Alfons Geschrieben Freitag um 08:37 Melden Geschrieben Freitag um 08:37 Am 6.4.2026 um 17:09 schrieb Lindau: Und ….. der Tunnl….. oder das Tunäll? Also neulich bin ich durch den Hamburger Elbtunnl gefahren, Kara möge mir verzeihen. Zitieren
Alfons Geschrieben Freitag um 08:43 Melden Geschrieben Freitag um 08:43 Holdschaft Das Wort Holdschaft las ich gestern bei Eduard Mörike, in seiner Erzählung vom Stuttgarter Hutzelmännlein. Holdschaft ist, wenn ich das richtig verstanden habe, eine enge, zärtliche Freundschaft. Sie steht auf halbem Wege zwischen Freundschaft und Liebschaft. Gefällt mir gut, das Wort. Sollte man reaktivieren. Zitieren
Flo77 Geschrieben Freitag um 08:44 Melden Geschrieben Freitag um 08:44 (bearbeitet) Ich wäre ja für: der = belebte Materie die = Immaterielles das = unbelebte Materie der Mann, der Frau, der Kind die Liebe, die Gottheit, die Leere, die Verstand das Tisch, das Stuhl, das Bettdecke Ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber zumindest wäre dieses Konzept mal etwas konsequenter... bearbeitet Freitag um 08:45 von Flo77 Zitieren
Kara Geschrieben Freitag um 09:02 Melden Geschrieben Freitag um 09:02 vor 20 Minuten schrieb Alfons: Also neulich bin ich durch den Hamburger Elbtunnl gefahren, Kara möge mir verzeihen. Naja, dass man es nördlich des Mains nicht so mit den Artikeln hat, ist ja bekannt 🤷♀️. Zitieren
Kara Geschrieben Freitag um 09:12 Melden Geschrieben Freitag um 09:12 vor 22 Minuten schrieb Alfons: Holdschaft Finde ich auch sehr schön. Hat was von Frühling, Blümchenkleid und Rüschen 🥰. Etwas, das ich als Süddeutsche übrigens total absurd finde und was sich für meine Ohren noch falscher anhört als "die Butter": Die Bildung des Perfekts "ruhender Verben" mit "haben". Ich habe gestanden / gesessen / gelegen.... brrrrrrrr... da friert's mich gleich 🥶. Zitieren
Aleachim Geschrieben Freitag um 09:17 Melden Geschrieben Freitag um 09:17 (bearbeitet) vor 15 Minuten schrieb Kara: Naja, dass man es nördlich des Mains nicht so mit den Artikeln hat, ist ja bekannt 🤷♀️. Hm... Also bei uns (gut 100 km südlich des Mains) heißt es auch der Tunnl... Aber auch der Butter, der Radio und das Mamalaad... 😁 bearbeitet Freitag um 09:18 von Aleachim Zitieren
Alfons Geschrieben Freitag um 09:22 Melden Geschrieben Freitag um 09:22 vor 4 Minuten schrieb Kara: Finde ich auch sehr schön. Hat was von Frühling, Blümchenkleid und Rüschen 🥰. Etwas, das ich als Süddeutsche übrigens total absurd finde und was sich für meine Ohren noch falscher anhört als "die Butter": Die Bildung des Perfekts "ruhender Verben" mit "haben". Ich habe gestanden / gesessen / gelegen.... brrrrrrrr... da friert's mich gleich 🥶. Gewohnheitssache. Ich musste mich (als norddeutscher Rheinländer und aktuell Teilzeit-Allgäuer) mühsam an das "bin" statt "habe" gewöhnen. Meine Lösung: Ich stand, ich saß, ich lag. Zitieren
Kara Geschrieben Freitag um 09:43 Melden Geschrieben Freitag um 09:43 vor 14 Minuten schrieb Alfons: Meine Lösung: Ich stand, ich saß, ich lag. Das ist ja noch viel mehr gepreißelt 😁. vor 20 Minuten schrieb Aleachim: Hm... Also bei uns (gut 100 km südlich des Mains) heißt es auch der Tunnl... Ja, wie gesagt.... bzgl. des Tunnls wurde der Süden leider schon übernommen 🙁. Ich habe das Tunäll hier auch schon lange nicht mehr gehört. Also lass uns wenigstens an Butter und as Marmalaad hochhalten. Das alles sehr gut geschmeckt hat, als wir heute Früh am Tisch gesessen sind. 😁 Zitieren
Flo77 Geschrieben Freitag um 09:56 Melden Geschrieben Freitag um 09:56 vor 30 Minuten schrieb Alfons: Gewohnheitssache. Ich musste mich (als norddeutscher Rheinländer und aktuell Teilzeit-Allgäuer) mühsam an das "bin" statt "habe" gewöhnen. Meine Lösung: Ich stand, ich saß, ich lag. Pardon, aber "ich stand am Abgrund" und "ich habe am Abgrund gestanden" sind zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte. Was man der Butter auch immer antun will, so bleibt SIE dennoch diejenige, der die Margarine nicht die Butter reichen kann. Und wenn man nicht durch DEN Tunnel fahren will, wird man wohl um den Berg herumfahren müssen. 1 Zitieren
Wunibald Geschrieben Freitag um 09:57 Melden Geschrieben Freitag um 09:57 vor einer Stunde schrieb Alfons: Holdschaft Das Wort Holdschaft las ich gestern bei Eduard Mörike, in seiner Erzählung vom Stuttgarter Hutzelmännlein. Holdschaft ist, wenn ich das richtig verstanden habe, eine enge, zärtliche Freundschaft. Sie steht auf halbem Wege zwischen Freundschaft und Liebschaft. Gefällt mir gut, das Wort. Sollte man reaktivieren. Was alte Grobiane unter Holdschaft verstanden haben würde man heute als sexuelle Belästigung, wenn nicht sogar als sexuelle Nötigung ansehen. umbfangs und halt sie denn ein weil, das sie dir nicht entfliehen kan, und zeig ir deine holdtschaft an. grobian. (1568) C 3a (b. 1, cap. 5); Grimm 1 Zitieren
Domingo Geschrieben Freitag um 13:51 Melden Geschrieben Freitag um 13:51 vor 5 Stunden schrieb Alfons: Also neulich bin ich durch den Hamburger Elbtunnl gefahren, Kara möge mir verzeihen. Also bitte. Wir alle wissen, dass es heißt: der Butter, die Bach und das Tunnel. Zitieren
Domingo Geschrieben Freitag um 13:56 Melden Geschrieben Freitag um 13:56 vor 5 Stunden schrieb Flo77: Ich wäre ja für: der = belebte Materie die = Immaterielles das = unbelebte Materie der Mann, der Frau, der Kind die Liebe, die Gottheit, die Leere, die Verstand das Tisch, das Stuhl, das Bettdecke Ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber zumindest wäre dieses Konzept mal etwas konsequenter... Oder aber man benutzt weiterhin das grammatikalische Geschlecht so, wie es von den Altvorderen auf uns gekommen ist, ohne sich Spekulationen hinuzgeben, was dessen "Sinn" sein sollte. Und vor allem, ohne damit ideologischen Firlefanz zu betreiben. Wie es heißt in Scholten, Deutsch für Dichter und Denker, S. 95: "Genus ist nicht mehr als die Kongruenz eines Substantivs mit abhängigen Adjektiven und Pronomen. Diese Übereinstimmung wird von alters her blind vererbt wie die Gene in unserem Körper. Was man sonst noch im Genus zu erkennen glaubt, ist Hirngespinst." Amen. 1 Zitieren
Wunibald Geschrieben vor 36 Minuten Melden Geschrieben vor 36 Minuten Am 10.4.2026 um 15:56 schrieb Domingo: Wie es heißt in Scholten, Deutsch für Dichter und Denker, S. 95:... Danke, dieser Hinweis hat mich wieder bei Scholten herumlesen lassen. Und da stoße ich auf die süffisante Formulierung, die meinem lückenhaften Gedächtnis bereits entschwunden war. Erst im Hochmittelalter, als man sich von der Religion abwandte und mit dem echten Leben einließ, blühte die Dichtung in deutscher Sprache auf und mit ihm der adverbiale Genitiv immer da, wo der Umstand unbetont sein sollte, oder in floskelhaften Formulierungen wie der Darstellung direkter Rede: Scholten, Daniel. Deutsch für Dichter und Denker: Unsere Muttersprache in neuem Licht (S.172). Bright Star Books. Kindle-Version. Zitieren
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