atheist666 Geschrieben 1. Juni Melden Geschrieben 1. Juni Jetzt tauchen die ersten Probleme auf. Bisher war ich davon ausgegangen, daß Entzykliken prinzipiell in Latein verfaßt werden, deshalb meine Verwunderung https://www.spiegel.de/panorama/leo-xiv-experten-muessen-sich-lateinische-worte-fuer-papst-lehrschreiben-magnifica-humanitas-ausdenken-a-b216842c-d8be-4e4d-8a87-feffc64b09d6 Zitieren
Chrysologus Geschrieben 2. Juni Melden Geschrieben 2. Juni Römische Lehrtexte werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Latein geschrieben - etwas beim KKK war das ja ein Teil des Kusiosums, dass man den auf französisch schrieb (und unterschrieb), davon ausgehend Übersetzungen in lebende Sprachen fertigte, dann den lateinischen Text vorlegte, von dem aus man die Übersetzungen zu korrigieren hatte. Zitieren
atheist666 Geschrieben 2. Juni Melden Geschrieben 2. Juni vor 11 Minuten schrieb Chrysologus: Römische Lehrtexte werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Latein geschrieben - etwas beim KKK war das ja ein Teil des Kusiosums, dass man den auf französisch schrieb (und unterschrieb), davon ausgehend Übersetzungen in lebende Sprachen fertigte, dann den lateinischen Text vorlegte, von dem aus man die Übersetzungen zu korrigieren hatte. Wußte ich noch nicht, danke. Zitieren
MartinO Geschrieben 5. Juni Melden Geschrieben 5. Juni So, jetzt habe ich die Enzyklika zuende gelesen. Im Grund gebe ich dem Papst Recht: Die KI bietet große Chancen, aber auch große Gefahren. Die Kontrolle darüber liegt in den Händen weniger Personen. KI kann keine Ethik entwickeln und nicht immer ist erkennbar, wer die Grundlagen der Berechnungen eingegeben hat. Ja, es ist ein wichtiges Thema - und steht in der Tradition der Katholischen Soziallehre: Die Industrialisierung war das Hauptthema von Rerum Novarum. Auch sie brachte für die Mehrheit der Menschen erheblichen Fortschritt, zerstörte allerdings für viele die Bindungen und Sicherheiten, die bisher die Familie oder das Dorf boten. Darauf mussten die Staaten reagieren. Ähnlich verhielt es sich beim Welthandel und Populorum Progressio. Ebenso heute mit der KI. Die Kirche konnte - und kann auch heute nicht - die konkreten Gesetze selbst machen. Sie kann und soll aber Grundorientierungen geben: Der Mensch darf nicht nur nach seinem Nutzen beurteilt werden. Es muss eine sinnvolle Kontrolle stattfinden, wer über die KI herrscht. Zitieren
Werner001 Geschrieben 5. Juni Melden Geschrieben 5. Juni vor 18 Minuten schrieb MartinO: Der Mensch darf nicht nur nach seinem Nutzen beurteilt werden. Ja, ist auch wichtig, ihn nach seinem Geschlecht und seiner sexuellen Orientierung zu beurteilen! Werner 1 Zitieren
Frey Geschrieben 6. Juli Melden Geschrieben 6. Juli Die Enzyklika scheint mir insgesamt ein Appell zu sein, Artificial Intelligence und Digitalisierung so zu gestalten, dass sie dem Menschen dienen statt ihn zu ersetzen, ihn zu kontrollieren oder ihn zu entwerten. Das gilt aber für jede Erfindung. Das Leitbild ist nicht technischer Fortschritt um jeden Preis, sondern eine Zivilisation der Liebe, in der Würde, Gerechtigkeit und Frieden den Maßstab bilden. Interessant finde ich die Bemühungen der Forscher im Zusammenhang einer Constitutional AI, bei der Sprachmodelle einem Wertesystem unterworfen werden. Man hat sie mit verschiedenen Verfassungen bzw Werten gefüttert, und aufeinander automatisiert losgelassen. Die meisten haben nicht überlebt, oder entwickelten mafiöse Strukturen: https://www-cdn.anthropic.com/b43359be43cabdbe3a8ffd60ea8a68acf25cb22e/Anthropic_CollectiveConstitutionalAI.pdf Wenn diese Ansätze ausgereifter wären, könnte man ja eine katholische collective Constitution entwickeln, und so eine fromme KIrche erzeugen Aber ja: Papst Leo hat Recht: jede Erfindung muss dienen und darf niemals beherrschen. 1 Zitieren
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