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Religiöse Erfahrung als eine Form des Erkennens? Plantinga, Nagel und andere.


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Geschrieben (bearbeitet)

Angeregt durch eine Debatte im Thread zum "Synodalen Weg" (siehe hier und die Folgediskussion) wollte ich mal eine Buch-Rezension und eine Diskussion zu dieser Rezension verlinken. 

 

Das Buch selbst stammt vom christlichen Philosophen Alvin Plantinga und heißt "Where the Conflict Really Lies: Science, Religion, and Naturalism". (Offenlegung: Das Buch selbst habe ich nicht gelesen.)

 

In dem Buch argumentiert Plantiga für die Rationalität des Theismus und auch die des christlichen Glaubens. Die Rezension stammt von Thomas Nagel, einem Philosophen, der zwar Atheist ist, aber dazu neigt, andere Meinungen offen und fair zu diskutieren, und der selbst einige Auffassungen vertritt, die man teilweise vielleicht eher bei Theisten als Atheisten erwarten würde. 

 

Manche erkenntnistheoretischen Positionen von Plantinga erscheinen mir als womöglich etwas problematisch, jedenfalls so, wie sie in Nagels Rezension porträtiert werden (ich müsste mich mehr mit Plantingas Erkenntnistheorie selbst auseinandersetzen, um mir dazu ein klareres Urteil erlauben zu können).

Aber einer von Plantingas Kernpunkten, der für uns relevant ist - und der m.E. grundsätzlich auch berechtigt ist -, sieht (in meinen Worten) wie folgt aus: Falls es Gott gibt, kann er jemandem auch ein genuines Wissen darüber vermitteln, dass er existiert, ohne dass aber Dritte zu diesem Wissen Zugang hätten. Aus Nagels Rezension:

 

"Faith adds beliefs to the theist’s base of available evidence that are absent from the atheist’s, and unavailable to him without God’s special action. These differences make different beliefs reasonable given the same shared evidence. An atheist familiar with biology and medicine has no reason to believe the biblical story of the resurrection. But a Christian who believes it by faith should not, according to Plantinga, be dissuaded by general biological evidence. Plantinga compares the difference in justified beliefs to a case where you are accused of a crime on the basis of very convincing evidence, but you know that you didn’t do it. For you, the immediate evidence of your memory is not defeated by the public evidence against you, even though your memory is not available to others. Likewise, the Christian’s faith in the truth of the gospels, though unavailable to the atheist, is not defeated by the secular evidence against the possibility of resurrection.

Of course sometimes contrary evidence may be strong enough to persuade you that your memory is deceiving you. Something analogous can occasionally happen with beliefs based on faith, but it will typically take the form, according to Plantinga, of a change in interpretation of what the Bible means. This tradition of interpreting scripture in light of scientific knowledge goes back to Augustine, who applied it to the 'days' of creation."

 

Ich verlinke das deshalb, weil es m.E. einige erkenntnistheoretische Aspekte berührt, die wir eben auch diskutiert hatten - dass es ein religiöses Wissen geben mag, das aber nur dem Betroffenen zugänglich ist und Dritten nicht. Es geht daneben natürlich auch noch um anderes. Anstatt selbst viel zu sagen, verlinke ich lieber die relevanten Texte selbst.

 

Hier die Rezension von Plantingas Buch durch Nagel:

 

https://www.nybooks.com/articles/2012/09/27/philosopher-defends-religion/

 

Hier finden sich Leserreaktionen und die Antworten Nagels auf die (ebenfalls lesenswert):

 

https://www.nybooks.com/articles/2012/12/06/what-can-be-proved-about-god/

 

bearbeitet von iskander
  • iskander changed the title to Religiöse Erfahrung als eine Form des Erkennens? Plantinga, Nagel und andere.

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