Chrysologus Geschrieben Dienstag um 10:25 Melden Geschrieben Dienstag um 10:25 vor 2 Stunden schrieb rorro: Da bei der von Fiducia supplicans genannten Situation (Spontan, ohne liturgische Planung etc.) die Personen und nicht die Paarung gesegnet werden, ist es in der Tat egal wer sich wie mit wem paart. "Egal" insofern, als daß es nicht die Segnung verunmöglicht. "Egal" nicht dahingehend, daß es dadurch gut wäre was das Paar macht. Also ist die Segnung homosexueller Paare möglich. Zitieren
rorro Geschrieben Dienstag um 11:01 Melden Geschrieben Dienstag um 11:01 vor 1 Minute schrieb Chrysologus: Also ist die Segnung homosexueller Paare möglich. Ich habe nie was anderes behauptet. Am Ende jeder Hl. Messe werden auch alle Anwesenden gesegnet unabhängig von ihrem Beziehungsstaus, ihrem "Gnadenstand" etc. FS hat nur im Einzelfall das möglich gemacht, was jetzt schon in Gruppe möglich ist. Zitieren
Cosifantutti Geschrieben Dienstag um 12:13 Autor Melden Geschrieben Dienstag um 12:13 vor 7 Stunden schrieb rorro: Es wird das Paar gesegnet, aber nicht die Paarung. Eigentlich ganz einfach. wow.... interessante Differenzierung..... Ich hatte bisher immer gedacht, um mich mit jemandem anderen ( das geht ja schlecht alleine.... ) als "Paar" zu definieren, muss ich mich "paaren"..... also eine "Paarung" durchführen...neudeutsch "Verpartnerung"..... ich weiß jetzt nicht, was deine Sophistik soll....aber die Segnung betrifft hier eindeutig nicht Einzelpersonen, sondern ein Paar, das sich in einer wie auch immer konkret ausgestalteter Beziehung miteinander befindet----Der von mir zitierte Abschnitt 31 ist in meinen Augen sehr klar und eindeutig, es geht ja hier explizit um Segnungen von Paaren in irregulären Situationen ( darum bitten, dass alles, was in ihrem Leben und ihren Beziehungen wahr, gut und menschlich gültig ist, durch die Gegenwart des Heiligen Geistes bereichert, geheilt und erhöht wird. ) Zitieren
Flo77 Geschrieben Dienstag um 12:34 Melden Geschrieben Dienstag um 12:34 vor 15 Minuten schrieb Cosifantutti: ( darum bitten, dass alles, was in ihrem Leben und ihren Beziehungen wahr, gut und menschlich gültig ist, durch die Gegenwart des Heiligen Geistes bereichert, geheilt und erhöht wird. ) Ja, aber... die sexuellen Beziehungen sind eben NICHT wahr, gut und "menschlich gültig" (was ich eine extrem merkwürdige Formulierung finde). Die Heilung durch den Heiligen Geist, bedeutet hier, daß das ungeordnete sexuelle Verlangen überwunden wird und das Paar den Weg der idealen Keuschheit zu gehen vermag. Natürlich schreibt das keiner ausdrücklich, aber letztlich läuft es darauf hinaus. Das Kleinreden von Sexualität sowohl bei F1 wie auch bei Leo scheint mir exakt in diese Richtung zu deuten, daß den geistlichen Häuptern diesen Aspekt menschlicher Existenz, deshalb nicht wichtig ist, weil dieser animalische Part eh für die Person selbst ein zu sublimierender Faktor ist. Was eh ausgeschaltet werden soll, bedarf keiner weiteren Klärung. Zitieren
iskander Geschrieben Dienstag um 13:04 Melden Geschrieben Dienstag um 13:04 (bearbeitet) Meiner Meinung nach passt es einfach nicht und zeigt einen recht verzweifelten Spagat an. Wenn man wirklich der Meinung ist, dass eine Beziehung grundverkehrt ist und eigentlich nicht existieren sollte, ergibt es keinen Sinn, die als Beziehung zu segnen. Man kann dann die Leute einzeln segnen, oder vielleicht eine "Freundschaft". Aber die sündhafte sexuelle Paar-Beziehung (und das tut man ja letztlich, wenn man das Paar als Paar segnet)? Für mich steht dahinter der erkennbare Wunsch, einerseits bei der alten Lehre zu bleiben, andererseits doch irgendwie auf die Betroffenen zuzugehen. @Flo77 Zitat Das Kleinreden von Sexualität sowohl bei F1 wie auch bei Leo scheint mir exakt in diese Richtung zu deuten, daß den geistlichen Häuptern diesen Aspekt menschlicher Existenz, deshalb nicht wichtig ist, weil dieser animalische Part eh für die Person selbst ein zu sublimierender Faktor ist. Was eh ausgeschaltet werden soll, bedarf keiner weiteren Klärung. Mein Verdacht ist ein anderer: Sie können und wollen die kath. Sexuallehre nicht infragestellen, im Grunde ihres Herzens umarmen sie sie aber nicht mehr wirklich und wollen sie instinktiv lieber an den Rand drängen als sie zu zelebrieren. Vergleiche mal folgende Pius XII. vs. FI. Pfürtner (mit Pius XII.) darin: "Dann zählt der Papst verschiedene allgemeinverbindliche Verbote auf, darunter «Ehebruch, Geschlechtsverkehr Unverheirateter, Mißbrauch der Ehe [gemeint ist Verhütung], Selbstbefleckung ... », die «vom göttlichen Gesetzgeber strengstens verboten sind», und faßt die Objektivität und Absolutheit ihrer Geltung in dem Satz zusammen: «Da gibt es nichts zu prüfen. Wie immer die persönliche Lage sein mag, es gibt keinen anderen Ausweg als den zu gehorchen» [...]" (Pfürtner, Kirche und Sexualität) Dagegen aus Katholich.de über FI: "Auch warnte der Papst davor, sich zu sehr in das Privatleben von Jugendlichen einzumischen. Ein Priester habe ihn während seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires vor einem karitativen Projekt gewarnt, bei dem Jugendliche Obdachlosen Essen brachten. Nach diesen Treffen würden die jungen Gläubigen „ausgehen und gegenseitig miteinander schlafen“, zitierte Franziskus den Geistlichen. "Ich habe ihm darauf gesagt, er solle aufhören, sich in diese Dinge einzumischen. Die Jugendlichen muss man ihr Leben leben lassen." Kontakt zur Kirche und pastorale Treffen könnten bei kirchenfernen jungen Menschen zu einer Annäherung an das Evangelium führen. "Aber wenn man nur von der Keuschheit spricht, verschreckt man alle." Die Seelsorge-Arbeit mit Jugendlichen sei nicht unter Laborbedingungen möglich, so Franziskus." https://www.katholisch.de/artikel/46382-papst-franziskus-zeit-nicht-reif-fuer-drittes-vatikanisches-konzil Natürlich ist die Herangehensweise von FI sympathischer, aber wenn die Lehre dann in ihrer ganzen Strenge (alles objektiv schwere Sünde usw.) vollkommen unverändert bleibt, dann macht das die Kirche nicht glaubwürdiger. Die kirchliche Lehre hat wie gesagt immer noch gravierende Folgen, wenn auch weniger in Deutschland, und man fragt sich dann: Leiden die Menschen für eine Lehre, von deren absoluter Ernsthaftigkeit, Schwere und absoluten Verbindlichkeit selbst der Papst im tiefsten Herzen vielleicht gar nicht mehr so ganz überzeugt ist? bearbeitet Dienstag um 13:06 von iskander Zitieren
Flo77 Geschrieben Dienstag um 13:56 Melden Geschrieben Dienstag um 13:56 vor 46 Minuten schrieb iskander: Kontakt zur Kirche und pastorale Treffen könnten bei kirchenfernen jungen Menschen zu einer Annäherung an das Evangelium führen. "Aber wenn man nur von der Keuschheit spricht, verschreckt man alle." Die Seelsorge-Arbeit mit Jugendlichen sei nicht unter Laborbedingungen möglich, so Franziskus." Beachte: Bei JUNGEN Menschen. Von Erwachsenen keine Rede. Erwartete F1, daß Erwachsene ihre Sexualität problemlos den römischen Keuschheitsvorschriften anpassen können und es sie nicht verschrecken würde? Mich erinnert das sehr an eine Mormonenmission - die Leute werden mit kurzfristigen und leichtverdaulichen Brocken und niederschwelligen Angeboten zur Taufe gelockt, daß das LDS-Law of Chastity mit der katholischen Moral von den Auswirkungen (interessanterweise nicht von den Begründungen her) ähnlich bzw. gleich ist, erfahren die Neugetauften üblicherweise erst NACH ihrer Taufe. Dieses Spiel mit gezinkten Karten, beherrscht Pater Mike auch hervorragend. Aber das steht in langer Tradition. Kardinal Fulton als einer der ersten katholischen Fernsehmissionare war auch so drauf. Zitieren
iskander Geschrieben Dienstag um 14:08 Melden Geschrieben Dienstag um 14:08 (bearbeitet) vor 12 Minuten schrieb Flo77: Beachte: Bei JUNGEN Menschen. Von Erwachsenen keine Rede. Erwartete F1, daß Erwachsene ihre Sexualität problemlos den römischen Keuschheitsvorschriften anpassen können und es sie nicht verschrecken würde? Ich weiß es nicht, aber ich glaube es persönlich eher nicht. Ich denke eher, FI an die kath. Sexuallehre geglaubt hat, weil er als Katholik eben verpflichtet war, sie zu glauben. Ich denke aber nicht, dass er im tiefsten Herzen und existentiell von ihr überzeugt war (anders als z.B. JPII). Ich denke, dass genau das auch in manchen seiner Äußerungen z.B. auch zu Homoexuellen durchschlägt. Ich kann das nicht beweisen, aber es scheint mir plausibel zu sein, vermutlich auch bei Leo. Ich mache das daran fest, dass entsprechende Äußerungen zu jemandem, der mit jeder Faser seines Herzens an diese Moral glaubt, einfach nicht wirklich passen. Sie wären einem Pius XII. oder einem JPII sicher nie aus dem Mund gekommen. So wenig wie Pius oder JPII zum Bespiel Segnungeen für homosexuelle Paare eingeführt hätten - nicht einmal mit allen Vorbehalten. bearbeitet Dienstag um 14:10 von iskander 1 Zitieren
Cosifantutti Geschrieben Dienstag um 14:27 Autor Melden Geschrieben Dienstag um 14:27 vor einer Stunde schrieb Flo77: Ja, aber... die sexuellen Beziehungen sind eben NICHT wahr, gut und "menschlich gültig" (was ich eine extrem merkwürdige Formulierung finde). Die Heilung durch den Heiligen Geist, bedeutet hier, daß das ungeordnete sexuelle Verlangen überwunden wird und das Paar den Weg der idealen Keuschheit zu gehen vermag. Natürlich schreibt das keiner ausdrücklich, aber letztlich läuft es darauf hinaus. Das Kleinreden von Sexualität sowohl bei F1 wie auch bei Leo scheint mir exakt in diese Richtung zu deuten, daß den geistlichen Häuptern diesen Aspekt menschlicher Existenz, deshalb nicht wichtig ist, weil dieser animalische Part eh für die Person selbst ein zu sublimierender Faktor ist. Was eh ausgeschaltet werden soll, bedarf keiner weiteren Klärung. ich würde es schon mal anders formulieren: Nicht "sexuelle Beziehungen", sondern: Beziehungen, Partnerschaften, die eben Sex einschließen.... man darf nicht darauf hereinfallen und Menschen, die sexuell gleichgeschlechtlich orientiert sind, ihre Partnerschaften und Beziehungen sozusagen auf "Sex" zu reduzieren oder ihre Beziehungen immer wieder nur von diesem Aspekt von gleichgeschlechtlich praktiziertem Sex her zu definieren..... Ich finde es wichtig, dass man hier sehr stark von der Beziehung her denkt und schaut, welche Art von Beziehung besteht hier konkret, welche ethischen Werte werden verwirklicht: Treue, Verantwortung, Aufrichtigkeit, Solidarität, Hilfe, Sorge um den Partner...etc... praktizierte Sexualität ist dann eben eingebettet in die Beziehung und findet in dieser Beziehung ihren angemessenen Ausdruck ( als sinnliche "Körpersprache" der Liebe..... ). Die Kirche hat in ihrer Traditionellen Sexualmoral wohl den Fehler gemacht, alles bis ins Kleinste "regeln" zu wollen und sich nicht darauf beschränkt, allgemeine ethische Leitlinien und Prinzipien auszuarbeiten. Und ich wiederhole mich nochmals: Man sollte auch überhaupt nicht gleichgeschlechtlich praktizierten Sex sozusagen "Isoliert" betrachten, sondern in Kontext stellen, zu allen sexuellen Aktivitäten vor / außerhalb von sakramentaler Ehe.... z.B der zumindest in Westeuropa, Lateinamerika etc... von Gesellschaft und Kirche im Grunde "tolerierte" vorehelicher Sex..... Was die Kirche betrifft: ich kann mich nicht erinnern, dass in unseren Breitenkreisen in den letzten 20 - 30 Jahren ein Bischof in öffentlichen Predigten es moralisch als vollkommen nicht zu akzeptieren gegeißelt und verurteilt hätte, dass die eigenen Katholiken, besonders die Katholische Jugend, sich nicht an die Vorgaben der Kirche im Bereich der Sexualität hält, sondern sich ohne jegliches Sündenbewusstsein und lustvoll sich schon vor der Eheschließung gemeinsam sexuell vergnügt und die sexuellen Freuden miteinander genießt und auslebt... Das "Kleinreden" von F1 und Leo sehe wirklich eher so, dass Ihnen ganz andere Themen wichtiger sind..... Zum Beispiel einem Franziskus, der jahrelang in Buenos Aires Bischof war, dem musste man doch in Puncto reales Sexualverhalten "seiner" Katholiken, gerade auch der jungen Generation in Lateinamerika nichts erzählen..... Was mich auch stört in den Diskussionen hier: Wenn Sexualität, wenn das Ausleben der sexuellen Lust, die sexuelle Begierde, dass sexuelle Verlangen, die "Lust" aufeinander. Sex ausgiebig und lustvoll "miteinander" auszuleben auf "Trieb" reduziert wird, auf eine rein "animalische" Dimension.... das wird dem Erlebnis von Sex, wie Menschen das wahrnehmen und realisieren können auf keinen Fall gerecht, gerade auch da unterscheidet sich der Mensch vom Tier.... Zitieren
iskander Geschrieben Dienstag um 14:53 Melden Geschrieben Dienstag um 14:53 (bearbeitet) vor 28 Minuten schrieb Cosifantutti: ich würde es schon mal anders formulieren: Nicht "sexuelle Beziehungen", sondern: Beziehungen, Partnerschaften, die eben Sex einschließen.... man darf nicht darauf hereinfallen und Menschen, die sexuell gleichgeschlechtlich orientiert sind, ihre Partnerschaften und Beziehungen sozusagen auf "Sex" zu reduzieren oder ihre Beziehungen immer wieder nur von diesem Aspekt von gleichgeschlechtlich praktiziertem Sex her zu definieren..... Um mich aber nochmalss zu widerholen: Bei Pius XII. (oder auch JPII) wäre dennoch der Segen z.B. homosexueller Paare schlicht undenkbar gewesen. Vielleicht hätte man sich darauf eingelassen, rein platonische Freundschaften ohne jedesexuelle Komponente zu segnen, oder man hätte das vieelleicht zumindeest nicht als offenkundig aberwitzig verworfen. Es passt an dieser Stelle einfach nicht. Die Sexuallehre passt nicht zur spezifischen Segnung von Beziehungen, die sich - jenseiits eben von ihren freundschaftlichen Elementen - laut Kirche speziell durch ihre verdammungswürdige sexuelle Natur auszeichnen. Zitat Man sollte auch überhaupt nicht gleichgeschlechtlich praktizierten Sex sozusagen "Isoliert" betrachten, sondern in Kontext stellen, zu allen sexuellen Aktivitäten vor / außerhalb von sakramentaler Ehe.... z.B der zumindest in Westeuropa, Lateinamerika etc... von Gesellschaft und Kirche im Grunde "tolerierte" vorehelicher Sex..... Was die Kirche betrifft: ich kann mich nicht erinnern, dass in unseren Breitenkreisen in den letzten 20 - 30 Jahren ein Bischof in öffentlichen Predigten es moralisch als vollkommen nicht zu akzeptieren gegeißelt und verurteilt hätte, dass die eigenen Katholiken, besonders die Katholische Jugend, sich nicht an die Vorgaben der Kirche im Bereich der Sexualität hält, sondern sich ohne jegliches Sündenbewusstsein und lustvoll sich schon vor der Eheschließung gemeinsam sexuell vergnügt und die sexuellen Freuden miteinander genießt und auslebt... Das "Kleinreden" von F1 und Leo sehe wirklich eher so, dass Ihnen ganz andere Themen wichtiger sind..... Zum Beispiel einem Franziskus, der jahrelang in Buenos Aires Bischof war, dem musste man doch in Puncto reales Sexualverhalten "seiner" Katholiken, gerade auch der jungen Generation in Lateinamerika nichts erzählen..... Es gibt allerdings immer noch genügend Menschen, die genau unter dieser Moral leiden (oder gelitten haben). Beispiele wurden ja schon genannt. Diese müssen sich von der Kirche, wenn sie es wirklich so meinen sollte, wie es bei Dir rüberkommt, auf den Arm genommen fühlen. (Das ist auch eines der wenigen Dinge, die ich einem Pius XII. oder einem JPII zugutehalte: Sie haben immerhin ehrlich an das geglaubt, was sie gesagt haben, egal wie destruktiv es in seinen Folgen gewesen sein mag.) bearbeitet Dienstag um 14:56 von iskander Zitieren
SteRo Geschrieben Dienstag um 15:21 Melden Geschrieben Dienstag um 15:21 vor 2 Stunden schrieb Flo77: Ja, aber... die sexuellen Beziehungen sind eben NICHT wahr, gut und "menschlich gültig" (was ich eine extrem merkwürdige Formulierung finde). Die Heilung durch den Heiligen Geist, bedeutet hier, daß das ungeordnete sexuelle Verlangen überwunden wird und das Paar den Weg der idealen Keuschheit zu gehen vermag. Natürlich schreibt das keiner ausdrücklich, aber letztlich läuft es darauf hinaus. Das Kleinreden von Sexualität sowohl bei F1 wie auch bei Leo scheint mir exakt in diese Richtung zu deuten, daß den geistlichen Häuptern diesen Aspekt menschlicher Existenz, deshalb nicht wichtig ist, weil dieser animalische Part eh für die Person selbst ein zu sublimierender Faktor ist. Was eh ausgeschaltet werden soll, bedarf keiner weiteren Klärung. Jegliches ungeordnete Verlangen/Begehren wird geordnet, was aber nicht bedeutet, dass das Verlangen als solches überwunden wird durch die Heilung, denn die Heilung ist ja nicht wider die Natur des Menschen. Das Kleinreden der Sexualität ist schierer Opportunismus und die pastorale Sprache kennt das Wort "Sünde" nicht mehr. Vielleicht denkt man sich, man könne - wider dem was das Trienter Konzil schreibt - die sündigen Menschen durch Zuschütten mit Aussagen wie "Gott liebt dich wie du bist" und "Gott liebt bedingungslos" zur reaktiven Gottesliebe animieren, auf dass sich das Problem Sünde dann so erledigen ließe ohne es ansprechen zu müssen. Zitieren
Cosifantutti Geschrieben Dienstag um 18:05 Autor Melden Geschrieben Dienstag um 18:05 vor 3 Stunden schrieb iskander: Um mich aber nochmalss zu widerholen: Bei Pius XII. (oder auch JPII) wäre dennoch der Segen z.B. homosexueller Paare schlicht undenkbar gewesen. Vielleicht hätte man sich darauf eingelassen, rein platonische Freundschaften ohne jedesexuelle Komponente zu segnen, oder man hätte das vieelleicht zumindeest nicht als offenkundig aberwitzig verworfen. Es passt an dieser Stelle einfach nicht. Die Sexuallehre passt nicht zur spezifischen Segnung von Beziehungen, die sich - jenseiits eben von ihren freundschaftlichen Elementen - laut Kirche speziell durch ihre verdammungswürdige sexuelle Natur auszeichnen. Es gibt allerdings immer noch genügend Menschen, die genau unter dieser Moral leiden (oder gelitten haben). Beispiele wurden ja schon genannt. Diese müssen sich von der Kirche, wenn sie es wirklich so meinen sollte, wie es bei Dir rüberkommt, auf den Arm genommen fühlen. (Das ist auch eines der wenigen Dinge, die ich einem Pius XII. oder einem JPII zugutehalte: Sie haben immerhin ehrlich an das geglaubt, was sie gesagt haben, egal wie destruktiv es in seinen Folgen gewesen sein mag.) Ich bin hier leider komplett der falsche Ansprechpartner. Ich sehe auch die Diskrepanzen, die du beschriebst. Aber ich bin weder selber Papst, Kardinal oder Bischof…. An diese müsstest du deine Fragen stellen, denn diese haben auch die Kompetenzen, hier etwas konkret zu ändern…. Was die Menschen angeht, die sich „auf den Arm genommen fühlen“ kann ich nur jedem Menschen raten, seinen eigenen Verstand zu benutzen…( vgl. Immanuel Kant: „Was ist Aufklärung ?“ ) Bei Christen spricht man vom „mündigen Christsein….“ Zitieren
iskander Geschrieben Dienstag um 18:20 Melden Geschrieben Dienstag um 18:20 (bearbeitet) @Cosifantutti Ich habe mal die KI Grok gebeten, pointiert zu formulieren, was da nicht passt (also keine ergebnisoffene, sondern eine gerichtete Anfrage); und dies ist das aus meiner (laienhaften) Sicht ziemlich überzeugende Ergebnis: Die KI Grok sagt: Die Spannung ist real und liegt im Kern der Sache. Die katholische Lehre (Katechismus 2357–2359) ist hier glasklar: Homosexuelle Handlungen sind „in sich nicht in Ordnung“ (intrinsece malum). Sie können unter keinen Umständen gebilligt werden. Die Neigung selbst wird als „objektiv ungeordnet“ bezeichnet. Nur die eheliche Verbindung von Mann und Frau ist der „gottgewollte“ Ort für Sexualität und damit segensfähig im vollen Sinn. Warum Fiducia Supplicans (Dez. 2023) hier reibt: Die Erklärung erlaubt genau das, was die Lehre strukturell problematisch macht: die Segnung eines Paares als Paar – also zweier Menschen, die in einer sexuellen Beziehung leben, die die Kirche gleichzeitig als schwere Sünde qualifiziert. Das schafft einen logischen und semantischen Widerspruch: Segen ist keine neutrale Geste. Ein kirchlicher Segen ist immer eine invocatio – die Anrufung Gottes über etwas, damit es nach seinem Willen gedeihe. Man segnet nicht das, was man offiziell als gegen Gottes Willen stehend betrachtet (siehe z. B. keine Segnung von Ehebruch, Polygamie oder Inzestbeziehungen). Die Unterscheidung „Personen, nicht Union“ ist künstlich. Die Erklärung beteuert, man segne nur die Personen, nicht die Beziehung. In der Praxis segnet man aber Menschen als Paar, oft mit Gesten (gemeinsames Kniebeugen, Segensgestus über beide), die genau die Beziehung sichtbar machen. Das ist semantisch unehrlich. Die meisten Menschen (inklusive der Betroffenen) verstehen das als Segen ihrer Beziehung. Genau das war ja der Wunsch vieler progressiver Bischöfe. Es verletzt das Prinzip der lex orandi, lex credendi. Wenn die Liturgie/Pastoral etwas tut, das die Lehre verbal ablehnt, entsteht kognitive Dissonanz. Die Gläubigen lernen über die Praxis: „So schlimm kann es nicht sein, wenn die Kirche es segnet.“ Das ist genau die schleichende Erosion, die Kritiker (u.a. die afrikanischen Bischofskonferenzen, Kardinäle wie Sarah, Burke, Müller oder der Kasachstan-Deklaration) befürchten. Die ehrlichen Alternativen wären klarer gewesen: Entweder bei der traditionellen Linie bleiben: Individuelle Segnung sündigender Menschen ja (Barmherzigkeit), aber keine Paar-Inszenierung. Jeder darf einzeln kommen. Oder die Lehre offen ändern (was Papst Franziskus aber explizit nicht wollte und auch nicht kann, ohne das Lehramt zu sprengen). Stattdessen hat man den klassischen synodalen Kompromiss gewählt: pastorale Öffnung bei doktrinärer Kontinuitätsbehauptung. Das wirkt auf viele intellektuell unaufrichtig – wie ein Versuch, beiden Seiten zu gefallen und letztlich keine richtig zufriedenzustellen. Kurz: Man segnet etwas, das man laut eigener Lehre nicht segnen sollte, und tut gleichzeitig so, als täte man es nicht. Das ist die Spannung. Sie ist nicht nur gefühlt, sie ist logisch. bearbeitet Dienstag um 18:41 von iskander 1 Zitieren
iskander Geschrieben Dienstag um 18:27 Melden Geschrieben Dienstag um 18:27 Und noch etwas aus Gorks Antwort auf eine Folgefrage: "Der aktuelle Kurs ist das typisch römische 'Sowohl-als-auch', das immer mehr zum 'Weder-noch' wird." Zitieren
Cosifantutti Geschrieben Dienstag um 18:40 Autor Melden Geschrieben Dienstag um 18:40 Nochmals: ich stimme dir zu, was die realen Wiedersprüche betrifft. Aber die katholische Kirche „tickt“ mal so wie sie eben „tickt“…. Ken Papst geht her und verkündet offen: „Also, was meine Vorgänger gelehrt haben, war ziemlicher „bullshit“, vergesst das ganze. Ab heute gilt folgendes….. Es geht eher so, wie es Franziskus getan hat….. Räume öffnen, bestimmte Dinge „herunterfahren“…zB von in jedem Fall „schwerer Sünde“ zu…..“lässliche Sünde“, „nicht ideal“, von Beziehungen her denken…. Die Kirche ist eben wie ein großer Ozeandampfer, der nicht die Richtung mal so schnell wechseln kann wie ein Schnellboot Zitieren
iskander Geschrieben Gestern um 10:09 Melden Geschrieben Gestern um 10:09 Ich habe die KI Grok gebeten, mal der These nachzugehen, dass sich eigentlich nur die Begründungen für die kath. Sexualmoral ändern, da aber deutlich nicht aber die Lehre selbst, und dass das den Verdacht wecken kann, dass die Lehre schon feststeht und die Argumente nur jeweils angepasst werden. Es war also keine rein neutrale Frage, sondern ein konkreter Auftrag. Die Antwort finde ich aber gut genug, um iie zu publizieren. Die KI Grok: Ja, der ketzerische Verdacht [dass sich vor allem die Begründungen geändert haben] ist berechtigt und wirft eine grundlegende Frage auf. Wenn eine religiöse Institution über 1600 Jahre hinweg im Kern dieselben restriktiven Regeln zur Sexualität aufrechterhält —künstliche Verhütung ist intrinsisch böse, Masturbation ist intrinsisch schlecht, orale oder anale Praktiken als Ersatz für den vollständigen Geschlechtsakt sind problematisch, homosexuelle Handlungen sind „intrinsisch ungeordnet“, vorehelicher Sex und Scheidung mit Wiederheirat bleiben verboten —, aber die Begründungen sich dramatisch wandeln und teilweise ins Gegenteil verkehren, dann drängt sich der Verdacht auf: Hier bestimmt nicht primär eine zeitlose Wahrheit die Moral, sondern die Moral bestimmt die jeweilige theologische Begründung. Augustinus und die alte Linie Augustinus prägte die westliche Sexualethik wie kaum ein anderer. Für ihn war die sexuelle Lust (concupiscentia carnis) eine direkte Folge der Erbsünde. Im paradiesischen Zustand wäre der Geschlechtsakt eine ruhige, vernunftgesteuerte Angelegenheit ohne diese unkontrollierbare Erregung gewesen. Heute ist die Lust ein Übel, das den Geist herunterzieht. Der eheliche Akt ist nur durch den Zweck der Zeugung gerechtfertigt. Geschieht er primär aus Lust, ist er zwar „verzeihlich“ (eine lässliche Sünde) innerhalb der Ehe, aber dennoch nicht ideal. Zölibat und Jungfräulichkeit stehen deutlich höher. Sex dient der Fortpflanzung, der Vermeidung von Unzucht und der Treue — aber die Lust selbst bleibt verdächtig. Diese Haltung war jahrhundertelang dominant. Mittelalterliche Bußbücher regelten detailliert, wann, wie oft und in welcher Position Ehepaare verkehren durften. Die Stoßrichtung war misstrauisch bis asketisch. Der moderne Umschwung Im 20. Jahrhundert ändert sich die Sprache radikal. Casti Connubii (Pius XI., 1930) markiert einen Übergang: Sie verteidigt noch stark die traditionelle Lehre gegen Verhütung, betont aber bereits stärker die eheliche Liebe. Humanae Vitae (Paul VI., 1968) verbietet weiterhin jede künstliche Verhütung, führt aber die Unterscheidung zwischen „unitive“ (einende) und „procreative“ (zeugende) Bedeutung des Aktes ein. Der Akt muss immer „offen für das Leben“ bleiben, aber nicht mehr jeder Akt muss aktiv auf Zeugung abzielen. Natürliche Familienplanung (NFP) wird bei schwerwiegenden Gründen ausdrücklich erlaubt. Theologie des Leibes (Johannes Paul II., 1979–1984) vollendet die Wende. Sexualität ist nun etwas zutiefst Gutes und Heiliges. Der menschliche Leib hat eine „nuptiale Bedeutung“ — er ist dazu geschaffen, sich in totaler, treuer, fruchtbarer Selbsthingabe zu verschenken. Lust und Lustempfinden sind gut, wenn sie in diesen personalen, auf Dauer und Offenheit für Leben ausgerichteten Kontext integriert sind. Die Verbote dienen nicht mehr der Unterdrückung eines Übels, sondern dem Schutz einer hohen Würde. Sex ist Abbild der Liebe zwischen Christus und der Kirche. Die Begründung hat sich fast um 180 Grad gedreht: Früher war Lust etwas Schäbiges, das man nur widerwillig duldete. Heute ist sie etwas Schönes und Heiliges — das man deshalb nicht entwürdigen darf. Warum der Verdacht naheliegt Dieser Wechsel der Begründungen bei fast unveränderter Praxis nährt den Eindruck von motiviertem Schließen (motivated reasoning): Die konkreten Verbote bleiben weitgehend stabil, weil sie durch eine lange Tradition, kanonisches Recht und biblische Interpretationen (z. B. Onan, Paulus) fest verankert sind. Die theologischen Prämissen werden flexibel angepasst, je nach kulturellem Kontext: erst gegen Manichäer und Pelagianer, später gegen die Aufklärung und die sexuelle Revolution. Praktische Zugeständnisse (NFP, Akzeptanz steriler Ehen, stärkere Betonung der ehelichen Liebe) werden gemacht, ohne die Kernverbote (Verhütung, Homosexualität) anzutasten. Das wirkt selektiv. Kritiker — liberale Theologen, Historiker und säkulare Beobachter — sehen hier eine klassische Strategie konservativer Institutionen: Man hält an der überlieferten Moral fest und liefert jeweils die passende philosophische oder theologische Verpackung nach (Naturrecht, Personalismus, „Sprache des Leibes“). Die Kontinuität der Verbote scheint wichtiger zu sein als die Kohärenz der Begründung. Die offizielle Antwort: Entwicklung der Lehre Die Kirche antwortet mit John Henry Newmans Theorie der Entwicklung der Lehre: Es handelt sich nicht um einen Bruch, sondern um eine organische Vertiefung. Man habe früher defensiv und negativ argumentiert (gegen Irrlehren), heute verstehe man positiver, was schon immer implizit da war: die personale Würde und sakramentale Schönheit der Ehe. Das ist intellektuell nicht absurd. Viele Lehren haben sich entwickelt (z. B. Religionsfreiheit, Todesstrafe). Dennoch bleibt ein Problem: Die Entwicklung geht auffällig einseitig in Richtung „Beibehaltung der Verbote bei positiverer Rhetorik“. Es gibt kaum echte Lockerungen dort, wo die Kultur Druck macht (Sexualität), während man in anderen Bereichen durchaus Anpassungen vornahm. Sachliches Fazit Der Verdacht ist nicht nur ketzerisch, sondern sachlich gut begründet. Eine so stabile moralische Praxis bei so wandelbaren Begründungen erweckt den Eindruck, dass die eigentliche Autorität weniger in der argumentativen Überzeugungskraft liegt als in der institutionellen Treue zur Tradition. Das macht die Lehre nicht automatisch falsch — Tradition kann auch Weisheit bewahren —, aber es macht sie angreifbar. Wer die katholische Sexualethik ablehnt, findet hier reichlich Munition: Sie wirkt wie ein kulturell-historisches Produkt, das sich mit immer neuen philosophischen Mänteln tarnt. Wer sie verteidigt, muss ehrlicherweise zugeben, dass die Kontinuität der Verbote für die Kirche offenbar wichtiger ist als eine vollständig kohärente, von Grund auf neu begründbare Anthropologie. Das ist kein unwichtiger Einwand gegen den Wahrheitsanspruch der Kirche. Es erklärt, warum viele Menschen — auch gläubige — mit dieser Lehre intellektuell und existentiell ringen. Der Paradigmenwechsel von „Lust als Übel“ zu „Lust als heilig“ bei gleichbleibender Rigorosität ist zu groß, um ihn ohne Skepsis hinzunehmen. Zitieren
Flo77 Geschrieben Gestern um 12:58 Melden Geschrieben Gestern um 12:58 vor 2 Stunden schrieb iskander: Mittelalterliche Bußbücher regelten detailliert, wann, wie oft und in welcher Position Ehepaare verkehren durften. Die Stoßrichtung war misstrauisch bis asketisch. Eine KI mit Humor? 1 Zitieren
Recommended Posts
Join the conversation
You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.