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Was sprecht Ihr denn so für Sprachen?


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Ich dachte, ich waere der grosse Polyglott hier, doch wie es scheint bin ich eher ein Amateur im Verglich zu den meisten...

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Lothar1962
vor 12 Stunden schrieb Higgs Boson:

Was ich definitiv garnicht kann und auch nicht können will ist Ungarisch. Die Sprache ist für mich ein reiner Klangbrei ohne Struktur.

 

Ich halte Ungarisch für eine recht leicht erlernbare Sprache, es gibt fast keine Dialekte, die Ausspracheregeln sind - abgesehen bei Namen (die folgen manchmal den alten Regeln) - praktisch nie durchbrochen, es fühlt sich fast wie eine Plansprache an. Ein Problem ist die Vokalharmonie, die dafür sorgt, dass die Sprache "so dahin fließt". Dann erkennt man nicht unbedingt einzelne Worte, wenn einem der Wortschatz fehlt.

 

Das Problem ist, dass der Satzbau nicht unbedingt definiert, was ausgedrückt werden soll. Ungarisch ist eine agglutinierende Sprache, man hängt bei der Beugung Anhängsel an das Wort. Das muss man lernen, oftmals muss man den Bindevokal (wenn die letzte Silbe ein i oder ein í enthält) auswendig lernen. Wenn man dann die Sprache nicht nutzt, dann verliert man den Wortschatz und überhaupt die Fertigkeit, die Sprache anzuwenden.

 

Ich kann auch nur deswegen Englisch mit einem ganz brauchbaren Wortschatz, weil ich die Sprache immer angewendet habe.

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Higgs Boson
vor 11 Minuten schrieb Lothar1962:

 

Ich halte Ungarisch für eine recht leicht erlernbare Sprache, es gibt fast keine Dialekte, die Ausspracheregeln sind - abgesehen bei Namen (die folgen manchmal den alten Regeln) - praktisch nie durchbrochen, es fühlt sich fast wie eine Plansprache an. Ein Problem ist die Vokalharmonie, die dafür sorgt, dass die Sprache "so dahin fließt". Dann erkennt man nicht unbedingt einzelne Worte, wenn einem der Wortschatz fehlt.

 

Glaube ich Dir.

 

Und mich selber fasziniert die Tatsache, dass ich da nix, wirklich nix höre. Alle anderen Sprachen (ausnahme Japanisch und Chinesisch, da kann ich nur das, was man für Wettkampf bzw. Training im Kampfsport braucht), die ich gelernt habe, haben sich mir von ihrer Grundstruktur her sofort erschlossen. Ich weiß nicht genau was das ist, kann es nicht wirklich beschreiben, aber ich merke das beim Radiohören, wenn ich nach wenigen Stunden, selbst ohne die Sprache gelernt zu haben, Muster erkenne, die ich auch auf neue Dinge intuitiv anwenden kann.

 

Das ist besonders bei Arabisch und Hebräisch faszinierend, die ja nicht wirklich nah mit den indogermanischen Sprachen verwandt sind. Das funktionierte auch da.

 

Ich liebe es im Ausland lokale Radiosender zu hören, um den Klang der Sprache aufzunehmen. In Zeiten von Webradio mache ich das auch zuhause beim Kochen mit allen möglichen Sprachen, vornehmlich Arabisch. Nach drei Wochen Ungarn drohte ich mit der Schrotflinte auf das Radio zu schießen, weil es für mich immer noch nur Gebrabbel war.

 

Ich bewundere Menschen, die Ungarisch (oder auch Finnisch) können.

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Werner001

Englisch recht gut, mehr amerikanisch als britisch. 
In Spanien und Frankreich kann ich mich durchschlagen, Italienisch verstehe ich leidlich, wenn ich es schaffe, den Sprecher zu bewegen, langsam zu sprechen.

Latein und Altgriechisch bis zum Abitur, aber etwas eingerostet, dafür versteh ich halbwegs Neugriechisch, das Sprechen müsste ich wieder auffrischen.

Arabisch und Aramäisch ein paar Brocken, ebenso Japanisch, aber nicht wirklich viel.

 

Werner

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Am 17.2.2021 um 10:06 schrieb Shubashi:

Bis ich im Schwarzwald verstand, was mancher Einheimische wollte....


Jaja, da hatte sogar ich als eingeborener Schwarzwälder manchmal Schwierigkeiten: für "wo gauscht ai" brauchte ich - hää? - auch mal einen Dolmetscher, keine 20 km vom Heimatstädtchen entfernt. Wenn wir als Kinder nicht wollten, dass die Eltern alles verstanden, was wir so beredeten, haben wir den höchstalemannischen Dialekt aus dem Nachbardorf zu Hilfe genommen.

Ansonsten: Französisch, Englisch, ein bisschen Spanisch und Italienisch, gerade so zum Durchschlagen. Kanton-chinesisch hab' ich auch mal gelernt, konnte immerhin schon Straßenschilder entziffern, aber das meiste ist wegen jahrzehntelangen Nichtmehrgebrauchs wieder vergessen. Temperamentvollen Erörterungen von Chinesen darüber, ob bei den Kühen, die sie in Augenschein nahmen, auch Ying und Yang gerecht verteilt seien, vermochte ich nie ganz zu folgen, da hab ich ziemlich rasch schlapp gemacht und gar nix mehr verstanden ("ni hau ma" und "wo hen hau" - und wie ich mich dazu höflich verbeugen muss - weiss ich noch).

Edited by Julius
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Aristippos
vor 31 Minuten schrieb Higgs Boson:

Ich liebe es im Ausland lokale Radiosender zu hören, um den Klang der Sprache aufzunehmen. In Zeiten von Webradio mache ich das auch zuhause beim Kochen mit allen möglichen Sprachen, vornehmlich Arabisch. Nach drei Wochen Ungarn drohte ich mit der Schrotflinte auf das Radio zu schießen, weil es für mich immer noch nur Gebrabbel war.

Interessant. Ungarisch ist eigentlich vom Klanglichen sehr gut durchstrukturiert, weil immer die erste Silbe eines Wortes betont wird. Mit jeder betonten Silbe beginnt ein neues Wort. Man kann die Wörter quasi mit dem Taktstock voneinander trennen.

 

Interessanterweise ist das auch das, was Ungarisch-Muttersprachlern am schwersten fällt, beim Erlernen einer Fremdsprache abzulegen. Wenn jemand Englisch spricht und dabei immer die erste Silbe betont, dann weiß man, dass er Ungar ist. Wenn man mit der Sprache aufgewachsen ist, sind Wortanfang und Betonung eine gedankliche Einheit, die sehr schwer aufzulösen ist.

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Chrysologus
vor 17 Minuten schrieb Aristippos:

Interessant. Ungarisch ist eigentlich vom Klanglichen sehr gut durchstrukturiert, weil immer die erste Silbe eines Wortes betont wird. Mit jeder betonten Silbe beginnt ein neues Wort. Man kann die Wörter quasi mit dem Taktstock voneinander trennen.

 

Interessanterweise ist das auch das, was Ungarisch-Muttersprachlern am schwersten fällt, beim Erlernen einer Fremdsprache abzulegen. Wenn jemand Englisch spricht und dabei immer die erste Silbe betont, dann weiß man, dass er Ungar ist. Wenn man mit der Sprache aufgewachsen ist, sind Wortanfang und Betonung eine gedankliche Einheit, die sehr schwer aufzulösen ist.

Ein ähnliches Phänomen habe ich bei einem Wiener beobachten könne, der, wenn er Spanisch spricht, dies mit einer unverkennbar wiener Melodie tut.

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2 hours ago, Aristippos said:

Interessant. Ungarisch ist eigentlich vom Klanglichen sehr gut durchstrukturiert, weil immer die erste Silbe eines Wortes betont wird.

 

Wie im Finnischen. Interessant. (Ich kann diese Sprache ueberhaupt nicht, habe aber einen finnischen Freund und habe ein paar Netflixshows auf Finnish geschaut, mit Untertiteln natuerlich.)

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Aristippos
vor 21 Minuten schrieb Domingo:

 

Wie im Finnischen. Interessant. (Ich kann diese Sprache ueberhaupt nicht, habe aber einen finnischen Freund und habe ein paar Netflixshows auf Finnish geschaut, mit Untertiteln natuerlich.)

Ich habe mal einen Grundkurs gemacht, wegen der "Ähnlichkeit" zu Ungarisch. Nun ja, die ist im Wortschatz etwa so ausgeprägt wie die Ähnlichkeit zwischen Russisch und Spanisch.

 

Interessant ist aber, dass die "Sprachmelodie" ähnlich ist. Ich war mal auf einem Formel 1-Rennen zu Zeiten von Mikka Häkkinen, und vor mir auf der Tribüne saßen Finnen. Wenn die sich unterhielten, hatte ich das Gefühl, dass sie Ungarisch sprechen und ich nur ein bisschen näher ran müsste, um genau zu verstehen was sie sagen. Natürlich versteht man in Wirklichkeit kein Wort. Aber der Lehrer im Finnisch-Kurs lobte mich für meine perfekte Aussprache. Man muss Finnisch nur so vorlesen als ob es Ungarisch sei, und es klingt perfekt!

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1 hour ago, Werner001 said:

Chinesisch Essen bestellen ist doch ganz einfach: “Swammaa nummaa fump nivi schaaff biddaa”

zu deutsch: “zweimal Nummer fünf, nicht so scharf bitte”

oooh nein - geh nie in solche "Kwai-Loh" Fressbuden mit durchnumeriertem Menu. Ausser du willst jung sterben. Ein chinesisches 6- bis 10.Gänge Menu muss inhaltlich, geschmacklich und auch farblich abgestimmt sein. Gemüse, Fisch und was sonst noch so im Meer rumkrabbelt, Fleisch; einmal mild, einmal scharf; was heisses, was kaltes; grün, rot, schwarz, und zu allem natürlich Reis.

 

Du futterst die Gänge ja auch nicht alleine, Chinesen essen immer nur in Horden. Anders ginge es nicht mit dieser Menu-Vielfalt.

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20 minutes ago, Aristippos said:

Ich habe mal einen Grundkurs gemacht, wegen der "Ähnlichkeit" zu Ungarisch. Nun ja, die ist im Wortschatz etwa so ausgeprägt wie die Ähnlichkeit zwischen Russisch und Spanisch.

 

Ich glaube, das Wort, nach dem Du suchst, ist "Verwandtschaft". Man sollte die beiden Begriffe nicht verwechseln. Ich nehme an, Du und Deine Verwandten seid nicht immer unbedingt einander aehnlich ;) 

Edited by Domingo
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3 hours ago, Shubashi said:

“Amateur“ ist doch jede/r, der mit einer Sprache nicht arbeitet, also bist Du vermutlich als ausgebildeter Sprachwissenschaftler Profi. 

 

Ich bin eigentlich Altphilologe, nicht Sprachwissenschaftler. (Wir Altphilologen tendieren dazu, pedantisch zu sein und auf der Beachtung terminologiacher Unterschiede zu bestehen...) In Latein und Altgriechisch bin ich in der Tat Profi.


 

Quote

Am Ende sind wir fast alle Stümper, wirklich großartige Kenner einer Sprache sind selten.

 

 

 

Da frage ich mich aber, wo die Messlatte fuer "grossartige Kenntnis einer Sprache" liegt. Sprechen ist wohl wie gehen: eigentlich sehr kompliziert, wir merken es aber nicht, weil wir es alle koennen und jedes Kind lernt das, so dass es schwierig ist, dass sich da jemand vor anderen auszeichnen kann.

Edited by Domingo
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vor 19 Minuten schrieb Domingo:

Sprechen ist wohl wie gehen: eigentlich sehr kompliziert, wir merken es aber nicht, weil wir es alle koennen und jedes Kind lernt das, so dass es schwierig ist, dass sich da jemand vor anderen auszeichnen kann.


Die Nurmis und Bolts der Sprache gibt es ja zum Glück zweifellos.

Genau wie die Shakespeares und Manns der Leichtathletik.

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vor 4 Stunden schrieb Werner001:

Chinesisch Essen bestellen ist doch ganz einfach: “Swammaa nummaa fump nivi schaaff biddaa”

 

zu deutsch: “zweimal Nummer fünf, nicht so scharf bitte”

 

Werner

Das "nivi" könnte falsch verstanden werden. Und dann hätte man ein Problem.

Allerdings wählen die Gäste bei meinen zwei bevorzugten Chinesen zu 90% Buffet. Da ist man auf der sicheren Seite.

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vor 40 Minuten schrieb Thofrock:

Das "nivi" könnte falsch verstanden werden. Und dann hätte man ein Problem.

Allerdings wählen die Gäste bei meinen zwei bevorzugten Chinesen zu 90% Buffet. Da ist man auf der sicheren Seite.


Heute gibt es ja kein Büffet mehr - ich war gerade beim „Asiaten“ (oder besser „Ostsüdostasiate“), und die Bestelldialoge sind nun mal von Werner perfekt in „Sinodeutsch“ transkribiert worden. 
Ohne Nummern könnte man auch mit einem schlechtgezielten Dartpfeil auf die Speisekarte halten.

Und die Unterscheidung „gans schaaf“ und „nivi schaaf“ ist überaus authentisch ( wobei der Schärfegrad „nisovi schaaf“ auch vorkommt. „Oone schaaf gen ni!“ ist auch wichtig, jedenfalls in der Ostsüdostasiatischen „Fusion kitchen“.) 

Edited by Shubashi
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Ihr wisst schon, dass Ihr hier gerade ganz furchtbar rassistisch seid, gell? Die Aussplache darf nie palodielt welden, wenn ihl keine Lassisten sein wollt.

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Werner001

Wobei es ja tatsächlich ein dummes Stereotyp ist, dass Chinesen kein R sprechen können. In den Ostasiatischen Sprachen gibt es weder R noch L, sondern einen Konsonanten, der irgendwo dazwischen ist.

Je nachdem, wer diese Sprachen transliteriert hat, tat das durch L (chinesisch) oder R (japanisch), wobei es in beiden Fällen weder das eine noch das andere, sondern ein Zwischenlaut ist, den Europäer nur schwer hinbekommen, genauso schwer wie ein Chinese oder Japaner ein europäisches R ode L

 

Werner

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vor 2 Stunden schrieb ThomasB.:

Ihr wisst schon, dass Ihr hier gerade ganz furchtbar rassistisch seid, gell? Die Aussplache darf nie palodielt welden, wenn ihl keine Lassisten sein wollt.

Schwalze kliegen hiel kein Biel.  

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1 hour ago, Werner001 said:

Wobei es ja tatsächlich ein dummes Stereotyp ist, dass Chinesen kein R sprechen können. In den Ostasiatischen Sprachen gibt es weder R noch L, sondern einen Konsonanten, der irgendwo dazwischen ist.

Je nachdem, wer diese Sprachen transliteriert hat, tat das durch L (chinesisch) oder R (japanisch), wobei es in beiden Fällen weder das eine noch das andere, sondern ein Zwischenlaut ist, den Europäer nur schwer hinbekommen, genauso schwer wie ein Chinese oder Japaner ein europäisches R ode L

 

In der Sprache geht es aber um Phonemik (ich hoffe, das ist der richtige Begriff ;) ), dh wie die Sprecher eines Sprache die Laute wahrnehmen. Wenn man als Europaer Ostasiaten reden hoert, meint man, sie verwechselten l und r oder spraechen nur l aus (oder viell. nur r). Also ist das kein so dummes stereotyp (meines Wissen tendieren Stereotypen uerbigens dazu, zu stimmen, dh sie sind zwar meist ueberaus verallgemeinernd, reflektieren aber reale Erfahrungen).

 

Es ist ein bissschen so, wenn Inder das englische -t-/-d- als retroflex wahrnehmen und nicht als richtigen Dental.

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Der frühere Lieblings-Thai meiner Frau hatte auf seiner Speisekarte u.a. ein Gericht mit Zutaten "gemixt" und eines fast identisch, nur "gemischt".

 

Er fragte dann immer: "Gemicht oder gemicht?" B)

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6 hours ago, Werner001 said:

Wobei es ja tatsächlich ein dummes Stereotyp ist, dass Chinesen kein R sprechen können. In den Ostasiatischen Sprachen gibt es weder R noch L, sondern einen Konsonanten, der irgendwo dazwischen ist.

Je nachdem, wer diese Sprachen transliteriert hat, tat das durch L (chinesisch) oder R (japanisch), wobei es in beiden Fällen weder das eine noch das andere, sondern ein Zwischenlaut ist, den Europäer nur schwer hinbekommen, genauso schwer wie ein Chinese oder Japaner ein europäisches R ode L

Wir könnens schon, aber nur mit Mühe, der rrrrrrrrrrrr-Laut existiert einfach nicht im Sprach-Repertoire. Aehnlich wie bei den Franzosen das „H“ oder bei den Japanern das „Fu“ wie man mir erklärte. Ein Fuchs ist dann ein „Huchs“ und eine unfreundliche Aufforderung wird zum „Huck you!“.

Oft wird das R nicht mit L ersetzt sondern einfach verschluckt. Es heisst dann „Die Ausspache daf nie paodiet weden, wenn ih keine Assisten sein wollt.“

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Aristippos
vor 5 Stunden schrieb phyllis:

 

Oft wird das R nicht mit L ersetzt sondern einfach verschluckt. Es heisst dann „Die Ausspache daf nie paodiet weden, wenn ih keine Assisten sein wollt.“

 

Wie bei Asterix:

"Öme! Öme! Viele Öme!"

 

Also eigentlich müsste das schon auf dem Index sein...

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