Erkl√§rung habe bzw. die ich f√ľr das Ergebnis einer sich abgeh√§ngt f√ľhlenden undefinierbaren Gruppe lancierten Anst√∂√üen halte. Ich kann mich z.B. nicht erinnern, da√ü die Frauen in meiner Kindheit in √§hnlicher Weise weinerlich, empfindlich, in gewisser Weise auch unselbst√§ndig waren wie heute. Interessanterweise Punkte, die zu meiner Kinderzeit als weibliche Klischees galten, die aber au√üer im Witz und im Streit eigentlich kaum real erlebbar waren.

Wir lebten bis Corona in der ausgesprochen luxuri√∂sen Situation, da√ü sich Frauen bestimmter Schichten das Leben als Mutter ohne Nebenberuf einfach leisten zu k√∂nnen glaubten. Ich pers. bin da sehr zwiegespalten, da auf der einen Seite eine elterliche 24/7-Kinderbetreuung f√ľr Kinder unter 10 unabdingbar ist und angesichts der Schw√§chen unseres Bildungssystems auch dringend notwendig. Wie Eltern das unter sich aufteilen halte ich allein f√ľr deren Sache w√ľrde bei meinen Kindern aber auf jedenfall auf eine ehevertragliche Regelung zum fiskalischen Ausgleich evtl. √ľbernommener Kindererziehungszeiten bestehen. Die Rechtssprechung ist nicht mehr so, als k√∂nnte man sich als nur-Mutter auf den Versprechungen des Gatten ausruhen. Selbst ist die Frau auch verm√∂genstechnisch.

 

Der Rest ist Auftreten und Verhandlungsgeschick, wobei ich von einer Frau nicht erwarte ein Mann zu sein, und von einem Mann nicht erwarte eine Frau zu sein. Sondern manselbst zu sein als Mann bzw. Frau. Wer aus falsch verstandener R√ľcksichtnahme nicht f√ľr seine Interessen oder die seiner Kinder einsteht, hat meiner Meinung nach das Konzept missverstanden.

Edited by Flo77

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helmut

das leben kann ganz einfach sein.

 

ich bin ich und bin soweit emanzipiert dass ich nach rollen nicht fragen muß und die gesellschaft ist  soweit freiheitlich dass sie mir kaum normen vorgibt.

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Domingo
6 hours ago, laura said:

Wer leistet denn in Deutschland den Groteil der Erziehungsarbeit?

 

Koennte es nicht sein, dass dies ebensowenig von der Gesellschaft diktiert wird als die Vorlieben von Jungen und Maedchen?

  • Thanks 2

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Domingo

Erstmal viele Dank an die, die mich lieb gegruesst haben. Gruss zurueck!

 

Dann der Gedanke, der mir gleich nach dem Posten des Anfangbeitrags in den Sin gekommen ist, naemlich dass ich gerne den guten alten Aristoteles bekaluen moechte und fragen, ob in diesem Bereich nicht vielleicht die Akzidenzien zur Substanz erklaert werden. Will sagen: Man nimmt oft "typisch maennliche" und "typisch weibliche" Charakterzuege und Verhaltensweisen, die in Wahrheit nur statistischer Natur sind und bei denen es unzaehlge Ausnahmen gibt, und argumentiert dann, als ob ein biologischer Mann, der etwa voller Mitgefuehl ist und nicht auf Sport steht, denn vielleicht kein Mann ist sondern eine Frau. Ich habe das schon mal gehoert, Leute, die sagen "Ich war nie ein Junge, ich mochte leiber mit Puppen als mit Autos spielen", als ob dies das Entscheidende waere. Im Gottgenderthread habe ich auch gelesen, dass Gott zumindest teilweise weiblich sei, weil er eben Mitgefuehl und Barmherzigkeit an den Tag lege - also ist ein Vater, der seine Kinder mit ebendiesen Gefuehlen und Verhaltesweisen behaldelt, nun zur Mutter geworden?

 

Aber erstmal ging es mir darum, wieviele Menschen wirklich dieses tiefe Gefuehl einer Geschlechtsidentitaet haben (weil dies in der Diskussion eine grosse Rolle zu spielen scheint). Es war eher eine Umfrage - vielleicht haette ich diesen Thread auch wirklich als Umfrage starten sollen, aber gut.

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helmut
vor 1 Stunde schrieb Domingo:

..... wieviele Menschen wirklich dieses tiefe Gefuehl einer Geschlechtsidentitaet haben.....

je mehr ich dar√ľber diskutiere, desto unsicherer bin ich im inneren.

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Flo77
vor 2 Stunden schrieb Domingo:

Aber erstmal ging es mir darum, wieviele Menschen wirklich dieses tiefe Gefuehl einer Geschlechtsidentitaet haben (weil dies in der Diskussion eine grosse Rolle zu spielen scheint).

Was nennst Du "tief". "Mann" zu sein ist genauso elementarer Teil meiner Identität wie die Frage, in welcher Sprache ich träume, an wen oder was ich glaube, wen ich liebe, was ich bevorzugt esse, welche Musik ich höre, welche Kleidung mir an mir am besten gefällt und bei welchen Filmen ich mich ausgiebigen Heulsessions hingebe, etc.  um nur ein paar Kriterien zu nennen.

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Domingo
5 hours ago, ultramontanist said:

 

Das geht nicht, wie kann ich mich einem Gender¬† zugeh√∂rig f√ľhlen ohne ein Rollenbild zu haben???

 

wenn ich behaupte ich bin yxc , dann muss ich sagen was yxc bedeutet. Wenn ich das nicht mache ist die Aussage bedeutungslos und unsinnig.

 

Das ist aber genau der Punkt: Das Wissen um das eigene Gender/Geschlecht soll eben nicht an irgendwelche anderen Anhaltspunkte gebunden sein, oder wie Werner eben schrieb, "es gibt Menschen, die sich dem anderen Geschlecht zugeh√∂rig f√ľhlen, ganz unabh√§ngig vom damit verbundenen Rollenbild" und auch davon, wie ihr Koerper gebaut ist.

 

Wenn Du darin ein philosophisches Problem findest, darfst Du es behalten ūüėČ

Edited by Domingo

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Domingo
33 minutes ago, Flo77 said:

Was nennst Du "tief". "Mann" zu sein ist genauso elementarer Teil meiner Identität wie die Frage, in welcher Sprache ich träume, an wen oder was ich glaube, wen ich liebe, was ich bevorzugt esse, welche Musik ich höre, welche Kleidung mir an mir am besten gefällt und bei welchen Filmen ich mich ausgiebigen Heulsessions hingebe, etc.  um nur ein paar Kriterien zu nennen.

 

"Tief" her= so fundamental, dass es dem eigenen biologischen Geschlecht wie allen uebrigen Aeusserlichkeiten ontologisch vorgeordnet ist (Mann, ich drifte hier wirklich in die Philosophie) und dementsprechend auch bestehen wuerde, wenn man den Koerper des anderen Geschlecht hat.

 

Mir scheint, Leute, die so empfinden, haben einen anderen Begriff von "Identitaet" als Du.

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