rorro Geschrieben Dienstag um 22:16 Melden Geschrieben Dienstag um 22:16 vor 34 Minuten schrieb Guppy: Eigenes Lehramt nicht wirklich. Die Piusbruderschaft erfindet ja keine eigenen Lehren, sondern bewahrt einfach nur die traditionelle Lehre der Kirche. Welche Tradition? Wer bestimmt wann "traditionelle Lehre" aufhört? Um 600? Oder 1200? Oder 1900? Oder 1969? Eben, die Piusse meinen das bestimmen zu können - genau das macht sie zu ihrem eigenen Lehramt. Und es gibt nur weniger unkatholischeres als zu meinen, es in Glaubensfragen besser zu wissen als der aktuelle Papst. Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Dienstag um 22:51 Melden Geschrieben Dienstag um 22:51 vor 23 Stunden schrieb Guppy: Am 16.2.2026 um 18:35 schrieb Flo77: Bischofsweihen ohne die Zustimmung des Papstes sind ein schismatischer Akt, der die aufgehobene Exkommunikation, die seinerzeit aus genau diesem Grund verhängt wurde, wieder in Kraft setzen würde. Die Exkommunikation von damals wurde aus "päpstlichen Entgegenkommen" aufgehoben, aber das legitmiert nicht weiteres schismatisches Verhalten. Soweit ich weiss gelten die Bischöfe und Priester der Piusbruderschaft auch als suspendiert und dürften rein kirchenrechtlich ihren priesterlichen Dienst gar nicht ausüben. Machen sie aber faktisch seit Jahrzehnten. Sie spenden täglich Sakramente, unerlaubt, aber gültig. Entweder das ist schismatisch oder eben nicht. Daran ändern die Bischofsweihen auch nichts. Doch. Weil der Papst ist nur 'Klassensprecher', der Weltweiten Bischofskonferenz. Die Bischöfe sind in katholischer Ansicht die wahrer der apostolischen Sukkzesion, nicht der Papst allein, nicht die Priester, die nur Delegierte ihrer Bischöfe sind und daher immer zu einer Diözese gehören. Drum gibt es verschiedene Regeln in verschiedenen Regionen, WEIL die Bischöfe die eigentliche Macht haben und unerlaubte Weihe und damit Weitergabe der Macht (Sukkzesion) damit ein schismatischer Akt ist, Priesterweihe und unerlaubter Dienst hingegen nicht. Bischofsweihe spielt eher in der Liga von Gegenpäpsten. Zitieren
iskander Geschrieben Dienstag um 22:54 Melden Geschrieben Dienstag um 22:54 (bearbeitet) Am 16.2.2026 um 21:52 schrieb rorro: Ich weiß, "hah!, da sprechen die doch bloß mit gespaltener Zunge und verdrehen komplett den Sinn!". Ja, der Eindruck drängt sich auf. Das muß aber nicht so sein und man darf das wohlwollend betrachten. Ich tue das jedenfalls. Wer eine Hermeneutik des Verdachts bevorzugt, wird das nicht tun. Es ändert aber alles nichts daran, dass die Kirche heute inhaltlich etwas lehrt, was sie früher für falsch hielt und umgekehrt. Früher lehrte man, dass jemand, der nicht römisch-katholisch ist, verloren sei. (Ob man das glaubte, weil man von einer persönlichen Schuld des Betreffenden ausging oder nicht, weiß ich nicht, und es ändert auch nichts.) Früher lehrte man, dass jemand, der nicht römisch-katholisch ist, nicht verloren sein muss. vor einer Stunde schrieb Guppy: Eigenes Lehramt nicht wirklich. Die Piusbruderschaft erfindet ja keine eigenen Lehren, sondern bewahrt einfach nur die traditionelle Lehre der Kirche. Zum kath. Verständnis gehörtes aber eben auch, dass es der Papst ist, der entscheidet, was zur wahren und bleibenden Tradition der Kirche gehört und was eben zeitbedingte Vorstellungen sind (um hier das Wort "Irrtum" zu vermeiden). Deshalb kann jemand auch nicht in die nächste Sparkasse oder Volksbank gehen und erklären, dass alle Mitarbeiter sich allein schon deshalb des "Wuchers" schuldig machen, weil Banken Zinsen nehmen. Es war zwar einmal Tradition, dass jedes Zinsnehmen Wucher sei, aber das ist eben passé. Was heute katholisch ist oder nicht, entscheidet (seit dem 1. Vatikanum) der aktuelle Papst. Witzig übrigens, dass Du als vermeintlich konservative Katholikin dm schweren Ungehorsam gegenüber dem Papst das Wort redest - noch dazu mit dem Argument, dass ihre Ablehnung der religiösen Toleranz und ihre Befürwortung der Unterdrückung anderer Religionen durch staatlichen Zwang (denn darum geht es ja) doch der kath. Tradition entspräche. bearbeitet Dienstag um 22:56 von iskander Zitieren
Werner001 Geschrieben Dienstag um 22:57 Melden Geschrieben Dienstag um 22:57 vor 5 Stunden schrieb Merkur: Das geht doch mehr oder weniger jedem Katholiken so (Stichwort Morallehre). Sie haben sogar noch den Vorteil, sich auf frühere Päpste berufen zu können (im Gegensatz zum Durchschnittskatholiken, dem nur sein Gewissen zur Seite steht). Nur betonen diese mehr oder weniger alle Katholiken im Gegensatz zu den Piusbrüdern nicht bei jeder Gelegenheit, dass von der reinen Lehre kein Millimeter abgewichen werden dürfe. Und dem Papst nicht bedingungslos zu gehorchen ist nun mal eine Abweichung von der reinen Lehre Werner Zitieren
Merkur Geschrieben vor 8 Stunden Melden Geschrieben vor 8 Stunden vor 22 Stunden schrieb Werner001: Nur betonen diese mehr oder weniger alle Katholiken im Gegensatz zu den Piusbrüdern nicht bei jeder Gelegenheit, dass von der reinen Lehre kein Millimeter abgewichen werden dürfe. Und dem Papst nicht bedingungslos zu gehorchen ist nun mal eine Abweichung von der reinen Lehre Ist der Notstand, auf den sie sich berufen, nicht Bestandteil der Lehre? Immerhin bewahren sie das, was die Kirche bis Vat2 getan und gelehrt hat und retten es so vor dem Vergessen. Möglicherweise werden zukünftige Päpste dafür dankbar sein. 1 Zitieren
Cosifantutti Geschrieben vor 6 Stunden Melden Geschrieben vor 6 Stunden vor einer Stunde schrieb Merkur: Ist der Notstand, auf den sie sich berufen, nicht Bestandteil der Lehre? Immerhin bewahren sie das, was die Kirche bis Vat2 getan und gelehrt hat und retten es so vor dem Vergessen. Möglicherweise werden zukünftige Päpste dafür dankbar sein. Die Berufung auf einen "Notstand" würde allerdings gleichzeitig zwingend implizieren, dass die Päpste seit Paul VI. allesamt Häretiker waren, vom "wahren Glauben" abgefallen sind und auch der jetzige Papst ein Häretiker ist. Wenn aber der aktuelle Papst ein Häretiker ist und den wahren katholischen Glauben verraten hat, machen ja irgendwelche Glaubensgespräche keinerlei Sinn. Im Grunde müsste der Papst aus Sicht der Pius-Brüder bestimmte Aussagen des 2. Vatikanums "zurücknehmen"...... eine ziehmlich bizarre Vorstellung. Die Crux ist: es gibt zwischen Papst und Pius-Brüdern keine unabhängige Schiedsinstanz, die Appellation an ein allgemeines Konzil fällt wohl flach, wäre auch im Fall der Pius-Brüder ganz besonders kurios. Letzte Entscheidungsinstanz ist und bleibt in diesem Fall der Papst selbst. Bei dem ganzen Unterfangen geraten die Pius-Brüder in einen klaren Selbstwiderspruch, wenn sie die Autorität des Papstes nicht akzeptieren. Sie müssten dann eben die Konsequenz ziehen und eine eigene Kirche aufmachen..... Zitieren
iskander Geschrieben vor 5 Stunden Melden Geschrieben vor 5 Stunden vor 34 Minuten schrieb Cosifantutti: Bei dem ganzen Unterfangen geraten die Pius-Brüder in einen klaren Selbstwiderspruch, wenn sie die Autorität des Papstes nicht akzeptieren. Sie müssten dann eben die Konsequenz ziehen und eine eigene Kirche aufmachen..... Dahinter stehen zwei katholische Prinzipien, die man nicht gut unter einen Hut bringen kann: - Die Stimme des Papstes ist maßgeblich. - Die Lehre der Kirche ist wahr und ändert sich nicht. Der zweite Satz ist falsch, wird aber gerne mindestens so suggeriert. Die Kirche müsste eben zugeben, dass sie sich auch schon geirrt und korrigiert hat - aber genau das will sie nicht tun. Zitieren
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