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Tiermedizin und Ethik


nannyogg57

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Der Kater hat sich schon wieder irgendwo verletzt. Dieses Mal sah die Wunde klein aus und wir haben nichts gemacht außer halt mal ab und zu drüber zu schauen.

 

Naja, sie war halt gut verklebt. Vier Tage später, so nachts um 11, kam ein Sohn und meinte, die Katze hätte einen Kaugummi im Fell, da, wo die Wunde sei. Es war kein Kaugummi, es war nur ein Teil der riesigen Eitermenge, die sich irgendwo gesammelte hatte und vom Fell gut abgedichtet gewesen war.

 

Wir (Sohn und ich) sind dann zur nächsten Tierklinik gefahren, die nachts Sprechstunde hat. Grund war, dass ich eine Sepsis befürchtete, da zählt jede Stunde.

 

Die ganze Sache könnte man jetzt unter "aufgeregte Tierhalterin plus verletztes Tier" verbuchen, aber es hat mich zum Nachdenken über Tiermedizin und Ethik gebracht.

 

Zunächst mal hatten wir und der Kater in zweierlei Hinsicht mehr Glück als Verstand: Der Kater ist wieder auf dem Weg der Besserung, aber nur zum Teil dank der nächtlich aufgesuchten Tierklinik.

 

Denn die dort diensthabende blutjunge Tierärztin untersuchte das Tier nicht in unserer Gegenwart (wir saßen in einem Tieruntersuchungsraum, aber sie nahm den Kater samt Korb mit) und eröffnete uns danach, dass das Ohr vereitert sei und irgendetwas von einem Fremdkörper, dann noch davon, dass man eine Blutuntersuchung machen müsse um dann erst das richtige Antibiotika geben zu können, natürlich dann intravenöser Zugang und Computertomographie und stationärer Aufenenthalt. Da fragte ich nach den Kosten, so 1200 Euro aufwärts war die Antwort. Nach einem Telefonat mit meinem Mann, entschied ich, dass der Kater nicht stationär aufgenommen werden würde und wir am folgenden Morgen den Tierhausarzt aufsuchen würden.

 

Mit Leichenbittermiene rückte sie den Kater wieder raus und gab ihm (endlich) doch ohne Umschweife eine Antibiotikaspritze und ein Schmerzmittel (das nur nachdem ich ihr rundheraus erklärte, dass seine Nieren ohne Zweifel funktionieren würden und dazu keine Nierenuntersuchung notwendig sei). Die Wunde sah hässlich aus, sie hatten ihn rasiert, aber zumindest nicht mehr Kategorie Horrormonster und das Schmerzmittel hob die Stimmung des Patienten enorm (Kostenpunkt insgesamt: 250 Euro, Nachtzuschlag waren 60 Euro).

 

Fakt ist, dass weder das Ohr unter Eiter stand noch ein Fremdkörper im Kater steckte. Der Hausarzt operierte und vernähte die Wunde,  der Kater bekommt oral noch Antibiotika, keine Schmerzmittel mehr (da hätte er gerne noch mehr von gehabt, alter Süchtling). Kostenpunkt werden am Ende so 500 bis 600 Euro sein. Und der Kater wurde dort nicht stationär aufgenommen.

 

Warum hat die junge Tierärztin das gemacht?

 

Ich kann das nur vermuten. Die Humanmedizin hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht und die Tiermedizin natürlich auch. Das lernt man dann so alles im Studium und möchte das dann auch gerne anwenden.

 

Aber darf man einem Tier eine Behandlung zumuten, die für Menschen nur deshalb erträglich ist, weil wir verstehen, wozu sie gut sein soll?

 

Und darf man ein Tier einfach so einer Behandlung unterziehen, die es quält und zu allem Überfluss sinnlos ist (Computertomographie bei meinem Kater, stationäre Aufnahme ohne ernsthafte Indikation, Untersuchungen ...)?

 

Und wie weit bin ich als Halterin eines freilaufenden Katers - allein diese Haltungsform ist ja schon statistisch gesehen risikoreicher als die Haltung nur im Haus - verpflichtet, das gesamte Repertoire der modernen Tiermedizin meinem Kater angedeihen zu lassen und zu finanzieren?

 

Wenn tatsächlich was ist und ich mir die Computertomographie nicht leisten kann und will - darf ich dann kein Tier mehr halten? Oder bin ich eine Tierquälerin?

 

Man trägt gerade einen nicht mal besonders effektiven Verband um den Hals. Das Anlegen eines Verbandes kostet laut Rechnung schlappe 30 Euro, Material dann noch mal extra. Im Frühjahr hatte der Kater eine üble Verletzung im Gesicht, damit er sich nicht kratzt, brauchte er einen Plastikkragen (Qualität: Die Art von Plastik, in der der Schinken vom Aldi verpackt ist). Das Ding kostete 20 Euro. Bin ich geizig oder ein Tierfeind oder ist das nicht ein kleines bisschen überteuert?

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Nun, auch in der Tiermedizin geht es um Gewinn. Besonders in Tierkliniken, wo es sich ja nicht um Stammkundschaft handelt, also weniger eine persönliche Beziehung zwischen Tierarzt und Haustier/Halter besteht.

Natürlich wird es auch Tierärzte geben, denen es primär um das Tierwohl geht (der Arzt von meinem Labrador war so einer, unterstelle ich. Zu gut für die Menschheit, immer freundlich, und am Ende Suizid).

 

Auch in der Humanmedizin werden Patienten heute Untersuchungen versucht aufs Auge zu drücken, die gar nicht notwendig sind, aber Geld einbringen. Das ist auch begründet in der aktuellen Abrechnungsproblematik...

 

Und natürlich wissen die Tiermediziner auch, dass Hausiere Familienmitglieder sind, emotionaler Druck lässt sich da leicht ausüben. Also, auch bei Tiermedizin ist ne zweite Meinung nie verkehrt...

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Tiermedizin ist etwas wo noch gut Geld zu holen ist.
Daher sollte man sich auch immer eine Versicherung für das Tier zulegen (wenn möglich).

Und ja, m.M.n. sehr überteuert oft.

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Nachdem es dieses Jahr mit dem ersten Vorfall schon im vierstelligen Bereich ist, habe ich mal ausgerechnet, was die Tierversicherung kosten würde.

 

Wir haben den Kater seit 6 Jahren. Pro Monat rund 30 Euro. Insgesamt wäre das so knapp 2000 Euro bisher gewesen, aber pro Jahr mit 250 Euro Selbstbeteiligung.

 

Insgesamt dürfte ich mir da wenig sparen, es nimmt halt den Druck raus, wenn der Kater mal wieder eines seiner neun Leben verloren hat.

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1 hour ago, Bleze said:

Tiermedizin ist etwas wo noch gut Geld zu holen ist.
Daher sollte man sich auch immer eine Versicherung für das Tier zulegen (wenn möglich).

Und ja, m.M.n. sehr überteuert oft.

 

1 minute ago, nannyogg57 said:

Nachdem es dieses Jahr mit dem ersten Vorfall schon im vierstelligen Bereich ist, habe ich mal ausgerechnet, was die Tierversicherung kosten würde.

 

Wir haben den Kater seit 6 Jahren. Pro Monat rund 30 Euro. Insgesamt wäre das so knapp 2000 Euro bisher gewesen, aber pro Jahr mit 250 Euro Selbstbeteiligung.

 

Insgesamt dürfte ich mir da wenig sparen, es nimmt halt den Druck raus, wenn der Kater mal wieder eines seiner neun Leben verloren hat.

 

Ich bin da auch eher skeptisch, aber ich habe auch zwei Vorteile:

1.) Bei den Hunden sind es robuste Gebrauchshunde, die idR einen Job haben, d.h. in der Anschaffung günstig und dank rigoroser Zucht ziemlich gesund.

2.) Meine Frau hatte ihre Krankenschwesterei zur soliden Tierpflegerin ausgebaut, und weiß meist, wie der Alltagskram und die Verbandstechnik vor sich geht.

3.) Die Hauskatzen waren meist auch überaus robust - selbst der Todessprung aus dem zweiten Stock wurde mit viel Geduld, Landtierarzt und guter Pflege zum Hausmedizinkatzenfall. Einzig die Stelle, wo der Bruch war konnte man noch fühlen, ihre provozierende Nonchalance hatte sie aber in sechs Wochen wieder erreicht.

4.) Die Pferde und Schafe - dito. (Außer Sprünge aus dem zweiten Stock.)

 

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Krankenversicherung für's Tier.

Sorry to say, aber wirklich ein First-World-Problem.

 

Tiermedizin im Haus- und Hochleistungsbereich ist ein Wirtschaftsbetrieb, der entweder davon lebt, daß die behandelten Tiere extrem wertvoll sind (aus der Pferdehaltung bekannt, aber auch aus anderen Nutztiersparten und erst recht in der Hunde- und Katzenzucht), die medizinische Versorgung also "werterhaltend" im monetären Sinn ist. Hier ist nicht die Moral die Frage sondern schlichtweg der Profit bzw. Status.

 

Die andere Seite ist die emotional bedingte Spendabilität der Halter, für die das Haustier oft Kind-, Freund- oder Partnerersatz ist und die schon allein deshalb bereit sind, Geld auszugeben, soweit sie eben können (wie das allgemeine Gesundheitssystem in den USA). Dabei sind auf der Leistungserbringerseite wird natürlich für Mensch und Tier ausgereizt, wieviel auf der anderen Seite zu holen ist.

 

Ich hatte diverse Haustiere in meinem Leben und bin aber mit einer klaren Distanz zum Tier aufgewachsen. Sowohl was die emotionale Bindung anging als auch und vorallem die Gefahr der Vermenschlichung. Mag hartherzig klingen: Ein Tier darf nicht leiden, es ist aber auch kein Mensch für das man sich ruinieren muss (was nicht heißt, daß ich das jemandem ins Gesicht in Frage stellen würde).

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Klar ist die nicht dazu da in erster Linie Geld zu sparen, sondern ggf. nicht den dicken  Batzen am Hals zu haben sofort.

Und je nachdem WAS das Tier hat kann es auch viel teurer werden.

Ob man das will oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Natürlich ist es ein First-World-Problem. Es wird auch, genau aus dem Grund, unsere letzte Katze sein. Nicht wegen der Tierarztkosten, das ist noch mal eine andere Sache, sondern wegen des Schadens, den die Katze an der Vogelwelt verübt: Die Katze kann nichts dafür, ich, die Halterin, bin verantwortlich.

 

Da wir keine Katze haben müssen - es gibt Gründe, dass Menschen ein Haustier haben -, werden wir für uns persönlich die Konsequenzen ziehen. Vor ein paar Jahren war uns das nicht so bewusst.

 

Aber bis dahin bin ich für den Kater verantwortlich.

 

Danke übrigens für die Posts bisher, speziell die Info, dass andere Leute auch ihr normales medizinisches Wissen bei der Tierpflege einsetzen @Shubashi: Ich kann ziemlich gut Fäden nach OPs ziehen und habe schon angekündigt, dass ich das machen werde.

 

Und natürlich werde ich nie mehr eine Wunde nicht gleich supergründlich untersuchen.

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vor einer Stunde schrieb Flo77:

Ich hatte diverse Haustiere in meinem Leben und bin aber mit einer klaren Distanz zum Tier aufgewachsen. Sowohl was die emotionale Bindung anging als auch und vorallem die Gefahr der Vermenschlichung.

Ich hatte in meinem Leben bisher nur ein Haustier. Einen Hundewelpen großzuziehen, mit Welpenschule, Hundeschule und allem was dazu gehört, da wüsste ich nicht, wie das ohne emotionale Bindung gehen soll. Zum Glück war der Kerl sehr robust. Am Ende etwas Herzinsuffizienz. Bis er eines Tages mit einem Blick ganz klar gezeigt hat: Ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr. Was ein elendiger scheissdreckstag.

bearbeitet von rince
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vor 3 Minuten schrieb rince:

Bis er eines Tages mit einem Blick ganz klar gezeigt hat: Ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr.

Und dann muss man tun, was man eben tun muß.

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vor 1 Minute schrieb rince:

Ich hatte in meinem Leben bisher nur ein Haustier. Einen Hundewelpen großzuziehen, mit Welpenschule, Hundeschule und allem was dazu gehört, da wüsste ich nicht, wie das ohne emotionale Bindung gehen soll. Zum Glück war der sehr Kerl robust. Am Ende etwas Herzinsuffizienz. Bis er eines Tages mit einem Blick ganz klar gezeigt hat: Ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr. Was ein elendiger scheissdreckstag.

Wir hatten das Spielchen mit 'ner Katze (wobei ich eher froh war als es vorbei war).

 

Das ist natürlich schîsze.

 

Ich bin halt von meinen Eltern her anders erzogen worden (meine Großeltern hatten neben den Hunden Hühner, Kaninchen und ein Schwein, die Urgroßeltern Schweine, die Großtante einen kleinen Bauernhof) und in meiner Kindheit waren Nutz- und Gebrauchstiere präsenter als Kuscheltiere. Mein Zugang ist da einfach sehr pragmatisch geprägt.

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Meine Mutter hat mich auch so geprägt. Sie wäre nie mit einem unserer Haustiere (Wellensittiche) zum Tierarzt gegangen. Davon habe ich mich gelöst, aber nie groß drüber nachgedacht.

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Ein Haustier zu halten heisst Verantwortung zu übernehmen. Und natürlich sind/werden sie Teil (d)einer Familie. Tu für sie was deine Möglichkeiten zulassen

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vor 17 Minuten schrieb phyllis:

Ein Haustier zu halten heisst Verantwortung zu übernehmen. Und natürlich sind/werden sie Teil (d)einer Familie. Tu für sie was deine Möglichkeiten zulassen

Ich verstehe, was Du sagen willst, allein die Formulierung erinnert extrem an einen Glückskeks.

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2 minutes ago, Flo77 said:
21 minutes ago, phyllis said:

Ein Haustier zu halten heisst Verantwortung zu übernehmen. Und natürlich sind/werden sie Teil (d)einer Familie. Tu für sie was deine Möglichkeiten zulassen

Ich verstehe, was Du sagen willst, allein die Formulierung erinnert extrem an einen Glückskeks.

Nö. Sonntagspredigt. B)

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Ich sehe das eher wie die Kritiker hier: 

 

Seit in unseren Breiten der Großteil der Menschen nicht mehr landwirtschaftlich tätig ist, wird das Halten von Tieren - insbesondere wenn es sich nicht um Nutztiere, sondern "Kuscheltiere" handelt - zu einem Luxusgut. Will sagen: Wer sich ein Tier, sei es Hund, Katze, Kaninchen anschafft, der sollte es fachkundig pflegen und betreuen und dazu gehört im Krankheitsfall auch die medizinische Versorgung. Dass diese vergleichsweise kostspielig ist und selbst erbracht werden muss, finde ich in Ordnung. Eine Ersatzkasse oder eine solidarisch finanzierte "Krankenkasse" für Tiere sollte es nicht geben. Tierhaltung ist Privatvergnügen. 

 

Auch finde ich den Trend, Tiere zu sehr zu vermenschlichen nicht gut. Die Entscheidung, sei sie auch unangenehm, bei einem kranken Tier "den Stecker zu ziehen", sollte nicht gleich schwer oder schwerer fallen als bei der Omma. 

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vor 1 Minute schrieb Studiosus:

Eine Ersatzkasse oder eine solidarisch finanzierte "Krankenkasse" für Tiere sollte es nicht geben. Tierhaltung ist Privatvergnügen. 

Wenn die Tierhalter sowas untereinander bilden, finde ich das völlig in Ordnung.

 

vor 1 Minute schrieb Studiosus:

Auch finde ich den Trend, Tiere zu sehr zu vermenschlichen nicht gut. Die Entscheidung, sei sie auch unangenehm, bei einem kranken Tier "den Stecker zu ziehen", sollte nicht gleich schwer oder schwerer fallen als bei der Omma. 

Omma kann wenigstens per Patientenverfügung festlegen wo die Versorgungsgrenze ist.

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vor einer Stunde schrieb Studiosus:

Eine Ersatzkasse oder eine solidarisch finanzierte "Krankenkasse" für Tiere sollte es nicht geben. Tierhaltung ist Privatvergnügen. 

Nun, da sowas freiwillig ist für Tierhalter, sehe ich da kein Problem. reine Kosten-Nutzen-Frage. 

Was man für bestimmte Tiere halt braucht, ist eine Tierhaftpflichtversicherung. 

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Gerade eben schrieb rince:

Nun, da sowas freiwillig ist für Tierhalter, sehe ich da kein Problem. reine Kosten-Nutzen-Frage. 

Was man für bestimmte Tiere halt braucht, ist eine Tierhaftpflichtversicherung. 

 

Genau, das wäre auch die Antwort an Flo, solange das nur von tatsächlichen Tierhaltern finanziert werden muss, ist das völlig ok. Aber man weiß ja nie in unseren Zeiten, nicht dass es mal eine Solidaritätsagabe (vulgo Steuer) für "Tierwohl" geben wird, die dann jeder bezahlen darf. 

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vor einer Stunde schrieb Studiosus:

Auch finde ich den Trend, Tiere zu sehr zu vermenschlichen nicht gut. Die Entscheidung, sei sie auch unangenehm, bei einem kranken Tier "den Stecker zu ziehen", sollte nicht gleich schwer oder schwerer fallen als bei der Omma. 

Dünnes ethisches Eis: Bei einem Tier ist es eine "Erlösung", wenn man es von seinem Schmerz bereit und es gehen lässt. Ein Mensch wird Dank diabolischer Kombination aus kruder Ethik und fortschreitenden medizinisch-technischen Möglichkeiten im Zweifelsfall bis ins unerträgliche künstlich am "Leben" erhalten. Nur mit Glück und vorausschauender Vorsicht gibt es dann hoffentlich eine Patientenverfügung, der einen vor so einer Folter bewahrt. Andere suchen andere Wege, um endlich aus diesem Leben gehen zu können.

 

Da geht man mMn manchmal mit Tieren viel humaner um, als mit Menschen.

bearbeitet von rince
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vor 4 Minuten schrieb rince:

Da geht man mMn manchmal mit Tieren viel humaner um, als mit Menschen.

 

Das stimmt. Ich bin auch kein Freund der Prolongierung von Leid (außer jemand wünscht das ausdrücklich). Allerdings lehne ich auch Sterbehilfe ab, aber das führt zu weit vom Thema ab. 

 

Mir geht es dabei eher um die emotionale Komponente: Tiere als "Familienmitglieder" hört man ja oft. Das stimmt in einem weiteren Sinne natürlich, aber ich - das sehen andere vielleicht nicht so - würde dennoch eine Linie ziehen, ob ich hier von Haustieren oder menschlichen Familienmitgliedern spreche. Da beginnen sich für mich Grenzen zwischen Mensch und Tier zu verwischen. 

bearbeitet von Studiosus
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