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Moderne Liturgische Pop-musik


Ondrej

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Die Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium"

 

VI.Teil- Die KirchenMusik

 

Die überlieferte Musik der Gesamtkirche stellt einen Reichtum von unschätzbarem Wert dar, ausgezeichnet unter allen übrigen künstlerischen Ausdrucksformen vor allem deshalb, weil sie als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht. In der Tat haben sowohl die Heilige Schrift wie die heiligen Väter den gottesdienstlichen Gesängen hohes Lob gespendet; desgleichen die römischen Päpste, die in der neueren Zeit im Gefolge des heiligen Pius X. die dienende Aufgabe der Kirchenmusik im Gottesdienst mit größerer Eindringlichkeit herausgestellt haben. So wird denn die Kirchenmusik um so heiliger sein, je enger sie mit der liturgischen Handlung verbunden ist, sei es, daß sie das Gebet inniger zum Ausdruck bringt oder die Einmütigkeit fördert, sei es, daß sie die heiligen Riten mit größerer Feierlichkeit umgibt, Dabei billigt die Kirche alle Formen wahrer Kunst, welche die erforderlichen Eigenschaften besitzen, und läßt sie zur Liturgie zu. Unter Wahrung der Richtlinien und Vorschriften der kirchlichen Tradition und Ordnung sowie im Hinblick auf das Ziel der Kirchenmusik, nämlich die Ehre Gottes und die Heiligung der Gläubigen, verfügt das Heilige Konzil das Folgende.

 

113. Ihre vornehmste Form nimmt die liturgische Handlung an, wenn der Gottesdienst feierlich mit Gesang gehalten wird und dabei Leviten mitwirken und das Volk tätig teilnimmt. Was die zu verwendende Sprache betrifft, so gelten die Vorschriften von Art. 36; für die Messe von Art. 54, für die Sakramente von Art. 63, für das Stundengebet von Art. 101.

 

114. Der Schatz der Kirchenmusik möge mit größter Sorge bewahrt und gepflegt werden. Die Sängerchöre sollen nachdrücklich gefördert werden, besonders an den Kathedralkirchen. Dabei mögen aber die Bischöfe und die übrigen Seelsorger eifrig dafür Sorge tragen, daß in jeder liturgischen Feier mit Gesang die gesamte Gemeinde der Gläubigen die ihr zukommende tätige Teilnahme auch zu leisten vermag, im Sinne von Art. 28 und 30.

 

115. In den Seminarien, in den Noviziaten und Studienhäusern der Ordensleute beiderlei Geschlechts sowie auch in den übrigen katholischen Instituten und Schulen soll auf die musikalische Ausbildung und Praxis großes Gewicht gelegt werden. Um diese Ausbildung zu erreichen, sollen die Dozenten der Kirchenmusik sorgfältig vorgebildet werden. Darüber hinaus wird empfohlen, wo es angebracht erscheint, höhere Kirchenmusik-Institute zu errichten. Die Kirchenmusiker aber, die Sänger und besonders die Sängerknaben sollen auch eine gediegene Ausbildung erhalten.

 

116. Die Kirche betrachtet den Gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang; demgemäß soll er in ihren liturgischen Handlungen, wenn im übrigen die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, den ersten Platz einnehmen. Andere Arten der Kirchenmusik, besonders die Mehrstimmigkeit, werden für die Feier der Liturgie keineswegs ausgeschlossen, wenn sie dem Geist der Liturgie im Sinne von Art. 30 entsprechen.

 

117. Die "editio typica" der Bücher des Gregorianischen Gesanges soll zu Ende geführt werden; darüber hinaus soll eine kritische Ausgabe der seit der Reform des heiligen Pius X. bereits herausgegebenen Bücher besorgt werden. Es empfiehlt sich ferner, eine Ausgabe zu schaffen mit einfacheren Melodien für den Gebrauch der kleineren Kirchen.

 

118. Der religiöse Volksgesang soll eifrig gepflegt werden, so daß die Stimmen der Gläubigen bei Andachtsübungen und gottesdienstlichen Feiern und auch bei den liturgischen Handlungen selbst gemäß den Richtlinien und Vorschriften der Rubriken erklingen können.

 

119. Da die Völker mancher Länder, besonders in der Mission, eine eigene Musiküberlieferung besitzen, die in ihrem religiösen und sozialen Leben große Bedeutung hat, soll dieser Musik gebührende Wertschätzung entgegengebracht und angemessener Raum gewährt werden, und zwar sowohl bei der Formung des religiösen Sinnes dieser Völker als auch bei der Anpassung der Liturgie an ihre Eigenart, im Sinne von Art. 39 und 40. Deshalb soll bei der musikalischen Ausbildung der Missionare sorgfältig darauf geachtet werden, daß sie im Rahmen des Möglichen imstande sind, die überlieferte Musik der betreffenden Völker sowohl in den Schulen als auch im Gottesdienst zu fördern.

 

120. Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben. Andere Instrumente aber dürfen nach dem Ermessen und mit Zustimmung der für die einzelnen Gebiete zuständigen Autorität nach Maßgabe der Art. 22. § 2,37 und 40 zur Liturgie zugelassen werden, sofern sie sich für den heiligen Gebrauch eignen oder für ihn geeignet gemacht werden können, der Würde des Gotteshauses angemessen sind und die Erbauung der Gläubigen wirklich fördern.

 

121. Die Kirchenmusiker mögen, von christlichem Geist erfüllt, sich bewußt sein, daß es ihre Berufung ist, die Kirchenmusik zu pflegen und deren Schatz zu mehren. Sie sollen Vertonungen schaffen, welche die Merkmale echter Kirchenmusik an sich tragen und nicht nur von größeren Sängerchören gesungen werden können, sondern auch kleineren Chören angepaßt sind und die tätige Teilnahme der ganzen Gemeinde der Gläubigen fördern.

 

Die für den Kirchengesang bestimmten Texte müssen mit der katholischen Lehre übereinstimmen; sie sollen vornehmlich aus der Heiligen Schrift und den liturgischen Quellen geschöpft werden.

 

 

 

 

7. Kapitel: Die sakrale Kunst, liturgisches Gerät und Gewand

 

122. Zu den vornehmsten Betätigungen der schöpferischen Veranlagung des Menschen zählen mit gutem Recht die schönen Künste, insbesondere die religiöse Kunst und ihre höchste Form, die sakrale Kunst. Vom Wesen her sind sie ausgerichtet auf die unendliche Schönheit Gottes, die in menschlichen Werken irgendwie zum Ausdruck kommen soll, und sie sind um so mehr Gott, seinem Lob und seiner Herrlichkeit geweiht, als ihnen kein anderes Ziel gesetzt ist, als durch ihre Werke den Sinn der Menschen in heiliger Verehrung auf Gott zu wenden. Darum war die lebenspendende Mutter Kirche immer eine Freundin der schönen Künste. Unablässig hat sie deren edlen Dienst gesucht und die Künstler unterwiesen, vor allem damit die Dinge, die zur heiligen Liturgie gehören, wahrhaft würdig seien, geziemend und schön: Zeichen und Symbol überirdischer Wirklichkeiten. Die Kirche hat mit Recht immer auch eine Art Schiedsrichteramt ausgeübt; sie hat über die Werke der Künstler geurteilt und entschieden, welche dem Glauben, der Frömmigkeit und den ehrfurchtsvoll überlieferten Gesetzen entsprächen und als geeignet für den Dienst im Heiligtum anzusehen seien. Mit besonderem Eifer war die Kirche daraufbedacht, daß das heilige Gerät würdig und schön zur Zierde der Liturgie diente; sie hat dabei die Wandlungen in Material, Form und Schmuck zugelassen, die der Fortschritt der Technik im Laufe der Zeit mit sich gebracht hat.

 

So hat es denn den Vätern gefallen, in dieser Sache das Folgende zu verfügen.

 

123. Die Kirche hat niemals einen Stil als ihren eigenen betrachtet, sondern hat je nach Eigenart und Lebensbedingungen der Völker und nach den Erfordernissen der verschiedenen Riten die Sonderart eines jeden Zeitalters zugelassen und so im Laufe der Jahrhunderte einen Schatz zusammengetragen, der mit aller Sorge zu hüten ist. Auch die Kunst unserer Zeit und aller Völker und Länder soll in der Kirche Freiheit der Ausübung haben, sofern sie nur den Gotteshäusern und den heiligen Riten mit der gebührenden Ehrfurcht und Ehrerbietung dient, so daß sie einstimmen kann in den wunderbaren Chor, den die größten Männer in den vergangenen Jahrhunderten zur Verherrlichung des christlichen Glaubens angestimmt haben.

 

124. Bei der Förderung und Pflege wahrhaft sakraler Kunst mögen die Ordinarien mehr auf edle Schönheit bedacht sein als auf bloßen Aufwand. Das gilt auch für die heiligen Gewänder und die Ausstattung der heiligen Orte. Die Bischöfe mögen darauf hinwirken, daß von den Gotteshäusern und anderen heiligen Orten streng solche Werke von Künstlern ferngehalten werden, die dem Glauben, den Sitten und der christlichen Frömmigkeit widersprechen und die das echt religiöse Empfinden verletzen, sei es, weil die Formen verunstaltet sind oder weil die Werke künstlerisch ungenügend, allzu mittelmäßig oder kitschig sind. Beim Bau von Kirchen ist sorgfältig darauf zu achten, daß sie für die liturgischen Feiern und für die tätige Teilnahme der Gläubigen geeignet sind.

 

125. Der Brauch, in den Kirchen den Gläubigen heilige Bilder zur Verehrung darzubieten, werde nicht angetastet. Doch sollen sie in mäßiger Zahl und rechter Ordnung aufgestellt werden, damit sie nicht die Verwunderung der Gläubigen erregen oder einer weniger gesunden Frömmigkeit Vorschub leisten.

 

126. Bei der Beurteilung von Kunstwerken sollen die Ortsordinarien die Diözesankommission für sakrale Kunst hören und gegebenenfalls auch andere besonders sachverständige Persönlichkeiten sowie die Kommissionen, von denen in den Artikeln 44, 45, 46 die Rede ist. Sorgfältig sollen die Ordinarien darüber wachen, daß nicht etwa heiliges Gerät und Paramente oder kostbare Kunstwerke veräußert werden oder verkommen, sind sie doch Zierde des Hauses Gottes.

 

127. Die Bischöfe sollen sich entweder persönlich oder durch geeignete Priester, die Sachverständnis und Liebe zur Kunst besitzen, um die Künstler kümmern, um sie mit dem Geist der sakralen Kunst und der Liturgie zu erfüllen. Überdies wird empfohlen, in Gegenden, wo es angezeigt erscheint, Schulen oder Akademien für sakrale Kunst zur Heranbildung von Künstlern zu gründen. Die Künstler aber, die, angetrieben von ihrer schöpferischen Begabung, danach streben, der Herrlichkeit Gottes in der heiligen Kirche zu dienen, mögen sich alle immerdar wohl bewußt sein, daß es dabei um ein Stück heiliger Nachahmung des Schöpfergottes geht und um Werke, die für den katholischen Gottesdienst, für die Auferbauung der Gläubigen wie auch zu deren Frömmigkeit und religiösen Unterweisung bestimmt sind.

 

128 Die Canones und kirchlichen Statuten, die sich auf die Gestaltung der äußeren zur Liturgie gehörigen Dinge beziehen, sind zugleich mit den liturgischen Büchern im Sinne von Art. 25 unverzüglich zu revidieren. Das gilt besonders von den Bestimmungen über würdigen und zweckentsprechenden Bau der Gotteshäuser, Gestalt und Errichtung der Altäre, edle Form des eucharistischen Tabernakels, seinen Ort und seine Sicherheit, richtige und würdige Anlage des Baptisteriums, schließlich von den Bestimmungen über die rechte Art der heiligen Bilder, des Schmuckes und der Ausstattung der Kultgebäude. Bestimmungen, die der erneuerten Liturgie weniger zu entsprechen scheinen, mögen abgeändert oder abgeschafft werden; solche aber, die sie fördern, sollen beibehalten oder neueingeführt werden. In diesem Zusammenhang wird den Bischofsversammlungen der einzelnen Gebiete, besonders hinsichtlich von Material und Form der heiligen Geräte und Gewänder, die Vollmacht erteilt, Anpassungen an die örtlichen Erfordernisse und Sitten vorzunehmen, nach Maßgabe von Art. 22 dieser Konstitution.

 

129. Die Kleriker sollen während ihrer philosophischen und theologischen Studienzeit auch über Geschichte und Entwicklung der sakralen Kunst unterrichtet werden, wie auch über die gesunden Grundsätze, auf die sich die Werke der sakralen Kunst stützen müssen. So sollen sie die ehrwürdigen Denkmäler der Kirche schätzen und bewahren lernen und den Künstlern bei der Schaffung ihrer Werke passende Ratschläge erteilen können.

 

130. Es ist angemessen, den Gebrauch der Pontifikalien jenen kirchlichen Personen vorzubehalten, die Bischöfe sind oder irgendeine besondere Jurisdiktion besitzen.

 

Ende des Zitates(Sacrosanctum Concilium, sechstes Kapitel-Die Kirchen Musik)-Verlag Herder 1966

 

 

Wie geht die heutige Kirche mit dieser Aufforderung zum wertvollen Ausdruck des menschlichen Geistes um??

 

Wie kann man das mit der heutigen Praxis vergleichen?

 

Sollte man die Geistpflege auch auf dieser Ebene begründen.

 

Sollte die Pflege der kirchlichen Musik lieber in die Hände der Künstler anvertraut werden, wie das auch immer in der Geschichte funktionierte?

 

Wie kann man dem dummen Amateurismus der "Guitaristen" zuhören?

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Sollte die Pflege der kirchlichen Musik lieber in die Hände der Künstler anvertraut werden, wie das auch immer in der Geschichte funktionierte?

 

Wie kann man dem dummen Amateurismus der "Guitaristen" zuhören?

Lieber Ondrej,

 

"immer in der Geschichte" - das ist ein großes Wort.

 

Vergiß nicht, daß von der "alten" Musik uns heute nur noch das bekannt ist, was sich über einige Zeit erhalten hat.

 

Heute redet man von Bach - ohne dabei die -zig und hunderten Kirchenmusiker zu kennen, die früher die Gottesdienste ästhetisch unsicher gemacht haben. Schon die namhafteren haben teilweise auch grotesken Bockmist verzapft, über dem inzwischen gnädig der Mantel der Musikgeschichte ruht.

 

Man sollte nicht vergessen, daß da teilweise Woche für Woche neues produziert (komponiert) wurde - und eben nicht nur von Genies.

 

Die Manie, vergessene Orgelwerke, Choräle und Messen vergessener Künstler "auszugraben" (die in den letzten Jahren teilweise endemische Ausmaße angenommen hat), drängt dabei gelegentlich den Gedanken auf, daß einiges davon durchaus zu Recht vergessen wurde...

 

Trotzdem ist es doch nicht völlig von der Hand zu weisen, daß diese nicht so bemerkenswerten Produkte und ihre Produzenten gewissermaßen den "Nährboden", das "Biotop" darstellten, dem bemerkens- und erinnernswerte Werke entspringen.

 

Damit will ich durchaus nicht verhehlen, daß einiges an modernerer Kirchenmusik (in Richtung "NGL", aber auch sogenannter "christlicher Rock", "christlicher Pop" o.ä.) mir persönlich das Frühstück hochtreibt. Aber so schlimm ist das wohl auch nicht - da kann man ja meist ausweichen. De gustibus non est disputandum.

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Bischof Lubjic aus Eriwan antwortete auf die Frage, ob Schlagzeug im Gottesdienst genehm sei: "Prinzipiell ja, aber in unseren akutisch fein abgestimmten Kirchengebäuden ist die akute Tinitusgefahr der Gläubigen zu berücksichtigen."

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Lieber Sven,

 

Wahrscheinlich hast Du mir nicht falsch verstanden.

Mir geht es doch nicht um die vergessen Werke und Künstler auszugraben.

Vor allem würde mich interessieren, von welchen Künstler Du hier redest.

Nach meiner Auffasung kann man als "alt" nur das bezeichnen, was schon überholt wurde, beim Bach , Mozart , Beethoven, Brahms oder Strawinski gilt das auf keinen Fall.

 

Ausserdem, hier ist überhaupt keine Rede von Genien oder überzeitlichen Kunstgestalten.Die Musik hat ihr Sinn auch , wenn sie sehr einfach ist.Einfach heisst hier aber nicht primitiv.

Die Gestaltungskraft der Menschen hat, wie auch in anderen Bereichen des menschlichen Bemühens ihre Ordnung und auch sie ist der göttlichen Ordnung unterordnet.

Musik ist kein Spiel der Gefühle.Sie ist in der ersten Reihe etwas sehr rationeles.Nur dann, wenn man diesen Grundstein der Kunst aufnimmt, kann man die Gefühle in die Musik hineinsetzten.

 

Natürlich ist die Anteilnahme des Volkes bei der Liturgie erforderlich, ich stelle mich auf keinen Fall vor,das die Liturgie zu den künstlerischen Aufführungen verwandelt werden sollte.Aber wie jedes Volk seinen Hirten braucht, so brauch die Masse des gesangsüchtigen Volkes auch jemanden, der in der Musik tief erudiert ist.

 

Auch wenn nur die einfachsten Volksliedchen mehrstimmig gesungen werden sollten.

 

Ondrej

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Lieber Sven,

 

ich habe bemerkt, dass ich einiges im deinen Beitrag falsch verstanden habe.Leider habe ich meine Antwort darauf meiner falschen Auffasung nach angegeben.Was ich geschrieben habe, gilt natürlich, ist leider aber auf deinen Beitrag nicht gut angemessen.Ich entschuldige mich dafür(ich pulierre mein Deutsch ständig :blink:

 

Ondrej

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altersuender
... so brauch die Masse des gesangsüchtigen Volkes auch jemanden, der in der Musik tief erudiert ist ...

 

Wie wird man in der Musik tief erudiert? Dabei denke ich automatisch an Erosion, was allerdings ein Abtragungsprozeß ist, also eine Verminderung. Das muss was anderes meinen. Zudem, die Masse des gesangssüchtigen Volkes, das kann ja wohl nur das Volk Gottes sein, wie der Psalmist sagt: Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn, alle Welt!(Ps 96,1). Alle Welt, nicht bloß die 'Künstler'. Oder, um wieder den Psalmist zum Worte, besser noch, zum Lied kommen zu lassen: Halleluja! Singet dem Herrn ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. (Ps 149,1) Die Gemeinde der Heiligen. Als Heilige wurden einstens die Christen bezeichnet. Die Christen sollen ein neues Lied singen, den Herrn mit ihren Liedern loben. Nichts gegen eine Messe von Mozart oder Schubert, aber im Gottesdienst singe ich gerne selber - vielleicht nicht so toll, aber dafür mit echtem Gefühl.

 

Gefühl .... da war doch noch was ... ach ja ...

 

Musik ist kein Spiel der Gefühle.Sie ist in der ersten Reihe etwas sehr rationeles.

 

Seltsame Idee. Das sieht der Psalmist aber anders. In den Psalmen, da wird beständig mit Gesang jubeliert und getrauert, gehofft, gebangt, geweint und gelacht - mit Gefühl.

Edited by altersuender
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Lieber Sven,

 

ich habe bemerkt, dass ich einiges im deinen Beitrag falsch verstanden habe.Leider habe ich meine Antwort darauf meiner falschen Auffasung nach angegeben.Was ich geschrieben habe, gilt natürlich, ist leider aber auf deinen Beitrag nicht gut angemessen.Ich entschuldige mich dafür(ich pulierre mein Deutsch ständig :blink:

Kein Problem, Ondrej - das kriegen wir schon hin... :P

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Lieber Altsuender,

 

Erudiert heisst gut ausgebildet.Damit meine ich die Harmonie-, Kontrapunkt, und Formenkenntnisse.

Das sind die Grundsteine.Erst dann kann man etwas schaffen.

 

Ich hab auf keinen Fall die Gefühle in der Musik abgelehnt.Ich sagte nur, dass sie nicht das einzigste sind, was man in der Musik braucht.Das Ratio ist ein festes Punkt an dem man sich halten muss, wenn er die Gefühle ausdrücken will.

Auch der alte Psalmist wusste, dass sein Gesäng irgendeine Form haben muss.Auch Wasser muss sich in irgendeiner Form halten, wenn man darin etwas kochen will.

 

Und erst danach er konnte er seinen Gefühle ihren Lauf lassen.

 

Ondrej

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Während Pfarrer Smith auf dem weltfernen Stuhl saß, um der Beichte alter Weiblein zu lauschen, deren Gedanken beim Gebet abgeschweift waren, und junger Burschen, die ihren Händen gestattet hatten, den Mädchen ins Mieder zu fahren, hörte er, wie Fräulein O'Hara noch einmal das "Agnus Dei" mit ihrem Gockel- und Hennenchor durchnahm: "Tam, tam, jetzt alle zusammen: Agnus Dei, qui tollis peccata mundi." Der Gesang war, wie auch sonst meistens, fast so schlecht wie die Aussprache, aber er zweifelte nicht, der allmächtige Gott werde ihn gnädigen Ohres aufnehmen, denn da war jeder falsche Ton als Lobpreis gemeint, was sich vom Getriller bezahlter Sopransänger keineswegs immer behaupten ließ.

 

- Aus: Bruce Marshall, Alle Herrlichkeit ist innerlich.

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Danke Ketelhohn

 

Gutes Beispiel für die Geistlosigkeit und Langweiligkeit des Pop-Gesangs.

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Franciscus non papa

hm - zu allen zeiten wurde gute und weniger gute musik geschrieben - und seltsamerweise wurde auch zu allen zeiten der niedergang der kunst (und der sitten :-) ) beklagt.

 

meist es ist so, dass die höhepunkte der kunst auch bewahrt werden - hin und wieder werden sie auch vergessen und später wiederentdeckt.

 

in meiner gemeinde versuche ich, ein breites spektrum der kirchenmusik lebendig zu erhalten, angefangen von der gregorianik (die schola singt so etwa 15 mal im jahr proprium vom tage und ordinarium(steile), wobei alle im gotteslob vertretenen gregorianischen messgesänge wenigstens einmal im jahr vorkommen - naja, ausgenommen die "missa mundi" - über möglichst alle epochen der kirchenmusik bis hin zum neuen geistlichen lied.

 

und so, wie es auch manche traditionellen lieder gibt, die musikalisch und textlich ziemlich dürftig sind, so ist beim neuen geistlichen lied halt auch nicht alles gerade eine glanzleistung. und wo licht ist, da pflegt auch schatten zu sein.

 

manchmal kommt dann auch mal ein lied vor, das ich lieber nicht singen würde, aber - z.b. die kommunionkinder lieben es eben innig - und dann wird es eben auch gesungen - warum auch nicht? wenn sie auf ihre art, auch wenn sie eben etwas simpel ist, gott loben, so wird er eben auch dies annehmen, genauso, wie er die manchmal nicht gerade sprachlich gelungenen fürbitten annimmt.

 

auch wenn man versucht, möglichst das beste und auf hohem niveau zu musizieren - ehrlicherweise muss ich sagen, auch meine improvisationen sind nicht immer gleich gut, und manchmal läuft halt auch das eine oder andere literaturstück auf der orgel mal weniger gut - das ist menschlich und der HERR hat mit sicherheit dafür verständnis.

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Ich liebe NGL und christlichen Rock und christlichen Pop geradezu. Aus ganzem Herzen. Wir haben jetzt eine Band und einen Chor dafür gegründet. Und von meinem unprofessionellen Gesang läßt sich auch keiner abschrecken, ich singe einfach etwas leiser. :blink:

 

Wir haben ganz spontan einen Jugendgottesdienst gestaltet, am Sonntag abend und es waren cal 50% mehr Leute anwesend, als im "normalen" Gottesdienst". Ohne große Werbung. Der Altersdurchschnitt war von über sechzig auf deutlich unter 40 gesunken und alle haben hinterher gesagt: Bitte, macht das noch einmal, wir kommen sofort und gerne wieder.

 

Schlagzeug und E-Gitarre waren schon dabei :P

 

Herzliche Grüße

Martin

 

 

PS: Genau so sehr wie NGLs liebe ich übrigens gregorianischen Choral - wenn die Kirche einen guten Nachhall hat ist das einfach genial.

 

PPS: Für mich ist beides übrigens nicht in erster Linie Musik, sondern Gebet. Wer wollte dem anderen schon die Ernsthaftigkeit seines Gebetes absprechen?

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Robert, ich finde deine Beispiele ausgesprochen schön. Mehr davon.

 

Zu meinem eigenen Musikgeschmack: Ich habe eigentlich während meiner Jugend immer in Opposition zur Popkultur gestanden, mich bei den »Klassikern« mehr wiedergefunden als in der Schlagzeug-und-Gitarren-Kultur.

 

Eine wichtige Wende war für mich unsere Wohngemeinschaft während des Studiums. Da lernte ich eine Handvoll christlicher Popmusiker kennen, die bei uns aus und ein gingen. (Zumindest einer davon ist heute ein in christlichen Kreisen bekannter Songwriter …)

 

Gute und schlechte Musik scheint es in jeder Sparte zu geben.

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Ich liebe NGL und christlichen Rock und christlichen Pop geradezu.

Mir geht es genau so. Natürlich gibt es auch schlechtes NGL, aber im Großen und Ganzen bin ich immer wieder begeistert.

Ich mache übrigens die Beobachtung, dass ein (Jugend)GoDi, bei dem NGL gespielt und gesungen wird, von der Gemeinde als wesentlich "Moderner" und "besser" angesehen wird.

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Danke Ketelhohn

 

Gutes Beispiel für die Geistlosigkeit und Langweiligkeit des Pop-Gesangs.

Nix Pop Musik. So singen die Italienier tatsächlich in ihren Kirchen. Ich hab' das letztes Jahr in Turin mitbekommen und ich wünschte, wir hätten solche Musik in unseren Gotteshäusern. Statt dessen trällert die Gemeinde gemeinsam mit der Orgel eine polyphone Kakophonie aller Stimmlagen aus dem Gotteslob.

 

Letzten Sonntag haben die Passauer in der Altöttinger Basilika "Dust in the wind" von Kansas zur Kommunion gespielt. Da wird es dann auch mit meinem Verständnis eng - nicht wegen der Musik, sondern wegen des Textes.

 

Danke Robert für die Samples. Woher stammen die denn?

 

Axel

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Es kann noch schlimmer kommen, Axel. Vor einigen Wochen war ich Sonntags in einer Nachbargemeinde in der Abendmesse - es war Jugendmesse angesagt. Ich war echt gespannt, weil ich ja selber neue geistliche Musik singe.

 

Es find schon damit an, daß die zum Einzug "Dreamer" von Ossy Osborne gesungen haben.

 

Als dann zur Gabenbereitung John Lennons "Imagine" dran war, bin ich nach der ersten Zeile "Imagine there's no Heaven" gegangen. Da konnte ich einfach nicht mehr Eucharistie feiern, weil mir richtiggehend schlecht wurde. Die armen, gutwilligen Jugendlichen, denen so ein Scheiß als Religion verklauft wurde...

Edited by ThomasBloemer
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Grins. Bei den Texten, die ich mag, würde dir aber ganz anders werden, Thomas. Zur Zeit singe ich am liebsten: Meine Seele preist die Größe des Herrn (Albert Frey). So was von klasse. Oder "Wenn der Frieden zerbricht" von Habakuk ( das Kyrie Eleison daraus ist wunderschön, vor allen Dingen im Chorsatz, aber auch die Klavierbegleitung ist genial).

 

Wie geht es denn weiter mit dem Lennon-Song. Wie geht der Text? Falls gemeint wäre - stell dir vor, es gäbe keinen Himmel - könnte noch etwas draus werden.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Ich gehe schon lange nicht mehr zu Jugendgottesdiensten. Das, was da bei uns als neues geistliches Lied verkauft wird, ist meist nicht mehr neu und noch öfter nicht besonders geistlich. Trotzdem kann man aber auch mit einer Gitarre eine Messe würdig begleiten, das wusste auch schon Franz Gruber (so hieß der von "Stille Nacht" doch).

Jemand, der weiß, worum es sich bei der Messe dreht, wird aber auch gar nicht erst Imagine zur Gabenbereitung ansetzen.

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Da ich beide erwähnten Stücke nicht kenne, lieber Martin, kann ich dazu nichts sagen - rück mal beispiele raus, damit mir anders wird. (Allerdings wollte ich an dem Abend eigentlich eine Heilige Messe mitfeieren, und mir war gar nicht nach Grinsen zumute.) Wir singen sehr viel von Gregor Linssen, der zum Teil außerordentlich gute - und vor allem geistliche - Texte macht. Lieder, die expressis verbis gegen die Religion im allgemeinen und gegen das Christentum im besonderen agitieren, haben dagegen in der Kirche nix verloren, in der Heiligen Messe schon gar nix.

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Nee, nee, das wird nicht besser bei Lennon´s "Imagine":

Imagine there´s no heaven, it´s easy if you try.

No hell below us, above us only sky.

Imagine all the people living for today.

You may say, I´m a dreamer, but I´m not the only one.

I hope some day you´ll join us, and the world will be as one.

 

So viel zur ersten Strophe. Geht also in die Richtung, wie friedlich die Welt doch ohne Religion wäre… :blink:

 

Aber Gregor Linßen wollte ich auch grad erwähnen. Klar, gibt es viel Mist, wenn man sich manche Texte anguckt, aber Linßen widerlegt da wirklich alle Vorurteile. Durchdachte, sinnige Texte und dazu klasse Melodien und sehr interessante, mitreißende Rhythmen. Ich hab mal einen Liturgischen Liedtag mitgemacht, den er geleitet hat. Das Tolle war, dass man ihm die Begeisterung für seinen Glauben richtig anmerkt. Das kommt auch in den Liedern rüber!

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Bitte John Michael Talbot nicht vergessen, der zusammen mit dem evangelikalen Songwriter Michael Card auch mal eine Hymne auf die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche singt:

He is the good shepard,

He's laid down His life for His sheep,

So out of many nations

He's gathered one fold

in one faith.

 

And He has built His church,

On the rock foundation of faith,

On apostles and prophets

Who shepard the people

In His place.

 

There is One Faith,

One Hope

And One Baptism

One God and Father of All

 

There is one church

One body

One life in the Spirit

Now given so freely

to ALL

 

He gave to Simon Peter

And all of the 12

The keys to the Kingdom

So darkness would never prevail

 

But some of the shepards

Have pastured themselves on their sheep

So He has come out against them

That scattered His people of faith

 

But still there is One Faith,

One Hope

And One Baptism

One God and Father of All

 

There is one church

One body

One life in the Spirit

Now given so freely

to ALL

 

But He'll not forsake His people

He'll claim His sheep for His own

He'll send out His word to the nations

Regather His people back home

 

There is One Faith,

One Hope

And One Baptism

One God and Father of All

 

There is one church

One body

One life in the Spirit

Now given so freely

to ALL

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Also Leute,

 

das meiste NGL ist alles andere als neu - da würde schon eher Xavier Naidoo passen als Peter Janssens (das ist eher so die Generation meiner Eltern).

Gregorianik und Co. haben einen zeitlosen Charakter und sollten nicht gegen NGL ausgespielt werden.

In der Kirche (wie in der Kunst) gilt eben, dass sich das Gute durchsetzt. Viele NGLs werden dann - glücklicherweise - unter den Tisch fallen.

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