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Missbrauchsvorwürfe gegen Franz und Paul Hengsbach


Danny_S.

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Nicht nur der frühere Kardinal Hengsbach hat mutmaßlich Minderjährige misbraucht, sondern auch sein jüngerer Bruder Paul:

 

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/katholische-kirche-missbrauchsvorwurf-gegen-frueheren-essener-bischof-19184678.html

 

https://www.die-glocke.de/kreis-guetersloh/langenberg/artikel/missbrauchsvorwuerfe-gegen-frueheren-langenberger-pfarrer-1695134703

 

Dass ausgerechnet jene, die eigentlich Christus repräsentieren sollten, sich zu derartigen Verbrechen gegenüber Minderjährigen haben hinreißen lassen, ist unentschuldbar.

Sie haben nicht nur den Opfern, sondern auch der Kirche damit einen schweren Schaden zugefügt, indem sie bis heute kirchliche Amtsträger und Bedienstete in Misskredit bringen.

Wie soll man sich angesichts solcher Verbrechen denn noch öffentlich zur Institution Kirche bekennen?

Edited by Danny_S.
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Man verstehe mich bitte nicht falsch, aber dieses ewige Suhlen im Missbrauch - jetzt hat man mutmaßlich mal einen großen Fisch erwischt-, führt doch nirgendwo hin. Der Fokus auf Prävention, der in die Zukunft wiese, kommt da mittlerweile ziemlich abhanden. Wir können natürlich Aufarbeitung über Aufarbeitung und Studie über Studie erstellen. Aber damit gewinnt meines Erachtens weder die Kirche etwas noch prospektive Opfer, die zu verhindern sind. 

 

Und zu Hengsbach: Katholisch.de titelt vorhin, dass Bischof Overbeck von den Vorwürfen gegen seinen Vorgänger gewusst habe, als er die Festpredigt zur Einweihung der (meiner Meinung nach pott-hässlichen) Statue vorm Dom hielt. 

Edited by Studiosus
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Um was geht es denn nun überhaupt? Unter dem Stichwort „Missbrauch“ wird ja alles Mögliche subsumiert 

 

Werner

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vor 5 Minuten schrieb Werner001:

Um was geht es denn nun überhaupt? Unter dem Stichwort „Missbrauch“ wird ja alles Mögliche subsumiert 

 

Werner

 

Sexueller Missbrauch durch Hengsbach und seinen Bruder (?) zur Abwechslung an einer damals 16-Jährigen

 

Der Vorfall bzw. Vorfälle reichen in den Zeitraum der 1950 - 70er Jahre zurück, wären also bald 70, mindestens here 50 Jahre her. 

Edited by Studiosus
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vor 12 Minuten schrieb Studiosus:

 

Sexueller Missbrauch durch Hengsbach und seinen Bruder (?) zur Abwechslung an einer damals 16-Jährigen

 

Der Vorfall bzw. Vorfälle reichen in den Zeitraum der 1950 - 70er Jahre zurück, wären also bald 70, mindestens here 50 Jahre her. 

Ja schon klar, aber worum geht es denn? Hat er sie begrabscht, vergewaltigt, ein Verhältnis gehabt? „Sexueller Missbrauch“ kann ja alles Mögliche sein. 
 

Werner

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vor 5 Minuten schrieb Werner001:

Ja schon klar, aber worum geht es denn? Hat er sie begrabscht, vergewaltigt, ein Verhältnis gehabt? „Sexueller Missbrauch“ kann ja alles Mögliche sein.

Darf aufgrund der laufenden Untersuchung nicht benannt werden. Oder so.

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vor einer Stunde schrieb Danny_S.:

Wie soll man sich angesichts solcher Verbrechen denn noch öffentlich zur Institution Kirche bekennen?

Warum sollte sich jemand "öffentlich zur Institution Kirche bekennen" wollen? Als indirekter Hilferuf nach Psychotherapie?

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vor 1 Stunde schrieb Studiosus:

Der Vorfall bzw. Vorfälle reichen in den Zeitraum der 1950 - 70er Jahre zurück, wären also bald 70, mindestens here 50 Jahre her. 

 

Der behauptete angebliche "Missbrauch" einer damals 16Jährigen soll sich 1954 ereignet haben, also fast 70 Jahre her. Was genau der Beschuldigte damals angeblich gemacht haben soll, wir nicht genannt. Der Beschuldigte selbst ist schon 32 Jahre tot, kann sich nicht mehr verteidigen.

 

Ich finde diese Rufmordkampagnen gegen lange Verstorbene mit irgendwelchen Behauptungen die bald ein Jahrhundert zurückliegen nur noch schrecklich.

 

 

 

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vor 2 Stunden schrieb SteRo:

Warum sollte sich jemand "öffentlich zur Institution Kirche bekennen" wollen? Als indirekter Hilferuf nach Psychotherapie?

Das schließt nicht aus, dass Gott durchaus auch moralischen Abschaum als Medium von Hilfestellungen verwenden kann. Es gilt hier also tunlichst zu unterscheiden zwischen den Verlautbarungen der Kirche zu Fragen des begrifflichen Glaubens und der (weltlichen) Institution Kirche.

Man kann sich also durchaus zu Glaubensdogmen der Kirche bekennen ohne sich zur (weltlichen) Institution Kirche zu bekennen. Warum ist das so? Weil die Glaubensdogmen der Kirche Ausfluss der beschaulichen Vernunft sind, die in keinem notwendigen Zusammenhang mit der praktischen Vernunft stehen. Ein Kirchenmann kann also, weil er die Zeit/Muße dazu hat, durch Anrufung des heiligen Geistes und/oder durch tiefe Kontempation zu ganz tiefgründigen Erkenntnissen gelangen und so Glaubenssätze formulieren, die ihresgleichen suchen (aber nicht finden). Da sich das aber auf der Ebene der beschaulichen, aber nicht praktischen Vernunft abspielt, kann ein solcher Kirchenmann gleichzeitig der größte (Tod-)Sünder sein.

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vor 5 Stunden schrieb SteRo:

Das schließt nicht aus, dass Gott durchaus auch moralischen Abschaum als Medium von Hilfestellungen verwenden kann.

 

Die katholische Kirche ist für ihre strenge Sexualmoral bekannt.

Wenn dann so etwas selbst von Kardinälen verübt wird, führt dies zu einem massiven Glaubwürdigkeitsverlust. Daran gibt es m.E. weder etwas zu relativieren ("Das liegt ja schon so lange zurück. Damals hat man es anders gesehen") noch zu beschönigen ("Wir sind alle Sünder").

An diesen Verbrechen haben die Betroffenen ein Leben lang zu tragen, auch wenn sie in den Fünfziger- oder Sechzigerjahren verübt wurden.

 

 

Edited by Danny_S.
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vor 11 Stunden schrieb Werner001:
vor 11 Stunden schrieb Studiosus:

 

Sexueller Missbrauch durch Hengsbach und seinen Bruder (?) zur Abwechslung an einer damals 16-Jährigen

 

Der Vorfall bzw. Vorfälle reichen in den Zeitraum der 1950 - 70er Jahre zurück, wären also bald 70, mindestens here 50 Jahre her. 

Ja schon klar, aber worum geht es denn? Hat er sie begrabscht, vergewaltigt, ein Verhältnis gehabt? „Sexueller Missbrauch“ kann ja alles Mögliche sein. 
 

Werner

Wenn die Betroffene damals 16 war, dann war das erst einmal damals nicht strafbar, moralisch anrüchig (es ist bemerkenswert, wer hier die Moral links liegen läßt, wenn es um den Ruf der Kirche geht, und wer beim Umgang mit Sünde lieber nicht so genau hinsehen möchte), aber eben nicht strafbar. Was genau da passiert ist, das ist eigentlich wenig relevant - ein Missbrauch wird nicht dadurch entschuldbar, dass das Opfer nur befummelt, aber nicht penetriert wurde, er wird nicht weniger schwer, nur weil weniger Körperöffnungen betroffen waren.

 

Wenn es aber mehrere Betroffene gibt, die über mehr oder minder identische Handlungen in einem Zeitraum von Jahrzehnten berichten, dann läßt das den Schluß zu, dass sie nicht die einzigen waren. Und wenn eine Betroffene von einem Bruder zum anderen weiter gereicht wurde (wie es anscheinend ausgesagt wird), dann sprechen wir über noch etwas anderes.

 

Es gehr hier nicht um sexuelle Handlungen eines Verstorbenen, es geht um die Frage, ob ein höchstrangiger Repräsentant der Kirche (und Priester und Bischof und Kardinal ist er nun einmal auch im Bett) mit einem hohen moralischen Anspruch diesem gerecht wurde oder nicht. Wenn wir den Wesensunterschied der Geweihten zu den Ungeweihten ernst nehmen, dann bitte nicht nur wenn es darum geht, vorne zu stehen und was zu sagen zu haben.

 

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vor 9 Stunden schrieb Guppy:

Ich finde diese Rufmordkampagnen gegen lange Verstorbene mit irgendwelchen Behauptungen die bald ein Jahrhundert zurückliegen nur noch schrecklich.

Da platzt mir jetzt echt der Kragen. Bischöfe haben sich - genauso wie jeder andere - verdammt noch mal an Recht und Gesetz zu halten. Und darüber hinaus auch an die katholische Sexualmoral, die sie verkündigen. Solche - offensichtlich begründeten - Vorwürfe jetzt als Rufmordkampagne zu bezeichnen, ist eine Verachtung der Opfer. 

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vor 2 Minuten schrieb Chrysologus:

Was genau da passiert ist, das ist eigentlich wenig relevant

Also ich finde es schon einen Unterschied, ob dee Weihbischof gern mal einer Jugendlichen an den Po fasst oder ob er eine vergewaltigt.

„Gravierend“ seien die Vorwürfe, abee was heißt das? Ich habe in der zweiten Klasse Grundschule noch den Rohrstock gesehen, wäre heute natürlich Körperverletzung, war auch damals schon verboten, aber man sah das nicht so eng.

 

Daher würde ich gerne wissen, was mit Hengsbach vorgefallen ist, um es einordnen zu können 

 

Werner

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vor 35 Minuten schrieb Werner001:

Daher würde ich gerne wissen, was mit Hengsbach vorgefallen ist, um es einordnen zu können 

 

Es geht nicht um’s einordnen, es geht um’s aufregen!

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vor 42 Minuten schrieb laura:

Bischöfe haben sich - genauso wie jeder andere - verdammt noch mal an Recht und Gesetz zu halten.

Wenn es nur darum ginge, könnten sie ja jede Woche nach St. Pauli fahren, um in der Herbertstraße ordentlich die Sau raus zu lassen.

vor 48 Minuten schrieb laura:

Und darüber hinaus auch an die katholische Sexualmoral, die sie verkündigen.

Das dürfte auf jeden Fall eher der Knackpunkt sein...

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vor 16 Minuten schrieb rince:

Wenn es nur darum ginge, könnten sie ja jede Woche nach St. Pauli fahren, um in der Herbertstraße ordentlich die Sau raus zu lassen.

 

Ich habe den dumpfen Verdacht, dass man dort auch so manche Kleriker trifft... Aber das ist ein anderes Thema.

Das ist einfach nur Doppelmoral. Missbrauch ist eine Straftat. 

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Was manche so für Verdachte haben. 

 

Nichts gegen Prävention und die Sanktionierung von Tätern. Das ist geboten. Ich finde es jedoch befremdlich, 70 Jahre alte Vorwürfe - die auch noch plausibel sein sollen, wer hat das wie nach 70 Jahren ermittelt? - jetzt zur großen Götterdämmerung hoch zu stilisieren. Erste Lokalpolitiker fordern natürlich schon die Umbenennung von Brücken und Straßen. 

 

Ich erkenne in diesem Fall, außer dem von Selbsthass geriebenen Wunsch, die Kirche weiter öffentlich in Verruf zu bringen, indem man jetzt die großen Säulenheiligen stürzen will, kein öffentliches Interesse mehr. Der Mann ist seit einer halben Ewigkeit tot und der Fall an die höchstmögliche Instanz verwiesen. Oder plant man in Essen gerade eine Leichensynode? Formosus lässt grüßen. 

 

Überweist den Opfern ne Million, darum geht's ja wohl, und die "Gerechtigkeit" ist wiederhergestellt. Dazu muss jetzt nicht im nächsten halben Jahr täglich ein neuer Hengsbach-Schmutzartikel erscheinen. 

 

Dieser einseitige Akzent auf "Missbrauch" hat das Potenzial, die Kirche immer weiter zu zerrütten. Berechtigte Maßnahmen ja, aber nicht diese andauernden Vorwegnahmen des Jüngsten Gerichts. Ich für meinen Teil nehme diese Berichte nur noch schulterzuckend zur Kenntnis. Wir wissen oder können uns inzwischen vorstellen, was der Missbrauchsskandal ist. Jetzt sollte man mal langsam anfangen nach vorne zu schauen, anstatt an Altfällen von vor 70 Jahren fest zu hängen. Eine Zeitenwende braucht es auch mit Blick auf den Umgang mit dem Thema Missbrauch. Die Perspektive muss nach vorne gehen, zukünftige Taten verhindern, Sensibilität stärken, Präventionskozepte implementieren und das Recht konsequent zur Anwendung bringen. Wir brauchen nicht noch eine historische Studie. 

Edited by Studiosus
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vor 5 Minuten schrieb Studiosus:

Ich erkenne in diesem Fall, außer dem von Selbsthass geriebenen Wunsch, die Kirche weiter öffentlich in Verruf zu bringen, indem man jetzt die großen Säulenheiligen stürzen will, kein öffentliches Interesse mehr

Was du da erkennst, das kümmert niemanden - Liebe zur Kirche läßt hier sehr wohl andere Interessenslagen erkennen.

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Es ist mit dem Umgang mit Missbrauch in der Kirche doch ein wenig so wie mit dem Kampf gegen den Faschismus. Je weniger echten neuen Missbrauch es Gott sei Dank gibt, eben weil die kirchlichen Maßnahmen greifen und erfolgreich sind, desto verbissener wird der Kampf gegen ihn und je hysterischer die Reaktionen. Der Missbrauchsskandal ist so gut wie eingefangen, neue Fälle sind vergleichsweise wenige, die Reaktion der Kirche professioneller, schneller und rechtskonform. Diese gute Meldung liest man leider nirgends in den einschlägigenen Medien. Stattdessen zieht man Fälle aus der Mitte der letzten Jahrhunderts herbei, um den Missbrauchskessel am Köcheln zu halten. 

 

Das kann irgendwann auch nach hinten los gehen. Ganz ähnlich wie bei den Initiativen gegen die Klimaerwärmung

Am Anfang waren die Leute noch offen für das Thema und gerne mitwirkungsbereit. Seit einen dieses Thema dermaßen penetrant und radikal täglich von den Titelseiten entgegen springt, schwindet die Zustimmung. Man kann jedes Thema öffentlich so überspannen, dass es einen kontraproduktiven Effekt auf eine eigentlich an sich gute Sache hat. 

 

Daher ja mein Wunsch, doch bitte endlich in der Gegenwart anzukommen und den Schritt in die Zukunft zu wagen. 

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Es ist grundsätzlich durchaus von Interesse, wenn eine Person des öffentlichen Lebens sich eines (erheblichen) Vergehens schuldig gemacht haben soll, selbst wenn sie schon länger verstorben ist. Das gilt für Bismarck ebenso wie einen bekannten Kardinal oder Ministerpräsidenten oder Künstler.

Gleichzeitig wäre ich mit Vorverurteilungen vorsichtig. Ohne zu wissen, was genau die Vorwürfe sind und wie gut sie begründet sind, bleibt es eben erst einmal nur ein allgemeiner Verdacht.

Bei der Kirche kommt natürlich noch hinzu, dass das Thema Missbrauch da eben gerade virulent ist. Aber auch da müsste man, selbst wenn die Vorhaltungen berechtigt und schwerwiegend wären, sehen, ob das eher ein Einzelfall ist (Bischof in der damaligen Zeit) oder das Symptom eines Systems.

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vor 7 Stunden schrieb Studiosus:

Ich erkenne in diesem Fall, außer dem von Selbsthass geriebenen Wunsch, die Kirche weiter öffentlich in Verruf zu bringen, indem man jetzt die großen Säulenheiligen stürzen will, kein öffentliches Interesse mehr.

 

Wer bringt denn hier die Kirche in Verruf: Die Wissenschaftler und die Medien, die diese schändlichen Dinge endlich aufdecken und publik machen, oder diejenigen, die für die Missbräuche verantwortlich sind?

Meinst Du, wenn zu der Zeit, als das geschah, ein Minderjähriger derartige Vorwürfe erhoben hätte, wäre ihm Glauben geschenkt worden?

Noch 2011 ist dies nicht geschehen.

Es ist doch gut, dass die Menschen heute nicht mehr so autoritätshörig sind wie noch in den Fünfziger- und Sechzigerjahren.

 

Die ganze Tragweite des Falls erwächst zum einen daraus, dass hier gegen eine Person Vorwürfe erhoben werden, die das zweithöchste Amt in der Kirche bekleidet hat, und zum anderen aus der riesigen Diskrepanz zwischen der Lehre der Kirche und dem Handeln der Amtsträger: Wie kann man denn einerseits vorehelichen Geschlechtsverkehr und die Verwendung künstlicher Verhütungsmittel verbieten und sich gleichzeitig an Minderjährigen vergehen? Ist eine größere Doppelmoral überhaupt denkbar?

Franz Hengsbach ist bekanntlich auch für die Entziehung der Lehrerlaubnis von Uta Ranke-Heinemann verantwortlich, die es gewagt hatte, eine biologische Interpretation der Jungfrauengeburt Jesu in Frage zu stellen.

 

Um aber auf Deine Frage einzugehen, wie es weitergehen soll: Die Kirche sollte wieder anfangen, den Geist des Evangeliums zu leben und etwas von der Menschenfreundlichkeit Gottes auszustrahlen. Dann und nur dann, wird sie in unserer pluralistischen Gesellschaft ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.

Die Krise der Kirche ist eine Glaubwürdigkeitskrise. Wir brauchen mehr denn je den Geist der Demut, der Bescheidenheit, des Hinhörens und der Geduld.

Was geschehen ist, lässt sich nicht binnen weniger Jahre vergessen machen, da es ja gerade erst ans Tageslicht gekommen ist. So etwas braucht Zeit.

Für die katholische Kirche sehe ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie gewinnt ihre Glaubwürdigkeit zurück oder sie versinkt in der Bedeutungslosigkeit.

So wie früher, mit dem ganzen Klerikalismus und der Bevormundung der Laien, wird es nie wieder werden; - und ehrlich gesagt sehe ich das durchaus positiv.

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vor 3 Minuten schrieb Danny_S.:

Franz Hengsbach ist bekanntlich auch für die Entziehung der Lehrerlaubnis von Uta Ranke-Heinemann verantwortlich, die es gewagt hatte, eine biologische Interpretation der Jungfrauengeburt Jesu in Frage zu stellen.

 

Dass er diese Dame aus dem Verkehr gezogen hat, ist ein Verdienst, den man ihm nicht hoch genug anrechnen kann. 

Edited by Studiosus
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Gerade eben schrieb Studiosus:

Dass er diese Dame aus dem Verkehr gezogen hat, ist ein Verdienst, dem man ihn nicht hoch genug anrechnen kann. 

 

Das war doch bloß der (misslungene) Versuch, eine Kritikerin mundtod zu machen.

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vor 9 Minuten schrieb Danny_S.:

 

Das war doch bloß der (misslungene) Versuch, eine Kritikerin mundtod zu machen.

 

Also ich denke, was danach noch kam (nach dem Entzug der Lehrerlaubnis), beweist, dass die Entscheidung des Bischofs richtig war. Aber egal, es geht nicht um Ranke-Heinemann. 

 

Ich spiele die Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach auch nicht herunter, weil er sie gemaßregelt hat. Ich halte sie ganz unabhängig davon einfach für ziemlich aufgebauscht, wie ich überhaupt die Skandalisierung von mutmaßlichen Fällen, die so weit zurück liegen, für einen Rückschritt halte. Die Kirche muss nach vorne gehen im Missbrauchskampf, nicht ewig hinter sich her kehren. Das führt in eine Sackgasse. 

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