Jump to content

Fronleichnam - wie sind eure Erinnerungen an diesen Tag?


Recommended Posts

Lindau
Posted

In meiner Kindheit war das ein eindrucksvolles feierliches Erlebnis, an dem das ganze Städtchen beteiligt war.

 

in den letzten Jahren hat das stark nachgelassen.

Lindau
Posted

Ich erinnere mich u.a.  an Blumenteppiche und an die 4 x feierliche Stille bei der Wandlung.

Lindau
Posted

Dieses Jahr am 4. Juni.

Dachte irrtümlich, es sei diesen Donnerstag.

Lindau
Posted

Keine Erinnerungen?

Noch nie eine Prozession gesehen?

Lindau
Posted

353 Aufrufe bisher

Posted

 

Am 11.5.2026 um 19:33 schrieb Lindau:

In meiner Kindheit war das ein eindrucksvolles feierliches Erlebnis, an dem das ganze Städtchen beteiligt war.

Wir waren früher in den Pfingstferien nie da, deswegen habe ich weder an Pfingsten noch an Fronleichnam Erinnerungen. Das fand einfach nicht statt bei uns zu Hause.

 

Am 11.5.2026 um 19:33 schrieb Lindau:

in den letzten Jahren hat das stark nachgelassen.

Aktuell: Es gibt einen Blumenteppich in der Kirche. Die "Prozession" führt einmal um's Kirchengebäude rum.

 

Ja, war früher vermutlich anders. Aber wie gesagt: Keine Ahnung.

Posted

In meiner Kindheit baute die Nachbarschaft in Dorf meiner Großeltern noch Stationsaltäre an denen der Segen gespendet wurde. Ob in dem Ort (Bistum Aachen) heute noch eine Prozession geht weiß ich nicht.

 

Vor Corona gab es in meiner langjährigen Ortsgemeinde eine gemeinsame Fronleichnamsmesse mehrerer Gemeinden, zu der die Gemeinden in einer Art Sternwallfahrt zogen. Die Messe war wenn möglich OpenAir und die Prozession zog dann zum Schlussegen in die nächste Pfarrkirche.

 

In meiner jetzigen Wohngemeinde habe ich von einem Gemeindeleben noch nichts mitbekommen. Hier findet auch nur noch eine Messe unter der Woche statt während Sonntagsmessen nur noch in Nachbarorten gehalten werden. Schließ einen Gottesdienstort und halbiere die Zahl der Aktiven.

 

Es gibt ja genügend Leute, die solcherley "Bereinigungen" für einen positiven Effekt halten.

Alfons
Posted

Die erste Fronleichnamsprozession habe ich erst als Erwachsener gesehen, und mein erster Eindruck war: Was ist das denn? Exotischer können die Riten von Südsee-Insulanern auch nicht sein. 

Posted
vor 30 Minuten schrieb Alfons:

Die erste Fronleichnamsprozession habe ich erst als Erwachsener gesehen, und mein erster Eindruck war: Was ist das denn? Exotischer können die Riten von Südsee-Insulanern auch nicht sein. 

Und ist das nicht das völlige Paradox? Wir haben hier eine extrem reiche, extrem vielfältige und teilweise hochkomplexe Tradition aus Riten, Volksglauben, usw.

 

Z.B. meditatives Gebet ist in der Kirche seit Jahrhunderten präsent, aber die Lobhudelei bekommt Buddhistisches Yoga. Fremde Trachten und Gebräuche sind immer ganz toll, müssen unbedingt erhalten bleiben und werden von unseren hiesigen Banausen genauso verehrt wie fremde Küchen - nur die eigene Tradition hat keinen Wert.

 

Für die Südseeinsulaner dürfte der eigene Ritus übrigens völlig normal und unsere Fronleichnamsprozessionen das "exotische" sein. Insofern ist Deine Formulierung wieder typisch westlicher Eurozentrismus. Wobei mich nicht wundern würde, wenn einem spirituell aktiven Südseeinsulaner eine Fronleichnamsprozession (oder noch massiver eine Karfreitagsliturgie) verständlicher wäre, als einem hiesigen Ignoranten.

  • Thanks 1
Alfons
Posted
vor 21 Minuten schrieb Flo77:

Insofern ist Deine Formulierung wieder typisch westlicher Eurozentrismus.

 

Quatsch. Ganz normale regionale Prägung. Ich bin in Niedersachsen und evangelisch aufgewachsen, und für einen Niedersachsen ist alles Katholische erst einmal exotisch - diese Riten, diese Gewänder, dieses Aufstehen, Niederknien und wieder Hinsetzen in der Messe, diese Glöckchen bei der Wandlung - alles wunderschön, wenn man es dann kennen und schätzen gelernt hat. Aber beim ersten Mal halt so fremd, als sei man gerade auf Hawaii gelandet oder bei den Sioux. 

Habe ich schon mal erzählt, wie ich, frisch im Rheinland angekommen, eine alte Dame auf dem Marktplatz höflich darauf aufmerksam gemacht habe, dass sie Schmutz an der Stirn habe? Ob ich ihr ein Taschentuch ... Meine Kollegen haben sich scheckig gelacht über den unwissenden Eingeborenen nördlicher Gefilde, der das Wort Aschenkreuz noch nie im Leben gehört hatte. 


 

Lindau
Posted
vor 51 Minuten schrieb Flo77:

Und ist das nicht das völlige Paradox? Wir haben hier eine extrem reiche, extrem vielfältige und teilweise hochkomplexe Tradition aus Riten, Volksglauben, usw.

 

Z.B. meditatives Gebet ist in der Kirche seit Jahrhunderten präsent, aber die Lobhudelei bekommt Buddhistisches Yoga. Fremde Trachten und Gebräuche sind immer ganz toll, müssen unbedingt erhalten bleiben und werden von unseren hiesigen Banausen genauso verehrt wie fremde Küchen - nur die eigene Tradition hat keinen Wert.

 

Für die Südseeinsulaner dürfte der eigene Ritus übrigens völlig normal und unsere Fronleichnamsprozessionen das "exotische" sein. Insofern ist Deine Formulierung wieder typisch westlicher Eurozentrismus. Wobei mich nicht wundern würde, wenn einem spirituell aktiven Südseeinsulaner eine Fronleichnamsprozession (oder noch massiver eine Karfreitagsliturgie) verständlicher wäre, als einem hiesigen Ignoranten.

Katholisches Brauchtum wird in Deutschland  von Nichtkatholiken und Ex-Katholiken verspottet und beschimpft, während man beim Brauchtum außereuropäischer Religionen tiefe Weisheit vermutet.

Lindau
Posted
vor 23 Minuten schrieb Alfons:

 

Quatsch. Ganz normale regionale Prägung. Ich bin in Niedersachsen und evangelisch aufgewachsen, und für einen Niedersachsen ist alles Katholische erst einmal exotisch - diese Riten, diese Gewänder, dieses Aufstehen, Niederknien und wieder Hinsetzen in der Messe, diese Glöckchen bei der Wandlung - alles wunderschön, wenn man es dann kennen und schätzen gelernt hat. Aber beim ersten Mal halt so fremd, als sei man gerade auf Hawaii gelandet oder bei den Sioux. 

 


 

Exotisch ginge ja noch.

Aber es wird lächerlich gemacht.

Shubashi
Posted (edited)
34 minutes ago, Alfons said:

 

Quatsch. Ganz normale regionale Prägung. Ich bin in Niedersachsen und evangelisch aufgewachsen, und für einen Niedersachsen ist alles Katholische erst einmal exotisch - diese Riten, diese Gewänder, dieses Aufstehen, Niederknien und wieder Hinsetzen in der Messe, diese Glöckchen bei der Wandlung - alles wunderschön, wenn man es dann kennen und schätzen gelernt hat. Aber beim ersten Mal halt so fremd, als sei man gerade auf Hawaii gelandet oder bei den Sioux. 

Habe ich schon mal erzählt, wie ich, frisch im Rheinland angekommen, eine alte Dame auf dem Marktplatz höflich darauf aufmerksam gemacht habe, dass sie Schmutz an der Stirn habe? Ob ich ihr ein Taschentuch ... Meine Kollegen haben sich scheckig gelacht über den unwissenden Eingeborenen nördlicher Gefilde, der das Wort Aschenkreuz noch nie im Leben gehört hatte. 


 

 
Ich überlege gerade, warum ich als typischer Bremer Diaspora-Katholik dieses „Exotik-Gefühl“ nie hatte, obwohl ich beim Umzug in ein sehr katholisches Dorf bei Osnabrück vieles neu gelernt habe.

Regionale Prägung ist meiner Meinung nach ein Punkt unter anderem, Stadt/Land-Verhältnis, Lebensalter, Job sind meiner Meinung nach mindestens genauso wichtig.

Der „Kulturschock“ auf Helgoland war meiner Erinnerung nach heftiger als mein erster Aufenthalt in Japan.

Fronleichnam dürfte in einer Großstadt kaum je so beeindruckend sein wie damals auf dem Dorf, mit seiner stundenlangen Prozession, dem wunderschönen Blumenschmuck, den zahlreichen Teilnehmern. Es war eben „umfassend“, man war „Teil“, es war „das Dorf“.

Edited by Shubashi
  • Thanks 1
Lindau
Posted

Sicher kennt ihr das witzig sein sollende Spottwort für Fronleichnam,

das gerne im Radio zur Plauderei gebraucht wird: Happy K …. ich will das nicht ausschreiben.

Higgs Boson
Posted

Katholisch sozialisiert, sowohl in München als auch später Kleinstadt, zuletzt Dorf. Und bis ich bei meinen Eltern auszog, immer Fronleichnam inklusive Prozession. Einmal sogar auf dem Chiemsee in einem Boot.

 

Meine Erinnerung: Grauenhaft. Ich hoffte immer auf Regen, weil ich nicht gerne in stechendem Sonnenschein und Hitze ein Fest feiere, zu dem ich absolut nicht den geringsten Zugang hatte. 

Lindau
Posted
vor einer Stunde schrieb Higgs Boson:

Katholisch sozialisiert, sowohl in München als auch später Kleinstadt, zuletzt Dorf. Und bis ich bei meinen Eltern auszog, immer Fronleichnam inklusive Prozession. Einmal sogar auf dem Chiemsee in einem Boot.

 

Meine Erinnerung: Grauenhaft. Ich hoffte immer auf Regen, weil ich nicht gerne in stechendem Sonnenschein und Hitze ein Fest feiere, zu dem ich absolut nicht den geringsten Zugang hatte. 

Grauenhaft?

 

Nix Zugang?

 

und jetzt?

Lindau
Posted (edited)

Mit hat Fronleichnam als Kind sehr gefallen! ❤️

 

 

ich versteh die Leute nicht, die sich als Märtyrer stilisieren, weil sie als Kind bei ner Prozession mitgehen mussten.😳😳😳😳

 

😭😭

Edited by Lindau
Higgs Boson
Posted
vor 33 Minuten schrieb Lindau:

Grauenhaft?

 

Nix Zugang?

 

und jetzt?

 

Ne, immer noch nicht.

Aleachim
Posted

Extra für dich @Lindau
Unser Fronleichnamsfest ist eigentlich noch genauso, wie in meiner Kindheit vor über dreißig Jahren. Die Teilnehmerzahl ist sicher ein wenig zurückgegangen, aber sonst... Da waren neun Vereine mit ihren Fahnen, eine Bläsergruppe, ca. 20 Ministranten, die Erstkommunionkinder und viele weitere Gläubige. Nach dem festlichen Gottesdienst zogen wir durchs geschmückte Dorf. An den Straßenrändern standen kleine Birken, die Häuser vielfach beflaggt. Und vier Altären liebevoll vorbereitet. Das Wetter war heute ideal. Kaum Sonne, daher nicht zu heiß, aber auch kein Regen. Als Kind hat mir das mal besser mal schlechter gefallen. Unsere Kinder fanden es heute ganz gut. Vor allem, weil sie vorne beim Papa mit der Fahne laufen durften und die Bläser so schön gespielt haben. 🙂 
Was mir außerdem heute so bewusst geworden ist: Das Kollektivgedächnis ist immer noch sehr stark. Niemand muss eine Prozessionsordnung angeben, die allermeisten wissen ungefähr, wo sie zu laufen und zu stehen haben. Das pendelt sich dann schon ein. Auch beim eucharistischen Segen an den Altären, muss man nicht erklären, dass die Uniformierten ihre Mützen abnehmen, dass die Fahnen gesenkt werden und dass, wer kann, eine Kniebeuge macht. Wer beim ersten Altar noch unsicher ist, hats spätestens beim dritten kapiert. 😅

  • Like 1
  • Thanks 2
Lindau
Posted

Besten Dank für diese schöne Schilderung, @Aleachim🌹❤️🌺

So ähnlich war es bei uns früher auch! 🌞🌞

Lindau
Posted (edited)

Wurden bei euch die Häuser beflaggt?

und falls ja, wie?

 

Bei uns gab es entweder die gelb-weiße Flagge des Vatikan oder die gelb-rot-gelbe Flagge des Landes Baden.

 

Die  Bundesflagge gab es eher nicht. Es war ja keine staatliche Veranstaltung.

Edited by Lindau
Adrian94
Posted (edited)

In meinem Heimatort gibt es ein Bürgergarde. Sie hat an diesem Tag die wesentliche Aufgabe das Altarsakrament zu schützen - ähnlich der Prangerstutzenschützen. 

Für viele aussenstehende mag es komisch sein, wen beim Eucharistischen Segen der Altäre mit der großen Kanone geschossen wird und ein "Habt acht" im militärischen Ton durch den Stadtplatz dröhnt.

 

Allerdings merkt man vielen beteiligten einfach an, dass viele nicht mehr wissen was man da feiert. So verkommt das ganze zu einer reinen Folklore Veranstaltung. 

Trotzdem liebe ich das Fronleichnamsfest. Mittlerweile wohne ich dort schon länger nicht mehr, hie und da feierte ich Fronleichnam dort mit. Es ist dann wohl sehr schön, aber mehr mit einer gewissen Wehmut und Melancholie verbunden, dass gewisse Zeiten unwiederbringlich vorbei sind. 

 

Das schönste Fronleichnam hatte ich tatsächlich 2020 während der Pandemie. Auf Prozessionen wurde verzichtet, so ging ich in Linz in die kleine Kapelle der Marienschwestern vom Berge Karmel und konnte in Stille vor dem ausgesetzten Allerheiligsten 2 Stunden Anbetung halten. 

Diese Stille und dieses ganz bei Jesus sein war so schön...

Seitdem sehe ich eine Prozession nicht mehr als bedingt notwendig. 

Es kommt auf die tiefe innere Anbetung des Herrn an, diese kann ich bei einer Prozession weniger erfahren. 

 

 

 

Edited by Adrian94
Merkur
Posted

Fronleichnam hatte im Ruhrgebiet bis vor einigen Jahren noch eine erhebliche Bedeutung. Eine Besonderheit sind die großen muttersprachlichen Gemeinschaften (vor allem Polen, Kroaten und Koreaner) und die aus der Zeit des Kulturkampfs stammenden eucharistischen Ehrengarden. Die Beteiligung hat aber stark nachgelassen. Die neuen geistlichen Gemeinschaften scheinen damit nicht viel anfangen zu können. 

  • Thanks 1

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Guest
Reply to this topic...

×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

  Only 75 emoji are allowed.

×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

×
×
  • Create New...