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Alfons

Umgang mit religiösen Texten

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Gerhard Ingold
vor 13 Stunden schrieb gouvernante:

Und was diese These jetzt mit Deinem Unwissen über literarische Gattungen zu tun?

Du willst doch bitte nicht schließen, dass alle Agnostiker nicht in der Lage wären, literarische Gattungen zu unterscheiden, bloß weil Du Dich für einen Agnostiker hältst, oder?

 

Was haben literarische Gattungen mit Auswirkungen in der Vergangenheit und Gegenwart zu tun?

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helmut
vor 54 Minuten schrieb Gerhard Ingold:

 

Was haben literarische Gattungen mit Auswirkungen in der Vergangenheit und Gegenwart zu tun?

ein päpstliches lehrschreiben hat andere wirkungen als meine ironie.

 

ein mythos ist etwas anderes als ein polizeibericht.

 

eine fabel etwas anderes als ein reisebericht.

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phyllis
11 hours ago, Domingo said:

 

Hey, das ist aber sexistisch! So geschrieben heisst es "Das tun alle Frauen" (*). "Cosi' fan tutti" bedeutet hingegen (hoechstwahrscheinlich) "Das tun alle", ist also gender-neutral, also ok.

 

Es sei denn, die Tatsache, dass "tutti" dann generisches Maskulinum waere, macht das wiederum sexistisch *gruebel*

 

 

(*) In der Oper geht es darum, dass Frauen angeblich zur Treue unfaehig sind.

au weia auch das noch :wacko: Mein italienisch erschöpft sich in verstehen von "Mamma Mia" und sonst noch ein paar Sprüchen. Feinheiten wie Deklination und Konjugation sind mir völlig fremd, es ist im französischen schon mühsam genug, da reicht eine Sprache. War schon lange nicht mehr in Italien, seufz. In der Schulzeit mal am Gardasee, und mit meinem versuchten italienisch sorgte ich für manche peinliche Situationen. Die blöden Italiener haben eben keine Ahnung von Hermeneutik. Dann noch in Rom, 2011 glaub ich, auch darüber muss ich mich ausschweigen.

 

(*) ja die Oper hab ich mal gesehen, vor Jahren. Bevorzuge aber "Figaro" und "Zauberflöte".

Edited by phyllis
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Domingo
2 hours ago, phyllis said:

Die blöden Italiener haben eben keine Ahnung von Hermeneutik.

Hast Du vor ihnen irgendwelche intolenranten und inhumanen Sprueche losegelassen und sie haben sie woertlich genommen? 

 

Mal wieder im Ernst. Sagen wir mal, ein heiliger Text sagt woertlich: "Toetet alle Unglaeubigen." Aendert nun die literarische Gattung des Textes, in dem dieser Satz steht, etwas an der Interpretation desselben? Gute Frage; ich werde natuerlich nie sagen, zum Verstaendnis eines Textes gehoere nicht u.a. die Zuweisung zu einer Gattung, doch man kann sich fragen, ob solche hoehere Deutungskunst i-etwas an der Satzbedeutungsebene aendern kann. Und dies ist der Punkt, an dem sich die jetzige Diksussion befindet.

 

Ich muss mehr darueber nachdenken und werde wohl spaeter meinen Senf dazugeben.

Edited by Domingo
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Gerhard Ingold
vor 2 Minuten schrieb Domingo:

Hast Du vor ihnen irgendwelche intolenranten und inhumanen Sprueche losegelassen und sie haben sie woertlich genommen? 

 

Mal wieder im Ernst. Sagen wir mal, ein heiliger Text sagt woertlich: ""Toetet alle Unglaeubigen." Aendert nun die literarische Gattung des Textes, in dem dieser Satz steht, etwas an der Interpretation desselben?

 

Genau. Diese Spielerei machte und macht man mit der Bibel. Wie sich diese Spielerei auf die schwarze Pädagogik "wer die Rute schont..." (Sprüche 13,24) auswirken sollte, würde mich interessieren. Fakt bliebe aber doch, dass sich die Bibel negativ auf die Pädagogik ausgewirkt hat.

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Domingo
3 minutes ago, Gerhard Ingold said:

Genau. Diese Spielerei machte und macht man mit der Bibel.

Ich will nicht behauptet haben, das sei nur Spielerei (siehe die editierte Version meines Postings...).

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Gerhard Ingold
vor 11 Minuten schrieb Domingo:

Ich will nicht behauptet haben, das sei nur Spielerei (siehe die editierte Version meines Postings...).

 

Ich habe diese Theologie als Spielerei der Apologeten gedeutet, als ich 1973-1977 freikirchliche Theologie studiert hatte und beobachtete, wie viele Aussagen der Bibel umgedeutet wurden. Da bin ich gegenüber der eher protestantischen Theologie Rudolf Bultmanns kritisch eingestellt gewesen. Mit Auferstehung meinte diese Theologie etwas anderes, als die wörtliche Auferstehung gemeint hatte. 

Als apologetische Spielerei habe ich sie gedeutet, weil sie einen Geruch hatte: Man muss retten, was zu retten ist.

 

Aber das ist meine kritische Deutung.

Edited by Gerhard Ingold

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Cosifantutti
Am 4.2.2021 um 03:14 schrieb Domingo:

 

Hey, das ist aber sexistisch! So geschrieben heisst es "Das tun alle Frauen" (*). "Cosi' fan tutti" bedeutet hingegen (hoechstwahrscheinlich) "Das tun alle", ist also gender-neutral, also ok.

 

Es sei denn, die Tatsache, dass "tutti" dann generisches Maskulinum waere, macht das wiederum sexistisch *gruebel*

 

 

(*) In der Oper geht es darum, dass Frauen angeblich zur Treue unfaehig sind.

bingo, du hast es erkannt, ich habe ja schon lange darauf gewartet, dass irgend ein"Schlauberger" hier meint, darauf hinweisen zu müssen: "Aber die Mozart-Oper heißt doch....und meint mich korrigieren zu müssen....

 

Als ich mich vor ein paar Wochen hier registriert habe, habe ich nach einem Nick gesucht....als Alternative hatte ich "Goldbergvariationen"...Aber "Cosi fan tutti" klang für mich einfach schöner, rein vom Klangbild auch viel "musikalischer" als "Goldbergvariationen"... um dann eben von vorneherein auszuschließen, dass ich mir die Sichtweise der Titelformulierung: "Cosi fan tutte zu eigen machen würde =  "So machen es alle Frauen". Also habe ich zur "Sicherheit, um jedes Missverständnis von vorneherein auszuschließen, das tuttdurch ein tuttersetz: Treue, Untreue, Partnerwechsel hat nichts mit einem ganz bestimmten Geschlecht zu tun, sondern ist ein Phänomen, das bei allen biolgischen Geschlechtern und Gender-Zuschreibungen ( bei M, W, Divers ) anzutreffen ist....

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Cosifantutti
Am 4.2.2021 um 17:04 schrieb Domingo:

Hast Du vor ihnen irgendwelche intolenranten und inhumanen Sprueche losegelassen und sie haben sie woertlich genommen? 

 

Mal wieder im Ernst. Sagen wir mal, ein heiliger Text sagt woertlich: "Toetet alle Unglaeubigen." Aendert nun die literarische Gattung des Textes, in dem dieser Satz steht, etwas an der Interpretation desselben? Gute Frage; ich werde natuerlich nie sagen, zum Verstaendnis eines Textes gehoere nicht u.a. die Zuweisung zu einer Gattung, doch man kann sich fragen, ob solche hoehere Deutungskunst i-etwas an der Satzbedeutungsebene aendern kann. Und dies ist der Punkt, an dem sich die jetzige Diksussion befindet.

 

Ich muss mehr darueber nachdenken und werde wohl spaeter meinen Senf dazugeben.

Natürlich gehört die konkrete  "Wirkungsgeschichte" eines bestimmten historischen Textes, eines historischen Textabschnittes auch zum umfassenden Verständis eines historischen Textes... das steht doch vollkommen außer Frage und darüber braucht man ja auch nicht ernsthaft zu "diskutieren".... aber , zum richtigen "Verstehen" eines Textes gehört eben nicht nur die Wirkungsgescchichte , sondern eben auch etwaige Fragen: Wann, wo, von wem ist der "Text" produziert worden ?  Was ist das "Thema ?" Welches sind die "Adressaten" des Textes ? Welche konkrete literarische Gattung liegt vor ? Es ist eben doch von entscheidender Bedeutung für das Verständnis eines Textes, auch  nach der literarischen Gattung zu fragen. Es macht ja schon bei einem Zeitungs"text" einen großen Unterschied aus, ob ich einen "Bericht" über einen Parteitag lese und in diesem Bericht erfahre, wer neuer Parteivorsitzender geworden ist, wie die Kanditdaten jeweils abgeschnitten haben, wie viele Stimmen sie von den Deligierten bekommen haben. Oder ob ich einen "politischen Kommentar" in derselben Zeitung lese, wo der Autor, das Abstimmungsergebnis "aus seiner Sicht" politisch einordnet. Davon unterschieden nochmals die "Glosse", in der sich vielleicht in derselben Zeitung ein Autor sprachlich lustig macht  über die vergeblichen Ambitionen ( "ich möchte aber jetzt Wirtschaftsminister werden...." )  eines gewissen Herrn Merz nach seiner "Nichtnominierung" zum neuen Parteivorsitzenden.

 

Zur Bedeutung der Wirkungsgeschichte ein Beispiel: Es hat sich doch hoffentlich bei allen herumgesprochen, dass es bei der berühmten Schrift Martin Luthers "Von den Juden und ihren Lügen" von 1543 eben nicht nur um die genaue historische Einordnung geht, sondern gerade bei diesem Text um die Wirkungsgeschichte bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein. 

 

Es macht eben schon einen Unterschied aus, wenn ich einen Text vor mir habe, der 2000 bis 2500 Jahre alt ist, zb das Gilgamesch-Epos oder der  babylonische Text: "Enuma Elis"....oder die "Odysee".... ob es sich um einen "neutralen" "Bericht" ( "Poizeibericht" ) ein Märchen, eine Fabel, eine Sage, ein Mythos, ein Epos, eine "Erzählung" ein "Roman" eine "Novelle" ein Gedicht, ein "Gesetzestext" oder einen ganz persönlichen "Bekenntnis-Text" handelt

 

Auch interessant:

Gibt es vielleicht ( z. B. innerhalb der bibischen  Schriften ) "intertextuelle Bezüge ? z. B werden im NT häufig Textpassagen aus dem AT "zitiert"...gibt es ganz klare "Intertextuelle" Verweise. Beispiele: Lukas 1, 46 - 56; 68- 79 / 3, 4 - 6 / 4, 18 - 19 / Matthäus 1, 23 / 2, 6...

 

Es geht, um es vielleicht kurz zu machen: um Text und Kontext. Wenn ich den Kontext nicht beachte, kann ich alles mögliche mit den biblischen Schriften behaupten, Ich kann z. B. sagen: "In der Bibel steht Es gibt keinen Gott" und etwa auf Psalm 14 verweisen. Tatsächlich steht bereits im ersten Vers von Psalm 14: "Es gibt keinen Gott"....das steht da wirklich wortwörtlich vom Text  her.... Beachtet man allerdings den Kontext, in den der Satz "Es gibt keinen Gott" eingebettet ist, so lautet der Satz folgendermaßen: Die Narren sagen in ihrem Herzen: "Es gib kein Gott"

Edited by Cosifantutti
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phyllis
3 hours ago, Cosifantutti said:

Es geht, um es vielleicht kurz zu machen: um Text und Kontext. Wenn ich den Kontext nicht beachte, kann ich alles mögliche mit den biblischen Schriften behaupten,

Und ich muss lediglich auf den Kontext hinweisen um eine inhaltliche Aussage zu verdrehen wie ich lustig bin. Beispiele findet man ua. im Apokalypse-Strang.

Edited by phyllis

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Gerhard Ingold
vor 3 Stunden schrieb Cosifantutti:

Natürlich gehört die konkrete  "Wirkungsgeschichte" eines bestimmten historischen Textes, eines historischen Textabschnittes auch zum umfassenden Verständis eines historischen Textes... das steht doch vollkommen außer Frage und darüber braucht man ja auch nicht ernsthaft zu "diskutieren".... aber , zum richtigen "Verstehen" eines Textes gehört eben nicht nur die Wirkungsgescchichte , sondern eben auch etwaige Fragen: Wann, wo, von wem ist der "Text" produziert worden ?  Was ist das "Thema ?" Welches sind die "Adressaten" des Textes ? Welche konkrete literarische Gattung liegt vor ? Es ist eben doch von entscheidender Bedeutung für das Verständnis eines Textes, auch  nach der literarischen Gattung zu fragen. Es macht ja schon bei einem Zeitungs"text" einen großen Unterschied aus, ob ich einen "Bericht" über einen Parteitag lese und in diesem Bericht erfahre, wer neuer Parteivorsitzender geworden ist, wie die Kanditdaten jeweils abgeschnitten haben, wie viele Stimmen sie von den Deligierten bekommen haben. Oder ob ich einen "politischen Kommentar" in derselben Zeitung lese, wo der Autor, das Abstimmungsergebnis "aus seiner Sicht" politisch einordnet. Davon unterschieden nochmals die "Glosse", in der sich vielleicht in derselben Zeitung ein Autor sprachlich lustig macht  über die vergeblichen Ambitionen ( "ich möchte aber jetzt Wirtschaftsminister werden...." )  eines gewissen Herrn Merz nach seiner "Nichtnominierung" zum neuen Parteivorsitzenden.

 

Zur Bedeutung der Wirkungsgeschichte ein Beispiel: Es hat sich doch hoffentlich bei allen herumgesprochen, dass es bei der berühmten Schrift Martin Luthers "Von den Juden und ihren Lügen" von 1543 eben nicht nur um die genaue historische Einordnung geht, sondern gerade bei diesem Text um die Wirkungsgeschichte bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein. 

 

Es macht eben schon einen Unterschied aus, wenn ich einen Text vor mir habe, der 2000 bis 2500 Jahre alt ist, zb das Gilgamesch-Epos oder der  babylonische Text: "Enuma Elis"....oder die "Odysee".... ob es sich um einen "neutralen" "Bericht" ( "Poizeibericht" ) ein Märchen, eine Fabel, eine Sage, ein Mythos, ein Epos, eine "Erzählung" ein "Roman" eine "Novelle" ein Gedicht, ein "Gesetzestext" oder einen ganz persönlichen "Bekenntnis-Text" handelt

 

Auch interessant:

Gibt es vielleicht ( z. B. innerhalb der bibischen  Schriften ) "intertextuelle Bezüge ? z. B werden im NT häufig Textpassagen aus dem AT "zitiert"...gibt es ganz klare "Intertextuelle" Verweise. Beispiele: Lukas 1, 46 - 56; 68- 79 / 3, 4 - 6 / 4, 18 - 19 / Matthäus 1, 23 / 2, 6...

 

Es geht, um es vielleicht kurz zu machen: um Text und Kontext. Wenn ich den Kontext nicht beachte, kann ich alles mögliche mit den biblischen Schriften behaupten, Ich kann z. B. sagen: "In der Bibel steht Es gibt keinen Gott" und etwa auf Psalm 14 verweisen. Tatsächlich steht bereits im ersten Vers von Psalm 14: "Es gibt keinen Gott"....das steht da wirklich wortwörtlich vom Text  her.... Beachtet man allerdings den Kontext, in den der Satz "Es gibt keinen Gott" eingebettet ist, so lautet der Satz folgendermaßen: Die Narren sagen in ihrem Herzen: "Es gib kein Gott"

 

Welcher Gattung gehören folgende Koranverse an? Verändert sich an den Aussagen etwas, wenn man sie einer Gattung zuordnet?

 

Sure 9-5: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf.“ Sure 4-56: „Wer da Unsere Zeichen verleugnet, den werden Wir im Feuer brennen lassen. Sooft ihre Haut gar ist, geben Wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe schmecken.“

Sure 8-12: „In die Herzen der Ungläubigen werfe Ich Schrecken. So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab.“ Sure 22-19ff: „Für die Ungläubigen sind Kleider aus Feuer geschnitten, gegossen wird siedendes Wasser über ihre Häupter, das ihre Eingeweide und ihre Haut schmilzt, und eiserne Keulen sind für sie bestimmt.“

 

Oder bei einem biblischen Text, den die Südstaatler wörtlich verstanden haben wollten: "1 Der HERR sprach zu Mose auf dem Berg Sinai:....... 44 Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben" (3. Mose 25,1 und 44).

 

Wichtig ist dabei eben nicht nur, wie wir Heutigen die Texte verstehen, sondern wie sie von unseren Vorfahren verstanden wurden. Und vom Text ausgehend, haben unsere Vorfahren es als Rechtsgut verstanden, Sklaven zu machen, mit Versklavten zu handeln und diese als Sklaven zu halten. Ob Juden selbst die Drecksarbeit übernommen hatten, Menschen zu versklaven, oder ob diese Drecksarbeit von anderen gemacht wurde, ist dabei ohne Bedeutung.

 

Den Opfern, die durch Täter Gewalt widerfahren hatten, werden wir nicht gerecht, wenn wir die Texte heute als nicht mehr göttlichen Ursprungs erklären.

 

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Einsteinchen

@Gerhard Ingold

Die ganzen Texte kann man ja als ein Rätsel ansehen, als Zen-Koan. 

Wie interpretiert man diesen gefetteten Satz?:

 

"Ich raste aus."

 

Du sagst: "Ich drehe durch"

Ich sage: "Ich ruhe"

 

Ausserdem bist du in der permanenten Position des Anklägers, des Satans, der nichts Gutes an Gott findet, ein zwar wichtiger Part im Ringen der Philosophie, aber auf Dauer muss dir ja das stressig werden....

 

In den Siebzigern gab es einen Spruch von Revolutionären:

"Mach kaputt, was dich kaputt macht".

Das tust du wohl.

 

Auch diesen gefetteten Satz kann man auf zweierlei Weise interpretieren:

 

Du tust das wahrscheinlich. 

oder

Das machst du hervorragend. 

 

Oder 

Ich greife dich an.

kann man so interpretieren:

 

Ich berühre dich sanft mit dem Finger. 

oder

Ich mache eine Attacke gegen dich.

Edited by Einsteinchen
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Gerhard Ingold
vor 3 Stunden schrieb Einsteinchen:

@Gerhard Ingold

Die ganzen Texte kann man ja als ein Rätsel ansehen, als Zen-Koan. 

Wie interpretiert man diesen gefetteten Satz?:

 

"Ich raste aus."

 

Du sagst: "Ich drehe durch"

Ich sage: "Ich ruhe"

 

Ausserdem bist du in der permanenten Position des Anklägers, des Satans, der nichts Gutes an Gott findet, ein zwar wichtiger Part im Ringen der Philosophie, aber auf Dauer muss dir ja das stressig werden....

 

In den Siebzigern gab es einen Spruch von Revolutionären:

"Mach kaputt, was dich kaputt macht".

Das tust du wohl.

 

Auch diesen gefetteten Satz kann man auf zweierlei Weise interpretieren:

 

Du tust das wahrscheinlich. 

oder

Das machst du hervorragend. 

 

Oder 

Ich greife dich an.

kann man so interpretieren:

 

Ich berühre dich sanft mit dem Finger. 

oder

Ich mache eine Attacke gegen dich.

 

Du schreibst: "Ausserdem bist du in der permanenten Position des Anklägers, des Satans, der nichts Gutes an Gott findet"

 

Wenn Du mich als Satan empfindest, ist das Dein Urteil über mich.

 

Wo ich aber je etwas gegen einen Gott gesagt haben soll, würde mich schon interessieren? Oder meinst Du, wenn ich die Bibel und den Koran hinterfrage, würde ich damit nichts Gutes an Gott finden?

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Einsteinchen
vor 24 Minuten schrieb Gerhard Ingold:

 

Du schreibst: "Ausserdem bist du in der permanenten Position des Anklägers, des Satans, der nichts Gutes an Gott findet"

 

Wenn Du mich als Satan empfindest, ist das Dein Urteil über mich.

 

Wo ich aber je etwas gegen einen Gott gesagt haben soll, würde mich schon interessieren? Oder meinst Du, wenn ich die Bibel und den Koran hinterfrage, würde ich damit nichts Gutes an Gott finden?

Ich meinte das gar nicht böse, ich selber habe dies auch in mir, das habe ich auch schon irgendwo in meiner  Spielwiese  thematisiert. Und auch Goethe hatte es in sich und thematisiert es im Faust. Ich meine, jeder Mensch  hat Gut und Böse in sich.

Ich wollte nur erreichen,  dass du alles aus einer neuen  Perspektive  siehst. 

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Gerhard Ingold
vor 40 Minuten schrieb Einsteinchen:

Ich meinte das gar nicht böse, ich selber habe dies auch in mir, das habe ich auch schon irgendwo in meiner  Spielwiese  thematisiert. Und auch Goethe hatte es in sich und thematisiert es im Faust. Ich meine, jeder Mensch  hat Gut und Böse in sich.

Ich wollte nur erreichen,  dass du alles aus einer neuen  Perspektive  siehst. 

 

Solange Du mir nicht Judenfeindlichkeit, Christenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit usw. unterstellst, weil ich die Bibel und den Koran nicht als Wort Gottes sondern als Gott verunehrende Menschenworte deklariere, kann ich mit menschlichen Urteilen über meine Person leben.

 

Ich fände es aber doch gut, Du würdest über das, was ich schreibe, eine Sachdiskussion führen.

 

Dialog, wie ich Dialog verstehe, hat mit belegten Argumenten und mit belegten Gegenargumenten zu tun.

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Domingo
19 hours ago, Cosifantutti said:

...

Das hoert sich alles sehr gut an, ich moechte es aber an einem konkreten Beispiel durchexerziert sehen. Als solches Textbeispile bietet sich die Johannesoffenbarung an, ueber die ja nebenan diskutiert wird.

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Cosifantutti
vor 20 Stunden schrieb Gerhard Ingold:

 

Welcher Gattung gehören folgende Koranverse an? Verändert sich an den Aussagen etwas, wenn man sie einer Gattung zuordnet?

 

Sure 9-5: „Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf.“ Sure 4-56: „Wer da Unsere Zeichen verleugnet, den werden Wir im Feuer brennen lassen. Sooft ihre Haut gar ist, geben Wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe schmecken.“

Sure 8-12: „In die Herzen der Ungläubigen werfe Ich Schrecken. So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab.“ Sure 22-19ff: „Für die Ungläubigen sind Kleider aus Feuer geschnitten, gegossen wird siedendes Wasser über ihre Häupter, das ihre Eingeweide und ihre Haut schmilzt, und eiserne Keulen sind für sie bestimmt.“

 

Oder bei einem biblischen Text, den die Südstaatler wörtlich verstanden haben wollten: "1 Der HERR sprach zu Mose auf dem Berg Sinai:....... 44 Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben" (3. Mose 25,1 und 44).

 

Wichtig ist dabei eben nicht nur, wie wir Heutigen die Texte verstehen, sondern wie sie von unseren Vorfahren verstanden wurden. Und vom Text ausgehend, haben unsere Vorfahren es als Rechtsgut verstanden, Sklaven zu machen, mit Versklavten zu handeln und diese als Sklaven zu halten. Ob Juden selbst die Drecksarbeit übernommen hatten, Menschen zu versklaven, oder ob diese Drecksarbeit von anderen gemacht wurde, ist dabei ohne Bedeutung.

 

Den Opfern, die durch Täter Gewalt widerfahren hatten, werden wir nicht gerecht, wenn wir die Texte heute als nicht mehr göttlichen Ursprungs erklären.

 

Da ich nicht der Religion des Islam angehöre, deshalb für mich der Koran auch kieinerlei Rolle spielt, äußere ich mich auch grundsätzlich nicht zu einzelnen Versen / Suren des Koran. Was mich allerdings sehr interessiert, was ich auch schon erwähnt habe: Was tragen die verschiedenen Weltreligionen, neben Christentum Judentum, Buddhismus, Hinduismus eben auch der Islam bei zu einem friedlichen Zusammenleben ? Hier in diesem Land ? Was tragen die Weltreligionen insgesamt bei zur Verwirklichung der universalen Menschenrechten, zur Verteidigung der unantastbaren Würde eines jeden Menschen ? 

 

Wenn irgendwo, irgendwann, irgendwelche Verbrechen "im Namen" irgend einer Religion / religiösen Überzeugung, Vorstellung verübt werden, dann bleiben diese Verbrechen schlicht was sie sind: Verbrechen, Straftaten, ein Fall für Staatsanwälte und Gerichte....

 

Genauso verhält es sich  mit 3. Buch Mos 25,1 und 44.... Ich geh jetzt der Einfachheit mal von der BRD aus. Wir haben das Grundgesetz, die Strafgesetze, die für jeden Bürger, der sich in diesem Land aufhält, verbindlich sind... das ist der Rahmen, an den sich alle halten müssen. Die Religionsfreiheit gilt ausschließlich innerhalb dieses Rahmens....

 

Über die Wirkungsgeschichte von biblischen Texten hatte ich schon sehr ausführlich gepostet ( vgl Post vom 5.2. 23:07 Uhr.)und habe dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen....

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Gerhard Ingold
vor 5 Minuten schrieb Cosifantutti:

Da ich nicht der Religion des Islam angehöre, deshalb für mich der Koran auch kieinerlei Rolle spielt, äußere ich mich auch grundsätzlich nicht zu einzelnen Versen / Suren des Koran. Was mich allerdings sehr interessiert, was ich auch schon erwähnt habe: Was tragen die verschiedenen Weltreligionen, neben Christentum Judentum, Buddhismus, Hinduismus eben auch der Islam bei zu einem friedlichen Zusammenleben ? Hier in diesem Land ? Was tragen die Weltreligionen insgesamt bei zur Verwirklichung der universalen Menschenrechten, zur Verteidigung der unantastbaren Würde eines jeden Menschen ? 

 

Wenn irgendwo, irgendwann, irgendwelche Verbrechen "im Namen" irgend einer Religion / religiösen Überzeugung, Vorstellung verübt werden, dann bleiben diese Verbrechen schlicht was sie sind: Verbrechen, Straftaten, ein Fall für Staatsanwälte und Gerichte....

 

Genauso verhält es sich  mit 3. Buch Mos 25,1 und 44.... Ich geh jetzt der Einfachheit mal von der BRD aus. Wir haben das Grundgesetz, die Strafgesetze, die für jeden Bürger, der sich in diesem Land aufhält, verbindlich sind... das ist der Rahmen, an den sich alle halten müssen. Die Religionsfreiheit gilt ausschließlich innerhalb dieses Rahmens....

 

Über die Wirkungsgeschichte von biblischen Texten hatte ich schon sehr ausführlich gepostet ( vgl Post vom 5.2. 23:07 Uhr.)und habe dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen....

 

Da die Mehrheit der Juden, Christen, Muslime, Atheisten usw. nur Frieden möchten, geht von ihnen mehrheitlich das aus, was sie möchten. Es sind eben überall glücklicherweise nur Minderheiten, die gegenteilig auffallen.

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Cosifantutti
Am 6.1.2021 um 23:39 schrieb Studiosus:

 

Dass ich damit nicht auf der Linie eines Kardinal Lehmann o. ä. liege, was die Einschätzung der Person Luthers angeht ("Lehrer des Glaubens" usw.) weiß ich. Mittlerweile hat sich leider auch in katholischen Kreisen ein gewisser Lutherrevisionismus breit gemacht. Luther als der große Glaubende, der einer dekadenten Kirche das Evangelium entgegenbrüllt. Naja, wer's glauben will. 

 

Ich halte mich da lieber an Fr. Heinrich Denifle OP und sein Urteil über Dr. Martin Luther. 

 

Wenn man Luther für irgendetwas danken sollte, dann für das Konzil, das ihn und seine Irrlehren verdammt und den katholischen Glauben in wunderbarer Klarheit dargelegt hat. 

 

Gut, ich konzediere, mittlerweile fordern ja sogar ökumenisch Bewegte die Rücknahme der Exkommunikation Luthers. Freilich in völliger Unkenntnis, was das Wesen der Exkommunikation ausmacht. Das sagt viel über den Bildungsstand mancher Theologen aus. Ich könnte jetzt Karl Kraus zitieren, aber ich lasse es. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

....nach Fr. Heinrich Denifle OP ( 1844 - 1905 ) und sein Urteil über Dr. Martin Luther ist ja die historische Forschung über Martin Luther un die Reformation nicht einfach stehen geblieben.

....bereits eine Generation später stammt aus der Feder des katholischen Kirchenhistorikers Josef Lortz ( 1887 - 1975 ) eine groß angelegte Studie, die meines Wissens die erste bedeutende historische Studie aus der Feders eine katholischen Theologen war, der Martin Luther auch positiv würdigte....

 

Josef Lortz: Die Reformation in Deutschland, 1939 / 1940

 

Gerade um das Refomationsjubiläum 2017 herum sind doch verschiedene, sehr gute Bücher über Martin Luther und die Zeit der Reformation pubiziert wurden, auf den neuesten Stand der hostorischen Forschung, die inzwischen für alle diejenigen absolute Standardwerke sein sollten, die sich einen seriösen und unvoreingenommenen historischen Einblick in diese Thematik ( Martin Luther und die Reformation ) verschaffen und nicht nur immer wieder den eigenen Vorurteilen über Martin Luther und die Geschichte der Reformation hinterherlaufen wollen.

 

Allen voran ist zu nennen die brilliante Monografie über Martin Luther von dem Historiker Heinz Schilling, zur Zeit mit Sicherheit der "Goldstandart" in Bezug auf Martin Luther Biografie:

-  zu vergleichen entwa in Bezug auf Qualität mit der Beethoven-Biografie von Jan Cayers als "Goldstandart" in  Bezug auf Ludwig van Beethoven -

keine Zufall für mich, dass beide großangelegte Werke im rennomierten C.H.Beck-Verlag erschienen sind...

 

Heinz Schilluing: Martin Luther - Rebell in einer Zeit des Umbruchs, C.H.Beck, München 2012

 

des Weiteren wären sehr zu empfehlen:

Volker Reinhardt: Luther der Ketzer - Rom ind die Reformation,C.H.Beck, München 2016

 

Thomas Kaufmann: Erlöste und Verdammte - Eine Geschichte der Reformation, C.H.Beck,München 2016

 

Thomas Kaufmann: Geschichte der Reformation in Deutschland, Suhrkamp; Berlin 2016

 

Christian Danz, Jan Heiner Tück ( Hg. ) Martin Luther - im Widerstreit der Konfessionen, Herder, Freiburg 2017

 

Volker Leppin: Die fremde Reformation - Luthers mystische Wurzeln, C.H.Beck, München 2016

 

und als ganz interessantes Buch, ebenfalls aus der Feder von Heinz Schilling, ebenfalls im sehr verdienten C.H.Beck Verag eine große Monografie über den großen "Gegenspieler" Martin Luthers: 

 

Heinz Schilling: Karl V. - Der Kaiser, dem die Welt zerbrach, C.H.Beck, München 2020

 

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