Domingo Geschrieben 29. Juni 2025 Autor Melden Geschrieben 29. Juni 2025 Am 24.12.2024 um 05:17 schrieb Weihrauch: @Domingo Das Wort, welches in Ex 22,29 für die Erstlinge steht, ist ein anderes Wort als reshit. Kannst du das bitte mal (nach den Feiertagen) checken? Die Gebärmutter durchbrechen tun bei der Geburt Töchter und Söhne, und nicht immer ist Erstgeburt gleich Sohn. Manche Pechvögel zeugen nur Töchter. Die alttestamentliche "Idealverteilung" sieht ungefähr so aus. Als ich neulich zufällig einen Blick auf Exodus 12:29 geworfen habe, wo von der Erstgeburt der Ägypter die Rede ist, habe ich (durch einen Kommentar) entdeckt, dass bekor kein Geschlechtsneutraler Terminus ist - ich meine, es hat eine weibliche Form - eig. mehrere: bekirah im Singular (von einem sonst nicht belegten *bakir) und die normale Femininform bekorot im Plural. Daher sind sich die Kommentatoren einig, dass es sich im dem Vers um die männliche Erstgeburt handelt; ebenso bei all den Versen, wo das Opfer des Erstgeborenen thematisiert wird. (Ich nehme an, und meine recht beschränkte Erfahrung scheint es zu bestätigen, dass es im OT das sog. generische Maskulinum eher selten anzutreffen ist. - Scholten möge mir gnädig sein, dass ich "generisches Maskulinum" schreibe.) Also ist es wohl so, dass "Erstgeburt"/bekor durchaus immeer gleich Sohn ist, wann immer die maskuline Form benutzt wird. Wenn eine Tochter "die Gebärmutter durchbrochen hat" und der Sohn erst danach geboren wurde - wird das auch als bekor bezeichnet? Ich weiß nicht, ich nehme aber an, schon. Es wäre zwar etymologisch nicht ganz korrekt, aber die Wortbedeutung wird durch den Sprachgebrauch bestimmt und nicht surch die Etymologie. Das so am Rande. Ich übersetze gerade wieder Genesis 1, dann melde ich mich nochmal zu Wort. Zitieren
Domingo Geschrieben 16. September 2025 Autor Melden Geschrieben 16. September 2025 https://www.youtube.com/watch?v=6nPC23UQFHI Zitieren
Weihrauch Geschrieben 17. September 2025 Melden Geschrieben 17. September 2025 (bearbeitet) Zu der ersten These von Dan McClellan, der Zuordnung der Tage 1 und 4, 2 und 5, 3 und 6 aus Gründen einer poetischen Symmetrie: Ich denke diese Rechnung geht aus mehren Gründen nicht auf. Erstens sind es nicht 6 sondern 7 Schöpfungstage. Der Grund warum im Christentum vom Sechs-Tage-Werk gesprochen wird, hängt mit der Sündenfallinterpretation zusammen, denn um diese plausibel zu machen, muss suggeriert werden, dass die Schöpfung vor dem Sündenfall perfekt gewesen sei. Dazu wird das "und siehe, es war sehr gut" überbetont, und bei der Interpretation ignoriert, dass das Land bereits mit Menschen gefüllt worden war (Und so geschah es. Gott sah alles an ...), was logisch nicht mit Gen 3 und nur zwei Menschen im Garten im Osten von Eden in Einklang zu bringen ist. Der Garten in Eden ist nicht das Land Eden. Außerdem wird hier die historisch-kritische Quellenscheidung, die von entwicklungsgeschichtlich zwei völlig verschiedenen Schöpfungserzählungen ausgeht, mal eben unter den Tisch fallen gelassen, wenn man hier so tut, als gebe es hier doch einen inhaltlich relevanten Zusammenhang. Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Entweder man interpretiert asynchron, 2 unlogische, da nicht harmonisierbare Schöpfungs-"Berichte" oder synchron, eine logisch konsistente, harmonische Schöpfungserzählung. Man kann nicht beides haben und muss sich entscheiden, und das dann aber auch konsequent durchziehen. Die Schöpfung ist erst am 7. Tag "perfekt". Die Steigerung im Text ist die von "gut" über "sehr gut" zu "vollendet". "Sehr gut" ist nicht perfekt. Auch hier wird in den Interpretationen unterschlagen, dass Elohim am 7. Tag noch arbeitet um sein 7-Tage-Werk zu vollenden, und überbetont, dass er ruhte. Und wieder wird asynchron interpretiert, und daher der Zusammenhang mit dem Namen Noach, der "Ruhe" bedeutet nicht hergestellt, der sich bei einer synchronen Lesart einstellen müsste. Denn es muss doch klar werden, worin die Vollendung eigentlich besteht, warum es noch etwas zu vollenden gab, was am 6. Tag zwar schon sehr gut, aber eben noch nicht vollkommen war. Wer A sagt, muss auch B sagen. Die Opfer von Kain und Abel waren schon "sehr gut", aber erst das Opfer von Noach vollendete die Schöpfung des Landes (Kultzentralisation) im Sinne von JHWH. Das ergibt Sinn in diesem Text. Keinen Sinn ergibt es in diesem Text, den 7. Tag als das "Neue Jerusalem" eschatologisch-jenseitig zu deuten, denn entwicklungsgeschichtlich gab es zur Zeit der Abfassung noch keine Apokalyptik im Judentum. Jeder Kreative kennt den Spruch: Form follows function. Es genügt nicht zu sagen, dass hier die "poetische Symmetrie" über ein wörtliches Verständnis zu stellen sei. Es muss ein inhaltlicher Grund benannt werden, denn Poesie ist kein Selbstzweck, sondern ist immer von einer inhaltlichen Intention geleitet. Diese Intension zu transportieren ist die Funktion dieser Poesie. Dan McClellan sagt aber nicht, welche Intension, welche Botschaft mit Hilfe dieser poetischen Symmetrie transportiert worden sein sollte. L’art pour l’art ergibt keinen theologischen Sinn in einem theologischen Text. Darum halte ich meine Interpretation für theologisch sinnvoller, dass dieses "Es werde Licht" und die Scheidung von der Finsternis schlicht eine Metapher ist: Ihr kennt alle die Schöpfungserzählung der anderen Völker, aber ich erzähle euch jetzt was Sache ist ... Zitat Joh 1,1-5 Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Im Lichte der Erkenntnis, erleuchtet zu leben, darum geht es hier wie dort. Im AT ist der Lichtbringer Elohim / JHWH im NT Jesus. Die Erkenntnis des Guten und Schlechten: Wir sind die Guten, weil wir auf dieses Wort hören, alle anderen die Schlechten. Gruppendynamik, Identität und Abgrenzung (Israel, Judentum vs. Sumer, Babylon bzw. Christentum vs. Judentum). Oder: Zitat Eph 5,8 Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts. Damaskuserlebnis > Saulus sieht nicht Jesus sondern ein helles Licht - und erblindet = Finsternis des Saulus > "Erleuchtung" des Paulus. Oder auch: Zitat Joh 12,36 Solange ihr das Licht bei euch habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet! Dies sagte Jesus. Und er ging fort und verbarg sich vor ihnen. Gen 1,1-5 beschreibt noch nicht die Schöpfung selbst, sondern ist der Prolog der Schöpfungserzählung. Es ist Licht-Metaphorik die sich auf die Erkenntnis der Botschaft bezieht, welche die Identität des jüdischen Volkes konstituiert. Das Buch Genesis (altgriechisch Γένεσις für „Schöpfung, Entstehung, Geburt“) handelt davon. Das ist die poetische Funktion, die man anhand des Textes benennen kann, und die Licht-Metaphorik ist die poetische Form, die das transportiert - Form follows function. bearbeitet 17. September 2025 von Weihrauch Zitieren
Weihrauch Geschrieben 17. September 2025 Melden Geschrieben 17. September 2025 Dan McLellan sagt: "An den ersten drei Tagen werden die Umgebungen erschaffen. Licht und Dunkelheit, Wasser oben, Wasser unten, Wasser im trockenen Land. An den nächsten drei Tagen, werden die Bewohner dieser Umgebungen erschaffen." Hä? Was redet er da? Seit Wann sind Licht und Finsternis "Umgebungen"? Und vom Wasser im trockenen Land (Süßwasser) ist im Text keine Rede. Es gibt nur das Land und das Meer (Salzwasser). Außerdem werden schon am 3. Tag die Pflanzen als die ersten lebendigen Bewohner des trockenen Landes erschaffen. Zitat Gen 1,11 Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün sprießen, Gewächs, das Samen bildet, Fruchtbäume, die nach ihrer Art Früchte tragen mit Samen darin auf dem Land. Und so geschah es. Seine Rechnung geht einfach nicht auf, wenn seiner Meinung die Umgebung trockenes Land (3. Tag) dem 6. Tag symmetrisch zugeordnet wird. Die Symmetrie 3. Tag und 6. Tag stimmen zwar, aber die poetische Symmetrie stimmt nicht. Es sei denn, man würde das dazwischen als späteren Einschub erklären - aber dann wäre die Symmetrie an den anderen Stellen nicht mehr haltbar. Selbstverständlich wurden Pflanzen auch damals schon als lebendige Wesen verstanden, die sich mittels Samen (hebr. zera) fort-Pflanzen. Für den Samen von Mensch und Tier wird dasselbe hebr. Wort (zera) in diesem Zusammenhang gebraucht, wegen der falschen Analogie von Pflanzensamen und tierischem- bzw. menschlichem Samen. Jede Dürre und das Sterben der angebauten Pflanzen machte jedem unmissverständlich klar, dass Pflanzen wie Tier und Mensch leben und verdursten können. Nun gut, so könnte er sich das Süßwasser im Land zwar aus dem Text (und dem damaligen Allgemeinwissen) hergeleitet haben - aber dann widerspricht er sich selbst, was seine Zuordnung von den drei Räumen (Tag 1-3) und ihren jeweiligen Bewohnern (Tag 4-6) betrifft. Außerdem besteht das zugrunde liegende dreiteilige Welt aus Himmel, Land und Unterwelt und nicht wie er es hier darzustellen gedenkt. Weiter sagt er: "Parallel zu Tag 1 werden am 3. Tag die Himmelskörper erschaffen. Parallel zu Tag 2 werden am 4. Tag die Fische des Meeres und die Vögel des Himmels erschaffen" Da vertut er sich mit den Zahlen, denn die Himmelskörper werden nicht am 3. sondern am 4. Tag und die Fische und Vögel am 5. Tag erschaffen. Nicht so schlimm, kann ja mal vorkommen. "Tag 6 entspricht Tag 3 an dem wir die Bewohner des trockenen Landes haben (jetzt ist er mit den Zahlen wieder on track). Die Rechnung geht trotzdem schon wegen der Pflanzen nicht auf, aber was noch viel schlimmer ist, ist dass er suggeriert, dass die Himmelskörper "Bewohner" des Raumes des 1. Tages seien (Licht und Finsternis stellen aber vor dem 4. Tag und den den Gestirnen eben noch keinen bewohnbaren Raum dar). Die polemische Intension des Textes geht aber genau in die entgegengesetzte Richtung. In den Schöpfungsmythen der anderen Völker, sind die Gestirngottheiten tatsächlich personifizierte Bewohner des Himmels, und gerade als solche werden sie in dieser Schöpfungserzählung nicht dargestellt, sondern als banale Leuchten, um die anderen Mythen lächerlich zu machen. Das Bilderverbot richtet sich ausdrücklich dagegen, andere Gottheiten in den antiken Planeten zu verehren. Je nach Überlieferung z.B. Utu/Shamash = Sonne, Sin = Mond, Marduk = Jupiter, Nabû = Merkur, Inanna/Ishtar = Venus, Ninurta = Mars, Enlil = Saturn. Zitat Ex 20,4 Du sollst dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Dtn 5,8 Du sollst dir kein Kultbild machen, keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Er sagt: "Diese poetische Symmetrie scheint als Vorrang vor logischer Konsistenz zu haben. [...] Dann machen sie sich einfach keine Gedanken über die logische Konsistenz". Hier wird seine Prämisse zur Schlussfolgerung. Dabei übersieht er dass ihnen als Viehzüchter durchaus bewusst war, und so steht es auch später im Text, dass Tier und Mensch Pflanzen als Nahrung benötigen, (ich erwähnte schon, dass die Meeresbewohner, Fische leer ausgehen, was ihre Nahrung betrifft) diese also vor der Erschaffung von Mensch und Tier da sein müssen. Dabei sind wieder einmal die Vögel "4. Tag!" das logische Zünglein an der Waage, weil sie eben keine Bewohner des Himmels, sondern des Landes, und damit auf pflanzliche Nahrung angewiesen sind. Darum müssen sie auch später auf der "Arche" (Rabe, Taube) gerettet werden. Ich kann da nicht mitgehen, den Autoren zu unterstellen, dass ihnen eine angebliche "poetische Symmetrie" die nicht wirklich durchgehalten wird, nicht funktioniert, wichtiger gewesen sein sollte, als logische Konsistenz. Kein Autor will mit seinem Text dummen Fragen provozieren, sondern nachvollziehbare Antworten liefern. Zitieren
Domingo Geschrieben 7. November 2025 Autor Melden Geschrieben 7. November 2025 Ashera, von Dr. Sledge. Endlich eine ihr gewidmete Episode bei einem der Youtube-Bibelsuperstars. 1 Zitieren
Flo77 Geschrieben 7. November 2025 Melden Geschrieben 7. November 2025 vor 24 Minuten schrieb Domingo: Ashera, von Dr. Sledge. Endlich eine ihr gewidmete Episode bei einem der Youtube-Bibelsuperstars. Sledge ist gut (wobei ich seinem Merkavah-Kurs nicht zu folgen vermochte). Im Bezug auf das Christentum ist er allerdings sehr auf andere wie Tabor 😉 Zitieren
Domingo Geschrieben 7. November 2025 Autor Melden Geschrieben 7. November 2025 vor 15 Minuten schrieb Flo77: Sledge ist gut (wobei ich seinem Merkavah-Kurs nicht zu folgen vermochte). Im Bezug auf das Christentum ist er allerdings sehr auf andere wie Tabor 😉 Glücklicherweise kommt in dem verlinkten Video das Christentum gar nicht vor. 1 Zitieren
Flo77 Geschrieben 7. November 2025 Melden Geschrieben 7. November 2025 vor 1 Minute schrieb Domingo: Glücklicherweise kommt in dem verlinkten Video das Christentum gar nicht vor. Sein Jesus-Video war allerdings für mich eine ziemliche Offenbarung. Zitieren
Domingo Geschrieben 11. November 2025 Autor Melden Geschrieben 11. November 2025 (bearbeitet) Sledge again. Interessant vor allem Min. 27-32. bearbeitet 11. November 2025 von Domingo 1 Zitieren
Domingo Geschrieben 22. November 2025 Autor Melden Geschrieben 22. November 2025 Wenn in Gen. 1 'elohim sagt, dass etwas "gut" sei, bedeutet das wohl, dass es nach seinem Plan funktionert; es bedeutet anscheinend nicht, dass es menschen-, tier- oder lebensfreundlich wäre. Fleischfressende Tiere sind von Anfang an da, sie werden dennoch ebenfalls als "gut" bezeichnet. Manche Gelehrten mutmaßen, dass Gen. 1 als Reaktion auf die Story in Gen. 2-3 verfasst wurde. Unter anderem soll die Deklaration, dass alles "gut" sei, pointiert gegen die Ereingisse in der anderen Schöpfungserzählung gerichtet sein, wo YHWH anscheinend nichts von Anfang an richtig hinkriegt: Es fällt ihm erst hinterher ein, dass der Mensch am besten einen Gefährten haben sollte; er will nicht, dass der Mensch vom Baum der Erkenntnis isst, dann macht ihm aber die Schlange, die er selbst erschaffen hat, und zwar als das klügste Tier, einen Strich durch die Rechnung. Schließlich beschließt er, den Menschen aus dem Garten von Eden rauszuschmeißen, nachdem er ihn doch gerade dazu erschaffen hat, den besagten Garten zu pflegen, was sich aus 2,15 erschließen lässt. Anscheinend sieht es @Weihrauch aber anders? Zitieren
Flo77 Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni @Higgs Boson: Erlaubt das Hebräische die Aufforderung "Seid fruchtbar und mehret euch" in Gen 1 nicht als Aufforderung zu verstehen sondern als Wunsch? Ich muss zugeben, mMn würde das zu der deutschen Satzkonstruktion "Und ER segnete sie und sprach: ..." durchaus passen, da "und ER segnete sie indem er sprach:" bzw. "und Er segnete sie mit den folgenden Worten" zumindest für mich intuitiv die logische Lesart wäre. Die Lesart "Und ER segnete sie und dann sprach ER zu ihnen: ..." im Sinne zweier getrennter Vorgänge erscheint mir nicht so richtig schlüssig. Zitieren
Weihrauch Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni "Füllt das Land" hat Er aber auch noch gesagt, und dass "es so geschah" und "dass Er alles sah, was Er gemacht hatte". Egal ob Aufforderung oder Wunsch: es geschah so, dass das Land mit vielen Menschen gefüllt war, weil sie sich vermehrt hatten. Das kann aber nicht schon bei "Adam und Eva im Paradies" der Fall gewesen sein, weil sie sich nach gängiger Sündenfallinterpretation im Paradies noch nicht vermehrt hatten, und das Land mit nur zwei Personen noch lange nicht gefüllt ist. Deine Frage ergibt sich aus deiner selektiven Lesart, die entscheidende Textstellen nicht zu Kenntnis nimmt. Warum? Zitieren
Flo77 Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni vor 1 Minute schrieb Weihrauch: "Füllt das Land" hat Er aber auch noch gesagt, und dass "es so geschah" und "dass Er alles sah, was Er gemacht hatte". Egal ob Aufforderung oder Wunsch: es geschah so, dass das Land mit vielen Menschen gefüllt war, weil sie sich vermehrt hatten. Das kann aber nicht schon bei "Adam und Eva im Paradies" der Fall gewesen sein, weil sie sich nach gängiger Sündenfallinterpretation im Paradies noch nicht vermehrt hatten, und das Land mit nur zwei Personen noch lange nicht gefüllt ist. Deine Frage ergibt sich aus deiner selektiven Lesart, die entscheidende Textstellen nicht zu Kenntnis nimmt. Warum? Zum einen ist mir Dein Ansatz wie der Text gelesen werden "muss", relativ egal, zum anderen geht es um die Frage, nach Überlieferungssträngen und wie Gen 2 zu Gen 3 passt, während der Segen aus Gen 1 stammt und mit beiden im Grunde nicht wirklich was zu tun hat. Zitieren
Weihrauch Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni vor 2 Minuten schrieb Flo77: Zum einen ist mir Dein Ansatz wie der Text gelesen werden "muss", relativ egal, Es geht mir doch nur darum, dass der ganze Text gelesen werden muss, und nicht nur Teile davon. Kann man sich nicht mal darauf einigen, dass man nur so die textimmanente Logik erfassen kann? Warum soll das nicht für alle Texte und alle Interpretationen gelten? Zitieren
Domingo Geschrieben 19. Juni Autor Melden Geschrieben 19. Juni vor 7 Minuten schrieb Weihrauch: Kann man sich nicht mal darauf einigen, dass man nur so die textimmanente Logik erfassen kann? Nein, kann man nicht. Dass der Text überhaupt eine "textimmanente Logik" hat, die man nur eruieren kann, wenn man ihn als Ganzes liest - das alles ist selber schon Interrpetation. Du magst Dich an den Spruch von Th. Nagel (?) erinnern, den @Marcellinus immer wieder bringt; der passt mMn auch hierher. @Flo77: Ich bin nicht Higgs Boson, kann aber sagen, dass das Original zwei glatte Imperative enthält; also scheint mir es schon ziemlich eindeutig als Befehl/Aufforderung zu verstehen sein. Zitieren
Domingo Geschrieben 19. Juni Autor Melden Geschrieben 19. Juni vor 26 Minuten schrieb Flo77: zum anderen geht es um die Frage, nach Überlieferungssträngen und wie Gen 2 zu Gen 3 passt, während der Segen aus Gen 1 stammt und mit beiden im Grunde nicht wirklich was zu tun hat. Meine KI ("Copilot Search" auf BING) schreibt: Zitat The phrase appears in Genesis 1:28, where God blesses Adam and Eve ... 😉 Zitieren
Flo77 Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni vor 1 Minute schrieb Domingo: @Flo77: Ich bin nicht Higgs Boson, kann aber sagen, dass das Original zwei glatte Imperative enthält; also scheint mir es schon ziemlich eindeutig als Befehl/Aufforderung zu verstehen sein. Da bin ich mir gerade nicht sicher. Dan McClellan hat angedeutet, daß es sich nicht zwangsläufig um Anweisungen handelt, aber mein Hebräisch reicht dafür nicht aus. Zitieren
Flo77 Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni vor 1 Minute schrieb Domingo: vor 29 Minuten schrieb Flo77: zum anderen geht es um die Frage, nach Überlieferungssträngen und wie Gen 2 zu Gen 3 passt, während der Segen aus Gen 1 stammt und mit beiden im Grunde nicht wirklich was zu tun hat. Meine KI ("Copilot Search" auf BING) schreibt: Zitat The phrase appears in Genesis 1:28, where God blesses Adam and Eve ... 😉 Was soll es mir sagen??? Zitieren
Domingo Geschrieben 19. Juni Autor Melden Geschrieben 19. Juni Gerade eben schrieb Flo77: Was soll es mir sagen??? Dass auch die KI davon ausgeht, dass Gen. 1 und Gen. 2-3 dieselbe Story enthalten. Dan McClellan würde da widersprechen. Man sieht, wie sehr (wenig) man sich auf KI verlassen kann. Zitieren
Flo77 Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni vor 2 Minuten schrieb Domingo: Dass auch die KI davon ausgeht, dass Gen. 1 und Gen. 2-3 dieselbe Story enthalten. Dan McClellan würde da widersprechen. Man sieht, wie sehr (wenig) man sich auf KI verlassen kann. Man muss wirklich im ersten Schritt schon darauf hinweisen, daß man die Dokumententheorie zugrunde legt und die unterschiedlichen Traditionsstränge getrennt betrachten will... Zitieren
Weihrauch Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni (bearbeitet) vor 45 Minuten schrieb Domingo: Nein, kann man nicht. Dass der Text überhaupt eine "textimmanente Logik" hat, die man nur eruieren kann, wenn man ihn als Ganzes liest - das alles ist selber schon Interrpetation. Sehe ich nicht so, das ist zuerst mal eine Frage der Hermeneutik nicht der Interpretation, bezieht sich auf die Methode, die eben der Willkür Vorschub leisten soll, nur bestimmte Textstellen, die dem eigenen Bias gefallen, losgelöst vom Rest des Textes zu interpretieren - oder einem Text von vornherein eine textimmanente Logik abzusprechen. vor 45 Minuten schrieb Domingo: Du magst Dich an den Spruch von Th. Nagel (?) erinnern, den @Marcellinus immer wieder bringt; der passt mMn auch hierher. Ich erinnere mich grade nicht, an das was du meinst. vor 45 Minuten schrieb Domingo: @Flo77: Ich bin nicht Higgs Boson, kann aber sagen, dass das Original zwei glatte Imperative enthält; also scheint mir es schon ziemlich eindeutig als Befehl/Aufforderung zu verstehen sein. Selbst dann, wenn Gen 2 und 3 nie geschrieben worden wären, ist in Gen 1 vollkommen klar, dass diese Imperative (Befehl/Aufforderung) auch ausgeführt worden sind. Damit sind deren Inhalte im Text als Faktum zu verstehen, als vollendetes Geschehen (es geschah so, Gott sah es), und nicht so als würden sie erst irgendwann später als dem 6. Tag geschehen. Es wurde Abend es wurde Morgen der sechste Tag. Es ist also am 6 Tag geschehen, der demnach viele Generationen lang gedauert hat. bearbeitet 19. Juni von Weihrauch Zitieren
Chrysologus Geschrieben 19. Juni Melden Geschrieben 19. Juni Qqf vor 2 Stunden schrieb Flo77: @Higgs Boson: Erlaubt das Hebräische die Aufforderung "Seid fruchtbar und mehret euch" in Gen 1 nicht als Aufforderung zu verstehen sondern als Wunsch? Ich muss zugeben, mMn würde das zu der deutschen Satzkonstruktion "Und ER segnete sie und sprach: ..." durchaus passen, da "und ER segnete sie indem er sprach:" bzw. "und Er segnete sie mit den folgenden Worten" zumindest für mich intuitiv die logische Lesart wäre. Die Lesart "Und ER segnete sie und dann sprach ER zu ihnen: ..." im Sinne zweier getrennter Vorgänge erscheint mir nicht so richtig schlüssig. Mein Hebräisch ist rudimentär - nach meiner Erinnerung kennt es keinen Unterschied zwischen Imperativ und Futur. Man kann es als "du wirst" oder "du sollst" über setzen. Das Hebräische kennt - besonders in den Psalmen sichtbar - Dopplungen, deren Sinn sich aus beiden zusammengehörenden Sätzen ergibt. Segnung und Anweisung/Verheißung könnte man als untrennbare Einheit verstehen. Zitieren
Domingo Geschrieben 19. Juni Autor Melden Geschrieben 19. Juni vor 5 Minuten schrieb Chrysologus: Mein Hebräisch ist rudimentär - nach meiner Erinnerung kennt es keinen Unterschied zwischen Imperativ und Futur. Deine Erinnerung ist falsch. ... Ok, teilweise unpassend. Das Imperfekt funktioniert sowohl als Futur als auch als Imperativ, es gibt aber auch einen echten Imperativ, und der liegt hier vor. Narratologisch lässt sich das Ganze nat. einfach als Ätiologie verstehen, aber zunächst einmal handelt es sich da um einen Imperativ. Ich hab keine Ahnung, was McClellan damit gemeint hat, dass es sich hier nicht um eine Anweisung handeln könnte. Zitieren
Domingo Geschrieben 19. Juni Autor Melden Geschrieben 19. Juni vor einer Stunde schrieb Weihrauch: Sehe ich nicht so, das ist zuerst mal eine Frage der Hermeneutik nicht der Interpretation, bezieht sich auf die Methode, die eben der Willkür Vorschub leisten soll, nur bestimmte Textstellen, die dem eigenen Bias gefallen, losgelöst vom Rest des Textes zu interpretieren Das wäre nat. durchaus Willkür, hätte man hier einfach Textpassagen nach dem eigenen Bias herausgenommen. Doch dass es sich hierbei um zwei verschiedene Erzählungen von der Schöpfung handelt - wollte schreiben: "Schöpfung der Wekt," aber in 2-3 werden nur die Menschen und die Tiere erschaffen - ist nicht einfach aus "Bias" aus der Luft gegriffen, sondern es gibt ganz genaue Gründe, inhaltliche und grammatikalische, zu diesem Schluss zu kommen. Und dann ist es nicht mehr willkürlich, an der Sinnhaftigkeit des Ganzen Zweifel zu äußern. Zitat oder einem Text von vornherein eine textimmanente Logik abzusprechen. Das klingt für mich wie "beweise doch, dass es Gott nicht gibt." Christen behaupten, dass es ihren Gott gebe, wie Du behauptest, es gebe eine textimmanente Logik, die beiden Erzählungen gemein sei. Zweifel daran anzumelden ist nicht dasselbe, wie etwas von vornherein zu verneinen, und die Beweislast liegt bei demjenigen, der seine Pisition mit Gewissheit vertritt. Zitieren
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